Gold, GDX, Telekom Sektor, Yen, DAX, Nokia – Beobachtungen des Tages – 10.01.13

Heute nachmittag, kurz vor Handelsschluss im DAX und mitten im Wallstreet Handel, will ich mit Ihnen ein paar kurze Beobachtungen des Tages in Stichworten teilen, insbesondere zu Gold, dem GDX und den Telekom Werten.

(1) Gold und Goldminen (GDX)

Der gestern in den Live-Tips kommunizierte "Buying on Weakness" Print bei diversen ETFs - der erste dieser Art seit Monaten - hatte erneut prognostizierende Wirkung. Zum Handelsstart nimmt der Sektor zum ersten Mal seit Wochen Fahrt auf und hat die Gewinne in den ersten 90 Minuten bisher nicht abgegeben. Sollte diese Stärke bis zum Schluss halten, haben wir eine gute Wahrscheinlichkeit für eine bedeutende Wende. Der Sektor ist dermassen verprügelt, dass hier nun das Potential für erhebliches Upside existiert.

(2) Telekom Sektor

Schon seit Tagen zeigen diverse der massiv verprügelten Telekom Konzerne - denken Sie nur an KPN (WKN 890963) 😉 - deutliche Lebenszeichen. Mit der gestrigen Meldung der Financial Times, nach der in einem Treffen der CEOs bei EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia die Idee eines Zusammenschlusses der nationalen Netze geboren worden sein soll, hat der Sektor nun endgültig - nach Jahren der Perspektivlosigkeit - die Chance auf neue Phantasie.

Es könnte also ein guter Zeitpunkt sein, da mal genauer hinzuschauen. Ein brauchbarer ETF um den ganzen Sektor zu spielen, könnte der iShares STOXX Europe 600 Telecommunications (WKN A0H08R) sein. Der ETF schüttet aus, letzte Dividende 6,7%.

(3) Yen Abwertung

Der Euro steigt zum Yen weiter, das Chart von EURJPY sieht langsam bedrohlich aus. 😉 Schien es gestern noch so, als würde nun erst einmal eine kleine Korrektur einsetzen, schiebt EURJPY heute schon wieder massiv hoch. Der Long Nikkei Trade in Yen ist also weiterhin voll aktiv. Geniessen und die Stops nachziehen, lautet hier das Motto.

(4) DAX und die 8000er Marke

Die gestern in der Marktanalyse geäusserte Erwartung, dass noch ein Schub im DAX bevor steht, scheint mit der inneren Stärke des heutigen Tages bestätigt. Trotzdem rechne ich durchaus noch mit ein paar Tagen Konsolidierung und auch mal wieder ein "ShakeOut" Tag nach unten wäre durchaus gesund. Der DAX braucht das nun einfach um wieder richtig Kraft zu tanken. Als sehr enger Stop bietet sich im DAX nun die Zone unter dem Tief der letzten Tage bei 7681 an. Damit kann nach unten wenig passieren und nach oben sind 8000 im Januar durchaus vorstellbar. Wer es weiter mag, sollte die Tiefs der "Fiscal Cliff" Verwirrung zum Jahresende bei knapp unter 7600 im Auge behalten. Wenn diese nicht halten, steht die Rally in Frage.

(5) Nokias überraschendes Zahlenwerk

Die vom Markt mit zeitweise 16% Plus aufgenommene Vorab-Meldung von Nokia zu den Q4 Zahlen, ist lange nicht so sensationell, wie sie in Anbetracht des heutigen Anstiegs wirkte. Die massive Bewegung entstand vielmehr durch Timing. Noch vor 3 Tagen hatte Nokia mit 3,3€ erneut das Hoch vom 19.12. erreicht. Dann setzte eine Korrektur ein, die Nokia in kurzer Zeit um 10% nach unten bewegte. Diese Korrektur war nicht untypisch, es gab zwar nicht wirklich belastbare Nachrichten, aber in Angesicht der hohen Gewinne und dem näher kommenden Tag der Wahrheit mit den echten Zahlen am 24.01.13, haben viele wohl lieber Gewinne mitgenommen. Man kann es also eine "Hasenfuss"-Korrektur aus reiner Vorsicht nennen.

Die nun genannten Zahlen zerschlugen diese Bewegung und erwischten den sich in einer Korrektur einrichtenden Markt völlig auf dem falschen Fuss. Insbesondere die Gewinnentwicklung bei Nokia Siemens Network (NSN) ist bemerkenswert. Nach einer kurzen Übertreibung hat der Markt aber damit nur wieder die 3,3€ erreicht. So spektakulär die Bewegung heute aussah, am Ende sind wir wieder da, wo wir schon am Montag waren.

Die wirkliche Entscheidung fällt nach wie vor am 24.01.13, wenn wir endlich erfahren ob Nokia im Kerngeschäft bei den Smartphones wirklich Tritt gefasst hat. Allerdings kann man nach den heutigen Zahlen eine sehr positive Aussage treffen. War bisher durchaus auch die Existenz von Nokia in Frage gestellt, falls das Unternehmen das Ausbluten durch die Verluste hätte nicht stoppen können, deutet der nun bekannt gegebene kleine Q4 Gewinn im Kerngeschäft und die Stabilisierung bei NSN darauf hin, dass diese Grundsatzfrage vom Tisch ist. Damit kann man Nokia eher wieder ernsthaft, abseits von kurzfristigen Trades, ins Auge fassen. Und das ist dann schon ein bedeutender Fortschritt !

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen.

Ihr Hari

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DAX Marktanalyse – Geht die Rally weiter ? – DAX 8000 bald erreicht ?

Heute Abend im späten Handel der Wallstreet und nach Handelsschluss im DAX, möchte ich mit Ihnen meine aktuelle Sicht auf das grosse Bild der Märkte teilen.

Gehen wir die wesentlichen Punkte doch einmal Punkt für Punkt durch:

(1)

Kurzfristig ist der Markt überkauft und muss konsolidieren oder korrigieren. Wie der Markt auf einen überkauften Zustand reagiert, sagt viel über dessen innere Stärke aus. Und dieses Bild ist bisher positiv. Alles was bisher diese Woche passiert ist, ist bestenfalls eine milde Konsoliderung, die bullisch zu werten ist. Wir wissen alle, das sich das jede Minute ins Negative ändern kann, aber herum zu raten hat keinen Wert und bis jetzt ist es, wie es ist.

(2)

Mittelfristig hat der DAX die Hochs von 2011 hinter sich gelassen und es fehlt nicht mehr viel, um auch die historischen Hochs von 2007 bei über 8000 zu erreichen. All zu schwierig sollte das sowieso nicht sein, da der DAX ein Performance-Index ist und also selbst auf den historischen Hochs defacto noch 10-15% weniger Wert besitzt als 2007, nämlich genau in der Höhe der seitdem geflossenen und in den DAX eingerechneten Dividenden.

Ich kann im langfristigen Wochen-Chart des DAX im Moment nichts erkennen, was zwingend eine Topbildung indiziert. Sicher haben wir eine kleine negative Divergenz im RSI, die man aber in dieser Höhe des RSI nicht überwerten muss. Auch 2011 erreichte der RSI seinen Höchststand Monate vor dem endgültigen Top des DAX.

Schauen Sie mit mir doch mal auf das langfristige Wochenchart des DAX seit 2006, um dieses Bild zu unterstreichen:

DAX 10.01.13 master

Das für mich aus dem Chart heraus wahrscheinlichste Szenario habe ich eingezeichnet. Und das ist ein erneuter Anlauf auf die 8000er Marke, nachdem diese Konsolidierung abgeschlossen ist. Dann aber sind wir möglicherweise für eine grössere Korrektur reif.

(3)

Ein weiteres Indiz dafür, dass diese Rally noch Beine hat, ist das Verhalten der Aktien der zweiten Reihe. Dort gab es in den letzten Monaten viele, die die Rally der Indizes und damit der grossen Bluechips nicht mitgemacht hatten. Nun wechseln auch diese Aktien in den Rally-Modus und das spricht dafür, dass dieser Bulle noch nicht am Ende ist. Nehmen Sie Aktien wie Wacker Chemie, SGL Carbon, Klöckner usw., alles klassische MDAX oder SDAX Werte, die nun grosse Sprünge von teilweise 5 und mehr Prozent pro Tag vollführen. Auch die konsistente Stärke des MIB40 und des IBEX35 ausserhalb Deutschlands zeigen, dass die Erholungsbewegung in der Eurozone wohl noch nicht zu Ende ist.

(4)

Zusätzliches Feuer bekommt diese Rally aus Asien, von der wieder anziehenden chinesischen Konjunktur und der aggressiven Schwächung des Yens. Auch diese Trades laufen weiter und geben keine Signale einer Trendwende.

(5)

Die grösste Gefahr dieser Rally geht im Moment ohne Frage von den USA aus. Denn die Diskussionen um das Debt Limit werden hart werden und die Verwirrung gross. Ich gehe fest von einer weit gefährlicheren Eskalation aus, als zum Thema "Fiscal Cliff", weil nun möglicherweise auch persönliche und politische Rechnungen beglichen werden, die aus den Verhandlungen um die Fiskalklippe resultieren. Und dieses Thema ist für die Weltwirtschaft auch weit gefährlicher, schon der August 2011 hat ja gezeigt was passiert, wenn die Kreditwürdigkeit der USA in Frage steht.

Aufgrund dieser absehbaren Entwicklung treten viele professionelle Marktteilnehmer nun zunehmend auf die Seitenlinie. Auch wenn ich das für eine prinzipiell richtige Annahme halte, könnte der Zeitpunkt zu früh sein. Denn Mr. Market geniesst es einfach zu sehr, so ein positives Gefühl wie im Moment haben zu können. Und die Rally zieht im Moment noch frisches Geld in den Markt hinein. Für Sorgen und für Panik ist dann ab Februar noch genug Zeit.

(6)

Auch die Notenbanken geben im Januar Gas, nicht nur das die japanische Notenbank nun massiv Geld druckt, auch die FED hat im Januar keine einzige POMO-Sell Operation auf der Agenda, was gegenüber letztem Jahr ein Novum ist. Für genügend Liquidität ist also definitiv gesorgt und Liquidität ist immer noch der entscheidende Treibsatz der Börsen.

(7)

Unterstützt wird meine kurzfristig nach wie vor optimistische Sicht erneut von der aktuellen Analyse von , die ich Ihnen zum Studium empfehle.

Fazit:

Ich halte es für das wahrscheinlichere Szenario, dass diese Rally nach der derzeitigen Pause noch einmal einen kräftigen Schluck aus der "Kurspulle" nimmt. Sollten danach die Rahmenbedingungen immer noch die gleichen sein wie aktuell, werde ich diesen Schub dann aber wahrscheinlich verkaufen und in die Stärke hinein langsam aussteigen. Ich möchte mir das Spektakel im März dann lieber von der Seitenlinie anschauen.

Sollte es in den kommenden Wochen dazu aber positive Nachrichten geben, die auf eine schnelle Einigung oder Lösung hindeuten, könnte diese Rally sogar weit ins Frühjahr hinein weiter laufen und ich würde meinen Ausstieg dann abblasen.

Als Stop - für den unwahrscheinlicheren aber doch möglichen Fall, dass wir uns doch gerade in einer Topbildung befinden - bieten sich mir aktuell die Tiefs der "Fiscal Cliff" Verwirrung von kurz vor Weihnachten an. Sollten wir diese demnächst unterbieten, muss man die Rally massiv in Frage stellen.

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen !

Ihr Hari

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Don´t fight the FED ! – Ein kurzer Rückblick auf QE3 – 07.01.13

Wir Menschen neigen dazu schnell zu vergessen. Deshalb ist es manchmal nötig, sich Dinge im Nachhinein wieder in Erinnerung zu rufen. So heute die Auswirkungen der QE3 Massnahmen der FED, die ja schon im September angekündigt wurden, dann aber - vermeintlich - keine Wirkung entfalteten.

Unzählige Artikel sind dazu ja erschienen, die aus den abwärts bröselnden Kursen seit September 2012 die Schlussfolgerung zogen, dass die Liquiditätseinschüsse der FED in den Markt keine Wirkung hätten.

Dabei könnte nichts falscher sein als diese Annahme ! Alles das Papier nicht wert, auf dem es geschrieben wurde, weil schlicht das QE3 Programm nicht verstanden wurde ! Und nun, im Nachhinein, kann ich es Ihnen auch beweisen.

Sie erinnern sich hoffentlich an meinen überraschenden Artikel vom 11.11.12, in dem ich Ihnen die öffentlich praktisch nicht bekannte Tatsache klar machte, dass die ab September veranlassten Käufe der FED im Rahmen des QE3 aufgrund Verzögerungen im Settlement erst ab (frühestens) dem 14.11.12 den Markt erreichen würden ? Wenn nicht, sollten Sie hier noch einmal nachlesen: -> Warum QE3 erst ab 14.11 seine Wirkung entfaltet <-

Nun ist es Zeit sich im 8-Stunden-Chart mal anzuschauen, was dann im DAX und im S&P500 zum Jahresende passierte. Bedingt durch die Verwirrung um den Fiscal Cliff ist der S&P500 dabei etwas "gedämpft", hat aber immer noch ein eindrucksvolles Bild. Schauen Sie selbst:

DAX FED QE3

S&P500 FED QE3

Eindrucksvoll oder ? Ist das Zufall und hat nichts mit der FED zu tun ? Eher nein, sehr unwahrscheinlich. Wir sehen hier in den Charts ganz eindeutig, was frische Liquidität ausmacht die ins System strömt.

Und jetzt fragen Sie sich mal ehrlich im Nachhinein. Wie viele von Ihnen haben diese Information zur Kenntnis genommen, die Schultern gezuckt weil es keinen hörbaren "Knall" gab und das Thema dann sofort wieder vergessen ? Denken Sie daran, wenn Sie zukünftig der Liquiditätsversorgung der Märkte durch die Notenbanken nicht die Aufmerksamkeit schenken, die ihr gebührt !

Eindrucksvoll übrigens auch, wie man im Chart des S&P500 sehen kann, wie die Fiscal Cliff Verwirrung die Kurse zum Jahresende dämpfte und der Gap zum Jahresanfang nur wieder den alten Trend aufnahm und sozusagen nahtlos fortsetzte. Man kann also ganz klar sehen wo der S&P500 ohne Fiscal Cliff das Jahr 2012 geschlossen hätte.

Also, schreiben Sie es sich am besten neben den Bildschirm: Don´t fight the FED ! 😉

Ihr Hari

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Börsenjahr 2013 – 02.01.2013 – Beobachtungen zum Jahresanfang – Teil 2

Hier um 17.30 Uhr der zweite Teil meiner Beobachtungen zum Anfang des Börsenjahr 2013:

Wenig Favoritenwechsel im DAX

Schaue ich insbesondere heute auf den DAX, sehe ich im aktuellen Handel die alten "Gurken" wie E.ON und Metro bestenfalls mit dem breiten Markt mitlaufend. Auch die in 2012 schwache K+S "röchelt" weiter vor sich hin. Von einem Favoritenwechsel ist da (bisher) nicht viel zu merken.

Auffällig ist die relative Schwäche bei Bayer, die Aktie ist aber auch 2012 sehr gut gelaufen und steckt voller positiver Erwartungen. Es kann daher gut sein, dass diese Schwäche am Ersten des Jahres ein Signal ist. Auch eine Aktie die mir in 2012 zu gut gelaufen ist und die nun in meinen Augen nach einer Korrektur schreit ist Beiersdorf.

Ebenso auffällig und bemerkenswert ist der Intraday Abverkauf von Linde von 134,7 EUR bis 130,9 EUR oder Intraday fast 3%. Ich kenne die Ursache noch nicht, aber dass mus man unbedingt beobachten. Denn auch wenn ich bei Linde weiter von einer guten Geschäftsentwicklung und sogar einem Schub durch die Lincare Übernahme ausgehe, birgt das Chart schon das Potential einer grösseren Top-Bildung in sich.

Apple, Rohstoffe und Gold- und Silberminen riechen nach Rally.

Betrachtet man, was schon an Silvester bei den Firmen rund um Apple wie Broadcom oder Qualcomm, bei den Rohstoffwerten rund um Rio Tinto & Co. und den Gold- und Silberminen passierte - alles Werte die im 4. Quartal lange sehr schwach waren - ist es bemerkenswert, wie diese Stärke am heutigen Jahresanfang massiv bestätigt wurde. Es kann gut sein, dass wir es in diesen Fällen mit einer neuen Tendenz zu tun haben.

Hier scheint frisches Geld in aus Sicht des Marktes unterbewertete Assets hinein zu fliessen und alle genannten Sektoren haben eine Menge Potential.

Südeuropa hat nach wie vor eine Menge Aufholpotential

Bemerkenswert auch, wie das schöne Plus im DAX erneut durch ein Plus von mehr als 3% im IBEX35 und MIB40 getoppt wurde. Die -> hier <- und -> hier <- vorgestellten Trades sind weiter hoch aktuell, die Bullenflaggen haben sich wie erwartet nach oben aufgelöst und es gibt noch jede Menge Luft für Gewinne in 2013.

Der Stahlsektor scheint mitten im Rebound zu stehen

Passend zur positiven Entwicklung in China, setzt sich der Rebound bei den unter anderem -> hier <- am 05.12.12 besprochenen Klöckner und Salzgitter weiter nach Lehrbuch fort. Insbesondere Klöckner hat perfekt sein Ausbruchsniveau bei ca. 8,9€ gestestet und dreht nun weiter nach oben.

Am stärksten ist heute Thyssenkrupp, was aber kein Wunder ist, da die Aktie auch mit Abstand am schlechtesten gelaufen ist. Ich fasse die Aktie aus den hier mehrfach besprochenen Gründen aber weiterhin nicht an. Wer einen Sektor sucht, in dem er in den kommenden Wochen und Monaten den Markt deutlich schlagen kann - eine weitere Erholung von China und der Eurozone voraus gesetzt - ist hier vielleicht gar nicht schlecht aufgehoben. Die notwendigen Stops für Klöckner und Salzgitter sind auf jeden Fall nun klar durch die Tiefs vom 21.12. bzw 28.12. definiert und erlauben einen gut abgesicherten Longtrade.

iRobot und die riesigen Gaps

Es gibt eine Reihe kleinerer Aktien, die ich wie 3D Systems (WKN 888346, DDD) aufgrund ihrer besonderen technologischen Position auf meinem Radar habe. Dazu zählt der Roboterspezialist iRobot (WKN A0F5CC, IRBT), auf den ich mit dem folgenden Tageschart und dem Blick auf die beiden riesigen Gaps aufmerksam machen will.

Zumindest das kleinere Gap von Oktober 2012 bei 22,4 USD scheint die Aktie mit aktuell 8% Plus nun in Angriff zu nehmen. Auslöser der Gaps waren Verzögerungen bei den militärischen Aufträgen im Verteidigungsbereich (Minenräumung etc.), diese sind aber nun eingepreist. Das private Geschäft läuft dagegen gut und das Potential des Marktsegmentes ist ähnlich wie beim 3D Druck gewaltig.

Und um mal ganz wild herum zu spekulieren: Wenn es irgendwo ein Segment gibt, das wie weiland die Musikplayer durch das iPod danach schreit, durch einfache und schicke Lösungen einem Massenmarkt geöffnet zu werden - dann sind es die Haushaltsroboter, die schon weit mehr können, als Otto Normalverbraucher ahnt und durchaus das Potential haben auch unter der Überschrift "schick und hipp" wahrgenommen zu werden. Wer will denn keinen R2D2 haben, der ihm Teile der lästigen Hausarbeit abnimmt ? Oder steht hier jemand auf Staubsaugen ? 😉

Da finde ich den Namen iRobot im Sinne Apple vielleicht schon prophetisch. Vielleicht verleibt sich ja mal ein Grosser iRobot ein, wer weiss.

iRobot 02.01.13

Das warme Wetter und der US Gaspreis

Das in den USA sehr warme Winterwetter macht den -> hier <- vorgestellten Trade auf den ETF UNG zu nichte. Wer den Stop knapp unter der 200-Tage-Linie beachtete, wurde nach einem grossen Gap heute ausgestoppt. Die letzte Verteidigungslinie ist nun das Tief vom 28.08.12 bei 17,69 USD. Solange das hält, ist der Aufwärtstrend seit April 2012 noch intakt. Fällt auch dieses Tief, sollte man vom UNG wohl weiten Abstand halten.

So weit erst einmal meine ersten Eindrücke zum Anfang des Jahres. Ich wünsche Ihnen einen guten Start ins Börsenjahr 2013 !

Ihr Hari

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Warum 2012 ein leichtes und schwieriges Jahr war – und was uns das über Trends sagt

Manchmal muss man einen Schritt zurück gehen um den Wald vor lauter Bäumen zu sehen. Denn wer das Jahr 2012 Tag für Tag erlebt hat und sich die einzelnen Bäume betrachtet, weiss das es ein schwieriges Börsenjahr war.

Ein Jahr das von permanenter politischer Intervention geprägt war. Und politische Intervention ist perse schwierig, weil kaum zu antizipieren.

Und ein Jahr bei dem der DAX mit um die 30% Plus eines der besten Jahre seiner Geschichte hingelegt hat und damit mit ganz an der Spitze der weltweiten Indizes stand. Gleichzeitig uns aber permanent so schwere Verwerfungen drohten, dass man diese Bewegung nur mit einem apathischen Gemüt hätte gelassen und ohne Sicherungsnetz mitnehmen können.

Ja, es war ein stressiges und anstrengendes Börsenjahr. Aber eigentlich war es auch ganz einfach.

Warum ? Treten wir dazu mal einen Schritt zurück, vergessen wir die täglichen Verwirrungen und betrachten den Wald. Um sein Kapital in 2012 um 70% zu erhöhen - ja 70% Performance ! - musste man nur 4 Trades auf den DAX machen. Und sich dazwischen statt im Büro an einem Strand in der Südsee vergnügen. Schauen Sie selbst auf das Jahr 2012 im DAX:

DAX 2012

Etwas vereinfacht also: Long Q1, Short Q2 und Long Q3. Das hätte locker für 60% Plus gereicht. Dann noch als I-Tüpfelchen den "Runaway-Move" im DAX seit Mitte November erwischen und die 70% Gewinn mit einem DAX ETF wären eingebucht gewesen.

Faszinierend oder, wie einfach das Jahr im Nachhinein aussieht. Und wer hat das so geschafft ? Ich vermute niemand. Ich auf jeden Fall trotz guter Performance nicht in dem Umfang und das obwohl ich die drei Bewegungen der ersten Quartale hier ziemlich genau getroffen habe. Die politischen und fiskalischen Atombomben über unseren Köpfen waren aber in 2012 zu gross, um ohne Vorsicht diese Bewegungen zu spielen.

Und was lernen wir daraus ? Erstens, dass man hinterher immer klüger ist. Überraschung ! 😉 Und zweitens, wie mächtig Trends sind und dass es das Beste ist was man tun kann, solchen Trends einfach zu folgen !

In 2013 machen wir das mit den Trends dann noch besser. Oder ? 😉

Ihr Hari

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surveybuilder.info Tops und Flops 2012

Liebe surveybuilder.info Community,

ich will mich nun zu einem Jahresrückblick auf die Tops und Flops dieses Blogs im Jahr 2012 hinreissen lassen. Es gehört ja zu den eher fragwürdigen Gepflogenheiten vieler die wirtschaftlich von Aktienempfehlungen leben, sich am Ende des Jahres selber zu loben ob der vermeintlich so perfekten Voraussagen. Ist ja auch verständlich, der Anschein guter Prognosen ist Grundlage des Geschäftsmodells.

Das funktioniert auch ganz gut, weil man dabei auf die Vergesslichkeit der Menschen setzen kann, denn wer macht sich die Mühe mal das Vergangene zu lesen und zu überprüfen, ob da die Welt mit dem Marketingpinsel nicht arg zu rosa gepinselt wurde ? Was ich grundsätzlich von der Prognoseindustrie halte, habe ich ja schon in meiner -> Anlagephilosophie <- deutlich gemacht.

Auch empririsch dürfte schnell klar sein, dass wir es hier eher mit einer rosa gefärbten Marketing-Veranstaltung zu tun haben. Denn wir haben ja auf der einen Seite die öffentlichen Fonds, deren Performance für jederman eindeutig nachzulesen ist. Die weit überwiegende Mehrheit dieser Fonds - durchweg geführt von Profis, denen weit bessere Daten- und Nachrichtenquellen zur Verfügung stehen als uns - schafft es nicht das relevante Marktsegment zu schlagen. Auf der anderen Seite haben wir die "Prognoseindustrie", die nach eigenen Angaben im Nachhinein natürlich immer ganz tolle Performance mit ihren "Empfehlungen" erzielt. Kann man ja auch leicht behaupten, weil es sowieso niemand überprüfen kann.

Beides könnte nur dann zusammen passen, wenn in den öffentlichen Fonds alle Idioten versammelt sind und in der "Prognoseindustrie" dagegen die ganz grossen Marktempathiker. Entscheiden Sie selber, ob das eine realistische Annahme ist. 😉

Ich möchte mich daher so weit das geht mal an einen einigermassen objektiven Jahresrückblick heran wagen. Ich bin durch die Titel aller meiner Artikel des Jahres 2012 durchgegangen und habe die heraus gepickt, in denen ich mich im Titel zu einer Aktie oder dem Markt mit deutlicher Tendenz geäussert habe. Um diesen Jahresrückblick nicht ausufern zu lassen, beschränke ich mich auf die Themen die mir einen eigenen, vollen Artikel wert waren und gehe über Teilanalysen innerhalb grösserer Artikel oder über die Livetips hinweg. Eine Berücksichtigung dieser Menge an Detail-Informationen würde den Rahmen sprengen.

Aber auch alleine mit dieser Selektion bekommt man ein ganz gutes Bild darüber, was im Nachhinein auf surveybuilder.info treffend war und was nicht. Ich habe daher jeden Fall in die Kategorie TOP oder FLOP eingeordnet, je nachdem ob die Aussagen des Artikels im nachhinein treffend waren oder nicht. Die Fälle im Graubereich die weder eindeutig in die eine oder andere Richtung ausschlugen, habe ich der Übersichtlichkeit wegen weggelassen. Und anhand der von mir genannten Daten, können Sie die alten Artikel aus dem Archiv ziehen und selber überprüfen, ob Sie meine Einschätzung teilen oder nicht. Insofern ist der folgende Rückblick wenigstens halbwegs objektiv.

Soweit der Vorrede, hier kommen die wesentlichen Tops und Flops dieses Blogs in 2012:

FLOP 16.01.12 "Cameco Weltmarktführer in Uran": Ich hatte Ihnen Cameco vorgestellt, verbunden mit der Erwartung, dass sich der Uranpreis in 2012 nachhaltig erholt. Auch wenn der Trade kurzfristig für ein paar Wochen gut funktioniert hat, hat sich die generelle Annahme als unzutreffend heraus gestellt. Der Kurs von Cameco war das ganze Jahr in einer Seitwärtsrange und dümpelt heute auf ähnlichem Niveau wie vor fast einem Jahr herum.

TOP 17.01.12 ff "Zur Taktik in Bullenmärkten": Einer der bedeutendsten Treffer diesen Jahres war es, die Tendenz der ersten drei Quartale frühzeitig und eindeutig zu erkennen, lange bevor die Mehrheit auf den Zug aufgesprungen ist. Nur mit dem 4. Quartal konnte ich nie so richtig "warm" werden, hier fehlte mir zuletzt die klare Tendenz. So habe ich schon am 17.01.12, mitten in der anhaltenden Depression nach dem 2011er Absturz, von einem Bullenmarkt gesprochen und Sie erinnern sich sicher an die zahllosen Artikel im ersten Quartal zum laufenden "Runaway Move", eine Sicht die in der breiten Presse erst sickerte, als die Bewegung im März schon wieder dem Ende zu ging.

TOP und FLOP 24.01.12 "Temenos - Chancen mit Bankensoftware": TOP war das insofern, als die Aktie kurz nach der Besprechung durch die Übernahmegespräche mit Misys zu einem gewaltigen Höhenflug ansetzte. Wer drin war und mit Stop absicherte, konnte schnelle und schöne Gewinne mitnehmen. FLOP insofern, als es danach nicht weiterging und die Aktie nach Scheitern der Fusion für den Rest des Jahres nicht mehr richtig ans Laufen kam.

TOP 26.01.12 "Kaufpanik oder das Reh im Scheinwerferlicht"und 01.02.02 "Zur Technik eines "Runaway Move": Weitere Beispiele für die klar erkannte Richtung des ersten Quartals. Weitere Zitate der zahllosen Artikel zum Thema übergehe ich im folgenden.

TOP 30.01.12 "Hecla Mining - Seriosität in Silber": Das ist ein Top mit Einschränkung. Das Timing war nicht ganz perfekt und es ging nach dem Artikel noch etwas weiter runter. Aber die Tendenz und grundlegende Sicht war richtig und ist es heute fast ein Jahr später immer noch.

TOP 02.02.12 "Vom Elend der Charttechnik und der Börsenkultur - Eine Wutrede": Hier habe ich mich mit spitzer Zunge über die vier Chartisten mokiert, die zum Frankfurter Gespräch beim Handelsblatt zusammen kamen. Meine Erwartung, dass die Aussagen der Herren eher Kontraindikatoren sein werden, hat sich in den folgenden 2 Monaten perfekt bewahrheitet. Auch 2013 freue ich mich schon wieder auf diesen recht zuverlässigen Kontraindikator. 😉

06.02.12 "Das Beste für Griechenland - ein Kommentar aus tiefstem Herzen": Tja, Top oder Flop ? Eigentlich bin ich immer noch dieser Ansicht und die seitdem vergangenen 10 Monate haben die Sicht auf Griechenland ja wiederholt bestätigt. Da die Politik den von mir gewünschten Weg aber nicht eingeschlagen hat, ist es müssig zu spekulieren ob das wirklich der bessere Weg gewesen wäre. Ich glaube es noch immer.

TOP 13.02.12 "Tesla Motors - die Zukunft des Automobils": Ein Top mit Einschränkung. Tesla setzte nach dem Artikel zu einer gewaltigen Rally an, die schnell 20% Plus brachte. Der Rest des Jahres war dann aber eher volatile Seitwärtsbewegung und aktuell steht Tesla einige Prozent höher als Anfang diesen Jahres.

TOP 14.02.12 "ThyssenKrupp - Vom Donnerhall zum Anlagenbauer": Die deutlich artikulierte sehr negative Sicht auf die Aktie und insbesondere auf die verantwortlichen Organe rund um Gerhard Cromme war mehr als treffend, wie der weitere Verlauf des Jahres ja nachhaltig bewiesen hat.

TOP 01.03.12 "Aixtron - ein Management im Blindflug": Während die diversen Medien noch der Hoffnung bei Aixtron das Wort redeten, habe ich mich in deutlichen Worten über ein Management mokiert, das öffentlich über Hoffnung für die zweite Jahreshälfte daherredet, gleichzeitig aber mit dem eigenen Geld nicht bereit ist auf das eigene Unternehmen zu setzen. Die weitere Entwicklung des Jahres hat dieser negativen Sicht mehr als Recht gegeben. Nun redet keiner mehr über Aixtron. Sollten jetzt Insiderkäufe kommen, dürfte das ein Einstiegssignal sein.

"05.03.12 "Salzgitter – Kaufgelegenheit ?": Auch wenn die grundlegende Erwartung bei Salzgitter sehr treffend war und eher unter die Kategorie "Top" fallen würde, war das folgende Kurs-Loch, obwohl prinzipiell antizipiert, dann doch tiefer als erwartet. Kurse unter 30€ konnte ich mir damals nicht vorstellen. Insofern keine eindeutige Bewertung für diesen Punkt.

FLOP 05.03.12 "China und die Rohstoffe": Auch wenn vieles in dem Artikel treffend war, hat sich die grundlegende Annahme, dass die Rohstoffnachfrage aus China wieder ans Laufen kommt doch als unzutreffend heraus gestellt. Mit den im Artikel genannten Aktien liess sich in 2012 kaum Geld verdienen und Rio Tinto notiert zum Beispiel aktuell wieder auf dem Niveau von Anfang März. Es spricht zwar viel dafür, dass sich das in den kommenden Monaten ändert, weil China endlich in Bewegung gerät. Für das letzte Jahr war das aber eindeutig ein Flop.

TOP 08.03.12 "Deutsche Bank - zerschlagt sie endlich !": Das Thema ist ja wohl aktueller denn je. Ich kann es nur wiederholen: zerschlagt sie endlich !!

TOP 27.03.12 "Vom Aufhören, wenn es am schönsten ist ...": Mit diesem Artikel habe ich mit perfektem Timing die Korrektur des zweiten Quartals ins Auge genommen, genau zu dem Zeitpunkt, als die bekannten Verdächtigen anfingen über DAX 8000 zu schwadronieren. Und hatte auch schon die Sommerrally im Auge. Lesen Sie doch einfach noch einmal. 🙂 Eine derartige Marktsicht war zu dem Zeitpunkt für mich woanders weit und breit nicht zu sehen. Erinnern Sie sich auch an die Umfrage am 28.03. ? Die Hälfte der Leser von surveybuilder.info wollte dieser Sicht auf das 2. Quartal auch nicht folgen, ein Quartal, in dem der DAX dann über 1000 Punkte gegenüber Ende März verlor.

TOP 30.03.12 "Warum ich Microsoft nun aus meinem Depot verbanne": Volltreffer. Der Artikel ist auch 9 Monate später unverändert gültig und auch das war eine Sicht, die man damals kaum irgendwo hören konnte. Seitdem ist Microsoft um 16% gefallen (32,4 -> 27) und die Verkäufe von Windows 8 sind genau so wie erwartet: schlecht. An so Themen sieht man dann doch, dass es einen Unterschied macht, wenn man sich in einem Segment sehr gut auskennt, was im Bereich Software bei mir durch berufliche Historie der Fall ist.

FLOP 17.04.12 "Daimler im Visier der Investmentbanken": Die von mir gesehenen Kaufoptionen bei den Investmentbanken hatten im Nachhinein keine Auswirkung. Keine Ahnung was damit passiert ist und wofür sie letztlich da waren. Die antizipierte Bewegung durch einen Einstieg eines Investors hat sich auf jeden Fall nicht realisiert, insofern klarer Flop.

TOP 09.05.12 "Bedeutende Wende bei den Goldminen": Am 16.05. - 5 Handelstage nach dem Artikel - markierte der GDX sein absolutes Tief bei 39,08 USD. Am 18.05. habe ich das unter der Überschrift "Gold und Goldminen bestätigen Wende !" noch einmal deutlich gemacht. Danach setzte der GDX langsam aber gewaltig zu einer Sommerrally an, die den GDX bis zum 21.09. auf 55,25 USD brachte, ein Anstieg von 41% in 4 Monaten, das darf man wohl Top nennen. 😉

TOP 12.06.12 "Kursziel 1400 im S&P500 ?": Mit einer technischen Betrachtung habe ich meine positive Sicht auf das dritte Quartal und die Sommerrally eingeläutet und am 15.06. mit "Cup&Handle im S&P500 kurz vor Aktivierung" verstärkt. Im Nachhinein war es tatsächlich so, dass der S&P500 sein absolutes Tief am 04.06. erreicht hatte. Diese Betrachtung, die auch schon DAX 7000 erwähnte während der DAX bei 6100 stand, war also sehr treffend.

29.06.12 "Ein historischer Tag - Das Ende Deutschlands, wie wir es kennen.": Top oder Flop ? Ich überlasse das Ihnen. Ich befürchte aber nach wie vor, dass ich völlig Recht hatte.

TOP 02.07.12 "US Kohlesektor - Monatelanger Abwärtstrend bald durchbrochen ?": Eher Top, aber nicht so eindeutig. Der Sektor definierte seinen absoluten Tiefpunkt am 26.07., insofern war die Annahme des Artikels grundlegend richtig. Seitdem ist der Sektor im Aufwärtstrend. Allerdings verläuft der Gegenanstieg bisher nicht so richtig überzeugend. Insofern ein verhaltenes Top.

FLOP 05.07.12 "Warum man die Porsche Aktie nun nicht mehr haben muss": Nach dem Artikel setzte der Kurs von Porsche zu einer massiven Rally an, insofern klarer Flop. Andererseits bin ich weiter von der inhaltlichen Sicht überzeugt, dass man in VW sein muss und nicht in Porsche, weil die Entwicklung des Porsche Kurses ein reines Lotteriespiel ist, auf das nur Herr Piech wirklich Einfluss hat. Als Aktionär sitzt man da sozusagen an einem gezinkten Kartentisch. Ich gebe mich nicht der Illusion hin zu durchdringen, was in der Porsche Bilanz alles passiert und nicht passiert. Und mit VW konnte man ja dann auch gutes Geld verdienen. Trotzdem, rein vom Kursverlauf her klarer Flop.

TOP 10.07.12 "Linde, SAP, ABB - drei substanzstarke Aktien, die ich nun für Buy&Hold interessant finde": Volltreffer. SAP seitdem 36% Plus. Linde 20% Plus. ABB 21% Plus. Und das alles in einem halben Jahr und ohne grosses Risiko bei sehr geringer Volatilität. Besser gehts kaum. Und ich halte alle drei Aktien auch für 2013 weiter für aussichtsreich.

TOP 18.07.12 "Wohin uns die Sommerrally führen könnte" und 19.07.12 "Dieser Bulle hat noch Kraft in den Lenden !": Eine im Nachhinein sehr treffende Sicht auf das 3. Quartal, inklusive der schon formulierten Erwartung der Herbststürme, die dann auch ab Ende September einsetzten.

TOP 31.07.12 "Aufbau eines Trades – Am Beispiel Silber": Zwischen dem Artikel und dem Hoch Ende September legte Silber eine 25% Rally hin.

TOP 08.08.12 "Goldminen – Erneut mit relativer Stärke gegenüber Gold": Nach dem Artikel legte der GDX innerhalb 6 Wochen eine 24% Rally hin.

TOP 28.08.12 "Chart der Woche – Hecla Mining": Nach dem Artikel legte HL innerhalb von nur 4 Wochen eine Rally von knapp 30% hin !

TOP 29.08.12 "Kurztipp – Kinross Gold": Nach dem Artikel legte Kinross innerhalb von nur 5 Wochen eine Rally von über 30% hin !

10.09.12 "Bijou Brigitte (522950) - Modeschmuck im Strudel der Eurokrise": Der mittelfristig angelegte Trade scheint zu funktionieren die Aktie steht nun über 10% höher als beim Artikel. Ein endgültiges Urteil will ich mir aber noch nicht erlauben.

FLOP 18.09.12 "Gold – Das für mich wahrscheinlichste Szenario der nächsten Wochen": Meine Leiden an Gold im 4. Quartal wurden hiermit eingeläutet. Und bis heute ist es so, dass ich auch im Nachhinein - auf Basis der damals vorhandenen Daten - an meiner Einschätzung keinen grundlegenden Fehler erkennen kann. Es ist trotzdem völlig anders gekommen und was mich am meisten irritiert ist, dass ich bis heute nicht verstehe warum. Insofern ist mein Edelmetall Trade des 4. Quartals für mich nach wie vor mein "Flop des Jahres !" Zwar habe ich dank gutem Risikomanagement da nur minimal Geld verloren, frustrierend waren die letzten 2 Monate aber schon.

21.09.12 "Marktanalyse - Wie wird das vierte Quartal für DAX, S&P500 und Co. ?": In dieser Marktanalyse scheinen die Schwierigkeiten des kommenden Quartals schon auf. Der Artikel ist auch Indikator dafür, dass ich mich im 4. Quartal nun schwerer tue den Markt "zu greifen".

FLOP 11.10.12 "Silber – Warum die Markttechnik nach einem bullischen Ausbruch riecht !": Auch hier setzt sich mein schlechter Edelmetall-Trade fort, der Kommentar zum 18.09.12 gilt auch hier. Da hat mich Mr. Market einmal kräftig an der Nase herum geführt.

TOP 14.10.12 "Marktupdate - DAX & Co.: Vom Weg des maximalen Schmerzes": Das war schon sehr prophetisch und die ersten zwei Phasen, inklusive des Tauchers unter 7000 im DAX, traten auch perfekt ein. Nur die ganz grosse Rally am Schluss über 8000 wurde uns verwehrt, ich bin aber recht sicher, ohne die Fiscal Cliff Verwirrung wäre die drin gewesen.

Mit Mitte Oktober will ich meinen Rückblick auch schliessen. Die weiteren Artikel sind in der Regel zu nahe an der Gegenwart um schon ein Urteil fällen zu können.

Abgesehen davon verschafft diese Liste auch so schon einen ganz treffenden Eindruck über das, was im Jahr 2012 auf surveybuilder.info.de gelaufen ist. Sicher musste ich vieles weglassen, insbesondere wichtige kleine Kommentare und Tips, um diesen Artikel nicht endgültig zu lang werden zu lassen. Trotzdem kann man nachvollziehbar sagen, dass das Jahr 2012 von vielen sehr guten Treffern geprägt war, die erhebliche Gewinne ermöglichten.

Insbesondere die in x Artikeln immer wieder konsistent thematisierte Marktsicht auf die grossen Entwicklungen der drei Quartale (Q1 bullisch, Q2 bärisch, Q3 bullisch), hat denen schöne Gewinne ermöglicht, die das verstanden haben. Dazwischen tummelten sich aber auch ein paar Flops, nobody is perfect. Würde mir jemand einen fehlerlosen Trackrecord präsentieren, würde ich es auch nicht glauben. Wir alle haben Fehleinschätzungen und niemand hat eine Kristallkugel. Der Unterschied ist, ob man daraus lernt und ob man in der Lage ist, die Risiken zu begrenzen.

Ich wünsche Ihnen allen einen guten Rutsch und uns weiter so viele Treffer in 2013 !

Ihr Hari

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Gastkommentar – DAX mit „Runaway Move“

[Redaktionelle Anmerkung Hari: Wer den Begriff des "Runaway Move" nicht kennt, findet -> hier <- Erklärung und Beispiel.]

Ein Gastartikel von Tokay

DAX mit "Runaway Move"

Die seit Mitte September laufende Konsolidierungsbewegung ABCD wurde Ende November mit einem „fake out“ aufgelöst und wir befinden uns seither in der vielzitierten Jahresendrally, markiert durch die Linie DE. Diese Rally trägt die Züge eines „runaway move“, denn es fand in dieser Bewegung keinerlei Konsolidierung statt. Wer die Bewegung verpasste und darauf hoffte, die Schwäche zu kaufen, der hoffte vergeblich.

Die mittelfristige Aufwärtsbewegung seit Sommer wird gestützt durch die Basis FG und liegt bei etwa 6800/6850 Punkten. Es kann also theoretisch eine Konsolidierung bis zu dieser Linie erfolgen, ohne dass die Aufwärtsbewegung in Frage gestellt wäre.

The runaway move

Der „runaway move“ ist offenbar auf die bullische Grundstimmung vieler Marktteilnehmer zurückzuführen, aber wohl auch auf das Bestreben, die Jahresbilanz etwas aufzuhübschen. Die Nachrichtenlage insbesondere bezüglich USA und Italien hat aber das Potenzial, die allgemeine Risikowahrnehmung zu erhöhen. Eine reibungslose Fortsetzung der kurzfristigen Aufwärtsbewegung ist damit gefährdet. Das mittel- und langfristige Aufwärtspotenzial indes bleibt weiter intakt. Die Politik rettet wieder einmal, was ohne sie womöglich gar nicht gerettet werden müsste.

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Kurzkommentar – 13.12.12 – Phase der Richtungslosigkeit im S&P500

Ein paar ganz kurze Worte am frühen Abend zu einem sehr "lahmen" Tag im S&P500, nach der gestrigen Fed-Entscheidung. Was lernen wir aus Gestern und Heute ?

(1) Sobald ein Ereignis vorbei ist, spielt es bei Mr. Market keine Rolle mehr. So ist heute die FED "Schnee von gestern". Nun starrt alles wieder nur auf den Fiscal Cliff - heute negative Boehner-Kommentare - und schon zeigt der Markt Schwäche. Dieses Verhalten ist prognostizierbar (siehe der Selling on Strength im SPY am Tag vorher) und tradebar - deshalb meine Erwartung der Sell-the-News Reaktion gestern.

(2) Im Zeitalter der Algos gehören "Fakes" zum Standard und sind keine Ausnahme mehr. So war gestern die 1434 im S&P500 eine weit beobachtete Marke, die grosse Aufmerksamkeit des ganzen Marktes hatte. Big Money mit seinen Algos nutzt solche Stärke nach dem Ausbruch um sich massiv dagegen zu positionieren. Das wirkt in beide Richtungen, bei Hochs wie bei Tiefs. Für uns bedeutet das, mit einem Fakeout zu rechnen und Stops um diese Marken immer nur mit genügend Abstand zu halten. Falsch wäre dagegen die Schlussfolgerung, dass diese Marken keine Bedeutung haben. Im Gegenteil, sie haben sogar grosse Bedeutung. Sie werden stark beobachtet und manchmal vom grossen Geld benutzt, um den Strom der Kleinanleger abzufischen. Stärke wird verkauft und Schwäche gekauft. So einfach und so effektiv.

(3) Der Goldpreis gibt nur noch Rätsel auf. Ich verstehe ihn auf jeden Fall im Moment nicht mehr und enthalte mich daher jeden Kommentars. Denn hier funktioniert aktuell weder Charttechnik, noch Markttechnik, noch Zyklen, noch spielen die Fundamentals eine Rolle. Letzteres ist ja nicht verwunderlich, da die Comex ziemlich unabhängig vom realen physischen Bedarf schwingt. Und in den letzten Wochen - so auch gestern Nacht - gab es immer wieder merkwürdige, massive Bewegungen, die sehr danach riechen, dass hier das grosse Geld mit dem Markt spielt. Andere nennen das "Manipulation", ich nenne es einfach "Vorteilsnahme". Denn die Märkte für Papiergold bieten dem "Big Money" solche Gelegenheiten, da keine physische Hinterlegung nötig ist. Aber wie auch immer, ich kann zu Gold im Moment nicht mitreden, weil ich die Bewegungen - wie alle mir bekannten schreibenden Spezialisten auch - nicht mehr verstehe. Ich weiss nur eines: all diese Spielereien können die fundamentale Tendenz langfristig nicht aufhalten.

(4) Was heute bisher mit aktuell DAX 6580 und S&P500 1420 passiert ist, ist völlig insignifikant und hat keine Bedeutung über den heutigen Tag hinaus. Es ändert auch gar nichts an der gestern beschriebenen Situation zum Jahresende. Vergessen wir diesen Tag also einfach und machen etwas Sinnvolleres, als den heutigen erratischen Bewegungen des psychotischen Mr. Market zu folgen. Morgen geht wieder die Sonne auf - zumindest, wenn uns nicht der Himmel auf den Kopf fällt. 😉

Ihr Hari

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