Einen Schritt weiter

Wir haben Sonntag Mittag und die Nachrichten vom G20 Gipfel vom sind noch nicht alt.

Letzte Woche Montag habe ich Ihnen hier unter dem Titel -> Jetzt oder Nie <- dargestellt, dass der US Markt an der Klippe zu einem mittelfristigen Bärenmarkt stand. Es hätte nicht viel gefehlt diesen abstürzen zu lassen und für die Bullen war es eine Situation, in der sie entweder in den Ring steigen mussten oder sozusagen für immer schweigen.

Es gibt ja den netten Spruch "Gestern standen wir am Abgrund, heute sind wir einen Schritt weiter" und genau so ist es gekommen, nur dass die Bullen eine 180 Grad Wende vom Abgrund weg erzwungen haben, auf den letzten Drücker sozusagen.

Ja, die Bullen sind in den Ring gestiegen und das massiv, sie hatten aber auch eine Menge Feuerunterstützung. Letzte Woche Montag und Dienstag hat der Markt sich schon aus eigener Kraft hoch gerobbt, aber eine Rede des FED Chefs am Mittwoch Abend um 18 Uhr MEZ stand aus, die wir hier in der Community auch aufmerksam erwartet haben. Schon wenige Minuten danach, das Redemanuskript war verteilt, war klar was das bedeutete, eine massive Rally nämlich.

Denn Powell hatte seine Aussagen von Anfang Oktober wieder eingefangen, die damals deutlich am Einbruch mitgewirkt hatte. Damals sagte er: "long way below neutral." was das Niveau der Zinsen anging. Das musste man als einen steilen Zinspfad interpretieren, der Markt hatte damit für 2019 3 Erhöhungen eingepreist und hatte Sorgen entwickelt, dass die FED eine heran kriechende Rezession übersieht und überzieht.

Mit dem "just below neutral" von Mittwoch 18 Uhr, veränderte Powell den Ton erheblich und es gibt für den Markt nichts Mächtigeres, als eine Notenbank die auf die Taubenseite wechselt. Denn "neutral" heisst die Zinsen sind fast OK und den Rest sieht man dann "data dependent".

Das löste eine deutliche Rally in den US Indizes aus, die Donnerstag und Freitag bestätigt wurde. Und nun haben wir ein zweites Positivum, der obige, temporäre Waffenstillstand stellt das Optimum dar, das man realistisch erwarten konnte.

Niemand mit Verstand hat eine echte Einigung erwartet, das geht bei dem komplexen und vielschichtigen Thema schlicht nicht. Auf den Pfad des Dialogs zurück zu kehren und die Ultimaten abzuschwächen und mehr Zeit zu kaufen, ist daher das Beste was man vom Gipfel erwarten konnte.

Wir können davon ausgehen, dass der Markt das am Montag wohlwollend aufnehmen wird, denn der hatte durchaus noch Angst vor einer Eskalation. Wirklich gelöst ist durch die Verschiebung aber auch nichts, auch das wird der Markt verstehen, aber ein versöhnlicher Jahresabschluss in den US Märkten scheint nun sehr wahrscheinlich.

Im S&P500 können wir damit rechnen, dass die hier gezeigte, altuelle Ausgangslage, nach oben aufgelöst wird und am Montag der untere Lila Pfeil erobert, sowie der obere Lila Pfeil angelaufen wird:

Ich hatte Ihnen dazu schon am Freitag geschrieben:

So, direkt unter dem 200er SMA, sieht ein Index aus, der sich auf eine Party mit Tanz vorbereitet, aber noch nicht sicher ist, ob er nicht doch schnell zum Notausgang muss, weil der Tanzpartner zu hässlich ist.

Diese Sorge um einen hässlichen Tanzpartner dürfte nun weg sein, eine Auflösung nach oben in der kommenden Woche wahrscheinlich. Wahrscheinlich ist am Montag eine Bewegung bis zum zweiten Lila Pfeil, der Nackenlinie - und danach sieht man weiter.

Und falls der unwahrscheinliche Fall eintritt und der Markt diese Vorlage nun nicht zur Rally nutzen kann, sollte man das als tiefrotes Alarmsignal betrachten, denn ein Markt der nicht tut was er sollte, ist ein gefährlicher.

Wenn Sie genauer wissen wollen was das alles bedeutet, denn die kommende Woche ist voller Ereignisse, sollten Sie zu uns dazu stossen. Hier im freien Bereich biete ich Ihnen bewusst nur einen oberflächlichen Teaser, denn ich gehöre nicht zur Fraktion die Klicks hinterher jagt, ich schreibe für Menschen, denen surveybuilder.info etwas wert ist.

Die kommende Woche bietet die für den DAX wichtige Sitzung der deutschen Autobauer bei Trump, sie bietet allerlei Notenbankreden und am Ende die wichtigen US Arbeitsmarktdaten. Insofern wird es auch nachdem der Markt den G20 Gipfel verarbeitet hat, diese Woche genügend spannende Entwicklungen geben. Und wir werden eine Menge Aktien besprechen, die in der Korrektur besonders vom Handelskonflikt und den Sorgen um China betroffen waren und daher nun besondere Chancen bieten.

Denn auch wenn wir immer noch nicht wissen, ob der Bullenmarkt sich mittel- und langfristig noch fortsetzt, oder wir nun schon in einer Topbildung sind, die mit einem niedrigeren Hoch als Ergebnis dieses Rebounds auslaufen wird, für uns ist jetzt einfach wichtig, dass die kommenden Wochen bis zum Jahresende kurzfristige Chancen bieten, alles weitere sieht man dann, einen Schritt nach dem anderen.

Achja, bevor ich es vergesse, wir bekommen durch den Tod des 41. Präsidenten George H. W. Bush am Mittwoch überraschend einen handelsfreien Tag in den US, der allerlei Termine durcheinander werfen wird.

Ihr Michael Schulte (Hari)

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Der langfristige Blick auf das Spielfeld

Oft lesen Sie hier von mir viele Worte. Heute will ich den Spieß einmal umdrehen und Sie dazu animieren, sich ein eigenes, objektives Bild zu machen. Nicht das Bild, das Ihnen andere mit vielen Worten erzählen wollen, die in der Regel auch Interessen haben und sei es nur der Wunsch nach Klicks. Sondern das Bild, das Sie selber sehen können, wenn Sie einen Blick auf das Fußballfeld des Spiels der Märkte werfen.

Denn wir stehen vor dem Beginn des 4. Quartals 2018, Weihnachten ist nur noch 12 Wochen entfernt. Das ist ein guter Grund, mal einen sehr langfristigen, objektiven Blick auf die Lage der Märkte zu werfen. Etwas, was ich nun mit Charts mit Monatskerzen machen werde, die durchweg bis zur Lehman-Krise zurück reichen.

Ich finde die Charts weitgehend selbsterklärend und werde diese bewusst *nicht* kommentieren, vielleicht finden Sie ja selber mal heraus, was die Ihnen sagen. Zur Hilfestellung, ich habe ja in den letzten Wochen meinen Tenor immer wieder erläutert, der mehr oder weniger sagt, dass wir fraglos bis spätestens 2022 auch mal wieder in eine Rezession laufen, nur kennt den Zeitpunkt niemand und es lohnt sich daher nicht, darüber herum zu raten. Wir reagieren besser konsequent, als vorher die Zukunft erraten zu wollen.

Bedenken Sie dabei auch die Reflexivität des Marktes, denn das was Ihnen Ihr Hirn intuitiv eingibt, ist selten die richtige Interpretation, weil das Intuitive jeder sehen kann, nicht nur Sie. Denn am Markt ist es keineswegs so, dass etwas was sich in eine Richtung bewegt hat, unbedingt vollständig zurückschwingen muss.

Das Schwingen des Marktes ist zwar Teil seiner Gene und wird in dem Wort "Mean Reversion" festgehalten, aber es ist kein hin- und herschwingen zwischen festen Grenzen, es ist ein Prozeß des 2-Schritte-vor und 1-Schritt-zurück, der prinzipiell nach oben ohne Grenze offen ist.

Denn langfristig steigen die Aktienmärkte und ich will ausdrücklich an meinen Artikel -> Vom Glauben, dem Weltuntergang und dem säkularen Bullenmarkt <- erinnern, der ursprünglich -> aus 2013 stammt <- und in dem ich schon 2013 mit einem eindrucksvollen Langfristchart geschrieben habe:

Die wichtige Schlußfolgerung dieses grossen Bildes ist aber, dass wir möglicherweise am Beginn eines neues jahrzehntelangen Bullenmarkets stehen könnten.

Lassen Sie bitte dieses große Chart von 2013, das bis 1896! zurück geht mal auf sich wirken und dann schauen Sie selber auf die aktuelle Lage an den Weltmärkten und ziehen Sie daraus Ihre Schlüsse.

Charts kennen die Zukunft ebensowenig wie fundamentale Daten, wie ich -> erst letzte Woche erklärt habe <-. Aber es ist der weit bessere Weg, Charts als objektiven Blick auf die Lage in der Gegenwart ernst zu nehmen, als herum zu raten und zu glauben, dass der Markt machen müsste, was man sich so zusammen reimt.

Damals, im November 2017 habe ich hier zu 2018 geschrieben, was im Nachhinein so falsch nicht war:

Der wahrscheinliche Pfad für die Börsen ist weiter nach oben, unterbrochen von einer 10-20% Korrektur, die nun mehr als überfällig ist und von der wir in 2018 sinnvoll ausgehen. Was ist so schwer daran, diese wahrscheinlichste Realität zum Massstab des kontrollierten Handelns zu machen?

Das Folgende ist nun die aktuelle Lage mit logarithmischer Skalierung, wie es sich für den langfristigen Blick gehört.

Und es gilt wie beim Fußball: "Die Wahrheit liegt auf dem Platz!":

Ihr Hari

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Die Lage im Hochsommer

Als ich hier im freien Bereich -> im Mai <- das letzte Mal einen kurzen Blick auf die allgemeine Marktlage geworfen habe - etwas was ich im Premium-Bereich praktisch täglich mache - habe ich Ihnen dabei Sätze wie folgt geschrieben:

Nun hat der S&P500 zum dritten Mal die Trendlinie und 200-Tage-Linie erfolgreich getestet und ist wieder unter Volumen nach oben abgeprallt. Das sieht gar nicht so schlecht aus:

Und im ganz großen Bild bleibt es dabei, wir sind in einer Seitwärts-Bewegung im ersten Halbjahr, die im zweiten Halbjahr dann gut S&P500 3.000 erreichen könnte. Das alles aber eingebettet in eine ganz normale, größere Konsolidierung, die die immensen Gewinne seit Anfang 2016 erst verarbeiten muss, bevor es weiter hoch gehen kann.

Das ist mehr oder weniger das Bild, das ich seit Jahresanfang vertrete. Und was hat es nun gebracht, den ganzen Säuen hinterher zu laufen, die die Bären seit Jahrenanfang durchs Anlagedorf treiben? All den "tollen", medial so wunderbar klickbaren Geschichten, warum der Markt gerade jetzt zusammen brechen "muss"?

Ich sage es erneut, der Markt muss gar nichts und ein Trend ist ein Trend. Das nennt man eine ruhige Hand.

Und wissen Sie was, das war nicht nur richtig, ich könnte es Ihnen auch heute wieder schreiben. 😉

Seit Mai wurde dann eine ganze Reihe weiterer "Säue" durchs Anlagedorf getrieben, mit denen medial begründet wurde, warum der Markt nun drehen "muss" - irgendwas muss man ja auch schreiben.

Wenn ich jetzt eine Liste machen müsste, würde es mir leichter fallen und wäre kürzer aufzuschreiben, worum sich der Markt noch *nicht* gesorgt hat, denn es war fast alles vertreten, von geopolitischen Sorgen über Handelskonflikte, politische Sorgen bis zu Konjunktursorgen.

Wie ist aber ein Markt zu werten, der das alles abschütteln kann? Sie ahnen es, eher stark, nicht schwach!

Und es ist ja keineswegs so, dass zum Beispiel der Handelkonflikt ohne Auswirkungen wäre, schauen Sie hier, wie es den chinesischen Markt in 2018 zerlegt hat, dargestellt am ETF ASHR:

Das Thema ist also wichtig, nur aus Sicht des Marktes eben für die US Industrie bisher noch keine wirkliche Gefahr.

Die letzte mediale Sau, die derzeit noch nachklingt, war dann die Sorge um eine inverse Zinsstrukturkurve, die ein recht guter Indikator für eine kommende Rezession ist.

Ich habe hier einen , der nicht nur ganz gut erklärt worum es da geht, sondern an dem Sie auch das Datum genau wahrnehmen sollten.

Denn Ende 2005 wurde die Zinsstrukturkurve in den US damals invers - etwas was heute noch gar nicht der Fall ist, es wird derzeit nur darüber spekuliert. Dann dauerte es aber noch 2 Jahre bis Ende 2007, bis eine Rezession Realität wurde und 2008 in das Lehman-Desaster überging.

Wir haben heute eine solche Situation aber noch gar nicht und es ist unklar, ob sie überhaupt eintritt. Dann haben wir 2018 gerade in Sachen Anleihenzinsen sowieso eine historisch einmalige, von den Notenbanken "manipulierte" Situation, bei der keiner sicher sagen kann, ob die Signale der Zinsstruktur noch die gleiche Gültigkeit haben. Und selbst wenn man das alles bejaht, haben wir von nun an vielleicht noch 2 Jahre lang Kursanstiege, wie zwischen 2005 und 2007.

Was hilft uns diese Diskussion also dabei, die richtige Anlage-Entscheidung für die kommenden Monate zu treffen? Sie ahnen es: Nichts. Nur für Klicks ist das Thema derzeit gut.

Wir sollten in bewährter Manier also lieber schauen, was der Markt macht, der praktisch alle Nachrichten und Spekulationen verarbeitet, auch und gerade die aktuelle Wirtschaftsdaten und auch die Vorlauf-Indikatoren.

Hier ist das aktuelle Bild des Leitindex S&P500, den letzten Artikel zur Lage im Mai mit den obigen Kommentaren habe ich markiert:

Meine spöttischen Worte von Mai, hatten also kein so schlechtes Timing. Wenn Sie die geschlängelte Kurve in Blau sehen, ist das übrigens keine konkrete Projektion des Verlaufs.

Es soll nur symbolisieren, dass wir vielleicht bis in den Herbst eine Fortsetzung der volatilen Seitwärtsphase haben - einen bald kommenden Einbruch im August bzw September durchaus eingeschlossen - die Chancen dann aber gut sind, zum Jahresende im Sinne des blauen Sterns die 3.000 im S&P500 zu erreichen.

Und ob wir dann in 2019 eine Rezession und größere Korrektur bekommen, das weiss ich nicht und mache mir auch keine Gedanken um ungelegte Eier. Viel wichtiger ist im Hier und Jetzt dieses Sommers, die Aufstellung für die kommenden Monate richtig hinzubekommen, alles weitere ergibt sich dann. Wer jetzt über 2019 spekulieren will, kann das gerne tun, Geld verdient wird so am Markt aber eher nicht.

Weit unklarer und wackeliger ist übrigens die Lage im DAX als im S&P500. Hier kann man sich ebenso eine große SKS als Wendeformation und Vorbote einiger Schmerzen vorstellen, wie auch ein weiteres Seitwärtsgeschaukel bis zum Jahresende:

Es nützt nichts, die Auflösung erraten zu wollen, wichtiger ist zu erkennen, dass die Lage im DAX aktuell indifferent ist, während sie in den US Indizes mittelfristig weiterhin eher bullischen Charakter hat - wohl wissend, dass auch dort kurzfristig die Korrekturgefahr steigt.

Was kann ich mir nun also in den Herbst hinein vorstellen?

Der August und September sind durchaus kritische Monate, in denen der Markt gerne mal einen Einbruch vollführt, ich erinnere nur an den 24.08.15 mit dem markanten ETF-Flash-Crash.

Ich kann mir gut vorstellen, dass auch dieses Jahr noch ein entsprechender Aufreger und Einbruch im Spätsommer bzw Frühherbst vor uns liegt, ähnlich wie für den S&P500 eingezeichnet. Und nach diesem "Aufreger", ist dann der Weg zu S&P500 3.000 frei.

Ich sehe also keinen Grund, gerade jetzt über den August große Risiken einzugehen, das kann durchaus schmerzhaft werden. Grund den Markt generell in Frage zu stellen, sehe ich aber ebenso (noch) nicht. Die Chance, im S&P500 zum Jahresende höher zu stehen als heute, erscheint mir immer noch gut.

Damit verabschiede ich mich auch im freien Bereich in den Ferienmodus des August, in dem es im Blog nur sporadische Updates geben wird. Ab Anfang September geht es hier wieder mit voller Energie Richtung Herbst und Jahresende.

Ihr Michael Schulte (Hari)

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Die Lage Anfang Mai

Wenigstens einmal im Monat, will ich mich hier im freien Bereich auch zur Marktlage äussern.

Erinnern wir uns:

In -> Die Steigung <- hatte ich Ihnen Ende Januar die zunehmende Steigung im Leitindex S&P500 gezeigt, die dauerhaft so nicht durchzuhalten ist.

Anfang Februar, nahe am Tiefpunkt der Februar-Korrektur, habe ich Ihnen in -> Der Weltuntergang hat begonnen - Achtung Sarkasmus <- klar gemacht:

Genau genommen ist dieses Jahr sowieso eine echte Korrektur von 10-20% überfällig und vielleicht hat sie gerade begonnen. Schön wärs, denn das würde den Boden bereiten für eine neue Anstiegsphase, denn der übergeordnete Bullenmarkt ist eben noch nicht notwendigerweise zu Ende, Korrekturen gehören zum Geschäft.

Da sollte man doch meinen, dass sich die Mehrzahl nun freut und nach riesigen Gewinnen und 1,5 Jahren Anstieg ohne Pause einfach mal gelassen zur Kenntnis nimmt, dass dieser Markt erfreulicherweise wieder zur Normalität zurück kehrt.

Aber nein, es muss gleich der kommende, finanzpolitische Weltuntergang sein ......

Einen Handelstag später, genau einen Handelstag vor dem Tiefpunkt Anfang Februar, habe ich Ihnen in -> Entladung <- geschrieben:

Nehmen wir das Geschehen also ernst, rechnen wir durchaus mit noch tieferen Kursen in der nahen Zukunft, das Ende des Bullenmarktes ist es aber wahrscheinlich nicht, sondern eine ebenso notwendige wie überfällige Entladung.

Zwei Wochen später, habe ich in -> die erwartete Korrektur <- das Geschehen in ein großes Bild eingeordnet. Das Bild einer Schaukel- und Konsolidierungsphase, bei der in 2018 bei S&P500 3.000 nach oben bald Schluß ist und die nächsten Monate eher volatil seitwärts laufen.

Mitte März habe ich in -> die ruhige Hand <- noch einmal darauf hingewiesen, wie wichtig es ist sich nicht von den Panikmachern anstecken zu lassen, die immer dann medial aus den Löchern kommen, wenn die Kurse schon fallen:

Schon heute kann man aber wieder festhalten, dass es sich erneut gelohnt hat, sich in der Februar-Korrektur nicht verrückt machen zu lassen und eine ruhige Hand zu behalten.

Die Crash-Propheten sind nun auch wieder erst einmal verstummt, die kommen dann wieder aus den Löchern, wenn die Kurse wieder fallen, um sich an der Angst der Anleger zu laben und Klicks zu generieren. So funktioniert das Geschäftsmodell des "Fear-Mongering", im deutschen "Panikmache" genannt.

Anfang April habe ich in -> Zwischen Baum und Borke <- den Hinweis gegeben, dass die Lage gar nicht so schlecht aussieht und die Frage gestellt:

Wie wäre es in so einer Gemengelage denn, selektiv und vorsichtig mal ein wenig zu kaufen und direkt abzusichern? Heißt Sie überlegen sich im Vorfeld den "Preis", den Sie für die Chance zu zahlen bereit sind. Dieser "Preis" ist dann die Differenz zwischen Ihrem Einstieg und dem von Ihnen definierten Punkt, an dem Sie die Reißleine ziehen, weil der Markt eben doch nach unten rausfällt.

Und nun Anfang Mai?

Nun hat der S&P500 zum dritten Mal die Trendlinie und 200-Tage-Linie erfolgreich getestet und ist wieder unter Volumen nach oben abgeprallt. Das sieht gar nicht so schlecht aus:

Der DAX hat eine Wendestruktur nach oben getriggert und hat Chancen nach oben in Bewegung zu kommen:

Und im ganz großen Bild bleibt es dabei, wir sind in einer Seitwärts-Bewegung im ersten Halbjahr, die im zweiten Halbjahr dann gut S&P500 3.000 erreichen könnte. Das alles aber eingebettet in eine ganz normale, größere Konsolidierung, die die immensen Gewinne seit Anfang 2016 erst verarbeiten muss, bevor es weiter hoch gehen kann.

Das ist mehr oder weniger das Bild, das ich seit Jahresanfang vertrete. Und was hat es nun gebracht, den ganzen Säuen hinterher zu laufen, die die Bären seit Jahrenanfang durchs Anlagedorf treiben? All den "tollen", medial so wunderbar klickbaren Geschichten, warum der Markt gerade jetzt zusammen brechen "muss"?

Ich sage es erneut, der Markt muss gar nichts und ein Trend ist ein Trend. Das nennt man eine ruhige Hand.

Und klar, irgendwann wird eine der Säue den Trog umwerfen und der Markt wird wirklich fallen. Er wird definitiv irgendwann markant fallen, denn jeder bullische Zyklus endet - auch dieser.

Die ganze Energie die aber darauf verwendet wird, im Vorfeld herum zu raten, ob *gerade jetzt* die Wende ansteht, ist eher sinnlos. Denn die Kurse werden in der Regel sowieso die Ersten sein die fallen, die Fundamentaldaten kommen dann nach. Es gibt keine Frühindikatoren, die noch sensitiver als der Markt selber zukünftige Entwicklungen erahnen.

Darauf reagiert man dann sinnvollerweise, nachdem es das eine Mal aus 10 Fällen passiert ist und die Kurse wirklich durch Unterstützungen durchfallen. In den 9/10 anderen Fällen aber, in denen nichts passiert, hält man einfach Kurs.

Denn wer sich verrückt machen lässt, wird von der Volatilität zerrieben. Und wenn man schaut, warum Anleger so viel schlechter als der Markt abschneiden, liegt es oft an unnötigem Gezappel und der Verunsicherung, der von dem medialen Clickbaiting ausgeht.

Vielleicht arbeitet dieser Markt gerade an einer Topbildung, unmöglich ist gar nichts. Aber solange diese nicht wirklich da ist, tun wir gut daran beim langfristigen Trend zu bleiben. Und der zeigt weiter hoch, so einfach, auch wenn es über den Sommer sicher rumpelig bleiben könnte.

Ihr Hari

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Die erwartete Korrektur

Was wir in den letzten zwei Wochen erlebt haben, muss man wohl als ideale, erwartete Korrektur bezeichnen. Monatelang haben alle Marktteilnehmer darauf gewartet und dass in 2018 eine 10-20% Korrektur anstehen würde, war wenig überraschend und habe ich mehrfach geschrieben, so auch hier im freien Bereich zum Beispiel in -> Auf ein Neues! <-

Aber noch besser, nicht nur abstrakt war diese Korrektur zu erahnen, auch konkret haben wir sehr früh die Witterung aufgenommen, ein -> gelber Alarm <- am 02.02.18 kündet auch von aussen sichtbar davon, auch wenn dieser Artikel auf den Premium-Bereich begrenzt war.

Dann hatten wir am Freitag 09.02. ja dieses markante und denkwürdige Reversal am späten Abend, das gegen 19:30 Uhr einsetzte. Darauf haben wir schnell reagiert und am folgenden Sonntag 11.02. habe ich den Mitgliedern dann ein Chart für drei weitere Verlaufsszenarien gezeigt, das ich Ihnen hier nun auch im freien Bereich zeigen will und mit einem lila Kreis eingezeichnet habe, wo wir gerade stehen. Der Pfad (1) war dabei von den Wahrscheinlichkeiten her meine Präferenz:

Aber selbst wenn Sie in der Community nicht dabei sind und diese Infos und intensive Begleitung im "Schlachtengetümmel" nicht hatten, waren die letzten 2 Wochen immer noch die wahrscheinlich meist antizipierte und bestens vorbereitete Korrektur der letzten Jahre.

Und trotzdem konnte man wieder erleben, wie viele Anleger davon doch aus der Spur geworfen wurden. Auch im Herbst erlebt man ja immer wieder, wie die Autofahrer von den ersten Schneeflocken "überrascht" sind. Und Marktteilnehmer, die vorher noch davon geredet hatten, wie gerne sie doch zu besseren Kursen nachkaufen wollten, waren verunsichert, als die Kaufkurse dann da waren.

So ist das immer, von einer Korrektur zu reden und Sie zu erleben, sind eben zwei verschiedene paar Schuhe. Ich kann Ihnen nur wärmstens ans Herz legen, dazu meine folgende halbfiktionale Geschichte zu lesen:

Prüfen Sie sich also selber, wie Sie mit dieser Korrektur bisher umgegangen sind. Wenn schon diese sie in Unsicherheit gestürzt hat, haben Sie ein grundlegendes Problem, das Sie lösen müssen. Denn wenn es dann wirklich mal ernst wird und der Rebound nicht gleich kommt, werden sie von ihren Ängsten mit hoher Wahrscheinlichkeit überwältigt werden. Die Lösung dafür, ist eine eigene, belastbare Strategie und dabei kann Ihnen diese Community helfen.

Wie geht es nun weiter?

Folgt man dem alten Erfahrungswissen, wäre ein erneuter Taucher zu den Tiefs im Sinne des Pfades (2) oben nur völlig normal. Dieses alte Erfahrungswissen ist aber durch die mehr und mehr dominanten Algos teilweise obsolet geworden, denn diese Algos sind darauf programmiert genau das Erfahrungswissen abszuschöpfen, was im reflexiven Markt zu verändertem Kursverhalten sorgt.

Ein weiterer Anstieg im Sinne eines "V" in den US-Indizes würde also dem 2017er Muster entsprechen, allerdings bin ich nicht überzeugt, dass der Markt nach oben noch sehr viel Kraft hat und vermute um die 3.000 im S&P500 einen mittelfristigen Deckel, wie auch in erläutert.

In dem Artikel habe ich dieses langfristige Chart des S&P500 gezeigt, das eine langfristige Konsolidierung zeigt, die bei ca. 3.000 einen Deckel bekommt - ein Szenario, das ich mir sehr gut vorstellen kann:

,

Und der DAX? Der ist weiter relativ zu den US Märkten sehr schwach, was mit hoher Wahrscheinlickeit an Abgaben von US Investoren liegt. Man schaue sich nur mal den deutschen Markt aus Sicht eines US ETFs in Dollar an, dann erkennt man wie stark die Abgaben waren, während es kaum zu Aufwärtsvolumen gekommen ist:

Das sieht nicht sehr gut aus und ohne Käufe der dominanten US Investoren kann man sich das ganze Gerede vom "besser als die US Märkte bewerteten DAX" sonst wohin schmieren. Bewertungskennziffern sind kein Timing-Indikator, waren es nie und werden es nie sein, auch wenn permanent anderes geredet wird. Der Markt ist das Ergebnis von Angebot und Nachfrage und wenn keine Nachfrage da ist, ist eben keine da und die Kurse können nicht steigen.

Summa Summarum war die Korrektur bisher ein Weckruf, mehr nicht. Kluge Anlager betrachten diese als Testfall für die eigene Psychologie, wer schon damit nicht gut klargekommen ist, hat dringenden Handlungsbedarf.

Über den aktuell laufenden Rebound hinaus, ist die Frage berechtigt, ob dieser Markt nun noch so furchtbar viel Potential nach oben hat. Ich bezweifele das aktuell und rate daher dazu nun ganz kritisch hinzuschauen, insbesondere wenn der Markt nun seitwärts zu laufen beginnt. Eine temporäre Topbildung in den US Indizes ist nun absolut denkbar und wir wissen, dass Topbildungen Zeit brauchen und von mehrfachen Versuchen geprägt sind, die wieder zu den Hochs führen oder scheitern.

Ob wir so etwas im Sinne Pfad (1) gerade erleben, wird für alle Anleger eine wichtigen Information sein. Nur ein klarer Anstieg über 3.000 hinweg, kann im S&P500 diese grundsätzliche Frage aus dem Spiel nehmen.

Ihr Hari

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Der Weltuntergang hat begonnen – Achtung Sarkasmus

Im sogenannten "freien" Internet geht es bekanntermassen primär darum, möglichst einfach Klicks zu genieren und dafür legt man in Überschriften gerne schmackhafte Häppchen aus, die die Leser dazu verleiten sollen zu klicken, insbesondere weil die Überschrift den eigenen Bias befriedigt. Denn wir lesen doch einfach besonders gerne, was wir schon immer gewusst zu haben glauben, frei nach dem beliebten Motto: "Siehste"?

Der Markt ist letzte Woche zur überfälligen Korrektur angetreten, die US Indizes sind gegenüber dem Jahresanfang aber immer noch deutlich im Plus und diese Korrektur war ja nicht nur überfällig, sie war unvermeidbar, ich habe mehrfach darüber geschrieben.

Genau genommen ist dieses Jahr sowieso eine echte Korrektur von 10-20% überfällig und vielleicht hat sie gerade begonnen. Schön wärs, denn das würde den Boden bereiten für eine neue Anstiegsphase, denn der übergeordnete Bullenmarkt ist eben noch nicht notwendigerweise zu Ende, Korrekturen gehören zum Geschäft.

Da sollte man doch meinen, dass sich die Mehrzahl nun freut und nach riesigen Gewinnen und 1,5 Jahren Anstieg ohne Pause einfach mal gelassen zur Kenntnis nimmt, dass dieser Markt erfreulicherweise wieder zur Normalität zurück kehrt.

Aber nein, es muss gleich der kommende, finanzpolitische Weltuntergang sein, lesen Sie mal, was unsere Presse dazu verzapft:

Welche "heftigen Börsenturbulenzen" eigentlich? Und was schreiben die, wenn wir wirklich mal welche haben? Im Artikel ist dann allerlei wild zusammen gemixt, was teilweise sogar richtig ist, die Aufgeregtheit der Überschrift ist im Ringen um Aufmerksamkeit im Internet aber symptomatisch.

Genau das ist für mich persönlich "Clickbaiting", bösere Zungen haben so etwas auch schon mal "Börsenpornographie" genannt - Klick-Mich-Jetzt!

Und es funktioniert natürlich, viele die seit 2009 in ihrer fest gefügten Gedankenburg schon immer wussten, dass Börse nur Zockerei ist und der börsentechnische Weltuntergang unmittelbar bevor steht, suhlen sich wohlig im eigenen Saft, ohne zu merken dass sie nur wieder reflexartig auf einen vor die Nase gestellten Trigger reagieren.

Nun denn, lassen wir hier bei surveybuilder.info lieber mal die Realität und Rationalität sprechen. Ich lege auch keinen Wert auf Klicks und Aufmerksamkeit um jeden Preis und das unterscheidet surveybuilder.info ganz zentral von andere Angeboten.

Hier ist der DAX im langfristigen Bild mit Wochenkerzen:

Wir sehen, dass noch gar nichts passiert ist, der langfristige Trend ist intakt, es gibt kein tieferes Tief. Wir sehen aber auch etwas, was vielleicht zu einer Topbildung werden *könnte* - Konjunktiv.

Insofern ist die aktuelle Entwicklung nichts, was man sorglos ignorieren darf, denn das kann sich nun ausweiten, Es ist aber bisher noch davon entfernt, dass man mehr als eine normale Korrektur hinein interpretieren muss.

Noch klarer ist das langfristige Bild im Leitindex S&P500:

Wir sehen einen immer steiler werdenden Trend, der auf keinen Fall so unbegrenzt weiter gehen konnte. Das habe ich selbst hier im freien Bereich mehrfach geschrieben, insbesondere zuletzt am 23.01. in -> Die Steigung <-. Zitat:

Ich denke man erkennt sehr schön, wie die Steigung von einer dauerhaft tragfähigen Neigung in 2017, in 2018 nun auf eine Steilheit gewechselt ist, die der Markt nicht dauerhaft durchhalten kann.

Würde man diese Steigung auf das Jahresende hochrechnen, würde sich der SP500 vervielfachen, was natürlich kompletter Unfug ist.

.....

Gleichzeitig muss dieser kluge Anleger sich aber bewusst machen, dass eine scharfe Korrektur von 20% in 2018 mit dieser steilen Bewegung eher wahrscheinlicher als unwahrscheinlicher geworden ist, die Risiken steigen also deutlich.

Bei allem demütigen Mitgehen, muss man sich also immer wieder die Ausstiegspunkte zurecht legen und sozusagen schon den Fallschirm aufgeschnallt haben, damit man dann nur noch die Reissleine ziehen muss.

Noch Fragen? Was ist an dieser überfälligen Korrektur nun also bis jetzt eine "Börsenturbulenz"?

Wir alle wissen nicht, wie sich das entwickelt. Theoretisch kann hieraus in den nächsten Tagen eine "Börsenturbulenz" werden, das gilt aber grundsätzlich für jeden Minustag an der Börse, theoretisch kann jeder das Top markieren, praktisch ist das Unfug und wer danach handelt wird zu 99% verlieren.

Was wir aber bisher in Realität vor uns haben, ist eine überfällige Korrektur, die erste dieser Art seit Trump Präsident wurde. Eine Korrektur, die sich durchaus auf 10-20% ausdehnen kann, selbst dann aber immer noch notwendig und gesund im Rahmen eines übergeordneten Bullenmarktes wäre.

Mehr wissen wir derzeit nicht und mehr sollte man derzeit daher auch nicht herein interpretieren, wenn man sich ernsthaft mit den Märkten beschäftigen will. Was die Zukunft bringt, ist offen.

Ihr Hari

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Siehste – vom *Müssen* des Marktes



Ich weiss, ich weiss. "Siehste" Beiträge mit dem langen, oberlehrerhaften Finger des Lehrer Lämpel sind nicht sehr beliebt. 😉

Aber ich versuche hier ja auch nicht Leser um jeden Preis mit Versprechungen des schnellen Geldes an Land zu ziehen, sondern wünsche mir Mitglieder, die aus eigenem Entschluss erkennen, dass sie ihre Herangehensweise an den Markt ändern müssen. Denn nur so kann sich nachhaltiger Erfolg einstellen.

Und das heutige "Siehste" ist sehr wichtig, denn es zeigt Ihnen einen Kardinalfehler, der von sehr vielen Anlegern immer wieder gemacht wird. Immer wieder!

Denn wenn ein Markt steigt und steigt und neue Höchststände erklimmt, stellt man sich gerne emotional dagegen, ist skeptisch und bekommt warme Gefühle beim Lesen all der Crash-Propheten, die einem erzählen, dass dieser Markt ja "irrational" sei.

Warme Gefühle bekommt man wegen des eigenen Egos, denn wenn man nicht dabei ist und der Markt immer neue Gewinne generiert, setzt einen das ja unter Druck. Mit dem Bild des "irrationalen Marktes" kann man sich der wirklich wichtigen aber auch schmerzhaften Frage entziehen, ob man nicht vielleicht einen grossen Fehler gemacht hat. Auf die Argumente der Marktskeptiker zu hören, ist dann also nur eine fortgeschrittene Variante des beliebten "Wegschauens" und "Verdrängens", wenn einem die Wirklichkeit nicht gefällt.

Wer also in einem stark steigenden Markt nicht dabei ist, sucht gerne "Erleichterung" bei allen, die ihm Argumente liefern, warum die im Markt ja "Idioten" und "Lemminge" seien. Und wenn es viele von dieser Kategorie gibt - und das ist aktuell immer noch der Fall - muss ein Markt deshalb weiter steigen.

Genau deshalb habe ich Ihnen vor knapp 2 Wochen in -> Stärke gebiert Stärke <- geschrieben, dass ein starker Markt nicht einfach auf dem Fusse dreht, sondern eher weiter nach oben läuft.

Ich sage Ihnen auf den Kopf zu, die Akzeptanz dieser Wahrheit ist bei Ihnen im freien Bereich nur sehr gering ausgeprägt. 😉 Und nun sind zwei Wochen vergangen und der Markt ist weiter hoch gelaufen und ist immer noch überkauft. Aber jetzt *muss* er korrigieren, jetzt *muss* der Markt doch endlich mal drehen, so sagt Ihnen Ihr Ego heute.

*Muss* er? Die Wahrheit ist, der Markt *muss* gar nichts und in einem so starken Markt, ist eine Fortsetzung des Trends gut möglich.

Die gleichen Anleger aber, die so einen Markt für "irrational" halten und schon lange nicht mehr dabei sind, würden dann, wenn der Markt 20-30% korrigiert hat, zugreifen wollen. Weil dann sind viele gute Aktien ja "billig".

Sind Sie das? Schauen wir mal auf diese beiden Charts des DAX im Jahre 2011 und des S&P500 im Jahre 2008:

Da, wo ich in den Charts zum Zwecke der Erklärung den notwendigen Exit mit blauen Pfeilen markiert habe, dort wäre der Markt für diesen Typus Anleger - der sich klüger als der Markt wähnt - "billig" gewesen und Anleger hätten mit dem gleichen Argument zugegriffen, mit dem sie heute an der Seite stehen.

Nun gut, wenn ich Sie nicht überzeugen kann, dann machen Sie einfach weiter so. Pflegen Sie Ihr Ego, suhlen Sie sich im Gefühl zu den "Querdenkern" zu gehören, die die Irrationalität des Marktes als Einzige erkennen können. Glauben Sie einfach weiter klüger als der Markt zu sein. "Be my guest", ein Markt braucht diesen Typus Marktteilnehmer. 😉

Wenn Sie sich aber darüber erheben können, wenn Sie erkennen können, wie Ihr Ego auf Ihr Handeln einwirkt, dann wiederhole ich für Sie sechs Grundregeln:

(1) Stärke gebiert Stärke

(2) Schwäche gebiert Schwäche

(3) Ein Markt der neue Hochs generiert, dreht nicht auf dem Fuss, sondern braucht in der Regel Zeit und Hin und Her, um eine Topbildung zu entwickeln.

(4) Ein Markt der neue Tiefs generiert, dreht nicht auf dem Fuss, sondern braucht in der Regel Zeit und Hin und Her, um eine Bodenbildung zu entwickeln.

(5) Ein Markt der neue Hochs generiert, ist wenig anfällig für einen Crash

(6) Ein Markt der schon 20% verloren hat und weiter abwärts bröselt, ist sehr anfällig für einen Crash.

Und natürlich gibt es keine Regel ohne Ausnahme und irgendwann, wird es auch mal einen Crash direkt folgend auf neue Hochs geben. Falls heute Nacht ein Atomkrieg in Ostasien ausbrechen würde, würde das wohl so sein. Aber nach diesen Ausnahmen zu handeln macht keinen Sinn, das ist das unkontrollierbare Restrisiko des Lebens. Wir müssen am Markt nach dem handeln, was wahrscheinlich ist.

Nun alles klar? Wenn nein, kann ich Ihnen nicht helfen. Wenn ja, ist Ihre Aufgabe als Anleger, nach diesen Prinzipien zu handeln. Ihrem Depot wird es langfristig gut tun.

Ihr Hari

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Wenn der Gnom nicht wäre

Der Ferienmodus mit geringerer Aktivität im Blog ist vorbei, nun stehen uns die 4 aktivsten Börsenmonate des Jahres bevor und dann steht schon 2018 vor der Tür.

Mein Gott, ich erinnere mich noch genau an die Zeit, als "2001 Odyssee im Weltraum" von Stanley Kubrick noch ferne Zukunft war und ich mit grossen Augen im Kino sass. Was bin ich doch ein alter Knacker geworden.

Dass eine weitere Korrekturphase im Zeitraum September/Oktober nicht unwahrscheinlich erscheint und das Jahr trotzdem ein gutes Börsenjahr werden dürfte, habe ich Ihnen schon in -> Vom Fischen gehen <- geschrieben.

Wenn wir aber die kommenden Tage dieser Woche gerade in den eurobasierten Indizes von DAX & Co. anschauen, sind die Chancen gar nicht so schlecht, dass hier nun eine Chance nach oben besteht:

Rund um die EZB am Donnerstag und Draghis Pressekonferenz, sollte sich nämlich allerlei Erwartung entfalten, dass Draghi den Anstieg des Euros deckelt und das sollte DAX & Co. helfen. Auch die Kerze letzter Woche als "Hammer" deutet in diese Richtung.

Leider wird das Bild heute durch den Gnom aus Korea etwas verzerrt, es macht aber Sinn davon auszugehen, dass diese Sorge ebenso verfliegt wie die Fälle vorher. Sicher, wenn es wirklich zum Krieg auf der koreanischen Halbinsel kommt, ist alles anders und alle normalen Szenarien hinfällig. Dass es aber dazu kommt, ist wohl weiter nur ein Restrisiko, auf das zu setzen keinen Sinn macht.

Wenn der Gnom nicht wäre, wäre es heute also einfacher und wir hätten wohl im Grünen eröffnet. Aber das kann ja noch werden. Solange die oben eingezeichnete Unterstützung hält, kann man im DAX nach oben schauen. Darunter zieht man die Reissleine - eine recht klare Ausgangslage.

Gold macht übrigens das, was ich hier schon Ende Juli in -> Erwachen der Edelmetalle <- auf den Radar genommen habe. Auch dabei hilft der Gnom aktuell mit, wie das Edelmetall aber den Ausbruch über 1.300 USD mit einem Retest bestätigt hat, ist schon eindrucksvoll:

So weit so kurz an diesem Montag im September 2017. Einem September der bekanntermassen keinen besonders guten Ruf als Börsenmonat hat. Das muss uns aber nicht schrecken, erfolgreiche Anleger nehmen ebenso wie erfolgreiche Bergsteiger oder Kletterer den Markt/Berg immer Schritt für Schritt und Zug um Zug. Das Spintisieren über den Horizont überlassen wir denen, die gerne eine Klippe herunter stürzen, weil sie als "Hans guck in die Luft" nicht auf ihre Füsse achten.

Ihr Hari

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