Warum Frau Merkel immer noch keine Anführerin ist

Heute Abend kommt der Gipfel der Eurostaaten zusammen, um vordergründig über das weitere Vorgehen im Fall Griechenland zu entscheiden. Wir haben ja schon viele Gipfel erlebt und immer war "nach dem Gipfel" letztlich nur "vor dem Gipfel".

Dieses Mal wird es aber anders sein, denn die normative Kraft faktisch insolventer griechischer Banken, erlaubt keine weiteren Verschiebungen und Illusionen mehr.

Was auf dem Gipfel wirklich verhandelt wird, ist hinter dem vordergründigen Thema Griechenland, eine viel grundsätzlichere Thematik. Die Frage nämlich, ob die Währungsunion endgültig zur Transferunion mutiert oder im letzten Moment diese Bewegung gestoppt wird.

Hinter der Fassade der Konsensfloskeln, sind dabei die Kampflinien klar. Im Wesentlichen steht das südeuropäische Bild von Wirtschaft, gegen das auf Leistungsfähigkeit ausgerichtete nordeuropäische Bild von Wirtschaft. Und die südeuropäischen Denkstrukturen, haben eine strategische Mehrheit in der Eurozone.

Dahinter im Hintergrund spielen auch geostrategische Einflüsse herein und die US machen aus Eigeninteresse Druck, dass es zum "südeuropäischen Europa" kommt - dazu habe ich heute im Premium Bereich ausführlicher geschrieben.

Es ist dieser Moment des Abwartens auf eine wichtige Entscheidung, an dem ich gerne mal in alten Archiven krame, was ich zum Thema schon so alles geschrieben habe. Und dabei fiel mir der folgende Artikel in die Hände, den ich -> am 30.11.2012 unter obigem Titel <- verfasst habe.

Damals 2012 liefen im Bundestag gerade die diversen Abstimmungen zu den "Rettungsprogrammen" in Sachen Griechenland und wir erinnern uns an Interviews mit völlig desorientierten Bundestagsabgeordneten, die wie Schlafwandler keinen blassen Schimmer davon hatten, was sie da taten.

Dabei war schon damals für klar sehende Augen mit ein wenig ökonomischer Bildung klar, was für ein Schwachfug diese "Rettung" war und wie man für nichts und wieder nichts die Regeln der Währungsunion mit Füssen getreten hat.

Sicher verstehe ich auch, dass Motivation der damaligen Rettung vor allem Sorge um das eigene Bankensystem war. Nur das Problem hätte man mit dem gleichen Geld auch anders lösen können, ohne den Maastricht Vertrag zu zerstören.

Lesen Sie einfach noch einmal, was mir damals zu Frau Merkel eingefallen ist und wie aktuell das noch ist. Und wundern Sie sich - oder wundern sich nicht 😉 - wie wenig sich seit dem geändert hat.

Liebe Frau Merkel, Führen ist mehr als moderieren. Moderieren ist ein Teil der Gleichung und oft sinnvoll. Aber es gibt die Momente, in denen es ohne klare Richtungsentscheidung nicht geht.

Heute steht so eine Richtungsentscheidung über eine fehlkonstruierte Währungsunion an. Und Sie haben erneut eine Chance zu beweisen, dass Sie doch eine Anführerin sind!

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November 2012: Ein sehr persönlicher Kommentar zu Frau Merkel und zum Thema Führung:

Manchmal entstehen Gedankengänge adhoc aus dem Nichts. Sie wissen aus vielen grundsätzlichen und durchaus politischen Artikeln zur Eurokrise, wie sehr mich die Konsequenzen dieser Fragen für unsere Zukunft umtreiben.

So erinnere ich an Artikel wie -> Ja aber .. oder wie man sich selber abschafft <- oder -> Das Ende Deutschlands wie wir es kennen <-.

In Anbetracht der Meldungen zur wievielten? Abstimmung des Bundestages über die wievielte? "letzte" Stützung Griechenlands, wurde mir selber bewusst, dass selbst ich mittlerweise komplett auf geistigen Durchzug geschaltet habe, sobald von Politik, Berlin und Bundestag die Rede ist. Und ich habe mich gefragt, woran das liegt, denn an mangelndem politischen Interesse oder fehlendem Verständnis für die sachliche Problematik, kann es bei mir nun wirklich nicht liegen.

Die Antwort war mir schnell klar. Es handelt sich um eine Art unbewussten Selbstschutz meinerseits, weil ich das konzeptlose "Geschwurbel" der Politik in Anberacht der gewaltigen Konsequenzen die daraus erwachsen, einfach nicht ertrage. Es tut meinem Seelenheil gut, die Bilder der weitgehend hilf- und ahnungslosen Bundestagsabgeordneten, die da nach Fraktionsdisziplin abstimmen, zu verdrängen. Denn ansonsten würde ich jeden Tag die Verzweiflung spüren, die aus einem Gefühl der Hilflosigkeit erwächst. Hilflosigkeit, wenn man glaubt weit besser als die Mehrzahl der Politiker zu verstehen was nötig wäre, aber keinen Einfluss auf das Ergebnis hat.

So kam es zu einem Kommentar in den Live-Tips, darauf Kommentaren von Lesern und Antworten von mir, und so entstand ein Gedankengang, den ich für so wichtig halte, dass ich Ihn auch in Form eines Artikels verewigen will.

Denn eines ist doch offensichtlich. Wir haben in Europa, speziell aber gerade in Deutschland, ein gefühltes Führungsvakuum. Es fehlt dem Land an Orientierung und an Visionen, die seinen Weg in die Zukunft beschreiben. Von all den grundsätzliche Fragestellungen, die sich über Jahrzehnte aufgestaut haben, aber ohne konzeptionelle Antwort bleiben, ganz zu schweigen. Dieser gefühlte Mangel trägt wesentlich dazu bei, dass sich in schwierigen Zeiten dieses Gefühl der Hilflosigkeit breit macht, weil man glaubt sowieso nichts ändern zu können und so der Zukunft ausgeliefert zu sein.

Und wir haben mit unserer Bundeskanzlerin eine Meisterin des Machterhalts und der Organisation der komplexen Gegenwart, die aber nach meinem persönlichen Eindruck sofort ein spürbares Unbehagen zu befallen scheint, sobald es darum geht eine Richtung vorzugeben - ausser wenn diese Richtung sowieso Common Sense und damit offensichtlich ist. Denn etwas vorzugeben und sich mit seiner Überzeugung in den Wind zu stellen, ist aktiv und nicht reaktiv. Und es birgt die Gefahr in sich, dabei falsch zu liegen. Leider ist aber genau das Führung, das andere nur das Verhalten eine Verwalters. Immer nur aus der Deckung zu agieren, schützt vor Wunden, das Verhalten eines Anführers ist das nicht. Und Menschen werden so auch nicht motiviert.

Worauf sich die Frage anschliesst, warum das gerade in Deutschland so ausgepägt ist. Dem Land, auf das nun ganz Europa und die ganze Welt schaut, um in Europa Führung zu zeigen. Wer, wenn nicht Deutschland, könnte man fragen - und so sieht es auch die Welt ausserhalb Europas.

Ich befürchte wir sehen hier in Deutschland die Gegenbewegung zu den traumatisierenden Erfahrungen der zwei Weltkriege. Denn alles was mit Vision und Charisma zu tun hat, steht bei uns seit dem unter Generalverdacht.

Gerade bei den Deutschen ist das auffällig. Deutschland hatte seit der Reichsgründung 1870/71 eine beeindruckende Kraftentfaltung. Man konnte sozusagen vor Kraft kaum Laufen. Es gab so etwas wie ein kollektives Gefühl der Bestimmung zur Grösse, das dann natürlich auch primitiver Kraftmeierei eine Steilvorlage gab, statt klug eingesetzt zu werden. Mit dem Ende der Nazi-Herrschaft entstand dann ein gewaltiger Kater und seitdem ist alles diskreditiert, das mit Charisma und Vision zu tun hat.

Ich konnte es doch im Nachhinein an den Erzählungen meines Grossvaters beobachten. Ein Idealist wie er im Buche steht und überzeugtes Mitglied der Partei. Und irgendwann ist das dann umgeschlagen in ein Gefühl betrogen und missbraucht worden zu sein. Die Folge war innerlicher Rückzug in die überschaubare Welt des Schrebergartens.

Nun hindert uns diese kollektive Erfahrung, wieder in grösseren Dimensionen zu denken und die Welt gestalten zu wollen, statt sie nur zu erdulden und uns in ihr einzurichten. Und dieser Gestaltungswille ist nun im Zeitalter der Globalisierung dringend geboten ! Denn entweder wir gestalten, oder wir werden von anderen gestaltet !

Dabei ist Gestaltungswillen, Vision und Führungskraft zunächst einmal moralisch wertfrei und es sind Fähigkeiten, die immer wieder zwingend nötig werden. Moralisch “gut” oder “böse” wird Führung immer erst im Nachhinein, wenn man das Ergebnis der Führung dann bewundern und werten kann.

So können Visionen uns in den Untergang führen, aber auch in eine bessere Welt. Und wenn wir aufhören wollen, das Gute zu wagen, nur weil es auch schief gehen könnte, sollten wir in Deutschland besser gleich im Bett bleiben. Ich habe es schon einmal geschrieben, wir begehen hier in Deutschland in meinen Augen “Selbstmord aus Angst vor dem Tod !”

Und unsere Bundeskanzlerin passt perfekt dazu. Sie scheint mir persönlich so viel Angst davor zu haben, dass ihr die Kontrolle über die komplexe Situation entgleitet, dass sie darüber die wahre Rolle jedes Anführers vergisst: dem Land Orientierung, Richtung und das Gefühl eines gemeinsamen Sinns zu vermitteln. Genau die Fähigkeiten, die übrigens einen guten CEO von einem schlechten unterscheiden.

Dabei sind Führungsfragen und die Anforderungen an Führungspersonal ja nun nichts Neues und begleiten die Menschheit, solange wir Aufzeichnungen über die Geschichte haben. Und über die Jahrtausende haben sich daher auch bewährte Mechanismen heraus geschält, die jede grössere Gruppe von Menschen benötigt, wenn sie kollektiv vor schwierigen Herausforderungen steht.

So gibt es auf jedem gut geführten Schiff nicht ohne Grund neben dem Kapitän den 1. Offizier. Es ist der erste Offizier, der den Laden operativ am Laufen hält und auch die Disziplinargewalt ausübt, bewusst nicht der Kapitän. Der Kapitän dagegen bestimmt die Richtung und befeuert die Herzen der Mannschaft. Der Kapitän muss daher diese Eigenschaft besitzen, die man als Charisma bezeichnet. Diese Rollenverteilung hat sich über Jahrhunderte bewährt. Und auf einem Segelschiff über Monate eingepfercht den Naturgewalten trotzen zu müssen, hat durchaus Parallelen zu den "Naturgewalten" der einfachen Mathematik, mit denen wir uns nun im Angesicht der Staatschuldenkrise auseinander setzen müssen.

Wir in Deutschland haben mit Frau Merkel einen gut funktionierenden 1. Offizier, dem wir operativ nach aller Erfahrung auch vertrauen können. Der Kapitän ist dagegen schmerzlich “Missing in Action”.

Und nein, ich persönlich kann im derzeitigen politischen Personal niemanden erkennen, der diese Rolle des Kapitäns überzeugend ausfüllen kann. Schon gar nicht dünnhäutige Polterer, die eher Schafe im Wolfspelz als umgekehrt sind. Aber auch das ist für mich Zeichen des Elends unseres politischen Systems, das eher den angepassten Parteisoldaten fördert, als den unabhängigen, kantigen Überzeugungstäter.

Wenn wir in der globalen Weltgeschichte in Zukunft gestalten und nicht nur passiv hin- und her geworfen werden wollen, dann brauchen wir in meinen Augen eine Art Demokratie 2.0. Eine Demokratie, die die besten, klügsten und durchsetzungsstärksten Mitglieder unserer Gesellschaft dazu motiviert, sich politisch zu engagieren. Und ihnen das auch ermöglicht, ohne vorher eine stromlinienförmige Wandlung durchlaufen zu müssen. Eine Verfassung, die einer Regierung auch die Mittel gibt, dann mal "durchzuregieren" wenn sie gewählt ist, statt sie in eine permanente Quasi-Grosse-Koalition mit permanentem Vermittlungsausschuss zu zwingen, der nur graue Einheitssosse hervor bringt. Und als Gegenwicht zu dieser stärkeren Exekutive stärkere plebiszitäre Elemente, so dass der wahre Souverän, der Bürger, die Regierung zur Räson bringen kann, falls diese ihre Macht zu missbrauchen beginnt.

Und wir brauchen eine(n) Bundeskanzler(in), die/der zur Führung befähigt ist und von eigenen Überzeugungen über den richtigen Weg geleitet wird, verbunden mit der unverzichtbaren Fähigkeit, diesen Weg dem Land auch überzeugend zu vermitteln. Die operative Gestaltung der Details ist Aufgabe der ersten Offiziere, in Form der Bundesminister.

So weit meine Sicht auf das Elend unserer Politik. Und auf Frau Merkel, die ich persönlich als verlässliche Sachwalterin der Gegenwart durchaus schätze. Als Anführerin unseres Gemeinwesens aber persönlich für einen ziemlichen Ausfall halte.

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Verfrühstückt – Die Marktlage des DAX im griechischen Chaos

In Anbetracht der starken Volatilität im Markt und der bedeutenden Entwicklungen, gibt es die tägliche, morgendliche Marktlage, die um 08:20 Uhr im Premium-Bereich erschienen ist, heute ausnahmsweise nur wenig später auch mal im freien Bereich.

Guten Morgen!

Der Berg kreiste und gebar die erwartete Maus. Aber der Markt hat klar sein Urteil gefällt und hakt das Thema Griechenland ab. Die DAX Futures stehen vor Handelsstart bei knapp unter 11.600!

Sie sehen nun, warum ich letzten Mittwoch klar gesagt habe, dass jeder nun eine Entscheidung treffen muss. Denn zum Einstieg wird nicht geklingelt und wenn man darauf wartet, bis "alles klar" ist, liegt der wesentliche Teil der Bewegung schon hinter einem.

Dass es bei einer positiven Auflösung so massiv nach oben gehen würde, hat uns der Markt auch schon im Vorfeld gezeigt und ist keineswegs überraschend. Erinnern Sie sich an den Hoffnungs-Schub vom 10.06.? Der gab klare Indikation, was in dem Markt steckt und ich habe das mehrfach entsprechend kommentiert.

Ist damit nun das "all clear" Signal für zögerliche Anleger da? Leider Nein.

Denn der Markt funktioniert eben anders und vor allem schneller, als unsere zögernden Hirne. Die grössten Chancen sind dann, wenn die grösste Unsicherheit herrscht. Wenn aber alles klar erscheint, ist das auch in den Kursen und schon verfrühstückt.

Ich habe Ihnen Mittwoch letzte Woche in deutlichen Worten geschrieben, dass nun der beste Zeitpunkt seit April ist, sich im Markt zu exponieren. Das war auf den Punkt. Und was ist nun? Leider ist nun, bei DAX 11.600 *nicht* mehr der optimale Punkt um sich im Markt zu exponieren.

Aber auch nicht der Schlechteste, wir haben nun einfach eine Grauzone, in der der Markt durch Griechenland hindurch schaut und sich neu positionieren wird.

Denn ich denke, dass der DAX mit den 800 Punkten, die er von grob 10.800 auf nun 11.600 hoch gelaufen ist, die Erleichterungs-Rally aus der Griechenlandsaga weitgehend verfrühstückt hat. Das zumal hier nun die Abwärtstrendlinie herunter kommt.

Es ist auch klar, wenn wir uns das grosse Bild deutlich machen. Der DAX hat ja nicht nur wegen Griechenland korrigiert, sondern auch, weil er schlicht überhitzt war. 11.600 ist ein sinnvolles Konsolidierungsniveau auch ohne das griechische Desaster.

Ich erinnere an meinen Artikel von Ende April -> Sell in May und der Supervulkan <-, in dem auch ohne griechische Pirouetten von einer Konsolidierung bis ca. 11.000 über den Sommer ausgegangen wurde.

Und wenn wir uns mal gedanklich vom griechischen Gezappel lösen und uns wieder das grössere Chartbild des DAX anschauen, das wir hier so oft vor Augen hatten, dann ist doch bisher im Rahmen einer Korrektur im bullischen Aufwärtstrend alles in Perfektion gelaufen.

Wir hatten eine 1-2-3 Korrektur bis zum 200er EMA und zum 38er Fibo Retracement, haben genau in der 10.600-11.000 Zone gedreht und genau das gemacht, was ich schon vor Monaten sagte: Unter 11.000 hat der DAX wohl mittelfristige Kaufkurse:

DAX 23.06.15

Im Nachhinein wird man sich fragen, warum man bei dieser klaren Struktur nicht zugegriffen hat. Denn klarer wird es nie sein, als es hier war. Gäbe es in diesen Momenten keine Unsicherheit, wären die Kurse nicht unten, sondern oben.

Wie geht es also von hier weiter?

Ganz ehrlich, das ist für mich auf der kurzfristigen Zeitebene im Moment ganz schwer zu sagen. Und genau so klar, wie ich den Zeitpunkt der Chance letzte Woche benennen konnte, genau so unklar, ist nun von hier ausgehend die kurzfristige Entwicklung für mich.

Auch im S&P500 bin ich übrigens keineswegs überzeugt, dass der jetzt wirklich nach oben weggeht. Das kann zwar sein, aber ganz ehrlich, eher rechne ich mit einem weiteren Rückfall in die Range und einer Fortdauer der indifferenten, leicht steigenden Seitwärtsbewegung.

Das für mich wahrscheinlichste Szenario ist eine Rückkehr des 1. Quartals. Sprich die europäischen Märkte steigen weiter und die US Indizes kommen nicht vom Fleck. Aber das muss sich erst noch zeigen, wir sollten abwarten, was der Markt daraus macht, wenn er nun durch Griechenland hindurch in die Zukunft zu schauen beginnt.

Fazit in kurzen klaren Worten:

1. Die Rebound-Chancen, die sich aus einer Auflösung des griechischen Debakels ergeben, liegen nicht vor uns, sondern bei DAX 11.600 weitgehend hinter uns. Wer diese Bewegung nun nicht mitgenommen hat, braucht nicht mehr auf sie zu warten.

2. Der S&P500 muss erst einmal beweisen, dass er wirklich nach oben weg kann. Zweifel sind erlaubt.

3. Das politische Risiko, dass doch noch ein Grexit kommt, ist aus Sicht des Marktes nun minimal und ich glaube er hat damit Recht. Sollte dieser Fall aber trotzdem eintreten, gäbe es ein Schlachtfest am Markt, denn nun ist der Markt ungeschützt, Hedges wurden aufgelöst.

4. In den europäischen Märkten kommt es nun sehr auch auf den Euro an. Wenn der wieder fällt und Goldman Sachs hat dafür heute punktgenau an der Wegscheide , dann kehrt im 3. Quartal die Welt des ersten Quartals zurück, mit ihren stark steigenden Kursen in Europa und dem fallenden Euro.

Das für DAX und Co. kurzfristig bullischte Szenario - die Rückkehr des 1. Quartals - tritt also absurderweise genau dann ein, wenn die Eurozone zwar den Grexit verhindert, aber ansonsten weiter herum irrt, herum eiert und noch mehr gutes Geld dem schon verlorenen schlechten hinterher wirft.

Also alles, was mir persönlich als politisch und ordnungspolitisch denkender Mensch den Bauch umdreht und übel aufstösst, wird den Euro drücken und eine Rally befeuern. Und nach dieser Variante sieht es ja wirklich aus.

Jegliche Form von klarem Schnitt aber, egal ob ein echter Grexit oder ein Griechenland in der Eurozone, dass nun endlich mit klaren, harten Massnahmen beginnt, wird den Euro eher stärken. Und damit eine massive Rally in DAX und Co. schwierig machen.

So sehe ich heute früh die Welt. Das "leichte Geld" wurde gemacht, nun blickt der Markt nach vorne und was er sieht ist indifferent. Nach einer Phase der Orientierung, sind aber weiter steigende Kurse in Europa das wahrscheinlichste Szenario.

Denn wie schon im Artikel Ende April gesagt, rechne ich weiter eher mit neuen Höchstständen in Europa zum Jahresende, als mit dem Gegenteil und einbrechenden Kursen. Don´t fight the EZB!

Ich wünsche einen erfolgreichen Tag!

Ihr Hari

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Wall of Worry – Der DAX und die Angst als Stabilisator

Der folgende Beitrag beruht auf zwei Hinweisen. die am gestrigen Mittwoch 27.05.15 Teil der täglichen Marktkommentierung in Hari Live waren

Aha! Das Marktsentiment aus Deutschland gab gestern mal wieder wichtige Indikationen:

Nun bestimmen die deutschen Anleger die Entwicklung im DAX nicht, dominant sind ausländische Investoren und dabei insbesondere US Investoren. Aber ein wichtiger Faktor ist dieses Sentiment schon.

Da die Umfrage gestern direkt nach dem Einbruch von Dienstag statt gefunden hat, sieht man darin die Reaktion auf die voran gegangenen Verluste. Und genau weil das so ist, sind die Risiken nach unten nun vielleicht geringer als es scheint.

Denn ein Markt in dem viele Angst haben, hat den Weg des geringsten Widerstands nicht nach unten, sondern eher nach oben.

Man nennt das auch eine "Wall of Worry" und genau so eine Situation haben wir in Europa. Es gibt tausend gute Gründe sich zu sorgen, aber die Politik der Notenbanken generiert eine Absicherung nach unten im Markt - auch Yellen/Draghi Put genannt. Und die vielen Sorgen wirken daher eher kurstreibend, weil die Mehrzahl der Marktteilnehmer schlicht unterinvestiert ist.

Befragen Sie doch auch mal ehrlich Ihre Emotionen:

Können Sie sich eine Seitwärts-Range über den Sommer vorstellen, so wie ich das unter anderem im Artikel -> Sell in May und der Supervulkan <- skizziert habe?
Sicher ja.

Können Sie sich einen Einbruch bis unter 10.000 im DAX vorstellen, weil ein übler, unkoordinierter Grexit mit massiven gegenseitigen Schuldzuweisungen abläuft und die Eurozone zu wackeln beginnt?
Sicher ja.

Können Sie sich von nun an einen ununterbrochenen Lauf bis 14.000 vorstellen?
Eher nein, oder? Und genau das ist der Punkt!

Es zeigt Ihnen erneut, wie wichtig und richtig eine gelassene Haltung zu den aktuellen Swings ist. Eine Haltung, die wir die letzten Tage im Premium-Bereich intensiv thematisiert haben.

Denn wenn wir auf die Entwicklung des Leitindex S&P500 im letzten halben Jahr schauen, sehen wir, was nun auch dem DAX "blühen" könnte:

S&P500 27.05.15

Wir sehen darin nach dem Ende des jeweiligen Aufwärtsschubs eine markante Gegenbewegung, die dann nach unten die Begrenzung darstellt. Und dann schwingt der Markt über Monate seitwärts, ohne wirklich nennenswerten Fortschritt zu machen. Nach unten geht aber auch nicht viel, was am Ende alle frustriert, die permanent nach der grossen Bewegung Ausschau halten.

Sicher, eine wie auch immer geartete, krisenhafte Entwicklung in der Eurozone, kann das alles auf den Kopf stellen. Da wir aber nicht in die Zukunft schauen können und keine Glaskugel haben, sollten wir uns an dem orientieren, was wirklich real da ist.

Lassen wir also doch einfach den Markt entscheiden und lassen uns nicht von jeder Eintages-Bewegung in Aufruhr versetzen. Im grossen, mittelfristigen Bild, sind die europäischen Märkte nun neutral bis leicht positiv zu sehen. Aber eben nicht stark negativ. Zumindest nicht bis jetzt.

Ich würde nun bestimmt nicht blind auf eine massive Rally im DAX setzen, die Erwartung einer volatilen Range in den kommenden Wochen, bei der am Ende trotzdem nicht viel heraus kommt, macht jede Menge Sinn.

Aber die Möglichkeit einer intensiven Sommerrally ist definitiv da und vielleicht grösser, als die Herde denkt. Und das Risiko eines starken Einbruches Richtung 10.000 und darunter ist definitiv auch da, aber vielleicht kleiner, als die Herde denkt.

Und genau das zeichnet eine Wall of Worry aus!

Ihr Hari

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Gewinn-Illusion und Euro Währungscrash!

Aufgrund der Dramatik der Entwicklung, will ich auch mit wenigen Sätzen im freien Bereich auf einen wichtigen Umstand hinweisen, der im Moment viel zu kurz kommt. Im Premium-Bereich sprechen wir intensiv über das Thema und die Konsequenzen für unsere Anlagen.

Im Moment sind alle davon geblendet, wie "toll" der DAX nun gerade 10.700 touchiert hat und in Ihren Depots, die Sie in Euro führen, sehen Sie ein Meer an Grün. Und Sie denken, Sie hätten "Gewinne" gemacht.

Haben Sie aber in weiten Teilen nicht! Statt dessen ist etwas ganz anderes passiert. Der Euro hat in den letzten 24 Stunden gegenüber den meisten Weltwährungen crashartig ca. 4% abgewertet. So auch zum Dollar, das Chart zeige ich Ihnen hier nun:

EURUSD 23.01.15

Die Bewegung des DAX im selben Zeitraum um 400 Punkte nach oben - was kaum überraschend ca. 4% entspricht - ist also bezogen auf eine hypothetische "Weltwährung" keinerlei Gewinn, sondern einfach nur die andere Seite der Währungsabwertung!

Sie sind damit auch nicht wirklich "reicher" geworden, können als Aktienbesitzer aber wenigstens feststellen, dass die Kaufkraft Ihres Vermögens durch den Besitz von Sachwerten objektiv erhalten wurde.

Alle Ihre Rentenversicherungs-Ansprüche, Ihre Lebensversicherungen und Ihr Cash auf dem Konto, wurde aber in den letzten 24 Stunden aus Sicht eines weltweiten Währungskorbes um sage und schreibe 4% entwertet! Sobald Sie also die Eurozone verlassen oder Waren aus der Welt beziehen, können Sie sich für Ihr Vermögen 4% weniger kaufen.

Vergessen Sie das nie, wenn Ihnen die vielen grünen Prozentzahlen im Depot nun Gewinne vorgaukeln, wo in dieser Form gar kein sind. Mario Draghi hat uns hier nicht reicher gemacht, sondern ärmer!

Übrigens noch etwas. Wenn Sie nun Charts in Euro anschauen, die sich auf Assets ausserhalb der Eurozone beziehen, können Sie kurzfristig auch das vergessen. Denn diese Charts sind nun völlig verzerrt. Da gucken uns Ausbrüche und Reversals an, die in der Realität nicht existieren.

Denn denken Sie unbedingt daran: Selbst wenn es jetzt in den letzten 24 Stunden gar keinen Handel in den US gegeben hätte, wenn also die objektiven Kurse der US Aktien völlig unverändert wären, würde es bei Betrachtung aus der Sicht des Euros so aussehen, als ob die Aktien 4% gewonnen hätten. Chartstrukturen aber, die nicht auf realem Handel mit Angebot und Nachfrage beruhen, sind einfach nur nette, bunte Linien!

Fazit:

Die Zeiten stabiler Währungen sind wohl vorbei. Und es hat in der Geschichte meines Wissens noch keinen Fall gegeben, in dem eine Weichwährung zum Wohlstand der Bevölkerung geführt hätte.

Richten wir also unseren "Dank" an Mario Draghi und seine Unterstützer, die das möglich machen. Und insbesondere an unsere naiven Politiker, die Stimmengewichte im EZB Rat zugelassen haben, die in jeder Hinsicht eine Frechheit sind und das gestrige Geschehen erst ermöglichen. Ich verweise auf meinen Post von gestern, in dem das Thema addressiert ist.

Wir müssen nun lernen, in den Kategorien einer Weichwährung zu denken. Die Schere im Kopf, dass vermeintliche Gewinne im Depot in Wirklichkeit keine sind, ist dabei nur der erste Schritt in eine Welt hinein, die ich nie betreten wollte.

Taktisch gesehen, hat diese Bewegung alle Ingredienzien einer kurzfristigen Übertreibung und ein böser "Snapper" kann nun jeden Moment um die Ecke kommen und den Euro heben und den DAX damit wieder zurück fallen lassen.

Mittelfristig gesehen, ist der "Race to the Bottom" weltweit im vollen Gange und ich wäre nicht überrascht, wenn jetzt bald auch die FED wieder zuckt, die einen zu starken Dollar auch nicht zulassen kann. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie dieses Spiel endet ....

Ihr Hari

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DAX-Betrachtung: Money for nothing

DAX-Betrachtung: Money for nothing

Ein Gastkommentar von Tokay

„Money for nothing“ war der Titel eines Songs von den Dire Straits aus den 80er Jahren. Der Titel kommt einem heute wieder in den Sinn. Einmal denkt man dabei möglicherweise an die mageren Zinsen, die man bekommt, wenn man Anleihen kauft. Zum anderen an die mageren Aktienrenditen, die seit Jahresanfang zu erzielen sind. Mark Knopfler hatte damals sicherlich anderes im Sinn, als er vom „Money for nothing“ sang. Heutzutage bekommt Wolfgang Schäuble „money for nothing“, was ganz erstaunlich ist. Noch am Jahresanfang hatten die Auguren unisono steigende Zinsen vorhergesagt. Eingetreten ist wieder einmal das Gegenteil. Zu einem Run auf Aktien hat das in diesem Jahr trotzdem noch nicht geführt. Aber das muss ja nicht so bleiben.

Schauen wir uns den DAX seit Anfang 2011 an. Diese Grafik habe ich an dieser Stelle schon einige Male gezeigt. Wir sehen, dass die Aufwärtsentwicklung nach wie vor intakt ist.Wir sehen aber auch, dass die obere Begrenzungslinie DE nun schon einige Male touchiert wurde. Und wir sehen, dass die untere und die obere Begrenzungslinie immer näher zusammenrücken. Die Entscheidung darüber, wie es weiter gehen wird, fällt also im Herbst. Denn eine dieser beiden Linien wird sehr wahrscheinlich gebrochen werden, und zwar nachhaltig. Welche von beiden es sein wird, wissen wir nicht. Noch nicht.

Grafik I

Schauen wir uns im weiteren den DAX-Verlauf des letzten halben Jahres an: Der Jahresanfang sehr volatil. Dann ein Aufwärtstrend ABC, auch er volatil. Dieser Aufwärtstrend wurde soeben gebrochen, aber dieser Bruch muß nicht notwendigerweise von Dauer sein, doch zu nachhaltig sollte er auch nicht verletzt werden, denn dann hätten wir eine Korrektur vielleicht über die nächsten Wochen und Monate zu gewärtigen. Wir befinden uns also an einem heiklen Punkt.

Grafik II

Bis Jahresende sollte einem dennoch nicht übermäßig bange sein. Solange Zinsen und Inflationserwartungen tief bleiben, bleibt das Risikopotential gering. Die Turbulenzen um die portugiesische Großbank Santo Spirito zeigen einem freilich, dass es ganz schnell wieder Richtung Krise gehen kann. Die Schwerfälligkeit, mit der die Erholung in der Eurozone voranschreitet, ist ein Hinweis darauf, dass die offizielle Krisenpolitik in ihrer Wirkung bislang begrenzt geblieben ist. In den südeuropäischen Firmen ist sie bislang noch nicht angekommen. Und so lange die Banken Staatsanleihen kaufen, anstatt Kredite auszureichen, wird das auch so schnell nicht passieren. Auch auf diesem Gebiet ist man in den USA wieder einmal viel weiter. Die Leistungen der deutschen Exportindustrie in allen Ehren, aber sie wird mit der derzeitigen Eurokurspolitik quasi subventioniert. Machte man es wie die Amerikaner, die Japaner, die Engländer, dann würde die deutsche Industrie noch stärker profitieren als ohnehin schon. Und das würde die Kluft zwischen Deutschland und dem Rest der Eurozone weiter vertiefen.

Abschließend noch ein Blick auf die Fußball-WM. Statistiker haben ausgerechnet, dass die deutsche Mannschaft die stärkste Leistung erbracht hat, die jemals ein Nationalteam bei einer Weltmeisterschaft erbracht hat(www.eloratings.net). „The Mannschaft“ zeigte dabei eine ungeheure mentale Stärke, mit der sie die équipe tricolore, die selecao und die albiceleste in die Knie zwang. Hundert Jahre nach dem schicksalhaften Sommer des Jahres 1914 fürchtet man die Deutschen aber nicht mehr, sondern gönnt ihnen ihren Erfolg. Das ist so, weil Deutschland ein weltoffenes Land geworden ist und diese Weltoffenheit von der deutschen Mannschaft verkörpert wird. Weltoffenheit ist eine gute Voraussetzung für die Zukunft im allgemeinen. Mentale Stärke ist eine gute Voraussetzung für Börsenerfolg. “Money for nothing“ gibt es nicht.

Tokay

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DAX & IBEX35 – Der Dip der erfrischt !

Heute kann man richtig froh sein, dass der Markt auch einmal wieder etwas Schwäche zeigt. Froh deshalb, weil leichte Korrekturen im Aufwärtstrend Zeichen eines gesunden Marktes sind. Rennt der Markt dagegen ohne zu verschnaufen nur nach oben, erhöht dass das Risiko eines euphorischen Tops ganz erheblich. Und der Absturz nach so euphorischen Hochs ist selten erfreulich.

Insofern können alle, die sich weiter steigende Kurse zum Jahresende wünschen, diese kleine Korrektur nur begrüssen. Man sieht den Korrektur-Charakter auch daran, dass alles was zuletzt gut gelaufen ist - egal ob Spanien, Telekom-Unternehmen oder "Hot Stocks" im Bereich Solar - nun mit Gewinnmitnahmen leben muss. Es wurde ja auch Zeit, nachdem der DAX fast 9.000 Punkte und der spanische Aktienindex IBEX35 sogar 10.000 Punkte erreicht hatte.

Schauen wir auf das Chart des IBEX35 mit Tageskerzen, sehen wir, das nun idealerweise eine klassische Korrektur nach der 1-2-3 Logik ansteht:

IBEX35 23.10.13

Sollte diese so durchlaufen, eröffnen sich vielleicht schöne Chancen, den "Dip" dann zu kaufen. Zu diesem Zeitpunkt ist die Börsen-Luft dann nicht mehr schwülwarm und überhitzt wie aktuell, sondern dann hat ein frischer Lufthauch die Grundlagen für die nächste Phase des Trends gelegt.

Denn unter der Annahme, dass die Eurozone auf dem Erholungspfad bleibt, hat der spanische Aktienmarkt auch von IBEX35=10.000 ausgehend, noch ein Menge nachzuholen.

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IBEX35 oder Viva España !

Wir sind hier bei Mr. Market schon über ein Jahr am spanischen Aktienmarkt in Form des IBEX35 Index dran. Eigentlich seit sich dieser beeindruckende Doppelboden gebildet hat.

Auch Artikel hat es immer wieder gegeben, so zuletzt am 01.08. unter dem Titel -> IBEX35 vor dem Ausbruch <-.

Genau dieser Ausbruch hat sich nun bewahrheitet und für mich stellt der spanische Aktienmarkt eine der interessantesten Gelegenheiten im Universum der Indizes dar, um mit langfristigem Zeithorizont deutlich zu profitieren.

Das ich Spanien aus den Euro-Ländern des Mittelmeeres so heraus greife liegt daran, dass das Land nicht diese politische Lähmung wie Italien besitzt und bei allen Problemen die auch Spanien mit Korruption hat, doch am Ende immer noch vergleichsweise funktionierende staatliche Institutionen besitzt, zumindest wenn man es relativ mit Griechenland vergleicht.

Gleichzeitig ist Spanien durch eine Rosskur gegangen, die zwar im Binnenmarkt noch zu keinen grossen Verbesserungen geführt hat - wiewohl auch dort erste Pflänzchen blühen - die aber zunächst den exportorientierten Unternehmen bessere Wettbewerbsfähigkeit verschafft hat. Und mittlerweile zeigen auch die Daten zur industriellen Produktion langsam nach oben.

Auch kulturell muss man positiv sagen, dass die Spanier ein stolzes und zur harten Arbeit bereites Volk sind. Und der brutale Einbruch fusste ja auch nicht perse auf breiter gesellschaftlicher Korruption und Misswirtschaft wie in Griechenland, er fusste auf einer Immobilienblase, die durch die Verzerrungseffekte des Euros hervor gerufen wurde und nicht dem einzelnen spanischen Bürger anzulasten ist.

So hat Spanien in meinen Augen alle Voraussetzungen, um nach dieser Rosskur wieder Hoffnung zu schöpfen, wenn die Politik nun nicht in der Eurozone das grosse Chaos anrichten sollte. Und genau das kann man auch am IBEX35 bewundern, hier im langfristigen Wochenchart:

IBEX35 24.09.13

Sie sehen, dass man die über ein Jahr andauernde Seitwärtskonsolidierung nach dem Doppelboden 2012, im Nachhinein auch als zwei Bullenflaggen interpretieren kann. Der am 01.08. im Artikel indizierte Ausbruch hat nach Lehrbuch stattgefunden, inklusive Re-Test des Flaggen-Ausbruch von oben am 30.08.

Das sieht sehr gut aus und aus langfristiger Perspektive erscheint mir der IBEX35 als eine der attraktivsten Wetten im Universum der Indizes. Kurzfristig ist ein Re-Test der Ausbruchszone von oben durchaus denkbar.

Um das Bild dabei in eine grössere Perspektive zu stellen, zeigen ich Ihnen nun auch noch den IBEX35 im Chart mit Monats-Kerzen. Eine Darstellung die höchst selten zu sehen ist, die bis 1994 zurück reicht und interessante Einblicke ermöglicht.

IBEX35 24.09.13 Monat

Sie sehen sofort die Parallelität der Strukturen. Wie der IBEX35 2003 aus den Tiefs heraus kam und nun heute wieder, hat grosse Ähnlichkeit.

Ich bin in meinem Investmentdepot auf jeden Fall im IBEX35 auf der Long-Seite dabei. Die Risiken liegen primär im politischen Bereich der Eurozone. Und eine sinnvolle Absicherung dagegen, wäre ein Stop unter dem Retest vom 30.08.. Wenn der Ausbruch Bestand hat, sollte der IBEX35 nicht mehr unter 8200 tauchen.

Von diesem Risiko abgesehen - ohne Risiko gibt es auch keine Chancen - spricht aber viel dafür, dass ich in den kommenden Monaten und Jahren noch öfters aus vollem Halse rufen kann:

Viva España ! 😉

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Charts des Sommers – IBEX35 – der spanische Aktienmarkt vor dem Ausbruch

Der spanische Aktienmarkt in Form des IBEX35 im langfristigen Chart seit 2010 mit Wochenkerzen.

Sie sehen den massiven Doppelboden von vor genau einem Jahr. Und nun steht der IBEX35 nach einer einjährigen Konsolidierung kurz vor einem wichtigen Ausbruch.

Seit Mitte Juli haben wir massive Stärke im Markt, die Überzeugung, dass die Konjunktur der Eurozone langsam dreht, bricht sich Bahn. Und bei den niedrigen Bewertungen der Unternehmen, ist noch viel Luft nach oben.

IBEX35 01.08.13

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