Grundlagen des Shortens – Wat is en Dampfmaschin?

Im Premium Bereich habe ich auf Wunsch der Mitglieder eine Reihe zu den Grundlagen des Shortens (für Anfänger) begonnen.

Hier ist der erste Artikel vom Montag 13.10.14 13:00 Uhr, der erklärt, was es eigentlich mit der "Wertpapierleihe" auf sich hat und wie ein Leerverkauf funktioniert.

Die weiteren Artikel der Reihe, bis hin zu konkreten Instrumenten, bleiben dem Premium-Bereich vorbehalten.

Im Forum war Ende letzter Woche von unserern Mitgliedern der Wunsch vorhanden, ob ich nicht mal einen Grundsatzartikel zum Shorten schreiben könnte, um die Grundlagen zu erklären für die, die das noch nie gemacht haben.

Das will ich gerne tun. Beim Nachdenken darüber, wie ich das "didaktisch" am Besten anfasse, wurde mir schnell klar, dass das Thema zu umfangreich für einen einzigen Artikel ist.

Mit dem heutigen Tage beginne ich daher eine Serie "Shorten", in der ich in lockerer Folge die Grundlagen vermitteln will, je nachdem wann ich dazu Zeit und Lust finde.

Zu Beginn denke ich, ich muss erst einmal erklären, was ein Leerverkauf überhaupt ist und was es mit der Wertpapierleihe auf sich hat. Und warum man als normaler Anleger von all dem wenig merkt, wenn man zum Beispiel mit einem CFD einfach Short geht.

Denn wenn Otto Normalverbraucher oder die Politik - deren intellektuelles Niveau zu dem Thema auch nicht weiter als das von Joe SixPack ist - die Worte "Leerverkauf" hört, dann löst das ja sofort Schnappatmung aus und Bilder von Zigarren rauchenden Zockern wabern durch das Hirn. Zocker, die wie der Gottseibeiuns, nur Böses im Schilde führen und treue und ehrlich arbeitende Firmen "manipulieren" wollen. Ganz zu schweigen von den bösen Zockern, die ja an den Nahrungsmittelpreisen Schuld sein sollen - irgendwie halt, so richtig fassen kann Joe SixPack das zwar nicht, aber wird schon irgendwie die Richtigen treffen. 😉

Da wir uns mit so Plattheiten hier aber nicht zufrieden geben wollen, müssen wir mal die Grundsatzfrage stellen:
.
Äh .. Entschuldigung, ich meinte natürlich "Wat is en Leerverkauf", aber so oder so: "Da stelle mer uns janz dumm!" 😉

Wir begeben uns daher in einem Gedankenspiel zurück in das Jahr 1850, in das schöne Land Kalifornien, in dem gerade ein Goldrausch tobt. Sie haben einen Bekannten, der einen kleinen Claim ergattern konnte und tatsächlich ist es ihm gelungen so viel Gold heraus zu holen, dass er das nun in einen 10-Unzen Barren pressen konnte, den er nun wie seinen Augapfel hütet - "mein Schatzzzzzz" halt. 😉

Sie als kundiger und rationaler Beobachter, sind aber der festen Überzeugung, dass die aktuell aufgerufenen Goldpreise viel zu hoch sind und bald wieder zusammen klappen werden. Ihr Bekannter sieht das aber ganz anders herum, er ist euphorisiert und glaubt, dass der Goldpreis nur den Weg nach oben kennt, weswegen er seinen Barren auch nicht hergeben will.

Sie aber, würden so gerne aus Ihrem Wissen, dass Gold bald fallen wird, Kapital schlagen. Nur wie sollen Sie das tun? Es gibt kein Internet und noch nicht einmal Telefon. Mit wem sollen Sie denn handeln? Sie können auch zu keiner Bank gehen, die Ihnen einen "Short" auf Gold anbieten kann und als Gegenpartei dient. Das Einzige was Sie haben, ist so ein Goldhändler in der Kleinstadt, der jeden Tag am Nachmittag einen Kurs raushängt, der (hoffentlich) von einer Börse im fernen New York abgeleitet ist. Dieser Kurs ist Ihr einziger Massstab, nur wie wollen Sie damit von Ihrem Wissen um einen fallenden Goldpreis profitieren?

Da fällt Ihnen wieder Ihr Bekannter ein und Sie haben eine innovative Idee. Sie bieten Ihrem Bekannten an, seinen Goldbarren von ihm zu leihen und garantieren ihm, ihm den Goldbarren genau drei Monate später wieder zu geben. Sobald Sie den Barren geliehen haben, gehen Sie zum Händler und verscherbeln den Barren für Dollar. Da Sie ja davon ausgehen, dass der Barren drei Monate später weniger wert ist, rechnen Sie damit, dass Sie einen Barren zum Zurückliefern an Ihren Bekannten dann in 3 Monaten beim Händler billiger zurück kaufen können. Die Differenz ist Ihr Gewinn!

Theoretisch ist das eine superbe Idee. So könnten Sie von fallenden Kursen profitieren, weil Sie heute etwas verkaufen, das Sie sich geliehen haben, um es dann in der Zukunft billiger zurück zu kaufen.

Das Dumme ist nur, warum sollte Ihr Bekannter da mitmachen? Er hat den Barren doch heute schon und hat keinen Vorteil davon, Ihnen den zu leihen und damit sogar noch ein Risiko zu gehen, dass Sie ein Betrüger sein könnten und mit dem Barren einfach verschwinden. Und ohne einen realen Barren den Sie über den Tresen schieben, wird Ihnen der Goldhändler heute kein Geld auszahlen.

Um Ihrem Bekannten den Deal schmackhaft zu machen, müssen Sie ihm also etwas anbieten und das ist sinnvollerweise ein Zins oder eine Gebühr dafür, dass er Ihnen den Barren leiht. Sie bieten ihm also einige Prozent des Barrenwertes für die Leihdauer an, die sie ihm sofort zahlen werden. Diese "Leihgebühr" schmälert zwar am Ende Ihren Gewinn, aber immerhin, das überzeugt Ihren Bekannten.

Denn er hat jetzt (vermeintlich) auch nur Vorteile, er hat seinen geliebten Barren weiter und kann langfristig an dessen (vermeintlicher) Wertsteigerung partizipieren und bekommt dazwischen noch einige Prozent Leihgebühr für ein paar Monate.

Alle sind also happy und wer am Ende der drei Monate dann happy ist, werden wir sehen. 😉

Genau das ist ein Leerverkauf mit Wertpapierleihe! Und es ist die einzige Art und Weise, um bei Assets seriös von fallenden Kursen zu profitieren. Man muss halt eine Sache (hier Gold) verkaufen, um es später (hoffentlich billiger) zurück zu kaufen. Der Begriff "leer" bedeutet hier also nicht, dass Sie kein reales Gold real verkauft haben. Er bedeutet nur, dass Sie den Barren zu diesem Zweck nur geliehen haben und ihn später wieder zurück geben müssen. Es müsste hier also eigentlich "Leihverkauf" heissen. 😉

Dieser Leerverkauf ist in jeder Hinsicht völlig seriös und unproblematisch, weil hier wird ja ein echter Goldbarren ganz real (beim Händler) verkauft. Und die negativen "Zockergedanken" die so etwas bei Joe Sixpack auslöst, sind in dem Fall völlig deplaziert und nur der puren Ahnungslosigkeit geschuldet.

Wer so sauber leer verkauft, kann an Menge nie mehr verkaufen, als real am Markt vorhanden ist. Das genau ist ein (gedeckter) Leerverkauf und von den Grundprinzipien her die Grundlage jedes sauberen Short-Geschäftes. Natürlich gibt es von dem Prinzip unzählige Abarten, die leicht anders funktionieren. Ich versuche hier aber keine wissenschaftliche Abhandlung, sondern Ihnen ein Gefühl für das dahinter stehende Grundprinzip zu vermitteln und dafür genügt dieses eine Beispiel.

Nun sind wir ja aber im Jahr 2014 und uns bieten Banken diverse derivative Konstruktionen an - zum Beispiel einen CFD - um "Short" zu gehen, ohne dass wir uns als Anleger um Wertpapierleihen Gedanken machen müssen. Über diese realen Produkte werde ich in einem weiteren Beitrag der Reihe "Shorten" irgendwann in der Zukunft schreiben.

Hier und Heute ist aber wichtig für Sie zu verstehen, dass wenn Ihnen ein seriöser Broker zum Beispiel via CFD anbietet nun bei einer DAX Aktie Short zu gehen, der Broker sich sofort wenn Sie die Position eingegangen sind, im Hintergrund per echtem Leerverkauf - wie oben - refinanziert.

Das bedeutet also, in Wirklichkeit machen Sie auch einen echten Leerverkauf mit Wertpapierleihe, wie oben im Jahr 1850 beschrieben. Sie merken nur nichts davon, weil Ihr Broker diese Kompexität für Sie verbirgt und dafür eine Gebühr kassiert.

Ein seriöser Broker wird daher auch nie gegen Sie wetten, denn wenn er sich sofort am Markt refinanziert, ist ihm der Ausgang Ihrer kleinen Wette egal, er verdient an der Marge und fertig.

Ausserdem wird der seriöse Broker Ihnen nur dann eine Short Position via CFD auf eine Aktie anbieten, wenn er sich auch wirklich refinanzieren kann - sprich eine Aktie zum Verkauf am Markt leihen kann. Wenn keine leihfähigen Aktien am Markt mehr zu bekommen sind, weil zum Beispiel schon massive Short-Positionen existieren, wird der seriöse Broker Ihre CFD Short Positon ablehnen. Denn würde er sie annehmen, ohne sich zu refinanzieren, würde er ja gegen Sie wetten und abgesehen davon, de facto eine *ungedeckte* Short-Position (naked short selling) ermöglichen.

Bei meiner primären Handelsbank, die ich zu den seriösen Brokern zähle, habe ich schon mehrfach erlebt, wie Short CFDs auf Einzelaktien gesperrt waren und es waren (wie einmal bei Tesla) fast immer Aktien, die schon kräftig am Markt geshortet wurden - sprich zu leihende Aktien waren nicht mehr vorhanden. Dieses Verhalten ist das Verhalten eines seriösen Brokers, auch wenn man sich in dem Moment vielleicht ärgert, weil der Short auf Tesla nicht mehr geht.

Gerade bei kleineren CFD Anbietern dürfte es nach meiner Vermutung aber auch Fälle geben, die sich nicht refinanzieren und als Gegenpartei damit gegen Sie wetten. Dass diese Broker dann natürlich ein Interesse daran haben, Kurse mal schief zu stellen, Orders liegen zu lassen oder Stops abzufischen, dürfte klar sein. Ein Broker der gegen Sie wettet, ist kein Broker, sondern eher ein Buchmacher in einem Wettbüro. Und schlimmer noch, dieser Buchmacher stellt dann auch noch Ihre Kurse. Lassen Sie die Finger davon!

Sie sehen an der Darstellung auch den Unterschied zwischen einem seriösen Leerverkauf und einem fragwürdigen ungedeckten (nackten) Leerverkauf. Letztere sind in meinen Augen ein unnötiger Auswuchs eines wild gewordenen Finanzsystems und dienen letztlich nur der Grossfinanz.

Gerade bei Gold an der Comex kann man das wunderbar beobachten. Hier können ungedeckten Wetten eingegangen werden und damit können die "grossen Jungs" den Preis eigentlich beliebig hin und her schicken, mit dem physikalischen Angebot und Nachfrage hat das nicht notwendigerweise viel zu tun. Um ins Jahr 1850 zurück zu gehen, müsste der Goldhändler Ihnen also Geld für den zu verkaufenden Goldbarren geben, nur auf ihre Versicherung hin, dass Sie "irgendwo" tatsächlich einen Barren besitzen. Dass das der Manipulation Tür und Tor öffnet, dürfte offensichtlich sein.

Gedeckte Leerverkäufe sind also seriös und haben für einen Markt eine hohe (positive) Bedeutung, weil sie helfen den Markt gesund zu halten und Übertreibungen zu reduzieren. Die "Shorties" die gegen überzogene Kurse wetten, sind keine finsteren Gestalten, sondern eher wie eine Gesundheitspolizei, die keine übertriebenen Bewertungen zulässt. Und in dem die Politik Leerverkäufe generell verbietet (warum eigentlich?) macht man einen Markt nicht stabiler, sondern instabiler.

Ganz anders sind ungedeckte Leerverkäufe zu werten, in denen eine Partei "aus dem Nichts" beschliesst, nun mal Mengen eines Assets zu verkaufen, die die Partei gar nicht besitzt. Damit können Marktpreise tatsächlich manipuliert werden, weil am Ende mehr verkauft werden kann, als physikalisch überhaupt existiert und das reale Angebot und der reale Bedarf seinen Einfluss auf die Preisfindung verliert. Ungedeckte Leerverkäufe sehe ich sehr kritisch und bin sicher, dass der Markt ein Besserer wäre, wenn diese Auswüchse unterbunden würden.

So weit der erste Teil zum Thema Shorten und die Erklärung, "wat en Dampfmaschin" ist. Ich hoffe es hat geholfen die Begrifflichkeiten besser zu verstehen.

Ihr Hari

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Anlageverhalten: Wie hoch ist eigentlich die Frauenquote beim Trading ?

Ein "Sponsored Article" von Milena Kannen, IG

Die Finanzbranche ist eine der letzten Männerdomänen der westlichen Welt. Ob Naturwissenschaften, Technik, Informatik, sogar Handwerk und Landwirtschaft – alle traditionellen „Männerberufe“ werden seit Jahren immer offener für Frauen; seit Jahrhunderten als gottgegeben akzeptierten Grenzen verwischen immer mehr, doch in der Finanzwelt sind auf Veranstaltungen die Krawatten immer noch die absolute Mehrheit über die Halstücher. Insbesondere in Führungsgremien sucht man nach weiblichen Mitgliedern oft vergeblich. Doch wie sieht es in der Trading-Gemeinschaft mit der Frauenquote aus?

“You’re only as good as your last trade”, so lautet eine der meistzitierten Börsenweisheiten der Welt. Nur wer gut ist überlebt; für Erfolg an der Börse spielen Äußerlichkeiten wie Herkunft und Hautfarbe keine Rolle, „anyone can do it“, so heißt es. Aber gilt das auch für das Geschlecht? Mit seiner Aussage, nach der Geburt eines Kindes seien Frauen für das nervenaufreibende Tagesgeschäft eines Traders nicht mehr zu gebrauchen, hat sich der milliardenschwere Hedgefonds-Managar Paul Tudor Jones erst kürzlich kräftig in die Nesseln gesetzt. Schaut man sich in einschlägigen Diskussionsforen im Internet um, ist das Gros der dort vertretenen Meinungen kaum weniger deprimierend. Trading sei für Männer „ein Ersatz für die Jagd“, Männer „suchen den Kampf“, es sei, um Millionär zu werden, gar „erfolgversprechender, sich einen reichen Mann zu suchen als selbst zu traden“. Auch mit wissenschaftlichen Erklärungen ist man schnell bei der Hand: Frauen seien „risikoaverser“ als Männer, handelten besonnener, neigen weniger zur Selbstüberschätzung, und überhaupt ist das Testosteron schuld.

Obwohl es natürlich schwierig ist, Brokerfirmen genaue Angaben über den Frauenanteil an ihrem Kundenstamm zu entlocken, scheint in der Branche dennoch Konsens zu herrschen, dass er stetig ansteigt. Ein Londoner Online Broker meldete einen durchschnittlichen weiblichen Kundenzuwachs von 124 Prozent pro Jahr vor der Finanzkrise, und seit 2009, als das Schlimmste überstanden schien, einen erneuten Anstieg des Interesses. In Deutschland hat die DAB-Bank in einer Studie rund 450 000 Depots von Privatanlegern ausgewertet, und kam dabei zu der Erkenntnis, dass Männer zu risikoreicheren Anlageformen wie etwa Aktien tendieren, während Frauen eher dazu neigen, in Fonds und Anleihen zu investieren. Auch zeigt die Studie auf, dass die risikoärmere Veranlagung Frauen Performance kostet, und zwar erzielten sie 2009 und 2010 rund 3,2 Prozent weniger Rendite als ihre männlichen Kollegen. Gleichzeitig betrug das Minus in weiblichen Depots 2008, im Jahr der Finanzkrise, durchschnittlich 6 Prozent weniger als in männlichen.

Zahlen lügen nicht, heißt es. Betrachtet man nur die genannten Werte, ergibt sich ein recht eindeutiges Bild von Frauen als dem risikoaverseren Geschlecht. Bezieht man jedoch noch andere Daten mit ein, wie zum Beispiel die Tatsache, dass Traderinnen durchschnittlich deutlich weniger Kapital zur Verfügung steht als ihren Kollegen, verzerrt sich dieses Bild. Vergleicht man nämlich Anlageverhalten anhand der Depotgröße, so zeigt sich, dass sich Männer und Frauen mit ähnlichen finanziellen Voraussetzungen auch ähnlich verhalten: Je höher das verfügbare Trading-Kapital, desto größer die Risikobereitschaft der Trader beider Geschlechter. Bei einem Vermögen von 100 000 Euro, so eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, liegt die Wahrscheinlichkeit, zumindest einen Teil davon in risikoreiche Anlageprodukte zu investieren, bei etwa 64 Prozent – und das gilt für Männer wie auch für Frauen.

Woran also liegt es, dass die Mehrzahl der Brokerkunden immer noch Männer sind? Liegt es tatsächlich nur daran, dass Männer durchschnittlich über ein höheres Einkommen verfügen, oder ist doch was dran an der Theorie der männlichen Neigung zur Selbstüberschätzung? Die immer schon interdisziplinär angelegte Geschlechterforschung entfernt sich seit Jahren immer mehr von einem rein biologistischen Ansatz, also der Annahme, dass alle Unterschiede genetisch programmiert und daher unveränderlich sind. Soziologische Vergleiche der traditionellen westlichen Rollenverteilung mit früheren Hoch- und heutigen Randkulturen haben längst ergeben, dass andere Modelle möglich sind, und legen nahe, dass Sozialisierung bei der Herausbildung von Geschlechterrollen die größte Rolle spielt. Solange Männer Frauen auf Trading-Veranstaltungen eher als schmückendes Beiwerk denn als interessierte Teilnehmerinnen wahrnehmen, solange werden trading-interessierte Frauen es möglicherweise als unangenehm empfinden, in einem Raum voller Männer den Arm zu heben und eine Frage zu stellen – auch wenn sie über Investmentkapital von über 100 000 Euro verfügen.

Der Handel mit Hebelprodukten beinhaltet ein hohes Risiko und kann unter Umständen zum Totalverlust Ihrer Einlagen führen. Stellen Sie darum sicher, dass Sie alle verbundenen Risiken verstanden haben und einschätzen können. Mehr Informationen zum Einstieg ins Trading finden Sie auf der

Milena Kannen ist Financial Writer und Researcher bei IG, Deutschlands führendem CFD-Anbieter. Nach abgeschlossenem Journalistikstudium in Leipzig schreibt sie nun aus London über CFD-Handel, Charttechnik und Handelsstrategien sowie aktuelles Börsengeschehen.

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Brokerwahl: Welche Kriterien sollten CFD Trader berücksichtigen?

Ein "Sponsored Article" von Milena Kannen, IG Markets

Der Handel mit Differenzkontrakten (CFDs) erfreut sich in Deutschland, wie bereits an anderer Stelle erwähnt, immer größerer Beliebtheit. War das schnelle Handeln mit Devisen, Aktien, Rohstoffen et cetera bis vor etwa zwei Jahrzehnten noch nahezu ausschließlich professionellen Marktteilnehmern vorbehalten, dringen seit einiger Zeit auch hierzulande verstärkt Privatanleger an die Märkte. Vor zehn Jahren beschäftigten sich ein kleiner Zirkel von etwa 1500 Anlegern mit kurzfristigen Spekulationen; inzwischen werden in Deutschland etwa 43 000 aktive Trader gezählt. Das Geschäft mit den Hobbytradern boomt, und da man mit Speck bekanntlich Mäuse fängt, dauerte es nicht lange, bis auch hierzulande die Online-Broker begannen, wie Pilze aus dem Boden zu schießen.

Wie in jedem Boom-Markt haben auch hier die dynamischen Wachstumsraten und das hohe Gewinnpotenzial zu einem scharfen Wettbewerb geführt. Regelmäßig tauchen neue Firmen auf der Bildfläche auf, entweder als Zweigniederlassungen internationaler Anbieter, Ableger von Großbanken, White Labels bereits existierender Marken oder komplette Neugründungen. Die Werbestrategien dieser Broker sind oft aggressiv, oft wird mit Einsteigerboni geködert. Etablierte Anbieter bemühen sich, sich von dieser Art des Kundenfangs abzugrenzen, indem sie auf weniger laute, langfristige Strategien zur Kundenaquise und –bindung wie zum Beispiel Schulungsangebote setzen.

Wer ernsthaft überlegt, in den CFD-Handel einzusteigen, sollte jedoch die auf jeder Anbieterwebseite schwer übersehbaren Werbebotschaften nicht überbewerten. Im Grunde genommen sind es nicht mehr als vier Kriterien, die ein angehender Brokerkunde als nicht verhandelbar ansehen sollte; alles weitere ist allenfalls schmückendes Beiwerk.

Da wäre zunächst der Sitz des Unternehmens, wobei generell gilt: Anbietern mit Firmensitz außerhalb der EU oder gar in exotischen Steueroasen wie beispielsweise den Cayman-Inseln sollte man mit Vorsicht begegnen, da sie von keiner EU-Behörde reguliert sind und daher keine Vorgaben zur Einlagensicherung zu erfüllen haben. Um als in Deutschland zum Geschäftsbetrieb zugelassen zu werden, ist die Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Entschädigungseinrichtung (EdW) Pflicht; ähnliches gilt in Großbritannien. Die Finanzaufsichtsbehörde BaFin sieht vor, dass geschädigte Brokerkunden im Insolvenzfall ihre Einlagen aus den Mitteln der EdW zurückerhalten, in Deutschland bis zu 20 000 Euro. Wer plant, höhere Summen auf seinem CFD Konto zu lagern, sollte sich über segregierte Konten für Kundengelder informieren, um zu verhindern, dass Einlagen als erzielbare Vermögenswerte an Gläubiger fließen, oder Broker aus Großbritannien wählen: Die britische Finanzaufsichtsbehörde macht eine Einlagensicherung bis 50 000 Pfund Sterling zur Pflicht.

Obwohl viele Broker mit einer großen Bandbreite handelbarer Märkte werben, sieht die Realität größtenteils so aus, dass Trader bestimmte Instrumente bevorzugen und immer wieder zu diesen zurückkehren – in den meisten Fällen ein Mix aus Blue Chips, Major Forex und Spot Gold. Zwar kann es natürlich immer vorkommen, dass exotischere Werte durch ein plötzliches Großereignis ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücken, wie zum Beispiel das von 2010, als ein unerwarteter Steinschlag 33 Bergleute für 69 Tage einschloss. Die hohe Aufmerksamkeit, die der Rettungsaktion international zuteil wurde, wirkte sich nicht nur auf den Kupferpreis aus, sondern sorgte auch für erhöhtes Interesse der Forex Trader an dem exotischen Währungspaar USD/CLP (chilenischer Peso). Dennoch ist es bei der Brokerwahl wichtiger, auf niedrige Spreads in den meistgehandelten Märkten zu achten, um die laufenden Kosten für Ihre Trades möglichst gering zu halten.

Natürlich spielen auch andere Faktoren eine Rolle, wie zum Beispiel Vorhandensein und Höhe einer Mindesteinzahlung (je geringer desto besser, damit Sie nicht in Versuchung kommen, sofort zu große Summen zu handeln), Erreichbarkeit und Support (idealerweise sollte der Kundenservice deutschsprachig sein), Ein- und Auszahlungswege und natürlich die Handelssoftware, die, egal ob browserbasiert oder installierbar, immer stabil und schnell laufen sollte. Letztere sollten Sie, bevor Sie ein Live-Konto eröffnen, unbedingt mit einem Demokonto testen. Diese Faktoren sind jedoch zweitrangig, beziehungsweise hängen von den Präferenzen des individuellen Traders ab. Wer sich jedoch ernsthaft mit dem Gedanken trägt, in den CFD Handel einzusteigen, sollte in den Punkten Firmensitz, Regulierung, Einlagensicherung und Handelsspreads keine Kompromisse eingehen.

Der Handel mit CFDs beinhaltet ein hohes Risiko und kann daher nicht für jeden Anlegertyp geeignet sein. Verluste können u.U. Ihre Einlagen übersteigen. Bitte stellen Sie darum sicher, dass Sie alle mit dem CFD Trading verbundenen Risiken verstanden haben und einschätzen können.

Milena Kannen ist Financial Writer und Researcher bei IG Markets, Deutschlands führendem CFD-Anbieter. Nach abgeschlossenem Journalistikstudium in Leipzig schreibt sie nun aus London über CFD-Handel, Charttechnik und Handelsstrategien sowie aktuelles Börsengeschehen.

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CFDs – Nur für Risikofreudige ?

Ein "Sponsored Article" von Milena Kannen, IG Markets

Wer sich heutzutage näher mit den Themen Börse und Investment beschäftigt, kommt am Thema schon lange nicht mehr vorbei. Die ursprünglich aus Großbritannien stammenden Derivate werden auch hierzulande immer beliebter; einer jährlich durchgeführten Studie des Marktforschungsinstituts Investmenttrends zufolge gab es 2012 in Deutschland 43 000 aktive CFD Trader, sowie 23 000 interessierte Finanzmarktteilnehmer, die derzeit noch nicht mit CFDs handeln, aber erwarten, in den nächsten zwölf Monaten Kunde bei einem Online Broker zu werden.

Die Abkürzung CFD steht für „Contract for Difference“, also ein Differenzgeschäft, bei dem sich zwei Vertragsparteien über einen Barausgleich einigen, der sich aus der Differenz von Bid- und Askpreis eines Underlyings (Basisinstrument) ergibt. Solche Basisinstrumente sind zum Beispiel Aktien, Devisen, Rohstoffe oder Indizes. CFDs werden nicht an der Börse gehandelt, sondern OTC („over the counter“) über einen CFD Broker.

Attraktiv ist der Handel mit CFDs vor allem auf Grund der geringen Haltekosten. Da Trader nur auf die Preisdifferenz spekulieren, das zugrunde liegende Asset aber zu keinem Zeitpunkt physisch besitzen, müssen sie nicht den Gesamtwert, sondern lediglich einen Bruchteil der Position als Sicherheitsleistung auf einem Marginkonto hinterlegen, je nach Broker zumeist zwischen einem und 10 Prozent. Damit CFD Händler aber dennoch in vollem Umfang an den Bewegungen des Marktes partizipieren können, kommt hier die Hebelwirkung (Leverage) ins Spiel: Je nach Höhe des eingesetzten Hebels, der entweder vom Broker vorgegeben oder vom Trader ausgewählt wird, vervielfacht sich der Gewinn pro Kontrakt. Ein Beispiel: Mit einem Hebel von 50:1 ließe sich bereits bei einem Kursanstieg des Underlyings von einem Prozent ein Gewinn von 50 Prozent des eingesetzten Kapitals realisieren, abzüglich anfallender Gebühren. Eine unerwartete Kursbewegung in die entgegengesetzte Richtung führt jedoch umgekehrt leicht zu einem Verlust der gleichen Größenordnung. Ohne ausreichende Absicherung durch wie Stopps und Limit Orders kann es also leicht zu Verlusten kommen, die die Einlagen überschreiten. Interessenten und aktive Trader sollten sich diese Risiken immer wieder bewusst machen, um rationale Entscheidungen zu treffen und nicht unterzugehen.

Auf der anderen Seite ist es jedoch auch falsch, CFDs als „Zockerprodukte“ zu verschreien. Sicherlich sind die meisten Trader hauptsächlich an kurzfristigen Kursveränderungen interessiert, doch es gibt keinen Grund, warum CFDs nicht auch für mittel- und längerfristige Strategien zum Einsatz kommen sollten. Dank ihrer Transparenz und Einfachheit der Handhabung sind sogar Hedge-Geschäfte mit CFDs durchaus denkbar. Nach Markowitz‘ Portfolio-Theorie sollte ein Depot ohnehin nicht nur in unterschiedliche Anlageklassen, sondern auch in verschiedene Handelsinstrumente aufgefächert sein. Auf Grund ihrer hohen Flexibilität und variablen Haltedauern können CFD Geschäfte nicht nur kurzfristig die Performance einzelner Werte maximieren, sondern insbesondere auch die Schwergewichte eines Portfolios effektiv gegen Volatilitäten in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit absichern, sodass diese vielseitigen Handelsinstrumente auch für konservativ ausgerichtete Anleger interessant sein können.

Der Handel mit Hebelprodukten beinhaltet ein hohes Risiko und ist nicht für jeden Anlegertyp geeignet. Stellen Sie darum sicher, dass Sie alle mit dem CFD Handel verbundenen Risiken verstanden haben und einschätzen können.

Milena Kannen ist Financial Writer und Researcher bei IG Markets, Deutschlands führendem CFD-Anbieter. Nach abgeschlossenem Journalistikstudium in Leipzig schreibt sie nun aus London über CFD-Handel, Charttechnik und Handelsstrategien sowie aktuelles Börsengeschehen.

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Hari´s Märkte am Abend – 09.05.12 – Bedeutende Wende bei den Goldminen ?

22 Uhr - Handelsschluss

Was für ein Tag 🙂

Es gibt Tage die in Erinnerung bleiben, der 04. Oktober 2011 war so einer, als der S&P500 unter 1100 abkippte und bei 1078 in der letzen Handelsstunde dann ohne Vorwarnung brutal die Kaufprogramme von Big Money einstiegen und damit seitdem das absolute Tief markierten. Ich war damals schnell genug die Bedeutung des Moments zu erkennen und zu thematisieren. Wer sich an meine Beiträge damals bei Investors Inside erinnert - noch am selben Abend - weiss, wie skeptisch die Mehrzahl der Leser war. Aber so ist das immer an bedeutenden Wendepunkten, sie kommen immer dann, wenn sich der Blick der Mehrheit schon in die Gegenrichtung orientiert hat.

Heute fühlte es sich bei den Goldminen ähnlich an. DAX kurz davor die 6400 zu verlieren, S&P500 unter 1350 und Gold unter 1590 USD. Ich sass um 15.30 Uhr bei Handelsstart der Wallstreet buchstäblich mit dem Finger am Abzug über meinen Goldminen, denn heute war der Tag der Bestätigung, nachdem Gold die 1610 USD gebrochen hatte.

Zur Eröffnung wurden dann unter grossen Volumen die letzten schwachen Hände heraus gekegelt und dann kamen die Kaufprogramme massiv in den Markt. Der GDX (Goldminen ETF) 2,0% im Plus, Barrick (WKN 870450) 2,5% und Newmont Mining (WKN 853823) 4,0% um nur die beiden grössten Namen zu nennen. Diese Wende heute könnte bedeutend sein. Wir brauchen natürlich die Bestätigung morgen, ohne die ist das heute alles nichts wert. Aber bisher hat das alle Inkredenzien eines klassischen "Swing-Low", eines bedeutenden Wendepunktes bei den Goldminen.

Damit hat sich erneut bestätigt, wie wichtig es ist die Bestätigung abzuwarten und sich auch nicht verrückt machen zu lassen, bevor die amerikanischen Handelsplätze offen sind. Erst dann entscheidet sich das Schicksal des Tages. Diese Technik der "Bestätigung" hat nun verhindert, dass ich in einen möglichen Tiefpunkt hinein die Goldminen verkauft habe.

Es wird ja bei den Goldminen auch mal Zeit, diese sind nach meiner Analyse fundamental, gegenüber dem Goldpreis und markttechnisch dermassen überverkauft und unterbewertet, dass hier erhebliches Potential nach oben besteht. Alleine für eine reine Normalisierung der Bewertung sind nach meiner Ansicht dicke zweistellige Gewinne drin. Sollte Morgen die Bestätigung kommen, werde ich im Handelssystem über das Vehikel des ETFs GDX aggressiv Long gehen. Im Investmentdepot bin ich ausreichend investiert und werde nur hier und da aufstocken. Für eine aggressive Wette im GDX gibt es nun auch einen wunderschönen Stop, nämlich genau die 41 USD, die heute die Wende ausgelöst haben. Damit ist ein derartiger Trade hervorragend, bei mässigem Risiko abgesichert.

Sollten diese 41 USD nach unten durchschlagen werden, ist die Stärke heute wohl ein Fehlsignal oder genauer gesagt ein "Dead Cat Bounce". Damit brauche ich auch nicht mehr den Goldpreis als "Notvehikel" um den Minensektor einzuschätzen, die 41 USD sind nun eine saubere Begrenzung, die eine nachhaltige Wende von einem unwichtigen Bounce unterscheidet. Denn zur Vorsicht gemahnt nach wie vor der Goldpreis, der sich heute zwar bei 1590 USD stabilisierte, aber nicht genügend Kraft hatte die 1600 wieder zu erreichen. Der Goldpreis indiziert nun eher noch tiefere Kurse, es wäre aber nicht das erste Mal, das die Minen dem Goldpreis ein paar Tage voraus laufen. Insofern werde ich nicht in voreilige Euphorie verfallen und werde unbedingt die morgige Bestätigung für die heutige Bewegung abwarten. Morgen werde ich wissen, ob das heute bedeutend oder nur ein "Dead Cat Bounce" war. Die Chance einer bedeutenden Wende besteht nun aber und das ist viel mehr, als es noch heute Vormittag schien.

Hier der GDX Chart der letzten Tage von 21.30 Uhr. Beachten Sie das Volumen, die kapitulationsartigen Verkäufe gestern Abend und heute bei Handelsstart und dann das Volumen bei der Gegenbewegung.

Es blieb aber heute nicht nur bei der Wende in den Goldminen, sondern auch die Indizes drehten knapp unter 6400 im DAX und knapp unter 1350 im S&P500 wieder. Das Marktverhalten in den grossen Indizes ist aber für mich lange nicht so überzeugend, wie der potentielle "Swing Low" bei den Minen. Da muss man einfach Morgen abwarten. In Anbetracht der üblen Lage in Europa, rechne ich nicht mit grossen Anstiegen, sondern mit weiterer, starker Volatilität. Aber wenn wir uns nur mal wieder etwas nach oben, vom Abgrund weg arbeiten würden, das wäre doch auch schon mal was 😉

Noch etwas hatte heute einen ähnlichen Charakter wie die Goldminen. Arch Coal (WKN 908011), das "kohleschwarze Depotdesaster" 😉 eröffnete mit 2% Minus und schloss mit 9% Plus ! Und das ohne für mich sichtbare Nachricht und bei hohem Volumen. Sehr merkwürdig und sehr typisch für ein "Swing-Low", wenn der gnadenlose Verkaufsdruck sich endlich erschöpft hat. Sicher hat der weiter starke Gaspreis geholfen, aber die anderen Kohle-Minen waren nicht so stark, da muss was in der Aktie selber los sein. Vielleicht doch eine Übernahme ? Wer weiss und bei der Bewertung durchaus vorstellbar.

Zahlen und Ausblick bei Klöckner (WKN KC0100) waren heute eigentlich ein "Non-Event". Nichts davon war wirklich neu, sicher war es eine kleine Enttäuschung, dass der Ausblick weiter mau bleibt, aber das war nun wirklich auch keine Überraschung. Der Markt "bedankte" sich mit 8% Minus, womit Klöckner die Tiefs von Oktober und November 2011 erneut testet. Wenn so etwas ohne echten Grund passiert, sagt es eine Menge über die Verfassung des Marktes aus und die ist im Moment sehr schlecht.

Aber eigentlich sah das heute auch nach einer echten Kapitulation bei Klöckner aus und viel spricht daher in meinen Augen markttechnisch dafür, dass 8,2€ bei Klöckner wieder Kaufkurse waren. Aber die Situation im Markt ist so unklar, dass ich zum Thema Stahl lieber keine Prognosen wage. Denn eine Auto- und Maschinenbauindustrie mit vollen Auftragsbüchern und gleichzeitig eine Stahlindustrie am Boden, das habe ich bisher noch nicht erlebt und insofern greifen hier auch keine Erfahrungswerte mehr. Wir sind, was die Eurokrise angeht, eindeutig in unerforschten Gewässern und das macht Prognosen rein aus Markttechnik sehr, sehr schwierig.

K+S (WKN KSAG88) ist dagegen vergleichsweise ein Fels in der Brandung in diesen Tagen. K+S lieferte ganz gute Zahlen im Rahmen der Erwartungen und einen stabilen Ausblick. K+S ist eine der Aktien, die in ihrer Geschäftsentwicklung nicht direkt mit dem Desaster in der Euro-Zone korreliert ist. Bei attraktiver Bewertung überwiegen hier in meinen Augen die Chancen, ich halte bei K+S weiterhin ganz entspannt eine Long-Position.

Bemerkenswert fand ich heute auch Wacker Chemie (WCH888). Nachdem der Ausblick zuletzt doch nicht so begeistern konnte wie erhofft, verliess das spekulative Geld die Aktie wieder und diese mäanderte unter 60€ herum. Heute schaute der Kurs dann unter 58€ und gegen 17 Uhr ging es dann mit einem Schlag Intraday um 5% nach oben, bis 61€. Ich kenne den Grund dieser Bewegung nicht, aber auch da muss wie bei Arch Coal etwas los sein, was einige wissen, wir aber nicht. Auf jeden Fall ist die Kursentwicklung der letzten Tage und dieser heutige Sprung für mich Indiz, dass der Abwärtsdruck möglicherweise aus der Aktie weicht und man den Blick nun wieder nach oben richten könnte. Ich bin mit meiner Long-Position nach wie vor investiert.

Zum Abschluss möchte ich einen Kommentar hier auch im Artikel nutzen, damit er nicht übersehen wird. Es geht um die Frage:

Was zeichnet einen optimalen Broker aus, wenn man seine Trading-Aktivitäten professionalisieren will ?

Über dieses wichtige Thema wurde hier zuletzt diskutiert und ich möchte daher hiermit auch meinen Beitrag leisten, damit meine Leser am Ende bei einem seriösen, leistungsfähigen Anbieter landen. Deshalb hier meine ganz persönlichen, subjektiven Selektionskriterien für einen guten Broker für “Profis”, oder solche die es werden wollen.

Ein guter Broker ....

(1) bietet das komplette Handelsportfolio ab, also Aktien, Futures, Devisen, CFDs etc.

(2) ist an den wichtigsten Handelsplätzen der Welt direkt vertreten.

(3) legt seine Bilanzen offen und hat ein klares Geschäftsmodell, aus dem man erkennen kann, dass der Broker sein Geld mit seinen Kunden verdient und nicht gegen sie. Indiz dafür ist, wenn die Mitarbeiter bereit sind und die Kompetenz haben, das Geschäftsmodell dem Kunden zu erklären.

(4) hat zuverlässige und leistungsfähige EDV-Systeme, die auch in der Vergangenheit bei hoher Volatilität nicht in die Knie gingen. Hier hilft zb der Flash-Crash 2010 als Erfahrungswert oder Anfang August 2011 der Beginn des Absturzes. Einige der Direktbanken in Deutschland waren da letztes Jahr Offline, die vermeintlich “günstigste” war über Tage nicht zuverlässig erreichbar. Ich nenne das "Schönwetterbanken", vermeintlich günstig kann halt ziemlich teuer werden. 😉 Im Web finden sich noch die Kundenbeschwerden, wenn man gezielt sucht.

(5) hat deutschsprachigen Support der nicht nur behauptet wird, sondern in Form deutschsprachiger Mitarbeiter mit Namen (also real vorhanden) irgendwo in Europa sitzt. Sollte man testen bevor man Kunde wird, behauptet wird viel. 😉

(6) hat ein einfaches, transparentes Gebührensystem.

Das sind die in meinen Augen entscheidenden Kriterien. Nicht entscheidend ist, worauf "Otto Normalanleger" permanent starrt, die Gebührenhöhe. Die ist eher sekundär für die grundsätzliche Entscheidung und kann man dann in der Schlussrunde verhandeln, wenn man sich nur noch zwischen 2-3 Favoriten entscheidet. Denn wenn ein Broker die obigen Kriterien erfüllt und seit Jahren weltweit erfolgreich ist, dann hat er so oder so konkurrenzfähige Gebühren. Anders geht das gar nicht. Und ein paar Euro mehr pro Trade sind gut investiert, wenn dafür die EDV stimmt und immer noch läuft, während die anderen Offline sind, weil sie unter der Last zusammen brechen.

Deshalb Vorsicht vor diesen gebührenorientierten, sogenannten “Broker-Vergleichen” in den beliebten Zeitschriften, die gehen nach meiner Ansicht in der Regel an den entscheidenden Punkten vorbei.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend !

Ihr Hari

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