FAAMG und das Blasengefasel

Das Gefasel über "Blasen" ist ja in den letzten Jahren zur Manie der Medien geworden. Jeder der glaubt, etwas zum Markt verzapfen zu müssen, hüllt sich in gewichtiges Raunen und identifiziert irgendwo eine neue "Blase" und natürlich den bald folgenden Crash gleich mit dazu.

Damit ist ihm das wohlgefällige Kopfnicken aller sicher, die schon immer wussten, dass Börsen nur Zockerbuden sind und Aktien viel zu riskant. Man kann sich damit auch den Habitus des erfahrenen Marktbeobachters geben, wer von 2000 reden kann, muss ja scheinbar schon einige Erfahrung haben, auch wenn man damals in Realität noch die Schulbank drückte und Amazon für einen neuen Ego-Shooter hielt.

Natürlich sind nicht alle Gedanken zu "Blasen" völliger Unfug, natürlich gibt es in einigen Bereichen bedenkliche Entwicklungen, die zu thematisieren sind. So zum Beispiel zu den , die ich auch schon mehrfach, so auch bei Tichy in thematisiert habe.

Aber die Penetranz und Persistenz des aktuellen Blasen-Geredes, offenbart den medialen Zweck des wohligen, den Click befördernden Schauders, der auch bei Horrorfilmen das Publikum in die Kinos lockt.

Und es offenbart eine gedankliche Fixierung auf die Vergangenheit, die mal wieder den Blick auf die Möglichkeiten der Zukunft verstellt. Wer diesem Gerede folgt und sich davon anfixen lässt, hat garantiert seit 2009 keinen Erfolg im Markt.

Besonders schön sichtbar wurde das Muster die letzten Wochen, als vermehrt wieder Vergleiche des NASDAQ mit dem Jahr 2000 laut wurden und die grossen Bluechips, die man als FAAMG (Facebook, Amazon, Apple, Microsoft, Google) zusammen fassen kann, neue Kurshöhen erklommen.

Um es ganz deutlich zu sagen, diese Vergleiche der FAAMG Kurse mit der 2000er New Economy/Internet Blase sind grober Unfug. Und wer sich davon beeinflussen lässt, ist selber schuld und sollte dringend seine Medienwahl hinterfragen.

Ich will Ihnen das ganz unzweideutig beweisen. Hier ist das Chart des NASDAQ Composite über 20 Jahre, von 1997 bis 2017. Sie können das Chart anklicken und vergrössern, wenn Sie wollen:

Wir sehen die 2000er Internet-Blase. Und wir sehen, dass der NASDAQ 15 Jahre brauchte, bis er diese Niveaus wieder erreichte, dann 2 Jahre konsolidierte und zögerte und nun nach 17 Jahren nach oben über die alten Niveaus hinwegzieht.

Nun muss man wissen, dass die gross kapitalisierten FAAMG Aktien einen erklecklichen Teil der NASDAQ Kapitalisierung ausmachen. Schauen wir doch also mal, wie die sich entwickelt haben am Beispiel Apple und Google. Sie können aber auch gerne die anderen Namen nehmen und kommen zu ähnlichen Ergebnissen.

Wir sehen schnell, dass diese Unternehmen ihre Umsätze und Gewinne um zwei und dreistellige Faktoren erhöht haben. Waren diese Unternehmen in 2000 noch jenseits von Gut und Böse bewertet und nahmen viel zu viel Zukunft vorweg, sind sie nun sauber in die Bewertungen hinein gewachsen.

Sie können auch andere Indikatoren der Gegenwart nehmen und werden schnell erkennen, dass die FAAMG Aktien bezogen auf ihre Gewinnqualität und ihr weiteres Wachstum im Vergleich zu anderen Bluechips derzeit zwar hoch, aber noch angemessen bewertet sind.

Der ganze Markt hat eben derzeit ein erhöhtes Bewertungsniveau, nicht nur FAAMG, das hat aber in Breite mit der Niedrigzinspolitik der Notenbanken zu tun und rein gar nichts mit einer "Tech-Blase".

Und die FAAMG Aktien waren in den letzten Monaten auch etwas zu schnell zu weit gelaufen, wie ich Ihnen das ja vor 3 Wochen in -> Liebesaffäre mit Big Tech <- hier geschrieben habe. Die Korrektur der vorletzten Woche war also logisch und erwartbar und es kann auch sein, dass noch einmal 5-10% Korrektur über den Sommer drin sind. Und auch eine schärfere Korrektur ist theoretisch immer drin, dann aber aus anderen Faktoren die wir heute noch nicht kennen.

Ein grundlegende "Blase" bei den Bewertungen dieser FAAMG Aktien aber, ist schlicht dummes Zeug - man muss sich fragen was die, die davon reden, eigentlich geraucht haben.

Richtig ist etwas ganz Anderes, das wir im Premium-Bereich schon letzten Sommer unter ->Apple, Google und Co - Die neuen Nestles? <- thematisiert haben:

Diese grossen Techkonzerne sind die Wegbereiter eines grundlegenden Wandels der Art wie wir wirtschaften, es sind die neuen Dominatoren und sie haben eine Dominanz erreicht, wie sie IBM Anfang der 80er Jahre hatte.

Sicher kann man sich fragen, ob diese Dominanz lange zu halten ist, bei IBM war das damals nicht der Fall. Aber eine Blase? Ich bitte Sie, das ist als Argument derzeit nicht mal satisfaktionsfähig.

Man kann dem Markt viel vorwerfen, auch Verzerrungen, Überbewertungen und Schieflagen. Aber in einer Blase sind FAAMG nicht, die sind so gut und gewinnstark, wie es die Kurse ausdrücken.

Und wenn man der Markttechnik folgt, ist dieser Ausbruch von 2017 über die alten Hochs im NASDAQ eher der Beginn einer grösseren Bewegung, als eine Überdehnung am Ende. Zu den disruptiven Veränderungen unserer Welt, unter anderem durch die Digitalisierung, würde es passen.

Wenn man so will, war der Markt in 2000 übertrieben visionär, es wird erst jetzt das Realität, was damals in die Kurse hineingeträumt wurde.

Und Blasen werden sich an der Börse auch wieder bilden oder haben sich schon gebildet, aber genau da, wo niemand darüber fabuliert. Eine medial beackerte Blase ist, bevor diese geplatzt ist, eigentlich ein Widerspruch in sich.

Ihr Hari

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FED und EZB haben fertig!

Oder wäre im Sinne von Trapattonis berühmter Wutrede, vielleicht "Was erlauben Mario?" der bessere Titel gewesen? 😉

Ernsthaft, wenn man es vom medialen Standpunkt der Wiederholung und Neuigkeit betrachtet, ist das "Notenbank-Bashing" ja eigentlich langweilig, weil es wurde fast alles schon so oft gesagt.

Wir leben ja aber nicht nur in einer medialen, virtuellen Welt, sondern auch in einer ganz realen, in der es um unseren Wohlstand, unser Land, unsere Kultur, unsere Zukunft und die Zukunft unserer Kinder geht.

Und dafür lohnt es sich zu kämpfen und deshalb müssen wir in dieser realen Welt, so lange penetrant auf etwas herum reiten, bis es sich unter der Last der tausend Nadelstiche und des öffentlichen Drucks, dann doch ändert.

Und deswegen schreibe ich schon wieder zu den Notenbanken, denn die haben mir in den letzten beiden Tagen bewiesen, dass sie "fertig haben" und am Ende ihrer "Alchemie" angekommen sind.

Weiterlesen ...FED und EZB haben fertig!

Der Crash kommt! Oder doch nicht? Und was ist eigentlich eine „Wall of Worry“?

Betrachten wir doch mal "fundamental" und "objektiv" die Welt- und Marktlage:

  • Die Krise in der Ukraine ist kein bisschen gelöst. Check!
  • Der IS ist kein bisschen besiegt. Check!
  • Im chinesischen Meer kann jederzeit ein offener Konflikt auftreten. Check!
  • Früher oder später werden Atomwaffen in den Händen von Selbstmordattentätern sein. Check!
  • Wenn man der Hydra des Terrorismus einen Kopf abschlägt, wachsen sofort drei Neue nach. Check!
  • Der Westen hat seinen inneren Kompass verloren und verliert sich und die Werte der Freiheit, in kulturellem Relativismus. Check!
  • Der Euro ist eine Fehlkonstruktion und wird zwangsläufig scheitern. Check!
  • Das Brüsseler Europa der Beliebigkeit und des Konsens um jeden Preis, hat sich überdehnt und scheitert gerade. Check!
  • Amerika hat sich als unfähig heraus gestellt, mit seiner Dominanz die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Check!
  • Deutschlands Wohlstand ist auf Sand gebaut, die Altersarmut weiter Bevölkerungsteile kommt. Check!
  • Die Notenbanken der Welt überheben sich gerade. Check!
  • Der "Race to the Bottom" der Währungen wird nicht gut ausgehen. Check!
  • Das Finanzsystem ist kein bisschen stabiler als 2008, die Beteiligten haben nichts oder zu wenig gelernt. Check!
  • Die aktuellen Verzerrungen der Preisfindung an den Märkten, basieren primär auf zu starken dirigistischen Eingriffen von Staaten und Notenbanken im Sinne "Planwirtschaft Light". Check!
  • Mit dem nächsten Finanzcrash, wird nicht nur von Radikalen das Gesellschaftssystem in Frage gestellt werden. Check!
  • Und an allem wird für die medialen Lautsprecher sowieso nur "der Kapitalismus" schuld sein - was immer das ist. Check! 😉
  • Die Märkte sind zu schnell zu weit gelaufen und für eine Korrektur überreif. Check!
  • Die Anleihenmärkte befinden sich in einer gigantischen, von den Notenbanken und Staaten aufgepumpten Blase. Check!
  • Die US Märkte sind voller negativer Divergenzen auf den unterschiedlichsten Ebenen. Check!
  • Ein langfristiges Top im S&P500 ist denkbar und nicht mal unwahrscheinlich. Check!
  • Wenn dieser Markt abwärts zu rollen beginnt, wird es sehr schnell, sehr übel werden, weil der Margin Call sich durch das System frisst. Check!
  • Die Dominanz der trendfolgenden Algorithmen, wird den nächsten Crash noch schneller, tiefer und brutaler machen, als alle vorher. Check!

Habe ich etwas vergessen? Bestimmt! Da fällt Ihnen doch mit Sicherheit noch ein wichtiger Punkt ein. Oder?

Ach ja, ich habe noch Einen mit einem Augenzwinkern: 😉

  • Gold ist neben einem Bunker, einem Colt und einem Rübenbeet, die einzige Rettung in der kommenden Katastrophe. Check? LOL!

Moment, ich habe noch Einen, dieses Mal Kategorie "Kalauer":

  • Auf steht immer nur die reine Wahrheit und es wird alles genau so kommen, wie da gesagt wird. Check? LOL!

So, das sollte genügen. Und da die Lage so erfrischend und erfreulich ist, wie sie ist, schauen wir nun auf den DAX im langfristigen Bild, der dieser traurigen Lage sicher Rechnung tragen wird, denn der Markt hat ja immer Recht:

DAX 05.08.15 Long

Uppps! Das sieht ja ziemlich bullisch aus! Ja spinnen die denn alle, die Römer? Ähhh die Börsianer?

Hari hier - mit einer Erklärung:

Nein, die spinnen nicht alle. Denn "die Börsianer", das sind nicht unbekannte "Idioten", sondern das sind Sie - ja Sie! - und ich und tausende andere, ziemlich kluge, vernunftbegabte und kompetente Marktteilnehmer. Und die wissen das alles, was ich oben geschrieben habe.

Die kennen die obige Liste ganz genau und können selber noch ein paar Punkte hinzu fügen, an die ich nun auf die Schnelle nicht gedacht habe. Und trotzdem haben diese Marktteilnehmer - wir - beim DAX genau diesen Kursverlauf erzeugt.

Was sagt uns das?

Das ist die alles entscheidende Frage, wenn man an der Börse Geld verdienen will. Denn am permanenten Crash-Gerede verdienen nur die, die ihnen dafür ihre Bücher oder Börsenbriefe verkaufen. Klar irgendwann werden auch die Crash-Propheten mal Recht haben, das liegt in der Natur der Sache. Nur wann, das ist die Frage, die über Gewinn oder Verlust entscheidet!

Wenn Sie die Antwort auf obige Frage nicht kennen, sollten Sie diese unbedingt kennen lernen. Denn genau so eine Liste der Sorgen, zeichnet eine "Wall of Worry" - eine "Mauer der Sorgen" oder auch "Wand der Angst" aus.

Und wissen Sie auch, was Märkte gewöhnlich an so einer Wall of Worry machen? Sie steigen. 😉

Und wissen Sie auch, wann sie nicht mehr steigen können? Wenn es diese Ängste nicht mehr gibt und alle Zeichen auf Grün stehen.

Ich wollte das nur mal gesagt haben, Parallelitäten zur Aktualität sind natürlich rein zufällig. 😉

Und keine Frage, auch ich mache mir diese Sorgen, siehe auch -> Mr. Gnadenlos und das wahre Risiko <-, oder endlose Artikel zum Desaster des fehl konstruierten Euros. Es ist ja nicht so, dass ich die meisten Punkte oben nicht auch genau so sehen würde.

Aber wir sollten eben nicht den "Crash" schon handeln wollen, wenn in der Price-Action noch keiner zu sehen ist. Und nicht in die Honigfallen derer gehen, die mit der Angst vor dem Crash ihr Geld verdienen. Denn was wir derzeit in den Indizes sehen, ist bestenfalls eine Seitwärtskonsolidierung mit offenem Ausgang. Was daraus wird, ist noch offen.

Ja, das kann durchaus ein bedeutendes Top werden, was wir da gerade im S&P500 sehen. Muss es das? Nein, es ist nur eine Möglichkeit. Eine Möglichkeit, gegen die man sich absichert, auf die man aber nicht blind wettet.

Wir sollten immer für alle Möglichkeiten offen sein. Und wir sollten erst handeln, wenn es etwas zu handeln gibt. Denn als kluge Marktteilnehmer handeln wir, was wir tatsächlich sehen und nicht, was wir zu sehen erhoffen oder befürchten.

Und wissen Sie was? Ich könnte eine ebenso lange und eindrucksvolle Liste zu den Dingen machen, die in der Welt besser geworden sind und zur Hoffnung Anlass geben. Den Unterschied macht die Perspektive - und die Erwartung.

Und um Ihnen endgültig den "Gnadenschuss" zu geben: Seien Sie mal ehrlich, hat diese Liste von oben, vor vier Jahren im Jahr 2011 so viel anders ausgesehen? Da war der DAX kurz unter 5.000, wie sie dem Chart oben leicht entnehmen. 😉

Was sagt uns das nun?

Ihr Hari

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Gold und Silber: We have lift off ! – Von Gold-Bugs und Gold-Hassern

Es gibt wohl kaum einen Sektor, der so emotional betrachtet wird wie die Edelmetalle.

Da gibt es auf der einen Seite die "Gold Bugs", die egal was passiert, immer von Gold 5000 USD und mehr faseln und hinter jedem Rückgang zwanghaft eine Manipulation vermuten. Weil Ihr geliebtes Metall kann ja vermeintlich nur hoch gehen.

Und da gibt es auf der anderen Seite die "Gold Hasser", die von einer "geplatzen Blase" faseln und mit Vorliebe zitieren, dass Gold ja totes Material ohne Nutzen wäre. Natürlich wieder mit dem armen Warren als Testimonial, der muss auch wirklich für fast alles herhalten.

Beide Seiten haben einen massiven, störrischen Bias bei der Betrachtung der Edelmetalle. Und beide Seiten werden so am Ende nur Geld verlieren. Die "Gold Hasser", weil Ihnen ihr Bias den Blick auf die reale Kraft des Bullen verstellt und sie so schon die gigantischen Gewinne des letzten Jahrzehnts hat verpassen lassen. Irgendwann bekommt man bestimmt mal Recht, dumm wenn es mehr als 10 Jahre dauert. 😉 Und die "Gold Bugs", weil die Liebe zu "ihrem" Metall es Ihnen unmöglich machen wird, das wirkliche Ende des Bullen zu sehen und auszusteigen. Auch dann, auf dem wirklichen Top, wird die Liebe zum Edelmetall es ihnen unmöglich machen, die Party zu verlassen.

Leider bestimmen beide Seite mit ihrem Bias massiv die Medien. Und die Medien folgen immer der vorherrschenden Meinung, also der Herde. Im Moment sind das (noch) die "Gold ist tot" Geschichten. Heraus kommt dann ein Crescendo, das dem Anleger jeden klaren Blick unmöglich macht. So kann man am Markt nicht erfolgreich sein. Schalten Sie diese Geräusche also bitte aus. Und wenn der Nächste mit Prognosen zu Gold 5000 oder Gold 500 um die Ecke kommt, klicken Sie schnell weiter.

Ich will deshalb mit diesem Post versuchen, Ihnen ein rationaleres Bild zum Thema zu vermitteln:

1. Ist eine Blase geplatzt ?

Die Frage lässt sich leicht beantworten. Schauen Sie einfach auf das Langfrist-Chart von Gold in USD seit 2002, leider fehlen mir im System die Daten bis 1999, aber das Bild ist auch so klar.

XAUUSD langfrist

Und nun frage ich Sie: sieht man hier zwangsweise eine geplatze Blase ? Natürlich kann der Kurs theoretisch weiter abkippen und dann wäre der Bulle am Ende. Das wäre der Fall, wenn die obere Trendlinie den Kurs wieder nach unten abprallen lässt. Er ist aber im Moment noch nicht abgeprallt und nichts in diesem Chart zeigt jetzt schon eine Blase, die sich aufgelöst hat.

Man muss sich wirklich fragen, in welchem Parallel-Universum die Leute leben, die hier jetzt schon von einer geplatzen Blase reden. Wie gesagt, alles ist möglich in der Zukunft. Aber heute - auf Basis der vorhandenen Daten - von einer geplatzten Blase zu reden ist für mich schlicht unseriös.

Dieses Chart sagt uns eher, dass sich möglicherweise gerade eine neue, bullische Phase 5 zusammen braut. Auch das ist nicht sicher, aber objektiv aufgrund des Charts ein wahrscheinliches Szenario.

2. Ist Gold wertlos und nutzlos ?

Gähn ! Das ist alles was mir dazu einfällt. Wie wertvoll ist denn bitte ein bedruckter Lappen Baumwolle minderer Qualität, auf dem sich irgendwelche Gestalten der Vergangenheit tummeln ? Welchen produktiven Nutzen hat dieser Lappen ?

Eben - der Punkt ist: Der Lappen hat den Wert, den ihm die Menschen beimessen. Nicht mehr und nicht weniger. Punkt ! Und solange die Menschen an den Wert des Papiergeldes glauben, hat der Lappen den Wert der drauf steht. Und solange die Menschen an den Wert des Goldes glauben, hat Gold Wert. So einfach ist das.

Nun ist es aber so, dass Menschen den Wert von Gold seit tausenden von Jahren schätzen, eigentlich so lange, wie wir zivilisatorisch zurück schauen können. Während die Baumwoll-Lappen gerne mal gegen andere Lappen ausgetauscht werden. Ist es also rational anzunehmen, dass die Menschen nach tausenden von Jahren genau in diesem Jahr 2013 ihren Glauben an Gold verlieren ? Möglich ist alles, die Welt ist voller Überraschungen. Aber rational und Grundlage sinnvoller Anlagestrategie ? Wohl kaum, oder ?

Die Geschichten von der Nutzlosigkeit dieses "toten" Metalls sind also ziemlich am Thema vorbei. Richtig, Gold wirft nichts ab und erzeugt keine Wertschöpfung. Es ist ohne funktionale Bedeutung für unser Leben. Das stimmt alles und sagt doch nichts.

Denn Gold ist Geld. Das älteste Geld der Welt. Und Geld hat solange Wert, wie die Menschen an den Wert glauben. Und der Glaube an Gold wächst in Phasen, in denen die "Baumwoll-Währungen" wanken oder in denen der Wert der "Baumwoll-Währungen" stark sinkt, landläufig auch Inflation genannt.

In genau diesen beiden Phasen, wird Gold relativ besonders geliebt werden. In allen anderen Phasen kann man es getrost ignorieren. Insofern hat der gute Warren natürlich Recht. Er spricht darüber, dass man mit der Anlage in Gold keine dauerhaften, langfristigen Erträge erzielen und auch keinen Wohlstand schaffen kann. Natürlich stimmt das. Was die "Gold-Hasser" dann aber aus seinen Aussagen machen, hat er nie gesagt. Denn über die Ausnahmephasen, in denen Gold seine Rolle als "ultimatives Alternativgeld" wieder erlangt, redet er gar nicht. Jede Regel hat Phasen der Ausnahme, Ausnahmen die jemand der 1930 geboren wurde nicht nur kennt, sondern auch erlebt hat.

Gold zu haben bedeutet einfach, sich Geld unter das gedankliche "Kopfkissen" zu legen, statt es arbeiten zu lassen. Und es gibt Zeiten in denen das Sinn macht. Und Jahrzehnte, in denen das keinerlei Sinn hat. Gold wirft nichts ab. Das stimmt, ist aber nicht der Punkt. Es gibt halt Zeiten, wo es schon reicht etwas zu bewahren.

3. "Muss" Gold bis 5000 USD steigen ?

Für die "Gold-Bugs" scheint das Faktum zu sein. Diese Phase 5, die man im Chart als Möglichkeit erkennen kann, "muss" vermeintlich in einem euphorischen Top enden, während gleichzeitig unser "Baumwoll"-Geldsystem zusammen bricht. So das Mantra dieser Fraktion.

Auch das ist natürlich Unsinn. Die Zukunft ist unbestimmt. Das Szenario ist ohne Frage eine sehr reale Möglichkeit, mit der sich jeder mal gedanklich beschäftigen sollte. Aber es ist nur eine Möglichkeit des Ausgangs der Zukunft.

Auch wenn ein Chart wie oben nun einen sehr bullischen Schub indiziert, darf man nie vergessen, dass es politische Entscheidungen von Staaten und Notenbanken sind, die letztlich die Entscheidung über den weiteren Verlauf treffen werden. Es gibt keinen Automatismus, der sich aus Charts ableiten lässt. Charts sind nur das ungeschminkte Abbild der handelnden Teilnehmer am Markt. Das ist aber schon mal mehr, als all die sinnlosen Prognosen und Spekulationen, mit denen sich viele gerne beschäftigen.

Gold "muss" also gar nichts. Das Vertrauen in Gold ist direkt invers zum Vertrauen in unser "Fiat-Money" korreliert. Die Entscheidung über den weiteren Kursverlauf treffen letztlich die Notenbanken und die Politik. Und die Politik ist unberechenbar, das sollten "Gold-Bugs" ebenso wie "Gold-Hasser" eigentlich wissen.

Preis ist der ultimative Richter

Nach dem ich nun versucht habe, Ihnen mit rationalem Blick zu zeigen, was Gold ist und was es eben nicht ist, möchte ich Ihnen auch die in meinen Augen einzige sinnvolle Art aufzeigen damit umzugehen. Und die hat nichts mit Prognosen und Hass oder Liebe zu Gold zu tun, sondern lautet schlicht: "Preis ist der ultimative Richter".

Und diesen Preis finden wir in Charts. Charts die den Wert von Gold im Vergleich zu anderen Assets und anderen Währungen wie dem USD darstellen. Charts die im Moment den Schluss nahelegen, dass Gold und Silber am Beginn eines neuen Aufwärtstrends stehen. Charts die damit das Szenario der langfristigen Phase 5 (von oben) unterstützen. Schauen Sie selber, Ausbrüche quer durch den Sektor:

Silber 16.08.13

Gold 16.08.13

GDX 16.08.13

Wie lange werden diese neuen Trends andauern ? Werden die Minen die Reversal-Struktur vollenden ? Die Zukunft wird es zeigen, ein Trend ist ein Trend bis er bricht. Und jede Spekulation darum wie lange er läuft, ist per definitionem sinnlos.

Schaut man auf die langfristigen Charts des Goldbullen wie ich es oben getan habe, spricht einiges dafür, dass nun die Phase 5 begonnen hat. Die letzte Phase des Bullen, der seit 1999 andauert. Eine Phase die typischerweise 2-3 Jahre andauern wird und in einem finalen, euphorischen Top endet, weit über dem, was wir heute auf dem Radar haben. Einem Top, das mit der finalen Krise unserer überdehnten Währungssysteme korreliert, sozusagen der Moment der Wahrheit für die Politik der Notenbanken, die derzeit ein hoch riskantes Spiel ohne historische Vorlage spielen. Nach diesem Top ist das Thema Edelmetalle dann wieder für ein paar Jahrzehnte tot und ein neuer Zyklus beginnt. Das ist ein vorstellbares Szenario, aber eben nur ein mögliches Szenario, vergessen Sie das nie !

Und jetzt kommt wieder der entscheidende Punkt. Was helfen Ihnen solche Voraussagen ? Sie ahnen es: Null und Nichts ! Wichtig ist den Trend zu beachten. Und der ist so lange aktiv, wie er aktiv ist. Und demütig den Preisen zu folgen, die uns irgendwo hin führen. Und die Preise sagen uns im Moment, dass wir mit guter Wahrscheinlichkeit einen bedeutenden Wendepunkt im Sektor hinter uns haben und der Trend nun erst einmal wieder nach oben zeigt. All die Gold Bugs und Gold Hasser lassen Sie während dessen fröhlich weiter plappern. Reich werden die mit so einem massiven Bias nicht, aber das muss nicht Ihr Problem sein.

In diesem Sinne wünsche ich viel Erfolg !

Ihr Hari

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