Trendfortsetzung bei Wacker Chemie – Setzt die Aktie Kurs auf 90€ ?

Vielleicht erinnern Sie sich ja an Ende Oktober, als nahezu die gesamte schreibende Zunft bei Wacker Chemie (WKN: WCH888) die runde Topbildung (rounded Top) im Auge hatte. Und fast alle auf die 60€ Zone starrten und einen Test derselben schon als gegeben annahmen.

Gleichzeitig war die Nachrichtenlage um das Unternehmen durchwachsen. Nun, als eher einsame Stimme hatten dafür wir die Trendlinie und den Schnittpunkt bei 65€ im Auge, der auch noch durch die 200-Tage-Linie gestützt wurde. Schauen Sie bitte unbedingt noch einmal auf das Chart, das ich am 31.10.13 unter dem Titel -> Trendfortsetzung bei Wacker Chemie <- hier vorgestellt habe.

Auf den Punkt hat der Kurs von Wacker Chemie danach diesen Ablauf vollzogen. Wir hatten hier auf surveybuilder.info bei 65€ ein sehr profitables Long-Setup und nun hat der Kurs eine perfekte Wende vollzogen, die auch das aktuelle Chart mit Tageskerzen offenbart:

Wacker Chemie 25.11.13

Nun steht für den Kurs von Wacker Chemie der Beweis an, dass der Aufwärtstrend weiter geht. Dafür muss nun das Hoch vom 23.08. bei ca. 79€ genommen werden. Sobald das passiert, ist der Trend wieder bestätigt und die 90€ fest im Blick, die ich schon dieses Frühjahr hier in einem Artikel als Zielkurs genannt hatte.

Umgedreht - falls Wacker Chemie den Beweis nicht antreten kann - ist das Tief vom 04.11.13 bei 64,4€ nun als Trendtief und damit hartes Stopniveau zu werten. Jeder Kurs unter diesem Tief, stellt einen Trendbruch dar und muss mit Ausstieg beantwortet werden.

Wie viele Chancen aber immer noch bei Wacker Chemie liegen, zeigt klar das langfristige Chart seit 2010 mit Wochenkerzen. Einen möglichen Ablauf habe ich eingezeichnet:

Wacker Chemie 25.11.13 Wochen

Beachten Sie, dass dieses Chart eine logarithmische Darstellung hat. Sie sehen eine Umkehrformation in Perfektion mit klar bullischer Grundstruktur. Und Sie sehen, dass eine Bewegung bis 90€ gerade mal an das 38er Fibonacci Retracement der gesamten Abwärtsbewegung heran reichen würde !

Da ist also noch einiges an Luft nach oben. Und wie wenig das spekulieren um vermeintlich fundamentale Parameter bei so einer Aktie bringt, haben die letzten Wochen ja wieder gezeigt. Was wurde da nicht alles geschrieben und in die Zahlen hinein interpretiert. Nein, fundamental können wir als Privatanleger bei so einer Aktie gar keinen "Edge" haben, da ist der Markt viel klüger als wir. Denn in dem Markt sind genügend Marktteilnehmer, die weit besseren und vor allem direkteren Zugang zum Management und zum Geschäft von Wacker Chemie haben, als wir.

Wir folgen daher am besten dem Markt, denn was immer die "Big Boys" an Wissen und Überzeugungen haben, im Kurs sind diese enthalten. Denn reden und spekulieren kann man viel. Und auch Desinformation verbreiten. Aber wenn man die Aktie kaufen will, muss man echtes Kapital dafür in die Hand nehmen, da endet das Gerede und die Fakten kommen auf den Tisch. Auch für die Börse gilt also wie beim Fussball: "Die Wahrheit liegt auf dem Platz !"

Und ebenso, wie ein geübtes Auge im Hin- und Her eines Fussballspiels vieles erkennen kann, spricht dieser Kurs durchaus mit uns, wenn wir in der Lage sind zu hören.

Kurzfristig muss sich der Kurs uns nun also erst einmal wieder beweisen und ich stehe dem kurzfristigen Verlauf daher neutral und abwartend gegenüber. Ein Anstieg über das Hoch vom 23.08., würde aber ein erneutes Kaufsignal generieren. Und nach unten ist der Stop nun sonnenklar.

Ihr Hari

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S&P500 auf historischem Hoch – Ein gnadenloser Markt auf Steroiden

Naja ... da war die Seitenlinie nicht mal 24 Stunden ein guter Ort. Mal wieder.

Sah es noch am gestrigen frühen Nachmittag sehr danach aus, als würde der Markt in den überfälligen Korrekturmodus wechseln, änderten mal wieder Lippenbewegungen eines Notenbankers mit einem Schlag alles.

Am frühen Nachmittag kamen Gerüchte in den Markt, dass das für heute angesetzte Testimonial der neuen FED Chefin Janet Yellen vor dem US Senat schon draussen sei, einige Marktteilnehmer den Inhalt kennen würden und der Inhalt ein klares Bekenntnis für eine weitere lockere und stimulierende Geldpolitik sei.

Das war das Signal, auf das die Bullen gewartet hatten und mit einem Schlag drehte der Markt die Richtung, die Algos schalteten ein und es ging bis zum Schluß nur noch aufwärts.

Zum Handelsschluss wurde dann auch mit 1782 ein neues All-Time-High im S&P500 erreicht. Und nach Handelsschluss wurde das Gerücht bestätigt, denn wurde vorab veröffentlicht und einige der "Big Boys" kannten es offensichtlich schon. Wer hat je gesagt, dass es am Markt fair zugehen würde ?

Mit diesem neuen All-Time-High ist die eigentlich bedeutende Korrektur von letzten Donnerstag endgültig irrelevant. Und damit ist auch der Boden für die Jahresendrally bereitet. Die 1800 im S&P500 dürften schnell auf der Agenda stehen und auch darüber hinaus, sind die glatten Marken DAX 10.000 und S&P500 2.000 keineswegs aus der Welt und unmöglich. Je näher der Markt diesen Marken kommt, desto stärker werden sie auch ihre magnetische Anziehungswirkung auf die Psychologie und die Kurse entfalten.

Um sich vor Augen zu führen, wie unwirklich das Geschehen dieses Jahres ist, muss man nur feststellen, dass der S&P500 nun ein ganzes Jahr lang - seit November 2012 - deutlich über seiner 200-Tage-Linie liegt, nie eine ernsthafte Korrektur hatte und nun neue historische Hochs erreicht hat. Und das nicht etwa in einem wirtschaftlichen Umfeld, in dem die Weltwirtschaft boomt - nein, sondern bei bestenfalls anämischer Weltkonjunktur und permanenten und berechtigten Ängsten vor einer Deflation.

Da gehört wirklich keine besondere ökonomische Ausbildung dazu, um zu erkennen, dass hier die Notenbanken den Unterschied machen - das diese Rally eine Rally auf monetären "Steroiden" ist und nicht vollständig von den ökonomischen Realitäten getragen wird.

Das macht es auch dieses Jahr für so viele institutionelle Anleger so schwierig, mit dem Markt mitzuhalten oder diesen sogar zu schlagen. Verständnis von ökonomischen Zusammenhängen ist in diesem Markt eher hinderlich um mitzugehen und der Affe, der grinsend einfach seine Wetten erhöht und jeden Dip gnadenlos kauft, weil er nur grün sieht und kein Morgen kennt, hätte die besten Ergebnisse produziert. Denn die berechtigte Vorsicht an den typischen Stellen die nach Korrektur schreien - wie zuletzt in den vergangenen Tagen - wurde dieses Jahr nie belohnt, sondern immer durch eine monetär gedopte Bullenherde bestraft, die alles niedertrampelt, was sich ihr in den Weg stellt.

Sehr viele institutionelle Anlager kämpfen daher dieses Jahr mit dem Markt und können nicht mithalten. Und so pervers das ist, das erhöht die Chancen für eine Fortsetzung der Rally ins Jahresende, denn wenn die ihren Bonus wollen und ihre Kunden behalten wollen, müssen sie um jeden Preis gegenüber dem Markt aufholen. Und das geht nur, in dem jeder Dip einfach gnadenlos gekauft wird.

Gesund muss man das Geschehen nicht finden. Und eine solche Bewegung hinterlässt bei erfahrenen Marktbeobachtern eher ein schlechtes Gefühl auf der Zunge. Im Jahr eins nach einem Einbruch - wie 2009 - ist eine solche Bewegung durchaus normal und kann ohne Hintergedanken mitgegangen werden. Nicht aber im Jahr 5 der Aufwärtsbewegung - da muss man schon Affe sein, um keine Zweifel zu haben.

Trotzdem muss ich dringend davor warnen, sich gegen diesen Markt zu stellen. Das kann so weiter gehen. Ja, das kann sogar in 2014 so weiter gehen. Und wie ich oben schon sagte, sind DAX 10.000 und S&P500 2.000 keineswegs so weit aus der Welt. Stellen Sie sich doch nur mal vor, in diesem Environment würde die Weltkonjunktur nun wirklich mit Macht anziehen und Yellen, Draghi und Co. trotzdem drucken und drucken und weiter Liquidität in das Grossbankensystem schieben.

Insofern muss man immer mit einer gewissen Grundskepsis beobachten, ab wann der Trend gebrochen ist und diese Trendlinien immer im Auge behalten. Aber Handeln darf man nach dieser Skepsis nicht. Solange diese Trendlinien halten - und das tun sie nun schon seit einem Jahr - wird das Geld auf der Long-Seite des Marktes verdient. Und nirgendwo sonst.

Es ist nach wie vor keine schlechte Idee, an der oberen Begrenzung des Trendkanals auch mal auf die Seitenlinie zu treten, auch wenn es dieses mal nicht funktioniert hat. Aber Shorten darf man diesen Markt erst dann, wenn er wirklich einbricht und davon sind wir meilenweit entfernt. Und man darf auf der Seitenlinie auch nie vergessen, die Dips dann wieder konsequent zu kaufen.

Ob wir diesen Markt gut oder schlecht finden, ist ohne Belang. Ob wir uns Sorgen um einen plötzlichen Einbruch machen, auch. Alles was zählt, ist was der Markt real tut. Und das ist immer noch : steigen !

Ihr Hari

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