Marktupdate – 23.07.12 – Mini Crash

15:50 Uhr

Das hat nun schon den Charakter eines kleinen Crash, was der Markt gerade macht. Und es erstaunt und überrascht mich in der Dynamik. Das diese Korrektur kommen würde, war am Donnerstag völlig klar und habe ich ja auch hier deutlich formuliert. Umfang und Dynamik ist aber erstaunlich.

Die Meldungen zu Griechenland halte ich dabei nach wie vor für wenig überraschend. Kein professioneller Marktteilnehmer hat mit etwas anderem gerechnet, das Griechenland nicht im Euro bleiben wird ist jedem kompetenten Beobachter seit Monaten klar.

Aber auch wenn diese Nachricht diese Bewegung nicht rechtfertigen kann, ist sie doch der Auslöser. Denn das war das Signal, die Gewinne der Sommerrally mitzunehmen. Und wenn das alle machen, noch dazu von Algos automatisiert, erleben wir einen bitteren Tag mit einem klassischen Wasserfallabsturz wie heute.

Unglaublich dämlich und die Situation verschärfend waren dann die Verbote von Leerverkäufen in Italien und Spanien. Die sorgten für den nächsten Schwall nach unten, denn die signalisierten dem Markt, dass etwas ganz und gar nicht in Ordnung ist. Diese Massnahmen haben auch den gelassenen Marktteilnehmern die Ruhe genommen. Das war wirklich "Selbstmord aus Angst vor dem Tod".

So stehen wir nun an der Wegsscheide, die Sommerrally kann aber immer noch überleben und die letzten 2 Tage sich im Rückblick als reinigendes Gewitter und Kaufgelegenheit heraus stellen. Dafür müssen aber die 6350 im DAX und die Zone um 1335 im S&P500 heute als "Last Line of Defense" halten und wir müssen heute zum Handelsschluss wieder deutlich über 6400 im DAX notieren.

Die Chancen dafür sind nicht schlecht, denn wir haben heute eine POMO Kauf-Operation und sind nun so technisch überverkauft, das zumindest ein Bounce nun ansteht.

Umgedreht wird aber auch ein Schuh daraus. Wenn wir heute weiter abstürzen und auch diese Zonen nicht halten können, dann war es das mit der Sommerrally. Und dann muss sich unser Blick wieder in düstere Tiefen richten.

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12 Gedanken zu “Marktupdate – 23.07.12 – Mini Crash

  1. Hallo Hari,

    was genau muss man sich unter “POMO Kauf-Operation” vorstellen ? Und was soll das bewirken und wie siehst Du das im voraus ?

    Und dann noch eine Frage zu Salzgitter. Ich glaube mich erinnern zu können dass hier mal ein Artikel war(oder war das bei Lars ?) in dem ziemlich über das Managment von Thyssen hergezogen wurde und Salzgitter im Vergleich als solider und besser aufgestellt beschrieben wurde.
    Nur rein charttechnisch hat Thyssen seit dem gute 20 % nach oben gemacht und Salzgitter 20-30% nach unten.

    Du bist charttechnisch besser bewandert wie Ich … Kann man irgendwie ein Ziel dieser Abwärtsbewegung herleiten ?
    Der chart sieht mehr als düster aus und das Teil entwickelt sich in meinem depot zur neuen “arch coal”
    Mann,mann….!!

    Viele Grüsse
    Lb.

  2. @ Lightblue, schau mal in meine Hilfreichen Links zum Thema Pomo. Ich hatte das Thema auch schon erklärt.

  3. Danke Harrygo
    Für eine Trendumkehr bräuchte es denke Ich bei Salzgitter irgendwie einen sell out mit hohem Volumen oder eine Bodenbildung,aber beides ist irgendwie nicht zu sehen.
    Ich frage mich echt wohin die Reise hier geht. 2007 stand das Teil bei über 150 euro.
    Ein ähnliches Trauerspiel gerade bei Wacker,Klöckner,Deutz oder Commerzbank.

    Werde ein wenig das schöne Wetter geniessen jetzt,das heute hat einfach wieder nur genervt 😉

    Gruss
    Lb.

  4. Das sieht alles nicht sehr schön aus, keine Frage. Doch noch ist Polen nicht verloren. Bei einer Rally kommt es schon mal vor, daß Tiefs getestet werden. Die spannende Frage ist jetzt, wie es morgen und übermorgen weitergeht. Wenn es so böse endet wie heute, dann ist die Sommerrallye vorzeitig passé. Das kann so kommen, muß aber nicht. Andererseits dachte man natürlich nicht, daß die ‘fundamentals’ wieder so schnell da sein würden.

  5. @Lightblue, ich hatte ja auch mal Arch Coal im Depot, beim letzten Zwischenhoch ist sie dann aber rausgeflogen, dann short und jetzt flat. Mein Fehler bei Arch Coal war damals ganz klar das Nichteinhalten meines Stops, bzw ich hatte nicht mal wirklich einen. Boeser Fehler meinerseits. Das hat mich aber gelehrt. Daher wollte ich mal fragen, was ist denn mit deinem Stop bei Salzgitter? Keinen gehabt oder nicht dran gehalten? Kannst du daraus ein Lehrbeispiel fuer dich selber machen?

    Bei ThyssenKrupp kommen auch nochmal andere Zeiten, die haben eine starke Zwischenrally gehabt, wie ein Uhrwerk sind die nach oben, viel staerker als der Gesamtmarkt auch noch. Aber ob die aber den Laden bei ThyssenKrupp innerhalb von ein paar Monaten nun schon herumgerissen haben?

  6. Hallo Hans,

    habe die Nachricht erst jetzt gesehen.
    Nein,bei Salzgitter habe Ich keinen Stop gesetzt. Im Nachhinein war das natürlich falsch. Ob Ich da jetzt eine Leere draus ziehen kann weiss Ich ehrlich gesagt nicht.
    Jeder Wert ist anders und zu oft ist es mir in der Vergangenheit passiert dass Ich rausgekegelt wurde und danach der Kurs wieder gedreht hat und man dann nicht mehr den Einstieg gefunden hat.Gestern wäre es zum Beispiel wieder bei Daimler passiert,als die Aktie mit Gap down eröffnete und den Aufwärtstrend seit Juni ganz klar gebrochen hatte.
    Ich hätte so auch nie 1000% mit Dialog eingefahren,wenn Ich nicht stur gehalten hätte.

    Ich arbeite seit 2-3 Jahren kaum mehr stops.Da ist hin und wieder ein Total Ausfall dabei,aber Ich habe 20-30 Werte im depot und die high betas sind eher kleiner gewichtet,daher verkrafte Ich das.
    Traden muss auch irgendwo Spass machen und nichts ärgert mich mehr wenn Ich richtig lag,rausgekegelt werde und mann nicht mehr reinkommt.
    Ich weiss einige werden jetzt sicher die Hände über dem Kopf zusammen schlagen….

    🙂
    Lb.

  7. Keineswegs @ Haende ueber den Kopf zusammenschlagen. Ich sehe jetzt erst, dass dein Anlagestil ein ganz anderer als meiner ist. Da du mit deinem Stil anscheinend gut faehrst, ist er also genau der richtige fuer dich. Ich zum Beispiel habe meistens nicht den Nerv, einen Verlust auszusitzen auch wenn ich vielleicht richtig gelegen haette. Ich gehe mittlerweile kaum noch eine Position ein, ohne dass ich mir vorher einen Stopp ueberlegt haette. Das fuehrt dann allerdings, wie von dir richtig bemerkt, ab und an mal dazu, dass man ganz doof ausgestoppt wird. Meine Stopps sind leider noch nicht perfekt, aber ohne Stopps will ich auch nicht 🙂 Ich kann sonst nicht in Ruhe auf was anderes als den “Ticker” gucken.

  8. Eine Frage in die Runde

    Was ist die Deutsche -Bank noch Wert ohne Ackermann ?

    Von den Neuen hört mein sehr wenig in der Öffentlichkeit, wenn Ackermann vor die Presse trat da bewegte sich immer etwas an der Börse ob nach oben oder unten.
    So lange die Finanzkrisen in Europa aber auch UAS – China, ja man kann sagen Weltweit nicht geregelt sind werden die Börsen immer mal einen Schritt Auf und drei runter geht . Die Erholung werden nicht drei sonder 5-10 Jahr dauern.
    Blicken wir die letzten drei JAHR Zehnte zurück, dann waren die Börsen immer die Jahre 1-3 Abwärts ab den 5 Jahr Erholung dann bis 7-8 Jahr Explodiert ab 9 – 10 begannen immer die Korrekturen.

  9. @ Charly,

    mein ganz persönliche Meinung ? Für mich gehört Ackermann eher in die Kategorie der überschätzten Manager. Und ein eitler Pfau ist er in meinen Augen noch dazu. Ackermann hatte nur das Glück, sich nach seinen anfänglichen PR Desastern den ehemaligen Wirtschaftswoche-Chefredakteur Stefan Baron als persönlichen PR Berater an die Seite holen zu können. Baron hat extrem viel für das Image von “Big Joe” getan und ist massgeblich dafür verantwortlich, dass der gute Mann nun auf einem Podest ausgestellt wird.

    Was Ackermann dagegen inhaltlich zu sagen hatte, empfand ich immer als sehr “dünn” und konnte mich selten beeindrucken. Analytische Brillianz konnte ich da nicht erkennen, eher das Bedürfnis schon längst offene Türen einzutreten um sich dann öffentlich als “Held” oder “Weiser” feiern lassen zu können. Das war viel PR und wenig Substanz.

    Mir persönlich ist der weniger barocke Stil der “Neuen” da viel sympathischer und eine Firma profitiert in der Regel, wenn sie Chefs hat, die sich nicht als Sonnenkönige verstehen, sondern statt dessen mit beiden Armen bis zum Ellenbogen im “Gekröse” stecken. In Summe kann ich keinen negativen Zusammenhang zwischen geringer Präsenz der Chefs in den Medien und dem Aktienkurs der DB sehen. Alles was jetzt den Kurs bewegt, wurde in der Ära Ackermann entschieden und in Gang gesetzt.

    Wie gesagt, nur meine sehr persönliche, subjektive Meinung zur DB ohne jeden Wahrheitsanspruch.

  10. @Hari das sehe ich schon auch so bei der DB, das die neuen jetzt einiges auf zu räumen haben, spiegelt das jetzt nicht den Kurs wieder ?

    Hari zu den zweiten Teil würde ich gerne mal Deine Meinung hören.
    Ich war über 30 Jahre an der Börse Tätig, die guten Jahre begannen immer zwischen den Jahren 4-8 dann kamen immer die Einschnitte und Korrekturen von 9-11. Jeweils ab der Jahreszahl also 1981-83- 1991-94- 2001-2004- haben die Börsen und Märkte korrigiert.
    Für die Daytrader und die das beherrschen und vorallen die Informationen ein paar Std. früher als die Masse haben ist das eine Tolle Sache.

  11. @ Charly, in meinen Augen Zufall, da gebe ich nichts drauf mit den Jahreszahlen. Um mich vom Gegenteil zu überzeugen, müsste ich Studien sehen, die das mindestens in den letzten 10 Jahrzehnten nachweisen.

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