Umfrage zum DAX im zweiten Quartal – 25.03.13

Passend zum aktuellen Artikel "vom Aufhören, wenn es am schönsten ist", hier nun die Umfrage für die Community.

Teilnehmen kann jeder registrierte surveybuilder.info Leser mit einer Stimme.

Am Ende des 2. Quartals schauen wir mal, wie gut die Community mit ihrer Marktsicht war. Durch meinen Artikel habe ich natürlich einen gewissen Bias erzeugt, trotzdem bin ich gespannt auf das Ergebnis. Und um es Ihnen nicht zu einfach zu machen, ich schwanke bei der Antwort noch zwischen der 10% Korrektur und der Seitwärtsbewegung. 😉

Viel Spass !


Wie soll Hari das Schreiben am Wochenende verändern?

    Ergebnis der Umfrage - Teilnehmende Leser: 329

  • Im Sinne Alternative 1 auf den Stream am Freitag Nachmittag verzichten, aber den Wochenausblick unverändert am Sonntag belassen (50%)
  • Im Sinne Alternative 2 den Wochenausblick auf den Montag schieben, dafür den Freitag unverändert lassen (26%)
  • Keine klare Präferenz, beides ist mir recht. (24%)

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Vom Aufhören, wenn es am schönsten ist – Korrektur voraus ? – 25.03.13

Vor fast genau einem Jahr, am 27.03.12, veröffentlichte ich hier einen Artikel -> vom Aufhören, wenn es am schönsten ist <-, mit dem ich die Korrektur des folgenden 2. Quartal schon vorweg nahm. Nach einem letzten Sprung am ersten Börsentag des April, setzten dann auch Abgaben und eine Korrektur ein, die den DAX damals vom März-Höhepunkt bei 7194 bis herab auf 5914 am 05.06.12 brachte. In Summe eine schmerzhafte Korrektur von 17,7%, die man sich hätte ersparen können, wäre man Ende März 2012, wie in meinem damaligen Artikel antizipiert, defensiver geworden.

Nun wiederholt sich Geschichte nicht und Börsenhistorie auch nicht, sie reimt sich aber. Und deshalb macht es Sinn, sich heute, am letzten Montag des März 2013, kurz vor den Osterfeiertagen, eine ähnliche Frage zu stellen.

Ist es nun Zeit auszusteigen und für ein paar Monate auf die Seitenlinie zu treten ?

Meine persönliche Antwort dieses Jahr lautet: Im Prinzip ja, aber vielleicht nicht sofort.

Denn etwas ist anders als letztes Jahr, der Optimismus ist weit geringer ausgeprägt. Wenn Sie sich erinnern, hatte ich ja vor einem Jahr parallel zu meinem Ausstiegsstatement eine Umfrage unter den Lesern durchgeführt. Und trotz meiner Fürsprache für erhöhte Defensive, konnten sich damals nur 50% dieser Sicht anschliessen. Die anderen 50% waren optimistisch für das 2. Quartal. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ein Umfrage heute, hinsichtlich des 2. Quartals ein negativeres Bild produzieren würde. Dieses verhaltene Sentiment findet sich auch im Markt wieder und kann zum Beispiel im AAII Indikator nachvollzogen werden.

Trotzdem steigt auch aktuell langsam der Optimismus. Das Trommeln der bekannten Anlegermagazine für die Aktienananlage ist da nur ein Indikator. Das Witzige dabei ist, ich sehe das auch so und bin überzeugt, dass man mittelfristig Aktien haben muss, eher als so manch andere Anlageklasse. Nur beim Timing haben die Anlegermagazine ja bekanntlich ihre Probleme. Und so wäre es kaum verwunderlich, wenn erst einmal ein giftige Korrektur das Sentiment bereinigt, bevor die Indizes dann ihren bullischen Lauf doch wieder aufnehmen.

Und da dieser fiese surveybuilder.info so gerne den Weg des maximalen Schmerzes geht, den Weg mit dem er die maximale Zahl an Marktteilnehmern auf dem falschen Fuss erwischt, kann ich mir den folgenden hypothetischen Ablauf gut vorstellen:

In diesem Szenario würden wir in Kürze die historischen Höchststände in DAX und S&P500 sehen. Möglicherweise noch diese Woche zum Quartalsende.

Sobald das passiert ist, werden viele Marktteilnehmer fest damit rechnen, dass nun zum Beginn des zweiten Quartals die lange erwartete Korrektur einsetzt. Das ist offensichtlich und wir sind nach 2000 und 2007 nun darauf konditioniert, oberhalb DAX 8000 mit dem Ende der Aufwärtsbewegung zu rechnen.

Alles was offensichtlich ist, macht aber Mr. Market äussert ungern. Wie denn auch, auf dem offensichtlichen Pfad haben sich die Marktteilnehmer ja schon positioniert, wer sollte da noch kaufen bzw. verkaufen ?

Deshalb spricht viel dafür, dass der Markt nach den historischen Höchstständen in den April hinein doch weiter hochläuft. Im DAX vielleicht 8200, 8300, 8400 erreicht. Im S&P500 über 1600 steigt. Bis zu dem Punkt, wo alle die, die auf die Korrektur gewartet haben, doch noch den Kursen hinterher hechten müssen. Denn die Korrektur kommt ja scheinbar nicht.

Dann aber, vielleicht Ende April bei DAX deutlich über 8000, kommt sie doch die Korrektur. Und zwar kurz und giftig und durch irgend etwas initiert, was wir heute noch nicht auf der Rechnung haben. Und sie treibt den DAX wieder bis mindestens 7500 herab, vielleicht bis 7200.

So ein Verlauf wäre ganz typisch für den fiesen Mr. Market. Und das ist das gedankliche, grosse Bild, mit dem ich im Moment bei meinen eigenen Anlagen operiere. Natürlich vorbehaltlich neuer Nachrichten, ein Krieg kann zum Beispiel schon morgen alles ändern.

Für meine Aufstellung im Investmentdepot, also für meine mittelfristige Sicht, bedeutet das aktuell:

  1. Ich baue mein Long-Exposure auf Aktien nun langsam durch Gewinnmitnahmen ab. Vor allem baue ich extrem gut gelaufene Titel ab.
  2. Ich behalte aber Long-Positionen von Aktien, die ihre Gegenbewegung gerade erst begonnen haben und noch viel Luft nach oben haben, wie zum Beispiel Klöckner oder E.ON.
  3. Ich behalte auch Long-Positionen von Aktien, die kaum Korrelation zu den breiten Märkten haben, wie zb Qiagen oder K+S.
  4. Ich baue langsam selektive Short-Positionen auf. Und zwar von zu weit gelaufene Aktien mit hohem Beta. Ein klassischer Kandidat wäre zum Beispiel die im Forum schon diskutierte Dürr.
  5. Den breiten Markt in Form der Indizes shorte ich aber noch nicht. Erst dann, wenn der breite Markt echte Brüche zeigt und die Abwärtsbewegung in Gang gekommen ist. Erst dann ist es Zeit für massive Shorts und dann ist es noch früh genug.
  6. Ich erhöhe die Cash-Quote Zug um Zug auf bis zu 50%.

Nehmen wir mal an, der Markt erreicht Ende April tatsächlich DAX 8300. Dann will ich zu diesem Zeitpunkt wie folgt aufgestellt sein:
20% Selektive Longs wie oben definiert
10% Selektive Shorts
20% Indizes Short
50% Cash
Das ist meine Zielstruktur für eine Korrektur im 2. Quartal.

Mittelfristig, zum Jahresende 2013, bin ich weiter eher optimistisch und rechne mit neuen Höchstständen. Aktien sind in der aktuellen Welt der wahnsinnigen Gelddruckmaschinen einfach alternativlos. Und das merken auch wieder mehr und mehr Privatanleger, wie man an den Vorstellungen hier im Forum zum Teil auch erkennen kann. Insofern gehe ich weiter von Mittelzuflüssen an die Aktienmärkte aus und wenn die "Great Rotation" mal so richtig in Gang kommt, dann sind auch DAX 10.000 keineswegs utopisch.

Aber bis dahin besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass das 2. Quartal für uns noch eine giftige Korrektur parat hat, die das Sentiment bereinigt und alle schwachen und zu spät gekommenen Hände schmerzhaft abschüttelt. Diese Korrektur einigermassen zu erwischen, stellt dann die Grundlage für eine tolles Jahresergebnis dar und garantiert im Jahr 2013 die Märkte mit dem eigenen Depot zu schlagen.

In meinen Augen ist es nun also Zeit, temporär und taktisch vorsichtiger zu werden. Zeit mal Gewinne mitzunehmen bzw Stops nachzuziehen. Für massive Shorts ist es aber nach aktueller Marktlage noch zu früh. Folgen Sie dem Markt und shorten Sie erst dann, wenn der Markt schon deutlich wegkippt, das CRV ist dann weit besser als im Moment.

Ihr Hari

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Anlagestrategie: Lohnt sich eine jahreszeitliche Strategie? „Sell in May“ neu betrachtet

Anlagestrategie: Lohnt sich eine jahreszeitliche Strategie? „Sell in May“ neu betrachtet

Ein Gastkommentar von Tokay

Bei Anlagegesprächen hört man gelegentlich den Hinweis, dass man im Frühjahr aufpassen solle, weil „es dann nicht mehr so gut laufe“. Solche Befürchtungen finden in dem Bonmot „Sell in May and go away“ ihren Niederschlag. Im vergangenen Jahr habe ich mich an dieser Stelle damit beschäftigt. Es ging um die Frage, ob es sich auszahlt, Ende Mai zu verkaufen und zu Ende August wieder einzusteigen. Die Antwort: Klares Nein. Es gibt keine signifikanten Belege, dafür, dass es sich lohnt, in den Sommermonaten auszusteigen.

Dieser Vergleich war natürlich ein wenig unfair. Denn vergleicht man die Monate August bis Mai mit dem Gesamtjahr, dann fehlen einem die Sommermonate. Also wäre es eigentlich richtig, Zeiträume mit gleicher Länge zu vergleichen. Es würde sich daher anbieten, die Zeiträume Oktober bis April und April bis Oktober miteinander zu vergleichen. Außerdem: Wenn das Frühjahr ein zum Investieren ungünstiger Zeitraum sein sollte, dann wäre es im Umkehrschluss von Vorteil, schwerpunktmäßig im Oktober zu investieren, um dann im Mai zu verkaufen.

Konstruieren wir also zwei Anlagesituationen. Im ersten Fall hätte ein Anleger zu Ende Oktober 1960 100.000 € in eine fiktive „DAX-Aktie“ investiert. Diese „DAX-Aktie“ hätte er dann Ende April 1961 verkauft. Der Verkaufserlös wäre auf einem Girokonto geparkt und Ende Oktober von neuem investiert worden. Diese Operation hätte er in jedem Jahr von neuem durchgeführt.

Im zweiten Fall hätte er die entgegengesetzte Strategie eingeschlagen und per Ende April gekauft. Weiterhin hätte er zu Ende des nachfolgenden Oktobers verkauft, den Erlös bis April geparkt und anschließend von neuem in „den DAX“ investiert.

Und so sieht das Ergebnis aus:

Kapitalkurve DAX April bis Oktober vs Oktober bis April

Diese Grafik ist sehr beeindruckend. Wenn man immer Ende April „den DAX“ gekauft und ihn Ende April Oktober verkauft hätte, dann hätte man Kapital eingebüßt, und zwar Jahr für Jahr über 1 Prozent im Durchschnitt. Und zwar nominal in Euro und Cent, nicht nur real. Empfehlungen, dem Aktienmarkt ab Frühjahr fernzubleiben, sind also insofern gerechtfertigt.

Schauen wir uns demgegenüber die Strategie „Kaufe Ende April, verkaufe Ende Oktober“ an. Hier hätte der Zuwachs im Jahresdurchschnitt ca. 6,8 Prozent betragen. Aus 100.000 Euro wären fast drei Millionen Euro geworden.

Im Vergleich dazu die Entwicklung des DAX:

DAX-Entwicklung 1959 bis 2012

Wie wir sehen, betrug der Zuwachs des DAX im gewählten Zeitraum ca. 5,6 Prozent pro Jahr. Daraus ergibt sich, dass diese Erträge in der Vergangenheit auf lange Sicht davon abgehangen haben, was im Winterhalbjahr erwirtschaftet worden ist. Das Sommerhalbjahr hingegen hat auf lange Sicht nicht nur nichts beigetragen, sondern sich ertragsmindernd ausgewirkt.

Nun könnte man als Ergebnis eines solchermaßen verlaufenen Anlagegesprächs die Konsequenz ziehen, „den DAX“ gegen Ende April zu verkaufen und ihn Ende Oktober wieder zu kaufen mit der Zielsetzung, eine Überrendite zu erzielen. Hierbei kommen nun aber die Transaktionskosten ins Spiel. Angenommen, die Bank vereinnahme pro Transaktion eine Gebühr von 0,5 Prozent des eingesetzten Kapitals – in der Praxis können es durchaus noch mehr sein - dann wird die Überrendite einer jahreszeitlichen Strategie zum Teil wieder aufgezehrt.
Sehen wir uns einmal die drei Kapitalkurven an:

• Im ersten Fall wurde „der DAX“ gekauft unter der Annahme, es wären keine Transaktionskosten angefallen;
• Im zweiten Fall wurden bei jedem Kauf und bei jedem Verkauf 0,5 % Transaktionskosten angenommen;
• Und im dritten Fall wurde „der DAX“ Ende Oktober 1960 gekauft und anschließend einfach behalten.
• Und außerdem haben wir noch die DAX-Entwicklung zum Monatsende eingefügt; sie sollte dem Verlauf von „Buy and Hold“ entsprechen.

Kapitalkurve Oktober bis April vs Transaktionskosten vs DAX

Man erkennt in dieser Grafik, dass der „Oktober bis April“ Ansatz mit 6,80 Prozent annualisiert gegenüber dem DAX bzw. gegenüber Buy and Hold mit 5,19 Prozent annualisiert eine deutliche Überrendite erzielt. Diese Überrendite wird aber durch die Berücksichtigung der Transaktionskosten wieder überwiegend aufgezehrt. Sie beträgt per Ende Dezember 2012 nur noch 5,74 Prozent.

Welche Konsequenzen für eigene Anlageüberlegungen kann man hieraus ziehen?

• Es gibt deutliche Unterschiede in der Performance zwischen Sommer- und Winterhalbjahr. Man investiert daher mit Vorteil im Herbst und operiert im Frühjahr eher mit Zurückhaltung. Es ist nicht sinnvoll, besonders häufig im Frühjahr zu kaufen – dies dürfte auf lange Sicht eher Nachteile bringen.
• Es ist aber nicht notwendig, im Frühjahr alles zu verkaufen. Der Vorteil, den man erzielt, wenn man jede Jahr im Frühjahr verkauft, kann durch die entstehenden Transaktionskosten wieder aufgezehrt werden.
• Man sollte mit seinen Transaktionen zurückhaltend verfahren und nicht darauf spekulieren, aufgrund der gewählten Jahreszeit einen Vorteil zu erzielen. Wenn man das nicht möchte, sollte man ein Institut auswählen, bei dem Transaktionen kostengünstig durchgeführt werden können.

Tokay

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Marktupdate – 20.03.13 – Von A wie ABB bis Z wie Zypern

Heute nur ein kurzes Marktupdate mit ein paar losen Gedanken zum Markt und zu einzelnen Aktien:

(1) Mit der verhaltenen Reaktion auf Zypern zeigt uns der Markt erneut seine innere Stärke. Klar, Zypern ist für sich nicht wichtig, aber glauben Sie mir: in einer Phase grosser Unsicherheit, würde Mr. Market auf Bilder von Schlangen vor Bankschalter ganz anders reagieren und diese sofort auf Schlangen vor Bankschaltern in Italien und Spanien extrapolieren. Der aktuelle Mindset von Mr. Market ist aber vorsichtig optimistisch. Also: kämpfen Sie nicht gegen den Markt !

(2) Ein Faktor wird auch langsam das Quartalsende des 1. Quartals. Bei dieser permanenten Aufwärtsbewegung ohne grosse Pausen, können Sie fest davon ausgehen, dass eine hohe Zahl der Institutionellen den Markt in 2013 bisher unterperformt. Und genau diese haben zum Quartalsende den grössten Druck Window-Dressing zu betreiben und noch etwas Performance heraus zu quetschen. Wenn nicht durch externe Nachrichten überraschend induziert, öffnet sich das Zeitfenster für eine echte Korrektur daher wahrscheinlich eher erst wieder im April. Bis dahin halte ich historische Höchststände in DAX und S&P500 für eher wahrscheinlich als unwahrscheinlich. Weit ist es ja wirklich nicht mehr bis dahin.

(3) Die hier mehrfach beschriebenen Langfristtrades wie Long Euro / Short Yen oder auch Long spanischer Aktienmarkt, scheinen weiter zu funktionieren. Auch hier war die Reaktion auf Zypern so verhalten und contained, dass man mit Wahrscheinlichkeit von einer Wiederaufnahme des alten Trends ausgehen kann.

(4) Wie in den Live-Tips erwähnt, sieht der MidCap Klöckner (WKN: KC0100) in der Korrektur sehr gut aus. Das spricht für weitere, anstehende Zugewinne.

(5) Sie wissen ja wie wenig ich von der Commerzbank (WKN: 803200) als Anlage oder Investment halte. Genau nichts. Aber aus reiner Tradingsicht muss man festhalten, dass die gestern und vorgestern gegen den Bankensektor gezeigte Stabilität bemerkenswert ist und für einen kurzfristigen Long-Trade spricht.

(6) Auch bei Nokia ist die Phantasie nun wieder weitgehend gewichen. Gleichzeitig scheint aber eine Pleite durch die guten Ergebnisse bei NSN und erste Erfolge mit den Lumias gebannt. Das Momentum der Abwärtsbewegung scheint nun auszulaufen und auch auf Nokia kann man in meinen Augen nun mal wieder einen Blick werfen.

(7) Die hier seit letztem Frühsommer mehrfach besprochenen Bluechips SAP (WKN: 716460) , Linde (WKN: 648300) und ABB (WKN: 919730) laufen einfach wie ein Uhrwerk. Da sind nach oben keine Wunderdinge drin, aber relativ stressfreie Zugewinne allemal.

(8) Die hier auch mehrfach besprochene Hewlett-Packard (WKN 851301) zeigt eine beeindruckende Entwicklung. Der -> Artikel <- vor einem guten Monat war eine Punktlandung. Seitdem ist dieser Bluechip um sage und schreibe 38% gestiegen und schiebt jeden Tag weiter hoch. Eine Korrektur ist jetzt mal überfällig, insofern Trailing-Stops mitziehen. Aber nach einer Korrektur hat HP weiter grosses Potential. Schauen Sie einfach mal auf den Wochenchart um die Perspektive zu behalten.

(9) Ich möchte erneut an Yahoo (WKN: 900103) erinnern. Übersehen Sie diese Marissa Mayer Turnaround-Story nicht. Da ist was im Gange, der Markt spricht eine klare Sprache. Nehmen Sie das Wochenchart und schauen Sie sich diesen beeindruckenden Trend seit September 2012 an !

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen.

Ihr Hari

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DAX – Warum eine Hausse in der Euphorie und nicht in der Skepsis stirbt – 15.03.13

Vor dem Wochenende, möchte ich ein paar kurze Beobachtungen zum DAX mit Ihnen teilen.

Sie wissen ja - und wir haben das hier auf surveybuilder.info.de mehrfach eindrucksvoll erleben können - wie gerne der Markt genau den Weg geht, mit dem die wenigsten rechnen. Was dann gleichbedeutend mit dem Weg des maximalen Schmerzes ist, denn auf dem Weg mit dem niemand rechnet, ist zwangsläufig auch niemand positioniert. Diese Logik ist zwingend, da nur kaufen kann, wer noch nicht gekauft hat und nur verkaufen kann, wer schon gekauft hat. Einer der Gründe übrigens, warum dieser fiese Mr. Market einen unbedarften und "normal" denkenden Menschen so zuverlässig und gerne auf dem falschen Fuss erwischt. Und zwar gerade den gebildeten, logisch denkenden Menschen in Berufen, in denen es auf Ratio und Präzision ankommt. Man könnte manchmal meinen, der fiese Mr. Market steht hinter einem und liest die Gedanken, nur um dann genau das Gegenteil zu machen.

Nun, ich kann Ihnen sagen, womit die meisten im Moment rechnen: damit, dass der Markt nach Erreichen der Höchststände zur Korrektur ansetzt. Befragen Sie doch mal selber ihren Bauch und seien sie ehrlich zu sich.

Zu eingeprägt ist in der kollektiven Erinnerung, was 2000 und 2007 passierte, nach dem der DAX über 8000 sprang. Und deshalb erscheinen schon vorauseilend im Handelsblatt warnende Artikel wie , in dem mal wieder der gute Roubini als Testimonial herhalten muss. Genau dieser Roubini, der heute schon verkündet, wie das zweite Halbjahr 2013 wird. Und Sie wissen ja was von Menschen zu halten ist, die so tun, als ob sie mit einer Glaskugel gesegnet wären. Mal haben sie recht und mal nicht. Ein Dartpfeil hat aber auch immer wieder Recht. Das Spiel beruht darauf, dass die Menschen die Fehleistungen schnell vergessen und die Treffer hinterher hochgejubelt werden. Die reale Peformance der "Weissagungen" des Herrn Roubini in den letzten Jahren ist äusserst dürftig. Rein statistisch darf der Dartpfeil nun auch mal wieder treffen. 😉

Die Motivation solcher Artikel wie im Handelsblatt ist, dieses Mal klüger zu sein und aus der Vergangenheit gelernt zu haben. Wir sind doch alle "Contrarians" - zumindest bilden wir es uns ein. Nur so funktioniert der fiese Mr. Market halt nicht. Und wer glaubt nun klüger zu sein als 2000 und 2007, merkt nicht, dass er doch wieder nur in der Masse mitläuft und nichts weiter als den gedanklichen Mainstream vertritt. Nur das, was die Marktteilnehmer erwarten, macht Mr. Market halt höchst selten, eben weil die Markteilnehmer so schon positioniert sind. Das ist die verflixte Selbstbezüglichkeit - oder auch Reflexivität - der Märkte, auf der ich hier immer herum reite.

Und ich betone hier ja immer wie eine Gebetsmühle, dass wir dem Markt folgen sollten. Und nun frage ich Sie: zeigt der Markt objektiv irgendwelche Brüche ? Gibt es einen einzigen Indikator, der nun eine Topbildung zwingend indiziert ? Nein - gibt es nicht, zumindest ich sehe keinen. Und trotzdem haben wir - auch ich - dieses nagende Gefühl in der Magengrube, dass es doch jetzt mal bald drehen dürfte. Und dieses Gefühl verhindert, dass wir die Rally mit vollem Risiko mitnehmen.

So ... und nachdem ich Ihnen oben gesagt habe, womit die Mehrheit rechnet, will ich Ihnen nun auch mitteilen, was fast keiner auf der Rechnung hat: Das wir einfach weiter hoch laufen und schon dieses Jahr die 9000 und mehr im DAX sehen.

Im Sentiment Cycle nennt man diese Skepsis die "Wall of Worry". Märkte toppen langfristig in der Euphorie. Euphorie ist aber weit und breit nicht zu sehen. Bullenmärkte steigen aber weiter in der Skepsis. Es kann gut sein, dass wir das gerade erleben.

Jetzt hat niemand eine Glaskugel, auch ich nicht. Und klar, morgen kann einen Nachricht kommen, die den Markt zusammen brechen lässt. Aber das ist eben das weniger wahrscheinliche Szenario und mehr als Wahrscheinlichkeiten haben wir sowieso nicht. Schaue ich aber auf die Price-Action, sehe ich einen beständigen Druck nach oben, der jeden bestraft der zu früh aussteigt. Und dem zu folgen hat höhere Erfolgswahrscheinlichkeiten, als sich dem Markt entgehen zu stellen. Und wenn der Markt morgen doch nach unten wegkippen sollte, gibt es dafür Stops oder anderweitiges Risikomanagement.

Das Schlimme ist aber, die gleichen psychologischen Mechanismen, die uns nun die Angst vor einem Top einpflanzen, werden - wenn es wirklich runter gehen sollte - verhindern, dass wir konsequent die Stops exekutieren und aus dem Markt gehen. In beiden Fällen wollen wir instinktiv klüger als der Markt sein. Wir sind ja schliesslich alle Contrarians. 😉 Das traurige Ergebnis dieser automatischen Reflexe, ist in den Depots dann zu beobachten.

Übrigens, auch bestätigt diese Woche wieder erneut, wie weit wir noch von echter Euphorie entfernt sind.

Es gibt aber auch einen logischen Grund, die 8000 im DAX nicht über zu bewerten. Denn diese 8000 sind eben nicht mit den 8000 aus 2007 und schon gar nicht mit denen aus 2000 zu vergleichen. Das liegt daran, dass der DAX im Gegensatz zu den meisten anderen Indizes ein Performance-Index ist. Sprich hier werden die Dividenden in den Index mit eingerechnet und kumulieren sich über die Jahre im Index. Nur sind diese Dividenden nun aber schon Vergangenheit. Und wer heute den DAX kauft, bekommt diese Dividenden auch nicht mehr, die haben andere früher vereinnahmt.

Wenn man also heute wissen will, wie viel Marktkapitalisierung und Bewertung wirklich in den DAX Unternehmen im Vergleich zu 2000 und 2007 steckt, darf man dafür nicht den Performance-Index, sondern muss analog zu S&P500 und Co. den in Deutschland kaum benutzten Kursindex nehmen.

Sie wissen, ich habe dieses Thema des Kursindex hier schon vielfach thematisiert. Da aber Dirk Elsner dazu gerade einen kleinen passenden Artikel geschrieben hat, überlasse ich gerne ihm die Darstellung:

Und nun frage ich Sie erneut: wir haben keine Euphorie, die Mehrheit hat Angst vor einem Einbruch und real ist die Bewertung der Unternehmen weit von den Höchstständen 2000 und 2007 entfernt. Sind das die Inkredenzien für einen "Major-Top" wie 2000 und 2007 ? Eine Korrektur von 10% ist immer gut möglich. Aber für mehr gibt es rational keinen sichtbaren Indikator.

Ihr Hari

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Frühlingsgedanken: DAX, Geldanlage, Schach, Gerhard Schröder und die Eurokrise

Frühlingsgedanken: Betrachtung zum aktuellen DAX, zu Geldanlage, Schach, Gerhard Schröder und der Eurokrise
Ein Gastkommentar von Tokay

Heute ein paar Gedanken, die mich diese Woche beschäftigt haben. Fangen wir an mit einer DAX-Betrachtung. Am Mittwoch ging es deutlich nach oben und es sieht ganz danach aus, als sei damit die seit Jahresbeginn laufende Seitwärtskonsolidierung beendet worden. Eine Reihe von DAX-Unternehmen brachten gute Ergebnismeldungen, die vom Markt honoriert wurden. Auch Draghi wusste am Donnerstag anlässlich der EZB-Sitzung die Märkte zu beruhigen.

Wie kann man zu diesen Schluss kommen? Schauen wir uns dazu die nachfolgende Grafik an. Wir hatten seit November 2012 die Aufwärtsbewegung ABC laufen. Diese Aufwärtsbewegung wurde im Januar bei Punkt C invalidiert und ging in die Seitwärtsbewegung DEF über.

DAX Entwicklung 12.10.12 bis 07.03.13

Um abzuschätzen, wie die langfristige Marktdynamik sich zuletzt verhalten hat, ermitteln wir den 200-Tage.Durchschnitt und verschieben diese Linie entlang der Obergrenze der Kursentwicklung der letzten Monate. Man erkennt, dass diese Aufwärtsverschiebung den Kursindex an zwei Punkten touchiert. Die Seitwärtskonsolidierung ist am Mittwoch an Punkt F durchbrochen worden. Dies ist ein erstes Signal. Sollte auch die Aufwärtsverschiebung des gleitenden 200-Tage-Durchschnitts durchbrochen werden, dann haben wir es mit großer Wahrscheinlichkeit mit einer Wiederaufnahme der Hausse bzw. der Fortsetzung von „The Great Rotation“ zu tun.

Es wird nun davon abhängen, ob die historischen Höchststände aus 2000 respektive aus 2007 nachhaltig werden durchbrochen werden können. Dieses Szenario würde aber seinerseits invalide werden, sollte die Marke von 7.550 Punkten nachhaltig unterschritten werden.

Anderes Thema: Geldanlage und Schach. Auf den ersten Blick sind dies zwei Gebiete, die nicht viel miteinander zu tun haben scheinen. Beim Schach sitzen zwei Spieler vor dem Brett und versuchen sich gegenseitig matt zu setzen. Bei der Geldanlage erwirbt man Wertpapiere in der Hoffnung oder Erwartung, dass ihr Wert steigen möge. Es muss zwangsläufig jemanden geben, der einem das Wertpapier in der gegenteiligen Erwartung verkauft. Insofern könnte man auch die Geldanlage als ein Spiel bezeichnen.

Wie versucht man beim Schach, den gegnerischen König matt zu setzen? In dem man versucht, seine Spielsteine so zu platzieren, dass diese eine maximale Wirkungskraft entfalten. Dies bewerkstelligt man etwa durch offene Linien, durch günstige Positionen für Springer und Läufer, durch günstige Bauernstrukturen und durch vieles andere. Man kann dies Strategie nennen. Häufig aber ist eine gute Strategie noch keine hinreichende Voraussetzung für den Erfolg.Es kommt noch etwas hinzu, nämlich die Taktik. Taktik beim Schach besteht aus konkret berechneten Zugabfolgen(Kombinationen), bei denen zumeist gewisse Schwächen in der gegnerischen Stellung zum eigenen Vorteil genutzt werden können. Sehr häufig ist dies mit der Hergabe von Material, also mit Opfern verbunden. Zahlreiche brillante Partien basieren auf solchen Kombinationen. Einige aufmerksame Leute haben ausgerechnet, dass heutzutage etwa achtzig Prozent aller Partien durch taktische Schläge entschieden werden.

Wie ist nun die Analogie zur Geldanlage? Die „Spielsteine“ bei der Geldanlage sind die Anlagetitel. Man sucht diese so aus, dass diese eine maximale Wirkung entfalten. Sie müssen auch gut zueinander passen. Zum Beispiel wäre es im Sinne der Risikostreuung nicht sinnvoll, Papiere aus nur einer Branche zu kaufen. Die Strategie sollte flexibel sein, um auf Änderungen reagieren zu können. Die Papiere müssen bestimmte Voraussetzungen mitbringen, z.B. dürfen die Gesellschaften nicht überschuldet sein, sie müssen gute Wachstumsperspektiven haben, sie sollte möglichst überproportional von einem Zuwachs des Gesamtmarktes profitieren. Es gibt ganz sicherlich noch viel mehr solcher Kriterien. Doch ganz gleich, welche Kriterien man verwendet, auch hier ist die Taktik das, was am Ende den Ausschlag gibt: Nämlich, wann man was kauft und verkauft und zu welchem Preis. Die beste Strategie hilft nichts, wenn die Anlagetaktik fehlerhaft ist.

Auch das Opfer findet hier seine Analogie. Für das Opfer kommt besonders eine Figur in Betracht, die andere Kräfte bindet. Das ist für den Anleger oftmals ein Papier, das stetig fällt und nicht auf die Beine kommen will. Wer den Mut findet, seine Verluste abzukürzen, der wird feststellen, dass auf diese Weise Kräfte frei werden und seine Position bzw. sein Portfolio langfristig an Stärke zu gewinnen in der Lage ist, auch wenn erst einmal ein Verlust eingetreten sein mag.Und wie beim Schach gibt es bei der Geldanlage die erfahrenen „Meister“ die im Kursverlauf Muster sehen, die die Masse der Anleger nicht sieht, und aus diesem Erfahrungsvorsprung einen Vorteil erzielen können. Ein Schach-„Meister“ sieht Stellungsmuster und vermag diese korrekt zu bewerten. Mit dieser Erfahrung kommt man nicht auf die Welt; aber man kann sie sich beim Schach durch das Spielen von Partien bzw. bei der Geldanlage durch Anlagepraxis aneignen.

Wieder anderes Thema: Die Agenda 2010 hat demnächst Geburtstag. Altbundeskanzler Gerhard Schröder hat aus diesem Anlass in der vergangenen Woche in der Alten Oper in Frankfurt eine Rede gehalten. Dabei ging es zwangsläufig auch um das Thema Eurokrise. Ich finde, er hat dabei einige sehr wesentliche und grundlegend richtigen Dinge herausgestellt:

  • Die Agenda 2010 war richtig. Sie trug maßgeblich dazu bei, die in Deutschland nach der Wiedervereinigung sehr hohe Sockelarbeitslosigkeit zu reduzieren. In ähnlicher Weise müssten die Peripherieländer ran an ihre Arbeitsmärkte. Die sind ziemlich abgeschottet. Es ist schwer, jemanden loszuwerden. So erfreulich das für diejenigen ist, die eine Stelle haben, so unerfreulich ist es für diejenigen, die keine haben. Das sind unter den jungen Leuten erschreckend viele. Da tickt eine Zeitbombe – wenn sich da nichts tut, kann das noch sehr schwerwiegende Folgen haben.
  • Die Erfolge der Agendapolitik kamen nicht sofort. Das dauerte ein paar Jahre. Reformen sind gut und richtig – solange die anderen davon betroffen sind. Ist man selber betroffen, versucht man natürlich, die Reformen zu verhindern. Auch das ist in den südeuropäischen Ländern zu beobachten.
  • Das Konjunkturprogramm 2008/2009 war richtig. In ähnlicher Weise bräuchten die Peripherieländer Wachstumsprogramme. Mit der Austeritätspolitik wird alles kaputt gespart. Deswegen hat Monti die Wahl verloren. Deswegen hat Grillo sie gewonnen. Die Ausfälle aus der privaten Nachfrage müssten durch staatliche Nachfrage kompensiert werden, Tun sie aber nicht. Man bräuchte also Strukturreformen und fiskalische Expansion. Praktiziert wird das genaue Gegenteil.
  • Zu beobachten ist, dass die Austeritätspolitik zu hart ist. Es wird in zu kurzer Zeit zu viel gespart. Das werden die Italiener, Spanier, Griechen und Portugiesen auf die Dauer nicht durchhalten.Und weil die Erfolge nicht sofort kommen, wird der innere Frieden in diesen Ländern aufs äußerste belastet werden. Man sollte diesen Ländern mehr Zeit geben, sonst wird dort die Demokratie vor die Hunde gehen. Und dies wird großes Leid verursachen.

Die kommenden Jahre werden daher entscheidende Jahre werden. Man wird sich an die Rede von Gerhard Schröder erinnern. Es liegt vieles darin. Möglicherweise die bittere Wahrheit, die Realität werden wird. Wir wissen es nicht, wir wollen es nicht hoffen.

Tokay

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Marktupdate DAX und S&P500 – DAX 8000 – 08.03.13

Heute habe ich am Vormittag nur ein sehr kurzes Marktupdate zu DAX und S&P500 für Sie, denn draussen scheint die Sonne, bevor ab nächste Woche der Winter zurück kommt. Und das will ich ausnutzen.

Die Indizes DAX und S&P500 befinden sich im scheinbar unaufhaltsamen Schub zu den historischen Höchstständen, wie ja der S&P500 schon vor drei Tagen mit seiner -> inversen SKS <- klar induzierte. Man kann nun auch mit guter Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass der Markt diese Höchststände nun sehen will. Vor wenigen Minuten hat der DAX die 8000er Marke auch schon touchiert.

Bedenken Sie auch, dass diese Höchststände eher neues Geld in den Markt ziehen dürften, da die mediale Welle dann sicher jedermann erreicht. Insofern nährt die Hausse die Hausse und es ist ein Fehler, sich dieser Stampede der Bullen entgegen zu stellen, ohne das es dafür harte und klare Indikatoren gibt. Und diese Indikatoren sind derzeit nicht vorhanden. Bedenken Sie bitte auch, eine Topbildung am Ende einer langen bullischen Bewegung ist typischerweise ein langer Prozess und geschieht nicht einfach so mit einem Fingerschnippen an einem Tag. Insofern gibt es keinen Grund zur Hektik, wenn sich ein Top entwickelt, wird es dafür Anzeichen geben.

Alleine ein überraschendes exogenes Event wie ein Atomkrieg rund um Nordkorea oder eine völlig überraschende Kehrwendung der Notenbanken kann mit einem Schlag zu einem schnellen Zusammenbruch so eines starken Marktes führen. Das ist natürlich jederzeit möglich und das theoretische Restrisiko, dem wir alle ausgesetzt sind. Da wir aber die Zukunft nicht kennen, macht es auch keinen Sinn über solche Szenarien zu spekulieren oder gar sein Handeln danach auszurichten. Mit dem Restrisiko müssen wir einfach leben.

Ansonsten gilt einfach das alte Bonmot, dass wir ganz opportunistisch auf der Party tanzen sollten, solange sie dauert. Und im Gegensatz zu Otto Normalanleger, der dann versonnen ob seines vermeintlichen Glücks seine Tanzrunden drehen wird und die Welt nicht mehr wahrnimmt, werden wir aber während des Tanzes ganz genau auf die Musik-Kapelle mit den Herren Bernanke und Draghi und Co. schauen, damit wir als erste von der Tanzfläche runter sind, wenn die Musik aufhört.

Viel mehr ist im Moment eigentlich nicht zu sagen, ausser das heute um 14.30 Uhr wieder die bekannten und berüchtigten Arbeitsmarktdaten in den US kommen und für Volatilität sorgen werden.

Ein typischer Ablauf an so einem Tag wäre, dass wir die frühe Stärke in Europa (und damit die 8000 im DAX) zunächst bis zu den Arbeitsmarktdaten wieder leicht abgeben. Mit den Daten wird der Markt dann ausschlagen und es spricht viel dafür, dass wir - wenn eine sehr negative Überraschung ausbleibt - danach den richtigen Schub an der Wallstreet sehen, der den S&P500 bis über 1565 hebt. Ganz typisch ist nach den Arbeitsmarktdaten auch, dass die Bären im Goldsektor einen erneuten Versuch machen, den Goldkurs nach unten zu drücken. Wie der Markt darauf reagiert, wird uns zeigen, ob die Bären noch genügend Kraft haben oder ob die Wende bei Gold nun endgültig da ist. Wenn es den Bären ab 14.30 Uhr nicht mehr gelingt den Goldkurs zu drücken, können wir mit guter Wahrscheinlichkeit eine scharfe Bewegung nach oben in den nächsten Tagen erwarten.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen gute Entscheidungen. Geniessen Sie das Röhren der Bullen und geniessen Sie die Sonne !

Ihr Hari

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Leitindex S&P500 nimmt die historischen Höchststände ins Visier – 05.03.13

Im frühen Handel in Europa merken Sie schon, wie die Indizes wie S&P500 und DAX heute scheinbar mit Macht nach oben drehen. Auslöser dürfte die absehbare Auflösung diverser Sorgen sein.

Erinnern Sie sich bitte daran, dass Mr. Market nichts so sehr hasst wie Unsicherheit. Deshalb kehrt nach dem ersten Schreck nun auch vorerst Ruhe an den südeuropäischen Aktienmärkten ein und die Indizes nehmen ihre alte Aufwärtstendenz wieder auf. Deshalb kehrt nach dem Vollzug des Sequesters auch in den USA nun wieder Ruhe ein, denn die Furcht war grösser, als die unmittelbar spürbaren Auswirkungen. Und auch Signale, dass eine kurz bevor steht, tragen zu der guten Stimmung bei. Damit gibt es im Moment kurzfristig keine grosse Hürde mehr im Fokus der Wallstreet, die einer Fortsetzung der Rally im Wege stehen könnte.

Die alte Regel "buy the rumor, sell the news" hat halt universelle Gültigkeit. Und da sich diese Regel auf positive Nachrichten bezieht, funktioniert Mr. Market bei erwartet schlechten Nachrichten bzw Sorgen genau umgekehrt: "sell the rumor, buy the news".

Auch technisch hat der Rücksetzer rund um Berlusconi und Sequester das Sentiment bereinigt und eine bullische Übertreibung beseitigt. Damit ist der Boden bereitet, damit die Indizes den lange erwarteten Run auf historische Höchststände doch noch dieses Frühjahr in Angriff nehmen können.

Und zu allem Überfluss generiert der Leitindex S&P500 gerade eine beeindruckende, bullische, inverse Schulter-Kopf-Schulter Formation im Stundenchart, die ein rechnerisches Ziel von 1565-1575 generiert. Sehen Sie selbst im Stundenchart:

S&P500 iSKS 05.03.13

Sie sehen die überdeutliche inverse Schulter-Kopf-Schulter Formation, die kurz vor der Aktivierung steht (in den Futures ist es aktuell schon geschehen). Eine so deutliche inverse SKS macht es sehr wahrscheinlich, dass diese von den Algos getradet wird, was wiederum das Eintreffen des rechnerischen Ziels wahrscheinlich macht.

Das einzige Fragezeichen dieser Formation ist im Moment, wo die Nackenlinie sinnvoll zu ziehen ist. Die 1525 eignen sich dafür ebenso wie die 1530. Daraus ergeben sich dann die rechnerischen Kursziele von ca. 1565-1575 im S&P500.

Und jetzt raten Sie mal, was auch um die 1570 herum liegt .... genau, die historischen Jahreshöchststände vom 08.10.2007 bei 1576. Da sag doch noch mal jemand, der Markt hätte keinen Sinn für die Schönheit von Zahlen 😉

Diese inverse SKS nimmt also exakt die historischen Höchststände ins Visier. Ehrlich gesagt wäre ich schon fast erstaunt, wenn sich die Algos diese Gelegenheit nehmen lassen !

Das diese Entwicklung auch für den DAX die 8000 in Reichweite bringt, dürfte offensichtlich sein.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg !

Ihr Hari

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