Gabor Steingarts brilliante Bestandsaufnahme des Journalismus

Da sitze ich hier, Einzelkämpfer, Blogger, Journalist und Geschäftsführer einer kleinen Medien-GmbH. Jeden Artikel schreibe ich: selber. Redigieren muss ich: selber. Die Buchhaltung vorbereiten muss ich: selber. Mit Lesern kommunizieren und diskutieren tue ich: selber. Technische Probleme behebe ich: selber. Die IT Infrastruktur baut wer auf ? Ich selber. Und so weiter, Sie ahnen den Fortgang der Geschichte. Achja .... und eigentlich ist das nur meiner zweiter Job neben dem ersten - dem eigenen Handel an den Märkten.

Und wenn an den Märkten etwas Bedeutendes passiert, wie zuletzt, als das Janet Yellen Statement in dem Markt leckte, dann schreibe ich dazu in der Regel zeitnah im Premium-Bereich, manchmal noch nach 22 Uhr. Und habe meistens schon kurz danach einen originären Gedanken dazu für Sie parat. Und eine dreistellige Zahl an Lesern schätzt das mittlerweile und bezahlt für diese Qualität.

Schaue ich dann in die breiten Medien, gefüttert von Heerscharen von Journalisten, ein kleiner Kern davon auch mit festen Gehältern auf sicheren Stühlen in warmen Redaktionsstuben, findet man vielleicht 1 Stunde nach dem Ereignis eine freudlose Nacherzählung, die zu oft den Geruch verbreitet, einfach vom Wall Street Journal übernommen worden zu sein.

Wie kann das sein ? Jetzt findet sich natürlich auch in den grossen Medien immer wieder Brilliantes und Durchdachtes, bei dem man merkt, dass der Autor wirklich etwas zu sagen hat. Aber zu oft geht das in einem Meer an Kopiertem, Geschwafeltem und Aufgeblasenem unter.

Warum ich Ihnen das hier in einem Finanz- und Börsenblog schreibe ? Weil ich Sie dazu motivieren möchte, die wirklich brilliante und unbedingt lesenswerte Bestandsaufnahme des gegenwärtigen Journalismus von Gabor Steingart zu lesen.

Gabor Steingart, ehemals Chefredakteur des Handelsblatt und nun Herausgeber, wendet sich anlässlich einer Veranstaltung in München direkt an seine Kollegen. Lesen und geniessen Sie eine brilliante Rede hier:

---------- UNBEDINGT LESEN:

Dem ist wirklich nichts hinzu zu fügen. Da sitzt jeder Punkt. Wichtig sind auch seine Aussagen zur Ursünde der Kostenlos(un)Kultur im Internet. Wer von den Lesern nicht bereit ist, guten Journalismus zu bezahlen, muss sich auch nicht wundern, wenn ihm die Medien eine populistische Einheitssosse unappetitlichen Erregungsjournalismus bieten. Denn mit Erregungsjournalismus produziert man Klickzahlen. Nur wer Journalisten unabhängig von Klickzahlen bezahlt, kann auch originäre Gedanken abseits des Mainstreams auf den Titelseiten erwarten.

Erinnern Sie sich doch an die teilweise unterirdische Berichterstattung zur Bundestagswahl. Während bei den Kernfragen unseres Landes zum Euro, zur Notenbankpolitik und zu Deutschlands Platz in Europa, eine von der Kanzlerin vermutlich begrüsste Totenstille der Alternativlosigkeit auch in den großen Medien herrschte, wurden wir mit Manierismen und bewusst gesetzten Erregungszyklen wie Steinbrücks "Stinkefinger" bei Laune gehalten - den ich übrigens gut fand. 😉

Und auch nach der Wahl geht es weiter, erst vor kurzem konnten wir als Leitartikel vieler Online-Medien lesen, dass eine gewisse Manuela Schwesig (SPD) wegen Differenzen bei der Homo-Ehe die grosse Koalition in Frage stellt. Oh mein Gott ! Ich habe ja überhaupt kein Problem mit dem Thema, aber es gehört nicht auf Seite 1 und kann auch nicht die Wohl- und Wehe-Frage einer neuen Regierung sein - dieses Land hat weitaus wichtigere Probleme !

Jetzt höre ich gleich wieder Journalisten sagen, sie würden ja nur berichten und es sei ihre Pflicht solche Entwicklungen wiederzugeben. Mit Verlaub, völliger Unsinn. Wie Gabor Steingart schon darstellt, sind einige Hauptstadt-Journalisten eine Art Symbiose mit der Politik eingegangen. Und die Politik weiss genau, mit welchem Kasperletheater sie auf die Titelseite kommen kann. Würden die Journalisten auf diese Erregungszyklen gar nicht anspringen, würde die Politik sie auch nicht produzieren. Die Macht guten Journalismus ist weit höher, als sie von manchem Hofberichterstatter ausgeschöpft wird und was Journalisten schreiben, beeinflusst massiv, was Politiker überhaupt an Text produzieren. Um sich aber als Journalist über Hofberichterstattung zu erheben, muss man erst einmal einen originären Gedanken haben und das ist eben nicht jedem gegeben und kann man auch nicht einfach auf der Journalisten-Schule lernen. Dafür muss man im Leben stehen und das Thema selber mit Herzblut atmen, von dem man schreibt.

So liegt es letztlich an uns - den Lesern - dafür zu sorgen, dass sich der Journalismus ändert und mehr begreifen, wie recht Gabor Steingart hat, dem ich für seine wahren Worte meine Hochachtung aussprechen möchte.

Es liegt an uns, gute Inhalte zu bezahlen und damit sicher zu stellen, dass auch morgen originäre Gedanken von qualifizierten Autoren in den Medien zu lesen sind. Und es liegt an uns, dem Klickraten-Erregungsjournalismus unseren eigenen "Stinkefinger" zu zeigen, in dem wir diese Medien meiden, wie der Teufel das Weihwasser. Und ich bin sicher, am Ende wird sich die Qualität durchsetzen - zumindest bei den gebildeteren Lesern.

Auf jeden Fachjournalisten kommen locker 100 Bürger, die in dem Thema noch fitter sind, sich noch besser auskennen und mindestens ebenso gut schreiben können. Und diese Bürger können sich durch das Internet nun leicht Gehör verschaffen.

Die Journalisten alter Prägung haben daher die Wahl: entweder diese unbändige Kraft der bürgerlichen Intelligenz für sich nutzbar zu machen, in dem sie sich mit den Lesern verbünden und eine neue Rolle für sich finden - oder unterzugehen. Guter Journalismus wird aber weiter dringend benötigt, originäre Gedanken haben immer Konjunktur !

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Hari´s Märkte am Abend – 04.06.12 – ARD zitiert surveybuilder.info, Soros über Ökonomie

22 Uhr - Handelsschluss

Nach Handelsschluss noch zwei Hinweise. Alles was ich zur Grosswetterlage an der Börse derzeit wichtig finde, hatte ich ja schon heute Mittag -> hier <- geschrieben.

Der Markt hat bis Handelsschluss auch nichts gemacht, was diese Einschätzung von heute Mittag in Frage stellt. Die Stabilität und Stärke bei den Goldminen ist nach dem Freitag mit 6% Anstieg für mich erneut eindrucksvoll. Selbst ein 2% Rückgang wäre heute nur normal gewesen, aber selbst das wollte der Markt scheinbar nicht mehr zulassen und produzierte sogar 1,6% Plus und einen Schlusskurs auf Höchststand im GDX.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, wie man eine Sache auch immer ganz anders sehen kann. Schauen Sie auf Chart der fröhlichen Perma-Bären bei "Slope of Hope". Die Zukunft wird zeigen wer richtig liegt, bei aller positiver Erwartung kann jeder Trade fehlschlagen und ich respektiere daher meinen Stop bei aktuell 41 USD für den GDX.

(1) ARD-Börse zitiert surveybuilder.info

Lars Röhrig von Investorsinside.de hat mich heute dankenswerterweise darauf aufmerksam gemacht, dass ich zum Thema meines Artikels zu -> Gold und Goldminen <- nun auch von der ARD Börse direkt zitiert wurde und sich sogar ein Satz meines Artikels ("In der Sekunde, in der die grottenschlechten Daten ...") weiter unten fast wörtlich im ARD Artikel wiederfindet. Ohne diesen Hinweis hätte ich es mangels Backlink nicht bemerkt. Scheinbar lesen Redakteure der ARD-Börse hier im Blog mit, sehen Sie .

Das ist an sich ja erfreulich und das direkte Zitat mit meinem Namen und dem Namen des Blogs ist auch journalistisch in Ordnung. Wer mich also finden will, kann das auf diese Art und Weise. Es ist erfreulich, wenn auch die öffentlich rechtlichen Medien sich qualifizierten Input nicht nur von den immer gleichen Personen holen. Insofern begrüsse ich die mitlesenden Redakteure hier unbekannterweise ganz herzlich im Blog ! Über den Satz zum Thema "grottenschlechte Daten" weiter unten im Artikel, lege ich mal wohlwollend den Mantel des Schweigens, das kommt im Eifer des Gefechts vor.

Weniger erfreulich finde ich aber, dass sich die Redakteurin Frau Göpfert scheinbar nicht zu einem direkten Link auf surveybuilder.info.de aufraffen konnte. Ich weiss nicht woran das liegt, vielleicht ist es auch nicht ihre Entscheidung, sondern generelle Politik der ARD Online Redaktion, ich kann da nur raten. Ich hoffe aber sehr, dass der Grund nicht eine Art von "Search-Engine-Optimierung" ist, also der Versuch abfliessende Links zu vermeiden, um den Pagerank der eigenen Seite hoch zu halten.

Denn wenn das der Grund wäre, wäre das in meinen Augen unklug, denn so funktioniert das Web schlicht nicht und Googles Algorithmen übrigens auch nicht ! Darüber hinaus wäre es zu bedenken, dass es für viele Blogger schlicht unhöflich ist, fremden Content zu verwenden, ohne selber für eine offene Verlinkung zu sorgen.

Seriöse Blogger - wie auch ich mich sehe - bemühen sich intensiv, Zitate anderer Seiten durch einen entsprechenden Link zu untermauern und so der Quelle auch zu einer fairen Aufmerksamkeit zu verhelfen - wenn man den Inhalt schon für sich selber nutzt. Aber auch die professionelle Presse hält sich überwiegend an dieses ungeschriebene Gesetz des Web, wenn ich zum Beispiel von der Chefredaktion des Handelsblatts den täglichen Newsletter bekomme, sind kommentierte Zitate und Verweise in der Regel mit einem Link auf den Originaltext versehen, so wie es sich gehört. Warum das für die ARD-Börse nicht gelten soll, erschliesst sich mir ebensowenig, wie anderen namhaften Bloggern, denn das ist für mich schlicht eine Frage von "Geben und Nehmen".

Insofern liebe Frau Göpfert, fände ich eine Nachbesserung nur fair. Alternativ steht die Kommentarfunktion dieses Blogs für eine Klarstellung bereit, warum diese Verlinkung nicht erfolgte. So könnte man negativen Interpretationen gleich die Grundlage zu entziehen.

(2) George Soros redet über Ökonomie und den Euro

Hedgefond Legende und Milliardär George Soros hat letzten Samstag auf dem "Festival of Economics" in Trento Italien gesprochen. Wer bei surveybuilder.info schon länger mitliest, weiss ja, wie despektierlich ich mich hier schon mehrfach zur klassischen ökonomischen Theorie geäussert habe, insbesondere zur "Efficient Market Hypothesis".

Die vollständige Rede von George Soros können Sie auf der offiziellen Website von George Soros nachlesen. Ich rate unbedingt dazu diese Zeit zu investieren, es sind spannende Einsichten eines Marktprofis. Wer den Markt wirklich verstehen will und seine Performance verbessern, sollte sich nach meiner Ansicht unbedingt mit diesen Gedanken rund um die "Reflexivität" des Marktes vertraut machen, das ist in meinen Augen bedeutender, als manch bunte Linie in Charts. Ich habe das, wie Sie wissen, immer die "Selbstbezüglichkeit" des Marktes genannt, was nur zwei verschiedene Worte für die identische Sache sind.

Auch seine bekannte Sicht zur Eurokrise erläutert Soros übrigens umfassend. Ich teile diese Sicht nur bedingt, weil Soros - wie er ja selber zugesteht - hier auch politische Ansichten und Annahmen einfliessen lässt, die ich nicht vollständig teile. Er umschifft in seiner Argumentation in meinen Augen auch die Frage, was die Ursache der Ungleichgewichte ist, denn diese sind nicht erst durch den Euro entstanden. Und nur wenn man die Ungleichgewichte beseitigt, kann abseits kurzfristiger "weisser Salbe" langfristige Stabilität entstehen. Trotzdem ist es für uns alle wertvoll, seine Argumentation zur Euro-Krise mal vollständig zu lesen und nicht nur in abgehakten und entstellenden Bruchstücken in der normalen Presse. Und im Grossen und Ganzen empfinde ich seine Sicht als eine kompetente Analyse der derzeitigen Krise, weit kompetenter und tiefgehender, als was man gemeinhin so von der Politik zu hören bekommt.

Mir hat die Rede nicht nur gut gefallen, sondern auch neue Einsichten verschafft. Ich wusste gar nicht, dass ich George Soros in Sachen Ökonomie voll auf meiner Seite habe. 😉 Ich erlaube mir mal ein Zitat als Appetizer:

-> "I believe that the failure (Anmerkung: of economic theory) is more profound than generally recognized. It goes back to the foundations of economic theory. Economics tried to model itself on Newtonian physics. It sought to establish universally and timelessly valid laws governing reality. But economics is a social science and there is a fundamental difference between the natural and social sciences. Social phenomena have thinking participants who base their decisions on imperfect knowledge. That is what economic theory has tried to ignore." - George Soros

Viel Spass beim lesen, es lohnt sich wirklich, auch wenn es nicht immer "leichter Stoff" ist ! Wer ernsthaft an den Märkten unterwegs ist, kann von dieser Rede nur profitieren.

** Bitte beachten Sie bei der Wertung der Inhalte dieses Beitrages den -> Haftungsausschluss <- ! **

In Sachen Urheberrecht: Ein Wort zu den “Piraten”

Ein paar Worte in eigener Sache zum Urheberrecht.

Ich denke wir alle beobachten fasziniert den Aufstieg einer Partei, die selber noch gar nicht so richtig weiss, was sie will.

Aus meiner Sicht haben die "Piraten" das Glück, dass sie für viele Wähler der Katalysator sind, um ihren berechtigten Frust mit dem Parteiensystem auszudrücken. Nur das erklärt für mich den plötzlichen Stimmenschwall, ohne das die Wähler wirklich wissen, was sie da wählen. Es ist eine Art Protestabstimmung der Nichtwähler und mit den Altparteien Frustrierten. Statt nicht zur Wahl zu gehen, kann man jetzt den Piraten die Stimme geben.

Auch ich spüre das und empfinde jede Menge Sympathie dafür, dass sich hier eine unverbrauchte neue Kraft entwickelt. Insofern wünsche ich mir sehr, dass sich diese Bewegung weiter entwickelt und zu einer echten Partei wird.

"Endlich mal moderne, junge Leute, die an etwas anderes als Öko und Umverteilung denken und die Zukunft aktiv gestalten wollen" - so ungefähr könnte man wohl die Reaktion vieler zusammen fassen.

Trotzdem gibt es da ein ernsthaftes Problem mit der Partei. Denn wie die Grünen mit dem Öko Thema, haben die Piraten in meinen Augen ein Kernthema, sozusagen die DNS der Partei. Und das ist die Abschaffung des Urheberrechtes - der Parteiname existiert ja nicht aus Zufall.

Das derzeitige Urheberrecht hat sicher seine Macken und ich bin in einigen Teilen kein Freund davon - ganz besonders weil es zu einer Plattform für Abmahn-Kartelle geworden ist. Das ist aber nicht das Problem des Urheberrechtes perse, sondern nur seiner derzeitigen Ausgestaltung im Detail.

Aber eine defacto Abschaffung wie sie den "Piraten" scheinbar vorschwebt, ist in meinen Augen ideologischer Blödsinn und wird zu einer Verarmung der Kultur führen - es wird die Welt nicht offener machen, sondern eine Kultur des Verbergens und der Geheimhaltung fördern.

Denn wenn ich befürchten muss, dass mir jede gute Idee sofort geklaut werden kann, werde ich alles dafür tun, diese Idee vor der Öffentlichkeit zu verbergen.

Gerne wird von den Apolegeten dieser Gratis-Kultur dann angeführt, dass das Urheberecht ja erst jüngeren Datums sei und es das früher gar nicht gab. Stimmt - und ist trotzdem völlig falsch. Denn es wird dabei völlig verkannt, dass es früher eben auch noch keine Aufzeichnungsgeräte, keine Kopierer und keine Digitalisierung gab. Mozart brauchte kein Urheberrecht, wer nicht an seine Noten kam, wie wollte der denn seine Symphonien nachspielen ? Hätte jeder Hanswurst Mozarts Musik nachspielen und verhunzen können, wäre auch ein Mozart wohl "not amused" gewesen.

Jetzt wird von einigen Piraten ja durchaus differenziert argumentiert und um die Gratis-Kultur geht es bei den Ideen der Piraten eigentlich auch gar nicht, eher um freien Wissenszugang für alle. Aber das Ergebnis, so wie es dann von den Millionen ausgelegt wird die einfach "machen", statt die ziselierten Begründungen von Partei-Programmen zu lesen, das lautet dann: "Ich kann kopieren und damit machen was ich will". Da nennt man die "Normative Kraft des Faktischen" - etwas worüber einige der engagierten jungen Leute mal nachdenken sollten.

Und ja, ich weiss, von den "Piraten" wird auch angeführt, Sie wollten das Urheberecht ja gar nicht abschaffen und geistiges Eigentum sei ihnen wichtig - sie wollten ja nur die freie Vervielfältigung und Nutzung ala "Creative Commons" im privaten Rahmen erlauben - "Open Access" ist da das Zauberwort. Aber auch das ist am Thema vorbei und kommt im Endeffekt aufs Gleiche hinaus.

Denn wenn jetzt jeder ganz legal und gegen meinen Willen meine Artikel hier kopieren und im Web nutzen könnte, ist das Urheberrecht nur noch eine leere Hülle ohne Wert und damit defacto abgeschafft. Und was ist, wenn ich eben nicht will, dass Unbekannte kostenlos "Open Access" auf die Produkte meines Geistes haben ? Wenn sogar meine wirtschaftliche Existenz von diesen Produkten meines Geistes abhängt, wie bei Fotographen, Künstlern und freien Journalisten ? Wenn andere gegen meinen Willen über die Verwendung der Ergebnisse meiner eigenen Arbeit entscheiden können, nenne ich das eine Diktatur - die Diktatur der bräsigen, konsumierenden, passiven Masse.

Ich kann deswegen mit Bestimmtheit sagen:
Sollte sich die Idee durchsetzen das Urheberrecht defacto abzuschaffen, wird es surveybuilder.info in dieser Form nicht mehr geben.
Dann verschwindet die Seite hinter einer dicken Mauer oder wird ganz eingestellt.

Und ich bin ganz sicher, das wird für den meisten wirklich qualifizierten Content im Web gelten. Er verschwindet einfach aus dem öffentlichen Sichtbereich.

Was dann weiter fröhlich und frei ausgetauscht werden kann, sind die "spannenden" und sinnfreien Ergüsse via Facebook und Co. über die Farbe der zuletzt gekauften Hose, die Marotten des Freundes, neuestes Rabatte bei Groupon und was man gestern gegessen hat. Originärer, innovativer Content wird aber aus der Öffentlichkeit weitgehend verschwinden. Wenn dieses intellektuelle Futter den "Piraten" genügt, sollen sie glücklich damit werden.

Schon heute ärgern wir Blogger uns doch über die unzähligen "Brain-Sucker" unter den Lesern, die sich zwar unseren Content sehr gerne "reinpfeifen", aber "als Dank" dann noch nicht einmal bereit sind einen winzigen Klick zu machen oder sonstwie einen Finger zu krümmen. Wieviele Seiten kenne ich, bei denen die Betreiber versuchen ihre Kosten zum Beispiel über Klicks auf Amazon-Banner und ähnliches teilweise herein zu holen. Und trotz entsprechender Bitten an die Leser, wer klickt ? Kaum jemand !

Kann mir einer der "Piraten" mal erklären, warum man sein Engagement weiterführen sollte, wenn man dann noch nicht einmal sein geistiges Eigentum mehr schützen kann ?