Börsenregeln reloaded IV – Der Januar Effekt

Börsenregeln reloaded IV: Gibt es einen Januar-Effekt ? Ein Gastkommentar von Tokay

Heute machte ich eine überaus interessante Entdeckung. Eine der vielen Börsenregeln besagt, wenn der Jahresanfang, sprich die ersten fünf Handelstage des neuen Börsenjahres positiv verlaufen, dann ist das ein gutes Zeichen für das gesamte Börsenjahr. Dahinter steht die Überlegung, dass Börsentrends eher längerfristig abgelegt sind. Es könnte also sein, dass ein Trend, der zu Jahresanfang vorhanden ist, auch noch am Jahresende fortbesteht. Im vergangenen Jahr war das in der Tat der Fall. Aber es kann natürlich auch passieren, dass ein unterjähriger Trendwechsel stattfindet. Das Griechenland-Schlamassel des Jahres 2011 ist uns hier noch in unguter Erinnerung. Kann uns der Januar-Effekt einen Lichtblick für den Winter-Blues bieten?

Dazu habe ich die Tagesdaten des DAX auf Schlusskursbasis untersucht, die Jahresperformance für jedes Jahr sowie die Performance am Ende des fünften Handelstages eines Jahres gegenüber dem letzten Handelstag des Vorjahres ermittelt. Hier ist das Ergebnis:

Börsenregeln Januar Effekt

Man sehe und staune: In den vergangenen zwanzig Jahren ist der Januar-Effekt erstaunlich oft eingetreten. Bis auf die Jahre 1993, 1995, 2002, 2007 und 2011 hatten wir immer dann ein gutes oder schlechtes Börsenjahr, gut oder schlecht im Sinne von Kurszuwächsen oder -verlusten, wenn die ersten fünf Handelstage desselben Jahres gut oder schlecht verliefen. Es gab natürlich einige Besonderheiten und Abweichungen.

Besonders augenfällig ist hier das Jahr 1993, das bescheiden startete, aber sich später innerhalb der vergangenen zwanzig Jahre als das Anlagejahr mit der besten Performance herausstellte. Damals wie 2012 gab es eine nahezu schulbuchmäßige Liquiditätshausse auf eine zu Ende gehende Rezession. Anders 2002. Hier sah es zu Jahresanfang noch sehr freundlich aus. Man glaubte die Baisse der Jahre 2000/2001 überwunden, endete dann aber im Desaster zahlreicher Unternehmensskandale. Auch hatte die Wirtschaft noch immer mit den Folgen des „New Economy“-Booms zu kämpfen. Das Vertrauen der Börsianer war deutlich zurückgegangen.

Die Baissejahre 2000 und 2001 kündigten sich bereits mit einem schwachen Auftakt an; das Jahr 1999 war noch einmal mit einer herausragenden Performance von fast 40 Prozent zu Ende gegangen. Der Jahreswechsel läutete dann das Ende des „New Economy“-Booms ein und führte zu einer Korrektur der eingetretenen Überhitzung. Diese Korrektur sollte sich noch lange hinziehen. Der Boom des Jahres 2003, mit dem das Ende der Rezession vorweggenommen wurde, kündigte sich ebenfalls bereits in den ersten Januartagen an. 2008 war dann das Jahr in der jüngeren Vergangenheit mit der weitaus schwächsten Performance zu Jahresanfang überhaupt. Der Rückgang in den ersten fünf Handelstagen betrug 2,7 Prozent. Es ist dann, wie wir alle wissen, noch sehr viel schlimmer gekommen.

Und wie sieht es gegenwärtig aus? Hier gibt es eine gute Nachricht: In 2013 hatte der DAX in den ersten fünf Handelstagen ein Plus von 1,1 Prozent zu verzeichnen. Bewahrheitet sich der „Januar-Effekt, dann können wir zuversichtlich in das kommende Börsenjahr blicken. Diese Aussicht könnte doch den Winter-Blues vertreiben ...

Tokay

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