Profiteure fallender Zinserwartungen

Die US Arbeitsmarktdaten, sind am Freitag schwach herein gekommen. Nicht extrem schwach, aber doch mit so vielen Fragezeichen, dass die sich aufbauenden Erwartungen an eine Zinserhöhung der FED am 21.09. einen Dämpfer bekommen haben:

Damit stellt sich die Frage, welche Assetklassen davon profitieren könnten, bis sich am 21.09. dann Klarheit ergibt, ob die FED genügend Mumm hat, um vor der US Präsidentschaftswahl doch noch einmal die Zinsen zu erhöhen. Denn wenn sie es im September nicht tut, dürfte das nächste Fenster erst wieder im Dezember sein.

Zwei Assetklassen, fallen mir dabei ins Auge:

Einerseits die Emerging Markets und zwar deren Bonds wie auch Aktien gleichermassen. Denn mit schwindenden Zinserwartungen, sinkt auch der Aufwertungsdruck auf den Dollar und ein starker Dollar ist Gift für die Emerging Markets. Brauchbare Dienstleistungs-Daten aus China, habe heute Nacht ihr Übriges getan, um den Sektor zu stützen. In der Nacht auf Donnerstag kommen noch mehr wichtige Daten aus China mit Auswirkungen auf die Aktienmärkte.

Sehen wir auf das langfristige Chart des Sektor-ETFs EEM, sehen wir eine getriggerte inverse Schulter-Kopf-Schulter Formation (iSKS), die danach aussieht, als läge gerade ihre erste Konsolidierung hinter ihr. Weiteres Potential bis zu FED scheint vorhanden:

EEM 05.09.16

Weiterlesen ...Profiteure fallender Zinserwartungen

Der Notenbank-Dezember: “It´s the currencies stupid!”

Der letzte Monat des Jahres 2015 ist angebrochen, alle rechnen fest mit der Jahresendrally, in der wir uns eigentlich schon mitten drin befinden. Und alle fragen sich, wie 2016 wohl werden wird?

Denn viele Bewegungen an den Märkten scheinen überdehnt und sind reif für eine markante Wende. Je nach dem wie man rechnet, dauert dieser Bullenmarkt nun schon seit 2009 bzw 2011, also zwischen 5 und 7 Jahren. Und der Bärenmarkt bei Rohstoffen und den Emerging Markets, geht nun ins fünfte Jahr.

Natürlich sind die Notenbanken mit ihrem historisch einmaligen Experiment der grossen Geldschwemme, wesentliche (wenn auch nicht alleinige) Treiber bei diesem Spiel und wir wissen alle nicht, ob das gut ausgehen wird.

Die Notenbanker wissen es aber selber nicht, auch wenn sie natürlich den Anschein der Allmacht unbedingt aufrecht erhalten müssen, sonst würde mehr zusammen brechen, als ein paar Egos. Denn würden sie die Zusammenhänge und Mechanismen wirklich verstehen, mit denen die Märkte auf ihre "kreativen" Massnahmen in der Realität reagieren, wäre die Politik der Notenbanken ja schon längst erfolgreich gewesen.

Ist ist aber nicht, die Notenbanken konnten bisher weder die Konjunktur ernsthaft anschieben, noch ihre Inflationsziele auch nur ansatzweise erreichen. Und ob die US Wirtschaft nicht auch alleine aus dem Loch gekommen wäre - und das dann mit mehr Dynamik als aktuell - wenn sich die FED die ganzen QE Programme nach dem Auslaufen der unmittelbaren 2008er Krise gespart hätte, werden wir nie heraus finden, weil wir kein Paralleluniversum zur Verfügung haben.

Insofern sind aber auch die Selbstbeweihräucherungen eines Ben Bernankes, dass die Politik der FED die Weltwirtschaft gerettet habe, mit äusserster Vorsicht zu geniessen. Ebenso wie die Selbstvergewisserungen Mario Draghis, dass seine Politik zwangsläufig zum Wohle Europas sei.

Solche Selbstgewissheiten beruhen auf einem interventionistischem Weltmodell der Planbarkeit von Wirtschaftszyklen, das keineswegs der heilige Gral der Ökonomie ist, den es sowieso nicht gibt. Richtig war es, in der 2008 Krise mit der Geldpolitik dagegen zu halten, um diese abzufedern. Darüber gibt es keinen Dissens. Und auch, dass man mitten in der Eurokrise den Staaten erst einmal ein wenig Zeit kaufte, hatte Logik.

Aber ob diese immer gleiche Medizin auch in 2015 und 2016 noch Sinn hat? Das ist stark in Frage zu ziehen. Nach Jahren und Jahren der immer gleichen Arzneigabe ohne durchgreifende Besserung, wäre es für gute Ärzte ja eigentlich mal Zeit, die Wirksamkeit der Therapie zu hinterfragen. Diese Frage wollen sich die Notenbanker der Gegenwart aber wohl nicht stellen, lieber macht man weiter mit dem, was schon bisher kaum funktioniert hat.

Aber wie auch immer, auch wenn die Notenbanken die Ursache vieler Bewegungen sind und auch am grossen Bullenmarkt seit 2009 bzw 2011 ihren Anteil haben, brauchen sie einen Transmissionsriemen, um ihre Politik in der realen Wirtschaft ankommen zu lassen. Das Kreditgeschäft ist so ein Transmissionsriemen, der wahrscheinlich Bedeutendste für die Märkte, sind aber die Währungen.

Die Währungsbewegungen sind es, die auch in 2015 ganz massgeblich für Erfolg oder Misserfolg der Geldanlage entscheidend waren und es weiter sein werden. Erinnern wir uns nur an das erste Quartal mit der grossen Rally im DAX, die in Euro grandios aussah, aus Sicht eines US Anlegers aber weit weniger beeindruckend war, weil ein grosser Teil schlicht dem Wechsel des Euros zur Weichwährung geschuldet war.

Wenn man so will, waren also viele Gewinne die DAX Anleger in dieser Zeit auch "Scheingewinne", weil das Depot zwar nominal höher stand, der Wert des Depots im Vergleich zu einem weltweiten Währungskorb aber keineswegs so gestiegen ist. Und in einer globalisierten Welt, ist es halt eine Illusion, nur auf die eigene Währung zu schauen, denn wenn man Waren oder Leistungen aus anderen Währungsräumen bezieht, zahlt man den bitteren Preis der Abwertung.

So möchte ich in Abwandlung von Bill Clintons berühmtem "It's the economy, stupid", allen die das nicht sehen wollen nun zurufen: "It´s the currencies stupid!"

Was hier los ist, zeigt uns wunderbar das langfristige Chart des Währungspaares Euro und Dollar:

Dollar 01.12.15

Wir sehen den massiven Absturz des Euros von 2014 bis zum Ende des 1. Quartals 2015, der seit dem von einer Seitwärtskonsolidierung abgelöst wurde. Wenn Sie im Euroraum das Gefühl hatten, dass viele Waren von US Unternehmen teurer wurden, hier ist der Grund zu sehen.

Nun gibt es zwei typische Varianten. In der Einen, wird das ein Doppelboden und der Euro steigt von hier wieder zum Dollar.

In der Anderen, war das nur eine Zwischenkonsolidierung und eine zweite Abwärtsspirale setzt sich in Gang, die typischerweise von Art und Umfang her, der ersten Phase in 2014 ähnelt. Was bedeutet, dass in dem Fall EURUSD bei der Parität nicht halt machen würde, sondern durch fällt.

Welche der beiden Varianten nun zum Tragen kommt, werden die beiden Notenbank-Entscheidungen am 03.12. bei der EZB und am 16.12. bei der FED letztlich präjudizieren. Diese Bewegung von EURUSD aber richtig zu treffen, dürfte *die* entscheidende Frage sein, die über Wohl und Wehe der Depots in 2016 entscheiden wird.

Denn wenn EURUSD weiter durch die Parität durch fällt, werden die US Börsen zunehmend unter Druck geraten und in Europa dagegen zunächst eine fröhliche Rally ablaufen, zumindest nominal in Euro gerechnet. Und das Elend der Rohstoffe und der Edelmetalle, ist dann lange, lange noch nicht am Ende. Auch eine massive Krise in den Emerging Markets dürfte dann aufziehen, da diese unter einem starken Dollar leiden und einen erneuten massiven Anstieg des Dollars wohl nicht verkraften können.

Wenn EURUSD hier aber zum Doppelboden ansetzt, könnte 2016 zum grossen Jahr der Rohstoffe und Edelmetalle werden, die Emerging Markets werden dann ein Comeback erleben und die US Börsen neue Höhen erklimmen. Die ohnehin anämische Konjunktur in Europa wird aber nicht ans Laufen kommen und die Lebenslügen der Eurozone noch stärker an die Oberfläche treten, was den DAX sehr nach oben begrenzen dürfte.

Das Interessante an der aktuellen Ausgangslage ist, dass der Markt derzeit eine glasklare Erwartung hat, die bisher die Tendenz von EURUSD nach unten unterstützt hat.

Der Markt erwartet einen massiven neuen Stimulus der EZB übermorgen am Donnerstag. Die EZB hat sich dafür kommunikativ zu deutlich aus dem Fenster gelehnt, um nun nichts zu machen.

Und der Markt erwartet nun eine Zinserhöhung der FED Mitte Dezember, ist sich nur noch nicht schlüssig, ob das nun der Beginn eines längeren Erhöhungs-Zyklus oder nur eine einmalige Aktion sein wird.

Beide Erwartungen drücken bisher EURUSD weiter nach unten, weswegen der nun die Tiefs von Anfang 2015 erneut testet. Das taktische Problem ist aber, diese Erwartungen sind wohl schon weitgehend eingepreist und können für sich keine weitere Abwärtsbewegung mehr stützen.

Wenn die EZB die aufgeblasenen Erwartungen also leicht enttäuscht und die FED klar zu verstehen geben sollte, dass auf eine einmalige Erhöhung, erst mal keine weiteren folgen werden, fällt die Logik der aktuellen Bewegung bei EURUSD in sich zusammen und der Doppelboden kommt schnell auf die Agenda.

Das ist die grosse Frage der kommenden Wochen vor Weihnachten. Wer diese Frage nicht richtig trifft, wird ein deutliches Problem im Depot haben.

Man muss sich wirklich fragen, was die Notenbanken reitet, so eine entscheidende Wegscheide direkt in die Vorweihnachtszeit zu legen und damit die Märkte gerade zur massiven Gezeitenwende in 2016 hinein einzuladen. Aber wie auch immer, die Frage der Währungen ist die grosse Frage, der wir uns im Notenbank-Dezember stellen müssen.

Im Premium Bereich haben wir dieses Szenario schon lange auf dem Radar, konnten damit die "Buy the Rumor" Rally in die EZB hinein seit Anfang Oktober mitnehmen und sind uns im Klaren, was eine bestimmte Entwicklung für die Rohstoff- und Edelmetallmärkte bedeuten würde. Auch einzelne Gelegenheiten legen wir uns dazu schon zurecht.

Bei den fraglichen Terminen, werden wir dann eng dran sein, um sofort die richtigen Schlüsse zu ziehen. Wenn Sie das auch wollen und frühzeitig mitbekommen wollen, wie sich diese Sache entwickelt, stossen Sie doch zu uns dazu!

Ihr Hari

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Der Dollar, die Rohstoffe und die Emerging Markets



Heute ein paar sehr grundsätzliche Zeilen zu einer wichtigen Thematik.

Immer wieder in der letzten Zeit, werden die Emerging Markets aus quantitativen Argumenten als langfristiges Investment ins Spiel gebracht. Und da viele der Emerging Markets gleichzeitig bedeutende Rohstoffproduzenten und Verbraucher sind, wird dieses Argument gleichzeitig auch für Investitionen in den Rohstoffsektor verwendet. Auch ich habe immer mal wieder diesen Gedanken in mir.

In der aktuellen FuW ist auch wieder so ein Artikel, den ich einfach unkommentiert in den Raum stelle:

Und klar, es spricht wirklich einiges für das Argument, denn viele der Probleme der Emerging Markets sind hausgemacht, siehe Brasilien oder auch Russland, dass sich auch vor den Sanktionen des Westens nie von einer rohstofflastigen Staatswirtschaft hat lösen können. Und dessen aktuelle wirtschaftliche Probleme, daher durch den Konflikt mit dem Westen zwar verschärft, aber nicht ursächlich davon hervor gerufen wurden.

Wo Probleme hausgemacht sind, kann man diese aber auch angehen und lösen und warum soll das in den überwiegend demografisch wachsenden Volkswirtschaften der Emerging Markets nicht gelingen? (Zu denen das demographisch schrumpfende Russland als Ausnahme allerdings nicht gehört.)

Insofern macht es aus Sicht der "Mean Reversion" schon Sinn, von langfristig guten Chancen in diesen wachsenden Ländern auszugehen. In den USA dagegen, sind die Aktienmärkte bewertungstechnisch auf jeden Fall schon viel, viel weiter gelaufen und haben weit mehr Zukunft schon vorweg genommen.

Es gibt nur ein Problem bei dieser so eingängigen Logik und darüber will ich heute schreiben. Das Problem hat einen Namen: US Dollar.

Denn der ist immer noch die Weltreservewährung, in der grosse Teile der Warentransfers und insbesondere die Rohstoffe abgerechnet werden. Und einige der kleineren Emerging Markets, haben den Dollar sogar immer noch faktisch als "Zweitwährung", weil die eigene Währung zu schwach ist und zu wenig Akzeptanz findet.

Und über diesen Status als Weltreservewährung, greift der lange Arm der FED dann auch in all diese Länder hinein, für die die FED eigentlich gar kein Mandant hat. Und insofern besteht ein direkter Zusammenhang zwischen dem Dollarkurs, den Aktienmärkten der Emerging Markets und den Rohstoffen.

Das heisst umgedreht, sollte die so eingängige Theorie von der Mean Reversion in den Emerging Markets nun zutreffend sein, darf der Dollar nicht mehr wesentlich weiter steigen.

Wenn wir uns vor Augen führen, wie stark der Dollar in den letzten Jahren gestiegen ist, erscheint diese Annahme ja auch erst einmal logisch und naheliegend. Zumal die FED einen zu starken Dollar ja gar nicht zulassen kann, weil der wie Blei auf der US Wirtschaft liegen würde.

Mit diesen Gedanken im Hinterkopf, schauen wir nun auf den US Dollar Index im ganz langfristigen Bild bis in die 90er Jahre zurück. Der US Dollar Index, stellt den Dollar ins Verhältnis zu einem Korb anderer Währungen, von denen der Euro die mit Abstand grösste Position ausmacht.

Was wir sehen, erschreckt aber eher:

USD Index 17.11.15

Denn wenn man alles ausblendet und sich ganz auf die Markttechnik konzentriert, müssen wir das Bild einer einjährigen Konsolidierung in 2015 konstantieren, die nun scheinbar von einer zweiten Anstiegsphase abgelöst wird.

Erschreckend ist dabei auch, dass diese zweite Phase typischerweise den Umfang und die Dynamik der ersten Phase hat und wenn wir auf die Kurse Anfang des Jahrtausends schauen, sind solche Niveaus auch keineswegs unrealistisch oder aus der Welt.

Noch erschreckender wird das Bild, wenn wir uns das langfristige Chart des grössten Emerging Market ETFs EEM in Dollar vor Augen führen:

EEM 17.11.15

Wir sehen den Einbruch unter die sehr wichtige Unterstützung und vor allem sehen wir, dass wir vielleicht gerade nur den Retest des Einbruchs von unten hinter uns haben. Und auch hier wird durch den 2008er Vergleich klar gezeigt, dass weitere Fallhöhe hier keineswegs unhistorisch wäre.

Die Frage die sich damit aufdrängt und die wirklich massive Auswirkungen auf alle Assetklassen haben dürfte, ist also nicht, ob die Mean Reversion irgendwann einsetzt. Doch das wird sie ganz sicher.

Die Frage ist dagegen, ob das schon jetzt passiert oder vielleicht erst in 1-2 Jahren, wenn die FED weiter im Zinszyklus ist und der Dollar noch viel höher steht. Und wenn die Emerging Marktes, Rohstoffe und auch Gold noch viel, viel tiefer gefallen sind?

Unser Instinkt und die Bewertungskennziffern sagen nein, die Emerging Markets sind scheinbar "weit genug" gefallen. Die Price-Action und diese Charts weisen aber eher in die Gegenrichtung und das ist erschreckend. Und die Annahme "weit genug" war schon immer eine höchst Gefährliche, denn -> tiefer geht immer und erst bei Null ist Schluss! <-

Deshalb wird die FED Sitzung Mitte Dezember so eine immens hohe Bedeutung haben. Die FED wird nun höchst wahrscheinlich einen ersten kleinen Zinsschritt vollziehen. Davon kann man ausgehen, das ist aber auch nicht mehr die Frage, die den Markt umtreibt.

Die Kernfrage ist, ob das der Beginn eines langjährigen Zinserhöhungsprozesses, oder eine einmalige "One and Done" Aktion wird. Wird es nur Letzteres - wovon ich eher ausgehe - wird der Dollar Mitte Dezember wohl doch sein Hoch finden und dann erst einmal fallen. Und Emerging Markets und Rohstoffe, haben dann in 2016 hinein jede Menge Luft nach oben.

Schmiert Yellen aber nicht diese weisse Salbe auf die Wunde und setzt sich am Markt das Bild eines beginnenden, langfristigen Zinszyklus durch, dann bleibt der Aufwertungsdruck auf dem Dollar erhalten und dann kann einem bei Betrachtung der obigen Charts ganz blümerant werden. 😉

Insofern rate ich zu Abwarten in dieser Frage rund um Emerging Marktes und Rohstoffe bis zur FED. Vorher werden wir hier kaum Klarheit bekommen.

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Der Preiskrieg bei Öl, die Emerging Markets, die FED und der DAX

Es ist keine Woche her, dass ich hier für 2015 über eine potentielle Kreditkrise in den Emerging Markets geschrieben habe.

Seitdem hat der DAX über 5% korrigiert und steht auf Jahresbasis wieder bei Null. Und das alles nur wegen des Ölpreises, mag sich da der Anleger fragen, für den billiges Öl ja etwas Positives ist?

Die Antwort ist ja und die Reaktion des Marktes ist durchaus verständlich. Warum, will ich Ihnen heute hier zeigen.

Könnten wir die Uhr 40 Jahre zurück drehen, in die Zeit der ersten Ölkrisen in den 70er Jahren, wäre ein massiv fallender Ölpreis ohne jede Frage purer Segen für die deutsche Volkswirtschaft gewesen und der DAX hätte profitiert. Und was in Brasilien oder Indonesien an den Börsen passiert, hätte für den DAX wirklich die Bedeutung des berühmten, in Peking umfallenden Fahrrades gehabt.

Wir haben aber nicht mehr 1974 und die Männer laufen (in der Regel) auch nicht mehr mit Koteletten und Schlaghosen herum. Wobei, die Koteletten sind ja gerade wieder im Kommen, hoffen wir mal, dass uns die Schlaghosen erspart bleiben. 😉

Nein, 40 Jahre später ist die Globalisierung durch die Welt gelaufen und Wirtschaft findet im globalen Massstab statt. Und die Unternehmen im DAX haben ihre Absatzmärkte auch und gerade in den Emerging Markets.

Und gerade die Emerging Markets, die besonders von Rohstoff-Verkäufen leben oder eine negative Handelsbilanz haben und auf die Zufuhr frischer Devisen angewiesen sind, leiden nun massiv unter dem crashartigen Einbruch des Ölpreises und dem starken Dollar.

Denn in diesen Ländern, stellt sich schnell die Frage einer Staatspleite und der Markt nimmt wie ein Geier ein sterbendes Tier, schon die ersten Kandidaten ins Visier.

Die nächtliche, massive Zinserhöhung der russischen Zentralbank passt da perfekt ins Bild und diese atmet für mich den Geruch der Panik. Nur wird es nichts nützen, der Markt ist am Ende stärker und wenn der Ölpreis nicht hoch kommt, verspielt Russland seine Devisenreserven ganz schnell und blutet aus. Kurzfristig macht das Eindruck und wird den Rubel stabilisieren, wenn der Ölpreis weiter fällt, war es aber schnell umsonst.

Ähnlich kritisch sind dann auch einige südamerikanische Länder zu sehen, die sowieso hausgemachte Probleme haben und denen nun ein wesentlicher Teil der Rohstoffexporte weg bricht.

In Summe zeigt uns also ein Blick auf den grössten Emerging Market ETF - den EEM - was hier wirklich los ist. Bitte vergleichen Sie das Chart mit dem von vor einer Woche, im Artikel vom 10.12.:

EEM 16.12.14

Ist es wirklich so verwunderlich, dass es den DAX dann so zerlegt? Eher nein, denn die exportorientierte deutsche Wirtschaft leidet natürlich massiv unter Problemen in den Emerging Markets - grosse Absatzmärkte stehen dadurch unter einem Fragezeichen. Und Einnahmen, die den grossen Rohstoffproduzenten fehlen, können und werden diese auch nicht in Maschinen, Fertigungsanlagen und Fahrzeuge "Made in Germany" investieren. Da ist es doch nur rational, dass die internationalen, institutionellen Anleger nun aus deutschen Aktien die Flucht ergreifen. Denn ohne deren Abflüsse, wäre die Entwicklung des DAX nicht denkbar gewesen.

Das ist eben Fluch und Segen der Globalisierung. Der Aufstieg der Emerging Marktes hat das Exportmodell befeuert. Probleme in den Emerging Markets, lassen deutsche Aktien daher straucheln. Klar geht es dem deutschen Konsumenten durch einen niedrigeren Ölpreis besser und einigen Firmen, die Öl als Grundstoff kaufen müssen, auch. In Summe überwiegt aber derzeit die Angst vor dem weltweiten, konjunkturellen Dämpfer.

Wesentlicher Faktor bei der harschen Reaktion des Marktes, ist dabei auch die Unsicherheit, die aus der Geschwindigkeit des Einbruches resultiert. Würde der Ölpreis langsam abwärts bröseln, würden wir an den Märkten diesen scharfen Einbruch wohl nicht sehen, weil jeder Zeit hat, sich mit der neuen Situation zu arrangieren.

So aber ist es wie ein Wirbelsturm, der um die Welt geht und nichts hassen die Märkte mehr als Unsicherheit. Und wenn die Unsicherheit im Raum steht, ob Staaten oder Unternehmen in Zukunft noch ihre Rechnung bezahlen können, wird es schnell unangenehm. Der Kreditmarkt hat mit dem Junk Indikator diese Angst schon länger indiziert. Schauen sie, wie der ETF JNK nun eingebrochen ist:

JNK 16.12.14

Damit kommt der heute beginnenden FED Sitzung, die Morgen Abend um 20 Uhr ihr Ergebnis finden wird, massive Bedeutung für die Märkte zu.

Denn rein technisch gesehen, sind alle diese Assets nun so brutal überdehnt, dass eine Gegenbewegung eine ganz hohe Wahrscheinlichkeit hat. Eine Gegenbewegung zum Jahresende, deren Katalysator die FED sein könnte.

Es ist wie bei einem Gummiband - wenn das bis zum Zerreissen gespannt ist, dann schnappt es fast immer zurück. Leider aber nur "fast immer", denn manchmal reisst es auch mit einem Knall. Und das sind die seltenen, sehr gefährlichen Situationen an den Märkten.

Wir haben im Premium Bereich auch schon diverse Indikatoren besprochen, die darauf hindeuten, dass sich das grosse Geld nun für ein Reversal positioniert, das durch die FED getriggert werden könnte und dann doch noch zu Stärke zum Jahresende führt.

Alleine, es braucht dafür die Mithilfe der FED. Denn eines darf nicht passieren, die FED darf ihre Tonlage hinsichtlich einer baldigen Zinserhöhung nicht noch verschärfen. Denn würde das passieren, würde es den Dollar erneut stärken und damit die Probleme der Emerging Markets noch weiter verschärfen, die durch den Ölpreis sowieso schon massiv unter Druck sind. Sie wissen schon, Thema Kreditkrise, siehe letzter Artikel.

Viele Marktteilnehmer können sich aber nicht vorstellen, dass die FED noch Öl ins Feuer giesst und ich rechne auch nicht damit. Anders herum sehnt sich der Markt nun aber so sehr nach Beruhigung, dass er jeden freundlichen Nebensatz im Sinne einer geldpolitischen Taube aufsaugen wird.

Fazit:

Der Druck auf den Ölpreis ist geostrategisch gewollt und wird deshalb auch in 2015 hinein nicht schnell verschwinden. Im Gegenteil, auch tiefere Kurse bei Öl sind gut vorstellbar.

Die Probleme, die das in vielen rohstoffreichen Emerging Markets hervor ruft, die durch einen starken Dollar noch verstärkt werden, sind massiv und real. Und die Auswirkungen auf die deutsche Exportwirtschaft in 2015 hinein sind auch real.

Trotzdem ist die Lage nun so überdehnt und die Ängste nun so hoch, dass eine temporäre Gegenbewegung eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit hat und die heute beginnende FED-Sitzung ist dafür der ideale Katalysator.

Nur enttäuschen sollte die FED die Märkte nicht, denn wenn nun der Dollar noch stärker gemacht würde und der Ölpreis weiter abstürzt, dann hätten wir wirklich das Risiko, dass das Gummiband reissen könnte und wir an den Märkten einen crashartigen Einbruch erleben.

Eigentlich wollte ich um den Jahreswechsel gerne Ruhe und Abstand von den Märkten finden, aber der fiese Mr. Market macht mal wieder was er will. 😉

Alle Augen sind nun also auf die FED gerichtet. Im Premium-Bereich werden wir die Ereignisse live verfolgen und daraus unsere Schlüsse ziehen.

Diskutiere diesen Beitrag im Forum

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Kreditkrise 2015 in den Emerging Markets?

Der folgende Beitrag erschien schon Dienstag 09.12.14 08:55 in Hari Live

Es gibt ein paar Geschehnisse an den Märkten, bei denen kann man durchaus ein mieses Gefühl bekommen ......

Im Community-Forum wurde es schon anhand der ETFs JNK und HYLD erwähnt und ich will hier einmal den Gesamtkontext darstellen. Denn da könnte sich tatsächlich etwas zusammen brauen, was sich in 2015 dann entladen könnte: eine Kreditkrise in den Emerging Markets.

Denn durch den starken Dollar und den massiv fallenden Ölpreis, braut sich für einige Länder gerade ein perfekter Sturm zusammen.
gab es zuletzt einen Artikel, der die Zusammenhänge brauchbar darstellt, insofern muss ich das hier nicht selber tun.

Nun sind wir ja aber Fans davon, dem Markt zu folgen und nicht irgend welchen Berichten in Mainstream Medien, die typischerweise schon längst kalter Kaffee sind, wenn sie dann erscheinen. Schauen wir also mal, was surveybuilder.info und seine Price-Action dazu sagt.

Zunächst sehen wir am brasilianischen Aktienmarkt, dass ein fast perfektes "W" als Wendeformation - das normalerweise ein sehr starkes und belastbares Signal ist - ohne sichtbaren Anlass brutal zerlegt wurde und nun haben wir ein neues Verlaufstief. Das ist bedenklich:

EWZ 09.12.14

Wir sehen aber auch im übergeordneten weltweiten ETF der grossen Emerging Market Aktien EEM, dass auch hier eine valide Wendeformation kurz davor steht negiert zu werden. Hier besteht zwar noch Hoffnung, aber auch das ist sehr ungewöhnlich:

EEM 09.12.14

Und wir sehen im High Yield ETF JNK - der ein hervorragender Gratmesser für Stress im Kreditmarkt ist und den ich deshalb als "Junk-Indikator" benutze, dass dieser ein neues Verlaufstief generiert hat:

JNK 09.12.14

In Summe sendet die Price-Action also klare Signale, dass die oben verlinkte Story zu einer Kreditkrise in den Emerging Marktes - von medialen Übertreibungen abgesehen - durchaus Hand und Fuss hat.

Kann man daraus nun zwingend ableiten, dass diese Krise in 2015 so kommt?
Nein, denn letztlich hängt alles vom Dollar und vom Ölpreis ab.

Und ich habe den Mitgliedern ja zuletzt anhand des US Dollar Index mehrfach dargestellt, dass hier nun eine sehr gute Chance auf eine zumindest temporäre Wende besteht, die mit temporärer Dollar Schwäche einher geht. Hier ist das Chart erneut:

US Dollar Index

Und auch der Ölpreis ist so überdehnt, dass ein Snapper in die Gegenrichtung mehr als überfällig ist:

WTI 09.12.14

Insofern könnte dieser Artikel der Welt kurzfristig wieder den Punkt markieren, an dem eine Entwicklung im Mainstream ankommt und daher an den Börsen schon weitgehend verfrühstückt ist.

Trotzdem, nach einer recht wahrscheinlichen, temporären Gegenbewegung, bestehen im 2015 hinein gute Chancen, dass sich die Dollarstärke und die Ölpreisschwäche fortsetzt. Und dann spricht wirklich Einiges für eine Kreditkrise in einigen Emerging Marktes. Das Risiko ist also real und der Junk Indikator lügt hier nicht.

Ich sagte schon mehrfach im Mitglieder-Bereich, so sehr ich aktuell zum Jahresende mitnehme was geht, werde ich aber zum Jahreswechsel hin erst einmal abbauen und mit eher vorsichtiger Aufstellung in 2015 hinein gehen.

Denn die Erinnerung an den Jahreswechsel 2007/2008 sitzt mir noch im Nacken und ich sehe in Betrachtung des grossen Bildes keinen Grund, zu optimistisch und vor allem blauäugig in 2015 zu gehen - der Markt darf mich dann ja gerne vom Gegenteil überzeugen.

Und Börse - wie Geschichte - wiederholt sich zwar nicht, sie reimt sich aber manchmal. Deshalb hier das Chart des Jahreswechsels 2007/2008 zur Erbauung: 😉

S&P500 2007

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Emerging Markets – Reimt sich die Geschichte ?

Der folgende kurze Beitrag erschien vor 2 Tagen in Hari Live:

Die Emerging Markets, hier in Form des US ETFs EEM, dessen deutsche Entsprechung die WKN A0HGZT besitzt, sehen immer noch gut und bullisch aus. Ich habe darüber ja mehrfach geschrieben und wir haben diesen Trade in verschiedenen Facetten perfekt erwischt.

Allerdings stellt sich nun die entscheidende Frage, ob sich die Geschichte nicht auf fatale Art und Weise reimt, weswegen ich ganz kurzfristig mit weit engeren Stops operiere, aber im Trade bleibe:

EEM 19.05.14

Die Auflösung werden wir bald wissen. Wenn sich die Geschichte nicht reimt, wird der EEM schon bald ein neues Verlaufshoch generieren. Damit wäre dann nicht nur diese Replikation der Struktur vom Tisch, sondern ein bedeutender Bruch des mehrjährigen Abwärtstrends erreicht.

Und wenn der EEM hier zurück fällt, ist klar wohin die Reise wahrscheinlich geht und Stops müssen greifen.

Ich habe hier in Betrachtung der Gesamtsituation einen leichten Bias pro EMAs. Sprich ich gehe eher davon aus, dass die Zeit der Unterperformance der Emerging Markets dem Ende zu geht und der übergeordnete Abwärtstrend in diesem Zyklus gebrochen wird.

Aber trotzdem warte ich die Entscheidung ab und habe bis dahin sehr enge Stops. Denn einen Bias zu haben ist das Eine, rationales Handeln etwas Anderes.

Diskutiere diesen Beitrag im Forum

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Antizyklischer Einstieg in Brasilien und den Bovespa ?

Kann man mittel- und langfristig wieder in den brasilianischen Aktienmarkt einsteigen, der so lange so stark verprügelt wurde ? Hat der Markt nun tief genug korrigiert, um attraktive Chancen zu gewähren?

Eine spannende Frage, der ich mich mal auf Basis der Charts zu nähern versuche. Dabei benutze ich den mit Abstand grössten und liquidesten Brasilien ETF der Welt den , der in USD notiert.

Aber deutsche Anleger brauchen sich hier mal ausnahmsweise nicht zu grämen. Sie finden bei iShares in Form des die in Deutschland zugelassene Variante obigen ETFs.

Allerdinge würde ich die Chartanalyse und die Ein- und Ausstiegspunkte immer anhand des EWZ definieren, denn im liquidesten Markt haben diese auch die grösste Aussagekraft. Wenn der EWZ dann ein Signal gibt, setzt man es im deutschen ETF um. Natürlich hat man so eine Währungsdisparität, wenn man in Dollar denkt und in Euro handelt. Diese erscheint mir aber weniger bedeutend, als die Sorge, aufgrund illiquider "Nebencharts" falsche Schlüsse zu ziehen.

Nun aber zur ursprünglichen Frage. Nun könnte ich hier die üblichen Argumente zu den Emerging Markets wiederholen. Die positiven demographischen Faktoren auf der einen Seite. Und die Strukturprobleme, die die Märkte noch lange verfolgen werden, auf der anderen Seite. Diese Argumente führen uns aber nicht weiter, denn die sind bekannt und der Markt ist wo er ist, weil die Argumente sind, wie sie sind.

Schauen wir daher zunächst doch zur Orientierung einfach mal auf das langfristige Chart des EWZ seit 2002 mit Monatskerzen.

Brazil Monat 21.02.14

Die Aussage scheint erst einmal eindeutig. Wenn das Brasilien des Jahres 2014 strukturell immer noch das Brasilien des Jahres 2002 wäre, wäre das ein eher bärisches Chart!

Wir haben einen Top in 2008, dann nach dem Einbruch von 2008 ein klar niedrigeres Hoch in 2010 und danach einen klaren, bröselnden Abwärtstrend, der geradezu danach schreit, am Ende noch massiv nach unten wegzubrechen. So ein Chart würde man normalerweise nicht mit der Kneifzange anfassen.

Es gibt allerdings einen Faktor, der das Bild verschieben könnte. Denn richtig wäre die Schlussfolgerung nur, wenn sich die fundamentalen Daten der brasilianischen Wirtschaft wenig geändert hätten. Ob das der Fall ist, können Brasilien-Kenner besser beantworten als ich. Aber nach dem was man liest, ist das nicht mehr die Volkswirtschaft von 2002.

Die fundamentalen Fakten haben sich deutlich verbessert und Brasilien macht deutliche Fortschritte in die Moderne, während gleichzeitig der Index langsam zurück gekommen ist und die Übertreibung von 2008 langsam verarbeitet.

Wenn man 2008 als Anomalie betrachtet, könnte man sich mit etwas Phantasie sogar auf den Standpunkt stellen, dass wir gerade eine bullische Konsolidierung erleben, bevor die nächste Wachstumsphase startet. Letztlich hängt aber alles davon ab, wie man die Entwicklung der Volkswirtschaft betrachtet.

Und die Frage wird natürlich auch von politischen Unwägbarkeiten bedingt. Denn wenn da ein radikaler Sozialist und Populist ala Hugo Chavez an die Regierung käme, oder alternativ eine von dirigistischen Allmachtsträumen beseelte Abart der argentinischen Frau Kirchner, dann würde man wohl beobachten können, wie der EWZ unangespitzt in den Boden gerammt würde.

Insofern gibt es kein klares Signal durch das langfristige Chart. Wesentlich hilfreicher ist aber das mittelfristige Bild mit Wochenkerzen. Und das will ich Ihnen nun auch zeigen:

Brazil Woche 21.02.14

Und das Bild sagt ganz eindeutig: Ja! Man kann (nicht muss) nun mittelfristig - mit dem Blick auf 2 oder 3 Monate - mit Chancen in den EWZ einsteigen.

Denn wir befinden uns ganz klar am unteren Ende des Trendkanals und zeigen Anzeichen einer Wendeformation, wie mehrmals vorher auch schon. Eine solche Bewegung könnte in um die 10 Wochen wieder hoch zum oberen Trendkanal bei 50 USD führen und damit gute 20% generieren.

Nach unten existieren nahe und klare Stops unter dem letzten Tief und dem Trendkanal und begrenzen die Risiken, falls sich hier die Wende doch nicht realisiert. Auch vom Sentiment her dürfte klar sein, dass die Erwartungen an diesen Markt nun gegen Null tendieren. Es ist also eine wirklich antizyklische Wette, hier über ein Engagement nachzudenken.

Das Schöne an dieser Sicht ist, für diese Entscheidung auf der mittelfristigen Zeitebene ist es egal, ob Brasiliens Aktienmarkt nun billig oder teuer ist und wie sich die Volkswirtschaft entwickelt. Das ist eine Wette mit begrenztem Risko und begrenztem Zeithorizont aufgrund der klaren Chartstruktur. Man muss sich dabei bewusst sein, dass es eine temporäre Wette auf eine Gegenbewegung im langfristigen Abwärtstrend ist.

Und wenn der EWZ dann wieder nach unten dreht und sich der Abwärtstrend fortsetzt, dann geht man halt raus. Wenn es aber doch eine fundamentale Wende auch im Chart mit Monatskerzen wird, dann um so besser!

Insofern werfen Sie doch mal einen Blick auf einen Markt, den im Moment keiner mehr mag: den Bovespa und Brasilien !

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Diskutiere diesen Beitrag im Forum

Rio Tinto und die Stärke des Rohstoff-Sektors

Heute möchte ich Sie - ohne weitere Analyse - einfach nur auf eine bemerkenswerte Entwicklung aufmerksam machen.

Der lange schwächelnde Rohstoff-Sektor zeigt seit Anfang Februar deutliche Stärke und das nicht nur beim hier besprochenen Thema Gold und Silber.

Musterbeispiel dafür ist die Aktie des weltweit agierenden Rohstoffriesen Rio Tinto (WKN: 852147), die hier im Londoner Chart deutlich sichtbar, einen bemerkenswerten Ausbruch nach oben produziert:

Rio Tinto 12.02.14

Diese Entwicklung ist um so interessanter, als die Währungskrise der Emerging Markets deren Einfuhren an Rohstoffen eigentlich belasten sollte und gerade in den Emerging Markets sind doch die rohstoffintensiven Bautätigkeiten am stärksten ausgeprägt, während in Europa die Konjunktur immer noch zweifelhaft ist.

Wenn aber eine Aktie oder ein ganzes Segment trotz durchwachsener Nachrichten nach jahrelanger Schwäche nach oben schiebt, sollte man da genau hinschauen. Und insofern ist der gesamte Metals & Mining Sektor mit all seinen ETFs und Firmen nun in den kommenden Monaten vielleicht einen Blick wert ! Kurstechnischer Nachholbedarf existiert dort allemal. Und es gibt eine ganze Reihe von Untersektoren wie Uran oder Kupfer, die sich in interessanten Ausgangslagen befinden.

Diskutiere diesen Beitrag im Forum

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***