Deutsche Telekom – dabei bleiben!

Der folgende kurze Hinweis erschien Mittwoch 24.09.14 15:20 in Hari Live.

Sie wissen als treuer Leser ja, wie viel Bedeutung ich dem Verhalten von Aktien in schwachen Marktphasen zubillige. Aktien, die in diesen Phasen stabil bleiben oder sogar steigen, sind mehr als einen Blick wert und klare Kandidaten für die Watchlist, deutlich über die Schwächephase hinaus.

Eine der DAX Aktien, die aktuell dieses Verhalten zeigt, ist die Deutsche Telekom. Wir haben im Premium-Bereich den Schub ausgehend von der wichtigen Unterstützung bei 11€ sehr schön getroffen. Zuletzt hatten wir sogar eine Tassenformation (Cup´n Handle), die ich in Hari Live am Freitag 19.09.14 10:25 thematisiert hatte.

Die Enttäuschung über den vorläufig gescheiterten Verkauf von T-Mobile US ist im Kurs verarbeitet und der Blick des Marktes kann sich wieder nach vorne richten.

Und was macht die Telekom Aktie nun in der aktuellen Marktschwäche? Sie zeigt relative Stärke und bestätigt den Ausbruch aus der Cup´n Handle Formation. Also: Unter 11€ absichern und ansonsten dabei bleiben!

DTE 24.09.14

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10 Erwartungen an DAX & Co. , die zu offensichtlich sein könnten, um 2014 einzutreffen

Erfahrene Marktbeobachter wissen, dass am Markt das, was offensichtlich scheint und alle erwarten, kaum mehr eintreffen kann. Zumindest nicht exakt so, wie erwartet. Dieser Zusammenhang ist auch kein Zufall, denn der Markt sind ja wir, die Menschen und die Algorithmen, die von uns Menschen programmiert wurden.

Und wenn wir alle in eine Richtung positioniert sind, ist keiner mehr da, der noch in diese Richtung kaufen könnte. Wir haben ja alle schon gekauft. Und wenn keiner mehr kauft, kann ein Markt nicht mehr steigen, egal wie gut die Nachrichten ausschauen.

Deswegen hat der Markt diese geheimnisvolle Fähigkeit, genau das zu tun, was wir alle nicht erwarten und uns immer wieder zu überraschen. Manchmal hat man dieses merkwürdige Gefühl, als würde uns Mr. Market über die Schulter schauen. Und nur darauf warten, dass wir am Markt kaufen und verkaufen, um dann in genau dieser Sekunde in die Gegenrichtung zu laufen.

Und irgendwie ist das auch tatsächlich so. Ganz besonders dann, wenn wir zu lange warten, um auf eine Richtung aufzuspringen. Wir glauben zwar, es sei „sicherer“, erst einmal lange abzuwarten und erst dann zu kaufen, wenn alles rundum gut aussieht. Im normalen Leben ist das auch eine sinnvolle Strategie. An der Börse ist es aber die Strategie, die einen im Jahr 2000 die Deutsche Telekom kaufen liess. Oder im Jahr 2007 noch Bankaktien. Es ist die Strategie, die das Depot vernichtet. Denn „falscher Zeitpunkt“, ist am Markt nur eine euphemistische Umschreibung für „Verlust“.

Besonders beliebt beim fiesen Mr. Market ist es, die Anleger nicht nur monetär zu zerstören, sondern dann auch noch zu demoralisieren. Und das geht so, dass die Kurse erst einmal lange gegen die vom Anleger erwartete Richtung laufen. Der Anleger aber wartet ab. Und leidet. Und wartet. Und irgendwann verliert er bei dicken Buchverlusten die Geduld. Und verkauft.

Und genau an diesem Tag dreht der Markt und die Entwicklung, auf die der Anleger spekuliert hatte, tritt tatsächlich ein. Und die Kurse schiessen durch den Einstandskurs nach oben und er Anleger hat riesige Gewinne verpasst, obwohl er genau die richtigen Gedanken zum Markt hatte. Und sitzt demoralisiert und frustriert an der Seitenlinie.

Eine derart fiese Entwicklung ist aber kein Zufall. Denn der Markt sind wir und wir sind Teil der Herde. Und wenn wir frustriert verkaufen, verkaufen auch andere frustriert, die genauso empfinden. Und wenn die letzten verkauft haben, ist keiner mehr da zum Verkaufen. Und der Markt muss und wird steigen, egal wie die Nachrichtenlage ist. Das ist die zwangsläufige Folge davon, wie der Markt funktioniert. Wenn wir den Markt schlagen wollen, treten wie damit gegen unsere eigenen Ansichten an, die in der Regel Teil der Herde sind.

Um nicht in diese emotionalen Fallen zu gehen, ist es deshalb wichtig, bei Verlusten nicht abzuwarten, sondern diese schnell und konsequent zu begrenzen. Einsteigen kann man immer wieder, schon am nächsten Tag, wenn es sein muss.

Und es ist wichtig, sich klar zu machen, was die Herde erwartet. Denn das was alle erwarten, wird in dem Moment nicht mehr funktionieren, wo auch der letzte auf diese Geschichte aufgesprungen ist. Umgedreht wird eine solche Herdenbewegung – auch Trend genannt - aber weiterlaufen, solange es noch genügend gibt, die aufspringen können. “Zu früh“ auf die Gegenseite zu wechseln und pauschal immer gegen die Herde zu wetten, ist also auch nur eine andere Formulierung für „Verlust“.

Es gibt einige Marktteilnehmer, die haben seit 2009 unermüdlich den grossen Crash ausgerufen und hatten dafür auch immer allerlei wohlklingende Begründungen. Denn während im restlichen Leben „Sex Sells“ eine Weisheit ist, gilt für die Gattung der medialen „Börsen-Pornographie“ die Regel: „Crash Sells“. 😉

Ihren Depots dürfte es aber gar nicht gut getan haben, seit 2009 auf den Crash zu warten. Und wenn der „grosse Crash“ dann irgendwann doch kommt – und das ist ja in Anbetracht des einmaligen Experiments an unserem Geldsystem keine geringe Wahrscheinlichkeit - werden die Wartenden so demoralisiert und Ihr Depot so geschmolzen sein, dass Sie gar nicht mehr dabei sind, wenn die Weissagung endlich eintrifft.

Deswegen ist es wichtig, solche Wetten gegen die Herde nicht blind im Voraus einzugehen - sozusagen ins fallende Messer zu greifen - sondern erst dann einzusteigen, wenn diese tatsächlich beginnen Realität werden. Wenn die Trendwende sich also konkret andeutet. Dann aber sollte man nicht mehr lange zögern, sondern die Chance beherzt ergreifen und sich sofort konsequent nach unten abzusichern.

Ich will daher heute in einem Gedankenexperiment 10 vermeintlich offensichtliche „Weisheiten“ für 2014 aufschreiben, die heute nach meiner Einschätzung von einer deutlichen Mehrheit erwartet werden. Und deshalb gar nicht so offensichtlich sind, wie sie scheinen.

Jetzt wird nicht bei jeder dieser vermeintlichen Weisheiten in 2014 das Gegenteil passieren. Viele werden sogar eintreffen, aber eben nicht notwendigerweise dann, wenn es die Mehrheit erwartet.

Ich finde es aber wert, sich als Gedankenexperiment mal das Gegenteil vorzustellen. Nicht um schon jetzt blind darauf zu wetten. Aber um die Trendwende als einer der Ersten zu erkennen, falls und sobald sie tatsächlich Realität werden sollte! Sozusagen, um den Geist für die Menge der Möglichkeiten zu schärfen!

Hier sind sie also, die 10 aktuellen Weisheiten der Herde, die zu offensichtlich sein könnten, um in 2014 exakt so eintreten zu können:

(1) Der Aktien-Markt ist zu weit gelaufen und wird gleich Anfang 2014 massiv korrigieren

(2) Der Goldbulle ist tot

(3) Dividendenaktien bringen höhere Erträge als Wachstumsaktien ohne Dividende

(4) Die Zinsen werden noch lange unten bleiben

(5) Der Euro hat in der aktuellen Konstruktion keine Zukunft

(6) Die Inflation kommt nicht

(7) Die Emerging Markets sind out

(8) Die FED beginnt Anfang 2014 mit dem Tapering

(9) Tesla Motors ist krass überbewertet 😉

Und zum Schluss:

(10) Deutschland geht es gut 😉

Ihnen werden bestimmt noch andere Themen einfallen. Die Frage ist dabei immer, was ist die Erwartung der Herde? Und ist die Herde schon so angeschwollen, dass es kaum mehr die Gegenmeinung gibt? Solange die Herde noch nicht genügend angeschwollen ist, wird der Trend auch weiter laufen.

Genau das sind dann die spannenden Themen, in denen Chancen liegen, wenn man seine Augen und Ohren spitzt und genau hinschaut. Aber „Ohren spitzen“ heisst noch nicht handeln! Gehandelt wird im Depot erst, wenn sich die neue Richtung wirklich anbahnt.

Denn eine universell gültige Regel ist: „Stelle Dich nie gegen den Markt!“. Man darf aber sehr wohl bei den Ersten sein, die einen Richtungswechsel des Marktes bemerken! 😉

Eines ist schon jetzt klar, das Börsenjahr 2014 wird wieder spannend !

Ihr Hari

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Hari´s Märkte am Abend – 23.02.12 – Commerzbank, Veolia, Silber

22 Uhr - Handelsschluss

Eigentlich sollte man ja meinen, dass auch Mr. Market mittlerweile volkswirtschaftliche Zukunfts-Prognosen nicht mehr ernst nimmt. Denn eine statistische Studie zur Trefferquote würde wohl reinen Zufall zu Tage fördern, wenn nicht sogar einen Kontraindikator.

Aber heute liess sich Mr. Market mal wieder verschrecken, denn die EU-Kommission prognostizierte die Wirtschaftsleistung 2012 der Euro-Zone auf die Kommastelle. Ich finde es einfach faszinierend, dass die EU-Kommission die Zukunft so exakt vorher sehen kann und verstehe ehrlich gesagt in Anbetracht dieser unglaublichen Fähigkeit nicht, warum dort überhaupt noch jemand der Volkswirte arbeitet. Denn wer so exakt die Konjunktur und Wirtschaftsleistung über 10 Monate hinweg in die Zukunft prognostizieren kann, der könnte an der Börse doch mit dem Wissen in Kürze zum Multimilliardär aufsteigen. Wenn ich doch nur so klug und brilliant wie diese Leute wäre ..... 😉

Aber lassen wir lieber meinen tiefschwarzen Sarkasmus, Mr. Market lief heute bis zu dieser Bekanntgabe mutig Richtung 6900 im DAX, nur um als Folge dieser Prognose zusammen zu sacken. Und ehrlich gesagt, ich halte Mr. Market in Wirklichkeit für ziemlich klug und auch er weiss genau, dass diese Vorhersagen schlichter Kokolores sind. Aber es ist halt eine willkommene Gelegenheit und Ausrede, mal ein paar Gewinne mitzunehmen.

Beschleunigt werden solche Bewegungen durch eine zunehmende Zahl Algos im Markt, die automatisch Nachrichten scannen und auf bestimmte Keywörter innerhalb von Millisekunden reagieren. Das muss für uns Menschen aber kein Nachteil sein, denn so intelligent sind Algos noch nicht, dass sie die Relevanz bestimmter Schlagzeilen zuverlässig einschätzen können.

Heute konnte man Intraday auch wunderbar erkennen, wie der erste Schwung der Abgaben aus Europa kam und um die Öffnung der Wallstreet herum, der zweite Schwung aus den USA hinterher. Denn es waren die Lieblinge der amerikanischen institutionellen Anleger, die klassischen deutschen Industrienamen wie Volkswagen, Daimler und Co. , die erst im zweiten Schwung so richtig verprügelt wurden.

Wie geht es jetzt weiter, werden Sie sich fragen. Aus den obigen Zeilen entnehmen Sie sicher schon, dass ich das für eine reine technische Korrektur halte. Denn ich hatte hier ja schon erwähnt, dass ich mir einen temporären Rücksetzer unter 6800 nun gut vorstellen kann. Und wir sind dann auch prompt im späten Handel wieder über die 6800 gestiegen und haben bei DAX 6809 geschlossen, wie man im Chart hier von ca. 21.30 Uhr gut sehen kann.

War es das also schon wieder mit der Korrektur ? Kann gut sein, genau so wahrscheinlich ist aber das Gegenteil. Denn ich glaube eher nicht, dass der Markt so schnell schon wieder genügend Kraft zum Anstieg über 7000 gesammelt hat. Und sollte ich mich irren, wäre das nur Ausweis unbändiger Stärke. Ich kann mir also eine weitere Seitwärtsbewegung gut vorstellen und auch noch einen weiteren Absacker in den nächsten Tagen.

Falls das passieren sollte, wäre das dann in den nächsten Tagen möglicherweise die Gelegenheit für alle an der Seitenlinie, noch einen brauchbaren Einstieg in den Markt zu finden. Viele werden es trotzdem nicht schaffen, denn aus den gleichen psychologischen Gründen aus denen sie bisher bei keinem Rücksetzer eingestiegen sind, werden sie auch dann wieder befürchten, dass es nun noch weiter runter geht. Erst wenn wir dann über die 7000 nach oben ausbrechen, wird der psychische Druck so gross werden, dass diese Zögernden dann nachspringen.

Schauen wir uns den DAX Chart für den theoretischen Fall einer weitergehenden Korrektur an, sollte die erste nennenswerte Unterstützung unterhalb des heutigen Niveaus bei ca. 6650 liegen. Das wäre ein naheliegender Punkt für eine Wende, denn dort hatten wir schon am 10.02. und am 16.02 eine Wende. Sollte diese Linie nicht halten, liegt eine sehr starke Unterstützung im Band oberhalb 6400. Spätestens da reche ich fest mit der Wende nach oben. Denn selbst DAX 6400 stellen den aktuellen bullishen Trend noch nicht in Frage !

Ich werde mich jetzt also mit meiner freien Liquidität auf die Lauer legen und bei meinen Lieblingsaktien Kaufaufträge zum "abfischen" eingeben, die ungefähr mit DAX 6650-6700 korrelieren. Eine paar kleinere Nachkäufe habe ich heute schon bei ca. DAX 6750 getätigt. Etwas Liquidität spare ich mir aber auf, um im Falle des Falles bei DAX 6400 noch einmal nachlegen zu können. Und sollte der Markt doch nun schon wieder massiv hochdrehen, lege ich nach, sobald wir glaubhaft nach oben Fahrt aufnehmen. Denn besser spät als nie.

Was Einzelaktien angeht, habe ich mich ja zur trostlosen Deutsche Telekom (WKN 555750) -> hier <- heute schon geäussert.

Höchst interessant fand ich heute das Geschehen bei der Commerzbank (WKN 803200). Zum ersten Mal seit Monaten habe ich zur Commerzbank wieder so etwas wie eine Meinung, da sich für mich der Nebel der Nachrichten nun langsam lichtet. Denn so schlecht waren die Zahlen in meinen Augen nicht und der Rückgang ist deshalb wohl vor allem der erneuten Kapitalerhöhung geschuldet. Positiv finde ich aber, wie der Markt damit umgegangen ist. Denn die Kapitalerhöhung soll ja nun um die 10% des Kapitals betragen, womit die derzeitigen Aktionäre entsprechend verwässert werden. Abgegeben hat die Aktie aber heute nur ca. 6% und hat die 1,9€ gehalten.

Bei mir verstärkt sich damit der Eindruck, dass es das bei der Commerzbank in Sachen Kapitalmassnahmen und Eigenkapital nun wirklich war und wir uns in den nächsten Quartalen alleine mit dem operativen Geschäft befassen können. Denn nun sollte das von der EBA geforderte Eigenkapital gesichert sein. Sollte meine Interpretation der heutigen Geschehnisse stimmen, sind die heutigen 1,9€ möglicherweise eine mittelfristige Kaufgelegenheit.

Veolia (WKN 501451) bröselt nun weiter nach unten und hat die 9€ unterschritten, womit meine Entscheidung von Dienstag zum Ausstieg dann doch scheinbar richtig war - ich hatte mich damit ja schwer getan und lange überlegt. Wenn Sie jetzt noch in dem Titel sind, rate ich das Boardmeeting vom 29.02. im Auge zu behalten. Je nachdem was da nach draussen dringt, kann der Kurs von Veolia an dem Tag erheblich ausschlagen. Natürlich auch im Vorfeld schon, wenn vorher schon etwas zur Presse durchgestochen wird. Ob der Ausschlag dann nach oben oder nach unten kommt, kann ich Ihnen nicht sagen und habe noch nicht einmal eine ferne Ahnung, das wissen nur die paar Insider. Aber ein Anleger sollte sich überlegen, ob er vor so einer potentiell kursbewegenden Situation überhaupt investiert sein will oder das lieber von der Seitenlinie beobachtet.

Positiv ist weiterhin wie sich Gold und Silber hält. Gerade Silber hebt nun richtig ab und ich habe Ihnen heute mal den Chart der letzten Tage auf 1-Stunden Basis mitgebracht. Bei dem kleinen blauen Pfeil bin ich übrigens letzten Freitag Nachmittag im Handelssystem Long Silber (XAGUSD) gegangen. Heute Abend bin ich dann um 20.45 Uhr bei 35,5 USD wieder temporär ausgestiegen, das ist der Pfeil rechts oben. Sollten wir nun einen kleinen Rücksetzer bekommen, steige ich Morgen aber voraussichtlich wieder ein.

Warum der Einstieg am letzten Freitag Nachmittag ? Weil der V-förmige Turnaround vorher am Donnerstag 16.02. für mich wie eine Wendemarke aussah, was sich ja dann auch bewahrheitet hat. Schaut man sich den längerfristigen Chart an, hat Silber nun aber gut Luft nach oben bis ca. 40 USD.

An diesem Beispiel kann man auch die zwangsläufige und natürliche Diskrepanz sehen, die zwischen dem was man selber macht und dem was man Dritten schreibt entsteht. Ich bemühe mich hier, Ihnen nur die Dinge im Blog nahe zu bringen, von denen ich auch selber wirklich überzeugt bin und die sich auch anhand des Marktes nachvollziehen lassen. Solche Aussagen müssen so gesichert sein, dass sie in der Regel 24 Stunden Bestand haben, sonst würden sie zu dem Medium "Blog" nicht passen. Selber bin ich im Handelssystem natürlich viel aktiver und gehe stellenweise auch grössere Risiken ein. So habe ich mich am Donnerstag 16.02. zu Gold und Silber ja hier noch neutral geäussert, allerdings auf die überraschende Stärke bei den Minen und die Möglichkeit des Beginns einer relevanten Bewegung hingewiesen.

Ich selber war aber schon einen Tag später (am Freitag) bereit im Bereich Silber etwas zu riskieren, weil diese Wende im Chart so überzeugend aussah. Nur kommunikationsfähig war das in meinen Augen noch nicht, weil das mehr auf Riecher beruhte als auf nachvollziehbaren Marktdaten. Und ich hätte die Position auch schon kurz danach gnadenlos geschlossen, wenn sie sich nicht bestätigt hätte. Erst jetzt, eigentlich seit Dienstag, zeigt der Markt das hier etwas Grösseres im Gange ist, das über einen kurzfristigen Zucker hinaus geht. Und am Dienstag habe ich das Thema hier auch ausführlich besprochen und ein Einstieg danach am Mittwoch wäre immer noch sehr profitabel gewesen.

Warum weise ich Sie bewusst auf diese Diskrepanz hin ? Weil ich Ihnen damit erklären will, warum ich hier nie in einem "Musterdepot" meine Bewegungen 1-zu-1 veröffentlichen werde und ich auch von dem Prinzip "Musterdepot" eher wenig halte. Denn egal was man Ihnen sagt, es ist in der Regel nicht das, was die schreibende Person mit dem eigenen Geld wirklich macht. Es ist eher ein Kunstprodukt nur für Sie als Kunden.

Denn der Zeitverzug zwischen Handlung und Veröffentlichung und die Notwendigkeit Bewegungen überhaupt erklären und rechtfertigen zu müssen, sorgt zwingend dafür, dass der Schreiber immer die Schere im Kopf hat die lautet: "was packe ich den jetzt meinen Lesern ins Depot und wie kann ich das rechtfertigen". Dabei folgt gerade ein guter Trader einer Bewegung auch mal schnell und instinktiv aus Erfahrung, sichert sie ab und schaut einfach was passiert. Die Notwendigkeit der Rechtfertigung hemmt aber das Handeln und schadet der Performance.

Ich will damit Musterdepots nicht perse verdammen. Sie können durchaus vernünftig und sinnvoll zusammen gestellt sein und damit für unerfahrene Anleger einen Mehrwert schaffen. Aber sie sind fast nie das, was sie oft vorgeben zu sein: eine echtes Abbild des Handelns der Person hinter der Tastatur mit eigenem Geld.

Was ich hier mit diesem Blog versuche, ist daher eher das Gegenteil - eben nicht fixe Vorlagen, die Sie einfach nachbilden können ohne nachzudenken. Wer das sucht, findet im Internet genug Angebote. Und für Ihr Handeln im Markt, sind Sie ganz alleine verantwortlich. Ich will Ihnen statt dessen lieber helfen, selber so viel Wissen und Erfahrung zu sammeln, dass Sie keine Musterdepots mehr brauchen. Und ich will Ihnen Ideen aufzeigen und Ihnen Zusammenhänge und Techniken nahe bringen. Damit gewinnen Sie nach meiner Ansicht langfristig viel mehr, als wenn Sie nur den Bewegungen eines anderen hinterher laufen. Und ich will auch gerne selber etwas von Ihnen lernen, wenn Sie interessante Beiträge liefern. Denn auch ich werde nie aufhören zu lernen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen schönen Abend !
Ihr Hari

Das Elend der Deutschen Telekom – warum so zahm Herr Obermann ?

Aktie des Tages ist die Deutsche Telekom (WKN 555750), die mir mit den heutigen Zahlen erneut bewiesen hat, dass Sie kein zukunftsträchtiges Geschäftsmodell mehr besitzt. Es gibt für mich absolut keinen Grund, auch nur einen Cent Kapital in so einer Aktie zu haben. Auch die Dividende verschleiert für mich letztlich nur die trostlose Lage. Wenn man sich anschaut, dass die Telekom diese Dividende gerade noch so mit Mühe erwirtschaftet, stehen den Aktionären in meinen Augen noch bittere Zeiten bevor.

Dabei ist die Situation der Telekommunikationunternehmen eigentlich ein Treppenwitz. Das Internet boomt und boomt. Und Unternehmen wie Google oder Facebook bauen parasitär auf der vorhandenen Infrastruktur der Telekommunikations-Anbieter Welt-Unternehmen auf. Eigentlich sollte die Deutsche Telekom also im Geld schwimmen. Aber bei den Telekommunikationsunternehmen bleibt nichts hängen, nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen westlichen Ländern. Das - und nur das - ist für mich das eigentliche Problem der Telekoms der Welt.

Es ist mir einfach ein Rätsel, warum die CEOs der Telefonica, France Telecom, Deutsche Telekom etc dieses Kernproblem nicht viel aggressiver angehen. Und ich meine wirklich aggressiv, mit brachialer Gewalt und allem Druck der Ihnen zur Verfügung steht. Immerhin haben sie doch teilweise den Staat als Aktionär und damit Zugang zu den politischen Zirkeln. Es braucht eine Art "Weggebühr" für die Google´s der Welt, solange das Problem keine Lösung hat, sind alle anderen Aktivitäten wie zb eine OTE zu kaufen in meinen Augen nebensächlich.

Den Regulierer lasse ich dabei als Ausrede nicht gelten. Denn der Regulierer steht unter politischer Vorgabe. Der Kampf wird also in der Politik ausgetragen. Und in der Öffentlichkeit. Und wenn man das richtig angeht, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass man auch eine Bevölkerung motivieren kann. Man muss dem Bürger halt erklären, welche Multimilliarden an Gewinn bei Google, Facebook und Co. landen, die ohne die für sie kostenlose Infrastuktur unmöglich wären. Nur Steuern werden dafür in Deutschland nicht gezahlt. Warum eigentlich ? Eine Autobahnmaut gibt es ja für Lastwagen mittlerweile auch. Auch da muss die Infrastruktur ja erst einmal bezahlt werden.

Ich bin bestimmt auch ein Fan der Netzneutralität, aber was hat das damit zu tun ? Wo wäre das Problem, wenn die Infrastruktur-Bereitsteller in Zukunft eine gleichmässige Weggebühr nach Volumen der Nutzung verlangen ? Das wäre fair, transparent und immer noch neutral. Wer es viel nutzt wie Google zahlt dann halt auch viel. Na und ? Immerhin bleibt damit das Geld im Land, dass man dann für einen sinnvollen Ausbau der Glasfaserinfrastruktur verwenden kann.

Im Moment läuft es doch so, dass in Mountain View und Palo Alto die Milliarden Gewinne auflaufen und am Ende wir Deutsche mit Steuern die Infrastrukur des Webs bezahlen müssen, weil der Deutschen Telekom dafür mittlerweile die Kraft fehlt. Ich behaupte ganz frech: wenn man darum mal öffentlich kämpft, hat man jede Chance die Bürger und die Politik auf seine Seite zu bekommen.

Letztlich ist das ein ganz ähnliches Thema wie die Transaktionssteuer an den Finanzmärkten. Glaubt jemand ernsthaft es gäbe in Deutschland keine Internetwirtschaft, wenn tausend übertragene Megabyte vielleicht ein paar Cent "Weggebühr" kosten, die bei den Anbietern der Infrastruktur abzuliefern sind ? Das normale Internetgeschäft in Form von Shops etc würde es kaum merken und vielleicht als Folge beim Provider einen Euro mehr für die Flatrate zahlen müssen. Na und ? Aber Google und Co. würden es merken. Und plötzlich wäre es wieder wirtschaftlich, sich um eine gute Internet-Infrastruktur zu kümmern.

Also meine Herren Obermann und Co. Wenn es um die Existenz geht, sollte man doch mal langsam kämpfen. Wo bleibt die Kampfbereitschaft meine Herren ? Warum wirken Sie gerade bei dem entscheidenden Thema so schweigsam, träge und unkreativ ?