Was Fortinet und 3D Systems gemein haben

Der folgende Artikel erschien in erweiterter Form am Donnerstag 23.07.15 16:40 in Hari Live und führte die Thematik der "Erwartungen" fort, die ich zuletzt im Artikel -> Apple der Markt und die Erwartungen <- adressiert habe.

Heute habe ich ja den Tag der Erwartungen. Und Erwartungen sind ja nichts Objektives, sondern sind auch von Stimmungen und vor allem von Modetrends abhängig.

Gerade wenn Themen "Mode" werden, neigt Mr. Market auch mal dazu zu übertreiben, der Hype um die 3D Drucker war so ein klassisches Beispiel. Das Chart dazu liefert 3D Systems, zu dem man wohl nicht mehr viele Worte machen muss:

DDD 23.07.15

Dass die 3D Drucker Aktien Ende 2013 in einer Übertreibungsphase waren, war anzunehmen und haben wir hier auf surveybuilder.info auch so gesehen. Nur der genaue Zeitpunkt, zu dem so ein parabolischer Anstieg dann dreht, ist im Vorfeld nicht exakt zu antizipieren.

Und insofern kann man so Bewegungen mit Momentum, wenn sie sich noch in der starken Trendphase befinden, wie bei DDD 2012 und bis Mitte 2013, einfach mitgehen. "The trend is our friend".

Sobald die Kurse aber nur noch senkrecht steigen und aus einem stabilen Trend sogar nach oben ausbrechen, während das Thema gleichzeitig extrem in Mode ist, muss man vorsichtig werden.

Dann muss man irgend wann auf die Seite treten, wohl wissend, dass es vielleicht noch weiter hoch geht, weil Übertreibungen durchaus länger andauern, als wir uns vorstellen können. Weitere "entgangene" Gewinne sollten einen dann aber nicht mehr stören und man richtet seinen nach Chancen suchenden Blick auf andere Opportunitäten.

Klar ist aber auch, dass wenn so ein parabolischer Anstieg mal bricht, es ebenso brutal nach unten geht. Das Chart von DDD sagt dazu alles und im Moment muss man sich eher fragen, ob der Sektor "3D Druck" hier jetzt nicht unter Wert behandelt wird, denn das Thema ist ja immer noch ein Wichtiges für die zukünftigen Produktionsprozesse.

Aber auf Euphorie kommt halt der schwere Kater. Das ist nicht nur bei Alkohol und sonstigen Drogen so, sondern auch am Markt.

Womit wir zum Thema "Cyber Security" und im speziellen zu Fortinet (A0YEFE, FTNT) kommen.

Ohne jede Frage, ist das Thema "Cyber Security" ein riesiges Zukunftsthema. Und ohne Frage ist es aufgrund aktueller Geschehnisse nun besonders "en vogue" und das heisse Geld mäandriert in jede Aktie aus dem Sektor, die nicht schnell auf dem Baum ist.

Mein Problem mit dem Thema ist, dass ich bei vielen der Softwareanbieter nicht so sicher bin, was den langfristigen Wettbewerbsvorteil (Edge) gegenüber den Mitbewerbern angeht. Die Marktstellung ist für mich also das Fragezeichen.

Denn was in Wirklichkeit hinter schönen technologischen Begriffen verkauft wird, ist eigentlich primär *Vertrauen*. Ob in jedem Fall hinter der Software die super-intelligenten Konzepte sind, kann man von aussen sowieso nicht überprüfen und aus nahe liegenden Gründen bleibt Code im Bereich Cyber Security geheim.

Und Vertrauen ist eben ein scheues Reh und wenn es nur durch eine Kleinigkeit geschädigt wird, werden so Firmen brutal einbrechen. Bis dahin, können sie aber noch massiv steigen, der Sektor scheint in meinen Augen gerade den Übergang vom Trend zur parabolischen Phase zu vollziehen.

Schön kann man das an Fortinet sehen, die nach Zahlen heute erneut über 10% steigen und aus dem Trend nach oben auszubrechen "drohen".

FTNT 23.07.15

Wir sehen, dass ein KGV von 384 keineswegs ein Hindernis für grosse Gewinne sein muss. Da ist ein KGV von 6 eher das Hindernis, aber das Thema hatten wir ja ausführlich im Rahmen unseres Teamprojektes "Sicherheit durch Wachstum". 😉

Mir hat der Sektor auch lange gefallen, der nun auch im US ETF "HACK" abgebildet ist und ich hatte ja auch Cyberark Software (CYBR) hier bei surveybuilder.info eingeführt. Aber manchmal muss man wissen, wann es gut ist und bei Fortinet frage ich mich, ob der Zeitpunkt nicht nahe ist.

Denn wenn wir den selben Massstab wie oben bei DDD wählen, sehen wir Strukturen mit einer gewissen Ähnlichkeit. Es scheint wirklich so zu sein, als ob nun die parabolische Phase bei Fortinet eingesetzt hat.

FTNT 23.07.15 2

Eine Phase, die bei DDD ungefähr bei 50 USD einsetzte und bis 100 USD zu einer nochmaligen Verdoppelung führte. Bei Fortinet wären wir dann vergleichbar auch knapp unter 100 USD. 😉

Wo diese Phase endet, kann ich Ihnen also nicht sagen, vielleicht noch viel höher. Ich hatte schon im Januar das Video von Chuck Yeager beim Höhenrekordversuch in Hari Live, das zeigt, was bei parabolischen Flugbahnen passiert. Man nennt das "Stall", zu deutsch .

Für mich hat der Cyber-Security Sektor nun die Phase der Begeisterung erreicht, an der ich gerne einen Schritt zurück mache. Auch woanders gibt es schöne Gewinne in dafür stabilen Trends, bei denen man nicht Nachts in Schweiss gebadet aufwachen muss. Parabolische Flugbahnen voller Hype sind nicht so mein Ding und ich steige gerne ohne Reue vor dem Strömungsabriss (Stall) aus. Das ist mir mein ruhiger Schlaf wert. 😉

Wer es aber mag, bleibt bei Fortinet drin und zieht aber zwingend einen Trailing-Stop mit. Und wenn das Ding mal irgend wann - vielleicht viel höher - zu fallen anfängt, dann denke man bitte an DDD und jeder weiss dann hoffentlich, was zu tun ist!

Ihr Hari

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3D Systems (888346, DDD) mit Wendeformation

Heute ein kurzer Hinweis zum 3D Druck Spezialisten 3D Systems (888346, DDD).

Die Aktie wurde im Zuge der allgemeinen Marktschwäche zusammen mit anderen Momentum-Aktien massiv verprügelt und verlor über 50% von den Höchstständen Anfang diesen Jahres.

Seit Anfang Mai schauen wie im Premium-Bereich aber ganz genau hin, denn es verdichteten sich seit dem Anzeichen für eine potentielle Wendeformation.

Mit den gestrigen, massiven Gewinnen, wurde diese Wendeformation vollzogen:

DDD 23.05.14

Kurzfristig ist nun ein kleines Retracement zu erwarten, in den kommenden Tagen bestehen hier aber gute Chancen, dass die Aktie in die 6xer Kursregion bis zur 200-Tage-Linie läuft.

Ob es darüber hinaus wieder Richtung Höchststände geht, betrachte ich aber als eher fraglich. Das Thema 3D Druck ist in meinen Augen auf der Hardware-Seite einfach "overhyped". Denn bei allen grundlegenden und disruptiven Veränderungen, die die Technologie ohne Frage hervor rufen wird, betrachte ich es als sehr fraglich, ob die Hardware-Hersteller am Ende die sein werden, die die grosse Margen und Gewinne erzielen.

Ich rechne eher damit, dass sich Software Anbieter und auch Shops zum Erwerb von Reproduktionsrechten am Thema 3D Druck eine goldene Nase verdienen werden, während den Hardware Anbietern das gleiche Schicksal droht, dass schon andere in der IT Entwicklung der letzten Jahrzehnte erleben mussten. Im Hardware Bereich steigt der Wettbewerbsdruck immer sehr schnell und es lassen sich auf die Dauer nur schwer gute Margen verdienen.

Für die Rechtsabteilungen zum Thema Markenrecht und Urheberrecht, wird der 3D Druck dagegen wohl ein "Fest" werden. Und deshalb werden besonders die eine grosse Zukunft vor sich haben, die es schaffen ein rechtlich verlässliches System zum Kauf von 3D Druck Rechten aufzubauen. Aber auch die Software, die die Hardware überhaupt erst in Stande setzt Formen nachzubilden, dürfte vor einer spannenden Zukunft stehen.

Bei 3D Systems und anderen Mitbewerbern, habe ich daher ein Fragezeichen hinter der allgemeinen und langfristigen Entwicklung der Aktie. Wobei 3D Systems mit seiner aggressiven Aquisitions-Politik, gegenüber einigen Mitbewerbern da sicher noch die vergleichsweise besten langfristigen Chancen hat. Denn das Unternehmen kann sich durch Zukäufe wie ein Chamäleon einen neuen Charakter geben und wer weiss, vielleicht wird 3D Systems deshalb in den kommenden Jahren ja genau in den obigen Themen stark.

Für den kurzfristigen Trade muss uns das aber alles nicht interessieren. Wir haben ein klare Umkehrformation mit einem Potential bis zur 200-Tage-Linie. Heute ist zu beobachten, ob dieser Ausbruch hält, oder sofort wieder abgegeben wird. Wenn er hält, könnte DDD ein attraktiver, kurzfristiger Trade werden.

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Bernanke, Premium, Tesla und Solar – Das Jahr 2013 auf surveybuilder.info

Liebe Leser,

ein spannendes, ereignisreiches und erfolgreiches Jahr auf surveybuilder.info.de, nähert sich langsam der Zielgeraden.

Es war ein sehr erfolgreiches Jahr für uns auf surveybuilder.info. Gerade für die grossen institutionellen Anleger, war es aber teilweise auch ein schwieriges Börsen-Jahr.

Erfolgreich war 2013, weil uns der Markt eine grosse Zahl hoher Gewinne beschert hat.

Erinnern Sie sich noch, wie wir im Mai von Anfang an dabei waren, als die von uns intensiv beobachtete Tesla Motors Aktie, mit Macht abhob und sich innerhalb von 6 Monaten bis zum Hoch verfünffachte ? Oder wissen Sie noch, wo der Solarsektor oder 3D Systems am Jahresanfang standen, die uns eine Verdoppelung des Einsatzes ermöglichten ? Für Trader war 2013 ein Traum, selten habe ich so viele, so sensationelle Kursraketen erlebt wie 2013.

Schwierig war das Jahr aber auch und das weniger für Trader, sondern mehr für Investoren, die auf eine Diversifizierung ihres breiten Portfolios achten müssen und sich nicht erlauben können, Risiken und technische Überdehnungen einfach blind auszublenden.

Denn mit dem gnadenlos nach oben strebenden Markt, konnte man als breit aufgestellter Investor in 2013 nur mithalten, wenn man alle Risiken ignorierte und jeden Dip kaufte, sobald er auftrat. Rationale Vorsicht, Diversifizierung, Cashbestände, Absicherung und Hedging - all die Fähigkeiten, die einen guten Portfoliomanager auszeichnen - wurden in 2013 eher nicht belohnt, sondern bestraft. Ich habe selten so viele V-förmige Reversals gesehen, wie in 2013.

Und weil solche V-förmigen Reversals eigentlich ungewöhnlich sind und durch den Liquiditätsdruck der Notenbanken in 2013 immer wieder die natürlichen Schwingungen der Märkte kurz geschlossen wurden, haben sich auch so viele Portfoliomanager in 2013 schwer getan und hinken nach dem was ich lese und höre, hinter der Performance von DAX und S&P500 hinterher.

Das ist aber nach meiner Ansicht kein Grund sich zu grämen, denn absolute Performance-Zahlen sagen ohne Kontext sowieso nichts und damit zu klappern ist kompletter Humbug. Performance kann immer nur im Verhältnis zur Grösse des Depots, der Strategie und dem Zeithorizont betrachtet werden und muss vor allem im Verhältnis zum eingegangenen Risiko bewertet werden. Eine Strategie, die in 2013 vielleicht dazu führte, dass man bei geringerem Depotrisiko am Ende ein paar Prozent gegenüber dem DAX hinterher hinkt, wird beim nächsten Absturz - und auch der wird kommen - dafür sorgen, dass man diesem aus dem Wege geht.

Auch ich selber habe diesen Dualismus des Jahres 2013 in meinen verschiedenen Depots bemerkt. Während es als dem Trend folgender Trader in 2013 leicht war, den Markt zu schlagen - dafür sorgten eben die ganzen Kurs-Raketen ala Tesla und Co. - war es als auf langfristigen, sicheren Ertrag ausgerichteter Investor, mit breit aufgestelltem Portfolio, eher schwierig, mit DAX, S&P500 und Co. vollständig mitzuhalten.

Alles in allem war es aber ein tolles und vor allem historisches Börsenjahr. Die Notenbanken waren zwar schon immer wichtig, aber in meiner Erinnerung der letzten ca. 25 Börsenjahre, gab es kein Jahr, in dem die Notenbanken so dominant für die Marktentwicklung waren wie 2013.

Abgesehen vom Markt selber, war 2013 aber auch deshalb für surveybuilder.info ein erfolgreiches Jahr, weil der Start des Premium-Bereiches im April zu einem schönen Erfolg geworden ist, auf den ich sehr stolz bin.

surveybuilder.info ist damit einer der ersten rein privat betriebenen Blogs im deutschsprachigen Raum, dem die Professionalisierung gelungen ist und der sich damit von allerlei bunt blinkenden Bannern und der Dominanz SEO geprägter Klickzahlen emanzipiert hat.

Denn diese Dominanz von Klickzahlen und SEO im Internet, fördert nach meiner Meinung nicht die Qualität des Contents, sondern fördert eher marktschreierisches Gebaren und lautes mediales Geklapper, dass mit allerlei Schlagwörtern im Titel auf Leserfang geht. Die Relevanz des Contents steht dann oft im diametralen Gegensatz zur Bugwelle der Überschrift.

Mag dieses mediale Geklapper im Unterhaltungsbereich bei den Berichten aus den diversen Königshäusern ja noch problemlos sein, weil ausser Zeitaufwand kein Schaden entsteht, ist es aber im Börsenumfeld besonders tückisch, wenn sich Leser davon zu Handlungen treiben lassen. Denn Mitglieder von surveybuilder.info wissen: was jeder weiss und worauf sich alle vorbereiten, kann genau deswegen an der Börse nur schwerlich eintreten. Dafür sorgt die Reflexivität der Märkte.

Der Erfolg des Premium-Bereiches ermöglicht uns nun, intensiv und sachlich zu diskutieren, uns gegenseitig zu helfen und uns auszutauschen. Und gemeinsam zu lernen und unsere Techniken im Kampf mit surveybuilder.info zu verbessern.

Und "wir" ist dabei eine dreistellige Community engagierter Leser, von denen viele auch in den Foren aktiv sind und eigene Ideen beitragen. Es ist uns gelungen, eine Community zu etablieren, die von Fachkenntnis aber auch Respekt voreinander geprägt ist und von der alle nur profitieren können. Foren-Trolle und notorische Rechthaber sind hier nicht existent und das wird auch so bleiben.

Ich möchte daher bei dieser Gelegenheit allen Premium-Mitglieder herzlich für das Vertrauen und die Unterstützung danken, die Sie diesem Blog in 2013 gegeben haben ! Besonders gilt mein Dank aber den vielen aktiven Mitgliedern, die mit eigenen Beiträgen und teilweise auch eigenen Artikeln die Community nach vorne bringen und zu einem Ort machen, an den man gerne jeden Tag zurück kehrt.

Ich bin stolz darauf, Teil dieser Gemeinschaft zu sein und ich verspreche, in 2014 nicht nachzulassen und mit der gleichen Energie weiter am Erfolg von surveybuilder.info zu arbeiten.

Denn selbst wenn viele nun hier her gefunden haben und surveybuilder.info nun als ihre Börsenheimat verstehen, es könnten noch viel mehr sein. Denn der Bedarf an wirtschaftlich unabhängigen, seriösen und kompetenten Informationen und Anleitungen zu den Finanzmärkten ist immens. Das Hauptproblem ist eher, dass die Menschen nur schwer zu den wenigen Stellen in einem Meer von Informationen finden, die wirklich etwas zu sagen haben, das über die Nacherzählung der diversen Geschehnisse hinaus geht.

So weit zu einem tollen Jahr 2013. Und dieses tolle Jahr war für mich auch ein arbeitsames Jahr, zusammen mit meinen eigenen Aktivitäten am Markt, habe ich hier nun einen neuen Fulltime-Job, der mich auch oft noch spät in den Abendstunden schreiben und diskutieren lässt, wie die Premium-Mitglieder wissen.

Deshalb brauche ich jetzt auch einmal eine Auszeit und werde mir diese in der einzigen Zeit des Jahres nehmen, in der auch die Börse mal weitgehend ereignislos ist.

In der Zeit vom kommenden Samstag 21.12.13 bis einschliesslich dem 06.01.14, wird daher hier im freien Bereich nicht mehr viel passieren. Ich schliesse einen neuen Artikel nicht perse aus, rechnen Sie aber nicht damit. Ab 07.01.14 bin ich dann wieder voll da.

Im Premium-Bereich werde ich meine Aktivitäten auch deutlich herunter fahren, dort werde ich aber nach Lust und Laune vielleicht den einen oder anderen Kommentar oder Artikel schreiben und wir werden uns in der Community auch über den Jahreswechsel sicher intensiv im Forum austauschen. Gerade grundsätzliche Fragestellungen bespricht man ideal in dieser Zeit, in der man nicht permanent von der Hektik des Börsengeschehens getrieben wird. Und insbesondere die Frage, welche Aktien in 2014 zu den neuen Favoriten gehören dürften, ist ja hoch spannend.

Für den Dienstag 07.01.14 ist dann - zum Start des neuen Börsenjahres auf surveybuilder.info - auch gleich um 12 Uhr wieder ein "Lunchtalk" mit der Wirtschaftswoche geplant, vielleicht merken Sie sich diesen Termin schon einmal vor.

So, nun bleibt mir nur, Ihnen ein paar schöne Festtage zu wünschen und falls Sie nicht zu den Premium-Mitgliedern gehören, auch gleich einen guten Rutsch ins neue Jahr !

Machen Sie es gut und halten Sie die Ohren steif ! Wir lesen uns 2014 !

Ihr Hari

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Hari Live – Archiv 25.08.13 – 31.08.13

Premium gross

Hari Live - Archiv 25.08.13 - 31.08.13

Samstag - 31.08.13 09:05 - Gold, Goldman Sachs und wir: die Muppets

Sie erinnern sich doch sicher an diesen Tag im zweiten Quartal, als Gold durch 1500 USD nach unten weg brach und sich damit die massive Korrektur in Gang setzte ?

Sie erinnern sich auch, dass Goldman Sachs kurz davor eine vielfach beachtete "Sell-Empfehlung" in den Markt gab, die ich damals hier schon spöttisch kommentiert hatte ?

Sie erinnern sich auch, dass direkt nach dieser Sell-Empfehlung an der COMEX Verkaufsorders in gigantischem Volumen in den Markt kamen, einem Volumen dass überhaupt keinen Sinn machte, weil jemand der wirklich einen guten Preis erzielen wollte, hätte das gestückelt. So - in einem Stück - konnte das nur zum Einbruch des Marktes führen, zumal direkt unter 1500 Unmengen an Stops lauerten. Auch das habe ich damals kommentiert.

Nun lesen Sie hier. Und ja, manchmal kommt man sich im realen Leben wie in einem B-Movie vor:

Damit kann man heute als fast gesichert festhalten, was ich damals schon hier vermutet und diskutiert habe:

Der Einsturz bei Gold war "engineered" und zwar von grossen Spielern, die den sowieso an der Klippe befindlichen Markt bewusst zum Einsturz gebracht haben, um sich in das dann ansteigende Volumen hinein massiv einzudecken. Diese Spieler haben erstens Ihre Bestände nun massiv verbilligt, weil teurer verkauft und billiger unten wieder von denen eingesammelt, die in Panik aus dem Markt sprangen. Und haben zweitens wahrscheinlich für ein paar Tage auf der Short-Seite massiv Gewinn gemacht.

Ich habe ja schon oft gesagt, dass Spielfeld des Marktes ist weder eben noch fair. Wir kleinen harmlosen Goldfische versuchen uns in Gewässern etwas Seetang zu erhaschen, in denen auch grosse Haie schwimmen. Und das beste was wir Goldfische tun können, um in Ruhe an unserem Seetang zu knabbern, ist genau zu verfolgen, was die Hai - auch "Big Money" genannt - so machen.

War das also Manipulation ? Jein, der Begriff ist schief, Manipulation wäre für mich, wenn eine staatliche Institution wie die Notenbanken den Kurs bewusst in eine Richtung drückt und zwar aus Erwägungen, die nicht direkt mit dem Markt zu tun haben. Dafür habe ich aber keine Indikationen und ich finde diese Thesen auch sehr unwahrscheinlich bis unlogisch.

Was wir hier erlebt haben, war eher einfach "der Markt" und ein grosser Walfisch kann, wenn er will, halt so hohe Wellen schlagen, dass er damit einen Teil des Meeres zeitweise in Turbulenzen bringt. Ist das moralisch in Ordnung ? Mit Sicherheit nicht und es ist der wahre Skandal, dass sich die Aufsichtsbehörden, insbesondere in Deutschland, um allerlei sinnlose bürokratische Formulare für den Kleinanleger bemühen, hier aber völlig blind sind. Denn in meinen Augen ist so etwas strafbares Handeln und eine besondere Form von Insidergeschäften - sozusagen mit sich selber.

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Charts zum Wochenende: Basic Resources, 3D Systems, Intel

Das Wochenende naht, welches in den USA ein langes Wochenende ist, weil am Montag Labor Day gefeiert wird. Nächte Woche beginnt dann der berüchtigte Börsenmonat September, in dem wir die FED Entscheidung zum Tapering, eine neue Eskalation um das Debt Limit der USA, aber auch die Bundestagswahl erleben werden.

Auch bedingt durch die Ängste um Syrien, waren die Märkte weltweit in den letzten Tagen recht schwach, während die klassischen "Safe Haven" Assets wie Öl, Gold oder der Yen nach oben liefen.

Eigentlich also ein guter Zeitpunkt, um sich mal ohne weitere Worte ein paar Charts von Aktien und ETFs anzuschauen, in denen potentielle Chancen liegen, falls die Korrektur nächste Woche vielleicht auslaufen sollte.

Details, Hintergründe und aktuelle Entwicklungen dieser Aktien und ETFs, besprechen wir regelmässig im Premium Bereich.

Basic Resources 30.08.13

3D Systems 30.08.13

Intel 30.08.13

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Comdirect Finanzblog Award 2013 und Wirtschaftswoche Kolumne

Guten Morgen liebe surveybuilder.info Gemeinde.

Ein langer, spannender und anstrengender Tag ist gestern gegen Mitternacht zu Ende gegangen. Am Ende wurde es im Flieger dann noch einmal spannend, der kurz vor München so nahe an einer Unwetterzone vorbei flog, dass es ein paar Absacker und Luftlöcher mit den unvermeidlichen "Ahhhs" der Passagiere gab. Aber alles ist gut gegangen und auch das Aquaplaning rund um Eching konnte mich dann nicht mehr aufhalten, irgendwann müde mein Heim und Bett zu erreichen.

Das Wichtigste zuerst und Sie als meine Leser waren ja gestern via Twitter schneller als die Polizei erlaubt:
surveybuilder.info hat den 2. Preis beim Comdirect Finanzblog Award 2013 gewonnen !

Ich freue mich darüber und betrachte es als Auszeichnung für intensive Arbeit in den letzten knapp 1,5 Jahren. Besonders freue ich mich, weil hier eine qualifizierte Jury sich Mühe gegeben hat, die Blogs heraus zu filtern, die höheren Ansprüchen genügen. Insofern betrachte ich diesen Preis als wirkliche Auszeichnung.

Die Frage des Platzes ist dabei völlig nebensächlich und ich als Zweiter in der Reihe darf das hoffentlich sagen, ohne dass man mir dabei eine versteckte Agenda unterstellt. Denn wenn Sie sich mit den anderen preisgekrönten Blogs befassen, werden sie schnell feststellen, dass diese alle ihre ganz eigenen Schwerpunkte haben und deswegen auch schwerlich miteinander zu vergleichen sind. Es ist in meinen Augen ein bisschen wie beim Obst: Äpfel und Birnen sind beides schöne Früchte - aber die Frage ob Äpfel nun schöner als Birnen sind, ist eigentlich nicht zu beantworten.

Insofern gratuliere ich meinen vier Kollegen herzlich zu ihren verdienten Preisen, die in meinen Augen alle Ausdruck der Wertschätzung für engagierte und qualitativ hochwertige journalistische Arbeit sind.

Hier unter finden Sie ein Bild und die Links zu den prämierten Blogs. Schauen Sie auch mal bei den Kollegen rein !

Danken möchte ich an dieser Stelle der Comdirect, die durch diese Auszeichnung mithilft, Finanzblogs bekannter zu machen. Dieses Engagement sollte man nicht kleinreden, denn andere Banken könnten es ja auch tun. Tun sie aber nicht - insofern Hut ab vor der Comdirect !

Die Möglichkeit in der Öffentlichkeit bekannter zu werden, ist auch für mich der eigentliche Wert dieser Veranstaltung. Sie bietet eine für Blogger ansonsten nur schwer erreichbare öffentliche Plattform und damit die Chance, noch mehr Leser für die vielen lesenswerten Finanzblogs zu begeistern. Und wie nötig das im (zum Thema Finanzmärkte) Entwicklungsland Deutschland ist, konnte man gestern auch wieder an einigen Twitter Tweets sehen, die mich im Saal irgendwo zwischen Lachen und Weinen zurück gelassen haben.

Eine eher lustige Situation will ich Ihnen auch nicht vorenthalten. Bei der Vorstellung meines Blogs verhaspelte sich die Moderation mit den Namen und rief mich als "Benjamin Graham" auf die Bühne - da der Name in der Laudatio erwähnt wurde. Das war natürlich eine Ehre und ein Ball den ich gerne aufgenommen habe. 😉 Und Sie wissen ja von mir, dass es andere Namen sogenannter "Gurus" gibt, bei denen ich bei einer Verwechslung nicht so wohlwollend reagiert hätte. 😉 Aber Benjamin Graham ist für jeden eine Zier.

Rund um die Veranstaltung konnte ich diverse interessante und spannende Gespräche führen. Ich will von diesen hier gar nicht im Detail berichten, denn wenn ich nun das eine erwähne, liegt darin die Gefahr andere Personen ungewollt zu vergessen. Einen Namen möchte ich aber herausheben, weil ich mich besonders über ein längeres Gespräch gefreut habe. Und das war Joachim Goldberg (, Cognitrend). Sie wissen ja, wie sehr ich auf der Seite der "Behavioral Finance" stehe und wie ich mich immer über ökonomische Modelle mokiere, die den entscheidenden Faktor der menschlichen Psychologie völlig unterschlagen, so als ob die Marktteilnehmer alle Roboter wären. Joachim Goldberg ist einer der namhaftesten Vertreter dieses Themas im deutsprachigen Raum und es war mir deshalb eine besondere Freude ihn kennen zu lernen.

Mit Franziska Bluhm, der Chefredakteurin von Wirtschaftswoche Online, habe ich vereinbart, dass ich in Kürze eine eigene Kolumne in beginne, für die ich dann voraussichtlich in lockerer Folge alle paar Wochen schreibe. Sie als treue Leser dieses Blogs werden dort aber zunächst nur schon Bekanntes vorfinden, denn natürlich muss man dem breiteren Publikum erst einmal erklären, worum es hier auf surveybuilder.info überhaupt geht.

So weit so kurz zu den Geschehnissen des gestrigen Tages. Ich muss nun heute erst einmal in den Tag finden und in meinen Systemen den gestrigen Handelstag aufarbeiten. Es ist immer wieder erstaunlich, welchen Backlog so ein Tag fern von den Börsen bei mir verursacht. Das ist halt der Preis, wenn man nicht "frei Schnauze" aus einem momentanen Gefühl heraus agiert, sondern mit wohl definierter Methodik und System.

Wobei eigentlich könnte ich öfter weg bleiben, wenn es so läuft wie gestern. Sie wissen ja, dass es hier im Blog drei spannende Hightech-Aktien gibt, über die ich immer wieder schreibe, die ich intensiv verfolge und in denen ich - mal mehr mal weniger - auch mit eigenem Geld unterwegs bin. Das sind:
- iRobot (WKN: A0F5CC) mit gestern 3,25%
- 3D Systems (WKN: 888346) mit gestern 8,25%
- Tesla Motors (WKN: A1CX3T) mit gestern 9,07%
jeweils bezogen auf die Schlusskurse der Wallstreet.

Es gibt wahrlich schlechtere Tage im Depot, Sie sollten mich also bald mal wieder in einen Flieger setzen. 😉

So - nun frisch ans Tagwerk - wir sprechen uns spätestens Morgen zu anderen Themen wieder.

Ihr Hari

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E.ON, Tesla, Suncor, Vivendi und 3D Systems – Gedanken zu einzelnen Aktien – 02.04.13

Zum Beginn des 2. Quartals und am Vormittag des ersten Handelstages, möchte ich ein paar kurze Gedanken zu ausgewählten Einzelaktien mit Ihnen teilen. Vielleicht bringt Sie das ja auf Ideen. Keine grossen Analysen und keine Charts, nur kurze Hinweis:

(1) E.ON (WKN: ENAG99)

Ich habe zuletzt -> hier <- und -> hier <- ausführlich zur Aktie geschrieben. Man kann über das Unternehmen und die fundamentalen Entwicklungen denken was man will. Der Tageschart beginnt aber für mich nun gut auszusehen. Wir arbeiten an einer Cup&Handle Formation, die 50-Tage-Linie wird bald nach oben drehen und die Bullen scheinen nun vom Momentum her die Oberhand zu gewinnen. Das könnte eine schöne Wende werden und ist allemal einen Blick wert.

(2) Tesla Motors (WKN: A1CX3T, TSLA)

Mit der gestrigen Meldung, dass demnächst der erste Quartalsgewinn folgt, verlässt Tesla die Phase, in der die Existenz des Unternehmens in Frage stand. Der Markt honorierte das gestern mit 16% Plus und weitere spannende Neuigkeiten sollen in Kürze folgen. Heute wird ein Teil der Gewinne typischerweise wieder abgegeben, trotzdem spricht viel dafür, dass dieser Ausbruch nun von grundsätzlicher Natur war.

Ich hatte Tesla ja -> hier <- im Blog vor über einem Jahr zum ersten Mal ausführlich besprochen. Und seit dem war es mit dem Titel eine volatile Reise, die aber letztlich immer weiter hoch führte. Man sieht daran, dass der Glaube an ein hervorragendes Management Anlass sein kann, auch so eine volatile Aktie einfach im Sinne "Buy and Hold" zu halten und Geduld aufzubringen, damit das Management zeigen kann, was es drauf hat. Ich war seit dem dauerhaft mit einer kleinen Position drin, alleine weil ich diese extrem spannende Story nicht verpassen will. Und werde es weiter sein. Fürs Trading halte ich Tesla für eher ungeeignet, weil die Aktie zu stark von News getrieben wird.

(3) Suncor Energy (WKN: A0NJU2, SU)

Zunehmend spannend finde ich auch vom Chartbild her wieder Suncor Energy. Der kanadische Ölsand-Förderer würde von der von der Obama Administration forcierten "Keystone" Pipeline massiv profitieren, die das kanadische Öl an die US amerikanische Westküste bringen soll. Fundamental ist die Bewertung sowieso in Ordnung, geopolitische Risiken spielen Suncor eher in die Hände, da man sich im sicheren Kanada bewegt und schauen Sie mal auf das Tages- bzw. Wochenchart und auf das riesige zulaufende Dreieck, das sich da seit 2011 bildet.

(4) Vivendi (WKN: 591068)

Ich hatte Vivendi schon mehrfach erwähnt, allerdings ist seitdem nicht so furchtbar viel passiert. Aber immer noch hat die Aktie eine riesige Cup&Handle Formation in 2011/2012 und leidet unter einem Konglomeratsabschlag. Sollte sich dieser auflösen - und das könnte schnell passieren, wenn ein Verkauf der Maroc Telecom gelingt - dürfte die Aktie schnell bei 20€ stehen, oder gute 20% höher. 6% Dividendenrendite versüssen die Wartezeit. Das Risiko nach unten sieht dagegen recht begrenzt aus.

(5) 3D Systems (WKN: 888346, DDD)

Ich hatte bei der Aktie zuletzt mehrfach zu mehr Geduld gemahnt. Und zuletzt vor gut 2 Wochen -> hier <- das grosse Bild dargestellt. Ich will Ihnen nun nicht verhehlen, dass ich das Chartbild der Aktie immer besser finde. Wer die relativ geringe Aufwärtsbewegung nun negativ wertet, weil man zuletzt riesige Swings gewohnt war, macht möglicherweise einen Fehler. Nehmen Sie doch einfach mal das Tageschart und schauen sich an, wie die Aktie aus dem Tief vom September 2012 heraus gekommen ist, bevor der gewaltige Anstieg so richtig begann. Sehen Sie Parallelen ?

Auch heute haben wir wieder diese eher zaghaft beginnenden höheren Hochs und Tiefs. Und fundamental halte ich die Story für völlig intakt. Ich finde, es gab schon schlechtere Szenarien, als hier mittelfristig Long zu sein, zumal die potentiellen Stopniveaus mit den Tiefs vom 18.03. und vom 26.03. sehr präzise definiert sind. Wenn der neue Aufwärtstrend wirklich der Beginn von mehr seien sollte, dürften wir die 29,88 USD vom 26.03. nicht mehr sehen und die 27,88 USD vom 18.03. erst recht nicht.

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3D Systems (WKN: 888346, DDD) – Die Momentum Aktie des Jahres

Man kann den Marktführer im 3D Druck, die in Rock Hill - South Carolina beheimatete (WKN: 888346, DDD), mit Fug und Recht zur "Momentum Aktie des Jahres" ernennen.

Beindruckend ist, was da oft innerhalb eines Tages im Kurs abgeht. Ein Absturz um 20% und ein folgender 15% Rebound - alles am selben Tag - sind bei 3D Systems keineswegs völlig ungewöhnlich. Und seit die Rally Anfang 2012 begann, hat sich die Aktie von 9,8 USD bis auf 47,99 USD am 23.01.13 entwickelt, was einer Steigerung von ca. 490% innerhalb eines guten Jahres entspricht. Da bleibt einem wirklich die Spucke weg.

Und natürlich gibt es gute Gründe, die dieses Momentum auslösen. Denn 3D Druck hat tatsächlich das Potential das "nächste grosse Ding" zu sein und die Welt nachhaltig zu verändern - die Replikatoren der Enterprise lassen grüssen. In einer Welt, in der man beliebige Teile EDV-gesteuert vor Ort "drucken" kann, verlieren grosse standardisierte Fabriken ihre Bedeutung und auch die Produkte werden individueller. Es ist nicht übertrieben zu sagen, 3D Druck hat das Potential das Ende der klassischen industriellen Revolution mit Standardprodukten ala Fords T-Modell einzuläuten und in eine Welt personalisierter Produkte überzuleiten.

Gerade für die hochzivilisierten Länder, die ihre Produktion in den letzten Jahren in billigere Weltregionen verloren haben, ist das eine gute Nachricht. Produktion kann zurück kehren, wissensbasierte Fähigkeiten wie Design steigen in der Bedeutung und die reinen Personalkosten der Produktion werden unwichtiger. Am Ende wird 3D Druck eine neue Iteration in der andauernden zivilisatorischen Entwicklung sein, nach der nur Intelligenz, Wissen, Kreativität und Erfahrung zählen - eben die Leistungen des menschlichen Geistes - alles andere wird langfristig durch Automaten ersetzt werden.

Die Börse spinnt also keineswegs, wenn sie solchen Unternehmen erhebliche Vorschusslorbeeren zuspricht. Der eine oder andere wird an den neuen Markt denken, dieser Vergleich ist aber fehlgeleitet. Der neue Markt bestand in weiten Teilen aus aufgeblasenen, leeren Hüllen ohne unternehmerische Substanz. 3D Druck ist ganz real und wird die Welt verändern.

Damit ist aber natürlich immer noch nicht gesagt, dass der Marktführer 3D Systems am Ende auch an der Spitze stehen wird. Die Erfahrung solcher Umbrüche zeigt - wie zuletzt im Bereich Computer - dass die Mehrzahl der Unternehmen der ersten Stunde diese Umbrüche nicht überleben und das grosse Geld oft erst von Unternehmen gemacht wird, die später einen schon vorbereiteten Markt betreten.

Besonders riskant ist es daher, sich zu sehr auf eine Technologie festzulegen. Ein Technologiesprung und das eigene Unternehmen, das gestern noch an der Spitze der Bewegung stand, hat plötzlich obsolete Produkte. Das Management von 3D Systems scheint das erkannt zu haben, weswegen 3D Systems auch primär durch Übernahmen wächst. Das Unternehmen kauft sozusagen alles zusammen, was zum Thema 3D Druck nicht schnell genug auf einem Baum ist. 😉 Diese Strategie hat den grossen Vorteil der Breite der Aufstellung. Das Risiko mal komplett in eine technologische Sackgasse zu geraten, bleibt so klein. Auf der anderen Seite überzeichnet das aber auch die Wachstumsraten. 3D Systems wächst organisch lange nicht so schnell, wie es nach den Zahlen durch die Zukäufe den Anschein hat.

In Summe haben wir hier also einen Marktführer in einem der spannendsten Zukunftsmärkte überhaupt. Der aber andererseits auch schon mehr als gut bewertet ist und einiges des kommenden Erfolges schon vorweg genommen hat.

Auch hier auf surveybuilder.info.de im Forum ist DDD zum heissesten Thema überhaupt geworden. Viele fragen sich ob und wann sie auf diesen Zug aufspringen sollten. Und wer in der Lage ist die kurzfristigen Swings der Aktie zu traden, findet hier traumhafte Gewinnchancen.

Ich möchte daher mit diesem Beitrag mal das grössere Kursbild in Erinnerung rufen, damit Sie besser verstehen, wo sich der Kurs von 3D Systems im Moment befindet und was das für eine langfristige Sicht bedeutet. Schauen Sie mit mir auf das Tageschart seit Ende 2011:

3D Systems 13.03.13

Sie sehen eine langfristige Trendlinie 1, die mit dem Beginn der Rally Anfang 2012 startet und aktuell ganz grob mit der 200-Tage-Linie korreliert. Diese Trendlinie schneidet bald das bedeutende Zwischenhoch vom August letzten Jahres bei 29,87 USD. In Kombination dieser Trendlinie, dem Zwischenhoch und der 200-Tage Linie, kann man also mit Fug und Recht sagen, dass solange 3D Systems über diesem Bereich von um die 30 USD bleibt, der Aufwärtstrend völlig intakt ist.

Sie sehen auch eine zweite Trendlinie 2, die kurzfristiger angelegt ist und die die Bedeutung des Tiefs vom 25.02.13 bei 30,28 USD unterstreicht. Diese Fahne ist mit dem grünen Kreis markiert. Gleichzeitig sehen Sie auch, dass wir im RSI uns nun rapide der Kaufzone nähern und das obwohl die Aktie vor kurzem ein zweites Tief bei 31,76 USD ausgebildet hat, das deutlich über den 30,28 vom 25.02. liegt.

In Summe stellt damit die Zone um 30 USD nun eine entscheidende Wassermarke dar. Trades mit Stops etwas darunter haben aktuell ein ganz brauchbares Chance-Risiko-Verhältnis, wie der Chart eindrucksvoll nahelegt. Sollte DDD unter diese Zone fallen - was sehr gut möglich, aber nicht das wahrscheinlichste Szenario ist - sollte man sich auf einen weiteren Rückgang bis in Regionen um 25 USD einrichten. Das wäre schmerzhaft, aber nicht das Ende der bullischen Aufwärtsbewegung.

Erst ein Bruch des Tiefs vom 26.09.12 bei 21,57 USD würde den Aufwärtstrend endgültig ausser Kraft setzen. Wenn das passiert, sollte man auch das Weite suchen. Denn solange bei 3D Systems das Geschäftsmodell weiter funktioniert, sollte die Aktie diese Zone nicht mehr sehen. Für einen langfristigen Anleger wäre dieses Tief also die letzte Verteidigungslinie, unter die ich meinen finalen Stop legen würde.

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen.

Ihr Hari

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