Neubewertung bei First Solar

Der folgende Beitrag erschien schon Mittwoch 25.02.15 16:30 in Hari Live

Noch so ein Volltreffer der letzten Wochen ist ja First Solar (A0LEKM, FSLR). Ich hatte hier in Hari Live aufgrund der Wendeformation im Chart am Montag 02.02.15 15:45 - also vor drei Wochen - einen Einstieg indiziert.

Bitte schauen Sie unten noch einmal, wie ich das Chart damals dargestellt hatte, denn es ist ein Musterbeispiel aus dem Lehrbuch, wie solche Wenden ablaufen können und vor allem bis wann wir warten, um bewusst einzusteigen.

Nun hatte First Solar ja gestern durchschnittliche Zahlen und hat trotzdem nichts von den massiven Gewinnen abgegeben. Und legt aktuell noch einmal 6% nach.

Was wir hier erleben ist also eine Neubewertung des Marktes einer Aktie, die er bisher im Vergleich zu den Retail-Spezialisten des Sektors nicht so gerne mochte. Aber die Kombination des Apple-Deals und der Auslagerung unattraktiver Assets in eine "Yield-Co", generiert nun Phantasie und damit eine Überarbeitung der Erwartungen des Marktes.

Das Ergebnis sehen wir nun im Chart, der eindrucksvolle Volumenschub unterstützt dabei die Sicht einer Neubewertung. Ich habe hier den 02.02. markiert, den Zeitpunkt des Einstiegs:

FSLR 25.02.15

Wir sehen hier ein Beispiel, wie ein Bewegungsziel (Measured Move) bei gut 50 USD erreicht wurde, dann aber durch die überraschende Nachricht zur "Yield-Co" massiv überschritten wurde. Alle Formen der Markttechnik, können natürlich nur das vorhandene Wissen reflektieren - Überraschungen sind eben Überraschungen.

Wir sehen nun aber auch, dass es Sinn macht davon auszugehen, dass die Aktie nun bald bei ca. 60 USD auch wieder erst einmal zum Halten kommt. Stellen wir uns nun vor, dass das grosse Gap noch geschlossen würde, dann hätten wir eine übergeordnete, gewaltige inverse Schulter-Kopf-Schulter Formation (iSKS) mit einem Measured Move über 80 USD! Stellen wir uns alternativ vor, dass das Gap nicht geschlossen würde, hätten wir ein massiv bullisches "Island Reversal" vor uns. Wenn die Aktie nun nicht sofort wieder einbricht, sieht die technische Lage also ausgezeichnet aus.

Bei einer neuen, grossen iSKS mit Nackenlinie 60 USD sind wir aber noch nicht und eine Aktie die einer Neubewertung unterzogen wird, kann auch durchaus ohne Halten weiter hoch laufen. Aber trotzdem ist das nicht das wahrscheinliche Szenario und ein baldiges Retracement ab ca. 60 USD, ist einfach realistisch anzunehmen.

Wie tief das dann geht und ob es das Gap überhaupt schliesst und die 50 USD noch einmal sieht, ist im Moment nicht vorher zu sehen, das Chartbild ist nur ein Szenario.

Wie geht man nun damit um, wenn man wie ich aktuell in der Aktie mit mittel- bis langfristigem Horizont investiert ist?

Da ich die Aussichten in diesem mittel- bis langfristigen Zeithorizont immer noch für gut halte, habe ich keinen Grund nun zu verkaufen und werde die Aktie weiter halten. Da nun aber ein Retracement hoch wahrscheinlich wird und auch durch die hohen Gewinne die Position gewachsen ist, werde ich diese - beginnend mit Heute - von der Positionsgrösse her reduzieren. Und wenn das Retracement tatsächlich kommt, werde ich dann wieder zu tieferen Kursen aufstocken.

Das ist mein klassischer Weg, mit solchen Situationen umzugehen. Dieser Weg ist nicht 1-zu-1 auf Sie zu übertragen, weil wie jedes Risikomanagement, macht er nur in einem Gesamtkontext Sinn, der mit Grösse und Kapitalisierung des Depots sowieso Zeithorizont und individueller Risikotoleranz zu tun hat.

Trotzdem wollte ich Sie Teil haben lassen, wie ich in so Situationen agiere. Vielleicht hilft es ja dem einen oder anderen, der sich nun fragt, wie er nun mit den herrlichen Gewinnen umgehen will. 😀

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Apple – es wird Zeit!

Der folgende Beitrag erschien schon Montag 23.02.15 16:50 in Hari Live

Den richtigen Einstieg in einen Trade zu finden, ist ja die eine Sache. Bei Apple haben wir das nun mehrfach wunderbar hinbekommen und zuletzt den Ausbruch aus der Konsolidierung ab Mitte/Ende Januar schön getroffen.

Wie geht man aber nun mit so einer Aktie um, die einfach in neuen Höhen fliegt und sich daher weitgehend alten Vergleichsmustern entzieht? Wann nimmt man Gewinne mit oder wann verringert man die Positionsgrössen? Und tut man das überhaupt oder lässt nicht einfach laufen?

Wie treue Leser nicht überraschen wird, gibt es dafür keine pauschale Antwort und der Zeithorizont spielt ebenso wie die Positionsgrösse, eine ganz wichtige Rolle.

Klar kann man sagen, dass wer Apple langfristig als Investment im Depot hat, derzeit keinerlei Handlungsbedarf hat. Denn Apples Kurs zeigt weiter nach oben und hat noch eine Menge langfristiges Potential. Und ob es dann mittendrin mal wieder eine Konsolidierung wie zuletzt ab Anfang Dezember gibt, muss auf der Zeitebene nicht interessieren.

Wer aber den Ausbruch aus der Konsolidierung ab Mitte Januar gespielt hat und der nächsten Konsolidierung aus dem Weg gehen will, der sollte jetzt langsam aufmerksam werden und Gewinnmitnahmen zunehmend in Erwägung ziehen. Oder alternativ einfach die Stops näher heran ziehen und es dem Markt überlassen, wann er einen aus der Aktie heraus kegelt.

Denn von den wenigen Mechanismen, mit denen man die Bewegung einer Aktie in neuen Kursregionen einordnen kann, ist das Prinzip des "Bewegungsziels" (Measured Move) noch eines der Besseren. Es ist nicht exakt, aber es vermittelt ein brauchbares Bild davon, wohin das Momentum tragen kann und ab wann man vorsichtiger werden muss:

Apple 23.02.15

Dieses Bild bei Apple indiziert den Bereich um 135 USD als brauchbares Ziel, an dem die aktuelle Bewegung erst einmal auslaufen könnte. Und davon ist die Aktie nur noch wenige Prozent entfernt.

Die technische Überdehnung nach oben ist nun augenfällig und gleichzeitig zieht das Volumen im Anstieg nicht mehr vollständig mit, auch das ein kleines Warnzeichen, dass die aktuelle Ausbruchsbewegung alt wird und eine Verschnaufpause braucht.

Sollte Apple eine klassische Konsolidierungsstruktur wie die von Dezember/Januar hinlegen, dann sollte die Aktie um die 135 USD ein temporäres Hoch finden und von dort einen guten Monat bis ca. 120 USD abwärts bröseln, bevor der Aufwärtstrend wieder das Kommando übernimmt und die Aktie in Richtung 150 USD katapultiert.

Ich betone, solche Standard-Muster stellen keine Prognose dar, dass können sie gar nicht. Sie ordnen aber den Charakter einer Bewegung ein und das hilft uns immens. Denn statt "irgendwo" zu kaufen und verkaufen, wissen wir, wohin wir schauen müssen und haben auch Massstäbe dafür, wann es "mal Zeit wird" - wie vielleicht bald hier.

Ich selber habe ja Apple im Depot und agiere in so Situationen immer anhand meiner Bausteinlogik, mit der ich die Positionsgrössen und damit das Risiko anpasse. Derzeit laufe ich noch mit einer grossen Position mit, zu klar und attraktiv ist das bullische Szenario. Diese Position werde ich nun aber bald in Schritten in die Stärke hinein verringern, eben in Antizipation einer möglichen Konsolidierung. Ganz verkaufen werde ich die Aktie aber nicht - warum sollte ich denn auch, Apple ist in jeder Hinsicht langfristig weiter attraktiv und eine Konsolidierung gehört zu jedem gesunden Aufwärtstrend, wie das Ausatmen beim Menschen zum Einatmen.

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Buffett, Berkshire Hathaway, IBM & Deere

Der folgende Artikel erschien schon Mittwoch 18.02.15 09:50 in Hari Live

Es ist immer wieder interessant, im Nachhinein zu sehen, was Warren Buffett mit seiner Berkshire Hathaway Holding so treibt. Sicher, durch die zeitliche Verzögerung bei den SEC Filings, ist das schon Schnee von gestern, wenn man das lesen kann. Aber da Berkshire eher langfristig agiert und eine eingegangene Position nicht im Folgequartal gleich wieder verkauft, steckt trotzdem eine Menge wichtiger Information in der Offenlegung der Daten bei der SEC.

Nun sind wieder die veröffentlich worden und die offenbaren einige interessante Details.

Erstens hat Buffett seine Beteiligungen an Ölfirmen deutlich reduziert. Das sollte allen zu denken geben, die nun grosse Chancen im Sektor riechen, weil der Ölpreis so stark gefallen ist. Und es schlägt in die gleiche Kerbe, in die ich hier im Premium-Bereich auch immer schlage, wenn ich darauf hinweise, dass eine längere, volatile Seitwärtsbewegung des Ölpreises auf niedrigem Niveau nun viel wahrscheinlicher ist, als ein schneller Rebound in die alten Regionen.

Zweitens hat Buffett seine Beteiligung bei IBM deutlich erhöht. Er sieht scheinbar etwas, was auch ich zu sehen glaube und in einem Artikel vom Montag 26.01.15 16:40 hier im Premium-Bereich ausführlich dargestellt habe - gewürzt mit meiner persönlichen Erfahrung als "alter IBMer".

Drittens - und das finde ich sehr spannend - teilt Buffett scheinbar meine langfristige Begeisterung für den Agrotechnik-Sektor. Wir beobachten hier schon länger Agco (888282, AGCO) intensiv und ich habe mehrfach argumentiert, dass dieser Sektor weit mehr ist, als langweilige Traktorenbauer, sondern ein High-Tech Sektor, in dem Robotics auch schon bald zum Tragen kommen wird.

Das Schöne am Sektor aus Sicht eines langfristigen Investments ist halt, dass es überhaupt keinen Zweifel am langfristigen Bedarf für diese Maschinen gibt. Selbst eine Apple ist da "wackeliger", es kann theoretisch technische Umbrüche geben, die Apple vielleicht verpasst und die die heutigen Cash-Cows - wie das iPhone - in einigen Jahren obsolet machen. Das ist zwar unwahrscheinlich, aber keineswegs undenkbar - ich erinnere an Nokia und Blackberry.

Die Vorstellung aber, dass die Welt keine intensive Landwirtschaft mehr braucht, ist völlig unrealistisch. Das Gegenteil ist der Fall aus dem schlichten Grund, weil immer mehr Menschen ernährt werden müssen, während gleichzeitig die Böden immer mehr auszehren und die Wasserversorgung schwieriger wird.

Insofern gibt es in meinen Augen kaum etwas, was langfristig krisensicherer ist, als dieser Sektor. Klar, es ist ein Investitionssektor, der auch Zyklen unterliegt und in einer Währungskrise, werden auch die Bauern neue Anschaffungen in die Zukunft verschieben und so die Aktien des Sektors nach unten schicken. Nur ist ganz sicher, dass diese Investitionen später nachgeholt werden - aufgeschoben ist halt nicht aufgehoben und gegessen und geerntet werden, muss immer.

Vor diesem Hintergrund ist es hoch spannend, dass Buffett nun seit dem dritten Quartal eine grosse Position im Marktführer Deere (850866, DE) aufgebaut hat - und das bewusst unter der Decke, er hat sich dafür eine Sondergenehmigung der SEC geholt, sonst hätte er die Position schon vor drei Monaten veröffentlichen müssen.

Wenn wir auf das langfristige Chart von Deere seit 2008 schauen, sehen wir schnell, wie attraktiv das aussieht. Ich habe mit zwei blauen Linien, zusätzlich die dominante Struktur eingezeichnet, die eher einen Ausbruch nach oben impliziert:

DE 19.02.15

Wer dagegen in den ganzen Agrar-Sektor, inklusive Düngemittel, investieren will, bei dem dann die Agrartechnik ala Deere und Agco aber nur eine kleine Untermenge ist, kann das gut mit dem tun.

Noch ein wichtiger Hinweis. Bitte schauen Sie sich die Charts dieses Sektors unbedingt in Dollar an. Die Charts in Euro sind durch die Euroschwäche massiv verzerrt und implizieren schon laufende, massive Ausbrüche, die es in der Realität gar nicht gibt, denn der Sektor notiert weitgehend in Dollar und rechnet auch überwiegend in Dollar ab.

Auch der obige IS0C steht in Dollar kurz vor einem Ausbruch und ist keineswegs schon nach oben ausgebrochen, wie das das Chart in Euro impliziert.

Aber egal, wie Sie persönlich an den Sektor heran gehen, in einem langfristig angelegten Investment-Depot, darf er nach meiner festen Überzeugung nicht fehlen. Und seit heute ist klar, dass auch Warren Buffett diese Sicht teilt. Bei mir ist der Sektor auf jeden Fall schon länger im Investmentdepot vertreten.

Ihr Hari

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Sony – They never come back?

Der folgenden Beitrag erschien schon Freitag 06.02.15 16:30 in Hari Live

Es gibt viele Beispiele für Grosskonzerne der Vergangenheit, bei denen man sich auf dem Höhepunkt des Erfolgs eigentlich nicht vorstellen konnte, dass diese jemals von der Bildfläche verschwinden würden.

Apple ist aktuell so ein Fall. Sie werden wohl niemanden ernst zu nehmenden finden, der behauptet, das Unternehmen wäre in 10 Jahren mehr oder weniger irrelevant. Was nicht umgedreht heisst, dass es so kommt, sondern nur sagt, dass vermeintliche Gewissheiten in einer sich beständig wandelnden Welt sehr gefährlich sein können.

Und es gibt ja auch viele Beispiele dafür, dass der Satz "they never come back" nicht nur für Sportler gilt, sondern auch für ehedem erfolgreiche Konzerne. Nokia ist so ein klassisches Beispiel. Wer 2005 behauptet hätte, dass Nokia 2015 vom Mobile-Markt verschwunden sein wird, wäre ausgelacht worden.

Aber es gibt auch wenige, seltene Gegenbeispiele. IBM ist so Eines. 1984 waren das die "Masters of the Universe" und die Weltpresse war voll mit der Frage, wann IBM "die Weltherrschaft" übernimmt. 😉 1994 war IBM fast Pleite. Und 2004 wieder mit verändertem Geschäftsmodell stark im Aufwind.

Tja und dann haben wir Sony. Und die Frage, ob Sony zur Kategorie der "they never come back" gehört oder doch zu den seltenen Ausnahmen, deren Unternehmenskultur so stark ist, dass sie sich in einer neuen Welt wieder neu erfinden können.

Was war Sony nicht für eine Marke wie Donnerhall! Innovator des Walkman und vieler, vieler Gadgets, mit deren Nachfolgern heute andere jede Menge Geld machen. Und auch beim Thema Rechte und Medienbibliotheken war Sony vorne dabei. Sony war eigentlich in der perfekten Position, eine bessere Apple zu werden. Und was haben sie daraus gemacht?

Eine absolute Katastrophe, die letztlich nach meinem Eindruck die Folge von Arroganz, Selbstüberschätzung und Missmanagement war. Selten habe ich einen Konzern gesehen, der aus so riesigen Möglichkeiten so wenig gemacht hat. Und die Peinlichkeiten rund um den Hackerangriff zuletzt, sind dann nur das finale I-Tüpfelchen.

Da sollte man ja meinen, dass Mr. Market das genau so sieht, aber weit gefehlt! Mr. Market vollzieht seit 2 Jahren einen beeindruckenden, mehrjährigen Rebound bei Sony und nach zuletzt guten Zahlen, schiesst die Aktie erneut massiv nach oben:

Sony 06.02.15

Nun ist Sony ja kurzfristig etwas überkauft, aber wir reden hier ja über das grosse Bild und das zeigt jede Menge Potential nach oben. Die Story dahinter ist hier im Artikel von ganz gut zusammen gefasst und will ich daher hier nicht nacherzählen, nur um Text zu produzieren. Natürlich hilft auch der schwache Yen bei Sony´s Kursteigerungen der letzten Monate.

Wer hat also Recht? Die Erinnerungen an vergangene Katastrophen und Eitelkeiten bei Sony oder doch Mr. Market, der Sony wieder zu lieben beginnt? Was denken Sie?

Sie wissen, dass ich im Zweifel an die Fähigkeit von Mr. Market glaube, die Dinge früher richtig zu sehen, als jeder andere. Und bei dem Gedanken fällt mir dann ein, dass ich seit ein paar Monaten auch wieder ein Sony Gerät im Hause habe und zwar die DSC-RX100 III Digitalkamera und die ist einfach verdammt gut!

Kommt Sony also zurück? Mein Eindruck ist, die Chance auf ein "Ja" steigt! Und die Aktie ist einen langfristigen Blick wert.

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Apple Pay und die Kreditkarten – Das Ende für Mastercard, Visa und Co.?

Der folgende Beitrag erschien schon letzte Woche Freitag 30.01.15 09:30 in Hari Live

Ich möchte heute mal ein strategisches Thema adressieren und zwar Apple Pay und ähnliche Dienste wie Google Wallet und ihre langfristigen Auswirkungen in den kommenden Jahren. Und damit im Zusammenhang die Frage, ob wir bei den grossen Kreditkartengesellschaften vielleicht gerade eine historische Top-Bildung erleben und es von nun an nur noch nach unten gehen wird.

Schauen wir zunächst einmal auf den Status von Apple Pay, dargestellt unter anderem hier:
.

Sie sehen, in den US scheint der Dienst wirklich Fahrt aufzunehmen und ein Erfolg scheint absehbar. Dass wir hier in Europa davon noch nicht viel merken ist ganz normal, was sich in den US durchsetzt, schwappt dann 1-2 Jahre später auch hierher.

Apple steigt logischerweise durch Kooperationen in den Markt ein und dockt sich sozusagen an alle Bezahldienstleister an. So bekommt man einen perfekten Markteinstieg.

Die Frage ist aber, was passiert, wenn Apple Pay mal in ein paar Jahren etabliert ist? Aus Sicht des Endkunden sieht der dann nur noch sein Apple Device und bezahlt damit. Braucht es dann im Hintergrund immer noch Kreditkartenunternehmen, ausser als reine, margenschwache Abwickler? Ist Apple Pay nicht ein trojanisches Pferd, dass die Kreditkartenbranche am Ende wie bei Alien von innen her kannibalisieren wird?

Die Kreditkartenbranche ist dabei besonders angreifbar, weil sie mit hohen Gebühren operiert, die dem Handel eigentlich ein Dorn im Auge sind. Was wird wohl passieren, wenn 90% der Menschen mit ihren Smartphones bezahlen und die Riesen wie Apple und Google dann den gesamten Prozess selbst organisieren und so die Margen der Kreditkartenkonzerne zwischen Handel und sich aufteilen?

Den direkten Zugang zum Endkunden haben die Kreditkartenunternehmen dann schon verloren, denn der hat keine Karte mehr in der Hand mit der er bezahlt und sieht nur noch sein Smartphone. Der Rest sind irgendwelche Dienste und Verträge im Hintergrund, für die sich der Endkunde nicht mehr interessiert.

Sicher wird eine Apple nicht den ganzen Zahlungsverkehr neu aufbauen wollen, das braucht sie aber auch nicht und greift auf spezialisierte Dienstleister zu, die die Kreditkarten-Unternehmen dann immer noch sein dürfen. Wer aber keinen Zugang zum Endkunden mehr hat und sich gleichzeitig auch nicht unentbehrlich machen kann, wird entweder unter massiven Margendruck geraten oder schlicht vom Markt verschwinden.

Schauen wir auf die langfristigen Charts der grossen Kreditkartenkonzerne, sehen wir durchweg, welch gigantische Rally diese seit 2011 hingelegt haben. Die Titel notieren auf historischen Hochs und haben massiv vom Aufstieg des E-Commerce profitiert.

V 2

MA 2

axp 2

Schauen wir aber auf die mittelfristigen Charts, sehen wir durchweg die Strukturen einer Topbildung, egal ob bei Visa (VA), Mastercard (MA) oder American Express (AXP). Und das ist besonders bemerkenswert zu einem Zeitpunkt, wo die Stimmung der Verbraucher in den US zunehmend gut wird und Retail boomt.

V 30.01.15

MA 30.01.15

AXP 30.01.15

Nun hat auch der starke Dollar zuletzt zu diesem Problem beigetragen und die Gewinne der US Unternehmen wie AXP verhagelt. Und Visa hat gestern eigentlich ganz gute Zahlen geliefert - Mastercard ist heute dran.

Trotzdem finde ich eine Frage hoch spannend und die ist, ob wir hier nicht Zeuge einer historischen Topbildung sind, von der es für die Konzerne in den kommenden Jahren prinzipiell nur noch abwärts geht. Der Aufstieg der Smartphone-basierten Zahldienste wäre dafür der Katalysator.

Ich weiss nicht, ob es so kommen wird. Ich habe aber diesen Gedanken und bin interessiert, dazu Ihre Meinung im Forum zu hören.

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Apple und GDX: zweimal Flash Crash und niemanden interessiert es

Was wir davon zu halten haben, wenn von der Politik immer wieder beschworen wird, dass unser Finanzsystem ja durch die diversen regulativen Eingriffe "stabiler" geworden sei, konnten wir diese Woche wieder bewundern. Die Antwort ist nämlich: Nichts!

Schon am Montag gab es bei Apple einen unerklärlichen Flash Crash, bei dem temporär mehr als 40 Milliarden USD in Sekunden vernichtet wurden. Nun hatten wir gestern Abend in der letzten Minute beim Goldminen ETF GDX das ähnliche Spiel. Der GDX brach in der letzten Handelsminute 10% ein, nur um Sekunden später wieder hoch zu schnellen.

Zero Hedge hat die dazu gehörenden Charts schon zusammen gestellt, insofern erspare ich mir, das híer erneut nachzuerzählen. Schauen Sie sich aber unbedingt die Charts im Artikel an!

Das Thema verdient unsere Aufmerksamkeit. Denn in beiden Fällen riecht das für mich geradezu danach, als ob jemand - typischerweise ein Computer - bewusst einen Circuit Braker am Handelsplatz ausgelöst hat.

In der alten Welt würde das keinen Sinn machen, weil wer real den Kurs so drückt, der danach wieder hoch schnellt, würde ja massive Verluste machen. In der schönen neuen Welt des Hochfrequenzhandels (HFT), ist die Lage aber nicht mehr so einfach. Ich kann hier nur spekulieren, mir aber sehr gut Szenarien vorstellen, mit denen man in der Lage ist, einen so grossen Stein ins Wasser zu werfen, dass man danach mit den zwangsläufig folgenden Wellen Geld machen kann.

Auf jeden Fall sind diese Circuit Breaker berechenbares Verhalten und mit berechenbarem Verhalten Dritter, können kluge Marktteilnehmer Geld machen - das war schon immer so. Und wenn dieser Marktteilnehmer in Millisekunden tausende Orders in den Markt geben und direkt danach wieder canceln kann - dann erst recht.

Was aber auch immer konkret dahinter steht, vier Schlussfolgerungen erscheinen mir wichtig:

1) Mit der viel beschworenen Stabilität der Börsen ist es nicht weit her und wirklich gelernt hat niemand.

2) Die Behauptung von HFT, man würde für Liquidität sorgen, wurde erneut als Unsinn enttarnt. Wäre echte, belastbare Liquidität im System, dürfte es bei der liquidesten Aktie der Welt - Apple - so einen Einbruch wie am Montag gar nicht geben.

3) Erschreckend ist für mich das scheinbare Desinteresse der Regulatoren. Wo bitte ist nun die SEC oder interessiert das niemanden mehr, was hier passiert? Da verliert Apple über 40 Milliarden Marktkapitalisierung in Sekunden und die SEC zuckt nicht einmal? Hallo ist da jemand?

4) Für uns Anleger wird damit klar, dass Stops im System nicht mehr tragbar sind. Gleichzeitig führt aber nach wie vor kein Weg an einem verlässlichen Risikomanagement vorbei. Das heisst, dass man mit gedanklichen Stops arbeiten muss, was geht, aber noch höhere Disziplin vom Anleger erfordert, wozu viele emotional nicht wirklich in der Lage sind. Oder man muss mehr mit Positionsgrössen und Hedging operieren, was aber nur bei grösseren Depots wirklich Sinn macht.

Ich finde es auf jeden Fall erschreckend zu sehen, wie traurig nach wie vor die Stabilität der Börsen ist. Und noch erschreckender ist, dass es kaum mehr jemanden aufregt. Solange bis ein ganzer Index mal so abraucht wie Apple und GDX. Dann ist das Jammern und Wehklagen wieder gross.

O Tempora O Mores!

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Apple – One more thing! Warum Garmin und Co. nun ein Problem haben.

Der folgende Beitrag erschien in Hari Live schon am späten Abend des Dienstag 09.09.14 22:20, also direkt nach dem Apple Event.

Er zeigt beispielhaft auf, wie im Premium-Bereich Themen sehr persönlich und aktuell kommentiert werden. Der Beitrag hat aber auch heute - zwei Tage später - noch Aktualität, weil er aufzeigt, dass das ganze Marktsegment der Fitness-Devices rund um Garmin und Co. nun in ein potentielles Problem hinein läuft.

Tim Cook hat geliefert und zum ersten Mal seit dem Tod von Steve Jobs, gingen ihm die berühmten Worte "one more thing" unter dem Jubel der Apple-Gläubigen über die Lippen.

Morgen werden die Blogs und Medien zu Apple voll sein mit dürren, nacherzählenden Berichten und Analysen ohne originäre Gedanken, bringt ja auch immens Klickzahlen. Grund für mich, das schon heute Abend zu machen und ohne Klickzahlen - nur für Sie. 😉

Im Apple Event kam alles so, wie es der Markt in Mehrheit schon erwartet hatte, die beiden iPhones, das iPhone als Geldbörse und die Apple Watch!

Da das wie erwartet war, hat auch der Markt letztlich keine grossen Bewegung gezeigt, obwohl der Intraday-Hub gewaltige 7% erreichte. Aber wir konnten hier mal wieder erleben, welchen sensationellen Job der Markt macht, um im Vorfeld so eines breit erwarteten Events alles Notwendige einzupreisen.

Selbst die absehbare Sell-the-News Reaktion wurde schon im Vorfeld verarbeitet, denn das war der Einbruch vom 03.09., der überzogene Erwartungen im Vorfeld wieder normalisierte. Und so hat es sich für uns mal wieder gelohnt, nicht davon auszugehen, dass wir klüger als der Markt sind, sondern davon auszugehen, dass der die Nachrichtenlage so gut verarbeitet, wie wir es nie könnten.

Einen Edge im Zusammenhang mit Nachrichten können wir durch Markttechnik generieren, wenn der Markt überraschende Ereignisse verarbeiten muss, dann neigt er zu Übertreibungen. Oder bei weniger beachteten Aktien, ETFs und Sektoren, wo nicht jeder Hinz und Kunz auf die Chartstrukturen schaut. Aber bei Apple und einem lange vorbereiteten Event, ist ein Edge für uns als Individuen gegenüber Mr. Market halt sehr unwahrscheinlich - dafür sorgt die Reflexivität. Und wenn man so will, ist diese Erkenntnis genau doch wieder ein Edge, nämlich gegenüber denen, die mit Raten und Spekulieren ihre Energie verbrauchen und dafür dann nicht präsent sind, wenn es wirklich darauf ankommt, weil Mr. Market sehenden Augen seine Karten aufdeckt.

Total spannend war für mich aber die Intraday Bewegung, die ein wunderbares Schauspiel von Antizipation und Gier war. Und ein perfekter "Sell the News" Event war Intraday auch rund um das Announcement der Apple Watch zu bewundern. Schauen Sie selber im kurzfristigen Minutenchart:

Apple 09.09.14 2

Erst war da die Angst, dass da nichts kommen würde. Dann legt Cook gleich am Anfang mit den iPhones los und da war dem Markt sofort klar, dass da noch mehr kommen muss, denn sonst würde Cook sein Pulver nicht sofort verschiessen. Und so setzte sich ein "Buy the Rumor" Trade in Bewegung, der Apple bis 103 USD bis fast zu historischen Höchstständen brachte.

Dann kam das Announcement und der klassische "Sell the News" Event setzte ein. Denn zum "grossen Erstaunen" des Marktes ;), kann die Apple Watch nicht teleportieren, keine Laserstrahlen aussenden und interagiert auch nicht mit Biochips im Körper - wobei ernsthaft, das Letztere dürfte früher oder später kommen, unser Leben als "Cyborgs" dürfte langfristig nicht aufzuhalten sein. Zu gross sind die Vorteile und auch wenn die aktuelle Generation da Berührungsängste hat, wird die folgende Generation das wahrscheinlich alles viel selbstverständlicher nehmen. Und nein, wir werden dabei nicht wie Borg aussehen, sondern die Industrie wird Wege finden, dass die Implantate als "cool" und "hip" wahrgenommen werden.

Aber zurück zu Apple heute. Der heutige Kursverlauf ist eher irrelevant, ausser dass er im Positiven bestätigt, dass die gefundene Bewertung des Marktes im Wesentlichen gerechtfertigt ist.

Erst ab Morgen werden die Marktelefanten bei Apple richtig in den Ring steigen und ich denke, dass langfristig die Tendenz weiter hoch ist. Ob morgen vielleicht doch noch leichte Schwäche kommt oder nicht, kann ich Ihnen nicht sagen und ist mittelfristig auch irrelevant.

Übrigens denke ich auch, dass die Apple Watch ein Erfolg wird. Je nachdem welches Bild man sieht, wirkt sie mal so und mal so, mal klobig und mal elegant. Aber genau das wird auch ihr Erfolg sein, die massive Wandelbarkeit und Konfigurierbarkeit, auch von den Farben her. Und Geschmack ist halt sehr individuell, ich persönlich finde eine ganze Reihe der übergrossen, überkomplizierten mechanischen Uhren, für die vermögende Menschen derzeit zehntausende von Dollars oder Franken ausgeben, einfach nur protzig/peinlich. Andere finden die stilvoll und toll. Beide Haltungen sind legitim. Über Geschmack lässt sich halt nicht streiten, weil es keinen objektiven Massstab dafür gibt.

Die starke Fokussierung der Apple Watch auf Gesundheits und Fitness Daten wird wohl einschlagen. Bisher ist der Markt weitgehend von Einzellösungen von Spezialisten wie beispielsweise Garmin geprägt, die eine Apple mittelfristig vom Markt drängen dürfte, denn ein Smartphone System mit unzähligen Apps unabhängiger Entwickler ist weit flexibler als alles, was die Spezialisten je programmieren können. Garmin ist heute, beispielhaft für den Sektor, übrigens um über 3% im Minus und schauen Sie mal auf das Chart, seit sich die Gerüchte um die Apple Watch konkretisieren. Aua, das sieht nicht schön aus :

garmin 09.09.14

Übrigens funktioniert auch das neue Apple Pay mit der "Uhr", sprich man kann bezahlen, in dem man die Uhr an die Kasse hält. Auch das wird ein Grund für Akzeptanz sein. Das Ding wird wohl ein Erfolg, davon gehe ich aus.

In Summe hat Apple geliefert und man kann von weiter steigenden Absatzzahlen ausgehen. Der Einstieg in die Wearables ist gemacht und das ist langfristig bedeutend, auch wenn kurzfristig bei der Apple Watch noch einige Fragen offen sind und sicher auch noch Verbesserungsmöglichkeiten bestehen.

Grund für mich, wie schon heute in der Vorbesprechung zum Event angekündigt, ab morgen in jede weitere Schwäche hinein zu akkumulieren und meine derzeitige Basisposition Zug um Zug über die kommenden Tage hinweg wieder auf Zielgrösse zu bringen.

Ich wünsche Ihnen eine gute Nacht!

Ihr Hari

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Die Giganten IBM und Apple kooperien – Grosse Chance für Apple

Heute erreicht mich die folgenden Nachricht:

Diese Nachricht kann man aus meiner Sicht gar nicht hoch genug hängen. Und auch wenn es IBM bestimmt nicht schadet, dürfte der Haupt-Profiteur Apple sein. Gut gemacht Tim Cook!

Wir müssen uns klar machen, dass Apple mit seinem Qualitätsimage, aber auch seiner Monokultur und recht starken Abgrenzung gegen fremde Software, eigentlich theoretisch schon lange dafür prädestiniert war und ist, in den Firmennetzen bei Endgeräten eingesetzt zu werden.

Denn für eine IT bzw Infrastruktur-Abteilung, sind die offeneren Systeme wie Android - bei denen der Anwender extrem viel verändern kann - ein echter Graus. Denn diese individuelle Veränderung der Benutzer birgt Gefahren und das nicht nur wegen simpler Schadsoftware. Auch und gerade beim Thema Industriespionage. Natürlich kann man auch Apple Geräte ausspähen, keines ist völlig sicher. Aber für eine IT Abteilung ist es viel einfacher, bei einer einheitlichen Installationsbasis für Sicherheit zu sorgen, als beim Wildwuchs von Android & Co.

Bisher aber hat Apple wenig - und in meinen Augen zu wenig - für die Geschäftskunden getan. Man konnte ja auch genügend Geld im Retail-Geschäft mit den normalen Endkunden verdienen, die Geräte waren ja "hip" genug.

Nun aber scheint Apple das riesige Potential der Geschäftswelt erschliessen zu wollen und hat dabei mit IBM den idealen Partner gefunden. Kein Unternehmen dürfte so gut vernetzt in den grossen Konzernen sein, keines hat einen so seriösen Ruf. Und als weiteren Pluspunkt, ich sehe in dieser Kooperation kaum Konfliktzonen, die Interessen sind wirklich weitgehend komplementär und ergänzen sich in Perfektion.

Ich bin ja selber ein alter "IBMer" und weiss daher, wie dieser Laden tickt. Die entscheidende Frage wird nun sein, ob man diese Kooperation abseits der Absichten der Chefs auch auf den mittleren Management-Ebenen mit echtem Leben füllen kann. Denn auf beiden Seiten findet sich eine extrem selbstbewusste Unternehmenskultur, die dazu neigt, sich selbst zu genügen.

Wenn und falls das aber gelingt, werden beide Unternehmen massiv profitieren und vor allem für Apple dürfte das erhebliche Potentiale heben. Und rein rational - von theoretischen Animositäten der beiden Kulturen abgesehen - sehe ich auch keinen Grund, warum das nicht funktionieren sollte. Denn beide Seiten profitieren und die recht selbstbewussten IBMer dürften durch die zuletzt wenig überzeugenden Zahlen auch demütig genug sein, das nun als Chance zu begreifen.

Fazit:

Diese vergleichsweise kleine Meldung, lässt mich also in Kenntnis der Unternehmen aufhorchen. Hier könnte Bedeutendes auf den Weg kommen. Und dem Aktienkurs von Apple wird es gut tun, auch wenn die Effekte eher langfristiger Natur sein dürften.

Auf jeden Fall ist das ein weiterer Grund, weiter eine Long Position in Apple zu halten. Im Premium-Bereich gehen wir die positive Kurs-Entwicklung bei Apple schon seit Monaten mit und zumindest bis zur offiziellen Bekanntgabe der neuen Geräte im Herbst - wahrscheinlich iWatch und neue iPhones - dürfte die Aktie im Sinne "Buy the Rumor" weiter gut unterstützt sein.

Mit der heutigen Kooperation eröffnet sich Apple aber auch darüber hinaus grosse Umsatzpotentiale. Erneut: gut gemacht Tim Cook!

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