Die Giganten IBM und Apple kooperien – Grosse Chance für Apple

Heute erreicht mich die folgenden Nachricht:

Diese Nachricht kann man aus meiner Sicht gar nicht hoch genug hängen. Und auch wenn es IBM bestimmt nicht schadet, dürfte der Haupt-Profiteur Apple sein. Gut gemacht Tim Cook!

Wir müssen uns klar machen, dass Apple mit seinem Qualitätsimage, aber auch seiner Monokultur und recht starken Abgrenzung gegen fremde Software, eigentlich theoretisch schon lange dafür prädestiniert war und ist, in den Firmennetzen bei Endgeräten eingesetzt zu werden.

Denn für eine IT bzw Infrastruktur-Abteilung, sind die offeneren Systeme wie Android - bei denen der Anwender extrem viel verändern kann - ein echter Graus. Denn diese individuelle Veränderung der Benutzer birgt Gefahren und das nicht nur wegen simpler Schadsoftware. Auch und gerade beim Thema Industriespionage. Natürlich kann man auch Apple Geräte ausspähen, keines ist völlig sicher. Aber für eine IT Abteilung ist es viel einfacher, bei einer einheitlichen Installationsbasis für Sicherheit zu sorgen, als beim Wildwuchs von Android & Co.

Bisher aber hat Apple wenig - und in meinen Augen zu wenig - für die Geschäftskunden getan. Man konnte ja auch genügend Geld im Retail-Geschäft mit den normalen Endkunden verdienen, die Geräte waren ja "hip" genug.

Nun aber scheint Apple das riesige Potential der Geschäftswelt erschliessen zu wollen und hat dabei mit IBM den idealen Partner gefunden. Kein Unternehmen dürfte so gut vernetzt in den grossen Konzernen sein, keines hat einen so seriösen Ruf. Und als weiteren Pluspunkt, ich sehe in dieser Kooperation kaum Konfliktzonen, die Interessen sind wirklich weitgehend komplementär und ergänzen sich in Perfektion.

Ich bin ja selber ein alter "IBMer" und weiss daher, wie dieser Laden tickt. Die entscheidende Frage wird nun sein, ob man diese Kooperation abseits der Absichten der Chefs auch auf den mittleren Management-Ebenen mit echtem Leben füllen kann. Denn auf beiden Seiten findet sich eine extrem selbstbewusste Unternehmenskultur, die dazu neigt, sich selbst zu genügen.

Wenn und falls das aber gelingt, werden beide Unternehmen massiv profitieren und vor allem für Apple dürfte das erhebliche Potentiale heben. Und rein rational - von theoretischen Animositäten der beiden Kulturen abgesehen - sehe ich auch keinen Grund, warum das nicht funktionieren sollte. Denn beide Seiten profitieren und die recht selbstbewussten IBMer dürften durch die zuletzt wenig überzeugenden Zahlen auch demütig genug sein, das nun als Chance zu begreifen.

Fazit:

Diese vergleichsweise kleine Meldung, lässt mich also in Kenntnis der Unternehmen aufhorchen. Hier könnte Bedeutendes auf den Weg kommen. Und dem Aktienkurs von Apple wird es gut tun, auch wenn die Effekte eher langfristiger Natur sein dürften.

Auf jeden Fall ist das ein weiterer Grund, weiter eine Long Position in Apple zu halten. Im Premium-Bereich gehen wir die positive Kurs-Entwicklung bei Apple schon seit Monaten mit und zumindest bis zur offiziellen Bekanntgabe der neuen Geräte im Herbst - wahrscheinlich iWatch und neue iPhones - dürfte die Aktie im Sinne "Buy the Rumor" weiter gut unterstützt sein.

Mit der heutigen Kooperation eröffnet sich Apple aber auch darüber hinaus grosse Umsatzpotentiale. Erneut: gut gemacht Tim Cook!

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Microsoft nach Ballmer – Anleihenersatz mit Potential

Müsste man einen Wettbewerb um die High-Tech Aktie machen, die bei den Anlegern am ehesten Gähnen hervorruft und der nicht mehr viel zugetraut wird, wäre Microsoft wohl definitiv in der engeren Wahl.

Und das durchaus berechtigt, denn wie viele Chancen hat Microsoft im letzten Jahrzehnt unter der Regentschaft von Steve Ballmer verstreichen lassen oder durch Mangel an Flexibilität und Kreativität selber vergurkt ? Ich fange lieber nicht an zu zählen, es würde zu lange dauern. 😉

Auch zuletzt hat sich Microsoft ja mit Windows 8 und nun 8.1 ein grosses Ei gelegt, weil ein im Kern richtiger Gedanke unzureichend und konzeptionslos umgesetzt wurde. Dieser Eindruck hatte mich ja schon vor knapp 2 Jahren dazu veranlasst, Microsoft aus meinen Depots zu schmeissen, im Artikel -> Warum ich Microsoft nun aus meinem Depot verbanne <- habe ich das ja damals begründet und der Kurs ging danach auch erst einmal massiv auf Tauchstation.

Leser des Premium-Bereiches wissen aber auch, dass sich mein Blick auf Microsoft seit Sommer 2013 immer weiter aufhellt. Ich halte die Übernahme von Nokia für grundlegend richtig und ein "Schnäppchen" und zuletzt hat der Abgang von Steve Ballmer nicht nur die Märkte, sondern auch mich beglückt. Denn ich habe Ballmer in den 90er Jahren als guten COO und als Nummer 2 neben Gates für perfekt besetzt gehalten, aber die Rolle als alleiniger CEO bei Microsoft, war für ihn nach meiner Einschätzung eine Nummer zu gross.

Mit dem Wechsel besteht nun die Chance, dass Microsoft nun endlich mehr aus seinen Potentialen macht. Denn Microsoft/Nokia hat sehr wohl die Chance, die grosse Überraschung im Trio der Ökosysteme neben IOS und Android zu werden. Auf jeden Fall werden die Möglichkeiten unterschätzt, wenn diese Kombination endlich mal die selbst gestellten Bremsen lösen könnte.

Ich selber bin seit Ende der 70er Jahre ein klassischer "Early Adaptor" und habe vor ein paar Wochen mein Ipad eingemottet und bin auf ein Windows 8.1 Tablet von Dell (Venue Pro) gewechselt. Und obwohl ich mich über all die idiotischen Nickeligkeiten bei Windows 8.1 schwarz ärgere, wo Dinge unlogisch sind oder nicht richtig funktionieren, die bei Apple einfach beim ersten Versuch klappen. Und obwohl die Qualität und Stabilität des Gerätes zwar OK ist, aber kein bisschen mit der Perfektion eines Ipad mithalten kann. So bin ich doch froh, endlich wieder einen richtigen PC als Tablet in den Händen zu halten, mit dem ich alles machen kann. Und investiere selber lieber Zeit in das System, statt den einfacheren, aber beschränkteren Weg in IOS weiter zu gehen.

Nun ist noch nicht klar, wer der Nachfolger von Ballmer wird. Heiss gehandelt werden der bisherige "Cloud-Chef" bei Microsoft Satya Nadella und auch der "Android-Chef" Sundar Pichai, der noch bei Google ist. Aber wer es auch immer wird, er wird Durchsetzungsvermögen mitbringen müssen, denn die Beharrungskräfte der Organisation sind immens, ganz typisch bei erfolgreichen Firmen, sie lassen in der Regel zu spät von dem ab, was zu lange zu Erfolgen führte. Nur wenn eine kreative Ausnahmeerscheinung wie Steve Jobs, an der Spitze als unumschränkter Herrscher agieren kann, können solche Organisationstanker frühzeitig gedreht werden, bevor die Schmerzen da sind. Diese Glück hatte Microsoft aber im letzten Jahrzehnt nicht.

Aber wie auch immer, all das ist bekannt. Und trotzdem, trotz all dieser verpassten Chancen und vergurkten Gelegenheiten, generiert Microsoft immer noch riesige Gewinne und ist, was den Cashflow angeht, wohl eine der "sichersten" Aktien der Welt.

Wenn der neue Chef nur ein paar Dinge richtig macht, wird alleine das schon für neue Phantasie im Kurs bei Microsoft sorgen und diesen potentiell nach oben bewegen. Auch das Chart zeigt uns, dass der Markt langsam wieder eine positiver Sicht auf Microsoft entwickelt.

Wir sehen im Chart mit Tageskerzen einen klaren Ausbruch aus einer Wendeformation, der durch das Volumen bestätigt wird. Und wir sehen einen deutlichen und stabilen Aufwärtstrend. Viel spricht für neue Hochs, die in den kommenden Wochen anstehen könnten.

Microsoft 03.02.14

Mit dem Überwinden des Hochs vom 04.12.13 bei 38,98 USD wäre ein Ausbruch dann endgültig bestätigt. Besonders interessant ist aber der ganz langfristige Blick auf ein Chart mit Monatskerzen, das bis in die 90er, die Jahre Microsofts Aufstieg unter Gates, zurück reicht:

Microsoft 03.02.14 monatlich

Man könnte die Zeit seit 2000 also mit spitzer Zunge auch die "Ballmer-Konsolidierung" nennen. 😉 Aber wie auch immer, Sie sehen schnell, an welch bedeutender Wegscheide Microsoft nun im grossen Bild steht. Und obwohl nichts sicher ist und natürlich auch eine Microsoft in unerwartete, massive Probleme laufen kann. Und obwohl der neue CEO nicht nur eine Chance, sondern auch ein Risiko ist. Trotz all dem, gibt es schlechtere Aktien als eine, der der Markt nichts mehr zutraut und die nach wie vor im Cash schwimmt. Auf jeden Fall ist Überraschungspotential da und die Konkurrenz hat ja auch ihre Schwächen und Steve Jobs ist halt nicht mehr.

Und so kann ich ganz klar sagen: Wenn mir einer nur die Wahl lassen würde, mein Kapital auf Microsoft oder auf eine Staatsanleihe eines grossen Staates zu setzen, ich würde ohne zu zögern Microsoft wählen. Knapp 3% Dividendenrendite Chancen, können sichere Staatsanleihen derzeit nur schwerlich bieten.

Ihr Hari

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