Gastkommentar: Ein heißer August in DAX & Co steht bevor

Ein Gastartikel von Tokay

Mutmaßungen über den möglichen Kurs der EZB beherrschen die derzeitigen Entwicklungen. Vor zwei Wochen hatten wir danach gefragt, ob es zu einer Sommerrally kommen könne. Sie begann, aber wenige Tage später stand sie bereits wieder auf der Kippe. Doch der „Draghi-Put“ brachte den DAX wieder zum Stehen. Die Sommerrally war vorerst gerettet. Wie geht es weiter?

Noch einmal der Reihe nach: Der Abwärtstrend ABE wurde Ende Juni gestoppt und es entwickelte sich ein Aufwärtstrend CEF, den „Sommerrally“ zu nennen inzwischen keine Übertreibung mehr ist. Der Tag des „Draghi-Puts“ nun war ein bedeutender Tag: Er markierte den Schnittpunkt F zwischen der Aufwärtslinie der Sommerrally sowie der seit Frühjahr 2009 wirksamen Trendlinie DF. Hätte Mario Draghi an jenem Tag nicht ein entschiedenes Eingreifen der EZB bezüglich der Eurorettung angekündigt, wäre möglicherweise eine Abwärtsdynamik in Gang gekommen. Doch so prallte der DAX sozusagen wie ein Punchingball vom Punkt F ab und nahm erneut an Fahrt auf.

Das Problem besteht allerdings nun darin, dass Draghi „liefern“ muss. Gemäß der Regel „Don't fight the fed“ ist aufgrund der Erwartung möglicher Käufe von Staatsanleihen durch die EZB Kapital in den Markt geflossen bei allerdings abwartend-nervöser Grundhaltung. Auch wenn der DAX am Donnerstag abgab, so ist doch am Freitag die Nachfrage nach DAX-Titeln wieder durchweg gestiegen. Allerdings verschlechtern sich die Nachrichten von der euroländischen Konjunkturfront weiter, auch aus Deutschland kommen zunehmend schlechtere Nachrichten. Die momentane Sommerrally wird also getragen durch die Aussicht auf weitere Liquidität sowie die hierdurch sinkende Risikoneigung. Ein erneutes Aufflammen der Eurokrise ist allerdings stets möglich.

Die Projektion für den August könnte daher wie folgt lauten: Solange weder die Linien CE noch DF(Zone 6.450 bis 6.500 Punkte) klar nach unten durchschnitten werden, bleibt die Sommerrally weiterhin intakt. Die Luft wird jetzt allerdings zunehmend dünner, die Schwankungen größer. Sie reflektieren die Unsicherheit über die Entwicklung der nächsten Wochen und Monate. Sollten also diese Linien zügig durchbrochen werden, so ist eine Abwärtsdynamik wahrscheinlich, ein heißer August möglicherweise, dem im Anschluss frühzeitig einsetzende Herbststürme folgen könnten. Wie gesagt könnten, denn es muss nicht so kommen. Vorsicht bleibt aber weiterhin dringend geboten. Es geht in die nächste kritische Phase.

Tokay

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Marktupdate – 03.08.12 – Eine perfekte Bärenfalle

17:00 Uhr

Ich denke die aktuelle Price-Action zeigt nun jedem, dass die Bullen die volle Kontrolle haben. Ich will daher noch einmal die in meinen Augen wesentlichen Punkte zusammen fassen:

(1)

Der Absturz gestern war eine klassische Bärenfalle, mit heute folgendem brutalen Squeeze der Bären, der sich gestern im späten Handel schon andeutete. Er resultierte aus völlig überzogenen Erwartungen, dass die EZB "sofort und gleich" loslegen würde. Nun setzt sich wie von mir antizipiert die Erkenntnis durch, dass wir doch eine substantielle Änderung der EZB-Politik haben. Denn ein derart klares Commitment zum Ankauf von Staatsanleihen im grossen Stil hat es bisher nicht gegeben. Voraussetzung ist, dass die Staaten unter den ESM flüchten, dann werden sie von den schweren Kanonen der EZB geschützt. Auf diesen einfachen Nenner kann man die neue Logik bringen.

Und das ist ein signifikanter Schritt in Richtung eines europäischen Quantitative Easing analog zum QE1 der FED und deutlich von der alten Sprachregelung in der Eurozone abweichend. Die EZB wird zum aktiven Spieler am Staatsanleihenmarkt, über sporadische Aktivitäten hinaus. Und das verringert auch das Risiko von Kaskadeneffekten nach einem Grexit erheblich, was den Grexit im September/Oktober nach Installierung des ESM noch wahrscheinlicher, aber auch unbedeutender macht.

(2)

Die extrem bullische Price-Action indiziert, dass die Zeit der richtungslosen Marktphase vielleicht vorbei ist. Ein bullischer Ausbruch nach oben ist nun in Reichweite, der auch Jahreshöchststände wieder in den Bereich der Wahrscheinlichkeit bringen würde. Schauen Sie alleine mal auf den europäischen Bankensektor in Form des ETFs iShares EuroStossBanks (WKN 628930). Gestern 6% im Minus, heute 8% im Plus ! Man sieht daran, dass auch Mr. Market an solchen bedeutenden Wenden Zeit braucht um sich zu sortieren und zu erkennen, was wirklich los ist. An dieser Stelle haben wir Menschen auch wieder einen Vorteil gegenüber den Maschinen, wenn wir in der Lage sind sofort zu durchdringen, was die Muster hinter dem "Nebel des Krieges" sind.

(3)

Jedem dürfte klar sein, dass eine derartige Rally nicht ewig so weiter geht. Wer also jetzt immer noch auf der falschen Seite steht, muss nicht gerade am Freitag Nachmittag noch hinterher hechten. Ich würde mich heute im späten Handel über Gewinnmitnahmen nicht wundern. Auch Anfang der Woche stehen noch Gewinnmitnahmen im Raum.

Klar ist aber auch, dass das grosse Lager der Bären mit der heutigen Wende nun einen massiven, demoralisierenden Schlag erhalten hat. Sorgen muss man sich wohl erst machen, wenn aus den Bären im Sentiment Bullen geworden sind. Davon sind wir aber noch entfernt, denn vielen Bären geht es jetzt wie dem Reh im Scheinwerferlicht - Schockstarre. Und dann setzen erst mal Selbst-Rechtfertigungen ein, bzw die Phase des "Denial" (der Verleugnung) setzt ein, in der man sich selber begründet, warum nicht sein kann, was nicht sein darf. Erst wenn aus diesen Bären "Gläubige" werden, wird es aus Sicht des Sentiments wieder richtig gefährlich.

(4)

Der Weg des geringsten Widerstands ist für den Markt nun also erst einmal hoch, auch wenn nach dieser Rally mit mehreren Tagen der Konsolidierung durchaus zu rechnen ist. Für den August habe ich also weiterhin den "Bullenhut" auf, was danach kommt vermag ich noch nicht zu erahnen.

(5)

Der gestrige Tag hat den Bullen noch ein wunderbares Geschenk gemacht. Er hat für alle Indizes und Aktien nahezu perfekte Stoplevel produziert, nämlich etwas unter den gestrigen Tiefstständen. Denn auch wenn die Bullen nun scheinbar klar die Kontrolle haben, ist das immer noch keine Sicherheit, sondern nur eine hohe Wahrscheinlichkeit. Und auch gegen den Eintritt geringer Wahrscheinlichkeiten sollte man sich besser schützen. Zumal es Mr. Market geradezu liebt uns dann zu erwischen, wenn wir am wenigsten damit rechnen. Solange wir Mr. Market gegenüber stehen, dürfen wir also nie, nie, nie unseren Schild senken !

(6)

In diesem Sinne lautet meine Strategie weiter, freudig auf dieser Party zu tanzen solange die Musik spielt. Und die Stoplevel sind nun präzise definiert.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und ein schönes Wochenende !
Ihr Hari

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Marktupdate – 03.08.12 – Kaufgelegenheit DAX 6600 ?

09:45 Uhr

Guten Morgen,

eine ganz kurzes Update bzw Ergänzung zum gestrigen Artikel von 16 Uhr.

Nachdem ich den Artikel gestern erstellt hatte, haben die Bären dann tatsächlich einen weiteren Versuch gestartet, sich doch noch Respekt zu verschaffen. Der DAX wurde zeitweise im Handel unter 6600 gedrückt und der S&P500 unter 1360. Aber schon im gestrigen späten Handel kam dann wieder die Gegenbewegung, was uns im DAX Future bei knapp 6600 schliessen liess.

Heute Morgen setzt sich die Stärke fort und es sieht aktuell so aus, als ob wir schon bald wieder die 6700 testen. Offensichtlich wird der Rücksetzer als Kaufgelegenheit betrachtet.

In Summe bleibe ich daher bei meiner mehrfach geäusserten grundlegend bullischen Einschätzung zur kurzfristigen Entwicklung. Was die Bären gestern zeigten, war zwar bemüht, konnte mich aber nicht wirklich überzeugen.

Fundamental denke ich im Übrigen, dass Draghi gestern tatsächlich geliefert hat und die Ankündigungen der EZB - die defacto einem Quantitative Easing im Euroraum entsprechen - sehr substantiell sind. Der Rückgang gestern beruhte nach meiner Einschätzung nur darauf, dass der Markt übertriebene Erwartungen im Sinne "sofort und gleich" hatte. Ich erwarte aber, dass sich diese Erkenntnis einer substantiellen Änderung der EZB Politik am Markt durchsetzt und für höhere Kurse sorgt.

Insofern sehe ich die Bullen immer noch im Vorteil und gebe einer Fortdauer der Rally im August eine höhere Wahrscheinlichkeit, als einem weiteren Absturz von DAX 6600 ausgehend. Sollte ich mit dieser Einschätzung richtig liegen, wären 6600 im DAX vielleicht eine Kaufgelegenheit mit Blick auf den weiteren Verlauf im August.

Heute sollte Sie übrigens um 14.30 Uhr aufmerksam sein, wenn die US Arbeitsmarktdaten veröffentlicht werden.

Ich wünsche Ihnen heute viel Erfolg !

Ihr Hari

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Marktupdate – 02.08.12 – FED & EZB: ausser Reden nichts gewesen

16:00 Uhr

Wie treffend meine zuletzt mehrfach geäusserte Sicht auf die bullische Struktur des Marktes war, können wir heute wieder beobachten.

Wir standen mit DAX 6800 und S&P 500 1380 eigentlich nicht mehr sehr weit von den Jahreshöchstständen entfernt und hatten eine tagelange Rally hinter uns.

Und dann enttäuschen die Notenbanken auch noch übertriebene Erwartungen. FED mit QE3 - Fehlanzeige. Erneute Zinssenkung EZB - Fehlanzeige. Konkrete Massnahmen der EZB ausser Absichtserklärungen - Fehlanzeige. Immerhin hat Draghi nun konkrete Aktionen in den nächsten Wochen angekündigt und damit bleibt die Hoffnung am Leben. Aber trotzdem, normalerweise hätte diese Summe an Enttäuschungen reichen müssen, um den Markt massiv nach unten zu schicken.

Und was macht Mr. Market ? Er gibt bei den Enttäuschungen gestern und heute früh kaum ab. Dann spricht Draghi von konkreten Aktionen in den nächsten Wochen und der DAX Future steigt - Pling - sofort bis 6850 ! Erst als der Markt während der Pressekonferenz realisiert, das Draghi heute mehr als Ankündigungen noch nicht zu bieten hat, lässt das den DAX Future in einer Korrektur temporär bis 6604 abstürzen. Aber jetzt um 16 Uhr kommen die Kaufprogramme wieder und kaufen den Rücksetzer und 6700 sind schon wieder in Schlagweite.

Ich kann es nur deutlich sagen: wenn die Bären auch die heutige Enttäuschung nicht nutzen können um den Markt abzuschiessen, wenn wir uns im weiteren Handelsverlauf wieder über 6700 im DAX hoch robben, dann ist damit der Beweis erbracht, dass von den Bären aktuell keine Gefahr droht.

Aber noch haben die Bären ja ein paar Stunden Zeit das Blatt doch noch zu wenden. Eine bessere Definition für einen starken Markt gibt es auf jeden Fall nicht und ich kann nur dazu raten, das dann zu respektieren und sich dieser Dampfwalze nicht mit einem bärischen Bias entgegen zu stellen.

Insofern werde ich ganz aufmerksam den weiteren Verlauf des heutigen Tages abwarten, denn der sagt uns eine Menge darüber, wie die innere Konstitution des Marktes wirklich ist und wieviel Saft diese Rally noch hat. Damit die Bären meinen Respekt erwerben, müssen sie nun die "Nach-Draghi" Tiefs erneut durchschlagen und den DAX auch nachhaltig unter 6600 tauchen. Dann bin ich bereit die Bären wieder ernst zu nehmen.

Wie lange diese bullische Phase noch andauert kann Ihnen niemand sagen, vielleicht ist sie ja schon heute Abend vorbei. Aber was ich hier sehe, hat für mich eher den Charakter über ein kurzes Sommerwunder hinaus zu gehen und bis in den Herbst Wirkung zu zeigen. Denn wenn man es genau betrachtet, hat Draghi durchaus geliefert. Wer halbwegs kompetent die Mehrheitsmechanismen in der EZB verfolgt, konnte doch nicht ernsthaft erwarten, dass heute schon ein konkreter Beschluss erfolgt. Im Kern hat Draghi aber massive Staatsanleihenkäufe - also die europäische Version des Quantitative Easing - in den Raum gestellt. Ein Staat der also unter den ESM schlüpft, wird durch die Geschütze der EZB damit defacto vom Markt abgeschirmt.

Das ist schon eine sehr wesentlich und starke Aussage, die über das eigentliche Mandat der EZB hinaus geht. Insofern hat Draghi geliefert und ich vermute, der Markt wird das im Laufe des heutigen Handels auch so sehen. Um so wichtiger wird damit das Bundesverfassungsgericht am 12.09.12 werden, den Termin können Sie sich schon heute markieren, denn er wird für grosse Nervosität an den Märkten sorgen.

Und was den sich abzeichnenden Grexit angeht, wird der den Markt gar nicht interessieren, wenn die EZB mit klarer und aggressiver Sprache "alle notwendigen Massnahmen" garantiert und der ESM aktiv ist. Der Markt interessiert sich doch gar nicht für Griechenland und sorgt sich auch nicht darum. Was ist schon Griechenland für die Welt - eigentlich völlig irrelevant.

Der Markt sorgt sich um die Folgeeffekte eines Grexit in den grossen Volkswirtschaften der Eurozone wie Italien und Spanien. Wenn die EZB den Markt aber durch aggressive Sprache überzeugt, dass es sich nicht lohnt gegen die schweren Waffen der EZB auf eine Eskalation der Krise zu setzen, dann wird es schlicht keine Eskalation geben. Vertrauen ist halt das entscheidende Gut an den Finanzmärkten. Dann wird die Finanzwelt den sowieso unvermeidlichen Grexit nur noch mit einem desinteressierten Schulterzucken zur Kenntnis nehmen und letztlich wird es den Euro stärken.

Auffällig ist auch erneut die immense Stärke der grossen, defensiven Bluechips, hier fliesst eindeutig institutionelles Geld zu und diese Titel geben einfach kein bischen ihrer bisherigen Gewinne ab. Bei den kleinen und mittelgrossen Aktien ist das Bild lange nicht so positiv, was man auch leicht an der deutlichen Divergenz zwischen S&P500 und Russell2000 Index (RUT) erkennen kann.

Fazit: Wenn der heutige Tag bis Handelsschluss stark bleiben sollte und wir uns von den Tiefstständen nach Draghis Pressekonferenz weiter entfernen, sind ein DAX über 7000 und ein S&P500 über 1400 für mich durchaus wahrscheinlich geworden. Erst wenn wir unter DAX 6600 schliessen, wird sich mein Blick auch wieder nach unten richten. Ich erinnere in diesem Zusammenhang auch an meine im 2. Quartal mehrfach getätigte "Weissagung" einer Sommerrally, die sich vor einem Monat auch viele hier nicht so richtig vorstellen konnten. Es ist und bleibt halt einfach so, dass der Weg den sich die wenigsten vorstellen können, an der Börse mit der höchsten Wahrscheinlichkeit eintritt. Für Laien mag sich das komisch anhören, denkt man darüber nach wird es aber ganz logisch. Denn auf dem Weg den alle schon erwarten, sind alle auch positioniert und dieses Geld ist damit schon ausgegeben und in den Kursen verarbeitet.

Was ist heute sonst noch auffällig ?

Veolia (WKN 501451) wird heute mit zeitweise Minus 10% geschlachtet. Meine Warnung vom 05.07.12 war also offensichtlich gerechtfertigt. Auslöser waren die Zahlen, die ich aber gar nicht als so schlecht empfand, immerhin war Veolia wieder zu einem Quartalsgewinn in der Lage. Insofern bin ich mir nicht völlig darüber im Klaren, was zu diesem massiven Absturz heute geführt hat. Mit Sicherheit hatte der Markt bessere Zahlen erwartet. Ich habe aber schon seit dem 05.07.12 den Eindruck, dass es hier von Seiten der Politik Probleme gibt, die zu einer Verschlechterung der Stimmung im Sektor führen. Denn die Märkte in denen sich Veolia bewegt sind in hohem Masse politisch beeinflusst, bei einem sozialistischen Präsidenten erst recht. Wer aufgrund französischer Sprachkenntnisse mehr zum Geschehen bei Veolia beitragen kann, ist mit einem Kommentar herzlich willkommen.

Itron (WKN 888379) schiesst nach ausgezeichneten Zahlen um 10% nach oben.

Die Goldminen (ETF GDX) zeigen in Anbetracht des Goldpreise mit über 1% Plus um 16 Uhr Stärke und Überperformance. Wie übrigens Gold und Silber diese Enttäuschungen bisher auch ausgezeichnet verarbeitet haben. Sollte Gold heute trotz der Enttäuschung über 1600 USD schliessen, wäre das ein starkes Signal.

US National Gas (ETF UNG) setzt zu einer scharfen technischen Korrektur nach Test der 200-Tage-Linie an, weil die Lagerbestände überraschend hoch sind. Wenn der Aufwärtstrend dabei nicht gebrochen wird, könnte das eine Kaufgelegenheit sein. Dabei muss man auch ein wenig aufs Klima schauen, die Hitzewelle hat in den US diesen Sommer den Gasverbrauch in die Höhe getrieben und zur Wende bei US National Gas beigetragen. Sollte diese Hitzewelle nun auslaufen, dürfte der Kurs weiter korrigieren.

Ich wünsche viel Erfolg !

Ihr Hari

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Marktupdate – 01.08.12 – Nach der FED ist vor der EZB

22:20 Uhr

Sehr kurzes Update nach der FED und vor der EZB.

Der Markt hat das Fehlen konkreter FED-Massnahmen sehr gut verdaut. Das sieht von der Markttechnik her nach wie vor überwiegend bullisch aus und spricht für höhere Kurse in der nahen Zukunft. Auch Gold war erstaunlich stabil und schloss trotz der "Enttäuschung" bei 1600 USD. Auch das ist erstaunliche Stabilität.

Morgen steht nun die EZB um 13.45 bzw 14.30 Uhr mit der Pressekonferenz an. Und da ist die Lage nun etwas anders. Denn Draghi hat sich sehr weit aus dem Fenster gelehnt. Und wenn er auf seine "mutigen" Worte nun keine Taten folgen lässt, dann werden wir Morgen einen bösen Abverkauf erleben.

Da aber viele genau davor Angst haben werden, könnten wir morgen im frühen Handel schwächere Kurse an den europäischen Börsen erleben, womit wieder ein Teil der Erwartungen aus dem Markt genommen würde.

Morgen ist also im Gegensatz zur heutigen FED der riskantere Tag. Denn von der FED hatte die Mehrheit keine Wunderdinge erwartet und das Überraschungspotential zeigte nach oben, wenn ein QE3 doch mit Donnerschlag gekommen wäre. Morgen aber erwartet der Markt konkrete "Action". Kommt die nicht, ist das Überraschungspotential wohl nach unten. Und das massiv.

Warten wir ab und hoffen wir, dass Draghi klar ist, was er da für Erwartungen geschürt hat.

Bis Morgen, gute Nacht allerseits !

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Marktupdate – 01.08.12 – Gut ist schlecht und schlecht ist Gut !

16:05 Uhr

Ein kurzes Update an diesem wichtigen Tag.

Heute können wir wieder beobachten, wie Mr. Market die wirtschaftlichen Daten etwas schizoid interpretiert. Mr. Market will nun unbedingt Notenbank-Aktionen sehen. Und da kommen ihm gute Arbeitslosenzahlen wie um 14.15 Uhr etwas in die Quere, weil sie die Wahrscheinlichkeit verringern, dass die FED wirklich zur Tat schreitet. Der leicht schwache ISM um 16.00 Uhr hat dann wieder etwas gestützt.

Gerade im "FED Indikator" Gold und Silber kann man den Effekt perfekt beobachten. Erst strömt das Geld wieder raus, dass nur in Erwartung weiterer Liquiditätsschwemme dort eingestiegen war und Gold fällt unter 1600 USD. Nach dem ISM kommt es teilweise zögerlich zurück.

Für die Kursbewegungen heute Abend ab 20.15 Uhr und Morgen ab 13.45 Uhr bzw 14.30 mit der Pressekonferenz in Sachen EZB, muss diese Entwicklung aber nicht negativ sein. Denn damit ist nun etwas übersteigerte Erwartung aus dem Markt, was Raum für Überraschungen nach oben schafft. Und jede Schwäche vor den Terminen, erhöht die Chance auf steigenden Kurse danach.

Alles in allem zeigt der Markt in meinen Augen grosse Stärke. Es sieht für mich so aus, als ob ein unterstützenden Bid im Markt ist und Mr. Market einfach nach oben will. Möglicherweise ist die FED heute Abend gar nicht das grosse Risiko, sondern mehr die Frage ob Draghi nach seinen "grossen Worten" Morgen dann auch Taten folgen lässt und im EZB Rat dafür eine Mehrheit bekommt. Eine Enttäuschung an dieser Stelle dürfte böse Auswirkungen auf die Märkte haben.

Alles in allem bleibt aber für mich das grosse Bild bestehen. Nach unten gut absichern und nach oben mitspielen - so sieht mein "Game-Plan" für den Rest der Woche aus !

Berücksichtigen Sie bei allen Aktionen dieser Woche, dass die Volatilität deutlich höher als normal sein dürfte. Stops dürfen also nicht zu eng sein, sonst fliegt man zu schnell wieder raus.

Ich wünsche Ihnen ein gutes Händchen !

Ihr Hari

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Aufbau eines Trades – 31.07.12 – Am Beispiel Silber

15:30 Uhr

Heute möchte ich Sie auf die Kursentwicklung bei Silber (XAGUSD) in USD aufmerksam machen. Denn dort könnte sich möglicherweise nun eine interessante Chance für einen lukrativen Trade entwickeln. Und ich möchte diese Gelegenheit nutzen, um den weniger erfahrenen Lesern an diesem Beispiel zu zeigen, wie ein durchdachter Trade am Beispiel Silber aufgebaut sein könnte.

Das Silber von möglichen Notenbank-Aktionen profitieren sollte, dürfte wohl offensichtlich sein. Für den folgenden Trade interessieren mich aber derartige Überlegungen weniger, sondern ich betrachte ihn ausschliesslich aus Sicht der Chart- und Markttechnik.

Schauen wir uns Silber mal im Tageschart an:

Sie sehen die massive Konsolidierung, die Silber seit den Höchstständen im Frühjahr 2011 durchlebt. Sie sehen aber auch, dass Silber immer wieder bei ca. 26 USD nach oben drehte. Hier liegt eine ganz starke Unterstützung, die sich als idealer Stop bei einem Trade anbietet.

Sie sehen auch das fallende Dreieck, dass bei Silber nun bald zur Entscheidung führen sollte. Grundsätzliche sind fallende Dreiecke weitgehend neutral was die Richtung des Ausbruchs angeht. Allerdings ist ein Ausbruch typischerweise mit Dynamik in die eingeschlagene Richtung verbunden.

Insofern stellt sich die Frage, ob Silber nun nach unten durch die 26 USD durchfällt, worauf Silber durchaus 20 USD durchschlagen könnte. Oder ob Silber nach oben aus dem Dreieck ausbricht, worauf Silber mit hoher Wahrscheinlichkeit mindestens die Region um 35 USD erreichen dürfte.

Ehrlich, ich weiss es nicht und habe nur eine leichte Präferenz für eine Bewegung nach oben, die sich aus den finanzpolitischen Rahmenbedingungen (Notenbankaktionen) speist. Eine relativ hohe Wahrscheinlichkeit rechne ich aber dem Szenario zu, dass Silber die obere Begrenzung des Dreiecks testet, die mit der 200-Tage-Linie bei etwas über 30 USD zusammen trifft. Diesen Punkt habe ich im Chart mit einem grünen Punkt markiert und der wäre immerhin immer noch ca. 10% vom aktuellen Kurs entfernt.

Unterstützt wird diese Sicht von der relativen Stärke, die sich nun im Silberkurs aufbaut und im RSI leicht zu sehen ist. Aber auch ein Blick auf das Stundenchart ist interessant:

Nachdem der Kurs über viele Tage oberhalb 26 USD immer wieder nach oben drehte, hat sich nun ein klarer Aufwärtstrend heraus gebildet. Aktuell sieht es nach einer leichten Korrektur aus, die bis knapp unter 28 USD führen könnte, den Punkt den ich mit einem roten Stern markiert habe.

Das aber könnte mit etwas Glück eine interessante Kaufgelegenheit sein, um eine Bewegung nach oben, zumindest bis zur 200-Tage-Linie bei gut 30 USD, mitzunehmen.

Wenn man diesen Trade längerfristig eingehen will, könnte man seinen Stop bei ca. 25,9 USD hinlegen und auf eine Bewegung bis 35 USD und darüber hinaus bis Jahresende wetten.

Wenn man den Trade kurzfristig eingehen will, könnte man seinen Stop unter das Tief von gestern bei ca. 27,5 USD legen und auf eine kurzfristige Bewegung bis zur 200-Tage-Linie oberhalb 30 USD wetten.

In jedem Fall steht hier eine klar definierte Kurs-Chance, einem klar definierten Kurs-Risiko gegenüber. Und das ist schon mal eine wichtige Voraussetzung für einen sauberen Trade. Und mit der 26 USD Marke gibt es eine harte Grenze für eine Notbremse, die von hoher Güte und Aussagekraft ist und weniger als 10% Verlust nach unten bedeutet.

Ob Silber nun tatsächlich zum Sprung nach oben ansetzt, dürfte entscheidend von der FED am Mittwoch und der EZB am Donnerstag abhängen. Ob so ein Trade wirklich aufgeht ist ebenso unklar, Sicherheit gibt es an der Börse nicht. Betrachtet man aber die Wahrscheinlichkeit, sehe ich eine leicht höhere Wahrscheinlichkeit dafür, dass der Kurs nun den Bereich um 30 USD testen wird. Und betrachte ich Chance und Risiko der Bewegung von einer absoluten Perspektive, sehe ich ein Risiko nach unten bis 26 USD von aktuell ca. 8%, dem aber eine grössere Chance nach oben bis ca. 35 USD oder 25% gegenüber steht.

In Summe also ein gutes Beispiel für einen Trade den man in meinen Augen machen kann (aber nicht muss). Ich hoffe es hilft den unerfahrenen Lesern, ihre Aktivitäten an der Börse in Zukunft ebenso sauber zu durchdenken und mit definierten Chancen und Risiken zu hinterlegen.

Zu einem sicheren Gewinn wird dieser Silber-Trade genau so wenig führen, wie jede andere Wette an den Märkten. Alles ist ein Spiel mit Wahrscheinlichkeiten. Aber dieses Beispiel ist zumindest eine sauber durchdachte Strategie und damit erfolgsträchtiger, als Adhoc-Aktionen aus einem rein emotionalen Momentum heraus, ohne Chancen und Risiken wirklich durchdacht zu haben.

Ich wünsche viel Erfolg !

Ihr Hari

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Marktupdate – 30.07.12 – Vor der FED

17:00 Uhr

Was sich Ihnen heute schreibe ist alles nicht neu. Eigentlich hat sich gegenüber dem Artikel vom Samstag nichts geändert. Trotzdem dürfte es für das Jahresergebnis nun von hoher Bedeutung sein, diese Wegscheide richtig zu spielen. Deshalb will ich die wesentlichen Punkte die man in meinen Augen verstehen muss, noch einmal prägnant wiederholen.

1.

Diese Rally hat nach meiner Einschätzung mehr Bedeutung und Momentum, als alles was wir im 2. Quartal an kurzfristigen Rallys bisher hatten. Das ist etwas, was mir ganz klar der Markt mit seiner bullischen Price-Action sagt. Selbst heute, nach 2 Tagen kompromisslosem Anstieg ist der Markt vergleichsweise stark und hat kaum Abgabedruck. Das ist nur möglich, wenn institutionelles "Big Money" in den Markt fliesst.

Es ist deshalb völlig irrelevant ob man die Bewegung nun übertrieben findet oder nicht. Was wir glauben interessiert den Markt so viel wie das berühmte Fahrrad in China. Das Geld, das nun dem Markt zufliesst ist real. Und es ist real, weil der Markt an die Notenbanken glaubt. Und die Notenbanken haben in den letzten Jahren nie den Markt massiv enttäuscht, dafür sind Bernanke und Draghi zu sehr Profis was Marktkommunikation angeht. Das sind die simplen Fakten und ich werde mir den Blick darauf nicht von einem bärischen Bias verstellen zu lassen.

2.

Sie werden aktuell viele Statements hören nach dem Motto : "Ich traue dem Braten nicht", "Das war doch nur Gerede von Draghi", "Die Aussage von Draghi ist Zeichen von Panik" usw. Diese Haltung ist Ausdruck all der Marktteilnehmer, die vor einer Woche das massiv negative Sentiment ausgemacht haben, das ich im Artikel vom -> Bullen, der noch Kraft in den Lenden hat <- beschrieben habe.

Ich höre nicht darauf, diese Leute stehen teilweise jetzt noch an der Seitenlinie und suchen nach Selbstrechtfertigung. Vielleicht haben sie ja auch recht, dann ist das aber pures Glück, denn mehr wissen als das Big Money, das gerade den Markt kauft, tun diese Leute nicht.

Ich erinnere in diesem Zusammenhang erneut an den Dreher, den der Markt bei ca. 1080 im S&P500 im Oktober letzten Jahres machte. Jetzt wissen wir, das war das absolute Tief seit dem. Damals fühlte sich der Anstieg auch so idiotisch wie heute an, das Short-Interest war auch hoch und alle schrieben, dass diese Rally doch sowieso bald zusammen fällt. Richtig Sorgen werden ich mir machen, wenn alle wieder von DAX 8000 oder mehr reden, nicht aber, wenn kaum einer an die Rally glaubt !

3.

Selbstverständlich haben wir eine mögliche FED Aktion am Mittwoch nun schon teilweise in den Kursen verfrühstückt. Sollte die FED doch nicht liefern, oder sollten sich Draghis Worte doch nur als substanzloses Gerede heraus stellen, werden wir ein massives "Sell the News" Szenario haben, das für alle Bullen dann ganz bitter ausgeht.

Umgedreht sollte sich aber auch keiner einer Illusion hingeben, wenn ein echtes QE3 kommt, dann werden wir noch viel, viel höher laufen und der Markt wird das auch sofort feiern. Und um zu erkennen, dass wir nun aktuell bei DAX fast 6800 mal wieder für eine Korrektur reif sind, muss man wirklich keine Intelligenzbestie sein. Was aber selbst Otto Normalanleger sehen kann, tritt einfach selten ein. Das ist die einfache statistische Wahrheit.

Da alle NACH der FED nun mit einer "Sell the News" und Korrektur rechnen, finde ich es wahrscheinlicher, dass diese nun VOR der FED - also in Kürze - schon kommt und wir nach der FED dann weiter nach oben drehen.

Insofern ist nun Vorsicht durchaus sinnvoll, wer jetzt noch nicht in den Markt gesprungen ist, wartet damit nun wohl besser die FED am Mittwoch Abend ab oder agiert erst am Donnerstag nach der EZB Sitzung. Umgedreht gibt es aber zu übergrossem Pessimismus auch keinen Anlass, wie mehrfach gesagt, hat die FED den Markt zuletzt immer hervorragend vorbereitet. Warum soll das dieses mal anders sein ?

4.

Und welche Aktien sollte man im Zweifel in einer Korrektur kaufen, um noch in den Markt zu springen ? Ganz einfach, die die jetzt im Zuge der Rally anspringen. Und nicht die, die trotz Rally immer noch unten herum krebsen und nicht richtig in Fahrt kommen. Ganz egal wie "billig" diese Aktien aussehen, denken Sie daran, es gibt immer einen Grund warum Aktien so billig sind und die tausend Profis die diese Aktien da draussen handeln und beobachten, wissen in der Regel mehr als wir ! Ich folge daher lieber dem Markt, ich folge den Profis und kaufe das, was die gerade auch kaufen !

5.

Sie sehen an meinen Worten, das ich aufgrund der mir sichtbaren Markttechnik diese Rally mehr ernst nehme, als alle anderen seit April. Trotzdem ist das keine Sicherheit, Sicherheit existiert im Markt nicht ! Denn es kann natürlich immer alles ganz anders kommen, wir wissen ja nun, was ein paar Worte von Draghi und Co. bewirken können. Meine Aussagen oben sind also, wie immer, nur Aussagen zu Wahrscheinlichkeiten, so wie ich persönlich sie sehe, nicht mehr.

Deshalb ist meine persönliche Strategie nun Long im Markt zu sein, gleichzeitig mich aber auch konsequent abzusichern. Und ich habe mein Long-Exposure nun in Erwartung der Korrektur etwas herunter gefahren. Sollten wir nun vor oder nach der FED eine kleine Korrektur bekommen, wäre der Tiefpunkt dann eine ideale Marke die man für Stops verwenden kann. Bisher nutze ich dafür das 50er Fibo-RT von 6550 im DAX.

Ich wünsche Ihnen ein gutes Händchen,

Ihr Hari

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