BASF – wie Muster uns helfen – und wie nicht

Vor einer guten Woche, hatte ich Ihnen im Artikel -> Drei Plus für BASF < - die eindrucksvolle Ausbruchschance bei BASF nahe gebracht.

Am 03.10.16, sah das Chart so aus:

basf-03-10-16

Nun heute am 12.10.16 so:

basf-12-10-16

Das kann man wohl einen Volltreffer nennen. Ein klares Kaufsignal und ein klarer Ausbruch.

Nun würde andere sich vielleicht damit brüsten, dass Sie das ja "gesehen" haben und dabei all die Fälle unterschlagen, in denen so Strukturen eben nicht aufgehen, obwohl sie ähnlich aussichtsreich aussahen.

Genau da setzt dann auch die - etwas naive - Kritik von unerfahrenen Anlegern an, die Markttechnik gerne perse als Hokuspokus abtun und damit nur zeigen, wie weit sie selber vom Verständnis des selbstreferentiellen (reflexiven) Marktes entfernt sind.

Beide - die die so tun, als könnten sie so Ausbrüche zuverlässig vorher sagen, wie auch die, die Markttechnik perse als Hokuspokus abtun - sitzen dabei einem grundlegenden Missverständnis auf.

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Syngenta und verzerrte Charts

Der folgende Artikel erschien Mittwoch 04.02.15 09:00 in Hari Live

Syngenta hat gute Zahlen und einen guten Ausblick geliefert: .
Die Aktie ist heute erneut gute 2% im Plus.

Ich habe diese positive Erwartung ja schon seit einigen Monaten und habe darüber hier in Hari Live mehrfach geschrieben und das auch im freien Bereich im Artikel -> Syngenta als langfristiges Investment <- einmal thematisiert.

Nun würde ich Ihnen das ja gerne auch im Chart überzeugend zeigen und Ihnen den Ausbruch aus der riesigen Flagge zeigen, den ich hier mehrfach thematisiert habe.

Statt dessen muss ich das aber zu einem Lehrstück machen, wie so eine Anomalie wie die plötzliche Frankenaufwertung, die Chartstrukturen völlig kaputt macht und für einige Zeit das Interpretieren schweizerischer Aktien erheblich erschweren wird.

Schauen wir auf das Chart von Syngenta in Euro:

Syngenta EUR 04.02.15

Wir sehen einen bullischen Ausbruch, wie er klarer kaum sein könnte. Eine massive Bewegung weg von der Trendlinie und nun eine Konsolidierung in Form eines Dreiecks, die höhere Kurse indiziert.

Schauen wir nun aber auf das Chart in Schweizer Franken, war die Sicht bis zu Aktion der SNB praktisch identisch. Nun sieht es aber plötzlich so aus, als sei der auch dort laufende Ausbruch brutal abgewürgt worden:

Syngenta CHF 04.02.15

Die riesige rote Kerze ist aber nichts weiter, als die massive Aufwertung des Frankens an einem Tag - "abgewürgt" wurde hier also gar nichts. Und auch im Franken-Chart sieht man, wie die Aktie sofort wieder zurück kommt und weiter nach oben läuft.

Wie muss man das interpretieren? In meinen Augen weiter deutlich bullisch. Normalisiert man beide Charts, sieht man nämlich, dass der Ausbruch real war und die Abwärtstrendlinie in Summe nach oben verlassen wurde - wenn auch nicht so dynamisch, wie das im Euro-Chart aussieht.

Nun haben wir auch noch einen positiven Ausblick und damit weiter gute Chancen für langfristig steigende Kurse voraus.

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Die grosse Marktlage am Beispiel des Leitindex S&P500

Sie wollen wissen, wie es an den Märkten weitergeht? Hat die Korrektur den Boden schon erreicht oder kommt noch ein zweite schmerzhafte Abwärtsphase? Oder ist das vielleicht schon der Beginn der grossen Topbildung, von der ja Crash-Propheten schon seit 2011 permanent fabulieren und bestimmt auch irgendwann Recht bekommen und sich dann wieder feiern lassen?

Wenn Sie diese Fragen für sich beantworten wollen und Ihr Anlageverhalten darauf abstimmen, dann haben Sie zwei Möglichkeiten:

Sie können einerseits das Gekröse eines Frosches befragen oder alternativ auf einen der vielen "Gurus" hören, die sich Ihnen nur zu gerne medial andienen, weil diese so nett sind, deren zuverlässige Kenntnis der Zukunft mit Ihnen ganz kostenlos und unverbindlich zu teilen. Dabei wünsche ich Ihnen viel Erfolg!

Oder Sie verwenden die Methode, mir der wir hier auf surveybuilder.info erfolgreich sind und halten wie die Indianer Ihr Ohr an den (Börsen-)Boden und versuchen anhand der realen Signale des realen Marktes heraus zu finden, ob sich da ein "eisernes Pferd" nähert um Sie platt zu walzen. Oder ob es sich um eine Büffel(Bullen-)Herde handelt, die nicht weniger gefährlich ist, wenn man sich ihr falsch entgegen stellt.

Und das beste Ohr auf dem Boden hat man dann, wenn man den Leitindex S&P500 belauscht. Der DAX hat zwar ein gewisses Eigenleben, zuletzt zeigte sich das über Monate in relativer Schwäche. Am Ende bestimmen aber die US Indizes den grossen Ton der Märkte und ohne dass diese deutlich korrigieren, wird auch der DAX seine Einbussen begrenzen können. Und von den US Indizes ist der marktbreite S&P500 der Bedeutendste.

Schauen wir also auf den S&P500 in drei verschiedenen Zeithorizonten. Wenn man ein Gefühl für den Markt gewinnen will, lohnt es sich immer, den aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten.

Die folgenden Charts, die sich bewusst auf das ganz Wesentliche beschränken und überladenen "Linienbalast" vermeiden, haben eine Reihe grundlegender Botschaften beim Blick auf Angebot und Nachfrage, die man nun unbedingt zur Kenntnis nehmen sollte. Insofern sind keine weiteren Erklärungen nötig. Bedenken Sie aber bitte, die Zukunft ist und bleibt ungewiss und alle diese Charts zeigen nichts weiter, als verschiedene Szenarien mit bestimmten Wahrscheinlichkeiten. Für eine sicher vorhergesagte Zukunft, verweise ich erneut auf das Gekröse der Frösche. Ich kann diese Sicherheit nicht bieten.

Wenn diese drei Charts aber nicht deutlich zu Ihnen sprechen und Ihnen kein aussagekräftiges und objektives Bild der Lage vermitteln, dann sollten Sie entweder wie oben wieder den "Gurus" folgen, oder ganz dringend ihr eigenes Wissen um Markttechnik steigern. Die surveybuilder.info Community lädt Sie ein, dazu zu stossen.

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Über Trendfolge: Indus Holding (620010) mit bullischem Momentum

Das folgende Chart der Indus Holding (620010) mit ihrem mittelständischen Beteiligungsportfolio, wurde schon gestern in Hari Live veröffentlicht, nach dem die Aktie mit 4% Plus erneut nach oben ausbrach.

Ich will es aber auch hier im freien Bereich zeigen, weil es sich auf den Artikel hier vom 31.03.14 -> Der echte Mittelstand in einer Aktie <- bezieht.

Und weil das Chart einfach perfektes Anschauungsmaterial ist, um im Sinne der Trendfolge zu lernen:

Indus 26.05.14 2

Sie sehen seit Ende letzten Jahres eine beständige Abfolge klarer, bullischer Konsolidierungen. Ein positives Chart in Perfektion, bei dem man nach dem Ausbruch aus dem zulaufenden Dreieck immer wieder - in Sinne der Trendfolge - den Stop erfolgreich unter das letzte Tief ziehen konnte !

Sie wollen jetzt wissen, ob es weiter hoch geht ? Dann stellen Sie genau die falsche Frage, mit der Sie nie auf einen grünen Zweig kommen werden. Und wenn Sie nach Artikeln suchen, die Ihnen diese Frage mit einem "heissen Tip" beantworten, dann wünsche ich viel Glück in Alice Wunderland ! Denn die Zukunft ist unbestimmt und niemand kann Ihnen sagen, was die Indus-Aktie morgen machen wird. Niemand!

Aber etwas Anderes ist wahr und das ist die entscheidende Botschaft. Wenn eine Aktie so eine klar bullische Struktur hat und zu so einer flaggenartigen Konsolidierung ansetzt, wie hier mehrfach geschehen, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass diese Struktur erneut nach oben aufgelöst wird. Auf jeden Fall höher als das Gegenteil. Und zwar solange, bis auch dieser Trend irgendwann mal endet.

Und in dem man im Sinne der Trendfolge seinen Stop immer wieder unter das letzte Tief nachzieht, kann man so eine Bewegung mitgehen, ohne zu wissen, wann genau die Aktie den Höhepunkt erreicht. Vergessen Sie also das Rätselraten darum, was die Börse morgen macht. Das führt zu nichts. Konzentrieren Sie sich statt dessen darauf, im Hier und Jetzt nur solche Positionen einzugehen oder zu halten, die ein positives Chance-Risiko-Verhältnis haben. Und kappen Sie alle Verluste konsequent und ohne zu zögern.

Wenn Sie das schaffen, kommt der Erfolg durch das Wunder der Statistik im Laufe der Zeit von ganz alleine. Aber das zu schaffen und nicht mehr in die Zukunft zu starren und die Glaskugel zu bemühen, das ist die psychologisch wirklich schwierige Aufgabe, der Sie sich stellen müssen !

Ihr Hari

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Ist Börse für Sie Entertainment ? Oder wollen Sie doch lieber Geld verdienen ?

Ich kenne Sie. Ja, genau Sie !

Sie sind doch dieser Anleger, für den Börse furchtbar unterhaltend ist. Denn in jedem Artikel, den man in den Medien aufschnappen kann, liegt ja auch die Chance für schnelle Gewinne - die potentielle Kursrakete eben. Das ist ein bischen wie bei der Schatzsuche, oder wie Warren Buffett manchmal sagt: man fühlt sich wie ein Kind im Süsswarenladen.

Und so lesen Sie diesen schönen Artikel in dem bekannten Anlegermagazin. Da ist eine Aktie, die gefällt Ihnen einfach emotional. Zum Beispiel weil sie Produkte herstellt, die Sie mögen oder weil Sie zu den "nachhaltigen" Aktien gehört und man sich einfach als guter Mensch dabei fühlen kann, in diese Aktie zu investieren.

Und dann werden in diesem Artikel ausschliesslich allerlei Argumente für diese Aktie aufgelistet. Natürlich im Konjunktiv mit "könnte", "würde" und "sollte", aber was ist schon der Konjunktiv - den kann man doch überlesen. 🙂

Und auch ein kurzer Blick auf Bewertungsparameter, lässt die Aktie auf den ersten Blick als fair bewertet erscheinen. Besonders attraktiv scheint die Aktie zu sein, weil sie furchtbar am Boden liegt und so eine "gute", "solide" Aktie, die muss doch einfach steigen. Oder ?

Das ist alles sehr unterhaltend und vor allem lässt es in Ihnen emotional etwas anklingen. Sie mögen diese Aktie einfach und Sie mögen den Gedanken, diese im Depot zu haben. Sie sehen schon die grossen Gewinne vor sich, die Sie dann auch noch mit "nachhaltig" gutem Gewissen einstreichen können. Das Ganze ist ein richtiges "Wohlfühl-Investment".

Und deshalb muss es jetzt schnell gehen. Sie müssen nun schnell kaufen, bevor es die anderen tun. Schliesslich habe Sie ja diesen Trüffel entdeckt. Nur Sie ! Das es in einem Magazin steht, das auch hunderttausend andere Leser lesen und einige auch vorab bekommen haben - geschenkt. Das ist Ihr Schatz ! Mein Schatz !! 😉

Und siehe da, die Aktie ist heute schon 1% im Plus ! Verflixt, die Gelegenheit läuft Ihnen weg ! Nun aber schnell rein, bevor die grosse Rally losgeht .....

So werden Sie Aktionär dieser Aktie. Und fühlen sich genau einen Tag gut dabei und wurden toll unterhalten. Genau einen Tag. Was danach kommt, ist eine ganz andere Geschichte. Am Ende werden Sie aber nicht reich geworden sein und die Aktie wird Sie enttäuscht haben. Sie sehen, ich kenne Sie. 😉

Was Sie aber nicht getan haben, sind all die Dinge, die nicht unterhaltend wären, sondern bittere Fleissarbeit und Zeitaufwand bedeuten würden.

  • Sie haben nicht nach all den negativen Argumenten gesucht, die es zu jeder Aktie gibt und die im Artikel ausgelassen wurden, um eine schön unterhaltende, konsistente Story zu produzieren.
  • Sie haben sich nicht mit der Branche als Ganzes beschäftigt und auch nicht Mitbewerber ins Auge genommen.
  • Sie haben sich nicht das Chart auf verschiedenen Zeitebene betrachtet und damit die Timing-Frage gestellt, ob unabhängig von dem prinzipiellen "Mögen" der Aktie, nun der richtige Zeitpunkt zum Einstieg ist.
  • Sie haben sich nicht bemüht, die Risiken zu bewerten und sich auch nicht schon vor dem Einstieg die Frage beantwortet, ab wann Sie denn die Reissleine ziehen würden.
  • Sie haben noch nicht einmal ernsthaft die Möglichkeit erwogen, dass es ja doch anders kommen könnte, als im Artikel hoffnungsvoll dargestellt.
  • Sie haben nicht in Fleissarbeit alle in der nahen Zukunft liegenden Termine identifiziert, die unmittelbaren Einfluss auf die Kursentwicklung nehmen werden.
  • Sie haben nicht diese oberflächlichen Parameter wie KGV und KBV hinterfragt und sich darum bemüht zu verstehen, welchen Trackrecord das Management des Unternehmens eigentlich hat.
  • Sie haben auch nicht geschaut, ob das Management nun selber als Insider Aktien gekauft oder verkauft hat und vor allem wann das Management dieses getan hat.

Ich könnte noch lange weiter machen, aber jetzt ist es gut.

Nein, Sie haben sich einfach unterhalten lassen, wurden von dem Artikel emotional positiv berührt und haben dem Zwang nachgegeben, hier schnell einsteigen zu müssen - ohne dafür einen echten Plan über den Moment hinaus zu haben. Ich sagte ja, ich kenne Sie. 🙂

Nach dieser Vorrede dürfte Ihnen klar sein, dass aus so einer Geldanlage nur mit grossem Glück etwas werden kann und in der Vergangenheit ist bei Ihnen aus diesen Anlagen auch höchst selten etwas geworden. Aber diese neue Aktie, die wird es reissen, davon sind Sie überzeugt. Dieses mal wird alles anders.....

Wirklich ?

Alles anders wird erst, wenn Sie anfangen zu verstehen, dass Börsenerfolg nichts mit Entertainment zu tun hat. Es ist harte Arbeit, erfordert Intellekt, Zeit und viel Disziplin. Man muss immer wieder diszipliniert Dinge tun, die keineswegs "Fun" sind, sondern Knochenarbeit am Detail. Wäre es anders, könnten es ja alle.

Dabei sagt niemand, dass Börse nicht "auch" unterhaltend sein darf. Doch das ist sie, Börse ist auch unterhaltend - sehr sogar. Dabei liegt aber die Betonung auf dem Wörtchen "auch". Erst die Arbeit und dann das Vergnügen, lautet das Motto !

Wenn Sie weiter wie eine Biene summend und naschend von Blüte zu Blüte fliegen wollen, ohne sich mal ernsthaft zu setzen und nachzudenken, dann tun Sie das, wenn es Sie glücklich macht. Dann ist aber der Premium-Bereich von surveybuilder.info für Sie der falsche Ort.

Wenn Ihnen aber der Gewinn im Depot wichtger als das Entertainment ist und Sie bereit sind, dafür auch Zeit und Energie aufzuwenden, dann suchen Sie sich einen Ort, an dem die Substanz im Vordergrund steht und nicht der mediale Schein.

Sagen Sie mir aber hinterher nie, ich hätte Ihnen etwas anderes als "Blut, Schweiss und Tränen" versprochen. 😉

Denn Börsenerfolg ist das Ergebnis von viel gedanklichem Schweiss, jeder Menge Disziplin und der Beschäftigung mit der eigenen Psychologie. Alles andere ist Entertainment. Entertainment ist toll, es füllt aber nicht das Depot.

Ihr Hari

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DAX und Gold: Der wichtige Unterschied zwischen Vorsicht und Handeln am Markt.

Sie wissen ja, das ich mir auf die Fahnen geschrieben habe, die Börsenkultur in Deutschland ein wenig zu heben und grundlegende Zusammenhänge zu vermitteln, nach denen der Finanzmarkt funktioniert.

Ein wichtiges Thema hatte ich zuletzt unter dem Titel -> Vom Hier und Jetzt und dem sinnlosen Kampf gegen den Markt <- angesprochen.

Ich hoffe es ist mir damit gelungen Ihnen klar zu machen, dass Erfolg an den Märkten nicht von irgendwelchen Zukunftsprognosen kommt, sondern auf der rationalen Analyse der Gegenwart beruht.

Auch der schlechte Ruf der Charttechnik bei vielen Laien, beruht ja zu einem guten Teil auf diesem Missverständnis. Viele Menschen glauben, sie müssten erraten können was morgen sein wird, um am Aktienmarkt Geld zu verdienen. Und springen deshalb natürlich auch auf die unzähligen Angebote im grossen Meer der Informationen an, die ihnen in bekömmlicher Aufmachung eine mögliche Zukunft verkaufen. Und gerade weil die Menschen nach diesen "Weissagungen" suchen und sich Orientierung erhoffen, werden sie medial auch angeboten, denn sie verschaffen Klickzahlen. Davon leben dann auch die sogenannten "Gurus", in dem sie tiefliegende Bedürfnisse der Leser bedienen. Und defacto besteht die Mehrzahl der Artikel im deutschen Sprachraum aus solchen irrelevanten Weissagungen. Erschwerend kommt hinzu, dass ja auch ein Affe ein Chart malen kann und ein paar bunte Linien einfügen. Und mit einem richtig formatierten Chart kann man fast alles beweisen, wenn man will - Menschen sehen ja auch Gesichter in Wolken.

Die Schwierigkeit vor der jeder Leser steht ist, die ernst zu nehmenden Beiträge von all dem medialen Zuckerguss zu unterscheiden, dessen Zweck mediale Klickzahlen sind, den man aber getrost vergessen kann, wenn es um Erfolg an den Märkten geht. Ein Indiz wie man Qualität erkennen kann ist dabei, wenn das Augenmerk des Artikels auf der Analyse der Gegenwart liegt und diese in ihren verschiedenen Implikationen beleuchtet wird. Und wenn die Zukunft als eine Menge von Möglichkeiten mit Wahrscheinlichkeiten betrachtet wird und nicht nur eine mögliche Zukunft verkauft wird.

Wenn man als Autor aber solche Artikel schreibt, merkt man schnell, wie schwer sich einige Menschen damit tun, klare Analyse und daraus resultierende Vorsicht, von sofortigem Handeln zu trennen. Viele Leser suchen ja nach einfachen Handlungsanweisungen und werden genau deswegen nie erfolgreich sein. Und über diesen Unterschied zwischen Vorsicht und Handeln will ich heute schreiben.

Bewusst geworden ist mir das zuletzt wieder an dem Geschehen bei Gold. Gold hat am Montag ein erstaunliches Reversal hingelegt, das erst einmal objektiv Aufmerksamkeit verdient hat. Notwendige Aufmerksamkeit ist aber kein Handeln. Denn Gold ist in einem klaren Abwärtstrend gefangen und es gibt Stand heute nichts, was diesen Abwärtstrend in Frage stellt.

Aber jeder Trend endet mal und es ist deshalb wichtig immer aufmerksam zu bleiben. Handeln sollte man aber erst, wenn die Trendwende wirklich bestätigt ist. Gold hatte nun gestern und vorgestern zwei Versuche, die zu einem dynamischen Schub hätten führen können. In beiden Fällen ist der Kurs aber wieder blutarm unter 1250 USD gefallen. Und damit wurde der Abwärtstrend bestätigt.

Ich benutze ja gerne die Metapher des urzeitlichen, menschlichen Jägers, der sich sein Nahrung noch mit eigenen Händen erjagen musste. Wenn der auf der Lauer liegt, achtet er völlig zu Recht auch auf jedes "Knacksen" im Gebüsch. Es könnte ja ein Rentier aus dem Gebüsch brechen und vor seinen Speer geraten. Er würde aber nie - nur wegen des Knacksens - seinen wichtigen Speer einfach blind in das Gebüsch schleudern. Der Speer wird erst geschleudert, wenn das Rentier wirklich vor ihm läuft. Wenn er aber umgedreht nicht aufmerksam wäre und jeden "Knacks" beachten würde, würde er noch schnarchend vor sich hin dämmern, während das Wild schon einen Meter vor ihm steht.

Genau so aufmerksam, aber kontrolliert handelnd, müssen wir uns am Markt verhalten. Leider passiert zu oft etwas ganz anderes und wenn Sie Ihre eigenen Verhaltensweisen mal Revue passieren lassen, können Sie sich bestimmt an solche Fälle erinnern. Da haben Sie eine interessante Analyse gelesen, die Ihnen die Idee in den Kopf pflanzt, das eine bestimmte Entwicklung eintreten könnte. Diese Argumentation spricht Sie an und in genau diesem Moment meldet sich mit Macht Ihr Bauch. Der Bauch hat Angst, etwas zu verpassen. Für den Bauch ist die Möglichkeit schon zur Gewissheit geworden und er will diese Chance auf keinen Fall verpassen. Und der emotionale Druck des Bauches ist so gross, dass Sie handeln.

Im Bild des Jägers, haben Sie nun also Ihren Speer auf Verdacht ins Gebüsch geworfen. Dumm nur, das genau in diesem Moment auf der anderen Seite wirklich ein Rentier auftaucht. Nur haben Sie Ihren Speer nun nicht mehr. Verflixt.

Und auch an den Märkten sind diese emotionalen Bauchentscheidungen, ohne dass es schon eine objektive Bestätigung gibt, fast immer negativ. Es gibt viele Börsenregeln die sich damit befassen, so zum Beispiel "Greife nie in ein fallendes Messer". Am Ende geht es aber immer darum, sich nicht gegen den Markt zu stellen. Sich nicht gegen den Markt zu stellen bedeutet aber keinesfalls, das man nun unaufmerksam werden dürfte und ein "Knacksen" einfach ignorieren kann, weil es ja vermeintlich sowieso immer gleich weiter geht.

Auch in der Gegenrichtung haben wir doch aktuell so einen Fall. Den DAX und die meisten Indizes generell. Der DAX befindet sich in einem gewaltigen, bullischen Schub, einer Trendbeschleungigung oder auch "Runaway-Move" genannt.

Jochen Steffens hat diese aktuell unter der Überschrift richtig dargestellt. Und auch die Konsequenzen richtig dargestellt. Wir müssen mit dem Trend mitgehen und dabei bleiben, so lange er dauert. Das ist unser Handeln. Und wir müssen trotzdem sehr aufmerksam sein und darauf achten, ob der Trend bricht. Denn wenn so ein "Runaway-Move" mal endet, tut er das oft mit Karacho und einem üblen Einbruch, der typischerweise am Ende einer Überdehnung steht. Das ist unsere Vorsicht.

Ich verwende hier auch gerne die Metapher des Gummibandes, die das Prinzip anschaulich macht. Je stärker man ein Gummiband in eine Richtung dehnt, desto stärker und aggressiver schnappt es irgendwann zurück. Das ist die "Mean Reversion". So funktioniert der Markt. Nur wissen wir nie, wann das Gummiband schnappt und es lässt sich oft stärker dehnen, als wir uns alle vorstellen können.

Lassen Sie uns also mit dem Trend handeln, aber jederzeit mit Aufmerksamkeit ein Ende des Trends als Möglichkeit erachten. Lassen Sie uns handeln und gleichzeitig vorsichtig sein. Das ist der richtige Weg.

Wir sollten lernen zu erkennen, wenn uns unser Bauch - wieder aus Angst etwas zu verpassen - ein Handeln aufzwingen will, das objektiv noch gar keine Grundlage hat.

Und wir sollten deshalb einen weiten Bogen um alle medialen Ergüsse machen, die uns mit grosser Bugwelle irgendwelche Prognosen verkaufen wollen, wie die Zukunft sein wird. Keiner kennt die Zukunft, selbst die Deutsche Bank nicht. 😉 Der Unterscheid zwischen Erfolg und Misserfolg entsteht in der Fähigkeit, die Gegenwart und ihre Implikationen rational zu analysieren.

Wir sollten also dem Aufwärtstrend im DAX weiter folgen, solange er dauert. Und dabei höchst vorsichtig aufpassen, ob wir irgendwo ein "Knacks" im Gebüsch hören. Dann aber nur horchen und abwarten, ob wirklich etwas passiert. Und erst wenn der Trend tatsächlich bricht, wirklich aktiv werden.

Und wir sollten bei Gold das Gegenteil tun. Den Abwärtstrend respektieren, denn der kann das Metall auch noch unter 1.000 USD treiben. Und trotzdem hoch aufmerksam auf jeden "Knacks" im Gebüsch achten. Denn wenn dieser Abwärtstrend mal dreht, wird auch das mit "Karacho" sein und schnell grosse Gewinne generieren.

Vorsicht und Handeln sind nicht das Gleiche ! Denken Sie immer daran ! Und wenn Sie lernen wollen, wie man einen Trendbruch dann auch wirklich erkennt, dann stossen Sie zur surveybuilder.info Community dazu.

Ihr Hari

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Der fiese Mr. Goldmarket – Gedanken eines hinterhältigen Gesellen

Vom fiesen Mr. Goldmarket - Ein Gastkommentar von Johann

Es passiert ja nicht so häufig, dass sich Mr. Goldmarket höchstpersönlich die Zeit nimmt, auch einmal mit einem privaten Anleger ein kurzes Schwätzchen zu halten. Aber vielleicht war es dem aus seiner Sicht gelungenen Börsenstart im neuen Jahr zu verdanken.

Ohne sich lange mit Förmlichkeiten aufzuhalten, stieg ich sofort ins Thema ein und berichtete ihm von meinem Einstieg bei ihm Mitte September letzten Jahres. Mir war, als hätte ich ein leichtes Grinsen in seinen Mundwinkeln bemerkt, und er meinte nur, da wäre ich wohl nicht der Einzige gewesen. „Aber so kann man doch nicht mit dem hart ersparten Geld von Kleinanlegern umgehen“, sagte ich und schob noch hinterher, dass doch alle Zeitungen damals darüber schrieben, dass dies eine todsichere Chance wäre, um schon in kurzer Zeit reich zu werden.

„So, so… haben Sie mal wieder ...“, oder so ähnlich grummelte er in sich hinein, und dabei war ich mir jetzt ziemlich sicher, dass er schelmisch grinste. „Mr. Goldmarket“, sagte ich, „aber was haben Sie sich denn dabei gedacht“? Er reichte mir ein weißes Blatt Papier und meinte, ich solle mal einzeichnen, was er im letzten Jahr ab Mai bis jetzt gemacht hätte. „Halt! Mal keine Kerzen! Viel zu zappelig im Moment“! Und schob noch ein trockenes -ob ich nicht wüsste, dass die Uploads der neuen Algos schon seit ein paar Wochen nur in der Betaversion laufen würden- hinterher. „Nimm die Tagesschlusskurse von mir; da steckt mehr Aussagekraft drin“! Gesagt, getan und ich reichte ihm den Chart. „Hätten Sie das nicht früher sagen können“, kam es mir fast ärgerlich und dennoch zögerlich und auch ein ganz kleinwenig demütig über die Lippen, als ich seine Gedanken lesen durfte:

der fiese mr gold market denkt 800

„Und jetzt?“, fragte ich ihn mit etwas zittriger Stimme und schob den Zusatz hinterher: “Sie müssen nämlich wissen, dass ich Ihnen am Donnerstag mein ganzes Gold zurück gegeben habe“! Da wäre ich wohl nicht der Einzige gewesen, sagte er nun schon zum zweiten Mal und fügte noch an, er müsse nun weg und sich wohl selber um die Algos kümmern. „Wir sehen uns wieder auf der nächsten Party! Aber komm dieses Mal vor Mitternacht“! rief er mir noch hinterher. Und weg war er.

😉

Schönes Wochenende und liebe Grüße
Johann

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Gold nach dem Absturz – Grosses Chartupdate – 04.01.13

Nach dem Handelsschluss an der Wallstreet, möchte ich mich noch einmal in Ruhe und ohne die Hektik des Handelstages, der Entwicklung beim Goldpreis widmen. Unter anderem, weil die heutige Entwicklung einfach laut danach schreit. 🙂 Zu deutlich kann man heute sehen, wie die Anleger von technisch agierenden Programmen hin und her geworfen werden.

Im voran gegangenen Artikel habe ich ja deutlich gemacht, dass ich die Entwicklung des Goldpreises seit November fundamental nicht mehr verstehe. Dem ist auch nichts hinzu zu fügen. Das sollte uns aber nicht hindern, einfach mal ganz unvoreingenommen auf den Chart zu schauen.

Hier ist er also der gleiche Stundenchart von XAUUSD, den ich Ihnen heute um 12 Uhr gezeigt habe, nun nur ein paar Stunden später.

Gold 04.01.12 1

So ein schöne inverse Schulter-Kopf-Schulter Formation haben Sie auch schon lange nicht mehr gesehen, oder ? Die schreit ja geradezu danach bis 1680 USD weiter zu laufen.

Was war passiert ? Wie technisch abzusehen, fand gegen 12 Uhr eine Stabilisierung wegen schlichter technischer Überdehnung statt, die ich auf dem Chart des früheren Artikels mit dem roten Kreis beim RSI indiziert hatte.

Dann ging der Goldpreis in Wartestellung bis zu den US Arbeitsmarktdaten um 14.30 Uhr. Und als diese nicht mit einer Verringerung der Arbeitslosenquote kamen, ging es stark nach oben. Denn nach der neuen FED Kommunikation, bedeutet ja eine sinkende Arbeitslosenquote eine schnellere Beendigung der QE Massnahmen, was schlecht für Gold wäre - zumindest wenn man glaubt, dass die FED überhaupt aus der Geldflut wieder rauskommt und die Zinsen tatsächlich anheben könnte. Ich glaube es eher nicht, weil es wegen der Bondrenditen und damit Zinslast der USA gar nicht geht und am völlig überdehnten Anleihenmarkt ein Desaster auslösen würde, aber das ist eine andere Geschichte.

Wäre die Arbeitslosenquote stark gefallen, hätte es heute wohl ein Schlachtfest im Goldkurs gegeben. So wurde das Reversal in Gang gesetzt und das lief mal wieder nach technischem Lehrbuch. Die Formation ist auf jeden Fall aktiviert und das Kursziel rechnerisch ca. 1680 USD.

Schön ist auch zu sehen, wie durch diese volatile Bewegung zwischen dem 02.01. und dem 04.01. wahrscheinlich jede Menge menschlicher, mittelfristiger Trader rausgekegelt wurden, gewonnen haben wohl primär die Maschinen. "Whipsawed to Death" nennt man das im Amerikanischen und am Ende ist im Kurs gar nichts passiert, ausser das die Menschen Geld verloren haben.

Wenn Sie jetzt aber glauben in Sachen Gold "Hosianna" rufen zu können und alles sei in Butter, möchte ich daran erinnern, das genau diese technischen Formationen wie die inverse SKS seit November nicht mehr funktionieren. Schauen wir doch mal auf das gleiche Chart, nur aus Tagessicht:

Gold 04.01.12 2

Mit rotem Pfeil habe ich die Stelle im November markiert, die nicht hätte passieren dürfen und ohne Vorwarnung den neuen Abwärtstrend definierte, statt zu neuen Höchstständen hoch zu laufen. Und ich habe Ihnen zwei Trendlinien für einen Abwärtstrend eingemalt und auch gleich erneut den grünen Pfeil der aktuellen inversen SKS Formation.

Bei so viel technisch induzierten Abläufen, werden Sie nun auch nicht mehr überrascht sein, dass das rechnerische Ziel der SKS (der grüne Pfeil) bei 1680 USD ziemlich genau mit der ersten fallenden Trendlinie zusammen fällt. Wirklich spannend wird es aber in meinen Augen erst, wenn wir auch die zweite Trendlinie knacken (den grünen Stern) und Gold wieder über 1700 USD zieht. Wenn das mit bis dahin weiter funktionierender Markttechnik unterlegt ist, werde ich ab dem grünen Punkt einen Long-Trade wieder ernsthaft in Erwägung ziehen. Aber nicht vorher.

Hoffnung macht aber die grosse Trendlinie die ich Ihnen eingezeichnet habe, die nun seit dem Mai 2012 als Unterstützung eines übergeordneten Aufwärtstrend dient, der mit der heutigen riesigen Fahne auch erneut bestätigt wurde. Aus dieser Perspektive sieht das Bild des Goldkurses also gar nicht so schlecht aus.

Auch die Fibonacci-Retracements erlauben interessante Aussagen, denn der "Whipsaw" der letzten Tage war ein fast perfektes Pingpong zwischen dem 62er und 38er Retracement des grossen Anstiegs seit Mai 2012. Ich habe diese Retracements aber nicht mehr in den Chart integriert, da er ansonsten jede Lesbarkeit verloren hätte. Ich bin ein Fan der optischen Konzentration auf das Wesentliche. Aber auch die Fibo-Retracements zeigen eindrücklich, wie stark hier Algos gezielt im Spiel sind.

Ich erinnere aber erneut daran, dass wir seit 2 Monaten nun so hin und her geworfen werden wie in den letzten beiden Tagen. Also Vorsicht mit technischen Schlussfolgerungen. Und wir haben nun ein zulaufendes Dreieck im Tageschart, dass zwar statistisch öfter nach oben aufgelöst wird als nach unten, aber was ist bei Gold derzeit schon normal ?

Ich persönlich warte die 1700 USD ab und wenn ich dann vorher noch einen grossen "Buying on Weakness" Print im ETF GLD sehen würde und so wüsste, das Big Money wirklich wieder einsteigt, dann lasse ich mich auch gerne wieder überzeugen. Aber zunächst mal hat mir nun der Goldpreis was zu beweisen, denn der hat mich zuletzt nur an der Nase herum geführt.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende !

Ihr Hari

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