Charts zum Schaudern

"Eigentlich" ist die Marktlage am Anfang dieser Woche und damit Ende Mai durchaus voller greifbarer Gefahren.

Wir haben einen Leitindex SP500 an einer kritischen Wegmarke, der durchaus reif für eine grössere Korrektur erscheint. So wurde die "Trumpsche Aufwärtstrendlinie" seit seiner Wahl (in blau) durchbrochen, die 2017er Aufwärtstrendlinie wurde getestet und das OBV zeigt im SPY eine sehr klare, negative Divergenz:

Und wir haben in den US diverse Bluechips mit riskanten Chartformationen, die einen eher zum Schaudern bringen. Beispielhaft will ich hier General Electric und JP Morgan zeigen:

Das sind Charts, die eine Menge Abwärtspotential offenbaren. Es muss sich nicht entladen, aber wenn es das doch tut, wird es schmerzhaft.

Gleichzeitig beginnt mit Ende Mai eine Saisonalität, die sowieso den Börsen keine besonderen Bocksprünge mehr erlauben sollte und letzten Mittwoch ist der Markt auch politisch aufgewacht und hat zum ersten Mal eine negative Reaktion auf die politischen Geschehnisse in Washington gezeigt.

In Summe sehr viel gute Gründe, in den Indizes nun mal vorsichtiger zu werden und ein paar Gewinne mitzunehmen. Dem steht nur ein Argument entgegen, das aber bisher in diesem Jahr extrem mächtig war. Eben der Trend selber und damit verbunden die Algos, die dem BTFD (Buy The F***ing Dip) Reflex frönen und konsequent immer dann die menschenlichen Emotionen abgreifen, wenn es zu offensichtlich nach unten zu gehen scheint - so wie jetzt.

Irgendwann wird sich dieser BTFD-Mechanismus umedrehen und dann zu einer besonders aggressiven Abwärtsbewegung führen. Vielleicht ist dieser Tag schon morgen, vielleicht auch erst nächstes Jahr.

Da wir das aber nicht wissen und keine Glaskugel haben, ist erhöhte Vorsicht über den Sommer zwar angemessen, zu einer aggressiven Wette auf fallende Kurse sollten wir uns aber noch nicht hinreissen lassen und lieber abwarten und beim Trend bleiben. Sollte es wirklich abwärts gehen, müssen wir unser Verhalten dann halt anpassen.

Die paar Prozent "zu spät", die man durch diese Geduld aufs Spiel setzt, sind halt der Preis um nicht x-mal zu früh auf die Bremse zu treten und wieder den nächsten Schub zu verpassen, wie so oft in den letzten Monaten. Wer mit dem Trend geht, macht die Sache richtig und nicht wer sich permanent dagegen stellt, weil er es immer besser zu wissen glaubt. Und der übergeordnete Trend ist immer noch weiter hoch, auch wenn er jetzt brechen "könnte", das ist aber eben nur ein Konjunktiv und diesen Konjunktiv hatten wir schon öfter, ohne dass er eingetreten ist.

Ihr Hari

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Die begrenzte Aussagekraft von preisbasierten Oszillatoren



Eine der Besonderheiten dieser Plattform ist der Ansatz, den Mitgliedern grundlegende Zusammenhänge zu erklären. Und das nicht nur theoretisch, sondern immer wieder praktisch - eingeflochten in die Realität, die uns jeden Tag über die Märkte erreicht.

Dazu gibt es immer wieder Grundlagen-Artikel im Premium-Bereich, von denen ich heute mal wieder einen heraus greifen will um Ihnen zu zeigen, welche Inhalte Sie hier auch erwarten können.

Gerade im Bereich der Charttechnik gibt es leider auch medial zu viele, die einfach "bunte Linien" nachzeichnen, ohne den Kontext dessen was sie tun, verstanden zu haben. Zum teilweise schlechten Ruf der Charttechnik bzw der allgemeinen Markttechnik, hat das sicher beigetragen. Dabei ist die Markttechnik - richtig genutzt - das mächtigste und zuverlässigste Instrument das wir haben, wenn wir mit Mr. Market erfolgreich ringen wollen.

Der folgende Artikel stammt aus dem November letzten Jahres, ist aber wegen seiner grundsätzlichen Aussagen zeitlos gültig. Er wurde für den freien Bereich leicht angepasst um Referenzen zu glätten, die nur im Premium-Bereich aufzurufen sind.

Übrigens, falls Sie es noch nicht bemerkt haben, surveybuilder.info ist nun auch bei Twitter. Schauen Sie doch mal unter @HariMrMarket vorbei!

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Eine konkrete Frage stand vor Kurzem im Forum im Raum, nämlich in wie weit eine positive Divergenz des RSIs im Wochenchart, einen Edge in Richtung der Divergenz generiert. Sprich lohnt es sich zu kaufen, wenn der RSI eine positive Divergenz zeigt?

Ich will das als Anlass dazu nutzen, ein paar grundsätzliche Worte zu preisbasierten Oszillatoren wie dem RSI zu verlieren und auch zu thematisieren, welchen Wert Aussagen dieser Indikatoren, denn überhaupt für uns haben.

Zunächst einmal will ich das Wort "preisbasierter Oszillator" definieren, damit klar ist, was ich damit meine. Ich meine damit alle Oszillatoren (also Indikatoren, die die Bewegungen als Schwankungen zwischen zwei Extremen abbilden), die direkt auf den Preis, also die Kurse gehen.

Der RSI ist so ein Fall, ein preisbasierter Oszillator.

Die 200-Tage-Linie ist kein Oszillator, sondern eine Trendglättung.

Und das OBV ist nicht preisbasiert, da es auf das Volumen geht und auch kein Oszillator ist.

Hier geht es nun also um preisbasierte Oszillatoren, für die der RSI das bekannteste Beispiel ist.

Die erste klare und wichtige Aussagen, erscheint eine Binsenweisheit, wenn man das oben verstanden hat. Ich bezweifele aber, dass die Konsequenzen dieser Binsenweisheit allen wirklich klar sind und genau deswegen schreibe ich diesen Artikel:

Preisbasierte Oszillatoren beinhalten keinerlei neue Informationen, die nicht schon Teil des Charts selber sind.

Wie gesagt, das ist eigentlich eine Binsenweisheit, aber sie ist sehr wichtig für die Schlussfolgerungen, die ich gleich ziehe. Wenn wir zum Beispiel auf den RSI schauen, ist der nichts weiter als ein abstrakte Darstellung wesentlicher Elemente des Charts selber.

Oder in anderen Worten, wenn man auf das Chart einen geübten Blick hat, beinhaltet der RSI keine Überraschungen, denn man sieht das, was der RSI indiziert, auch im Chart.

Der RSI vergleicht ja genau genommen nur im definierten Zeitraum (oft 14 Kerzen) die Stärke der Kursbewegungen. Das Überwiegen stark fallender Kerzen, sorgt dann für einen schwachen RSI, das Überwiegen stark steigender Kerzen, sorgt für einen starken RSI.

Eigentlich also eine triviale Aussage, die der RSI macht, die aber zu Fehlinterpretationen führt, wenn man dem Indikator eine übertriebene Aussagekraft zubilligt, die er nicht hat. Denn der RSI ist eben nur die abstrakte - in einen Oszillator gepresste - Darstellung des Charts selber, ohne auch nur einen einzigen Krümel neuer Information.

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Grundlagen: Wie Sie mit Reversal Trades den Markt schlagen können

Webseiten und Angebote, auf denen Ihnen für ein paar Euro der Weg zu schnellem Reichtum geboten werden soll, sind unseriös. Zumindest das sollte mittlerweile unter Privatanlegern "Common Sense" sein. Wobei es dann trotzdem komisch ist, dass einen überall Banner anblinken, die einem "heisse Tips" zu Pennystocks versprechen oder ganz im Stile der Wahrsager der Steinzeit - durch Blick ins Gekröse sozusagen - den "Crash 2013" vorher sagen. Irgendwer muss da ja darauf klicken, sonst gäbe es diese Angebote wohl kaum. Wobei ... je mehr sich 2013 dem Ende nähert, desto mehr werden diese Banner dann auf "Crash 2014" umgestellt. Auch das Gekröse hat halt ein Verfallsdatum. 😉

Und nun komme ich auch noch daher und will Ihnen hier kostenlos erzählen, wie Sie immer wieder den Markt schlagen können. Einen Markt, von dem viele Volkswirtschaftsprofessoren mit ihren Modellen sagen, dass man ihn gar nicht dauerhaft schlagen kann, weil das alles Zufall sei. Einen Markt von dem wir wissen, dass die weit überwiegende Mehrzahl der Privatanleger darin auf die Dauer Geld verliert oder zumindest hinter der Marktperformance zurück bleibt. Den Markt schlagen ? Das schaffen nur die wenigsten. Und das dauerhaft immer wieder ? Das schafft nur eine verschwindend kleine Minderheit.

Und ich werde Ihnen nun einen von mehreren Wegen zeigen, auf dem das geht. Und ich kann dieses "Geheimnis" hier so einfach ausplaudern, weil - ganz offen - Sie es wahrscheinlich sowieso nicht hinbekommen werden. (Womit ich nun hoffentlich Ihren Willen und Widerstandsgeist geweckt habe, es mir nun "zu zeigen") 😉

Denn das Witzige an der Börse ist, es gibt gar keine super geheimen Tricks und Geheimnisse, die man kennen muss um erfolgreich zu sein. Was nötig dafür ist, ist eigentlich offensichtlich. Das Problem ist nicht das Wissen, das Problem ist die Umsetzung, denn unser menschliches Gehirn - durch die Anforderungen der biologischen Evolution mit automatischen Mustern versehen - arbeitet an der Börse unbewusst gegen uns. Und garantiert so die Verluste der Mehrzahl, ausser man lernt sich selber zu überlisten und um die Ecke zu denken. Und das schaffen nur die Wenigsten.

Warum das so ist, kann einem nur dann klar werden, wenn man eine der ganz entscheidenden Wahrheiten der Märkte intus hat: Die Kurse werden nicht durch Nachrichten, nicht durch die Vergangenheit und nicht durch die Gegenwart gemacht.

Die Kurse werden durch die Zukunfts-Erwartungen der Summe aller Marktteilnehmer gemacht.

Nachrichten und exogene Ereignisse beeinflussen diese Erwartungen, aber nicht die Nachrichten bewegen die Kurse, sondern die Zukunfts-Erwartungen, die wir mit unserer Ratio und auch mit unseren Emotionen aus dieser Nachricht ableiten. Deswegen interessiert den Markt auch die Verlustmeldung nicht mehr, mit der er schon gerechnet hat. Aber die überraschende Verlustmeldung, die plötzlich ein dauerhaftes Strukturproblem offenbart, die interessiert den Markt ganz massiv.

Und da diese Marktteilnehmer wir sind - wir Menschen zunehmend die von uns nach unseren Logiken programmierten Algos - treten wir am Markt defacto gegen uns selber an. Gegen unsere eigenen evolutionären Reflexe und unsere eigenen Gehirne. Und damit sollte klar sein, dass wir nur dann gegen uns selber gewinnen können, wenn wir beginnen "um die Ecke" zu denken und lernen, unsere fest verdrahteten Reflexe eher als Contraindikator zu benutzen.

Ein kluges Sprichwort im Markt sagt: "Wenn alle im Markt das gleiche denken, denkt keiner richtig !"

Darin steckt extrem viel Wahrheit. Denn da die Kurse keine abstrakte Grösse sind, die von einer unabhängigen Instanz festgelegt werden - da die Kurse "unsere" Kurse sind, die wir als Menschen machen - kann ein Kurs sich nicht mehr in die bekannte Richtung bewegen, wenn alle das gleiche denken und eine Bewegung in diese Richtung erwarten. Es sind dann schlicht keine weiteren Käufer mehr da, die sich in diese Richtung einkaufen könnten. Denn da "die Richtung" ja allgemeiner Common Sense ist, sind alle schon in diese Richtung investiert. Und zwanghaft müssen die Kurse in Folge sich in die Gegenrichtung entwickeln.

Erschwert wird die Situation für uns Menschen, weil genau in dem Moment wo alle das gleiche denken, sich diese Denkrichtung so gut und so richtig anfühlen wird. Ist ja auch klar, die Medien sind dann voll von "Analysen" und Meinungen, die alle nur in diese Richtung tröten.

Und hier schlägt unsere evolutionäre Konditionierung gnadenlos zu. Wir tun furchtbar gerne, was sich gut anfühlt. Und da wir soziale Wesen sind, heulen wir gerne mit der Meute. Wobei, wenn wir mit der Meute heulen, wir uns dabei besonders gerne einbilden, dass unsere Haltung ja etwas Besonderes, die "Avantgarde" oder "Contrarian" wäre. Das macht das Gefühl besonders schön, es fühlt sich gut an und wir sind auch noch "der Held". 😉

Nein, die harte Wahrheit ist: die Richtung gegen die Meute, der Trade gegen die allgemein akzeptierte Denkrichtung, den erkennen Sie immer daran, dass es der schwere Trade ist. Er fühlt sich "bescheiden" an und man muss sich bildlich die Nase zu halten, um diesen Trade einzugehen, denn er stinkt.

Glauben Sie mir und pinnen Sie sich das an die Wand: Wenn sich etwas gut anfühlt, ist es in der Regel Common Sense. Denn wir sind soziale Wesen und die Meute, das sind wir ! Auch wenn wir uns gerne das Gegenteil einbilden.

Daraus kann man zwingend ableiten, dass die profitabelsten Trades an der Börse die sind, die sich am miesesten anfühlen, zu denen man sich zwingen muss sie einzugehen. Und das ist tatsächlich so.

Wenn Sie nun aber nur mit diesem Parameter operieren, werden Sie krachend scheitern. Denn Sie werden nun in fallende Messer greifen, permanent einen "Fallen Angel" nach dem anderen anfassen nur um zu erleben, wie es noch weiter runter geht. Sie werden Ihr ganzes Kapital schnell verspielen.

Einfach nur "Contrarian" zu sein um der Gegenposition willen, funktioniert definitiv nicht. Das ist der Weg all der Anleger, die bei Praktiker, Solarworld und Commerzbank bei jedem Tief verbilligt haben, nur um zu sehen, wie die Kurse noch weiter fallen. Was fehlt also als zweiter Parameter ?

Ganz einfach: der Markt muss uns schon bewiesen haben, dass er die Wende vollziehen will. Und dafür gibt es die Parameter und Methoden der Markttechnik:

  • Wenn es am Tiefpunkt ein Kapitulations-Volumen gab ....
  • Wenn von da an die Überraschungen nach oben kommen, während dazwischen die Kurse nur mässig konsolidieren ....
  • Wenn erste gleitende Durchschnitte nach oben drehen ....
  • Wenn höhere Hochs und höhere Tiefs entstehen ....
  • Wenn es am Tiefpunkt Momentum Divergenzen gab ....

usw. usw.

Wenn diese Parameter zeigen, dass ein mögliche Wende schon läuft, während gleichzeitig die Wahrnehmung der Herde noch nach unten schaut und mittlerweile so konditioniert ist, dass sie nur noch eine Richtung ernst nehmen kann, dann entstehen die grössten Chancen und auch die grössten Gewinne.

Denn hier kommt uns eine weitere evolutionäre Konditionierung zu Gute, mit der unsere Gehirne gegen uns arbeiten und damit die Stimmung der Herde länger im alten Trend halten, als es objektiv gerechtfertigt wäre: es ist der Recency Bias. Wie Menschen neigen dazu, den Geschehnissen der nahen Vergangenheit eine emotional höhere Bedeutung zu geben, als der weiter entfernten Vergangenheit oder abstraktem Wissen. Sind Kurse lange genug nur gefallen, sehen wir jede Gegenbewegung automatisch wie ein pawlowscher Hund nur als neue Gelegenheit, wieder auf die alte Richtung zu drücken.

Wir Menschen brauchen typischerweise viel zu lange, um uns von der alten Logik zu lösen und zu erkennen, dass die Realität schon längst in eine neue Richtung läuft. In der Sprache der Sentiment-Analyse nennt man genau das die "Wall of Worry" - die Mauer des Zweifels - die steigende Kurse entlang klettern, bevor sie dann am Ende der Bewegung in die Phase der Euphorie eintreten, in der auch der letzte Idiot die neue Richtung erkennt. Dieser Moment ist aber nicht weit von einer erneuten Wende entfernt.

Deshalb brauchen wir unbedingt beide Bedingungen für den Erfolg und wer einfach nur als Contrarian agiert, ohne das technische Rüstzeug zu besitzen, eine potentielle Wende von einer kleinen Gegenbewegung im bestehenden Abwärtstrend zu unterscheiden, der wird ebenso scheitern und immer wieder blutig in fallende Messer greifen.

Nein, den Markt schlagen Sie nicht, in dem Sie sich permanent gegen ihn stellen. Den Markt schlagen Sie, in dem Sie ihm folgen und dabei aber zu den ersten gehören, die auf diesen neuen Zug aufspringen, bevor er endgültig den Bahnhof verlässt und Fahrt aufnimmt.

Deswegen müssen Sie lernen um die Ecke zu denken und Ihre eigenen Emotionen und Reflexe als Kontraindikator zu begreifen. Sie müssen lernen, Ihr Handeln nicht von Ihren Reflexen, sondern von objektiven Daten der Markttechnik abhängig zu machen. Und Sie müssen lernen, genau dann beherzt zuzupacken, wenn alle diese Parameter perfekt passen, auch und gerade dann, wenn Sie sich die Nase zuhalten müssen, um diesen Trade einzugehen. Die berechtigte Sorge vor einem Scheitern dieses schwierigen Trades, befriedigen Sie, in dem Sie zwingend eine Absicherung unter die alten Tiefs setzen.

Fazit:

Die profitabelsten Reversal Trades mit den grössten Gewinnchancen haben Sie dann im Depot, wenn Sie zwei Dinge gleichzeitig schaffen:

Erstens die Trades einzugehen, die sich mies und falsch anfühlen und an die niemand glaubt. Also die emotional schweren Trades zu machen.

Und zweitens - und das UND ist absolut zwingend - das aber nur zu tun, nachdem die Kurse schon nachweisbar eine Wende vollzogen haben, das allgemeine Sentiment der Marktteilnehmer aber noch in der alten Welt gefangen ist.

Wenn Sie beide Parameter gleichzeitig haben und dann noch eine sinnvolle Absicherung für den Fall des Falles finden, dann werden Sie immer wieder grosse Gewinntrades produzieren und so auf die Dauer die Märkte schlagen - auch wenn ein einzelner Trade mal schief gehen wird.

Diese Art von Reversal-Trade einzugehen, ist aber unglaublich schwierig, eben weil unsere Gehirne gegen uns arbeiten. Und deshalb kann ich dieses Geheimnis hier so offen ausplaudern. Die Mehrzahl schafft das sowieso nicht. Aber vielleicht ja Sie ?

Und wenn Sie das lernen wollen, dann stossen Sie doch zur surveybuilder.info Community dazu. Wir bieten Ihnen hier aber nur "Blut, Schweiss und Tränen" und keinen leichten Weg zum Erfolg. Den einfachen Weg gibt es nämlich nicht, wer Ihnen diesen verkaufen will, sollten Ihnen erklären, warum er Ihnen überhaupt noch ein Angebot machen muss und nicht schon längst im Privatjet auf dem Weg zu seiner eigenen Karibikinsel ist. 😉

Und noch etwas. Diese extrem profitablen Reversal-Trades gegen die Meute sind nicht die einzige Art und Weise, wie Sie den Markt schlagen können. Mit intelligenter Trendfolge geht das auch und noch dazu mit weniger emotionaler Forderung. Aber diese harten Reversal-Trades sind die, mit denen man am schnellsten die grössten Gewinne generieren kann. Weswegen man auch zwingend immer ein konsequentes Risikomanagement braucht, denn jeder Trade kann gegen einen laufen, alles am Markt ist nur ein Spiel mit Wahrscheinlichkeiten. Vergessen Sie das nie !

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DAX Marktanalyse – Geht die Rally weiter ? – DAX 8000 bald erreicht ?

Heute Abend im späten Handel der Wallstreet und nach Handelsschluss im DAX, möchte ich mit Ihnen meine aktuelle Sicht auf das grosse Bild der Märkte teilen.

Gehen wir die wesentlichen Punkte doch einmal Punkt für Punkt durch:

(1)

Kurzfristig ist der Markt überkauft und muss konsolidieren oder korrigieren. Wie der Markt auf einen überkauften Zustand reagiert, sagt viel über dessen innere Stärke aus. Und dieses Bild ist bisher positiv. Alles was bisher diese Woche passiert ist, ist bestenfalls eine milde Konsoliderung, die bullisch zu werten ist. Wir wissen alle, das sich das jede Minute ins Negative ändern kann, aber herum zu raten hat keinen Wert und bis jetzt ist es, wie es ist.

(2)

Mittelfristig hat der DAX die Hochs von 2011 hinter sich gelassen und es fehlt nicht mehr viel, um auch die historischen Hochs von 2007 bei über 8000 zu erreichen. All zu schwierig sollte das sowieso nicht sein, da der DAX ein Performance-Index ist und also selbst auf den historischen Hochs defacto noch 10-15% weniger Wert besitzt als 2007, nämlich genau in der Höhe der seitdem geflossenen und in den DAX eingerechneten Dividenden.

Ich kann im langfristigen Wochen-Chart des DAX im Moment nichts erkennen, was zwingend eine Topbildung indiziert. Sicher haben wir eine kleine negative Divergenz im RSI, die man aber in dieser Höhe des RSI nicht überwerten muss. Auch 2011 erreichte der RSI seinen Höchststand Monate vor dem endgültigen Top des DAX.

Schauen Sie mit mir doch mal auf das langfristige Wochenchart des DAX seit 2006, um dieses Bild zu unterstreichen:

DAX 10.01.13 master

Das für mich aus dem Chart heraus wahrscheinlichste Szenario habe ich eingezeichnet. Und das ist ein erneuter Anlauf auf die 8000er Marke, nachdem diese Konsolidierung abgeschlossen ist. Dann aber sind wir möglicherweise für eine grössere Korrektur reif.

(3)

Ein weiteres Indiz dafür, dass diese Rally noch Beine hat, ist das Verhalten der Aktien der zweiten Reihe. Dort gab es in den letzten Monaten viele, die die Rally der Indizes und damit der grossen Bluechips nicht mitgemacht hatten. Nun wechseln auch diese Aktien in den Rally-Modus und das spricht dafür, dass dieser Bulle noch nicht am Ende ist. Nehmen Sie Aktien wie Wacker Chemie, SGL Carbon, Klöckner usw., alles klassische MDAX oder SDAX Werte, die nun grosse Sprünge von teilweise 5 und mehr Prozent pro Tag vollführen. Auch die konsistente Stärke des MIB40 und des IBEX35 ausserhalb Deutschlands zeigen, dass die Erholungsbewegung in der Eurozone wohl noch nicht zu Ende ist.

(4)

Zusätzliches Feuer bekommt diese Rally aus Asien, von der wieder anziehenden chinesischen Konjunktur und der aggressiven Schwächung des Yens. Auch diese Trades laufen weiter und geben keine Signale einer Trendwende.

(5)

Die grösste Gefahr dieser Rally geht im Moment ohne Frage von den USA aus. Denn die Diskussionen um das Debt Limit werden hart werden und die Verwirrung gross. Ich gehe fest von einer weit gefährlicheren Eskalation aus, als zum Thema "Fiscal Cliff", weil nun möglicherweise auch persönliche und politische Rechnungen beglichen werden, die aus den Verhandlungen um die Fiskalklippe resultieren. Und dieses Thema ist für die Weltwirtschaft auch weit gefährlicher, schon der August 2011 hat ja gezeigt was passiert, wenn die Kreditwürdigkeit der USA in Frage steht.

Aufgrund dieser absehbaren Entwicklung treten viele professionelle Marktteilnehmer nun zunehmend auf die Seitenlinie. Auch wenn ich das für eine prinzipiell richtige Annahme halte, könnte der Zeitpunkt zu früh sein. Denn Mr. Market geniesst es einfach zu sehr, so ein positives Gefühl wie im Moment haben zu können. Und die Rally zieht im Moment noch frisches Geld in den Markt hinein. Für Sorgen und für Panik ist dann ab Februar noch genug Zeit.

(6)

Auch die Notenbanken geben im Januar Gas, nicht nur das die japanische Notenbank nun massiv Geld druckt, auch die FED hat im Januar keine einzige POMO-Sell Operation auf der Agenda, was gegenüber letztem Jahr ein Novum ist. Für genügend Liquidität ist also definitiv gesorgt und Liquidität ist immer noch der entscheidende Treibsatz der Börsen.

(7)

Unterstützt wird meine kurzfristig nach wie vor optimistische Sicht erneut von der aktuellen Analyse von , die ich Ihnen zum Studium empfehle.

Fazit:

Ich halte es für das wahrscheinlichere Szenario, dass diese Rally nach der derzeitigen Pause noch einmal einen kräftigen Schluck aus der "Kurspulle" nimmt. Sollten danach die Rahmenbedingungen immer noch die gleichen sein wie aktuell, werde ich diesen Schub dann aber wahrscheinlich verkaufen und in die Stärke hinein langsam aussteigen. Ich möchte mir das Spektakel im März dann lieber von der Seitenlinie anschauen.

Sollte es in den kommenden Wochen dazu aber positive Nachrichten geben, die auf eine schnelle Einigung oder Lösung hindeuten, könnte diese Rally sogar weit ins Frühjahr hinein weiter laufen und ich würde meinen Ausstieg dann abblasen.

Als Stop - für den unwahrscheinlicheren aber doch möglichen Fall, dass wir uns doch gerade in einer Topbildung befinden - bieten sich mir aktuell die Tiefs der "Fiscal Cliff" Verwirrung von kurz vor Weihnachten an. Sollten wir diese demnächst unterbieten, muss man die Rally massiv in Frage stellen.

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen !

Ihr Hari

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In eigener Sache – Die Mission dieses Blogs

Hallo liebe Leser,

ich grüsse alle aus Istrien (=Kroatien, Adriaküste Südlich Triest). 🙂 Nach einigem Hin- und Her haben wir eine tolle kleine Suite direkt am Meer, vor allem mit einer gut funktionierenden Klimaanlage - hier sind über 30 Grad und gegen Ende der Woche sollen es bis 40 werden ... puuh. Und ich habe einen WLAN, wunderbar ... 😉

Wenn also jemand der Leser hier in der Nähe gerade im Urlaub ist -> direkte Mail an mich, erlaubt dann Börsengespräche mit Blick aufs Mittelmeer. 🙂

Zur Sache und dem was Z88 in einem Kommentar auf die Frage von Johann geschrieben hat:

Kann ich alles unterschreiben was Z88 gesagt hat ! Sehr treffend ! An der Stelle wo er die Alternativen "Buffet oder Technik" erklärt hat, möchte ich unten noch ergänzen - ich bin sicher, er hat das selber auch im Sinne wie folgt gemeint:

Es gibt unzählige Methoden, mit denen man am Markt erfolgreich sein. X Facetten der technischen Analyse, Mischformen, X Facetten der fundamentalen Analyse. Mit fast allen (so sie kein Unfug sind) kann man erfolgreich sein und es gibt auch zu fast jeder Methode Menschen, die damit ihren persönlichen Stil gefunden haben. Es ist also nicht entweder/oder, sondern Erfolg beim Trading kann auf unterschiedlichsten Wegen kommen.

Aber allen ist etwas gemeinsam, was Z88 gut beschrieben hat: Erfolg kommt bei jeder Methode nur mit harter Arbeit, Fleiss und Disziplin ! Man muss sich zwingend einen "Edge", einen Vorteil gegenüber den anderen, erarbeiten. Und wer glaubt dazu reicht es ein Börsenmagazin zu lesen und dann mal hier kurz nachzulesen was Hari sagt, der ist - mit Verlaub - naiv und hat nicht wirklich verstanden, was ich hier schon in x Artikeln erklärt habe.

Denn das was alle anderen Marktteilnehmer auch wissen, kann unmöglich einen Edge gegenüber dem Markt darstellen. Und damit kommen wir zu dem, was ich hier im Blog versuche zu erreichen und was nicht.

Bevor ich das genauer erkläre, möchte ich alle noch einmal dringend auf meinen folgenden Artikel hinweisen, den viele der neueren Leser sicher übersehen haben:
-> Der Trader das unbekannte Wesen <-.
Darin erkläre ich ein paar Grundvoraussetzungen für Erfolg. Jedem der auf diesem Wege Geld verdienen will, sei der Artikel ernsthaft zur Lektüre empfohlen !

Wenn Sie das gelesen haben, wissen Sie, dass ich mit einer "Mischform" erfolgreich bin. Sozusagen technisches Trading basierend auf einem fundamental ausgewählten Aktienuniversum. Das ist meine "surveybuilder.info-Methode".

Was ich Ihnen dazu hier im Blog anbiete, ist aber nur ein Bruchteil und nur die Spitze des Eisberges meiner Methode. Mein Ziel ist es, möglichst viele Anleger, aus der Abhängigkeit von selbsternannten Gurus zu befreien und wirklich relevantes Grundlagenwissen zu vermitteln. Deshalb sind die Informationen im Blog auf Breite, aber nicht auf Tiefe angelegt, sie sollen wie ein "Appetizer" sein, der Sie ermutigt sich selber mit den Themen zu beschäftigen. Sie sollen Ihnen das Grundgerüst an Überblickswissen vermitteln, damit Sie in der Lage sind, dann Ihren eigenen Weg zu finden.

Nehmen wir als Beispiel den Anstoss, den ich Ihnen vor kurzem zum Thema Divergenz gegeben habe. Bitte glaube Sie nicht, es sei wirklich so einfach sich einen Edge zu erarbeiten: RSI anschauen, Kursverlauf anschauen, Edge fertig, Erfolg garantiert 😉 Schön wärs. Das Beispiel war ein Appetizer in die Welt der Divergenzen.

Ich bin mit meiner Methode auch nicht deshalb erfolgreich, weil ich oberflächlich auf 2 Parameter schaue. Ich habe vielmehr aufgrund meines beruflichen Hintergrunds und meiner Trading-Erfahrung einfach einen Wissensschatz und eine Breite und Tiefe bei der Methodik, die ich zu meinem Erfolg einsetze. Die Tiefe kann ich hier aber unmöglich kommunizieren und will ich auch nicht, das übersteigt das Format eines Blogs, das wäre eher ein Lehrbuch oder ein Tutoring, wo ich jemandem länger über die Schulter schaue und intensiv diskutiere.

Nehmen Sie das Thema der Fibonacci-Retracements (RT), ein riesen Thema, da kann man extrem viel zu sagen, was mit der Methode geht und was nicht. Wenn ich diese Diskussion hier im Blog führen würde, würde ich aber 90% der Leser zurück lassen, diese würden nicht mehr weiterlesen und der Blog würde sein Ziel nicht erreichen. Er würde nicht mehr Menschen zu mehr Börsenwissen verhelfen, sondern zu einer Spezialisten-Plattform für technische Trader werden. Das ist aber nicht meine Absicht !

Um es also ganz hart zu formulieren, wer glaubt er braucht nur zu lesen was ich schreibe, dem dann folgen und würde so erfolgreich sein - ist völlig auf dem Holzweg und hat trotz meiner vielfachen Erklärungen noch nicht verstanden, worum es geht !

Sie müssen sich Ihren eigenen persönlichen Stil, Ihren eigenen Edge erarbeiten und das ist harte Arbeit, bei der man ganz tief runter in die Mühen der Ebene muss. Was ich für Sie sein kann und sein will, ist eine Art freundlicher "Fremdenführer" ohne versteckte wirtschaftliche Interessen, der Ihnen Hinweise gibt, wo so ein Edge zu finden sein kann und der Sie vor unnötigen Irrwegen bewahren kann. Wenn Sie so wollen, bin ich ein Scout der Ihnen zeigen kann wo das Wild rumsteht. Jagen und das Wild erlegen, müssen Sie aber selber !

Und zum Schluss noch ein Hinweis, den ich Ihnen nicht ersparen kann. Selbst wenn man viel Wissen und Erfahrung hat und wenn man daraus fast einen Fulltime-Job macht, ist das keineswegs die Garantie richtig zu liegen und immer Geld zu verdienen ! Man liegt dann vielleicht zu 60% richtig, die 40% schmerzen aber immer noch. 😉

Alles was gute Trader mit all dem Aufwand schaffen, ist an verschiedene Zukunftsszenarien Wahrscheinlichkeiten zu kleben, die vielleicht etwas zutreffender sind, als das was Otto Normalanleger erwartet. Wenn man das aber dauerhaft schafft, stellt sich Erfolg früher oder später ein.

Fazit:

Dauerhafter Erfolg am Markt ist ein Beruf, der eine hohe Qualifikation erfordert. Das funktioniert nicht schnell und nicht über Nacht, sondern nur wenn man sich reinhängt. Ingenieur, Steuerberater oder Architekt wird man aber auch nicht über Nacht.

Wenn Börsenerfolg leicht wäre, warum scheitert dann die Mehrheit ? Was mich nur erstaunt ist, wie viele trotzdem immer wieder den Schallmeienklängen des vermeintlich schnellen Reichtums erliegen.

In diesem Sinne lade ich Sie ein, diesen Blog als Ihren freundlichen Scout zu nutzen, der Sie vor Irrwegen bewahrt. Das Wild verfolgen, den Gebrauch Ihrer Waffen trainieren und das Wild erlegen, müssen Sie aber selber !

Ihr Hari

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Hari´s Märkte am Abend – 08.06.12 – DAX sucht Richtung, surveybuilder.info mit Live-Tips

22 Uhr - Handelsschluss

Am frühen Morgen war ich heute mit DAX-Shorts im Markt, weil ich davon ausging, dass wir heute unter 6000 schauen würden. Zunächst entwickelte sich der Markt auch wie erwartet, die Short waren gut im Plus. Dann kamen aber immer mehr Gerüchte und Nachrichten die nahelegten, dass Spanien doch unter den Rettungsschirm schlüpfen wird.

Das stabilisierte dann die Indizes, da damit die grösste Angst vor Bankpleiten erst einmal abflaute. Während die Banken am frühen Morgen noch massiv im Minus waren, konnte der Sektor sein Minus dann im weiteren Handelsverlauf reduzieren. Trotzdem wirkte die Enttäuschung über Bernanke noch deutlich nach, konjunktursensible Titel kamen den ganzen Tage nicht so richtig in die Gänge. Meine Shorts wurden durch Stops dann mit minimalen Gewinnen vom Tisch genommen, die Zeit danach war der Markt eher richtungslos und ohne Überzeugung unterwegs.

Bemerkenswert fand ich heute den französischen Umweltdienstleister Veolia (WKN 501451), der nach einem sehr positiven Kommentar von Barcleys im schwachen Markt deutlich im Plus war. Diese Stärke war aber auch schon die letzten Tage zu bemerken, es scheint so, als ob die Kurse um 9€ die letzten Freitag aufgerufen wurden, eine hervorragende Kaufgelegenheit waren. Das ich Veolia gegenüber grundsätzlich positiv eingestellt bin, dürfte nach diversen Artikeln ja bekannt sein.

Darüber hinaus war es eher ein ruhiger Tag, an dem sich Mr. Market nicht so richtig entscheiden konnte. Auch Gold und die Goldminen robbten sich wieder etwas hoch, hier bin ich aber noch nicht überzeugt, ob nicht noch ein weiterer Schwall nach unten kommt, mein Chart von gestern mit dem "Stern" für den GDX gilt unverändert. Ich lasse mich natürlich auch gerne vom Gegenteil überzeugen, da ich weiter Long im Sektor bin und eher davon ausgehe, dass wir den Boden schon gesehen haben.

Für das grosse Bild im DAX will ich daher nur noch einmal das Tageschart zeigen. Sie sehen schnell, dass wir immer noch voll im Abwärtstrend sind und die Aussagen von gestern unverändert weiter gelten. Ich sehe eine Chance Anfang nächster Woche weiter zu steigen und die 200 Tage Linie erneut zu testen. Je näher wir den Griechenland-Wahlen kommen, desto eher rechne ich aber wieder mit Gewinnmitnahmen der Marktteilnehmer aus reiner Vorsicht. Die grossen Trends müssen wohl noch bis nach den Wahlen warten, wenn nicht seitens der Politik und Notenbanken doch noch Bedeutendes in der kommenden Woche passiert.

Ich möchte daher die Gelegenheit des ruhigen Tages nutzen, Ihnen anhand des aktuellen Charts des S&P500 ein wichtiges Konzept der technischen Analyse nahe zu bringen: die Divergenz. Ich habe diesen Begriff schon öfters genutzt und ich bin sicher, viele der weniger erfahrenen Leser wissen damit nicht so richtig etwas anzufangen. Ich werde im Folgenden aber auch nicht das ganze Konzept erklären, das übersteigt einen solchen Blogeintrag und haben andere schon so gut gemacht, dass ich es nicht besser könnte. Ich möchte Ihnen aber einfach einen konkreten Anstoss geben, dazu selber zu lesen und zu forschen, denn das Konzept hat hohe Bedeutung !

Der Anstoss soll mein "Geheimnis" sein, warum ich Anfang der Woche sozusagen "auf den Punkt" bullisch wurde, nachdem ich Wochen vorher ja immer zu einer bärischen Sicht neigte. Dafür war natürlich nicht nur ein Kriterium ausschlaggebend, wie ich schon mehrfach schrieb, brauche ich mehrere unterschiedliche Signale in die gleiche Richtung um ein profitables Setup zu identifizieren - und ausserdem brauche ich ja auch noch Futter für weitere Artikel. 😉

Aber ein wichtiges Signal für eine Wende am Markt, war schon Ende letzter Woche eine deutliche Divergenz zwischen der relativen Stärke (RSI) und dem Kursverlauf des S&P500.

Schauen Sie mal auf den Tages-Chart des S&P500:

Sie sehen, dass der Kurs des S&P500 Ende letzter Woche ein neues Tief produzierte und unter den 200er Moving Average fiel. Gleichzeitig produzierte der RSI aber ein höheres Tief ! Das nennt man eine "bullische Divergenz" und ist ein bedeutendes Signal, weil es bedeutet umgangssprachlich, dass der Markt unter der Oberfläche mehr Stärke aufbaut, als an der Oberfläche im Kurs zu sehen ist. Die präzise Definition des RSI können Sie leicht an anderer Stelle nachlesen.

"Divergenz" im Zusammenhang der technischen Analyse bedeutet also, dass man Indikatoren hat, die den Schluss nahe legen, dass "unter der Decke" anderes im Gange ist, als sich an der Oberfläche des Marktes dem schnellen Blick zeigt.

So eine Divergenz ist keine Garantie, sie kann durch andere Faktoren überlagert oder ausser Kraft gesetzt werden. Sie ist aber ein bedeutender Hinweis. Wenn dazu dann wie letzte Woche extrem negatives Sentiment, abnehmende Marktbreite bei den Aktien die neue Tiefs produzieren, Buying on Weekness Signale im Moneyflow, usw. usw. kommen, produziert das eine gute Wahrscheinlichkeit (keine Garantie) für eine Trendwende. Im DAX war diese Divergenz so nicht da, aber im Zweifel setzt der Leitindex S&P500 die entscheidenden Signale für das grosse Bild der Märkte.

Übrigens, wenn Sie auf den Chart schauen, sehen Sie vielleicht auch die deutlich bärische Divergenz der beiden grossen Hochs im März und April. Der RSI war im April schon weit tiefer, als er hätte sein dürfen, das indizierte den weiteren Absturz. Falls Sie das Konzept noch nicht kannten, hoffe ich, dass Sie nun genügend beeindruckt von der Vorhersagekraft sind, um sich damit weiter zu beschäftigen.

Erfolg an den Börsen ist einfach ein Spiel mit den Wahrscheinlichkeiten einer prinzipiell unbestimmten Zukunft - ohne den kleinsten Hauch einer Garantie. Jeder der etwas anderes behauptet und im Zusammenhang mit Mr. Market von "Sicherheit" schwafelt, steht unter dem dringenden Verdacht, nur an Ihr Geld zu wollen.

Aber das war Anfang der Woche eindeutig ein richtig profitables Setup mit gutem Chance/Risiko Verhältnis und deshalb wurde ich optimistisch. Was an Nachrichten in den Medien stand, war für diese Erwartung völlig irrelevant, hätte ich mich daran gehalten, hätte ich bis über beide Ohren in Shorts stecken müssen und wäre übel rasiert worden. 😉

Nächste Woche dürfte dann an den Börsen eine Übergangswoche hin zu den wichtigen Wahlen in Frankreich und Griechenland sein. Der Markt dürfte besonders aufmerksam auf die Umfragen starren und ein Wechsel zwischen Hoffen und Bangen ist somit fast garantiert. Erholen wir uns daher nun, wir werden nächste Woche wohl Kraft brauchen.

Zum Abschluss erneut ein Hinweis in eigener Sache:

Wenn Sie rechts oben in den Blog schauen, ist Ihnen vielleicht schon die Rubrik "Hari´s Live Tips" aufgefallen. 😉

In Zukunft gilt: wenn mir am Handelstag etwas besonderes auffällt, das ich für bemerkenswert halte, werde ich Top-aktuell und Live dort einen kurzen Hinweis einstellen, oft auch mit Link !

Erwarten Sie aber bitte nicht, dass ich hier das normale Börsengeschehen kommentiere, welches sie auch selber in jedem normalen Börsentool und auf den bekannten Nachrichtenseiten nachvollziehen können. Was ich hier verlinke, soll Mehrwert abseits des Offensichtlichen darstellen. Die bisherigen Tips sind daher auch nur Testeinträge, erst ab nächster Woche geht es richtig los und mehr als 5-10 Tips pro Tag werden es sicher nicht, eher weniger. Ich hoffe, für Sie wird surveybuilder.info dadurch noch spannender und aktueller und ich hoffe auch, Sie freuen sich über diese neue Funktionalität. 🙂

Übrigens, sobald ich dafür die technischen Grundlagen habe, werden diese (und andere neue) Funktionalitäten nur noch für aktive und damit registrierte Leser sichtbar sein. Ich will damit den Community-Gedanken fördern und den Lesern einen Vorteil verschaffen, die sich hier auch selber einbringen oder zumindest registrieren. Der bisherige Inhalt des Blogs mit seinen Artikeln und Kommentaren bleibt bis auf weiteres für jedermann sichtbar.

Ab nächste Woche geht es los, ich bin gespannt, wie sich das entwickelt !

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende !

Ihr Hari

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Hari´s Märkte am Abend – 21.05.12 – Kurzbericht

22 Uhr - Handelsschluss

Heute nur ein Kurzbericht, weil ich durch technische Probleme kaum zum geordneten Arbeiten gekommen bin.

(1) Das war heute ein typischer technischer Bounce, unterstützt von unspezifischer Hoffnung, dass beim EU Sondergipfel am Mittwoch etwas Positives heraus kommt.

(2) Wir haben den Abwärtstrend mit der heutigen Bewegung aber (noch) nicht gebrochen ! Insofern gibt es keinerlei Grund den heutigen Tag überzubewerten. Der Abwärtstrend ist (noch) intakt.

(3) Ehrlich gesagt tue ich mich schwer mir vorzustellen, was da am Mittwoch Positives heraus kommen soll. Ich denke der Termin dient vor allem dazu die politischen Kräfte in der neuen Konstellation mit Hollande zu testen. Wirklich durchgreifende Ergebnisse erscheinen mir bei so einem Setup unmöglich, ausser unsere Regierung knickt völlig ein und stimmt in den allgemeinen Chor ein, der nach ein paar Monaten fasten, gleich schon wieder zur fiskalischen Völlerei wechseln will.

(4) Trotzdem hat der Markt nun wirklich Potential für einen ausgedehnten Bounce, die heutige massive Stärke bei Apple (WKN 865985) mit 5% Plus sehe ich als positives Signal. Insofern könnte es morgen noch mal einen guten Tag geben und wir müssen uns dann im morgigen späten Handel die entscheidende Frage stellen, ob diese Stärke in den EU Gipfel hinein wieder zu verkaufen ist, oder ob sich doch eine Wende abzeichnet.

(5) Ein sehr typischer Ablauf wäre, wenn der Markt nach einem mehrtägigen Bounce wieder abkippt und dann in einem richtigen Selloff neue Tiefststände auslotet. Dieser Panik-Selloff fehlt nämlich noch. Idealerweise drehen aber die Oszillatoren bei diesem finalen Selloff schon wieder hoch, bilden eine Divergenz aus und die Marktbreite beim Absturz nimmt ab. Würde es so kommen, wäre es dann ein idealtypisches Setup für eine Wende. Eine echte Wende zum jetzigen Zeitpunkt wäre dagegen eher ungewöhnlich. Aber ungewöhnlich heisst nicht unmöglich, wir befinden uns als lebende Versuchskaninchen mitten in einem geschichtlich einmaligen Experment, da muss man mit historischen Vergleichen vorsichtig sein.

(6) Die Goldminen haben heute eindrucksvoll bestätigt, dass hier eine bedeutende Wende im Gange zu sein scheint. Über 3% Plus im GDX, während Gold um die Nulllinie schwankt, sind eine klare Ansage ! Um nach oben freie Fahrt zu bekommen, sollte der GDX noch die 44 USD erobern, dann ist die Wende wohl endgültig vollendet. Wer in der aktuellen Lage nach einem attraktiven Long-Setup sucht, bekommt hier vielleicht eines auf dem Gold- und Silber-Tablet präsentiert.

(7) Auch der US Kohlesektor ist heute deutlich im Plus. Arch Coal (WKN 908011) mit 7%. Derartige Tage häufen sich in letzter Zeit und ich wiederhole was ich schon vor Wochen sagte, die Tage des permanenten Absturzes sind scheinbar vorbei, der Sektor ist für mich nun höchst spannend. Aber von einem steilen Anstieg sind wir wohl noch entfernt, es dürfte volatil weiter gehen.

(8) Facebook (WKN A1JWVX) verliert heute ca. 11% und rutscht deutlich unter den Emissionspreis. Ich muss ganz ehrlich gestehen, dass ich mir ein hämisches Grinsen nicht verkneifen konnte. Der Wunsch der Altaktionäre hier beim Börsengang einfach abzusahnen, war wirklich zu offensichtlich.

Mir ist der Hype um Facebook persönlich sowieso ein Rätsel. Und damit meine ich nicht die Sicht der Börse, wenn mir Millionen Menschen freiwillig ihre Geheimnisse anvertrauen würden, wäre ich auch euphorisch ob der wirtschaftlichen Verwertbarkeit. Ein Rätsel sind mir vielmehr die Menschen die Zuckerbergs Reichtum erst ermöglichen. Denn das sind oft die gleichen Menschen, die bei der Vorratsdatenspeicherung den Orwellschen Überwachungsstaat an die Wand malen, aber scheinbar kein Problem damit haben, einem "Bubi mit Sendungsbewusstsein" namens Zuckerberg, ihre Freunde, Einkaufsgewohnheiten, sexuellen Vorlieben, privaten Verhältnisse etc. etc. anzuvertrauen.

Und das obwohl ja offensichtlich ist, dass das ganze Geschäftsmodell das die Börse mit fast 100 Milliarden USD bewertet, in meinen Augen ausschliesslich darauf beruht, diese sehr privaten Informationen der Menschen zu Geld zu machen. Und zwar vor allem durch Datamining, mit dem Firmen und anderen Interessenten die höchst privaten Lebens-Profile der Facebook-Jünger zur wirtschaftlichen oder sonstigen Verwertung verkauft werden, natürlich nach datentechnischer Aufbereitung und "Veredelung".

Während man mit der Speicherung einer IP Adresse, deren Zweck die Verbrechensbekämpfung ist, ein Problem hat, lässt man sich dann aber mit im wahrsten Sinne des Wortes "heruntergelassenen Hosen" des gesamten eigenen Lebens offen auf beliebigen Servern der Welt speichern. Mir wird das ein ewiges Rätsel bleiben. Und wenn man wirklich soviel Angst vor dem "bösen" Staat in Sachen Vorratsdatenspeicherung hat, warum kommt dann keiner auf die Idee, dass CIA, NSA etc selbstverständlich auch Facebook nutzen und im Sinne des Patriot Act auch vermutlich Direktzugang auf die Server haben ? Alles sehr merkwürdig für mich.

Insofern kann ich zum heutigen Absturz der Facebook Aktie nur sagen: LIKE 😉

Am Ende muss ich wohl akzeptieren, dass ich mit meinem Staatsverständnis scheinbar eine Minderheit bin. Denn in meiner Welt sollte sich der Staat bitte aus meinem normalen Leben heraus halten und aufhören mich an allen möglichen sinnlosen Stellen durch Vorschriften, Gesetze und Verordnungen zu gängeln, wo es nicht notwendig ist. Auf der anderen Seite muss der Staat aber unbedingt in seinen Kernaufgaben stark sein. Und dazu gehört nicht nur Verteidigung, sondern unter anderem auch der ordnungspolitische Rahmen und die Erhaltung der öffentlichen Ordnung - sprich unter anderem Verbrechensbekämpfung. In breiten Schichten der Bevölkerung scheint es genau umgekehrt zu sein. Gegen allgemeine Gängelei wie man sein Leben zu führen hat, hat man nichts einzuwenden, bitte mehr davon wenn es politisch korrekt verpackt wird. Aber wehe der Staat zeigt in seinen Kernaufgaben mal klare Kante. Dann steht Orwell gleich vor der Tür. Für mich eine verkehrte Welt .....

Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend !

Ihr Hari

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