Börsenjahr 2019 – Dem Optimismus eine Chance!

Ein gutes und erfolgreiches Jahr 2019, wünsche ich auch an dieser Stelle allen freien Lesern!

Seit dem letzten Artikel am 17.12. ist viel passiert und wir haben in der Community dazu auch viel besprochen. Die Grundlage eines schlechten Jahresanfangs wie beschrieben, wurde durch eine katastrophale Kommunikation des FED Chefs Powell in der Woche vor Weihnachten zerstört.

Denn die Grundlage der Vergleiche zu 2008 und 2016 war ja, dass im alten Jahr die Kurse noch zusammengehalten werden, um die Performance nicht zu versauen, dann aber im neuen Jahr das große Geld "abzuladen" beginnt.

Was aber passiert ist, ist in Folge der FED am 19.12. ein Zusammenbruch des Marktes, der mit einem Ausverkauf am Freitag vor Weihnachten und genau am Heiligabend, historische Ausmaße angenommen hatte. Je nachdem wie man rechnet, war das der schlechteste Dezember seit der großen Depression der 30er Jahre, in deren Folge dann auch Adolf Hitler an die Macht gespült wurde - oder es waren sogar die schlimmsten Börsenweihnachten überhaupt!

Damit war die Grundlage eines im alten Jahr zusammengehaltenen Marktes gar nicht da, womit uns schon vor Weihnachten klar war, dass kurzfristig eher ein Rebound anstehen würde und so ist es dann ja auch gekommen:

Klar ist nun, dass wir hier eine Situation vor uns haben, die nach einem klassischen Test der Einbruchszone bei 2.600 nachgerade schreit, der dann abgewiesen wird und zu neuen Tiefs führt. Das ist das Model das die Bären haben dürften und es ist nicht von der Hand zu weisen.

Klar ist aber auch, dass in den US alle Binnendaten eigentlich immer noch eher positiv sind. So passen solche extrem guten Arbeitsmarktdaten wie letzten Freitag, einfach nicht mit einer Rezession vor der Tür zusammen - überhaupt nicht!

Und klar ist daher auch, dass der US Markt mit seiner Korrektur der Realität schon deutlich voraus gelaufen ist. Und das weil der Markt zu zwei Themen eine negative Erwartungen entwickelt hat. Erstens zur FED, das hatte Powell Anfang Oktober ausgelöst und Mitte Weihnachten eskaliert. Zweitens zum Handelskrieg mit China, der das ganze Jahr schon seine Schleifspuren hinterlässt, siehe Apple.

Objektiv deutet in den US weiter wenig auf eine Rezession hin und *trotzdem* hat der S&P500 20% abgegeben und die stärkste Korrektur seit 2008 generiert. Und das alles nur aus Angst, dass es schlechter werden *könnte*, aus reinem Konjunktiv heraus!

Das ist nicht ungewöhnlich, der Aktienmarkt hat immer schon 9 der letzten 5 Rezessionen vorher gesagt, man sollte sich das aber klarmachen. Und genau deshalb, ist eine positive Überraschung hier wahrscheinlicher, als es die historische Erfahrung nach so massiven Einbrüchen impliziert. Man darf das bullische Szenario nicht vom Tisch wischen.

Ich will hier im freien Bereich die taktische Diskussion um das was die kommenden Woche ansteht und wie sich das auf die Kurse auswirkt, gar nicht führen. Wie das Jahr wird, weiss sowieso niemand und man kann bestenfalls die Entwicklung der kommenden Wochen richtig einschätzen. Und wenn wir das wieder wie so oft hinbekommen, ist das das Maximum was möglich ist. Man fliegt eben auf Sicht, aber gute Sicht kann schon einen Vorteil verschaffen.

Ich will hier stattdessen das ganz große Bild betrachten, wie es sich für langfristigen Investoren darstellt. Viele Anleger haben ja in den letzten Jahren immer gesagt, dass sie dann bei der nächsten Korrektur endlich einsteigen würden.

Ich habe mich darüber immer lustig gemacht, weil die Erfahrung sagt, dass die die in den letzten Jahren immer gezögert haben, es in der Korrektur erst recht nicht können, weil dann die Nachrichtenlage so negativ ist. Dann wird wieder gezögert und am Ende passiert das Gleiche wie 2009 oder 2013 oder 2016, man wartet auf den "ganz großen Crash", der aber dummerweise statistisch nur alle paar Jahrzehnte mal kommt, der letzte liegt jetzt 10 Jahre zurück.

Schauen wir doch mal, wo wir in 2019 nun stehen:

  • Kann diese Korrektur sich ausweiten, der S&P500 bis zur 2016er Ausbruchzone fallen und damit 30-40% korrigieren? Eindeutig ja!
  • Kann der DAX wieder vierstellig werden? Eindeutig ja!
  • Kann eine Einigung zwischen US und China scheitern und ein heißer Handelskrieg entstehen? Eindeutig ja!
  • Kann Italien zu einem Bruch der Eurozone führen? Eindeutig ja!
  • Kann die Konjunktur in Deutschland als Folge einer Mischung von gesellschaftlicher Larmoyanz und Selbstverstümmelung endgültig in eine Rezession abkippen? Eindeutig ja!
  • Können die Probleme mit Krediten in den Emerging Markets sich zu einer neuen Kreditkrise ausweiten? Eindeutig ja!

Und so weiter, ich könnte mit anderen Themen weitermachen. Das alleine sagt uns aber gar nichts, denn diese Aussagen hätte ich auch vor 2 Jahren am Anfang von 2017 mehr oder weniger so machen können und Sie wissen ja, wie gnadenlos die Börsen in 2017 hoch geschoben haben.

Entscheidend ist nicht, dass diese Risiken existieren, entscheidend ist wie wahrscheinlich sie sind und wie viel davon schon im Markt eingebacken ist!

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Jahresanfang 2019 – historische Parallelen?

Der Markt konnte sich bisher selbst zu einer schwächlichen Jahresend-Rally nicht mehr aufraffen, was für diese Jahreszeit schon extrem ungewöhnlich ist.

Bis vor 2 Wochen war die Welt noch halbwegs in Ordnung und das Modell einer begrenzten Korrektur mit traditionell starkem Jahresende, bei der Mehrheit zurecht dominant. Erst der massive Absturz am Dienstag vor 2 Wochen, hat diese positive Interpretation negiert und die Stimmung allgemein massiv nach unten gedrückt.

In dieser nun laufenden KW51 besteht durchaus eine Chance auf Stärke, weil die FED am Mittwoch als Katalysator existiert und die Stimmung allgemein sehr negativ geworden ist. Wenn ein überverkaufter Marktzustand auf die FED trifft, schafft das in einem normalen Markt in der Regel eine positive Mischung.

Aber ist das noch ein "normaler" Markt? Und selbst wenn der S&P500 diese Woche doch noch zur Jahresende-Rally antritt und dem großen Einbruch noch einmal im letzten Moment von der Schippe springt, dürfte er zum Jahresende bestenfalls in der Range von 2.820 bis 2.600 bleiben, neue Hochs und ein Ende der Korrektur, sind für 2018 wohl eher vom Tisch.

Selbst aber wenn der Index nun noch einmal 10% korrigiert und in den Bereich von 2.400 eintritt, was nun sehr gut denkbär wäre, wäre der langfristige Aufwärtstrend noch intakt und das Geschehen müsste als üble, aber notwendige Bereinigung eines zu guten Jahres 2017 gewertet werden:

Wir alle würden gerne wissen, wie das in 2019 weiter geht, nur leider hat niemand eine Glaskugel, gerade die nicht, die am lautesten mit Prognosen um sich werfen.

Für 2018, waren die DAX-Prognosen der Analysten der Banken mal wieder völlig falsch, wie schon für 2017, warum bitte, soll man da für 2019 auch nur eine Sekunde darüber nachdenken?

Schauen Sie , kein Einziger der "Prognostiker" hat auch nur ansatzweise den aktuellen DAX-Stand auf dem Radar gehabt, alle waren zu optmistisch. Und waren alle zu pessimistisch, der DAX Stand Ende 2017 war 12.918.

Würde man eine Horde Affen mit Dartpfeilen auf ein Ziel mit Markierungen zwischen 10.000 und 15.000 werfen lassen, wäre die Trefferquote wahrscheinlich deutlich höher. 😛

Wir sehen was diese "Prognosen" sind, Fortschreibungen der Gegenwart, die kein Profi ernst nimmt. Diese werden nach meinem Eindruck geschrieben, um Otto Normalanlegers fatales Bedürfnis nach Führung zu befriedigen und sich als Bank ins Gespräch zu bringen. Auch außerhalb der Banken hatte kaum jemand diese massive Schwäche im Herbst auf dem Radar, auch ich in diesem Ausmass nicht. Aber ich behaupte auch nicht den Schlussstand des Folgejahres prognostizieren zu können, da liegt der Unterschied.

Aber, wir sind nicht völlig blind. Denn wenn man seine Zeit nicht mit solchen Prognosen vergeudet, sondern nach Mustern in der Marktmechanik sucht, wird man gerade um den Jahreswechsel fündig. Da gibt es viele Muster die immer wiederkehren, das "Window-Dressing" zum Jahresende ist dabei einer der bekanntesten Faktoren. Und von diesen Mustern kann man einiges ableiten.

2018 ist dabei besonders spannend, weil wir - wenn nicht noch ein Weihnachtswunder passiert - weit ab von den Höchstständen schliessen werden und die Jahresendrally bestenfalls schwach war und schlimmstenfalls ganz fehlte.

Was bedeutet das für den Jahresanfang?

Oft nichts Gutes. Bis zum Jahresende werden die Börsen oft noch zusammengehalten, weil sich die großen Markt-Elefanten ihre Jahresperformance - an der auch Boni hängen - nicht völlig versauen lassen wollen. Am Anfang des neuen Jahres, kann dann nach schwachen Jahren aber das Großreinemachen losgehen und Hedge-Funds werden liquidiert, die nicht performt haben.

Während nach starken Jahren der Jahresanfang also gerne Stärke bringt, weil jeder im Sinne "neues Spiel neues Glück" sich wieder einkaufen will, wird es nach schwachen Vorjahren und einem schwachen Jahresabschluss gerne gefährlich.

Sie wollen einen Beleg dafür? Nun schauen Sie auf die letzten 12 Jahre, da hatten wir fast immer ein starkes Jahresende und dann einen brauchbaren Start ins neue Jahr. Aber es gab zwei Jahre mit schwachem Jahresabschluss, als die Jahresendrally faktisch ausgefallen ist - wie möglicherweise 2018, noch hat das Jahr ja 2 Wochen um was gut zu machen.

Und das waren 2007 und 2015 und hier ist, was danach passierte:

Ich denke das ist eindrucksvoll und eindrücklich.

Gerade wenn jetzt mit der FED doch noch späte Stärke kommt, hätten wir eine Replik dieser Vorjahre, eine schwache Jahresendrally mit Risiko, dass es zum Jahresanfang richtig zu rappeln beginnt.

Und für dieses "Rappeln" gibt es auch objektive Gründe, es dürfte in diesem schwierigen Jahr einige institutionelle Anleger, insbesondere Hedge-Fonds, "erwischt" haben, die dann in 2019 abgewickelt werden und das ist selten gut für einen Markt.

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Renditen und Dividenden im Wettbewerb

Mitte Februar habe ich mit den Mitglieder im Premium-Bereich im Artikel -> Temporäre Zeitenwende <- besprochen, wie sich die Zinswende in den US deutlich spürbar auf Aktien auswirkt.

Denn über viele Jahre wurden die Indizes von den gross kapitalisierten, dividendenstarken Werten nach oben katapultiert, während die SmallCaps eher hinterher gehangen haben. Bekannte Namen dieses Kalibers sind McDonalds (MCD) und Johnson&Johnson (JNJ) und viele andere.

Nun haben im Zuge der Zinspolitik der FED aber die Renditen der US Staatsanleihen zu steigen begonnen und nähern sich bei den 10-jährigen nun der 3% Marke an. Das macht aber Wettbewerbsdruck auf Aktien, die primär als Zinsersatz gekauft wurden, gerade also auf die klassischen Dividenden-Werte, die in den letzten Wochen fast durchweg relativ gesehen schwach gelaufen sind.

Im ETF IEF, der die 10-jährigen US Anleihen vereint, sehen wir eine potentielle, veritable Topbildung. Und steigende Renditen bedeuten bei Anleihen eben fallende Kurse:

Damit trennt sich nun die Spreu vom Weizen. Technologie-Titel mit zweifelsfreiem Wachstumspotential werden weiter gekauft, auch andere Bluechips mit zweifelsfreien Aussichten wie im Aerospace & Defense-Sektor sehen weiter gut aus und notieren schon auf Jahreshochs.

Aber ganz viele dieser weniger wachstumsstarken, "soliden" Bluechips gerade im Retail-Bereich - also die klassischen "Witwen und Waisenpapiere" nach dem Motto "gegessen wird immer" - tun sich nun sehr schwer und das hat eben auch mit den steigenden Anleihenrenditen zu tun. Auch, natürlich spielen auch individuelle Probleme herein, aber diese werden vom Druck steigender Renditen überlagert bzw verstärkt.

Ich will Ihnen hier daher nur zwei Charts langfristiger, potentieller Topbildungen bei solchen "Witwen- und Waisenpapieren" zeigen und zwar Henkel und den Tabakkonzern Altria (MO):

In beiden Fällen spielt der Druck der steigenden Renditen *auch* eine Rolle, neben jeweils individuellen, operativen Problemen. Die Charts sehen aber langfristig nun fragwürdig aus.

Noch ist aber Polen nicht verloren, bei Altria ist die Topbildung noch nicht einmal vollendet und selbst Henkel hat noch Chancen das wieder gerade zu biegen. Es sollen auch nur Beispiele sein, dass Anleger dieser Dividenden-Papiere nun die Zinsentwicklung im Auge behalten sollten.

Denn die exorbitant gute Entwicklung dieser Aktien im letzten Jahrzehnt hat eben *auch* mit dem durch die Notenbanken nach unten verzerrten Zinsniveau zu tun - da sollte sich keiner einer Illusion hingeben.

*Auch*, weil es sind immer noch gute Aktien, die immer noch in ein langfristiges Depot gehören. Sollte sich aber dieser Bonus der Nullzinsen nun wieder abbauen, werden auch langfristig gute Aktien nun mittelfristig temporäre Schwäche zeigen und das sollte dann niemanden überraschen.

Wer dem aus dem Wege gehen will, muss seinen Fokus auf Wachstum legen, Wachstumsaktien sind weit weniger von steigenden Renditen betroffen als Werte, die wenig bieten ausser einer hohen Dividende als Anleihenersatz.

Und glücklicherweise gibt es ja auch Aktien, die beides miteinander verbinden, Wachstum *und* beständig steigenden Ausschüttungen.

Wir hier bei surveybuilder.info fokussieren uns auf solche Werte und in Artikeln wie -> Langfristige Investments in der kommenden technologischen Revolution <- habe ich Ihnen solche Aktien auch schon im freien Bereich in Beispielen nahegebracht.

Solche Aktien werden von einer Zinswende weniger betroffen sein, bei reinen Dividendwerten ohne relevantes Wachstum, sollte man in einer Phase steigender Zinsen aber vorsichtiger agieren.

Im Saldo muss die Anfangsphase steigender Zinsen für Aktienmärkte nicht negativ sein, weil diese in der Regel mit einer boomenden Konjunktur einher geht. Aber einzelne Sektoren sind eben doch betroffen.

Ihr Hari

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Bilanzabbau und Quantitative Easing erklärt

Die US Notenbank hat die Gegenrichtung eingeschlagen, die Zeit des immer billigeren Geldes ist erst einmal vorbei. Das hat natürlich Auswirkungen auf alle Märkte, es treibt die Zinsen und erzeugt einen ganz sachten Gegenwind für die Assetmärkte, deren Bäume daher nicht mehr so leicht in den Himmel wachsen werden, wie in den vergangenen Jahren.

Nun können sich aber viele unter Begriffen wie "Bilanzabbau" und "Quantitative Easing" nicht so richtig etwas vorstellen. Daher habe ich am 20.09.17 das mal im Premium-Bereich erklärt und stelle Ihnen diese Erklärung hier nun auch im freien Bereich zur Verfügung.

Das Thema ist immer noch virulent, denn wenn Sie aktuell davon hören, dass in den US die Anleihenrenditen steigen und die Aktienmärkte das sorgenvoll sehen, dann geht es eben auch um den nun erklärten Prozess, der am Ende einen milden Liquiditätsentzug für die Asset-Märkte zur Folge hat. Und Liquidät ist das was die Märkte treibt, denn hohe Liquidität erzeugt Nachfrage und zu geringe Liquidität einen Angebots-Überschuss.

Nur die EZB Mario Draghis hat sich noch nicht bewegt. Das dürfte Draghi seinem Nachfolger 2019 überlassen, der dann das Angerichtete schmerzhaft aufkehren darf. Denn die Südländer, insbesondere Italien, können nach den "segensreichen" Jahren der Negativzinsen nun noch weniger mit höheren Zinsen leben als schon vorher. Mission Accomplished?

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Doch, Sie hat es getan. Die FED hat wie erwartet den Einstieg in den Abbau ihrer überdehnten Bilanz verkündet und zwar 10 Milliarden USD pro Monat.

Für die Mitglieder, die mit dem Wort "Bilanzabbau" nicht viel anfangen können, will ich es kurz - und natürlich stark vereinfacht - erklären. Am Ende geht es nämlich nicht um die Bilanz der FED, sondern um die Liquidität im Markt.

Im Rahmen ihrer diversen Quantitative Easing (QE) Massnahmen nach der Finanzkrise, hat die FED typischerweise Anleihen aufgekauft und in ihre Bilanz genommen.

Wir stellen uns beispielhaft vor, eine Bank gibt eine Anleihe heraus, was bedeutet, die Bank bekommt Geld und zahlt dafür einen Zins an den Gläubiger, zum Beispiel Sie als Privatperson. Am Ende der Laufzeit der Anleihe, zum Beispiel nach 10 Jahren, kauft die Bank die Anleihe zurück, sprich der Gläubiger (Sie) bekommt sein Geld zurück und hat am Ende Geld wieder und Zinsen vorher kassiert. Zumindest ist das der Plan, wenn die Bank aus Griechenland oder Italien wäre, würde ich auf die Rückzahlung nicht wetten. 😉

Nun haben aber die Banken einen schlechten Ruf und müssen daher hohe Zinsen zahlen, damit jemand ihrem Rückzahlungsversprechen glaubt. Diese hohen Zinsen belasten aber ihre Ertragslage und es ist in diesem Umfeld schwierig, genügend Kapital aufzunehmen.

An dieser Stelle kommt die Notenbank ins Spiel. Die drückt nämlich an einem Ihrer Computer bildlich gesprochen auf einen Knopf, "schöpft" ein paar Milliarden Zentralbankgeld und kauft der Bank diese Anleihen ab. Die Bilanz der Notenbank wächst damit, den nun hat sie für mehrere Milliarden Anleihen (Forderungen gegen die Bank) in der Bilanz, deren Rückzahlungswahrscheinlichkeit jedes Jahr bilanziert werden will.

Nun passiert aber etwas Wundersames, die neue Alchemie der modernen Geldpolitik. Weil die Notenbank als Käufer im Markt ist, kann die Bank die Anleihen leicht absetzen, die vorher wie Sauerbier lagen. Die Zinsen sinken also, die für eine neue Anleihe angeboten werden müssen, bzw die Preise alter Anleihen steigen, die schon emittiert wurden.

Und die Notenbank druckt und druckt weiter und kauft und kauft und die Anleihenzinsen sinken und sinken. Genau das ist passiert, genau das ist Quantitative Easing, genau deshalb haben wir aktuell Nullzinsen im Markt.

Wenn man so will, ist es eine massive Unterstützung derer die Schulden haben, auf dem Rücken derer, die Geld zu verleihen haben. Und das mit Mitteln aus der elektronischen Geldschöpfung. Man darf das ruhig "Marktmanipulation" nennen, genau das ist es wohl.

Die Schuldner (Banken und Staaten) profitieren also, der Bürger der Geld anzulegen hat und die Anleihen kaufen würde, verliert. Man kann es auch Umverteilung nennen, vielleicht finden genau deshalb die "Linken" das so gut, weil sie Umverteilung immer so sehr mögen. Diese kapieren halt nur nicht, dass hier genau anders herum umverteilt wird, vom Kleinsparer zu den Assetmärkten. Eigentlich müsste die Linke die aktuelle Notenbankpolitik der EZB also bekämpfen, aber wer will solche fachlichen Petitessen beachten, wenn man per Definitionem auf der guten Seite der Geschichte steht? 😉

Nun gibt es aber einen weiteren interessanten Effekt. Und das ist der, der für die Aktienmärkte so wichtig ist: Liquidität!

Denn die Bank kann nun leicht Schulden aufnehmen und zahlt kaum was dafür. Also tut sie es in Masse und lässt das billige Geld "arbeiten". Zum Beispiel am Aktienmarkt oder mit einem Carry Trade und anderen Spekulationen. Denn faktisch ist das Darlehen, das die Bank nun gegen einen Wisch Papier von der Zentralbank aufnehmen kann, ja eine Liquiditätszufuhr. Wenn die FED also monatlich im QE für 20 Milliarden USD Wertschriften kauft, wird dem Markt faktisch 20 Milliarden Liquidität zugeführt.

Tja und Liquidität ist genau das, was den Markt mehr als alles andere treibt - Wirtschaftsdaten sind da vergleichsweise irrelevant. Wenn viel Geld nach Anlagen sucht, steigen die Preise, egal was die Wirtschaftsdaten sagen. Ein Markt wird primär von Angebot und Nachfrage bewegt und viel Liquidität schafft eben viel Nachfrage.

Deshalb hat das QE der Notenbanken die Asset-Märkte hochgepumpt und gleichzeitig den Kleinsparer geschädigt.

Und nun geht die FED her und will für 10 Milliarden USD pro Monat die Gegenrichtung einschlagen. Bei einem Portfolio im Umfang von 4.200 Milliarden USD ist das ein Nasenwasser, aber es ist auch ein Anfang und einen Liquiditätsentzug ist der Markt nicht mehr gewohnt.

Wie will die FED das machen? Nun sie will ihre Anleihen im Bestand nicht direkt verkaufen. Aber wenn sie auslaufen, wenn das Geld also im Beispiel oben von der Bank zurück fliesst, wird die FED damit nicht mehr neue Anleihen kaufen wie bisher!

Im Saldo ist das ein Liquiditätsentzug von 10 Milliarden pro Monat.

Wie der Markt darauf reagiert ist ungewiss, wir sind in völlig unerforschten Gewässern, weil die Notenbanken uns ohne demokratische Legitimierung in das grösste geldpolitische Experiment der Menschheitsgeschichte gezwungen haben. Ausgang dieses Experiments ungewiss, jeder der anderes behauptet, will uns etwas vormachen - selbstgewisse Draghis ausdrücklich eingeschlossen.

Das ist der Punkt wo wir nun stehen, was in Zukunft daraus wird, werden wir alle erleben.

Ihr Hari

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Euro an der Wegscheide

Die Quartalssaison läuft diese Woche an den Märkten heiss und gleichzeitig hat das Währungspaar EUR/USD einen Stand erreicht, den man glasklar als Wegscheide bezeichnen kann.

Was das bedeutet, soll dieses Chart verdeutlichen:

Seit Anfang 2015, also seit über 2 Jahren, ist der Euro zum Dollar unter 1,15 hin und her mäandriert und hat mehrfach einen Anlauf Richtung Parität vollzogen. Zweimal hat EURUSD darüber hinaus geschaut, einmal in 2015 und einmal in 2016 und in beiden Fällen war spätestens bei 1,17 Schluss und es wurde ein sogenannter "Fakeout", der dann das Signal für eine starke Bewegung in die Gegenrichtung gab. Die Bauernregel dazu lautet im Englischen "From false Moves come fast Moves".

Nun sind wir diesen Sommer - genau jetzt - wieder an so einer Wegscheide. Draghi hat mit seiner Rede in Sintra vor nun bald 4 Wochen dabei kräftig und unfreiwillig mitgeholfen und es ist ihm letzte Woche nicht gelungen, das in seiner Pressekonferenz sofort wieder einzufangen.

Und wie es der Zufall will, steht diese Woche am Mittwoch eine FED-Sitzung an, deren Wortwahl im FOMC Statement erheblichen Einfluss auf den Dollar und damit auf EURUSD nehmen wird.

Wer sich nicht regelmässig mit Börse beschäftigt, wird sich nun vielleicht fragen, was das denn mit dem DAX und anderen Indizes zu tun hat? Die Antwort ist ganz einfach:

In Euro notiert, also am Kutand des DAX gemessen - wie wir das in der Regel in unseren Euro-Depots haben - ist ein starker Euro Gift für die Kursnotierungen, ein schwacher Euro stützt diese dagegen.

Dass das nur eine nominale Darstellung in Euro ist und die Welt aus Dollarsicht schon wieder ganz anders aussieht, ist denen klar, die die Welt der Währungen durchdringen. Für diesen Post im freien Bereich genügt aber zu verstehen, dass ein Euro, der potentiell nun nach oben wegbricht und die 1,15 nachhaltig hinter sich lässt, massiven Druck auf den DAX ausüben würde.

Diese Lage trifft aber auf einen DAX, MDAX und Co. der nicht nur durch das Desaster um die deutschen Autobauer sowieso schon angeschlagen ist, sondern auch eine derartige Chartstruktur hat, die einiges an Fallhöhe impliziert, falls der Index hier nun nicht bald nach oben dreht:

Auch Sie sollten also diese Woche ein Auge auf den Euro haben. Dreht der hier wieder nach unten, haben wir vielleicht den Tiefpunkt der aktuellen Korrektur schon gesehen bzw sehen ihn bald. Bricht der nun aber nach oben aus, dürfte sich ein Einbruch im DAX unter 12.000 nur schwerlich vermeiden lassen.

Der zweite Hauptfaktor für DAX & Co. dürfte diese Woche die Entwicklung rund um die Autobauer werden. Ohne dass diese sich stabiliseren, wird es der DAX auch ohne den Euro schwer haben, hier wieder nach oben zu drehen.

Das nur zur groben Einordnung dieser Woche aus Sicht der deutschen Indizes.

Im grossen Bild ist das aber wahrscheinlich nichts weiter als die erwartete Unruhe in der grossen "Rumpelphase" des Sommers, deren Umfang und Dauer ich Ihnen schon in -> Der Gründler und der Measured Move <- nahegebracht habe.

Es gibt also Grund zur Vorsicht, Grund zur Panik und für eine bärische Grundhaltung, sehe ich nach wie vor nicht.

Ihr Hari

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Der Börsen-Juni kurz und klar

Ach würden wir alle gerne wissen, wie die nächsten Börsenwochen konkret werden und was könnten wir dann toll Geld verdienen. Konjunktiv eben - hätte, hätte, Fahrradkette. 😉

Dass wir aber die Zukunft nicht kennen und auch Prognosen umso unwahrscheinlicher werden, je lautstärker und überzeugter sie vorgetragen werden, heisst ja im Umkehrschluss nicht, dass wir gar nichts wissen.

Denn der Juni steht nun bevor und mit ihm der Sommerhandel. Da liste ich hier doch mal ein paar Dinge auf, die wir Stand heute 29.05.17 wirklich wissen. Mit diesem Wissen durch die Märkte zu navigieren, ist aber immer noch unsere eigene Aufgabe.

Erstens steht im Juni am 14.06. die nächste FED-Sitzung an, an der schon jetzt in Mehrheit eine weitere Zinserhöhung erwartet wird. Die US Arbeitsmarktdaten diesen Freitag 02.06., werden dafür den Weg weisen.

Zweitens fallen Zinserhöhungen der FED - auch wenn sie in Mehrheit schon erwartet wurden - gerne mit leichter Marktschwäche zusammen. Ein Positivum für den Markt ist es auf jeden Fall nicht.

Drittens haben Juni und August historisch keinen guten Ruf und sind traditionell die beiden schlechtesten Börsenmonate des Jahres an den US Märkten. Nun sind so historische Saisonalitäten keine Garantie, wenn der Markt aber sowieso korrekturreif ist, sollte man sie nicht völlig ignorieren.

Viertens läuft der Markt nun seit der Wahl Trumps im November letzten Jahres ohne ernst zu nehmende Korrektur und jede derartige Strähne endet mal, auch in Bullenmärkten.

Fünftens wird eine Korrektur, wenn sie denn kommt, sich ebenso scharf und schnell in Bewegung setzen, wie der Einbruch am Mittwoch 17.05. vor knapp zwei Wochen, als Enttäuschung über Trump doch plötzlich dem Markt etwas bedeutet hat. Rechnen wir also nicht mit einer langen Vorwarnung.

Sechstens ist der übergeordnete Aufwärtsrtrend aber so stark, dass man von seiner Fortsetzung ausgehen kann. Eine potentielle Juni-Korrektur ist also auch Chance, wenn sie denn überhaupt kommt.

Für mittel- und langfristige Anleger ist die grosse Lage also recht klar. Man kann und darf nun mal ein paar Teilgewinne mitnehmen und das Exposure im Markt über den Sommer hinweg verringern, der Aufwärtstrend dürfte aber auch durch eine theoretische 5-10% Korrektur im Juni nicht in Frage gestellt werden.

Was diese grobe Marktlage für Sie persönlich und Ihr Depot bedeutet, müssen Sie selber wissen, oder zu uns dazu stossen und es mit uns diskutieren.

Ihr Hari

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Das 2. Quartal – Sechs klare Thesen



Das 2. Quartal liegt vor uns und damit auch wie immer die Frage, wie es an der Börse weiter gehen wird.

Nun habe ich, wie Sie wissen, im Gegensatz zu den "Crash-Propheten" und anderen Grossmeistern der Zukunftsvorhersage, immer noch keine Glaskugel. Insofern lassen wir konkrete Zukunftsprognosen hier weiter mal sein. Wenn Sie Derartiges suchen, finden Sie vielfältige Angebote im Web und sind hier eher falsch.

Warum jemand der die Zukunft kennt, nicht schon längst an der Börse zum Milliardär geworden ist, verstehe ich zwar immer noch nicht, aber wahrscheinlich sind das einfach alles ganz herzensgute, altruistische Menschen, die für ihre Mitmenschen völlig selbstlos nur das Beste wollen. 😉

Aber lassen wir mal den Sarkasmus, hier sind für Sie sechs klare Statements bzw Thesen zum Nachdenken, die ich zum 2. Quartal mal in den Raum stelle - dann können Sie damit machen, was immer Sie wollen:

(1) Trump oder Konjunktur? Beides!

Seit dem Wahlsieg Trumps befindet sich der Markt in einer eindrucksvollen Aufwärtsbewegung. Da lag und liegt es doch nahe, diese Bewegung mit Erwartungen an Trumps Politik in Verbindung zu setzen, insbesondere zum Thema Steuerreform, Infrastrukturprogramm und Deregulierung des Finanzsektors.

Da ist auch was dran und insbesondere der erste Schub im November/Dezember letzten Jahres, dürfte stark damit korreliert sein. Auch heute ist dieser Faktor sicher noch im Spiel.

Aber - ein dickes Aber - an der aktuellen, fortdauernden Stärke dürfte in zunehmendem Masse auch die konjunkturelle Entwicklung beteiligt sein. Denn die Konjunktur-Signale sehen zunehmend positiv aus, selbst im bisher anämischen Europa.

Diese Rally als reine Hoffnungsrally abzutun und ihr einen Zusammenbruch zu prophezeihen, sobald die Hoffnung der Realität weicht, ist also viel zu kurz gedacht. Diese Rally hat eine fundamentale Unterlegung, auch wenn sie schon von recht hohen Kursniveaus aus erfolgt.

(2) Sell in May?

Im letzten Jahr habe ich mich in -> Sommerstarre statt Sell in May < - klar gegen den Sell in May Effekt ausgesprochen und so ist es dann auch gekommen.

Dieses Jahr dürften diese Art Prognosen daher spärlicher werden, gleichzeitig hat der Markt aber nach dem starken Anstieg bis in den April hinein durchaus Raum für eine Pause. Insofern sind die Chancen eines "Sell in May" Events dieses Jahr ungleich höher als letztes Jahr.

(3) Überschätztes politisches Risiko Europa?

Für die Kurse ist nicht nur wichtig, was wird. Wichtig ist vor allem die Differenz zwischen der in den Kursen enthaltenen Erwartung und dem was wird.

Und was die Erwartung angeht, ist der Markt in Europa mit diversen Katastrophenszenarien ins neue Jahr gegangen, die von einem Zerfall der EU bis zum Auseinanderbrechen des Euros reichen. All das war also schon in den Kursen und hat Europas Aktienmärkte gegenüber den US Indizes zurück fallen lassen.

Und nun bricht sich langsam eine realistischere Sicht Bahn, die man mit "not yet!" umschreiben könnte. Was bedeutet, dass die Sorgen zwar berechtigt sind und die strukturellen Mängel von EU und Euro ja objektiv da sind, diese aber wohl noch nicht in 2017 zur Eskalation führen werden.

Das politische Risiko in Europa wird also eher überschätzt und diese Anpassung der Erwartung treibt aktuell die Kurse und könnte sie weiter treiben.

(4) Überschätztes Risiko einer Zinswende?

Auch die in den US durch die FED laufende Zinswende, wird gerne als Grund für eine Wende an den Aktienmärkten argumentativ missbraucht. Und selbst die EZB beginnt ja ganz leicht zu zucken und der Markt beginnt ein Ende der Negativzinsphase in Europa zu antizipieren.

Auf den ersten Blick hört es sich ja auch logisch an, wenn Bonds höhere Renditen abwerfen, erzeugt das Druck auf die um das Anlagegeld konkurrierenden Aktienmärkte. Diese Logik dürfe aber überschätzt und übertrieben sein.

Denn erstens gibt es keinen historischen Automatismus, nachdem die Zinswenden schlecht für die Kurse waren. Erst viel später im Prozess, wenn die Zinsen sich wieder attraktiven Niveaus wie 3 oder 4% annähern, wird das zunehmend zum Problem, davon sind wir aber noch Jahre entfernt, wenn es dazu überhaupt je wieder kommt.

Und zweitens haben wir durch die von den Notenbanken induzierte Blase bei den Bonds sowieso eine historisch völlig einmalige Situation, in der Bonds auch bei marginal erhöhten Renditen weiter skeptisch gesehen werden dürften. An Aktien als Produktivvermögen führt weiter kein Weg vorbei und deshalb ist die Zinswende kein guter Grund für Sorgen.

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Mediale Schlagzeilen und die Börse

Wenn man nach den absehbaren Terminen und Ereignissen geht, gehört diese Woche wohl zu den ereignisreichsten des Jahres. Es wäre aber ein grober Fehler, von der medialen Welle mit der Ereignisse kommentiert werden, unmittelbar auf die Bedeutung für die Börsen zu schliessen.

Hier ist also für Sie die "Vorschau" die Ihnen sagt, was in meinen Augen diese Woche wirklich für die Märkte wichtig ist:

Options Expiration (OpEx) am Freitag: geringe Bedeutung

Die OpEx wird von manchen "Börsenexperten" immer gerne wie eine geheimnisvolle Monstranz vor sich her getragen, deren Verständnis die "Logenmitglieder" von den "Uneingeweihten" unterscheidet. Dabei ist die Wirklichkeit viel profaner, die OpEx entfaltet ihre Wirkung vor allem mit zunehmender zeitlicher Nähe, weil sie Kurse bei bestimmten Marken "festtackert" bzw wenn diese Marken nachgeben, dann eine Bewegung verstärkt. Ich vergleich das gerne mit magnetischer Kraft, in der Nähe der OpEx werden Kurse an den wichtigen Marken gehalten, wenn sie sich aber entfernen, dann mit einem "Schnappen" wenn der Magnet sich löst. Diesen Vorgang gibt es aber jeden Monat bzw jedes Quartal und insofern ist die OpEx nicht unwichtig, aber doch business as usual.

Türkei: geringe bis keine Bedeutung

Was da an präpotentem Gehabe abläuft, erspare ich mir zu kommentieren. Der Markt sieht das aber auch so, die Türkei ist wirtschaftlich ein Nebenthema und mit dem aktuellen wirtschaftlichen Absturz, wird sie bald selbst das nicht mehr sein. Politisch und kulturell ist das Geschehen von hoher Bedeutung. Aber die Märkte interessiert das bestenfalls am Rande und langfristige gesellschaftliche Entwicklungen werden an den Märkten eher nicht bewertet.

Die FED Sitzung am Mittwoch: mittlere Bedeutung

Eigentlich hat die FED Sitzung eine sehr hohe Bedeutung, nur ist dieses Mal ja schon weitgehend klar, dass die FED eine Zinserhöhung vollziehen wird und das ist auch schon in den Kursen. Überraschend wäre nur, wenn es zu keiner Zinserhöhung kommt. Insofern liegt das Augenmerk wieder auf den Formulierungen und vor allem dem weiteren Ausblick und das kennen wir ja schon und hat mittlere Bedeutung.

Eine Menge wichtiger Wirtschaftsdaten wie den ZEW oder den Philly Fed: mittlere Bedeutung

Auch das ist ja "Business as usual" und kennen wir. Die Daten haben einige Bedeutung, weil daraus ja Schlussfolgerungen für die Aktivitäten der Marktteilnehmer gezogen werden. Da derzeit viele Daten aber recht konsistent auf eine anziehende Weltkonjunktur hinweisen, werden die Daten nur dann richtig Wirkung entfalten, wenn sie von der Erwartung abweichen.

Beginn des Brexit: mittlere Bedeutung

Nach Vermutungen und die Erwartungen wie dieser Brexit sich dann real gestalten wird, haben hohe Bedeutung für die Märkte. Nicht dass der Brexit kommt, das ist natürlich in den Kursen, aber die feinen Hinweise wie der Hase dann in den kommenden 2 Jahren laufen wird, haben erhebliche Konsequenzen und die Märkte reagieren sensibel darauf.

Notenbanksitzungen der Bank of Japan (BoJ), der Bank of England (BoE) und der Schweizer Nationalbank (SNB) am Donnerstag: mittlere Bedeutung.

Pauschale Aussagen sind hier schwer, die Sitzung der BoE möglicherweise nach einem beschlossenen Brexit, wird natürlich besondere Aufmerksamkeit ziehen. Aber im Saldo kann man auch hier eher "Business as usual" erwarten.

Wahl in den Niederlanden am Mittwoch: mittlere Bedeutung

Die Wahl selber hätte - selbst wenn Geert Wilders gewinnen würde - aufgrund des Wahlsystems eher mässige Bedeutung für die Märkte. Aber die politischen Implikationen für Frankreich sind hoch und dort dürfte sich im Mai erst einmal das Schicksal des Euros entscheiden und das interessiert die Märkte natürlich immens.

Merkels Besuch bei Trump am Dienstag: hohe Bedeutung

Für die Märkte potentiell das zentrale Ereignis der Woche. Und das nicht weil da zwei Politiker reden, sondern wegen der Implikationen. Merkels Besuch wird der Lackmustest für die neue Handelspolitik der Trump-Administration sein, zumindest wird der Markt das unter dieser Überschrift beäugen.

Besonders schwierig einzuschätzen ist dabei die Lage wohl auch, weil in Trumps Administration selber wohl ein zur Handelspolitik ausgebrochen ist, in dem sich die Goldmänner als Vertreter des freien Welthandels und Protektionisten wie Navarro und Bannon gegenüber stehen. Wo der Präsident steht, ist unbekannt.

Die Bedeutung dieses Ausgangs für die Börsen, kann man gar nicht hoch genug hängen und der Verlauf des Besuchs von Merkel wird dafür Indiz sein. Denn mit dieser grundlegenden Machtfrage stehen und fallen dann Handelsbeschränkungen und Konflikte, oder eben ein eher ruhiges Umsteuern und Neuverhandeln der Handelsbeziehungen im Konsens. Bisher hat der Markt einseitig darauf gesetzt, dass "schon alles gut werden wird". Falls das eine Fehleinschätzung ist, dürfte die Reaktion der Börsen sehr harsch sein. Ein sehr freundlicher und konsensualer Termin, kann aber gerade deutschen Aktien noch einmal zu einem Schub verhelfen.

So sehe ich persönlich die börsentechnische Bedeutung der absehbaren Ereignisse dieser Woche. Möge es Ihnen bei Ihren Entscheidungen helfen.

Ihr Hari

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