Strategieupdate – 14.06.12 – Vor der Woche der Entscheidung

10.30 Uhr

Der Markt schwankt aktuell ohne Richtung hin und her. Kein Wunder in Anbetracht der richtungsweisenden Ereignisse, die uns in Form der Griechenland Wahl und der FED Sitzung am kommenden Mittwoch erwarten.

Die Bedeutung der Griechenland-Wahl brauche ich hier nun bestimmt nicht mehr zu erklären, die besondere Bedeutung der FED Sitzung ist aber dadurch begründet, dass es die letzte Sitzung sein wird, in der die FED vor der Präsidentenwahl im November noch Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung nehmen kann.

Natürlich gibt es auch im Herbst noch Sitzungen, aber da jede Massnahme Zeit braucht, bis sie sich am Markt wirklich auswirkt, schliesst sich das vernünftige Zeitfenster für neue Massnahmen in diesem Sommer. Historisch hat die FED eher den aktuellen Präsidenten gestützt, schon alleine weil das Schicksal des FED-Präsidenten oft mit dem Wahlschicksal des Präsidenten verknüpft war.

Deshalb lautet die Erwartung des Marktes an nächsten Mittwoch: "Jetzt oder Nie !". Wenn Bernanke noch liefern will, dann jetzt !

Vor diesem Hintergrund ist es völlig normal, dass der Markt diese Woche nun nicht mehr in der Lage ist eine klare Richtung einzuschlagen und richtungslos hin- und her schwingt. Ich kann daher nur davor warnen, auf diese aktuellen Bewegungen zu viel zu geben und es lohnt sich auch nicht, sich mit einzelnen Aktien zu beschäftigen. Wir müssen einfach das Wochenende abwarten und bis dahin die Füsse still halten. Ich halte aktuell auch etwas mehr Abstand von der Börse und geniesse heute und morgen lieber die Sonne, die nächste Woche wird sicher noch intensiv und aufregend genug.

Um aber mit der "richtigen" Aufstellung in diese entscheidende Woche zu gehen, will ich hier mal rational die aus meiner Sicht wesentlichen Faktoren mit Ihnen durchgehen.

(1) Bewertung:

Erinnern wir uns, als die weltweiten Aufträge im Zuge der Lehman-Krise innerhalb von Wochen zusammen brachen, notierte der DAX bei 3600. Und er wäre wohl noch um einiges tiefer gefallen, wenn die FED damals nicht massiv die Geldschleusen geöffnet hätte. Erinnern wir uns weiter, als letzten Herbst die Eurokrise schon einmal gespielt wurde, notierte der DAX bei 5000.

Daraus lässt sich leicht ableiten, dass bei einem DAX Stand von aktuell 6100 ein ernsthaftes Problem der Weltkonjunktur noch nicht eingepreist ist !

Lassen Sie sich deshalb auch nicht von dem Gerede von "attraktiv bewerteten" Aktien den Blick vernebeln. Sicher sehen viele konjunkturabhängige Aktien auf Basis der KGVs und der Buchwerte aktuell attraktiv bewertet aus. Das waren sie aber im Sommer 2008 teilweise auch schon wieder. Das liegt nur daran, dass die Weltkonjunktur aktuell ganz gut läuft und die Gewinne vieler Firmen (siehe deutsche Autobauer) auf Rekordniveau notieren, was die KGVs niedrig aussehen lässt.

Das ist aber Schnee von gestern und interessiert nicht mehr. Mr. Market schaut nach vorne und interessiert nur, wie sich die Weltkonjunktur in Folge der Ereignisse der kommenden Woche entwickeln wird. Und wenn die Weltkonjunktur abreissen sollte, was in Folge einer ernsten Eskalation der Eurokrise sicher passieren würde, schmelzen die Gewinne der konjunkturabhängigen Firmen wie der Schnee in der Sommersonne ! Insofern sind die extrem niedrigen KGVs gerade einiger deutscher Exportwerte möglicherweise eher eine Problembeschreibung als eine Einladung bei vermeintlichen "Schnäppchen" zuzugreifen.

Auch vor einer Überbewertung des Buchwertes möchte ich warnen, der von einigen selbst ernannten "Value-Päpsten" ja gerne zur Monstranz aufgeblasen wird. Wieviel das Gerede wert ist, konnten wir ja zuletzt bei Praktiker beobachten, die schon bei einem Kurs von 6€ unter Buchwert notierten, was sie aber nicht daran hinderte bis 1€ zu fallen. Der Buchwert war mal eine ganz wichtige und verlässliche Grösse, vor den Änderungen der Bilanzierungsregeln ala IFRS. Mit IFRS steckt in den Bilanzen vieler Konzerne aber nun jede Menge "Goodwill" aus M&A Massnahmen. Wenn jetzt die Börsen zusammen brechen, muss auch dieser Goodwill irgendwann nach dem Prinzip "Mark to Market" marktgerecht aufgelöst werden. Und dann kann ein nominaler Buchwert mal schnell um einen zweistelligen Prozent-Wert zusammen klappen. Ich will den Buchwert damit nicht als nutzlos erklären, er ist immer noch ein wichtiges Bewertungskriterium, ich warne nur davor, ihn überzubewerten !

Fassen wir also zusammen: im Bereich der Bewertung haben die Börsen bei einer Eskalation der Krise für die kommenden Monate massives Potential nach unten. Und dieses absolute Potential ist höher, als das kurzfristige Potential nach oben, wenn sich die Krise verziehen sollte. Das ist aber keinerlei Aussage über die Wahrscheinlichkeit eines solchen Ereignisses - siehe nächster Punkt.

(2) Wahrscheinlichkeit einer Eskalation:

Erstens haben wir eine FED, die ganz klar kommuniziert hat, dass sie sofort und massiv in den Markt geht, sobald sich die Lage der US Konjunktur deutlich verschlechtert. Dieser "Bernanke Put" stützt den Markt nach unten ab.

Zweitens haben wir eine politische Führung in der Europäische Union und eine EZB, deren Existenz vom Überleben der bestehenden Strukturen abhängen. Man sollte sich keiner Illusion hingeben, wenn es ans "Eingemachte" geht - und da sind wir noch nicht - werden diese Institutionen "um sich schlagen". Dann werde auch Verträge nicht mehr zählen und es wird alles Denkbare getan um die aktuelle Struktur zu stützen, über das Bezahlen der Rechnung können sich dann andere Gedanken machen. Diese Institutionen haben durchaus noch Feuerkraft, weswegen auch von dieser Stelle, wie bei der FED, der Markt nach unten gestützt ist.

Drittens geht der Markt in Sachen Griechenland wohl realistisch von einem Szenario aus, dass die radikalen Linken gewinnen, es aber in Folge nicht zu einem sofortigen Austritt, sondern zu wochenlangem Geschacher in Brüssel kommt. Nur bei einem sofortigen Austritt Griechenlands aus dem Euro, dürfte es zu einem kurzfristigen Rückgang aus Unsicherheit kommen, der aber nach meiner Erwartung dann schnell einer Erleichterung weicht und die Kurse eher nach oben katapultieren sollte. Umgedreht sollte es bei einem Sieg der Nea Demokratia wohl am Montag zu einer Erleichterungsrally kommen. Aufgrund dieser Erwartungen ist das kurzfristige Abwärtspotential aus der Griechenland-Wahl nach meiner Ansicht wohl überschaubar.

Viertens geht der Markt in Sachen FED Sitzung eher von neuen Massnahmen aus und hat da hohe Erwartungen an Bernanke. Das birgt ein gewisses Enttäuschungspotential, unter anderem auch bei Gold, dass sich aber frühestens am Mittwoch realieren sollte.

(3) Marktechnik

Vergisst man all die obigen Rahmenbedingungen und schaut nur auf die Charts und die Markttechnik, drängt sich der Eindruck eines Marktes auf, der nun wieder nach oben will. Ich habe das zuletzt anhand des S&P500 -> hier <- dargestellt. Rein technisch gesehen hat sich die Kraft der Bären nun etwas erschöpft und wenn wir nun ohne obige politische Rahmenbedingungen wären, würde ich anhand der Marktechnik eher zu weiter steigenden Kursen und einem Test der Jahreshöchststände im Verlauf des 3. Quartals tendieren.

Und ein weiterer Faktor der aus der Marktpsychologie kommt ist bedeutend. Alle diese Risiken und Sorgen oben sind dem Markt bekannt und mehr oder minder eingepreist. Wir sterben aber in der Regel nicht aufgrund von Ereignissen, um die wir uns intensiv Sorgen machen. Wir sterben aufgrund von Ereignissen, die wir uns nicht vorstellen konnten ! Es spricht also viel dafür, dass das gesamte Szenario rund um den Euro ausreichend ausgelutscht ist, viel mehr Sorgen sollte man sich um die dunklen Risiken machen, die unerkannt um die Ecke lauern. Insofern bin ich sicher, dass wir in den nächsten Monaten einige Überraschungen erleben werden.

So könnte zum Beispiel der der in den US zum Jahresende droht, das Augenmerk des Marktes ganz plötzlich und unerwartet weg von Europa verschieben. Machen Sie sich also auf ein paar Überraschungen gefasst: Das was alle erwarten, tritt selten ein !

So weit meine ganz persönliche Sicht auf die aktuelle Lage, was bedeutet das nun als:

Fazit für die nächsten 3 Monate:

Wir haben in meinen Augen ein aysmetrisches Risiko im Markt:

-> Auf der einen Seite eine weit höhere Wahrscheinlichkeit steigender Kurse aufgrund einer Deeskalation der Krise, deren Kurs-Potential in den Indizes aber beschränkt ist und im Bereich von maximal 20% nach oben liegen dürfte.

-> Auf der anderen Seite eine weit geringere Wahrscheinlichkeit einer weiteren Eskalation der Krise, deren Kurs-Potential in den Indizes aber hoch ist und durchaus 50% nach unten von den heutigen Indexständen ausmachen könnte.

Wie stellt man sich in Anbetracht dieser Lage auf ?

Darauf müssen Sie Ihre eigene Antwort finden, denn diese Frage hat auch mit Ihrer Anlagestrategie, Ihrer Risikotoleranz und Ihrer Liquidität zu tun. Ich kann Ihnen aber sagen, wie ich in die kommende Woche gehe:

Ich habe aktuell:

  • Einen Grundstock an Aktien aus der Kategorie "Wertaufbewahrungscontainer", also Titel wie Unilever, Johnson&Johnson, Roche aber auch Tech-Schwergewichte wie Apple.
  • Ein paar selektive Longs in ausgewählten Segmenten mit positiven Trends wie zb den Goldminen - mit Stops abgesichert.
  • Ein paar Shorts als Hedge - auch mit Stops abgesichert.
  • Jede Menge (mehr als 50%) Cash.

So gehe ich in die kommende Woche und warte ab, welche Trends sich etablieren. Und auf diese Trends werde ich dann massiv aufsatteln, denn "The Trend is your Friend !"

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit dieser Analyse helfen und wünschen Ihnen das richtige Händchen bei Ihren Entscheidungen !

Ihr Hari

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14 Gedanken zu “Strategieupdate – 14.06.12 – Vor der Woche der Entscheidung

  1. Hi Hari, darf ich fragen welcher Vehikel du dich bedienst um short zu gehen? Ich wuerde gerne Industrie (Stahl, Auto) shorten, werde aber noch nicht so richtig fuendig.

    Ich denke, dass demnaechst nochmal die Chinakarte gespielt werden koennte, wenn Europa vielleicht kurzfristig thematisch wieder etwas langweiliger wird. In China sehe ich noch Abwaertspotenzial, der chin. Immobilienmarkt hat da meiner Meinung nach eine gewisse Abwaertsdynamik eingeleitet.

  2. @ Hans, Short gehe ich in der Regel über CFDs und kann damit nicht nur alle Indizes sondern auch einzelne Aktien shorten. Früher – als mir CFDs noch nicht zur Verfügung standen – habe ich dafür Short ETFs genutzt. Optionsscheine und Zertifikate benutze ich grundsätzlich nicht. Wenn Du ETFs suchst, kann Du das machen und wählst bei Anlageklasse “Short Aktien” aus. DB X-Trackers, die Tochter der deutschen Bank, bietet zb einen Short auf europäische Industrie (WKN DBX0CA), allerdings sind da die Autobauer nicht drin, da geht es eher um Siemens, ABB & Co.

    Bedenke aber, auch die Short-ETFs haben innere Finanzierungskosten, die dazu führen dass ein Short ETF über das Jahr ein paar Prozent verliert, selbst wenn sich das Underlying nicht bewegt. Wirklich völlig transparent sind in meinen Augen nur CFDs. In der Kurstellung transparenter als Optionsscheine sind Short ETFs aber in meinen Augen allemal. In den US ist die Auswahl an Short ETFs um Faktoren grösser.

  3. Danke fuer den ETF Link, der ist gut. Die Short ETFs muss man da aber auch mit der Lupe suchen…
    Hast du sowas aehnliches auch fuer CFDs? Besonders Einzelaktien interessieren mich…

  4. CFDs sind keine generellen Produkte mit WKN sondern eben “Contracts for Difference” die Du direkt mit Deinem Broker eingehst. Wenn Du also einen Broker hast der CFDs anbietet, musst Du da schauen. Mein Broker bietet CFDs auf alle Indizes und alle Bluechips in den grossen Indizes an.

  5. … die Du direkt mit Deinem Broker eingehst. …

    Das war das fehlende Puzzleteil. Die CFDs stehen direkt in der Trader Workstation (interactive brokers) bei den jeweiligen Aktien mit dran. Man muss nur die Augen aufmachen, guilty as charged …

    Allerdings sehe ich nur Long CFDs…

    PS: Die Margin Diskussion ist mir noch in Erinnerung. Musste ich mir damals zweimal durchlesen, bevor ich das gerafft hatte.

  6. @ Hans, wenn Du bei IB bist, kannst Du die Aktien ja auch direkt shorten (als Aktienleihe durch IB) musst Du Dir mal die Konditionen anschauen. In den US sind CFDs nicht bekannt, das ist speziell Europa. Umgedreht wird in Europa kaum direkt leerverkauft, das ist die Spezialität der Amerikaner.

  7. Ich bin tatsaechlich immer einen Schritt hinterher. Faszinierend diese Regelmaessigkeit 🙂

    Ich habe gerade selber herausgefunden, dass man tatsaechlich so mir nix dir nix direkt shorten kann. Das hielt ich bis gerade eben noch fuer Zauberei, denn bei meinen vorigen (deutschen) Broker ging sowas mal gar nicht. Es war einfach undenkbar.

    Auf der anderen Seite fuehle ich mich mit inversen CFDs / ETFs ein bischen sicherer, da ist im unguenstigsten Falle bei Null Schluss.

  8. Hallo Hari,

    danke für Deine Einschätzung; sehr, sehr hilfreich in diesen unruhigen Zeiten!

    Deine Strategie kann ich nachvollziehen. Und dennoch wage ich einen “neuen Punkt” zu erwähnen, den ich bislang hier im Board – auch von Dir – vermisst habe. Du hast nicht auf die Aktien gesetzt, bzw. erwähnt, “die immer steigen”! Ich habe sie leider auch nicht (hab mich ständig nicht getraut) – aber seit Anfang März beochte ich, wie z.B. Monster Beverage, Dollar Tree, Ross Stores scheinbar ungeachtet jedem Grexit und sonstiger Befürchtungen im Markt ständig steigen. Ehrlich gesagt – ich verstehs nicht. Aber könnte das nicht vielleicht auch eine Stragetie sein, solche Aktien zu entdecken, und dann hier und mit Dir zu diskutieren, ob der Trend anhält.

    Viele Grüße
    Johann

  9. @ Johann, keine Aktie steigt immer, das sind einfach lange Trends. 😉

    Ich habe ein Universum von ca. 100 Aktien das ich beobachte und wenn da so Titel drin sind, dann spiele ich den Trend auch. Darüber hinaus versuche ich nicht alles zu erhaschen, das geht gar nicht.

    Von den drei Aktien weiss ich zu wenig und die gehören auch nicht zu meinem Universum, insofern lasse ich da die Finger von. Heisst aber nicht, dass die nicht interessant sind. Wenn Du mehr weisst, nur zu, schreib einfach !

    Grundsätzlich ist das was Du vorschlägst einfach auf lange Trends aufzusatteln. Das Prinzip kann ich nur wärmstens unterstützen ! Aber selbst beim längsten Trend sollte man verstehen warum er läuft, ansonsten läuft man Gefahr genau an dem Tag aufzusteigen, an dem er dreht.

  10. @ Hans

    Noch zum Thema CFD. Neben Optionen sind CFD wirklich das optimale Instrument zum Hedgen von Positionen. Optionen haben aber den Nachteil, dass sie recht komplex sind und wirklich verstanden werden wollen. CFD sind dagegen super einfach und für jeden nachvollziehbar.

    Allerdings sollte man sich schon genau anschauen, bei welchem Broker man CFD handelt. Wie Hari schon sagte, handelt man CFD direkt “gegen” den Broker, der grundsätzlich auch die Kurse stellt. Auch wenn die Kurse nah am jeweiligen Underlying gestellt werden, hat der Broker hier einen gewissen Spielraum, den er sich auch per AGB bestätigen lässt. Dadurch hat man neben dem Marktrisiko zusätzlich noch das Risiko des Brokers. Neben Futures handel ich seit ca. 8 Jahren auch gelegentlich mit CFD für längere Swings, weil sie gegenüber Futures besser skalierbar sind. Aus persönlichen Erfahrungen mit CFD-Brokern kann ich sagen, dass einige Broker nicht zu Unrecht als Bucket Shops bezeichnet werden. Stop-Fishing, das Auslösen von Limit-Orders vor Erreichen der Limit-Marke, Re-Quotes usw. sind recht verbreitet.

    Es gibt allerdings auch Ausnahmen. Das sind die Broker, die am Spread und ggf. an Gebühren verdienen und ansonsten die Position des Kunden am Markt mit dem echten Underlying hedgen. IB ist z.B. solch ein Broker. Allerdings ist die Auswahl an Instrumenten recht begrenzt. Es gibt derzeit nur CFD auf die Aktien einiger europäischer Länder und Australien.

    Eine Alternative wäre z.B. IG-Markets. Das Angebot an CFD ist sehr groß und umfasst neben CFD auf Aktien vieler Länder (außer US) auch CFD auf viele Indizes, Rohstoffe, Sektoren, Bonds, ETF u.a.m. Für Aktien hat man die DMA-Option, wodurch der tatsächlich an den Börsen gehandelte Kurs der Aktie auch für den CFD garantiert wird. Ich möchte nun keine Werbung für IG-Markets machen. Aber nach vielen sehr unschönen Erfahrungen mit CFD-Brokern habe ich seit nun ca. 2 Jahren mit IGM recht positive Erfahrungen gemacht. Da die Anzahl an CFD-Brokern inzwischen sehr groß geworden ist, wollte ich meine Erfahrung hier mitteilen. In jedem Fall muss man sich dennoch ein eigenes Bild machen und ggf. über ein Demo-Konto, was nach meiner Kenntnis alle Broker anbieten, sowie anschließendem Live-Handel mit zunächst kleinen Beträgen auch eigene Erfahrungen sammeln.

  11. @ Z88,

    Saxobank ist auch sauber, zumindest ist das meine persönliche Erfahrung. Auf dem Papier etwas teurer als die “Billigheimer”, dafür aber faire Kutstellung 1zu1 zum Future. Und auch Saxo hedged sich voll am Markt und verdient nur an den Spreads, einen Faktor den man sogar an deren Bilanzen nachvollziehen kann, die sie offenlegen und mit einem diskutieren wenn man will. Ein Zeichen für Seriosität ist auch, wenn CFDs nur für Underlying angeboten werden, bei denen der Broker dann leerverkaufen und sich damit am Markt hedgen kann. Denn wenn dubiose Wetten angeboten werden, für die es mangels Liquidität am Markt für den Broker keinen Hedge gibt, bedeutet das zwingend, dass man gegen den Broker wettet und das ist höchst unseriös, da der gleichzeitig Gegner und Schieds(Preis)richter ist.

    Die entscheidende Frage die jeder verstehen sollte bevor er sich ins Bett eines vermeintlich billigen Brokers legt ist also: wie verdient der sein Geld – mit oder gegen den Kunden ?!

    Probleme hatte ich bei Saxo und IB auf jeden Fall bisher noch nicht, im Gegensatz zu einer Reihe von Horrorgeschichten die ich zur (in meinen Augen fast betrügerischer) Kutellung der Marketmaker bei Optionsscheinen und Zertifikaten erzählen kann.

    Aber Saxo richtet sich halt – wie IB – an den eher professionellen Kunden, dem man Dinge nicht erst erklären muss und der an weltweiten Handelsmöglichkeiten interessiert ist und nicht nur an theoretisch minimalen Gebühren. Viele der kleinen Buden versuchen dagegen mit aggressiver Werbung aus der Unerfahrenheit der privaten Anleger Kapital zu schlagen. Je aggressiver die Werbeaussagen, desto vorsichtiger würder ich werden !

    Deine Warnung vor dubiosen CFD Brokern kann ich also nur unterschreiben. Da tummeln sich viele unseriöse im Markt und wer nur auf die Gebühren starrt wie viele Privatanleger, kann in böse Fallen laufen.

    Ich kann daher nur dazu raten, den Profis und Semiprofis zu folgen. Dort wo die Broker die gesamte Breite der Anlageklassen anbieten und weltweit vertreten sind. Dort wo auch Profis ihre Accounts haben, da kann man darauf hoffen es mit einem seriösen Unternehmen zu tun zu haben. Für Interactive Brokers und Saxobank kann ich dieses Status des seriösen Broker mit weltweiten Handelsmöglichkeiten persönlich bestätigen. Das heisst nicht, dass es nicht noch andere gibt, mir sind andere auf diesem Leistungsniveau für den deutschsprachigen Raum nur nicht aufgefallen.

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