Eine willkommene Normalisierung bei DAX und Co.

Für die Geldanlage ist der Zeithorizont von grosser Bedeutung, in dem man sich mit seinen Anlagen bewegt.

Auf der kurzfristigen Zeitebene, konnte man zuletzt endlich mal wieder mit Shorts gutes Geld verdienen. Auf der mittelfristigen Zeitebene gab es in den letzten Wochen so viele Warnsignale, die wir im Premium-Bereich ausführlich besprochen haben, dass man mit Ruhe und Gelassenheit seine Risiken herunter fahren und sinnvolle Stops definieren konnte. Und dadurch nun weitgehend entspannt an der Seitenlinie das Treiben des Marktes beobachten kann.

Auf der langfristigen Zeitebene aber, ist das aktuelle Korrektur-Geschehen nichts weiter als eine willkommene Normalisierung. Und es braucht dafür auch keine Meldungen und Crash-Szenarien rund um die Emerging Markets. Auch ohne diese, war der Markt einfach mal reif für eine Korrektur. Und wenn das so ist, wird sich schon irgendwann eine Nachricht finden, die diese dann auslöst.

Gestern waren es dann schlechte US Wirtschaftsdaten, die den Dammbruch durch eine wichtige Unterstützung im S&P500 herbei führten. Wie schlecht die waren, zeigt uns Bespoke . Das letzte Mal, als ein Report so weit nach unten von der Erwartung abwich, war im September 2008 (hört, hört !).

Aber die gestrigen Daten sind definitiv auch durch temporär sehr schlechtes und kaltes Wetter im Berichtszeitraum in den US beeinflusst. Nur weiss keiner, wie stark und ob nicht doch auch ein konjunkturelles Strukturproblem existiert. Und die Börse mag keine Unsicherheit, wie gestern wieder zu beobachten war. Von einer höheren Warte aus, ist diese Entwicklung aber zu begrüssen, denn endlich werden schlechte Daten an der Börse auch wieder schlecht gewertet - in 2013 war das anders.

Das Chart des DAX mit Wochenkerzen, zeigt uns auf der langfristigen Zeitebene aber eindeutig, wie normal diese Korrektur bisher ist.

DAX 04.02.14

Knapp unter 9.000 wartet im DAX nun eine wichtige Unterstützung, die normalerweise für einen Bounce gut sein sollte, zumal in den US nun zwei Tage mit sehr grossen Kauf-Operationen der FED anstehen und am Donnerstag Mario Draghi in seiner Pressekonferenz die Märkte bestimmt nicht weiter runter reden wird.

Aber selbst wenn der DAX danach bis in eine wichtige Unterstützungszone um 8500 herum fallen sollte, ist der langfristige Aufwärtstrend immer noch intakt. Erst darunter, muss man sich auch auf der langfristigen Ebene ernsthafte Sorgen machen.

Jetzt sind viele normale Anleger durch eine gewisse Form von "Börsenpornographie" leider so verseucht, dass sie das Chart oben schnell beiseite schieben und statt dessen sofort die innere Frage haben, wo der DAX denn morgen steht. Weil sie glauben, das Erraten der Zukunft hätte was mit Börsenerfolg zu tun.

Und das ist ja kein Wunder, weil die "Prognosiritis" einfach eine Krankheit ist, von der eine grosse Zahl der medialen Börsen-Berichte befallen ist. Bedenken Sie aber bitte, dass das "Business", in dem sich diese Medien bewegen, nicht die optimale Geldanlage ist, sondern das Erzeugen von medialer Aufmerksamkeit. Hier werden Klickzahlen optimiert und nicht Ihr Börsenerfolg !

Keiner weiss was morgen bringt und deshalb macht es für Sie als Anleger auch keinen Sinn, Ihre wertvolle Lebenszeit mit Hoffen, Bangen und Raten zu vergeuden. Um so schlimmer, Sie laufen sogar Gefahr, darüber das zu vergessen, was Sie wirklich tun sollten. Den tun sollten wir das, was wir selber beeinflussen können - darauf müssen wir unsere Energie richten.

Und auf der langfristigen Anlageebene sagt uns der Markt, dass der Aufwärtstrend noch intakt ist. Er sagt uns aber auch, dass wir klare Stops dort brauchen, wo der Trend brechen könnte. Und er sagt uns, dass wir unsere Risiken im Moment etwas verringern sollten.

Mehr wissen wir auf der langfristigen Ebene im Moment nicht. Aber das ist doch schon eine ganze Menge. Und ich garantiere Ihnen, es gibt unzählige Anleger, die selbst diese grundlegenden Vorsichtsmaßnahmen nicht ergreifen, weil sie sich lieber am fröhlichen Ratespiel beteiligen.

Auf den kurz- und mittelfristigen Zeitebenen dagegen, erlaubt die aktuelle Korrektur profitable Trades in beide Richtungen. Endlich schwingt der Markt mal wieder parallel zu aktuellen Wirtschaftsnachrichten. In 2013 hatte man schon fast den Glauben verloren, dass wir das noch einmal erleben würden. Diese kurz- und mittelfristigen Zeitebenen sollen aber hier im Artikel nicht Thema sein.

Langfristig achten Sie nun bitte auf Ihr Risikomanagement und wenn Sie keines haben, sollten Sie sich schnellstens eines zulegen. Mit einer Position massiv ins Minus zu rauschen und dann Jahre darin zu hängen, ohne diese loslassen zu können, überlassen Sie bitte den Anlegern, die der "Prognosiritis" huldigen. Sie als Leser dieses Blogs, sollten es eigentlich besser wissen. 😉

Ihr Hari

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Der DAX, die Emerging Markets und der Recency Effekt

Die FED hat gestern ihre ruhige Hand beibehalten und erneut den Stimulus von 75 auf 65 Milliarden USD pro Monat reduziert. Wir haben das hier im Blog bis in die Nacht hinein Live verfolgt.

In meinen Augen die psychologisch richtige Entscheidung, denn damit wird Gelassenheit und Selbstbewusstsein hinsichtlich der konjunkturellen Entwicklung in den USA ausgedrückt. Hätte die FED wegen der Währungskrise in den Emerging Markets sofort wieder kalte Füsse bekommen, wären nach anfänglicher Freude der Märkte, wohl noch viel grössere Fragezeichen in den Köpfen der Marktteilnehmer entstanden.

Insofern war die Reaktion des Marktes nach der FED zwar latent negativ, aber doch alles in allem erstaunlich ruhig. Und damit besteht heute eine gewisse Chance für eine Stabilisierung. Über eine kurzfristige Stabilisierung hinaus, sind Prognosen aber nicht möglich und auch sinnlos, wie ich hier ja oft predige. Wir haben ja erst gestern wieder gesehen, wie schnell der Markt auf der Ferse kehrt machen kann, als der DAX nach den Interventionen der türkischen und südafrikanischen Notenbanken erst über 9500 hoch schoss, um gleich darauf wieder einzuknicken.

Im grossen Bild muss man einfach festhalten, dass wir im Moment deutlich erhöhte Risiken an den Märkten haben und daraus sollten wir klugerweise in unseren Depots Konsequenzen ziehen.

Schaue ich auf Kommentare und Meinungen, die ich aktuell im grossen weiten Meer des deutschen Internets lese, erscheint es mir aber nötig, an zwei wichtige Sachverhalte zu erinnen, die man gerade in der jetzigen Phase nicht vergessen sollte.

(1) Der Recency-Effekt

Unsere Gehirne sind so konditioniert, dass sie die Erfahrungen der nahen Vergangenheit bei der Entscheidungsfindung höher werten, als altes, grundsätzliches Wissen. Wenn man so will, haben unsere Gehirne eine Art eingebaute Trendfolge. Was zuletzt ein paar mal funktioniert hat, wird von uns auch bei der kommenden Entscheidung als richtiger Weg bevorzugt.

Im Kern ist das evolutionär ein sehr sinnvolles Muster und sogar an den Börsen kann das hilfreich sein, wenn man lange, stabile Trends hat. An den wichtigen Wendepunkten wirkt sich diese Konditionierung aber verheerend für das Anleger-Depot aus.

Verheerend deshalb, weil man viel zu lange an den alten Mustern festhält und so schnell einen grossen Teil der Gewinne wieder abgibt, die man sich vorher mühsam erarbeitet hat.

Nun haben wir aktuell einen massiven "Recency-Effekt" und das ist die Konditionierung, dass jeder Rückgang (Dip) sofort wieder eine Kaufgelegenheit an den Aktienmärkten sei. Das sensationelle Jahr 2013 hat uns diese Wahrnehmung nachhaltig eingebläut. Und es ist auch nicht ausgeschlossen, dass dieser Reflex auch nun wieder die richtige Strategie ist und die Märkte doch wieder zu neuen Höchstständen ziehen.

Trotzdem, wenn ich im aktuellen Report von dann lese, wie die institutionellen Anleger sofort wieder ins bullische Lager wechseln, weil sie darauf konditioniert sind den Dip sofort zu kaufen, lässt mich das eine Augenbraue hochziehen. Denn an dem Tag, an dem der Dip mal keine Gelegenheit zum Kauf war, wird dieser Reflex ein Blutbad auslösen.

Prüfen Sie sich also selber, wie stark sie von der Angst vermeintlich etwas zu verpassen beeinflusst sind. Solche Reflexe sind selten gute Ratgeber. Wenn der Markt wirklich nach oben will, wird er uns das zeigen. Und bis dahin ist Geduld ein besserer Ratgeber, als die Angst etwas zu verpassen.

(2) Der Markt spinnt in der Regel nicht - uns fehlt zu oft Wissen !

In Anbetracht der starken Bewegungen, weil sozusagen in China ein Fahrrad umfällt, liest man bei Laien auch immer wieder Unverständnis, gewürzt mit Sätzen wie: "die spinnen die Börsianer".

Dabei ist die Wahrheit eher, dass dabei nicht verstanden wird, was die Märkte wirklich antreibt. Es sind die Erwartungen an zukünftige Entwicklungen, die in der Gegenwart zu Kursbewegungen führen. Deswegen sind auch die 10 Milliarden USD als Wert nicht so wichtig, die die FED gestern objektiv den Stimulus zurück gefahren hat. Wichtig ist viel mehr die daraus abzuleitende Erwartung, dass der Stimulus nun Zug um Zug auf Null gefahren wird. Und daraus ergeben sich massive Konsequenzen.

Auch könnte man sich als Laie ja fragen, was hat denn der DAX mit der türkischen Lira oder anderen Währungen der Emerging Markets zu tun ? Die Antwort ist, in der Erwartung der Zukunft jede Menge.

Denn was wir derzeit erleben, ist eine Währungskrise der Emerging Markets, die gegenüber Dollar und Euro massiv abgeben. Das verteuert dort die Importe und bringt sogar den Gedanken an den "Gottseibeiuns" der Märkte - Kapitalverkehrskontrollen - auf den Plan.

Was bedeutet es aber, wenn in Brasilien, Türkei, Südafrika und Co. die Einfuhren viel teurer werden ? Eben - weniger Einfuhren. Und wer liefert hochwertige Güter in diese Länder ? Genau, der Exportweltmeister Deutschland.

Die Schwäche des DAX, wenn die Währungen der Emerging Markets einknicken, ist also völlig logisch und das ist nur ein Aspekt in der komplexen Gleichung. An den Märkten werden eben Zukunftserwartungen gehandelt und nicht die Gegenwart !

Sicher übertreibt der Markt manchmal und kann auch Situationen am Ende falsch einschätzen. Aber wenn wir mal wieder nicht verstehen, warum der Markt macht was er macht, schliessen nur Laien daraus, dass der Markt "spinnt". Der erfolgreiche Anleger dagegen geht davon aus, das ihm selber ein wichtiges Puzzleteil an Information fehlt und versucht diese Lücke so schnell wie möglich zu schliessen. Denn das ist die Regel, dass der Markt wirklich "spinnt", die seltene Ausnahme.

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Tag !

Ihr Hari

PS: Übrigens ist heute bei surveybuilder.info der vorletzte Tag des alten Preismodells.
Aber 01.02.14 gilt auf surveybuilder.info.de eine -> veränderte Preisstruktur für Neumitglieder <- !

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Markt am Scheideweg – Rebound oder Einbruch ? Fragen sie den Wahrsager !

Wissen Sie, warum gute Wahrsager so erfolgreich sind ? Weil diese zwei Regeln verinnerlicht haben:

Erstens sind gute Wahrsager sehr emphatisch und können schnell aufnehmen, wo ihre Kunden der Schuh drückt und wie diese "ticken". Und dann liefern Wahrsager punktgenau die Zukunftsprognosen, von denen sie wissen, dass ihre Kunden diese gerne hören werden.

Damit ist erst einmal die Zufriedenheit des Kunden gesichert, denn dieser fühlt sich gut und in seinen Ansichten bestätigt. Und da der Kunde mag, was der Wahrsager sagt, wird er diesen auch verteidigen, wenn andere die Weissagungen in Frage stellen.

Da dem Wahrsager aber bewusst ist, dass er die Zukunft ebenso gut vorhersagen kann, wie eine Kuh die Quantenphysik erklären, liefert er klugerweise auch gleich eine böse Macht, die Schuld ist, wenn es dann doch nicht so kommt. Es war dann nämlich nicht die eigene inhaltsleere Prophezeiung, sondern ein "böser" exogener Einfluss, auf den der weise Wahrsager ja keinen Einfluss hat. Sonst wäre es aber garantiert so gekommen ! Ganz bestimmt ! 😉

Je stärker der Kunde aber glauben will, desto stärker wird er auch diese Ausrede annehmen und wenn es nicht so kommt, in dem Fall den Wahrsager sogar verteidigen. Und wenn es zufällig so kommt, hatte der Wahrsager natürlich recht und ist ein Held. Ein Win-Win also für den Wahrsager, aber nur, weil der Kunde nicht merkt, wie er sich seine eigene Wirklichkeit erschafft.

Zweitens wissen Wahrsager um die Vergesslichkeit der Menschen. Und sie wissen, dass alleine schon der Zufall dafür sorgen wird, dass sie irgendwann mal Recht behalten werden. Es kommt nur darauf an dafür zu sorgen, dass die falschen Prophezeiungen vergessen oder (siehe oben) entschuldigt werden, dafür aber die zufällig richtigen Weissagungen, um so stärker als eigene Weisheit ausgeschlachtet werden können und den eigenen Ruhm mehren.

Was das mit Börse zu tun hat, werden Sie fragen ? Das ist doch leicht zu erkennen. Die Märkte setzen zur ersten scharfen Korrektur seit langer, langer Zeit an und schon sind sie überall wieder da - die Crash-Propheten und sonstigen Börsenwahrsager, die natürlich alle ganz genau wissen, wie es mit dieser Korrektur weiter gehen wird. 😉

Ich kann Ihnen nur über mich klar und deutlich sagen: ich habe keine Ahnung, was die Zukunft bringt. Und ich kann Ihnen nicht sagen, ob die Korrektur schon vorbei ist, oder sich nun erst so richtig auswächst. Beides ist möglich. Da die Mehrzahl der Marktteilnehmer nun aber so darauf konditioniert ist, jeden Dip zu kaufen, könnte es sich lohnen, sich mal mit der gegenteiligen Wirklichkeit auseinander zu setzen.

Dafür kann ich Ihnen aber Wahrscheinlichkeiten und Muster nennen, auf die wir im Markt achten müssen. So dass wir *falls* eine Bewegung einsetzt, deren Bedeutung und wahrscheinliches Ziel antizipieren können. Das tue ich im Premium-Bereich. Und so wissen wir immer noch nicht, was die Zukunft bringt, wissen aber wenigstens, wie wir auf die Realitäten im "Hier und Jetzt" zu reagieren haben. Und das ist doch eine ganze Menge.

Und ich kann Sie darüber hinaus an drei grundlegende Wahrheiten erinnern. Und das will ich hier nun tun:

(1)

Kein Bullenmarkt stirbt mal "einfach so". Er stirbt eher in langen, aufreibenden Kämpfen zwischen Bullen und Bären. Kämpfe, die sich typischerweise in Form einer ausgedehnten Topbildung mit immer neuen gescheiterten Anläufen zeigen und die man auch "Distribution" nennt.

Insofern ist es nach dem Einbruch von letzter Woche eher wahrscheinlich, dass nun bald eine Gegenbewegung nach oben kommt. Irgend einen Anlass wird der Markt dafür schon finden, wenn er will. 😉 Zum Beispiel bietet die FED Sitzung vom Mittwoch doch eine schöne Gelegenheit, vorher einen "Buy the Rumor" Trade zu starten. Die Frage ist also eher, wie weit geht diese Gegenbewegung. Denn wenn die Kraft des Marktes nicht mehr ausreicht um zu neuen Hochs zu laufen, ist das ein Warnsignal. Natürlich erst recht, wenn diese Gegenbewegung ganz ausbleibt.

(2)

Wir hatten das ganze Jahr 2013 keine ernst zu nehmende Korrektur von 10 oder 20% in den grossen Indizes. Das ist ungewöhnlich und unwirklich. Die Indizes haben sich weit von ihren 200-Tage-Durchschnitten entfernt, beim DAX liegt dieser zum Beispiel aktuell bei ca. 8600.

Völlig normal wäre es daher, wenn so eine Korrektur nun mal käme. Es gibt keinen Grund, daraus gleich Horror-Szenarien zu konstruieren, sondern das wäre das Normalste von der Welt. Irreal und anormal ist eher, dass wir diese Korrektur so lange nicht hatten.

(3)

Das grundlegende Environment bleibt weiter positiv für Aktien. Alle grossen Notenbanken drücken mehr oder weniger auf das monetäre Gaspedal und das bleibt nicht ohne Wirkung, denn "Liquidity rules"! Jetzt kann man ohne Frage diskutieren, ob hier nicht das Rad überdreht wird, mit potentiell katastrophalen Konsequenzen in der Zukunft für unser Währungssystem. Faktum ist aber auch, dass der Patient immer noch auf die Droge "leichtes Geld" reagiert und solange diese "Medizin" die Kurse treibt, sind wir noch nicht am Ende der monetären Expansion angekommen.

So weit drei ganz einfache, grundlegende Überlegungen, die es nach meiner Ansicht wert sind, nicht vergessen zu werden.

Bleiben Sie also ruhig. Es gibt aktuell Grund zur Vorsicht und niemand sollte in so einer wackeligen Marktlage alles - und dann noch ohne Absicherung - auf eine Richtung setzen. Ganz besonders dann nicht, wenn man zu spät zur Party dazu gekommen ist.

Aber umgedreht gibt es auch keinen Grund für Panik und vorschnellen Aktivismus. Ich hoffe Sie haben eine Strategie bei dem, was sie an den Börsen tun. Wenn ja, bleiben Sie dabei und folgen dem Markt. Wenn nein, schaffen Sie sich schleunigst eine Systematik und Strategie für Ihre Geldanlage an !

Ihr Hari

PS:

Ich möchte die freien Leser bei dieser Gelegenheit noch einmal an die Änderungen bei der Preisstruktur für Neuanmeldungen zum 01.02.14 erinnern:
-> Veränderte Preisstruktur für Neumitglieder <- !

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DAX & S&P500 – Das grosse Bild der Märkte – Börsenjahr 2014 mit erhöhten Risiken

Seit dem Start des neuen Börsenjahres sind nun ca. 3 Wochen vergangen und man kann schon heute erste Indikatoren feststellen, die auf einen anderen Verlauf in 2014 als im Vorjahr hindeuten.

So scheint zum Beispiel alles wo "Mine" darauf steht, seit Jahresanfang neue Liebhaber zu finden. Deutlich zu sehen natürlich bei den Gold- und Silberminen, die nun klare Geldzuflüsse verzeichnen und zumindest kurzfristig eine positive Price-Action verzeichnen. Die gestrige Stärke von GDX, GDXJ, SIL und Co. in Anbetracht fallender Preise bei den Metallen selber, war schon beeindruckend und verfolgen wir hier im Premium-Bereich genau.

Aber auch in anderen Bereichen, von Kupfer bis Uran, sind klare Lebenszeichen zu verzeichen. Schauen Sie zum Beispiel mal, was die Kursentwicklung beim Uran Weltmarktführer Cameco (WKN: 882017, CCJ) gerade macht ... beeindruckend! Aber darüber will ich heute nicht schreiben, das tun wir in der Community täglich im Premium-Bereich.

Ich führe diese Fälle nur an, um zu zeigen, dass sich mit dem Jahreswechsel etwas an den Märkten zu verändert haben scheint und die Liquiditätsströme scheinbar neue Flussbette suchen. Gleichzeitig sind die alten Trends und Reflexe aber noch da und keineswegs ausser Kraft gesetzt.

Wunderschön kann man das im Chart mit Stundenkerzen des weltweiten Leitindex S&P500 sehen, der seit Jahresanfang 2014 nicht vom Fleck gekommen ist:

S&P500 22.01.14

Jetzt ist es durchaus möglich, dass das nur eine Konsolidierung vor dem nächsten Schub ist und ich habe eine angedeutete iSKS Wendeformation eingezeichnet, die man mit etwas Phantasie dort erkennen kann. Aber trotzdem ist das eine Veränderung der Situation gegenüber 2013. Trotz guter Gelegenheiten, fehlt den Bullen 3 Wochen lang die Kraft zum Ausbruch - das sollten wir uns in unseren Notizbüchern deutlich markieren.

Im grösseren Bild bis 2012 zurück zeigt uns der S&P500 dann, dass bisher nichts passiert ist. Insofern hat der Aufwärtstrend weiter unser Vertrauen verdient und es wäre töricht, sich dem nun einfach so entgegen zu stellen. Aber klar ist auch, dass wir unbedingt genau definierte Ausstiegspunkte brauchen, um uns schnell mit dem Fallschirm vom Geschehen abzusetzen. Denn wenn der Markt dann mal beliebt nach unten zu laufen, kann das nach so einer Bewegung sehr schnell sehr übel werden.

S&P500 22.01.14 Tag

Besondere Bedeutung räume ich dabei dem Stop 2 im Chart ein, der mit den Tiefpunkten des Kampfes kurz vor Weihnachten 2013 korreliert, bevor der S&P500 dann zur Jahresendrally ansetzte. Wenn diese Zone fallen sollte, werde ich sehr vorsichtig werden !

Übertragen auf den DAX, sieht das Bild natürlich ähnlich aus. Da der DAX in der Mehrzahl von angelsächsischen Investoren dominiert wird, ist er im grossen Bild ein Abbild seines Herrchens, des S&P500. Allerdings läuft er mal etwas vor und bleibt manchmal etwas zurück. Und zuletzt ist der DAX vorgelaufen, wie man eindrucksvoll am langfristigen Chart mit Wochenkerzen sieht:

DAX 22.01.14 Woche

Wir sehen zwei! Trendbeschleunigungen im Anstieg seit 2011 und auch wenn auch hier der Trend unser Freund ist, ist doch auch klar, dass es mit dieser Beschleunigung nicht ewig so weiter gehen kann und die Risiken langsam steigen.

Insofern sollte man auch im DAX dabei bleiben und den Aufwärtstrend respektieren, aber auch hier müssen klare Ausstiegs-Marken her, an die man sich dann auch hält. Das Chart mit Tageskerzen zeigt dabei, wo es ernst werden könnte.

DAX 22.01.14 Tag

Als erstes leichtes Warnsignal betrachte ich, falls die 9700 kurzfristig unterschritten werden. Richtig ernst wird es aber erst in der Zone bei Stop 1 und die bullische Aufwärtsbewegung kommt erst in der Zone bei Stop 2 ernsthaft in Gefahr.

In diesem Sinne bedeuten die Charts nun nicht, dass man nun einfach blind aussteigen muss, nur weil die Märkte schon weit gelaufen sind. Machen Sie sich klar, dass der DAX problemlos über 10.000 und selbst etwas darüber hinaus steigen kann. Und das Trends gerne länger laufen, als wir uns vorstellen können. Oder konnten Sie sich im Herbst 2011 - als diese Bewegung bei 5000 Punkten begann - den Verlauf bis heute im DAX vorstellen ?

Die Wahrscheinlichkeit, dass wir im Laufe von 2014 aber die scharfe Korrektur erleben, die in 2013 fehlte, ist verdammt hoch. So hoch, dass man damit rechnen sollte und dafür immer klar wissen sollte, an welchen Stellen man konsequent seinen Fallschirm auspackt und mit einem Lächeln, das dann trudelnde Flugzeug seinem Schicksal überlässt.

Und das muss gar nicht mal bedeuten, dass der übergeordnete Bullenmarkt schon am Ende ist, so eine Korrektur kann einfach nur mal wieder der frische Wind sein, der nötig ist, um die Aufwärtsbewegung fortsetzen zu können. Aber auch ein Minus von 20% fühlt sich ziemlich übel an, wenn man ungeschützt mitten drin steckt und das können und sollten wir uns ersparen, wenn wir einfach nur schauen, was uns der Markt mit seinen Bewegungen sagt.

Mitnehmen was der Markt hergibt und dabei trotzdem aufmerksam und vorsichtig zu bleiben, ist kein Widerspruch. Es zeichnet vielmehr den erfolgreichen Anleger und Trader aus !

Ihr Hari

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DAX-Betrachtung: Prognosen, Projektionen, Prophezeiungen

DAX-Betrachtung: Prognosen, Projektionen, Prophezeiungen

Ein Gastkommentar von Tokay

Das Jahr 2014 hat begonnen und so gibt es auch dieses Mal keinen Mangel an Deutungen für die Zukunft, insbesondere für die Börsenzukunft(Nein, wir bemühen heute nicht Karl Valentin.. ;-)). Lohnen sich denn diese ganzen Spekulationen ? Mir scheint, das was in der Öffentlichkeit an Vorhersagen herumgereicht wird, ist nur wenig geeignet, Licht ins Dunkel der Marktprognose zu bringen. Dabei ist die Frage an sich von großer Bedeutung, denn wer keine Vorstellung davon hat, wie es an der Börse künftig laufen wird, der sollte sich lieber von ihr fern halten. Es sei denn, er hängt jenen Wachstums- oder Crash-Gurus an, welche für alles und jedes eine Vorhersage parat haben. Eine Prophezeiung ist eine auf religiöse Überzeugungen gestützte Vorhersage. Als solche kann man die diversen Vorhersagen über den angeblich unmittelbar bevorstehenden Zusammenbruch des „Scheingeldsystems“ durchaus auffassen. Das Weltfinanzsystem indes hat sich gegenüber solchen Vorhersagen als bemerkenswert widerstandsfähig erwiesen, und wer auf den Zusammenbruch vertraut hat, der hat in der jüngeren Vergangenheit eine Menge Gelegenheiten verpasst. Wir sollten die Apokalypse vielleicht erst einmal vertagen.

Zurück zu etwas profaneren Dingen: Im „Handelsblatt“ waren zu Jahresanfang Prognosen der Volkswirte großer Banken zu lesen. Als Konsens der Schätzungen ergab sich, dass der DAX gegen Jahresende 2014 gut über 10000 Punkten stehen müsse. Jedoch ergaben derartige Schätzungen in den Vorjahren stets, dass man in Baissejahren die Börsenzukunft zu optimistisch einschätzte und in Haussejahren zu pessimistisch lag. Demnach sind Zweifel daran erlaubt, ob wir die genannten 10000 x DAX-Punkte zum Jahresende tatsächlich sehen werden. Ich halte das für eher unwahrscheinlich.

Warum das so ist, hat heute der Schweizer Finanzprofessor Erwin Heri in dem Blog treffend dargestellt. Wetterprognosen können heutzutage mit großer Genauigkeit gestellt werden. Bei Börsenprognosen müsste das eigentlich ähnlich sein. Anders als bei den Börsenkursen ist es dem Wetter jedoch egal, wie die Leute auf Prognosen reagieren. Denn wenn die Zunft der Prognostiker einen Anstieg vorhersagt, werden die Börsenteilnehmer ziemlich umgehend auf solch rosige Zukunftsaussichten reagieren. Diese Aussichten werden entsprechend zeitnah verarbeitet und die Prognose alsbald invalide werden.

Man kennt die Bestimmungsgründe der Aktienkursentwicklung zur Genüge: Die Gewinne der Unternehmen, die Zinsentwicklung, die Entwicklung der politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im aller weitesten Sinne. Diese Parameter stehen jedoch nicht still. Sie verändern sich ständig. Und weil sie sich ständig ändern, ändert sich auch die Erwartungsbildung.

Wenn es richtig ist, dass der DAX die Entwicklung der wirtschaftlichen Aussichten voraus nimmt, und wir wollen den Stand des DAX für Ende 2014 vorhersagen, dann wollen wir praktisch vorhersagen, was die Mehrzahl der Marktteilnehmer für 2015 vorhersagen wird. Eine Vorhersage der Vorhersage sozusagen. Da die Mehrzahl der Bestimmungsgründe sich aber erst in der Zukunft herausbilden wird, kann man diese heute unmöglich kennen. Der Aktienmarkt selber spiegelt dieser Vorhersagen bereits heute wieder. Eine Prognose für den DAX-Stand am Jahresende ist daher ein eher verzweifeltes Unterfangen.

Es macht daher wohl eher Sinn, die Erwartungshaltungen, so wie sie derzeit bestehen, erst einmal als gegeben hinzunehmen und diese in die Zukunft zu projizieren. Wenn sich die Sachverhalte, auf denen die Erwartungen basieren, ändern, so werden diese geänderten Erwartungen demnächst ihren Niederschlag in den Kursen finden, und es genügt für den Augenblick vollauf, sich an der tatsächlich zu beobachtenden Kursentwicklung zu orientieren. Das bedeutet aber keineswegs, dass die heutige Kursentwicklung prognostische Qualitäten hätte. Der DAX selber „weiß“ nicht und kann es nicht wissen, wohin er sich in Zukunft entwickeln wird. Aber man kann sich an den heute herrschenden Erwartungen orientieren und für eine Weile fortschreiben. Das wäre dann eine Projektion. Und zu so einer Projektion kommen wir nun – wir haben sie hier schon mehrfach gezeigt, zuletzt im Dezember:

01.02.2009 bis 16.01.2014

Es hat sich im Vergleich zum Dezember wenig geändert; die Aufwärtsentwicklung des DAX hält weiterhin an. Wenig überraschend eigentlich, denn die Rahmenbedingungen sind im Wesentlichen gleich geblieben. Solange es nicht nennenswert unter 9000 Punkte geht, bleibt der Aufwärtstrend intakt und wir bewegen uns mehr oder minder zügig Richtung 10000 Punkte. Eine Zwischenkonsolidierung ist denkbar (und gar nicht einmal unerwünscht), sie könnte sich Richtung 9500 Punkte bewegen(Punkt F). Dann dürfte auch die Entscheidung darüber fallen, ob die dynamische Haussebewegung sich entlang der Linie ABCF fortsetzt oder in eine spürbar gemächlichere Entwicklung entlang der Linie DEF mündet.

Ein bisschen Prognose wollen wir aber dennoch betreiben: Im vergangenen Jahr haben wir anhand der sogenannten 5-Tage-Regel gemutmaßt, dass 2013 ein gutes Aktienjahr werden könnte. Genauso ist es gekommen, wie so erstaunlich oft in den letzten mehr als zwanzig Jahren. In 2014 haben wir in den ersten fünf Tagen ein leichtes Minus zu verzeichnen. Also wird 2014 kein so gutes Börsenjahr? In der Tat nicht, wenn man der Regel Glauben schenkt. Oder handelt es sich nicht vielleicht doch eher um Koinzidenz denn um Kausalität? Denn in Gegenden beispielsweise, wo überdurchschnittlich viele Storchennester zu finden sind, sind die Geburtenzahlen ja höher als sonst wo. Ein kausaler Zusammenhang dürfte da jedoch nur schwer herzustellen sein....

Fünf Tage Regel

Tokay

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Bernanke, Premium, Tesla und Solar – Das Jahr 2013 auf surveybuilder.info

Liebe Leser,

ein spannendes, ereignisreiches und erfolgreiches Jahr auf surveybuilder.info.de, nähert sich langsam der Zielgeraden.

Es war ein sehr erfolgreiches Jahr für uns auf surveybuilder.info. Gerade für die grossen institutionellen Anleger, war es aber teilweise auch ein schwieriges Börsen-Jahr.

Erfolgreich war 2013, weil uns der Markt eine grosse Zahl hoher Gewinne beschert hat.

Erinnern Sie sich noch, wie wir im Mai von Anfang an dabei waren, als die von uns intensiv beobachtete Tesla Motors Aktie, mit Macht abhob und sich innerhalb von 6 Monaten bis zum Hoch verfünffachte ? Oder wissen Sie noch, wo der Solarsektor oder 3D Systems am Jahresanfang standen, die uns eine Verdoppelung des Einsatzes ermöglichten ? Für Trader war 2013 ein Traum, selten habe ich so viele, so sensationelle Kursraketen erlebt wie 2013.

Schwierig war das Jahr aber auch und das weniger für Trader, sondern mehr für Investoren, die auf eine Diversifizierung ihres breiten Portfolios achten müssen und sich nicht erlauben können, Risiken und technische Überdehnungen einfach blind auszublenden.

Denn mit dem gnadenlos nach oben strebenden Markt, konnte man als breit aufgestellter Investor in 2013 nur mithalten, wenn man alle Risiken ignorierte und jeden Dip kaufte, sobald er auftrat. Rationale Vorsicht, Diversifizierung, Cashbestände, Absicherung und Hedging - all die Fähigkeiten, die einen guten Portfoliomanager auszeichnen - wurden in 2013 eher nicht belohnt, sondern bestraft. Ich habe selten so viele V-förmige Reversals gesehen, wie in 2013.

Und weil solche V-förmigen Reversals eigentlich ungewöhnlich sind und durch den Liquiditätsdruck der Notenbanken in 2013 immer wieder die natürlichen Schwingungen der Märkte kurz geschlossen wurden, haben sich auch so viele Portfoliomanager in 2013 schwer getan und hinken nach dem was ich lese und höre, hinter der Performance von DAX und S&P500 hinterher.

Das ist aber nach meiner Ansicht kein Grund sich zu grämen, denn absolute Performance-Zahlen sagen ohne Kontext sowieso nichts und damit zu klappern ist kompletter Humbug. Performance kann immer nur im Verhältnis zur Grösse des Depots, der Strategie und dem Zeithorizont betrachtet werden und muss vor allem im Verhältnis zum eingegangenen Risiko bewertet werden. Eine Strategie, die in 2013 vielleicht dazu führte, dass man bei geringerem Depotrisiko am Ende ein paar Prozent gegenüber dem DAX hinterher hinkt, wird beim nächsten Absturz - und auch der wird kommen - dafür sorgen, dass man diesem aus dem Wege geht.

Auch ich selber habe diesen Dualismus des Jahres 2013 in meinen verschiedenen Depots bemerkt. Während es als dem Trend folgender Trader in 2013 leicht war, den Markt zu schlagen - dafür sorgten eben die ganzen Kurs-Raketen ala Tesla und Co. - war es als auf langfristigen, sicheren Ertrag ausgerichteter Investor, mit breit aufgestelltem Portfolio, eher schwierig, mit DAX, S&P500 und Co. vollständig mitzuhalten.

Alles in allem war es aber ein tolles und vor allem historisches Börsenjahr. Die Notenbanken waren zwar schon immer wichtig, aber in meiner Erinnerung der letzten ca. 25 Börsenjahre, gab es kein Jahr, in dem die Notenbanken so dominant für die Marktentwicklung waren wie 2013.

Abgesehen vom Markt selber, war 2013 aber auch deshalb für surveybuilder.info ein erfolgreiches Jahr, weil der Start des Premium-Bereiches im April zu einem schönen Erfolg geworden ist, auf den ich sehr stolz bin.

surveybuilder.info ist damit einer der ersten rein privat betriebenen Blogs im deutschsprachigen Raum, dem die Professionalisierung gelungen ist und der sich damit von allerlei bunt blinkenden Bannern und der Dominanz SEO geprägter Klickzahlen emanzipiert hat.

Denn diese Dominanz von Klickzahlen und SEO im Internet, fördert nach meiner Meinung nicht die Qualität des Contents, sondern fördert eher marktschreierisches Gebaren und lautes mediales Geklapper, dass mit allerlei Schlagwörtern im Titel auf Leserfang geht. Die Relevanz des Contents steht dann oft im diametralen Gegensatz zur Bugwelle der Überschrift.

Mag dieses mediale Geklapper im Unterhaltungsbereich bei den Berichten aus den diversen Königshäusern ja noch problemlos sein, weil ausser Zeitaufwand kein Schaden entsteht, ist es aber im Börsenumfeld besonders tückisch, wenn sich Leser davon zu Handlungen treiben lassen. Denn Mitglieder von surveybuilder.info wissen: was jeder weiss und worauf sich alle vorbereiten, kann genau deswegen an der Börse nur schwerlich eintreten. Dafür sorgt die Reflexivität der Märkte.

Der Erfolg des Premium-Bereiches ermöglicht uns nun, intensiv und sachlich zu diskutieren, uns gegenseitig zu helfen und uns auszutauschen. Und gemeinsam zu lernen und unsere Techniken im Kampf mit surveybuilder.info zu verbessern.

Und "wir" ist dabei eine dreistellige Community engagierter Leser, von denen viele auch in den Foren aktiv sind und eigene Ideen beitragen. Es ist uns gelungen, eine Community zu etablieren, die von Fachkenntnis aber auch Respekt voreinander geprägt ist und von der alle nur profitieren können. Foren-Trolle und notorische Rechthaber sind hier nicht existent und das wird auch so bleiben.

Ich möchte daher bei dieser Gelegenheit allen Premium-Mitglieder herzlich für das Vertrauen und die Unterstützung danken, die Sie diesem Blog in 2013 gegeben haben ! Besonders gilt mein Dank aber den vielen aktiven Mitgliedern, die mit eigenen Beiträgen und teilweise auch eigenen Artikeln die Community nach vorne bringen und zu einem Ort machen, an den man gerne jeden Tag zurück kehrt.

Ich bin stolz darauf, Teil dieser Gemeinschaft zu sein und ich verspreche, in 2014 nicht nachzulassen und mit der gleichen Energie weiter am Erfolg von surveybuilder.info zu arbeiten.

Denn selbst wenn viele nun hier her gefunden haben und surveybuilder.info nun als ihre Börsenheimat verstehen, es könnten noch viel mehr sein. Denn der Bedarf an wirtschaftlich unabhängigen, seriösen und kompetenten Informationen und Anleitungen zu den Finanzmärkten ist immens. Das Hauptproblem ist eher, dass die Menschen nur schwer zu den wenigen Stellen in einem Meer von Informationen finden, die wirklich etwas zu sagen haben, das über die Nacherzählung der diversen Geschehnisse hinaus geht.

So weit zu einem tollen Jahr 2013. Und dieses tolle Jahr war für mich auch ein arbeitsames Jahr, zusammen mit meinen eigenen Aktivitäten am Markt, habe ich hier nun einen neuen Fulltime-Job, der mich auch oft noch spät in den Abendstunden schreiben und diskutieren lässt, wie die Premium-Mitglieder wissen.

Deshalb brauche ich jetzt auch einmal eine Auszeit und werde mir diese in der einzigen Zeit des Jahres nehmen, in der auch die Börse mal weitgehend ereignislos ist.

In der Zeit vom kommenden Samstag 21.12.13 bis einschliesslich dem 06.01.14, wird daher hier im freien Bereich nicht mehr viel passieren. Ich schliesse einen neuen Artikel nicht perse aus, rechnen Sie aber nicht damit. Ab 07.01.14 bin ich dann wieder voll da.

Im Premium-Bereich werde ich meine Aktivitäten auch deutlich herunter fahren, dort werde ich aber nach Lust und Laune vielleicht den einen oder anderen Kommentar oder Artikel schreiben und wir werden uns in der Community auch über den Jahreswechsel sicher intensiv im Forum austauschen. Gerade grundsätzliche Fragestellungen bespricht man ideal in dieser Zeit, in der man nicht permanent von der Hektik des Börsengeschehens getrieben wird. Und insbesondere die Frage, welche Aktien in 2014 zu den neuen Favoriten gehören dürften, ist ja hoch spannend.

Für den Dienstag 07.01.14 ist dann - zum Start des neuen Börsenjahres auf surveybuilder.info - auch gleich um 12 Uhr wieder ein "Lunchtalk" mit der Wirtschaftswoche geplant, vielleicht merken Sie sich diesen Termin schon einmal vor.

So, nun bleibt mir nur, Ihnen ein paar schöne Festtage zu wünschen und falls Sie nicht zu den Premium-Mitgliedern gehören, auch gleich einen guten Rutsch ins neue Jahr !

Machen Sie es gut und halten Sie die Ohren steif ! Wir lesen uns 2014 !

Ihr Hari

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10 Erwartungen an DAX & Co. , die zu offensichtlich sein könnten, um 2014 einzutreffen

Erfahrene Marktbeobachter wissen, dass am Markt das, was offensichtlich scheint und alle erwarten, kaum mehr eintreffen kann. Zumindest nicht exakt so, wie erwartet. Dieser Zusammenhang ist auch kein Zufall, denn der Markt sind ja wir, die Menschen und die Algorithmen, die von uns Menschen programmiert wurden.

Und wenn wir alle in eine Richtung positioniert sind, ist keiner mehr da, der noch in diese Richtung kaufen könnte. Wir haben ja alle schon gekauft. Und wenn keiner mehr kauft, kann ein Markt nicht mehr steigen, egal wie gut die Nachrichten ausschauen.

Deswegen hat der Markt diese geheimnisvolle Fähigkeit, genau das zu tun, was wir alle nicht erwarten und uns immer wieder zu überraschen. Manchmal hat man dieses merkwürdige Gefühl, als würde uns Mr. Market über die Schulter schauen. Und nur darauf warten, dass wir am Markt kaufen und verkaufen, um dann in genau dieser Sekunde in die Gegenrichtung zu laufen.

Und irgendwie ist das auch tatsächlich so. Ganz besonders dann, wenn wir zu lange warten, um auf eine Richtung aufzuspringen. Wir glauben zwar, es sei „sicherer“, erst einmal lange abzuwarten und erst dann zu kaufen, wenn alles rundum gut aussieht. Im normalen Leben ist das auch eine sinnvolle Strategie. An der Börse ist es aber die Strategie, die einen im Jahr 2000 die Deutsche Telekom kaufen liess. Oder im Jahr 2007 noch Bankaktien. Es ist die Strategie, die das Depot vernichtet. Denn „falscher Zeitpunkt“, ist am Markt nur eine euphemistische Umschreibung für „Verlust“.

Besonders beliebt beim fiesen Mr. Market ist es, die Anleger nicht nur monetär zu zerstören, sondern dann auch noch zu demoralisieren. Und das geht so, dass die Kurse erst einmal lange gegen die vom Anleger erwartete Richtung laufen. Der Anleger aber wartet ab. Und leidet. Und wartet. Und irgendwann verliert er bei dicken Buchverlusten die Geduld. Und verkauft.

Und genau an diesem Tag dreht der Markt und die Entwicklung, auf die der Anleger spekuliert hatte, tritt tatsächlich ein. Und die Kurse schiessen durch den Einstandskurs nach oben und er Anleger hat riesige Gewinne verpasst, obwohl er genau die richtigen Gedanken zum Markt hatte. Und sitzt demoralisiert und frustriert an der Seitenlinie.

Eine derart fiese Entwicklung ist aber kein Zufall. Denn der Markt sind wir und wir sind Teil der Herde. Und wenn wir frustriert verkaufen, verkaufen auch andere frustriert, die genauso empfinden. Und wenn die letzten verkauft haben, ist keiner mehr da zum Verkaufen. Und der Markt muss und wird steigen, egal wie die Nachrichtenlage ist. Das ist die zwangsläufige Folge davon, wie der Markt funktioniert. Wenn wir den Markt schlagen wollen, treten wie damit gegen unsere eigenen Ansichten an, die in der Regel Teil der Herde sind.

Um nicht in diese emotionalen Fallen zu gehen, ist es deshalb wichtig, bei Verlusten nicht abzuwarten, sondern diese schnell und konsequent zu begrenzen. Einsteigen kann man immer wieder, schon am nächsten Tag, wenn es sein muss.

Und es ist wichtig, sich klar zu machen, was die Herde erwartet. Denn das was alle erwarten, wird in dem Moment nicht mehr funktionieren, wo auch der letzte auf diese Geschichte aufgesprungen ist. Umgedreht wird eine solche Herdenbewegung – auch Trend genannt - aber weiterlaufen, solange es noch genügend gibt, die aufspringen können. “Zu früh“ auf die Gegenseite zu wechseln und pauschal immer gegen die Herde zu wetten, ist also auch nur eine andere Formulierung für „Verlust“.

Es gibt einige Marktteilnehmer, die haben seit 2009 unermüdlich den grossen Crash ausgerufen und hatten dafür auch immer allerlei wohlklingende Begründungen. Denn während im restlichen Leben „Sex Sells“ eine Weisheit ist, gilt für die Gattung der medialen „Börsen-Pornographie“ die Regel: „Crash Sells“. 😉

Ihren Depots dürfte es aber gar nicht gut getan haben, seit 2009 auf den Crash zu warten. Und wenn der „grosse Crash“ dann irgendwann doch kommt – und das ist ja in Anbetracht des einmaligen Experiments an unserem Geldsystem keine geringe Wahrscheinlichkeit - werden die Wartenden so demoralisiert und Ihr Depot so geschmolzen sein, dass Sie gar nicht mehr dabei sind, wenn die Weissagung endlich eintrifft.

Deswegen ist es wichtig, solche Wetten gegen die Herde nicht blind im Voraus einzugehen - sozusagen ins fallende Messer zu greifen - sondern erst dann einzusteigen, wenn diese tatsächlich beginnen Realität werden. Wenn die Trendwende sich also konkret andeutet. Dann aber sollte man nicht mehr lange zögern, sondern die Chance beherzt ergreifen und sich sofort konsequent nach unten abzusichern.

Ich will daher heute in einem Gedankenexperiment 10 vermeintlich offensichtliche „Weisheiten“ für 2014 aufschreiben, die heute nach meiner Einschätzung von einer deutlichen Mehrheit erwartet werden. Und deshalb gar nicht so offensichtlich sind, wie sie scheinen.

Jetzt wird nicht bei jeder dieser vermeintlichen Weisheiten in 2014 das Gegenteil passieren. Viele werden sogar eintreffen, aber eben nicht notwendigerweise dann, wenn es die Mehrheit erwartet.

Ich finde es aber wert, sich als Gedankenexperiment mal das Gegenteil vorzustellen. Nicht um schon jetzt blind darauf zu wetten. Aber um die Trendwende als einer der Ersten zu erkennen, falls und sobald sie tatsächlich Realität werden sollte! Sozusagen, um den Geist für die Menge der Möglichkeiten zu schärfen!

Hier sind sie also, die 10 aktuellen Weisheiten der Herde, die zu offensichtlich sein könnten, um in 2014 exakt so eintreten zu können:

(1) Der Aktien-Markt ist zu weit gelaufen und wird gleich Anfang 2014 massiv korrigieren

(2) Der Goldbulle ist tot

(3) Dividendenaktien bringen höhere Erträge als Wachstumsaktien ohne Dividende

(4) Die Zinsen werden noch lange unten bleiben

(5) Der Euro hat in der aktuellen Konstruktion keine Zukunft

(6) Die Inflation kommt nicht

(7) Die Emerging Markets sind out

(8) Die FED beginnt Anfang 2014 mit dem Tapering

(9) Tesla Motors ist krass überbewertet 😉

Und zum Schluss:

(10) Deutschland geht es gut 😉

Ihnen werden bestimmt noch andere Themen einfallen. Die Frage ist dabei immer, was ist die Erwartung der Herde? Und ist die Herde schon so angeschwollen, dass es kaum mehr die Gegenmeinung gibt? Solange die Herde noch nicht genügend angeschwollen ist, wird der Trend auch weiter laufen.

Genau das sind dann die spannenden Themen, in denen Chancen liegen, wenn man seine Augen und Ohren spitzt und genau hinschaut. Aber „Ohren spitzen“ heisst noch nicht handeln! Gehandelt wird im Depot erst, wenn sich die neue Richtung wirklich anbahnt.

Denn eine universell gültige Regel ist: „Stelle Dich nie gegen den Markt!“. Man darf aber sehr wohl bei den Ersten sein, die einen Richtungswechsel des Marktes bemerken! 😉

Eines ist schon jetzt klar, das Börsenjahr 2014 wird wieder spannend !

Ihr Hari

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DAX-Betrachtung: Die Bäume wachsen nicht in den Himmel

DAX-Betrachtung: Die Bäume wachsen nicht in den Himmel

Ein Gastkommentar von Tokay

Die letzten Tage waren etwas nervenaufreibend, und die täglichen Blicke aufs Depot werden zunehmend besorgter. Ist das nun der Auftakt zu einer Baisse? Mal wieder Zeit also, das große Bild zu betrachten.

Wir sehen nachfolgend das Chart des DAX seit dem Frühjahr 2009. Drei Linien aus diesem Chart sind für die heutige Marktverfassung meiner Ansicht nach maßgeblich:

01.02.2009 bis 09.12.2013

  • Die obere Begrenzungslinie des langfristigen Trends, sie ist markiert durch die Strecke DE;
  • die innere Linie des langfristigen Trends in der Nähe des Graph. Diese Linie ist die Trendgerade einer exponentiellen Regression und minimiert qua Definition den Abstand zum Graphen mit den Tagesschlusskursen;
  • die untere Begrenzungslinie des seit September 2011 bestehenden Haussetrends, markiert durch die Auflagepunkte ABC. Sie verläuft wesentlich steiler als die Gerade DE. Dies ist deshalb von Belang, weil es sehr unwahrscheinlich ist, dass diese untere Begrenzungslinie auf lange Sicht Gültigkeit beanspruchen kann.

Wir sehen in dem Diagramm, dass der DAX mit der jüngsten Korrektur nur zurück gefedert hat, mehr nicht, zumal es ja etwas über die obere Begrenzungslinie hinausging. Ein Zurückschwingen auf etwa 9000 Punkte ist insofern durchaus etwas normales. Aber selbst wenn es auf etwa 8750 Punkte ginge, wäre die Hausse, die wir seit 2011 haben, nach wie vor intakt. Sollte der DAX aber etwa 8550 Punkte unterschreiten, dann müsste das als wesentliche Verlangsamung der Wachstumsdynamik gewertet werden. Aber soweit ist es erst mal noch nicht.

Wie kann es nun weitergehen? Drei Szenarien kommen in Betracht:

  • Der DAX schwenkt wieder auf den seit September 2011 laufenden Wachstumspfad ein. Dann sehen wir den DAX im kommenden Frühjahr bei mindestens 10700 Punkten.
  • Der DAX hangelt sich an der oberen Begrenzung des Langfristtrends entlang(Linie DE). Bei Punkt F trifft er auf die untere Begrenzung des 2011er Wachstumspfades und hier würde dann eine Richtungsentscheidung fallen: Entweder weiter wie bisher oder deutlich gebremstes Wachstum. Oder der DAX arbeitet sich an seiner „inneren Linie“ entlang. Dann sähe man ihn im Frühjahr bei ca. 9400 Punkten.
  • Oder es treffen sämtliche nur denkbaren negativen Konstellationen ein; dann kann der DAX auf ca. 6750 Punkte hinunter segeln, ohne dass deswegen der seit 2009 laufende Aufwärtstrend beeinträchtigt wäre.

Wie wahrscheinlich sind solche Szenarien? Wir müssen hier berücksichtigen, dass der Anstieg des DAX im wesentlichen auf einer Ausweitung der Bewertung beruhte, er erhielt sozusagen „Vorschusslorbeeren“. Die Unternehmensgewinne stiegen nämlich längst nicht so stark wie die Kurse. Lag das DAX-KGV vor einem Jahr noch unter 11, so sind wir jetzt über 13. Dies war möglich aufgrund der expansiven Politik der EZB, die neben den Zinssenkungen zu einer Reduzierung der Risikoaufschläge führte.

Eine weiterer Rückgang der Leitzinsen ist möglich. Irgendwelche Crashszenarien sind daher an den Haaren herbeigezogen. Die Kapitalmarktzinsen allerdings scheinen erneut zu steigen, wenngleich von einem rekordtiefen Niveau aus. Ein deutlicher Anstieg der Unternehmensgewinne ist nicht zu erwarten, eine weitere Ausweitung der Bewertungsrelationen jedoch auch nicht – von Börseneuphorie kann hierzulande keine Rede sein. Die Bäume werden 2014 somit nicht in den Himmel wachsen, auch wenn zunächst ein Anstieg auf 10000 Punkte natürlich sehr gut möglich ist. Aber wir werden aufpassen müssen, dass die Luft im Jahresverlauf nicht zu dünn wird und eine deutliche Korrektur ins Haus steht. Bei der Aktienauswahl wird man sich daher auf Unternehmen konzentrieren, die nachhaltige Gewinne versprechen.

Befund also: Nein, wir stehen nicht vor einer Baisse. Den größten Teil der seit September 2011 laufenden Hausse haben wir indes auch hinter uns. Diese Hausse kann durchaus noch weit bis in 2014 hinein reichen. Aber sie wird nicht unbegrenzt lange andauern.

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