Marktupdate – 05.10.12 – Gedanken zum Markt

15:00 Uhr

Der gestrige Tag brachte die Bullen im S&P500 weiter nach vorne, einen eindeutigen Sieg können sie aber noch nicht ausrufen. Trotzdem ist bemerkenswert, wie wenig Kraft die Bären haben, was für weiter steigende Kurse im Verlauf des 4. Quartals spricht. Der heute überraschend positive Arbeitsmarktbericht, dürfte das Leben der Bären nicht gerade leichter machen. Wobei der Markt ja eine Historie hat, gerade an solchen Tagen überraschend zu drehen, aber wir werden sehen. 😉

Die nächste Hürde dürfte nun die Berichtssaison für das 3. Quartal werden. Allerdings sind die Erwartungen hier sehr gering und die Analysten haben einen guten Job gemacht, die Gewinnprognosen nach unten zu schrauben. Daher erwarte ich eigentlich wieder das Spiel der "übertrifft Erwartungen" Meldungen. Und auch wenn die Erwartungen erst eine Woche vorher genau zu diesem Zweck gesenkt wurden, wird es dem Markt doch helfen.

Grund für mich, mal vor der Handelseröffnung der Wallstreet ein paar lose Gedanken zu verschiedenen Aktien bzw. Sektoren des Marktes mit Ihnen zu teilen:

Linde (WKN 648300)

Von den drei Aktien, die ich am 10.07.12 -> hier <- als interessant besprochen habe und die sich seit dem alle drei herausragend entwickelt haben, hat Linde nun das tückischte Chart. Wenn ich auch fundamental dafür bei Linde keinen Anlass sehe, könnten wir aus Chartsicht gerade ein Doppeltop zwischen dem März und Septemberhoch ausbilden. Es kann aber auch nur ein kurze Konsolidierung vor dem nächsten Schub nach oben sein. Einen klaren Hinweis für die Richtung sehe ich aktuell nicht.

Deshalb werde ich sehr stark die langfristige Trendlinie seit dem Juli Tief beachten. Diese läuft – je nachdem wie man sie zeichnet – derzeit im Bereich um 130€. Sollte Linde darunter fallen, steigt das Risiko eines Doppeltops erheblich und dann nehme ich meine guten Gewinne sofort mit. Bis dahin lasse ich aber laufen.

Salzgitter (WKN 620200)

Die Stärke heute, die auch deutlich vor dem Sektor liegt, ist beeindruckend. Es scheint so, als ob das dritte höhere Tief seit dem Tiefpunkt bei 27,02 € am 26.07.12 hinter uns liegt. Um einen neuen Aufwärtstrend zu bestätigen, muss Salzgitter nun das Verlaufshoch bei 35,15€ vom 14.09.12 hinter sich lassen und idealerweise in diesem Zyklus die 200-Tage-Linie bei dann knapp unter 37 € testen. Ich habe auf jeden Fall schon schlechter aussehende Charts gesehen, als Salzgitter aktuell.

Peabody Energy und Kohlesektor (WKN 675266)

Auch hier könnte (Konjunktiv!) eine Trendwende im Gange sein. Peabody hatte nach dem Tiefpunkt am 26.07. bei 18,78 USD in Folge ein höheres Tief am 05.09. und ein erneut höheres am 26.09. Dazwischen lagen zwei Hochs am 21.08. und 14.09. Nun würde ich gerne sehen, dass beim nächsten Hoch das alte Verlaufshoch vom 06.07. bei 26,60 USD überstiegen wird. Ideal steigt die Aktie beim nächsten Hoch bis zur 200-Tage-Linie, die dann bei ca. 27,6 USD sein sollte. Wenn das passiert, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Trendwende enorm. Im Moment ist es möglich, aber nicht sicher. Andere Aktien des Kohlesektors sehen sehr ähnlich aus.

US Oil (ETF USO)

Bei Öl warte ich schon seit einigen Tagen auf den Tiefpunkt des Zyklus und warte auf ein SwingLow. Nun könnte es mit der Price-Action vom 03. und 04. Oktober endlich da sein. Denn nach meiner Erwartung haben wir bei Öl im Juni ein langfristiges Tief gesehen und ich warte nun auf das erste bedeutende höhere Tief des neuen langfristigen Aufwärtstrends. Schauen Sie mal auf den Tageschart des ETF USO.

Wenn diese Einschätzung richtig ist, sollte für den ganzen Ölsektor nun ein interessantes Einstiegsniveau vorliegen. Meine Favoriten sind dabei unter anderem die Öl Dienstleister Halliburton (WKN 853986) und Schlumberger (WKN 853390). Daneben die bekannten Statoil (WKN 675213), Suncor Energy (A0NJU2) & Co. Und ein Stop ist auch einfach, der Kurs von USO darf nun nicht mehr unter das Tief vom 03.10.12 bei 32,53 USD fallen.

US Dollar (EURUSD)

Sie erinnern sich sicher an meinen -> Artikel vom 26.09.12 <- in dem ich die Bedeutung der USD Schwäche als Indikator für eine "Risk-On" Rally besprochen habe. Nun schauen Sie mit mir mal auf den EURUSD Tageschart:

Dieses Bild spricht Bände ! Denn es sagt ganz klar: typische Konsolidierung nach einer technischen Überdehnung oberhalb der 200-Tage-Linie. Nun nimmt EURUSD aber scheinbar wieder Fahrt nach oben auf ! Sollte das so kommen wie es gerade aussieht, dürfte das für alle "Risk-On" Asset Klassen, also insbesondere Rohstoffe aber auch die breiten Indizes, das Signal für weitere Kursgewinne sein.

3D Systems (WKN: 888346)

Wer es etwas exotischer mag, einen spannend aussehenden Chart hat nun auch unser Wachstumswert 3D Systems. Schauen Sie mal mit mir drauf:

Sie sehen den klaren Aufwärtstrend mit immer höheren Tiefs, der bisher nicht beschädigt wurde. Es könnte (Konjunktiv!) gut sein, dass wir gerade zum nächsten Hoch aufbrechen, dass dann mindestens 30% über den heutigen Kursen liegen würde. Sicher ist das keineswegs, aber das letzte Tief gewährt uns ein sauberes Stopniveau und ich bin damit schon vor 3 Tagen eine erneute Wette auf 3D Systems eingegangen.

Gold und Goldminen (ETF GDX)

Gold hat auf den sehr positiven Arbeitsmarktbericht negativ reagiert, frei nach dem altbekannten Motto, dass zu gute Wirtschaftsdaten das Gelddrucken der FED bremsen könnten. Ich halte diese Reaktion für nur temporär, da sich Bernanke eindeutig aus dem Fenster gelehnt hat. Insofern ist jede Korrektur im GDX (wie voraussichtlich heute) für mich Gelegenheit meine Positionen aufzustocken und die Stops unter das Niveau der letzten Korrektur nachzuziehen. Mehr Neues gibt es zum Sektor im Moment nicht zu sagen. Für mich spricht weiter viel für steigende Kurse in den nächsten Wochen. Trotzdem wird es volatil bleiben und wer vom Goldbullen nicht dumm abgeworfen werden will, sollte nicht mit zu engen Stops operieren.

Ich wünsche Ihnen heute viel Erfolg und schon jetzt ein schönes Wochenende.

Ihr Hari

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Wie geht es weiter mit DAX & Co. – 26.09.12 – Über die Bedeutung der USD Entwicklung

09:00 Uhr

Gestern setzten im späten Handel der Wallstreet Gewinnmitnahmen ein, die den S&P500 bis fast 1340 herunter brachten. Damit stellt sich die Frage, ob das Quartalsende bis Freitag nun von weiteren Gewinnmitnahmen geprägt ist und wie es darüber hinaus weitergeht.

Was die kommenden Tage bis Freitag angeht, bin ich relativ leidenschaftslos. Ich denke es wird auf der einen Seite weitere Gewinnmitnahmen geben und deswegen ist heute weitere Schwäche gut möglich. Auf der anderen Seite werden aber unterinvestierte Marktteilnehmer diese Gelegenheit nutzen um einzusteigen bzw "Window-Dressing" zu betreiben.

So hatten wir am Montag und Dienstag in der Schwäche schon wieder "Buying on Weakness" Prints, die Sie nachlesen können.

Insofern rechne ich persönlich eher nicht mit gewaltigen Abwärtsbewegungen. DAX 7200 und S&P500 1420 sind aber gut drin, ohne irgend einen Schaden anzurichten. Im Gegenteil, es wäre sogar sehr gesund für den Markt !

Schauen wir darüber hinaus ins 4. Quartal, ist meine bullische Grundannahme weiterhin intakt. Zwei wesentliche Argumente kennen Sie schon:

  • Das insbesondere in Europa noch sehr negative Sentiment stützt die Kurse, weil es zeigt wie unterinvestiert Teile des Marktes sind.
  • Die Geldflut der Notenbanken weltweit wird im 4. Quartal ihre Wirkung zeigen, wenn die Programme scharf geschaltet sind. Alles andere wäre historisch der "diesmal ist es anders" Fall. Auch der kann eintreffen, darauf wetten würde ich aber fuglich nicht !

Es gibt aber noch ein weiteres, signifikantes technisches Argument und das kommt aus dem Dollarindex. Denn die Assetklassen, insbesondere im Bereich Industrie, Rohstoffe und Edelmetalle sind massiv von den Bewegungen in den Währungspaaren zum Dollar abhängig. Ein schwacher Dollar führt fast zwangsläufig zu einer weltweiten "Risk-On" Rally, die dann selbst währungsbereinigt in EUR noch Gewinne übrig lässt.

Nun schauen Sie mit mir mal auf das langfristige Wochenchart des EURUSD Währungspaars seit 2008:

Man sieht sofort, dass der Chart uns eine massive und langfristige Umkehrformation im Sinne einer inversen Schulter-Kopf-Schulter Formation zeigt. Ebenso wichtig ist aber die aktuelle Bullenflagge, die sich auszubilden scheint. Deutlicher kann man die im Tageschart von EURUSD erkennen:

Das sieht ganz klar nach einer Bullenflagge aus und wir sind darüber hinaus kurz davor die 200-Tage-Linie zu touchieren.

Noch einmal zum Verständnis, solche Chartformation sind erst dann bestätigt, wenn Sie vollzogen sind - hier also wenn sich die Bullenflagge nach oben auflöst. Im Vorfeld wie heute ergeben diese sich abzeichnenden Strukturen nur eine leicht erhöhte Wahrscheinlichkeit, nicht mehr. Aber das ist doch auch schon was. 😉

Wenn Sie übrigens eine Parallelität zur Anschauung einer Bullenflagge in EURUSD wollen, schauen Sie einfach im Wochenchart, wie EURUSD Mitte 2010 aus dem Tief kam. Die Bullenflagge und was danach passiert ist deutlich zu sehen. Wie dagegen eine weit ernster zu betrachtende Umkehrformation aussieht, können Sie Ende 2008 beobachten. Eine derartige bärische Fahne haben wir aber weder heute noch hatten wir sie 2010.

Insofern würde ich dieser Tage nun ganz genau auf EURUSD schauen. Sollte sich die Bullenflagge bewahrheiten, werden wir mit hoher Wahrscheinlichkeit in den "Risk-On" Assets weiter hochlaufen. Insbesondere die aktuelle Konsolidierung bei den Edelmetallen und Minen dürfte dann eine Kaufgelegenheit sein, die man nicht verpassen sollte.

Trotz meiner mittelfristig klar bullischen Orientierung, dürfen wir aber nie die Demut verlieren zu wissen, dass Mr. Market auch komplett andere Pläne haben kann. Alles was ich hier zu bieten habe sind Wahrscheinlichkeiten, keine Gewissheiten. Dafür gibt es aber Stops, die man ideal unter die aktuelle Konsolidierungszone legen kann. Im DAX wären das aktuell ca. 7270. Wem das zu nahe an den aktuellen Kursen ist und wer nicht dumm ausgestoppt werden will, kann auch das letzte signifikante Tief von Ende August bei 6869 als Stopmarke nehmen. Das sind gute 6% maximaler Verlust nach unten, lässt dem Trade aber Raum um zu atmen.

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen !

Ihr Hari

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Marktupdate 26.06.12 – Geduld und Gelassenheit

14:00 Uhr

Vor der heutigen Eröffnung der Wallstreet, möchte ich mit Ihnen die Sicht eines Urlaubers auf den aktuellen Markt teilen.

Die Überschrift habe ich mit Bedacht gewählt, denn ich bin derzeit nicht der Meinung, dass man in die aktuellen Bewegungen des Marktes zu viel hinein interpretieren sollte. Vielleicht lesen Sie auch den Artikel von letztem Freitag noch einmal, der in meinen Augen immer noch gültig ist.

-> Geduld ist nun gefragt <-

Mittelfristig:

(1)

Der Markt ist im Moment richtungslos und sucht nach Orientierung. Er hofft, dass der EU Gipfel diese Orientierung geben wird, das wird aber - wie wir als Europäer gut verstehen - nicht passieren. Es wird weder die Welt untergehen, noch ein "Quick Fix" für die strukturellen Probleme der Eurozone gefunden werden. Es wird wohl einfach so weiter gehen mit der Unsicherheit und dem Gewürge rund um Europa.

(2)

Das Volumen im Markt ist gering, man merkt, dass langsam die Sommerzeit an den Börsen anbricht. Das macht es für die Algos leichter, den Markt mal in die eine oder andere Richtung zu bewegen. Diese Bewegungen haben aber keine Bedeutung, denn aus den gleichen Gründen aus denen wir gestern abgegeben haben, könnten wir heute vielleicht wieder steigen. Eine solche Phase kann man entweder an der Seitenlinie ignorieren, oder - wenn man dazu das Wissen und die technischen Möglichkeiten hat - als technischer Trader nutzen. Allzuviel Gedanken braucht man sich in meinen Augen über das richtungslose Hin- und Her aber nicht zu machen. Erst wenn wir die Hochs und Tiefs der letzten Wochen hinter uns lassen, wird es wohl richtig "ernst".

(3)

Im Gegensatz zur allgemeinen Weltuntergangsstimmung, finde ich den Ton des Marktes konstruktiv und latent positiv. Bitte bedenken Sie, *obwohl* nun jedem klar ist, dass auch ein Auseinanderbrechen der Eurozone im Bereich des Möglichen angekommen ist, notieren wir im DAX oberhalb 6000 und im S&P500 oberhalb 1300 ! Wer glaubt, dass seien niedrige Kurse, oder hier sei eine Katastrophe eingepreist, hat in meinen Augen die Orientierung verloren. Bei einem Auseinanderbrechen der Eurozone stehen wir im DAX eher bei 3000 - da bin ich ganz sicher.

(4)

Wir haben also 50% theoretisches Absturzpotential und der Markt macht trotz der massiven Unsicherheit - etwas was Mr. Market hasst wie die Pest - keine Anstalten, sich in diese Richtung zu bewegen. Das ist sehr konstruktiv und positiv zu werten. Insofern wäre es vielleicht gar nicht mal schlecht, wenn es keinen Quick-Fix für die Eurozone gibt, sondern der Markt sich einfach an diese latente Unsicherheit gewöhnen muss. Dann könnte nämlich etwas passieren, was bei Mr. Market ganz typisch ist, es tritt eine Gewöhnung an ein "New Normal" ein und plötzlich steigen die Kurse wieder. Dafür reicht es dann auch, dass ein anderer Aufreger in den Fokus gerät, der den Blick von Europa weglenkt. Und UK wie die US haben ja genug fiskalischen "Dreck am Stecken", dass sich mal der Fokus des Marktes verschieben könnte.

(5)

In Summe bin ich also gar nicht mal so pessimistisch, was den Verlauf des Börsensommers angeht. Das ist aber definitiv nur Kaffeesatzleserei und ausdrücklich keine Prognose. Ich habe keine Ahnung was die nächsten Wochen bringen. Ich bin aber der Überzeugung, dass die Lage derzeit besser ist als die Stimmung. Und das war schon oft die Grundvoraussetzung für überraschend steigende Kurse.

Kurzfristig:

Kurzfristig haben wir nach dem gestrigen schlechten Tag:

- Heute ein potentielles "Turnaround Tuesday" Setup
- Unterstützung durch das End of Quarter Window-Dressing
- Die Chance auf einen "Europe will be saved" Hoffnungs-Tag im Vorfeld des Gipfels.

Würde ich heute also Intraday richtig aktiv sein, wäre ich wohl eher auf der Suche nach kurzfristigen Long-Setups. Bei dieser Einschätzung spielen auch kurzfristige technische Signale eine Rolle.

Wer wissen will, in welche Richtung der Markt läuft, sollte auch immer ein Auge auf den EURUSD haben. Ich bin beeindruckt, dass der Kurs trotz der Fragezeichen um den Euro immer noch um die 1,25 klebt. Sollte der EURUSD sich nun langsam nach oben bewegen und von der 1,25er Marke lösen, kann man mit hoher Wahrscheinlichkeit von ein paar guten Börsentagen ausgehen, von denen vor allem auch der Rohstoff- und Energie-Sektor profitieren sollte. Umgekehrt würde ein Schwall Richtung 1,20 im EURUSD, den Markt mit Sicherheit massiv belasten.

Ich wünsche weiterhin viel Erfolg, es grüsst Hari aus Istrien !

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