Umfrage: Die Aktie, die garantiert am 30.09.12 höher steht.

Liebe Leser von surveybuilder.info.de

Ich möchte heute einmal eine ebenso ungewöhnliche wie spannende Umfrage starten. Ich bitte Sie uns allen die Aktie zu nennen, bei der Sie sich am sichersten sind, das diese nach dem Sommer (am 30.09.12) höher steht als heute am 13.07.12. Es geht also nicht darum, welche Aktie potentiell die höchsten Gewinne produziert, sondern bei welcher die Wahrscheinlichkeit am höchsten ist, dass man einen Trade am 30.09.12 mit Erfolg im Positiven abschliessen kann.

Stellen Sie sich also vor, Sie haben eine grosse Summe Geld bekommen, die Sie bis 30.09.12 anlegen dürfen. Und Sie haben nur einen "alles oder nichts" Schuss frei, bei welcher Aktie Sie das Geld anlegen. Welche würde das sein ?

Sie werden sich fragen was das soll ? Wirklich verstehen werden Sie das erst am 30.09.12, denn dann schauen wir uns die Ergebnisse im Rückblick an. Meine Erfahrung ist nämlich, dass es unerhört lehrreich ist, im Nachhinein noch einmal zu sehen, was, wie und warum man vor 3 Monaten dachte.

Deswegen habe ich auch den 3 Monats Zeitraum gewählt, genügend Zeit um Raum für Bewegung zu lassen und gleichzeitig nah genug an der Gegenwart, damit man noch weiss, wie man am 13.07.12 über den Markt und Aktien gedacht hat.

Meine Bitte an Sie ist also: Stellen Sie hier einen Kommentar ein, in dem Sie den Titel mit WKN nennen, der in Ihren Augen am wahrscheinlichsten am 30.09.12 höher steht als heute. Zugelassen sind nur Aktien weltweit. Eine kurze Begründung im Kommentar wäre nett, ist aber nicht zwingend. Doppelnennungen sind natürlich zulässig.

Ich werde die genannten Titel hier in den Artikel übertragen und so Zug um Zug eine Tabelle der Vorschläge erstellen. So bekommen wir eine höchst spannende Liste der "aussichtsreichsten Aktien" aus Sicht der Mr. Market Community.

Und bitte zögern Sie nicht, weil Sie Angst haben falsch zu liegen, bei Nennung nur einer Aktie ist die Chance immer sehr hoch, das man falsch liegt. Auch mir kann das selbstverständlich passieren, denn niemand kennt die Zukunft und selbst die beste Aktie der Welt kann plötzlich überraschende Nachrichten generieren, die alles auf den Kopf stellen. Und wenn man bei so einem Call falsch liegt, ist das kein Makel und sagt nichts über die eigenen Fähigkeiten aus, jeder liegt mal falsch und wenn es zufällig in diesem Fall ist, hat man halt Pech gehabt.

Es geht hier also nicht um individuelles "richtig" oder "falsch" liegen, es geht um ein Stimmungsbild der Favoriten. Und in 3 Monaten geht es um unsere gemeinsame Reflektion, was aus dem Stimmungsbild geworden ist und warum.

Schluss dieser Umfrage ist Sonntag Abend 15.07.12. Dann ist die Liste hier im Blog endgültig. In diesem Sinne freue ich mich auf Ihre Favoriten !

-----------

Nach dieser Vorrede muss ich natürlich mit meinem Favoriten für den "sichersten Gewinn" loslegen. Meine Antwort ist nicht überraschend: Apple (WKN 865985). Die Gründe dafür habe ich schon in Artikeln und Kurznachrichten in "Hari´s Tips" aufgezeigt. Und nun sind Sie dran !

-----------

Und hier ist sie nun, die Liste der "Top Aktien der surveybuilder.info Community" mit Schlusskursen an der Hauptbörse (Brief) vom 13.07.12, Stand 15.07.12 22:00 :

3D Systems (WKN 888346) - 33,02 USD
Tesla Motors (WKN A1CX3T) - 34,25 USD
Apple (WKN 865985) - 604,97 USD
BASF (WKN BASF11) - 55,96 €
Coca-Cola (WKN 850663) 77,28 USD
Total (WKN 850727) - 36,04 €
SAP (WKN 716460) - 48,90 €
BMW (WKN 519000) - 57,77 €
Salzgitter (WKN 620200) - 30,16 €
Deutsche Post (WKN 555200) - 14,34 €
Boeing (WKN 850471) - 73,51 USD
Sanofi (WKN 920657) - 60,74 €
Wells Fargo (WKN 857949) - 33,91 USD
Daimler (WKN 710000) - 36,39 €
Altria Group (WKN 200417) - 35,62 USD
Commerzbank (WKN 803200) - 1,24 €
Deutsche Bank (WKN 514000) - 25,60 €
Peabody Energy (WKN 675266) - 22,51 USD
Gesco (WKN A1K020) - 64,97 €
Merck & Co. (WKN A0YD8Q) - 43,47 USD
Berkshire Hathaway B (WKN: A0YJQ2) - 84,48 USD
Qiagen (WKN 901626) - 13,74 €
Volkswagen VZ. (WKN 766403) - 137,10 €
Kraft Foods (WKN 655910) - 39,71 USD
Andritz (WKN 632305) - 41,6 €
Sandridge Energy (WKN A0M1JP) - 6,41 USD
SGL Carbon (WKN: 723520) - 32,68 €
Pfizer (WKN 852009) - 22,81 USD
Dialog Semiconductor (WKN 927200) – 15,57 €
McDonald’s (WKN 856958) - 92,29 USD
Elringklinger (WKN 785602) - 20,79 €
Aareal Bank (WKN 540811) - 13,25 €
Royal Dutch Shell (WKN A0D94M) - 28,04 €
Barrick Gold (WKN 870450) - 34,84 USD
Biogen Idec (WKN 789617) - 144,61 USD

Referenz Schlusskurse 13.07.12 DAX 6557,10 S&P500 1356,33

** Bitte beachten Sie bei der Wertung der Inhalte dieses Beitrages den -> Haftungsausschluss <- ! **

Daimler im Visier der Investmentbanken

15 Uhr

Als Spekulation sehr spannend, finde ich nach wie vor die hier schon mehrfach besprochene Daimler (WKN 710000). Die Aktie ist in meinen Augen fundamental sauber bewertet und im Vergleich leicht günstiger zu haben als BMW oder Volkswagen. Das alleine wäre aber kein Grund, Daimler gegenüber den anderen Autobauern vorzuziehen, den der leichte Abschlag war ja in der Vergangenheit auch gerechtfertigt, die operative Performance von BMW oder Volkswagen war einfach besser.

Der Grund warum ich mit so viel Spannung gerade auf Daimler schaue ist, dass sich grosse namhaften Investmentbanken mit Call-Optionen auf Daimler eingedeckt haben !

So hält die Deutsche Bank laut Stimmrechtsmitteilung derzeit Call-Optionen auf Daimler, die wohl einem Stimmrechtsanteil von ca. 18% entsprechen. Goldman Sachs von geschätzt ca. 10-15%, der Anteil ist bei Goldman nicht ganz klar, da einige der in der Stimmrechtsmitteilung vom 19.03. gemeldeten Call-Optionen bzw CFDs mittlerweile schon ausgelaufen sind. Und nun, nach der allerneuesten Information, hält auch Morgan Stanley Call-Optionen im Wert von ca. 10% !

Die Daten habe ich von der offiziellen Daimler Investor Relations Seite und können Sie selber bei "Stimmrechtsmitteilungen" nachlesen und werten.

Ich finde diesen Gleichklang der grossen Investmentbanken äusserst bemerkenswert ! Ebenso bemerkenswert ist, dass das bisher kaum öffentliches Thema wurde, scheinbar hat kaum jemand diese Einzelinformationen zusammen gesetzt.

Natürlich weiss ich auch nicht was dahinter steckt, aber logisch wäre, wenn da jemand - zum Beispiel einer der arabischen Aktionäre wie Abu Dhabi - einen grösseren Anteil an Daimler übernehmen will und die namhaften Investmentbanken beauftragt hat, das abzuwickeln. Der ganz grosse Knaller wäre natürlich, wenn sich einer der weltweiten Autokonzerne in die deutschen Premiumanbieter einkaufen will. Denn Daimler ist im Gegensatz zu BMW oder Volkswagen nicht durch einen Ankeraktionär geschützt und der Wert von Daimler für einen aufkaufenden Autokonzern ist sicher höher, als die derzeitige Marktkapitalisierung von ca. 44 Milliarden €. Eine andere Erklärung fällt mir persönlich nicht ein, ich kann mir nicht vorstellen, dass die grossen Namen der Investmentbanken alle in die gleiche Richtung auf eigene Rechnung spekulieren, zumal der Eigenhandel bei den US Banken ja nun stark eingeschränkt ist.

Aber Vorsicht, nicht immer realisieren sich solche Spekulationen und mehr als eine Spekulation sind die obigen Gedanken nicht. Insofern sind die Call-Optionen keine Garantie für gar nichts ! Aber da Daimler auch ohne diese Spekulation in meinen Augen bei ca. 41€ fair bewertet ist, finde ich das eine interessante Wette mit nettem "Sahnehäubchen" in Form von Übernahmephantasie und bin Long bei Daimler.

Deutsche Bank – zerschlagt sie endlich !

Heute erlaube ich mir aus gegebenem Anlass einen persönlichen Kommentar zum Umbau bei der Deutsche Bank (WKN 514000).

Kaum waren die Meldungen über die neue Mangement-Struktur draussen, da hatte die einschlägige Presse natürlich nicht besseres zu tun, als das Bild vom "bösen Gierbanker" Anshu Jain zu malen, der die Herrschaft an sich reisst.

Für mich sind das demagogische Zerrbilder für die Volksseele, die auf dem Rücken von einem Menschen ausgetragen werden, der sich mangels deutscher Sprache nicht angemessen verteidigen kann. Bestimmte Teile der Presse haben mit so etwas ja aber scheinbar Erfahrung, wie man an einigen sehr persönlichen Kampagnen der Vergangenheit nach meiner Ansicht nachvollziehen kann.

Wenn man das so liest, könnte man fast meinen, deutschsprachige Manager ala Ackermann, Börsig und Co. seien ja perse weit weniger "gierig" und ihnen ginge es ja nur um das Gemeinwohl, während der "böse" Herr Jain uns ja wie Graf Dracula nur aussaugen will. Das ich nicht lache, das sind für mich Zerrbilder, sonst nichts !

Die neuen Herren Jain und Fitschen machen nichts anderes, als was auch jeder Minister gleich welcher Partei von links bis rechts macht, wenn er Chef eines Ministeriums wird. Sie bringen Vertraute auf die Schaltstellen der Organisation. Solange man es dabei nicht im Sinne einer "Säuberung" übertreibt und alter Kompetenz ihren Raum lässt auch wenn sie einen eigenen Kopf hat, macht das für Organisationen auch durchaus Sinn. Denn die Leistungskraft der Organisation als Ganzes steigt dadurch, Sand im Getriebe durch Machtkämpfe in der zweiten Reihe kann man im weltweiten Wettbewerb nicht gebrauchen.

Aber ein Korn Wahrheit ist nach meinem Einddruck an dem Gerede vom "Putsch" vielleicht ja doch dran, wie so oft haben Gerüchte einen wahren Kern. Denn die Investmentbanker haben scheinbar noch mehr Macht im Konzern bekommen, eine Macht die ihnen nach meiner Ansicht übrigens primär die Herren Ackermann und Vorgänger gewährt haben, in dem sie zuliessen, dass sich dort Aktienanteile in Form von Boni im (vermutlich) zweistelligen Prozent-Bereich des Stammkapitals der Deutschen Bank ansammelten.

Den Investmentbankern "gehört" die Deutsche Bank im wahrsten Sinne des Wortes. Und deswegen sollte sie sowieso besser in "Londoner Bank" umbenannt werden. 😉 Nicht wegen der paar Posten die Jain nun vergibt, sondern weil die Investmentbanker durch für mich völlig überzogene Boni mächtige Aktionäre wurden !

Und an der Stelle werde ich dann doch wütend, wenn ich mir anschaue, dass der Staat - und damit wir Steuerzahler - eine defacto Ausfallgarantie für die Deutsche Bank aussprechen, die die Herren der Deutschen Bank aber nichts kostet. Denn die Deutsche Bank ist bei dieser Grösse einfach "too big to fail". Was bedeutet, dass wir alle - Sie und Ich - das Risiko des grossen, gehebelten Rades mittragen, dass die Truppen um Jain drehen und weiter drehen werden.

Und damit es da kein Missverständnis gibt, ich habe nichts gegen das grosse Rad und halte die Investmentbanker als "böse Buben" wie oben beschrieben für ein Zerrbild, mit dem man die unwissende Volksseele aus höchst eigensüchtigen Motiven knetet. Investmentbanken machen einen wichtigen Job, an dem zunächst einmal nichts auszusetzen ist, solange Risiko und Haftung an der richtigen Stelle liegen.

Ich habe aber massiv etwas dagegen, dass ich ungewollt für die Fehler der Investmentbank mithafte. Herr Jain und seine Truppen hätten bestimmt auch etwas dagegen für die Millionen an Darlehen deutscher Bürger mit dem persönlichen Vermögen zu haften, ohne darauf Einfluss zu haben.

DAS finde ich auf gut Deutsch eine "Sauerei" und ich verstehe nicht, warum die Politik das zulässt.

Und die bisherigen "Lösungen" der Politik sind für mich unzureichend und nicht mehr als ein Nasenwasser. Die vermeintlich so "hohen" neuen Eigenkapitalanforderungen an die Banken sind beim Profil der Deutschen Bank nach wie vor viel zu gering und können einen katastrophalen Zusammenbruch nicht verhindern, da das im Investmentbanking gedrehte Rad viel zu gross ist. Deutschland sollte sich da ein Beispiel an der Schweiz nehmen, die ihre UBS und Credit Suisse weit stärker an die Kandarre nimmt.

Die einzige, in meinen Augen wirklich funktionierende Lösung wird aber politisch gar nicht diskutiert und es ist mir ein Rätsel warum das nicht passiert. Die Deutsche Bank gehört für mich im Sinne des Amtseides aller deutschen Verantwortlichen "zum Wohle des deutschen Volkes" zerschlagen ! Und zwar in eine Investmentbank die frei agieren darf und eine "Geschäftsbank", die nur für die Kontenführung und Kreditvergabe zuständig ist. Ein Trennbankensystem eben !

Dann endlich könnte man die Investmentbank im Falle des Falles auch leichter abwickeln und müsste keinen Bankrun in ganz Deutschland befürchten. Dann endlich wäre auch die implizite Staatsgarantie durch uns Steuerzahler vom Tisch.

Natürlich werden sich gerade die Investmentbanker massiv dagegen wehren und wie Ackermann permanent von den Vorteilen einer integrierten Gesamtbank reden. Diesen Vorteil haben aber nur die Aktionäre und Bonusempfänger der Bank.

Richtig ist natürlich, dass es diese Investmentbank auf eigenen Füssen weit schwerer hätte, weil sie eben nicht mehr wie heute die Einlagen von "Oma Büllerbeck" in der Filiale als Grundlage nutzen könnte, um an den Märkten das grosse Rad zu drehen.

Aber wäre nicht genau das wünschenswert ? Was hat es noch mit dem Gedanken einer Bank zu tun, dass Spareinlagen braver Bürger ungewollt und ungefragt das indirekte Treibmittel für grosse Spekulation sind ? Eine reine Investmentbank hätte nur noch das Kapital der Anleger zur Verfügung, die es auch bewusst für die Geschäfte der Investmentbank einsetzen wollen. Das ist fair und sauber und da kann und sollte sich der Staat dann auch raus halten. Und wenn diese Investmentbank riesige Gewinne macht, seien Sie den handelnden Personen zu gönnen. Und bei Verlusten haften die, die dafür zuständig sind - die Aktionäre und nicht wir Steuerzahler !

Also zerschlagt endlich den Koloss Deutsche Bank ! Warum meine Damen und Herren Politiker, trauen Sie sich da nicht ran ?

Hari´s Märkte am Abend – 01.03.12 – Kirch vs Deutsche Bank und die Organhaftung

22 Uhr - Handelsschluss

Da war er, der gestern antizipierte "First of Month Jumper", ich habe ihn heute genossen, bevor erneut ein dürftiger ISM Index und weitere Konjunkturdaten die Bewegung erst einmal temporär ausbremsten. Im späten Handel nahmen die Indizes dann aber wieder Fahrt nach oben auf, aus meinem Intraday Trade war ich da aber schon wieder draussen.

Gerade wegen der eigentlich enttäuschenden Daten kann ich hier nur wieder feststellen, wie gut der Markt diese verdaut hat. Ich weiss ich höre mich nun wie eine Platte mit Sprung an, weil ich immer das Gleiche sage. Aber in Anbetracht der Korrektur-Ankündigungen die seit Wochen permanent aus alle Medien quellen, ist das nach meiner Ansicht auch nötig um den Fokus auf das Wesentliche nicht zu verlieren. Es bleibt also dabei, die Bullen haben die Oberhand und den Bären gelingt es nicht, selbst solche Vorlagen zu verwandeln.

Insofern habe ich zum Markt als Ganzes nun nichts Neues zu sagen. Auch wenn sehr viel nun instinktiv für eine baldige Korrektur spricht, gibt es für mich bei objektiver Betrachtung bisher keine Signale, dass die Bullen den Markt nicht mehr im Griff hätten. Um das zu ändern müsste ich erst einmal einen Absturz sehen, der am Folgetag nicht erneut für Käufe genutzt wird, sondern für weitere Abgaben sorgt.

Es bleibt zwar ein komisches Gefühl, dass es nach diesem langen Anstieg bald mal wieder "scheppern" sollte, aber komische Gefühle sollte man besser nicht zur Grundlage von Anlageentscheidungen machen und da viele derzeit dieses komische Gefühl haben, bestätigt diese Skepsis im Markt eher die Stabilität der Anstiegsbewegung. Denn grosse Abstürze kommen, wenn alle nur nach oben schauen und alle investiert sind und davon sind wir nach meiner Wahrnehmnung noch deutlich entfernt. Das aktuelle Marktsentiment von Cognitrend bestätigt diese Sicht nachdrücklich, Sie können es oder über meine "Hilfreichen Links" nachlesen.

Denken Sie bei aller positiven Erwartung aber bitte daran, was ich letzten Freitag -> hier <- zur Marktlage sagte. Wir haben im Bereich oberhalb DAX 7000 eine derart grosse Menge an Widerständen, dass ich mit nicht vorstellen kann, dass wir da einfach so wie ein Messer durch Butter durchmarschieren.

Kommen wir heute also schnell zu einzelnen Titeln:

Zu Aixtron (WKN A0WMPJ) habe ich mich ja in einem eigenen Artikel -> hier <- schon geäussert und das wird auch die letzte Erwähnung der Aktie hier für einige Zeit sein.

Bei Veolia (WKN 501451) wurde gestern in einer dürren Nachricht nach dem Board-Meeting der CEO Antoine Frérot und seine Restrukturierungspolitik bestätigt. Der Markt begrüsste diese Nachricht und schickte Veolia gestern 2% nach oben, heute folgte dann eine gewaltige Rally mit zeitweise 14% Plus ! Ich bin gestern wie angekündigt - nach Bestätigung des Managements - bei Veolia wieder eingestiegen, habe aber erst 50% meiner Zielgrösse wieder erreicht. Denn mir war diese Nachricht gestern einfach noch zu dürr und warf weitere Fragen auf.

Denn ich gehe weiter davon aus, dass an den Fusionsgelüsten die dem EDF CEO und ex Veolia CEO Henri Proglio nachgesagt wurden, eine Menge dran war und ist. Und eine Neuauflage der Akquistions- und Verschuldungspolitik Proglios würde der Markt bei Veolia sicher nicht goutieren, was man auch daran sieht, wie begeistert der Markt heute reagiert, nachdem das Gespenst wieder weg zu sein scheint.

Denn die aktuellen Zahlen sind in meinen Augen keineswegs der Grund für den heutigen Anstieg, weil das alles im wesentlichen schon vorher bekannt war. Ursache ist eher die Erleichterung, dass der eingeschlagene Restrukturierungs-Weg fortgesetzt wird, verbunden mit der heute bekannt gewordenen Aussicht, dass ein Verkauf des Transportgeschäftes (Eisenbahn etc) frisches Geld in die Kasse spülen würde. Was wir heute im Titel sehen, werte ich also als eine Erleichterungsrally darüber, dass es mit dem Turnaround doch noch klappen könnte. Und der Umfang der Rally zeigt, welches Potential in Veolia steckt wenn der Turnaround gelingt.

Insofern habe ich durch meine noch nicht voll aufgebaute Position nun ein paar Tagesgewinne verpasst, aber es gibt schlimmere Probleme. Sollte die Strategie des Schuldenabbaus konsequent weiter geführt werden und die Gerüchte um einen Management-Wechsel wirklich endgültig vom Tisch sein, ist die Veolia-Turnaround-Story wieder völlig intakt und der Titel in meinen Augen mittel- und langfristig voller Chancen. Nach der heutigen gewaltigen Erleichterungs-Rally wäre ein Rücksetzer in den nächsten Tagen unter 10€ aber völlig normal. Wer nun an der Seitenlinie steht, bekommt also in den nächsten Tagen vielleicht noch eine Chance.

Sehr gut sieht weiterhin Continental (WKN 543900) aus. Hier habe ich meinen Einsatz in der gestrigen Schwäche erhöht und für mich stehen bei dieser Aktie aktuell alle Ampeln auf grün. Mittel- und langfristig finde ich grosse innovationsstarke Autozulieferer wie Continental, Johnson Controls (WKN 857069) oder die leider nicht börsennotierte Bosch sogar spannender und interessanter als die Autohersteller selber.

Denn die absehbaren Umbrüche beim Ersatz des Benzinmotors durch andere Antriebstechnologien, bergen für die etablierten Autokonzerne durchaus erhebliche Risiken und die Gefahr, dass neue Wettbewerber auftauchen. Alleine die Tatsache, dass die Autohersteller eine ihrer Kernkompetenzen in der sie über 100 Jahre Kompetenz aufgebaut haben - den Motorenbau - möglicherweise langfristig verlieren könnten, ist ein Risiko das man bei längerer Betrachtung der Entwicklung nicht unterschätzen sollte, auch wenn es für eine aktuelle Investition noch keine Relevanz hat. Denn wenn es den grossen Zulieferern gelingt, hier komplette Antriebskonzepte zu verkaufen, würde sich das Rollenbild von Koch und Kellner zwischen Autoherstellern und Zulieferern langfristig drehen.

Bei den grossen, technologisch führenden Zulieferern dagegen - zu denen die drei obigen Namen definitiv gehören - überwiegen daher für mich die Chancen des Paradigma-Wechsels, denn gerade diese Unternehmen werden in der Lage sein sich durch kritische Innovation völlig unabkömmlich zu machen. Alle drei Unternehmen investieren gerade auch massiv in den Bereich des Elektroantriebs bzw der Speichertechnologie. Und als I-Tüpfelchen kommt dazu, dass der Besitz einer innovativen Elektro-Speichertechnologie obigen Unternehmen auch jede Menge neue Kunden und Geschäftsfelder ausserhalb der Autoindustrie ermöglichen könnte.

Man darf aber nicht unbesehen jeden Autozulieferer positiv sehen, denn wer wie zb ZF Getriebe herstellt, dürfte in der Welt der Elektroautos seine Probleme bekommen, wo klassische Getriebe schlicht wegfallen. Mit Continental oder Johnson Controls befindet man sich aber in meinen Augen auf der richtigen Seite der Entwicklung.

Bei Itron (WKN 888379) sollte man nun genau hinschauen. Nach dem sensationellen 24% Anstieg vom 16.02.12 ist der Kurs nun um ca. die Hälfte des Anstieg wieder abgebröselt. Das ist nach solchen Bewegungen ganz typisch und keineswegs ein Zeichen von Schwäche. Ich kann mir gut vorstellen, dass spätestens auf dem Niveau des Hochs vom 09.02.12 - also bei ca. 43 USD - Schluss mit der Konsolidierung ist und sich der Blick wieder nach oben richtet. Heute hat Itron schon zum ersten Mal seit Tagen wieder deutlich im Plus geschlossen.

Bei Repsol (WKN 876845) ging es seit gestern trotz positivem Umfeld für Ölaktien deutlich abwärts, weil der Markt sich um eine Zwangsverstaatlichung der YPF Beteiligung in Argentinien sorgte. Allerdings konnte sich der Titel heute im weiteren Handel dann schon wieder deutlich erholen. Auch ich bin mit einer Position bei Repsol dabei. Man sieht daran wieder, wie wichtig politische Stabilität ist und warum ich Minenwerte nicht mag, die primär in den kritischen Ländern Südamerikas unterwegs sind. Während ich bei Repsol das Risiko bewusst eingegangen bin, weil selbst eine Verstaatlichung der YPF den Konzern zwar schütteln aber nicht aus der Bahn werfen würde, wären derartige Aktionen für einige kleinere Minen wohl der Exitus. Da der Markt bei solchen politischen Entwicklungen gerne zu kurzfristigen Übertreibungen neigt, ergibt sich für am Einstieg Interessierte möglicherweise in den nächsten Tagen einen attraktive Gelegenheit.

Gold und Silber haben sich nach dem gestrigen Absturz heute stabilisiert. Gold schloss deutlich über 1700 USD und Silber über 35 USD. Eine derartige Gegenbewegung ist aber normal nach so einem Absturz und sagt noch nicht viel aus. Ich denke Morgen am Freitag werden wir klüger sein. Denn dreht Gold Morgen wieder unter 1700 USD, sollte man sich wohl auf eine ausgedehntere Schwächephase einstellen. Steigt Gold Morgen aber weiter, spricht viel dafür, dass der Absturz gestern nur ein "One Day Wonder" aufgrund Bernankes Aussagen war.

Zum Abschluss noch ein paar wertende, persönliche Worte zum scheinbar gescheiterten Vergleich im Streit Kirch vs Deutsche Bank:

Aus der juristischen Sicht der Deutschen Bank kann ich die Ablehnung des Vergleiches gut nachvollziehen, denn da wären dann möglicherweise sofort Haftungsklagen wg vermeintlicher "Untreue" gegen Aufsichtsrat und Vorstand möglich gewesen, da ohne zwingende Not eine derart grosse Summe gezahlt werden würde. Abgesehen davon war wohl nach Presseberichten auch der Widerstand Rolf Breuers gross, der als Folge des Vergleichs möglicherweise mit einer Schadensersatz-Klage der Deutschen Bank hätte rechnen müssen.

So sorgt die gut gemeinte Verschärfung der Haftungsregeln für Aufsichtsorgane nun dafür, dass die Firmen es schwer haben bei Konflikten auf Organebene Vergleichsbereitschaft zu zeigen und derartig wichtige Konflikte eher bis zum letzten Mann austragen müssen. Denn der Ermessensspielraum des Managements ist durch die verschärften Haftungsregeln nun deutlich eingeschränkt.

Aus meinen persönlichen Erfahrungen in den Chefetagen bin ich der festen Überzeugung, dass die derzeitigen Haftungs-Regelungen schon zu weit gehen und den Unternehmen und damit den Aktionären schaden. Denn dadurch wird nach meiner Ansicht freies unternehmerisches Handeln gebremst und eine Kultur des "dreifachen juristischen Hosenträgers" etabliert, in der nur Rechtsanwälte und Wirtschaftsprüfer von Wachstum reden können.

Und damit es keine Missverständnisse gibt, natürlich ist es richtig, dass echte Untreue strafbar ist und insofern ist die Haftung der Organe wg Untreue auch gar nicht das Problem. Das Problem ist vielmehr, dass der juristische Untreue-Begriff so schwammig ist, dass eine verlässliche Abgrenzung zwischen strafrechtlicher relevanter Untreue und schlichter unternehmerischer Fehleinscheidung praktisch unmöglich ist. Das erlaubt es Dritten im Nachhinein - dann wenn jedermann sowieso klüger ist - Fehl-Entscheidungen des Managements einer derartigen Anschuldigung auszusetzen. Als Organ einer solchen Gesellschaft ist man dem weitgehend ausgeliefert, weil derartige Verfahren unabhängig von echter nachweisbarer Schuld sowieso fast immer in einem Vergleich enden, denn die Belastung ist selbst durch eine völlig ungerechtfertigte Klage einfach zu hoch. Und wie die Justiz in die Hirne der Beteiligten schauen will um echte Untreue von schlichter Fehleinschätzung trennen zu können, hat mir noch nie so richtig jemand erklären können.

Die Folge davon ist eben die allein auf Absicherung ausgerichtete "Kultur des dreifachen juristischen Hosenträgers", durch die logische und für das Unternehmen wahrscheinlich sinnvolle Entscheidungen nicht mehr getroffen werden, wenn sie mit der Gefahr einer späteren Haftungsklage verbunden sind. Denn falls sich eine komplexe unternehmerische Entscheidung im Nachhinein als falsch heraus stellt, kann man einen Untreue-Vorwurf immer konstruieren, wenn man nur will. Letztlich lähmt diese nach meiner Wahrnehmung überzogene Gesetzeslage Innovationsbereitschaft und verantwortliches Handeln der Managements. Denn Entscheidungen werden nun lieber an drei verschiedene, teure, externe Gutachter delegiert, als diese selber aus unternehmerischer Überzeugung heraus zu treffen und gegenüber den Aktionären zu vertreten.

Richtig wäre es in meinen Augen dagegen, den Eigentümern - den Aktionären - noch mehr direkte Durchgriffsrechte zu geben um einen versagenden Aufsichtsrat und damit das Management abzulösen, gleichzeitig aber die Organe besser gegen Haftungsansprüche zu schützen. Denn zu unternehmerischem Erfolg gehört zwangsläufig auch der Mut zum Risiko und der Mut Neues zu wagen. Neues ist aber immer mit der Möglichkeit des Scheiterns und höheren Risiken verbunden und hinterher ist man halt immer klüger. Wenn einem permanent das Damoklesschwert des juristisch schwammigen Untreue-Paragraphen über dem Kopf schwebt, wird man als Management eher dem ausgetretenen, weil sicheren Pfad folgen. Mittelfristig beraubt man mit dieser "Hosenträger-Philosophie" aber eine Wirtschaft der Wettbewerbsfähigkeit - denn es gilt immer noch: "No Risk no Fun" und ohne Risiko ist Innovation unmöglich !

Das Verfassungsgericht hat die Hürden für den Untreue-Vorwurf zwar zuletzt leicht erhöht, in meinen Augen die ganze Problematik für unser Wirtschaftssystem aber noch nicht erkannt. Ich wiederhole, das Problem ist nicht der Untreue-Paragraph an sich, sondern die Unbestimmtheit und Dehnbarkeit der Definition, die man in meinen Augen zu leicht als Kampfmittel einsetzen kann um Eigeninteressen durchzusetzen. Wen das Thema interessiert, der kann sich zum Beispiel einlesen.

Aus inhaltlicher Sicht, kann ich aber die mir aus der Presse bekannte Argumentation der Deutschen Bank gar nicht nachvollziehen. Insbesondere die Behauptung Kirch sei schon vorher Pleite gewesen ist in meinen Augen am Thema vorbei. Denn selbst wenn er kurz davor stand oder mitten drin war, haben die öffentlichen Äusserungen Breuers jede Hoffnung auf eine geordnete Planinsolvenz nach meiner Ansicht zunichte gemacht. Man kann trefflich über die Höhe des Schadens streiten, dass aber eine derartige Aussage des Vorstandschef der grössten deutschen Bank über einen seiner Kunden massive wirtschaftliche Auswirkungen hat, sollte selbst wirtschaftlichen Laien einsichtig sein.

Letztlich läuft die Argumentation der Deutschen Bank ja in meiner Interpretation darauf hinaus, dass den Aussagen eines Bank CEOs keine besondere Bedeutung beigemessen werden muss, wenn er sich locker mit Bezug auf Dritte zu seinen Kunden äussert. Eine interessante Sicht, ganz besonders wenn man sich vor Augen führt, wozu sich Josef Ackermann so alles publikumswirksam geäussert hat. Für mich persönlich waren die Aussagen Rolf Breuers damals einfach ein klarer Pflichtverstoss eines Bankers, der eine Treuepflicht einem grossen Kunden gegenüber hatte. Und so etwas darf in meiner Welt nicht ohne schmerzhafte Konsequenzen bleiben.

Insofern hoffe ich und bin zuversichtlich, dass die Herren Gauweiler und Co. der Deutschen Bank nun weiter die Hölle heiss machen und auch die Frage theoretischer Interessenskonflikte der Deutschen Bank im Umfeld der Kirch-Insolvenz beleuchten. Am Ende kommt dann vielleicht sogar ein höherer Schadensersatz heraus - wer weiss. Verrückterweise könnten die Aufsichtsorgane der Deutschen Bank diese höhere Summe dann aber problemlos durchwinken, weil es dann ja ein höchstrichterliches Urteil wäre. So viel zu den absurden Effekten, zu denen eine für mich überzogene Haftungspraxis für Aufsichtsorgane führt.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend !

Hari´s Märkte am Abend – 13.02.12 – Leoni, Deutsche Börse, Kirch vs Deutsch Bank, Temenos

22 Uhr Handelsschluss

Ein eher langweiliger Tag an der Börse geht zu Ende. Wie ich heute um 12 Uhr in meinen -> Marktupdate <- schon bemerkte, weiss der Markt nicht so recht wohin er will. Und ich kann mir durchaus vorstellen, dass das bis zur (hoffentlich) endgültigen Griechenland-Entscheidung voraussichtlich diesen Mittwoch dann auch so bleibt. Und wenn dann Griechenland endlich sein Geld hat um eine paar weitere Monate zu überleben, wäre eine "sell the news" Reaktion des Marktes auch nicht so untypisch.

Insofern mache ich es heute kurz, zumal ich ja -> hier <- zu Tesla Motors schon einen hoffentlich interessanten Artikel veröffentlicht habe.

Leoni

Die hier schon mehrfach erwähnte Leoni (WKN 540888) will ich aber nicht vergessen, die heute mit fast 5% Plus erneut derart dynamisch in den Himmel gestiegen ist, dass einem Angst und Bange werden kann.

Fundamental und von den Geschäftsaussichten her, sieht Leoni für mich weiterhin höchst attraktiv aus und hat für mich sogar noch Potential nach oben. Man sollte allerdings realistisch bleiben und ich gehe davon aus, dass spätestens im Bereich um 40€ Gewinnmitnahmen einsetzen. Insofern muss man bei aller Begeisterung für den Titel jetzt wohl nicht mehr unbedingt dem Kurs hinterher rennen, sondern sollte sich eher etwas in Geduld üben.

Deutsche Börse

Interessant sind sicher auch die Quartalszahlen und Aussagen der Deutschen Börse (WKN 581005), die heute nach Börsenschluss veröffentlich wurden. Diese lagen im Rahmen meiner hier ja mehrfach besprochenen Erwartungen. Die Dividende für 2011 soll auf 2,30€ pro Aktie erhöht werden und zusätzlich soll eine Sonderdividende von 1€ pro Aktie fliessen. Der Rest der überschüssigen Liquidität soll in Aktienrückkäufe fliessen.

Der nachbörsliche Kurs näherte sich in Folge den 50€ und ich habe das nun heute am späten Abend zum kompletten Ausstieg genutzt. Denn wenn der Dividendeneffekt von ca. 6,5% bezogen auf den heutigen Kurs ausläuft, kann ich mir gut vorstellen, dass die ungelösten strategischen Fragen der Deutschen Börse wieder in den Vordergrund treten und den Kurs belasten.

Ein derartiger Rücksetzer wäre dann aber vielleicht wieder eine Einstiegschance in eine prinzipiell spannende Aktie, bei der dem Management dann vielleicht ja auch in Zukunft etwas Besseres mit der Liquidität einfällt, als es für Aktienrückkäufe zu verwenden. Denn nun hat das Management der Deutschen Börse ja endlich wieder Zeit, sich ausschliesslich um das operative Geschäft zu kümmern. Und vielleicht werden meine persönlichen Wünsche ja doch noch irgendwann erhört und der für mich wenig erfolgreiche Herr Francioni wird durch jemanden mit mehr Innovationskraft und Gestaltungswillen ersetzt.

Kirch vs Deutsche Bank

Ein Ereignis fand ich heute bemerkenswert, auch wenn es nur mittelbar mit der Börse zusammen hängt. Der Prozess Kirch gegen die Deutsche Bank (WKN 514000) scheint nach der Meldung des Manager Magazins mit einem Vergleich zu Ende zu gehen, nach dem die Deutsche Bank knapp 800 Millionen Euro zahlen soll.

Was offiziell "Vergleich" genannt wird, ist wenn es sich bestätigt in meinen Augen ein grandioser, posthumer Sieg von Leo Kirch, seinen Vertreter und Anwälten gegen einen Weltkonzern mit nahezu unbegrenzter juristischer und finanzieller Schlagkraft. Man kann über den verstorbenen Leo Kirch denken wie man will und seine ganze Weltanschauung war mir (so weit die Darstellungen der Presse stimmten, denn ich kannte ihn nicht persönlich) immer höchst suspekt. Aber der hier gezeigte Durchsetzungs- und Behauptungswillen ist bemerkenswert und vor dieser Kraft und Energie kann ich nur meinen Hut ziehen.

Und dem Land und anderen Unternehmen hat Leo Kirch in meinen Augen damit einen Dienst getan, denn nie wieder wird sich wohl ein Bankvorstand derart "locker" öffentlich zu seinen Kunden äussern, wie das Rolf Breuer in meinen Augen getan hat. Insofern löst dieses "Peanuts" eindeutig übertreffende Ende hoffentlich einen positiven und Demut fördernden Lerneffekt bei den "Masters of the Universe" aus.

Fusion Misys - Temenos

Im folgenden ein abschliessendes Wort zur zuletzt -> hier <- besprochenen Temenos (WKN 676682), bei der sich ja die Ereignisse kurz nach der Vorstellung hier überschlagen haben:

Am Mittwoch Morgen letzter Woche kamen insofern negative Nachrichten in den Markt, als das Tauschverhältnis der Aktien bei der Fusion auf den Stand von Dienstag Abend nach Börsenschluss festgezurrt werden soll. Das ist deshalb eher negativ, weil Temenos ja aktuell nach meiner Ansicht noch unter Wert gehandelt wird und es nun keine Chance zu geben scheint, diese Differenz im Zuge der Fusion aufzuholen. Wie ich in dem Artikel oben schon schrieb, ist das ein weiteres Beispiel dafür, warum derartige Fusionsverhandlungen mit so vielen Risiken verbunden sind, dass es fraglich ist ob man während dessen investiert sein muss. Ich habe daher auch konsequent am Vormittag des letzten Mittwochs in die fallenden Kurse hinein meine Gewinne mitgenommen und bleibe nun auf Zeit an der Seitenlinie.

Unklar ist, ob die Aktionäre von Temenos in Anbetracht des für mich wenig attraktiven Umtauschkurses zustimmen werden. Ich kann mir diese für Temenos eher ungünstige Bewertung nur damit erklären, dass das Temenos Mangement im neuen Konzern möglicherweise die Führung übernimmt und daher möglicherweise ein Eigeninteresse daran hatte, den Deal auch zu einem ungünstigen Kurs für die Temenos Aktionäre zu erzwingen. Der scheinbare Abgang des bisherigen Misys CEOs Mike Lawrie deutet auf jeden Fall in diese Richtung. Und die Fusion als solche macht ja jede Menge Sinn und ist prinzipiell im Interesse der Aktionäre, weil sich beide Unternehmen sehr gut ergänzen und in mehrfacher Hinsicht von geringeren Kosten und grösserer Marktmacht profitieren könnten. Ob sich die Temenos Aktionäre dieser Sicht anschliessen oder sich dem eher ungünstigen Umtauschkurs verweigern, wird sich zeigen. Die Meldung der NZZ dazu

Insofern sollte man in meinen Augen nun an der Seitenlinie bleiben, das neue fusionierte Unternehmen dann aber ganz eng auf den Radar nehmen, sobald die Fusionswirren vorbei sind. Denn alles was ich zu Temenos sagte, gilt für das neue Unternehmen erst recht. Bankensoftware hat jede Menge Zukunft und die fusionierte Temenos/Misys wird in diesem Spiel eine ganz bedeutende Rolle haben.

Ich wünsche eine gute Nacht !