Charts des Sommers – Rohstoffe und Freeport McMoran

Schon seit Anfang Juli verfolgen wir hier den Inflations-, China- und Rohstofftrade, der mit Bernankes Ausagen einsetzte und zuletzt Fahrt aufgenommen hat.

Quer durch den Sektor gab es zuletzt Ausbrüche aus lang laufenden Abwärtstrends. Und ganz typisch für Mr. Market ist, dass diese Ausbrüche dann noch einmal von oben getestet werden.

Auch das ist nun möglicherweise geschehen. Egal welches Chart Sie aus dem Sektor nehmen, Sie sehen einen Ausbruch und das folgende Retracement, das nun scheinbar gekauft wird.

Ich will Ihnen hier nur beispielhaft zwei Charts zeigen, das des ETFs iShares Basic Resources in Euro, in dem die grossen Bergbaukonzerne wie BHP Billiton oder Rio Tinto sind. Und das des Kupfer und Gold Miners Freeport McMoran in USD. Nehmen Sie andere Aktien des Sektors und Sie werden ähnliche Muster finden, die alle auf eine Bodenbildung und Wende hindeuten.

Die Chancen für den neuen Aufwärtstrend sind damit gut. Wer sicher gehen will, wartet noch ab, ob neue Hochs generiert werden. Damit wäre der neue Trend bestätigt. Und nach unten gilt wie bei jedem Trend: das letzte bedeutende Tief darf nicht mehr unterschritten werden. Entsprechend sind Stops einzuplanen. Denn: The Trend ist our friend - until it ends !

Im Premium-Bereich verfolgen wir diese Trades nahezu täglich und im Detail.

Basic Resources 23.08.13

Freeport 23.08.13

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Charts des Sommers – Dr. Copper gerät in Wallung !

Eines der wichtigsten Charts überhaupt, das Sie sich in dieser Phase des Marktes unbedingt vor Augen führen sollten, ist der Chart des Industriemetalls Kupfer, auch Dr. Copper genannt.

Denn Dr. Copper ist traditionell ein hervorragender Indikator für wirtschaftliche Aktivität. Und die nachrichtliche Untermalung dieser Bewegung sind derzeit gute Wirtschaftsdaten aus den US, konjunkturelle Hoffnung in Südeuropa und ein China, dessen Daten auf Stabilisierung hin deuten.

Und nun schauen Sie mal mit mir auf das Chart von Kupfer in USD mit Tageskerzen seit Ende 2012:

Kupfer 09.08.13

Und dieser Ausbruch wird derzeit quer durch die Märkte im Grundstoffsektor, bei Öl aber auch bei Gold bestätigt. Schauen Sie alleine mal, was eine Freeport McMoran (WKN: 896476) oder die Goldminen gestern an der Wallstreet gemacht haben.

Der Inflationstrade schickt sich also scheinbar an, Momentum aufzunehmen. Und das hat Auswirkungen, gerade auch auf die breiten Indizes und auf die favorisierten Sektoren. Es ist durchaus möglich, dass wir gerade eine Gezeitenwende an den Märkten beobachten.

Und ich will auch an -> diesen <- Artikel erinnern. Die Welt ist nicht so einfach, dass man anziehende Konjunktur und steigende Rohstoffpreise pauschal mit steigenden Aktienindizes gleich setzen könnte. Denn hohe Rohstoffpreise erzeugen Druck auf die Margen.

Diese Zusammenhänge besprechen, beobachten und traden wir regelmässig im Premium-Bereich. Hier sei Ihnen nur ein genauer Blick auf Dr. Coppers Raketenstart ans Herz gelegt !

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Der neue Solar Boom – Und was das mit Tesla Motors zu tun hat

Ein neuer Solar Boom ? Ich weiss, aus der vom deutschen EEG verkleisterten Brille, erscheint das eher merkwürdig. Da hat man eher den Niedergang der ganzen Branche vor Augen, vollendet nun durch die aktuellen Geschehnisse um die (für mich) "fetteste aller deutschen Solarkatzen" - Solarworld, ein Unternehmen das nach meiner Ansicht wie fast alle der Branche, primär von einer staatlich verordneten Vermögensumverteilung profitiert hat. Wobei genauer gesagt nicht das Unternehmen wie wir ja nun sehen, sondern primär sein Hauptaktionär.

Denn was dem normalen Stromzahler mit der einen Hand über überhöhte Strompreise aus der Tasche gezogen wurde, wurde via EEG mit der anderen Hand denen in die Tasche gesteckt, die sich ein Solarpanel auf das Dach schrauben konnten. Was aber erstens eine gewisse Kapitalkraft und zweitens eine Immobilie erfordert, beides nicht gerade Zeichen des malochenden Arbeiters. Das EEG ist wirklich mal eine der viel zu oft beschworenen Umverteilungen "von unten nach oben". Denn unter dem EEG leidet in Wirklichkeit der finanziell schwache Mieter und Arbeitnehmer. Profiteure dagegen sind Immobilienbesitzer, die sich so ein Ding aufs Dach schrauben können und dafür staatlich garantierte Rendite einkassieren, die von anderen über den Strompreis finanziert wird.

Und das obwohl der da erzeugte Strom immer noch oft genug nutzlos versickert, weil es im Netz massiv an Speicherkapazität für Strom mangelt. Und wenn man dann mal ein Speicherwerk, wie zuletzt das Pumpspeicherwerk im südlichen Hotzenwald bei Atdorf, bauen will, sind die üblichen Verdächtigen der "ich bin gegen alles" Fraktion natürlich sofort vor Ort.

Sie sehen, ich bin eher kein Freund des EEG und der dahinter stehenden dirigistischen Staatswirtschaft. Dieses Gesetz hat in meinen Augen Innovation eher verhindert und nicht sie befördert. Und es hat Deutschland aus einer Zukunftsbranche eher heraus katapultiert, obwohl die tüftelnde, mittelständische deutsche Industrie eigentlich alle Voraussetzungen hätte, in dieser Branche ganz vorne mit zu spielen.

Das als Sündenbock für den Untergang der deutschen Solarindustrie nun auf die "böse" chinesische Industrie gezeigt wird, fällt für mich dabei eher unter Folklore und das "Haltet den Dieb" Prinzip. Denn auch wenn die Chinesen ohne jede Frage zu aggressiven Preisen agiert haben, die teilweise den Charakter von Dumping hatten und auch wenn dabei staatlicher Rückenwind aus China eine Rolle spielte, ist das doch nur die logische Folge der wahren Ursache: zu grosse, überdimensionierte Futtertröge bar jeder wirtschaftlichen Vernunft. Futtertröge die Innovationskraft nehmen, Fett machen und Dritte (wie die Chinesen) anziehen, die auch an den staatlich umverteilten Gewinnen Teil haben wollen. Abgesehen davon habe andere, nicht subventionierte, Branchen doch den gleichen Wettbewerbsdruck aus China und setzen sich auch dank technologischer Stärke und Innovationskraft der deutschen Industrie durch.

Nein, wären es nicht die Chinesen, wäre es andere geworden, Ursache und Wirkung sind für mich aber eindeutig verteilt. Und Ursache ist für mich ein verfehltes EEG, das verfehlte Anreize setzt. Oder um es etwas harscher zu beschreiben: wenn jemand aus Ihrer Nachbarschaft jeden Tag grosse, prall gefüllte und duftende Wursttöpfe vor die Tür stellt, wer ist dann schuld, dass die Strasse permanent voller kläffender Köter ist, die selbst aus Nachbarorten angelaufen kommen: die Hunde oder der, der permanent die Wursttöpfe vor die Tür stellt ? Auf wen würden Sie als Nachbar Ihre Aggression richten ?

Aber lassen wir das Schimpfen über das EEG. Man könnte ja meinen, ich sei ein Verächter der Solarenergie. Weit gefehlt, ich bin von der Technologie tief überzeugt und bin sicher, diese wird ihren Weg machen. Und zwar ohne staatliche Gängelung, sondern einfach weil die Technologie eine lange Liste sehr überzeugender Vorteile vereint.

Vorteile die aber erst zum Tragen kommen können, wenn man endlich die erzeugte Energie auch lokal speichern kann. Und in einem Land, in dem selbst ruhig und blau schimmernde Pumpspeicherseen schon den Furor diverser Bürgerinitiativen nach dem St. Florians Prinzip auf sich ziehen, in so einem Land ist die beste Lösung einfach die individuelle Batterie im Keller.

Und damit kommen wir zu Tesla Motors. Denn der schnellste und beste Weg um die Batterietechnologie nach vorne zu bringen und Speicherkapazität bezahlbar zu machen, ist ein Erfolg der Elektroautos. Und Tesla Motors ist da ja nun auf bestem Wege.

Denn in der Kombination von Solarpanel auf dem Dach und Stromspeicher im Keller, bekommt die Solarenergie endlich ihren wahren Wert. Sie ermöglich Energie-Autarkie, verringert damit die Belastung der Netze, nimmt den Druck von den grossen Überlandleitungen und stellt sicher, dass der erzeugte Sonnenstrom auch wirklich vor Ort verbraucht wird, statt in überforderten Netzen zu versickern. In Kombination mit einer Speichermöglichkeit, steht der Solarenergie so der echte Durchbruch bevor. Dafür braucht es auch keine staatlichen Subventionen mehr, die Vorteile sind für sich alleine zu überzeugend. Und dafür gebe ich dann mein Dach auch gerne und aus Überzeugung her - lokale Stromerzeugung macht dann Sinn, wenn der Strom auch lokal verbraucht wird.

Insofern sollten alle Fans der Solarenergie nun Tesla Motors ebenso die Daumen drücken, wie den wenigen echten Vorreitern der Elektromobilität in Deutschland, mit BMW an der Spitze. Ein Durchbruch von Elektroautos zieht zwangsläufig die Solarenergie in den nicht subventionierten, weltweiten Massenmarkt. Und das Absatzpotential ist dann gewaltig, gerade in der dritten Welt, denn die bisherige Solarindustrie hat ja bisher nur in den wenigen Ländern eine schwüle Sumpfblüte erlebt, die durch die Subventionen künstlich gestützt wurden.

Auffällig ist in diesem Zusammenhang auch, dass die Musik in der Branche nun wieder ausserhalb Deutschlands spielt, insbesondere in den USA. Faszinierend finde ich dabei Solar City (WKN: A1J6UM) - das dritte Unternehmen in dem Elon Musk wirkt. Faszinierend nicht deshalb, weil die technologisch etwas Besonderes in Petto haben, sondern einfach weil das Unternehmen etwas Offensichtliches tut, worauf aber hierzulande scheinbar niemand so richtig gekommen ist. Denn Solar City produziert keine Panels, es kauft diese auf dem Weltmarkt günstig ein und vermarktet diese in eigenen Lösungen. Und hat damit auch immer Zugriff auf die beste Technologie. Von Solar City bekommt der Kunde alles aus einer Hand, so wie man auch ein Auto kauft, Installation und Service inklusive.

Und jetzt frage ich Sie: wenn Sie ein iPad in der Hand haben, interessiert es Sie dann, wenn die Chips von anderen Herstellern kommen ? Nein, es ist immer noch ein Apple Produkt. In vielen Industrien hat sich dieser Arbeitsteilung zwischen den Basisproduzenten und denen, die darauf basierend die Marken aufbauen und ihre Ingenieurskunst zu Geld machen durchgesetzt. Warum das niemand im Solarmarkt so richtig durchgezogen hat und statt dessen Panelfabrik nach Panelfabrik entstand, entzieht sich meiner Kenntnis. Solar City hat auf jeden Fall ein funktionierendes Geschäftsmodell und profitiert daher von niedrigen Panelpreisen, statt unter diesen zu leiden. Der Durchbruch der Solarindustrie in den USA ist damit gerade in vollem Gange und die Absatzzahlen steigen.

Und natürlich hat auch Mr. Market das längst erkannt. Es gibt eben keinen besseren Frühindikator als Mr. Market himself. Leider gibt es in Deutschland keinen grossen Solar-ETF, an dem man das zeigen könnte. Dafür aber an der Wallstreet den Guggenheim Solar ETF (TAN), in dem alle namhaften Unternehmen vertreten sind, angeführt von First Solar (WKN: A0LEKM). Und nun schauen Sie mit mir mal auf das Tageschart des TAN seit Mitte 2011:

TAN 14.05.13

Klarer bekommt man eine Bodenbildung selten geboten und diese Struktur hat erhebliches Potential nach oben. Das ist die klare Sprache des Marktes, während wir in Deutschland ein Unternehmen nach dem anderen abwickeln.

Fazit:

Die Solarenergie steht vor einer grossen Zukunft, die gerade jetzt beginnt, wo lokale Stromspeicher der Technologie einen Sinn abseits von staatlichen Subventionsorgien geben. Das weltweite Potential ist gewaltig und es ist für neue Branchen durchaus typisch, dass das richtige Geldverdienen erst in der zweiten Phase los geht, nachdem die erste Phase ihre Euphorie und Depression hinter sich gebracht hat.

Es ist schwer voraus zu sehen, welche Unternehmen das Rennen machen werden. In Deutschland muss man sie aktuell eher nicht suchen. Selbst eine SMA Solar hat gegenüber Power-One Boden verloren, weswegen ABB auch Power-One übernommen hat. Wer Zugriff auf einen breit aufgestellten ETF hat, tut also gut daran, diesem den Vorzug vor Einzelaktien zu geben.

Aber ich bin sehr optimistisch, was die langfristige Performance des Sektors in den nächsten Jahren angeht. Das ist ein Thema, was man nun vielleicht wirklich im Sinne "Buy and Hold" ins Depot legen kann und einfach gelassen abwarten, wie sich die Technologie entwickelt. Um die Zukunft der Solarenergie als Technologie ist mir auf jeden Fall nicht bange.

Ihr Hari

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Zur Marktkapitalisierung – warum ich Pennystocks nicht anfasse

Anmerkung: Dieser Artikel zu Pennystocks und Marktkapitalisierung erschien schon vor einem guten Jahr am 13.03.2012. Er ist aber sehr grundsätzlicher Natur und es dürften ihn viele nicht gesehen haben. Daher erlaube ich mir, ihn nach einem Jahr erneut hochzuschieben, in der Hoffnung er möge mehr Leser finden.

Mit diesem Artikel möchte ich Ihnen einen Einblick geben, wie und warum das Kriterium der Marktkapitalisierung in meine Entscheidungen einfliesst.

Zunächst einmal muss ich dabei auf ein Grundgesetz der Börsen-Anlage hinweisen. Im Lichte einer prinzipiell unbestimmten Zukunft, stehen wir mit unseren Entscheidungen immer im Wettbewerb mit anderen Marktteilnehmern um zukünftige Entwicklungen abzuschätzen.

Denn wenn alle anderen einen wichtigen Sachverhalt schon begriffen haben, wir aber als einzige noch nicht, dann sind die anderen alle schon positioniert und uns bleibt nichts übrig als hinterher zu rennen, was dann mit Verlusten endet.
Umgedreht, wenn wir wie ein Insider Zukunfts-Wissen haben, das die anderen noch nicht besitzen, haben wir einen entscheidenden Vorteil (Edge), den wir leicht zu hohen Gewinnen umformen können.

Bei jeder kurz- und mittelfristigen Anlage ist also die Frage wichtig, ob wir tatsächlich "mehr" wissen oder die Zukunft besser einschätzen können, als die anderen Marktteilnehmer. Wenn wir diese Frage nicht beantworten können, sollten wir uns keiner Illusion hingeben - wir können dann auch einmal Zufallstreffer landen, über die Zeit werden wir aber nicht in der Lage sein den Markt zu schlagen und wären dann mit einem Index-ETF wahrscheinlich besser beraten.

Und wenn sich ein derartiger Informationsvorsprung jetzt als fast unmöglich anhört, er ist es nicht. Er hat aber immer mit Fleiss und Informationsverarbeitung zu tun. Und es gibt unzählige Wege sich so einen Vorteil zu verschaffen. So schafft es der rein technische Trader zum Beispiel, in dem er sich auf wenige Titel beschränkt und bei diesen spezialisiert. Nach einiger Zeit kennt er die typischen Bewegungen und Muster des Titels so gut, dass alleine das einen Vorteil gegenüber den anderen Marktteilnehmern darstellt. Und ein Warren Buffet hat sich in seine Investitionen immer im Vorfeld so hinein gewühlt, dass er das Unternehmen manchmal besser als das Management selber verstand.

Ein ganz entscheidender Faktor in diesem Spiel ist dabei die Informationsversorgung. Wie kann ich denn zum Beispiel glauben, ich hätte bei einer chinesischen Aktie einen Vorteil gegenüber Millionen anderen Marktteilnehmern, wenn ich die Sprache nicht spreche und daher die Mehrzahl der Medienberichte gar nicht mitbekomme, von kulturellem Unverständnis ganz zu schweigen. Und dann erscheint einmal im Jahr in einer Anlegerpostille ein Jubelbericht zu der Aktie und nun bilde ich mir in meiner Selbstüberschätzung ein, ich hätte deswegen einen Vorteil ?

Nein, damit ist man eher die Sau die sich freiwillig zur Schlachtbank bewegt. Er vor kurzem berichtete die Wirtschaftswoche von aktuellen Ermittlungen (endlich!) der Münchener Staatsanwaltschaft gegen einen Ring von Aktien-Pushern, dabei wird laut Presse auch gegen einen ehemaligen Redakteur von Focus-Money ermittelt, der dort in der Vergangenheit viele "heisse" Aktientips zum besten gegeben hat.

Informationsversorgung ist also ein ganz entscheidendes Kriterium für Erfolg an den Märkten. Und das gilt sogar für den rein technisch agierenden Daytrader, denn auch der muss wissen um wieviel Uhr seine Aktie die Bilanzpressekonferenz macht und wie die Markterwartungen sind. Und wer über Wochen oder Monate Aktien halten will, kommt um ein grundlegendes Wissen um die "Mechanismen" des Geschäftes der Aktie nicht herum.

Und genau hier, bei der Informationsversorgung, kommt unter anderem die Marktkapitalisierung ins Spiel. Dabei gibt es mehrere Parameter die es zu beachten gilt:

Sprache: nur wenn man die Sprache spricht in der das Unternehmen die Informationen heraus gibt, hat man die Chance an ungefilterte Informationen zu gelangen. Bei mir sind das Deutsch und Englisch die ich fliessend spreche und verstehe. Das schränkt meine ideale Zone auf den deutsch und englischsprachigen Raum ein.

Kulturelle Nähe: um eine Nachricht einschätzen zu können, muss man auch den kulturellen Kontext verstehen, da wichtige Schlussfolgerungen oft zwischen den Zeilen gezogen werden. Hier ist mir die "westliche Welt" nahe, darüber hinaus fehlt es mir an ausreichender Kompetenz aus eigener Erfahrung.

Darüber hinaus kann auch räumliche Nähe zur Aktie von Vorteil sein. Wenn ich von grossen Investitionsplänen eines Konzerns in Brasilien lese, kann ich mangels kultureller Nähe dazu nur die Schultern zucken. Wird diese Investition aber hier in Bayern geplant, weiss ich genau wie stark mit Gegenwehr von Bürgerbewegungen etc. zu rechnen ist und wie die lokale Situation wirklich aussieht. Das verschafft mir einen Vorteil gegenüber anderen Anlegern in der Welt.

Grösse: Je grösser ein Unternehmen ist, desto mehr andere Marktteilnehmer beschäftigen sich damit. Und desto mehr Informationen gibt es auch. Gleichzeitig steigt der Druck und die Überwachung des Managements sich an die Regeln zu halten, während in kleinen, wenig beachteten Unternehmen viel mehr mit Informationen gespielt werden kann. Umgedreht wird es bei ganz grossen Unternehmen natürlich immer schwieriger sich einen Vorteil zu verschaffen, denn wenn 500 kluge Leute zum Beispiel die Commerzbank analysieren, was berechtigt mich dann zu der Annahme, dass ich da etwas neues erkennen kann ? Aber nur ein grösseres Unternehmen liefert so viele Informationen, dass ich damit als Aussenstehender "arbeiten" kann. Insofern macht eine Anlage nur Sinn, wenn genügend Informationen aus erster Hand verfügbar sind.

Insider: Jedes Unternehmen hat weit mehr "Insider", als der rechtliche Insiderbegriff fassen kann. Denn um die formalen "Insider", das Management herum, gibt es Rechtsanwälte, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Partnerunternehmen, Lieferanten, Mitbewerber etc. etc. die alle einen tieferen Einblick in die wirkliche wirtschaftliche Situation haben als ein Aussenstehender. Es reicht doch schon als regelmässiger Lieferant anhand der Bestellmengen einen Einblick in den Rohwarenverbrauch des Unternehmens zu haben, um die wirtschaftliche Situation einschätzen zu können. Bestimmte Hedgefonds die in konkreten Titeln aggressiv investiert sind, setzen daher auch alle denkbaren Mittel ein (die Mittel die man auch aus der Spionage kennt, inklusive der Honigfalle) um an verwertbare Informationen zu kommen. Wenn eine schöne Nacht mit einem gutaussehenden "Mächtigen" einem ein paar Einsichten verschafft, die man dann an den Märkten zu Millionen machen kann, dürfte die moralische Hürde halt recht niedrig werden.

Wir als Aussenstehende dürfen also nie vergessen, dass wir gegen diese Insider antreten und die gibt es bei grossen wie bei kleinen Unternehmen. Der Unterschied ist, bei einem Grosskonzern verdient dieser Hedgefond vielleicht gutes Geld, der Kurs des Grosskonzerns wird dadurch aber nicht wesentlich zu meinen Ungunsten beeinflusst. Denn wenn am Tag die Aktie einen Umschlag von einer Milliarde € hat, dann geht auch der Hedgefond mit seinen 20 Millionen Profit im Rauschen unter. Wenn aber bei einem Pennystock Insider am Werk sind, verlieren wir als redliche Anleger immer und massiv ! Und der Wissensvorsprung der Insider ist bei Pennystocks gewaltig. Dort werden sich die "Analysten-Kommentare" manchmal sogar "erkauft", denn wer verplempert schon freiwillig seine Zeit mit solchen Aktien ? Am Ende ist aber immer der Aussenstehende der Dumme, denn da wo Informationen von wenigen Personen kontrolliert und selektiv nach aussen gegeben werden, kann man nur verlieren.

Jetzt will ich damit nicht alle Pennystocks perse unter Generalverdacht stellen, auch dort gibt es seriöse Unternehmen und seriöses Management. Die Risiken sind aber für uns Anleger so viel höher und die Möglichkeit das von aussen einzuschätzen so viel kleiner, dass man sich die Frage stellen sollte, warum man sich überhaupt in dieses Spiel begibt.

Dieses alles verstehend, habe ich mir daher ein paar Regeln zur Marktkapitalisierung und zum Aktienuniversum gegeben, in dem ich überhaupt aktiv bin. Ich habe dabei meine Aktienwelt in 4 Kategorien eingeteilt, wobei die unten genannten Grenzen nicht als harte Grenzen zu verstehen sind, sondern als Grössenordnungen, die ich bei meinen Entscheidungen mit pragmatischem Augenmass berücksichtige.

Kategorie A: Aktien aus dem deutschen Sprachraum (Deutschland, Österreich, Schweiz): Mindestens 100 Millionen MarketCap - ab 500 Millionen keine Bedenken mehr.

Kategorie B: Aktien aus dem angelsächsischen Sprachraum (USA, Grossbritannien, Kanada, Australien etc): Mindestens 500 Millionen MarketCap - ab 1 Milliarde keine Bedenken mehr.

Kategorie C: Europäisches Ausland (Frankreich, Spanien, Italien etc.): Nur die Aktien aus den Top-Indizes, also Frankreich zb CAC. Bei allen anderen ist mangels Übersetzung ins englische oder deutsche die Sprache eine so hohe Hürde, dass ich Hintergrundinformationen nicht richtig mitbekommen kann.

Kategorie D: Alle anderen Märkte (China, Indien, Brasilien etc.): Grundsätzlich keine Einzelaktien, mangels kultureller und sprachlicher Nähe. Nur ganze Märkte in Form von voll replizierenden ETFs.

Mit dieser Kategorisierung habe ich für meine Anlagestrategie guter Erfahrungen gemacht und sie bewahrt mich auch davor bestimmten vermeintlich "heissen" Aktien hinterher zu laufen, die gerade mal wieder gepusht werden.

Die für meine Anlagestrategie idealen Unternehmen sind dabei die mittelgrossen, mit einer Marktkapitalisierung im unteren einstelligen Milliardenbereich. Die sind gross genug um professionell zu agieren und von einigen anderen beobachtet zu werden. Und klein genug um noch einen Wissensvorsprung gegenüber dem breiten Markt haben zu können, inklusive der Chance von den Grosskonzernen aufgekauft zu werden.

Ich hoffe ich konnte Ihnen mit dieser Erklärung ein paar gute Hinweise gebe und wünsche Ihnen weiter viel Erfolg im harten Wettbewerb um Informationen an den Börsen.

Ihr Hari

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Die Eurokrise ist zurück – DAX und MIB auf wackeligen Beinen

Ich predige ja immer, dass wir dem Markt folgen sollten, statt nur die Bestätigung unseres eigenen Bias zu suchen oder noch schlimmer, uns im Gefühl "Recht zu haben" sonnen zu wollen. Letzteres wird von Mr. Market in der Regel gnadenlos abgestraft, in der Eurokrise sowieso.

Dann machen wir das doch heute mal, an dieser Wegscheide. Und zwar heute Mittag gegen 12 Uhr - vor der Eröffnung der Wallstreet.

Schauen Sie mit mir auf 3 Indizes im Stundenchart seit dem Jahresanfang 2013. Und bitte versuchen Sie mal Ihre Erwartungen beiseite zu legen, sondern nur zu schauen, was diese Charts uns wirklich sagen.

Fangen wir mit dem Leitindex S&P500 an:

S&P500 Stundenchart 06.02.13

Sie sehen einen wunderschönen Trend und einen Trendkanal. Der Markt hat es gestern sogar geschafft, die potentielle SKS Formation noch zu terminieren, weil er kurzzeitig zu neuen Höchstständen lief. Und der Runaway-Move ist immer noch intakt, die 1495 haben erneut gehalten.

Zwar zeigen sich erste Ermüdungserscheinungen beim Momentum und die Möglichkeit einer Topbildung ist real da, der Aufwärtstrend ist aber unbeschädigt und sollte respektiert werden. S&P500 1525 sind sehr wahrscheinlich und historische Höchststände schon bald gut möglich.

Alles in Butter also und Feuer frei für die Bullen ? Schauen wir auf einen anderen Chart, der alles andere als so gut wie der S&P500 aussieht:

DAX Stundenchart 06.02.13

Würden Sie das als bullisches Chart bezeichnen ? Würden Sie diesen Chart eher shorten, weil sich da eine Bärenflagge abzeichnet ? Wo sehen Sie hier einen Aufwärtstrend ? Ich sehe nämlich keinen !

Sie werden vielleicht überrascht sein, das ist der Chart des DAX sei Jahresanfang ! Gibt es dazu mehr zu sagen ? Nur ein Blinder kann in Anbetracht dieses Bildes uneingeschränkt und ungesichert Long agieren. Dieses Chart gemahnt zur Vorsicht, das ist, was uns der Markt sagt. Sicher kann alles anders kommen und theoretisch morgen eine Rally bis 8000 einsetzen. Wahrscheinlich ist das für die kommenden Tage aber nicht mehr und der Markt spricht eine andere Sprache. Und mehr als das, was uns der Markt in der Gegenwart sagt, haben wir nie.

Zuletzt ein drittes Chart, dass wohl die Ursache des gemischten Bildes im DAX darstellt. Der MIB40 aus Italien. Man könnte es auch "Berlusconis Rückkehr" nennen, denn der Absturz fällt mit Umfragen zusammen, die Berlusconis Partei wieder im Kommen sehen.

MIB Stundenchart 06.02.13

Eindrucksvoll oder ? Ganz klarer und eindeutiger Trendbruch Ende Januar ! Das schreit geradezu nach einer fünften dynamischen Abwärtsbewegung und andere Charts der Eurozone sehen nicht viel besser aus.

Fazit:

Das Chartbild der Märkte hat sich seit Ende Januar dramatisch eingetrübt, weil die Eurokrise wieder in den Köpfen der Investoren ist. Das ist die klare Sprache des Marktes. Wer klug ist beginnt umzudenken, Korrekturen gehören nun einmal zu jedem Bullenmarkt und wir hatten lange keine richtige Korrektur mehr. Politische Märkte haben bekanntlich kurze Beine, insofern gibt es keinen Grund für Panik und das Bild kann sich auch schnell wieder drehen, aber im Moment ist es wie es ist.

Die US Indizes und übrigens auch die Emerging Markets von Brasilien bis China, zeigen nach wie vor bullische Strukturen. Die europäischen Aktienmärkte haben dagegen ihre Erholungsphase Ende Januar beendet. Und es gibt rein aus dem was die Charts uns sagen, keinen Grund anzunehmen, dass diese schwierige Phase in Kürze wieder vorbei ist.

Es ist vielmehr realistisch anzunehmen, dass diese Phase unter anderem mit den Sorgen um Italien im Zuge der bevorstehenden Wahl zu tun hat. Und erst wenn diese Wahl im Rückspiegel liegt - oder schon vorher Umfragen klare Mehrheiten für eine neue Reformregierung indizieren - haben die europäischen Märkte wohl die Chance den Aufwärtstrend wieder aufzunehmen.

Wer bis dahin auf der Long-Seite Geld verdienen will, ist in den USA, Japan, Brasilien oder China möglicherweise besser aufgehoben.

Über diese Phase Februar / März hinaus spricht in meinen Augen viel dafür, dass die "Grosse Rotation" im Gange ist und wir ein sehr positives Aktienjahr 2013 erleben werden - auch im DAX und in Europa. Aber vorher könnte es sein, dass wir noch einmal etwas saueren Wein trinken müssen. So ist das halt bei Mr. Market !

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen !

Ihr Hari

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Wacker Chemie – Der Turnaround Kandidat, der Solarworld nicht ist ?

Es gibt einen typischen Verlauf bei sogenannten Turnaround Aktien und Wacker Chemie (WKN WCH888) ist ein klassisches Beispiel.

Zunächst einmal sind die idealen Turnaround Kandidaten Unternehmen mit grosser Substanz und einem etablierten, profitablen Geschäftsmodell. Das ist wichtig, weil das garantiert, dass der Turnaround wirklich irgendwann kommt, er also nur eine Frage der Zeit ist. Alleine darauf kompromisslos zu achten, verschafft einem schon einen erheblichen Vorteil, denn es gibt wohl nichts Schlimmeres, als auf den Turnaround einer Aktie zu setzen, die dann langsam und schmerzhaft Richtung Null fällt - so wie gerade bei Solarworld zu beobachten.

Wirklich verwunderlich ist das Geschehen bei Solarworld für mich persönlich aber nicht, denn Solarworlds temporärer Erfolg beruht nach meiner persönlichen Ansicht indirekt auf durch das EEG erzwungenen Subventionsgeldern, die bei Ihnen und mir über Jahre via Stromrechnung einkassiert wurden und letztlich die Taschen von Unternehmern wie Herrn Asbeck füllten. Laut Wirtschaftswoche übrigens die Herr Asbeck verdient hat. Wenn Sie so wollen für mich also eine staatliche organisierte Umverteilung "von unten nach oben" aus den Brieftaschen Otto Normalverbrauchers in die Taschen der Solarindustrie. Mittlerweile ist ja auch in der Politik angekommen, dass das zu dramatischen Entwicklungen beim Strompreis führt und das Schwarze-Peter-Spiel hat schon begonnen.

Herr Asbeck von Solarworld dürfte diese meine persönliche Einschätzung wahrscheinlich nicht teilen, zumindest nicht wenn man seinen letzten Einlassungen folgt, nach denen am Niedergang von Solarworld & Co. ja vor allem die bösen Chinesen mit ihren Dumpingpreisen schuld sind. Jetzt ist es auch unbestreitbar, dass der Wettbewerbsdruck hoch ist und die Chinesen mit weit geringeren Kosten operieren können und sich auch nicht schämen, Wissen und Technologie auf nach westlichen Massstäben rechtlich fragwürdige Art und Weise an sich zu bringen. Insofern hat Herr Asbeck ja auch nicht völlig unrecht.

Nur würde ich gerne mal wissen, in welcher Branche das anders ist ? Überall konkurrieren deutsche Mittelständler mit China und überall haben sie mit Kostennachteilen, Industriespionage und Dumpingangeboten zu kämpfen. Und trotzdem halten diese Mittelständler die Nase oben und behaupten sich aus eigener Kraft durch Innovationskraft. Nur die Solarindustrie kann das nicht, warum wohl ?

Meine ebenso harte wie persönliche Meinung ist: weil es diese aufgeblähte Industrie ohne die Subventionen des EEG nie gegeben hätte und Unternehmer wie Herr Asbeck nun nicht Multimillionäre wären. Wir hätten heute eine andere Solarindustrie, kleiner, härter, innovativer, besser organisiert. Eine Solarindustrie die wie andere Branchen aus eigener Kraft gegen China bestehen könnnte. Denn Subventionen machen fett und lahm, sich dem harten Wettbewerb stellen zu müssen macht dagegen fit und innovativ, wie weite Teile des deutschen Mittelstands immer wieder aufs Neue beweisen.

Aber wie auch immer, zurück zum Thema Turnaround Aktien. Was ich mit dem Ausflug zu Solarworld sagen will ist, dass es sehr wichtig ist nur bei solchen Aktien auf einen Turnaround zu setzen, die ein etabliertes, eigenständiges und profitables Geschäftsmodell haben und nur temporär unter exogenen Faktoren leiden.

So ein Unternehmen ist für mich Wacker Chemie (WKN WCH888) - Ein Unternehmen der Spezialchemie, das im Bereich Polysilizium auch unter dem "Solardesaster" leidet, dadurch aber nicht in der Existenz in Frage gestellt wird.

Aber selbst wenn man so ein Unternehmen identifiziert hat, ist der typische Ablauf bei derartigen Situationen immer ähnlich. Der Kurs fängt schon zu einem Zeitpunkt an zu fallen, wo die Mehrheit die grundlegenden Probleme noch nicht sehen kann. Dann notiert der Kurs 20% unter Höchstkurs und die ersten "Schnäppchenjäger" kaufen wieder. Der Kurs fällt aber weiter. Bald notiert er 40% tiefer und jetzt ist die Aktie wirklich "saubillig" - nur der Kurs fällt trotzdem weiter. 😉

Und so geht es schmerzhaft weiter. Der Kurs fällt und fällt und immer wieder verbrennen sich Anleger die Finger, weil sie die Aktie nach den alten Massstäben für billig halten. Der Fehler den die Anleger machen, ist die Aktie immer noch aus der alten Brille zu betrachten und zu übersehen, dass es schon längst ein "New Normal" gibt. Und so geht es schmerzhaft weiter, über Monate und Jahre, bis irgendwann niemand mehr ein Pfennig darauf setzen will, dass diese Aktie je wieder dreht.

Dann, genau an diesem Tag, hat der Kurs seinen Tiefpunkt erreicht und setzt aus dem "Nichts" und ohne Nachricht zu einer Rally an. Alle Anleger, die vorher immer wieder ins fallende Messer griffen, sind nicht mehr dabei und haben die Aktie frustriert beiseite gelegt.

Nun haussiert der Kurs, ausgehend von den tiefen Niveaus im hohen zweistelligen Prozentbereich, obwohl diese Bewegung aus langfristiger Sicht nicht mehr als ein "Zacken" im langfristigen Abwärtstrend ist. Nachdem die Aktie über Tage und Wochen hochgelaufen ist, werden nun auch die ersten der alten Anleger wieder aufmerksam und trauen sich - angeregt durch die gute Stimmung in den Medien - einen ersten Fuss in die Aktie zu stellen.

Genau das ist der Tag, an dem die Aufwärtsbewegung ausläuft und die Aktie zu einer bösen Korrektur ansetzt. Eine Korrektur, die typischerweise ca. die Hälfte des ursprünglichen Anstiegs wieder auslöscht und die Anleger endgültig aus der Aktie vertreibt.

Dann erst ist die Situation so bereinigt, dass die Aktie bereit für eine dauerhafte Aufwärtsbewegung ist - der nächste mehrjährige Anstieg kann kommen. 🙂

Schauen wir auf Wacker Chemie, könnte es gut sein, dass sich die Aktie im Moment genau an diesem Punkt der auslaufenden ersten 50% Korrektur befindet. Schauen Sie selbst auf die Charts und ziehen Sie Ihre eigenen Schlüsse.

Erstens das 4-Stunden-Chart seit Oktober 2012 mit dem zulaufenden Dreieck, dass sich mit statistisch höherer Wahrscheinlichkeit nach oben auflöst:

Wacker Chemie Turnaround 04.02.13

Zweitens das Wochenchart seit 2007, das die Korrektur und Gegenbewegung in eine grössere Perspektive stellt. Sie sehen, die potentielle Cup&Handle Umkehrformation und Sie sehen auch, wie der Abgabedruck ausläuft und Raum für eine potentielle grosse Wendeformation bietet:

Wacker Chemie Umkehrformation 04.02.13

Wie immer kann alles ganz anders kommen und ein Stop dürfte auch hier sinnvoll sein. Aber selbst wenn Wacker Chemie doch wieder nach unten dreht und neue Tiefs generiert: ich sehe im Moment nichts, was gegen ein dauerhaftes Überleben von Wacker Chemie sprechen würde und dann dürfte aus langfristiger Perspektive der Tiefpunkt nicht mehr allzu weit entfernt sein.

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen !

Ihr Hari

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Gold mit Stabilisierung und potentieller Trendwende – 15.01.13

Wir haben ja in den letzten Wochen schon viele Volten beim Preis von Gold erlebt. Zuletzt wurde die Theorie immer wahrscheinlicher, dass der starke Abgabedruck beim Goldpreis um den Jahreswechsel, unter anderem auch mit dem Abgabedruck grosser Fonds im ETF GLD zu tun hatte. Insbesondere einige Paulson-Funds sollen nach umlaufenden Gerüchten mit massiven Verkäufen der Kunden (Redemptions) zu kämpfen haben. Institutionellen Kunden, die im Zuge des Jahreswechsels von schlecht gelaufenen Funds auf Alternativen umschichten.

Nun sollte dieser Abgabedruck aber auslaufen und Gold seine fundamental naheliegende Richtung wieder einschlagen. Denn in einem weltweit weiter eskalierenden "Race to the Bottom" in Form eines Abwertungswettlaufes der grossen Währungen, sollte Gold als nicht abwertbare Alternative relative Stärke zeigen.

Pünktlich zu diesem Auslaufen der Fund-Redemptions, scheint sich der Goldpreis in Form von XAUUSD nun auch wieder zu stabilisieren. Sehen Sie selbst im Tageschart seit März letzten Jahres:

Gold 15.01.13

Sie sehen mit dem ersten roten Pfeil den Einbruch im November, der nicht hätte passieren dürfen. Gold war in einer bestätigten Umkehrformation und legte ohne Vorwarnung, ohne Nachricht und gegen den logischen Trend eine massive Wende hin. In den Wochen danach, haben wir immer wieder erlebt, wie über die COMEX oder den GLD massiver Abgabedruck in den Goldpreis kam. Jede Stabilisierungsbewegung wurde wieder abverkauft und die Gerüchte liefen heiss. Ob jetzt Paulson oder China oder ein anderer Grund - klar war, dass der Goldpreis unlogische Bewegungen zeigte.

Nun scheint diese Phase auszulaufen. Wenn dort draussen aber irgend jemand sein sollte, der wie einige Gerüchte implizieren den Goldpreis unbedingt gedrückt haben will, dann muss dieser grosse Spieler spätestens beim zweiten roten Pfeil bei ca. 1700-1710 wieder auf den Kurs hauen. Das ist der entscheidende Punkt, weil dort erstens der Abwärtstrend verläuft und zweitens dort nach Überschreiten der 1700 USD schon wieder viele auf den vermeintlichen Anstieg aufspringen werden. Ein perfekter Punkt um in starkes Kaufvolumen hinein, erneut Angst und Schrecken zu verbreiten.

Wer sich also relativ sicher sein will, dass der Goldpreis nun endlich doch die Reise Richtung 1800 und 1900 USD angetreten hat, sollte nach meiner Ansicht diese Zone 1700-1710 USD abwarten. Sollte diese überzeugend nach oben verlassen werden, ist eine Beschleunigung der Aufwärtsbewegung aus heutiger Sicht durchaus wahrscheinlich. Anders herum darf das Tief vom 04.01.13 aber nicht mehr unterschritten werden, sonst wäre eine neuer Abwärtstrend klar bestätigt !

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen !

Ihr Hari

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Marktupdate DAX und S&P500 – 15.01.13

Im frühen deutschen Handel ein kurzes Marktupdate für DAX und S&P500.

Wir steuern auf einen kritischen Punkt zu.

Auf der einen Seite haben wir einen eindeutig bullischen Markt, der bisher nur geringen Konsolidierungsdruck zeigt. Das der Markt nach diesem Anstieg zum Jahresanfang bisher kaum etwas abgegeben hat, spricht stark für eine reine Konsolidierung vor dem nächsten Schub nach oben. Auch fundamental scheint der Markt unterstützt. Europa, Japan und China senden politische Signale, die einer guten Performance der Indizes nicht abträglich sein dürften. Die Chartentwicklung im DAX riecht nach einer Bullenflagge und die 7700 stellen seit Anfang des Jahres Untersützung dar.

Auf der anderen Seite hat der Markt unter der Decke bei einzelnen Aktien erneut zu "bröseln" begonnen und hängt insbesondere im S&P500 vor einem Ausbruch über die alten Hochs bei 1475 vom September, die sich aber bei einem Scheitern auch als ein übles Doppeltop heraus arbeiten könnten. Und dummerweise beginnt das Debt Limit Thema langsam in den Vordergrund zu drücken, wie man an Meldungen wie hier zu leicht nachvollziehen kann.

Insofern tickt nun die Uhr und entweder schaffen es die Bullen in den nächsten Tagen doch nach oben auszubrechen. Dann sollten im S&P500 ca. 1525 das nächste Ziel sein. Und im DAX könnten schnell die 8000 ins Visier kommen. Je länger aber die Bullen diesen Schub nicht mehr hinbekommen, desto grösser wird die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Markt doch zu nachhaltigen Abgaben entschliesst, obwohl rein von der Markttechnik her bisher nicht viel dafür spricht.

Bisher wurden in den letzten Monaten solchen Situationen immer zugunsten der Bullen aufgelöst. Insofern sehe ich auch aktuell den Vorteil immer noch auf der Seite der bullischen Auflösung. Aber Vorsicht ist nun geboten und die Reissleine sollte jeder nun in der Hand haben und genau wissen, wann und unter welchen Bedingungen man sie ziehen möchte.

Ich wünsche gute Entscheidungen.
Ihr Hari

PS: In eigener Sache: ich werde mich vorraussichtlich kommenden Montag einer kleinen OP unterziehen. Nichts Schlimmes oder Weltbewegendes und ich werde wohl spätestens Mittwoch, vielleicht sogar schon Dienstag wieder hier im Blog voll aktiv sein. Nur wundern Sie sich nicht, wenn es Anfang kommender Woche temporär hier mal etwas ruhiger zugeht.

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