Die Roboter kommen ! Von iRobot, Amazon, Google und Co.

Wir fragen uns ja alle immer, was denn die neuen grossen Trends sein könnten, mit denen man über Jahre dicke Gewinne an der Börse einstreichen kann.

Und wir würden gerne wissen, was in 2014 so ein heisses Thema werden könnte, wie in 2013 der Rebound im Solarmarkt. Denn bei den Solaraktien konnte man in 2013 sein Kapital verdoppeln und mehr.

Nun, ich glaube es gibt einen heissen Kandidaten für einen Megatrend, der nun massiv in das öffentliche Bewusstsein tritt. Und das ist der Einsatz von Robotern in allen Teilen der Wertschöpfung und bei lästigen oder gefährlichen Arbeiten.

Bisher waren Roboter im Wesentlichen auf die industrielle Produktion beschränkt und Unternehmen wie Kuka (WKN: 620440) oder die japanische haben damit gutes Geld verdient.

Das erste Unternehmen, das ausserhalb der industriellen Fertigung mit seinen Robotern weltweit bekannt und an der Börse erfolgreich wurde, war dann iRobot (WKN: A0F5CC, IRBT) mit Spezialrobotern im Bereich Militär und Zivilschutz - zB bei der Bombenentschärfung - aber vor allem mit seiner "Roomba" Linie der Staubsauger-Roboter, von denen auch einer bei uns im Haushalt seine Runden dreht und den wir als unseren kleinen "R2D2" nicht missen wollen.

Mit der Aktie von iRobot, haben wir hier auf surveybuilder.info.de schon 2013 viel Freude gehabt und schöne Gewinne generiert. Und heute springt die Aktie um aktuell (stand 16:00 Uhr) 17% nach oben !

Einfluss auf diesen Satz nach oben, dürfte dabei der überraschende durch Google haben. Ein Kauf, der sich in eine Reihe von voran gegangenen Käufen Googles im Bereich Robotics einreiht und eine dahinter stehende Strategie vermuten lässt.

Nehmen Sie jetzt noch die Gedanken von Amazon und auch der Deutschen Post zu "Paket-Drohnen" dazu, die weltweit für Aufmerksamkeit sorgen und nach meiner Ansicht keineswegs so "daher" gesagt sind, sondern eher einen Testballon zur Akzeptanz darstellen. Vergessen Sie dann weiter nicht, dass Flugzeuge bald autonom gesteuert werden und der menschliche Pilot nur noch als Backup an Bord sitzt und denken Sie am Ende an die Bemühungen der Auto-Industrie um autonomes Fahren - dann zeigen alle diese Entwicklungen eindeutig in die gleiche Richtung:

Es entwickelt sich ein massiver Weltmarkt für autonome Systeme mit begrenzter künstlicher Intelligenz, die lästige oder gefährliche Aufgaben der Menschen übernehmen und sich durch ihre Sensoren frei in der Welt bewegen können. Gemeinhin auch "Roboter" genannt. Auch bei Bauern muss man früher oder später die Frage stellen, ob es wirklich das Gehirn eines Menschen braucht, um stundenlang bei einem Traktor "auf dem Bock" zu sitzen und riesige Felder abzuernten.

Wenn Sie mal genau darüber nachdenken, werden sie unzählige Anwendungsformen für "robotische, autonome Systeme" finden und die Technologie und Sensorik ist langsam reif. Vieles scheiterte in der Vergangenheit dabei noch an der mangelnden Leistungsfähigkeit von Batteriesystemen. Aber auch da tut sich ja durch Tesla Motors und Co. einiges und auch diese technologischen Hürden werden gerade weggeräumt. Und damit dürfte sich ein gewaltiger Weltmarkt entwickeln, der die Welt über Jahrzehnte nachhaltig umkrempeln wird.

Es dürfte also für Anleger auf Jahre äusserst lukrativ sein, sich intensiv mit diesem neuen Segment zu beschäftigen. Konsequenterweise, ist an der Wallstreet auch schon unter dem Kürzel der erste ETF auf den Markt gekommen, der sich auf Robotics und Automation spezialisiert. In diesem überwiegen natürlicherweise noch Aktien der Kategorie "Automation", weil es eben noch nicht so viele börsennotierte reine Roboterfirmen gibt. Deshalb sind auch Firmen wie 3D Systems (WKN: 888346, DDD) im ETF enthalten, deren innovative 3D Drucker, eher dem Bereich "industrielle Automation" zuzurechnen sind.

Aber auch wenn das Angebot an Aktien im Segment Robotics noch dünn ist, wir haben es mit ganz grosser Wahrscheinlichkeit mit einem Megatrend der nächsten Jahrzehnte zu tun. Und wer auf der Suche nach grossen Chancen ist, muss unbedingt das Feld der "Robotics" an der Börse im Auge behalten.

Die Pop-Gruppe "Kraftwerk" hat es schon in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts gewusst: 😉

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5 Gedanken zu “Die Roboter kommen ! Von iRobot, Amazon, Google und Co.

  1. Als ausgewiesener Fachmann in KI sehe ich das sehr nüchtern. Künstliche Intelligenz wird auf Jahrzehnte nicht annähernd die Fähigkeiten erreichen außerhalb von Spezialanwendungen zu überzeugen. Ok, Roboter können galoppieren und balancieren und allerlei verblüffende Kunststücke aufführen. Gesichtserkennung und Sensorik bringen heute schon faszinierende Leistungen. Das sind aber sehr isolierte Bereiche. Entscheidungen treffen in Ausnahmesituationen wird die KI niemals können, denn dazu braucht es Intelligenz mit Bewußtsein (Wille, Motivation, Angst) mit einem Erfahrungshorizont, der technisch nicht beherrschbar ist. Außerhalb der vorgesehenen Umgebungsparameter sind Automaten hilflos. Diese Parameter werden mit der Zeit zwar umfangreicher, aber es wird nicht reichen um Roboter oder Drohnen sich tatsächlich frei in unserer Gesellschaft bewegen zu lassen.

    Das Entführen von Paketdrohnen mit WiFi Hacks wird ein toller Spaß. Man braucht nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, welche Knüppel man den automatischen Helfern noch zwischen die Beine werfen könnte, welche Schwächen sich ausnutzen ließen. Spätestens die ersten tragischen Unfälle und ein wachsendes Bewußtsein für die rechtlichen Probleme (wer hat Schuld?) werden diesem Trend üble Dämpfer versetzen. Für mich eher ein Thema um im richtigen Augenblick auf einen Crash zu wetten. Falls es überhaupt bis dahin kommt.

  2. “Experten” – echte und selbsternannte – sind in der Regel die schlechtesten Anleger in ihren Fachgebieten, weil sie nicht begreifen, dass Kurse an der Börse nach ganz anderen Muster entstehen. Ich selber habe Anfang der 80er Jahre als einer der ersten Informatiker in Deutschland meine Diplomarbeit über was geschrieben ? Neuronale Netze und künstliche Intelligenz 🙂 Und was sagt uns das ? 😉

    Ich habe dazu vor Jahren mal eine nette Anekdote geschrieben: -> Meine grösste Fehleinschätzung < -

    Um freie Bewegung und komplett autonome Systeme – die sich in unserer Gesellschaft bewegen – geht es auch gar nicht. Davon ist die KI tatsächlich meilenweit entfernt und wird es mit den heutigen Ansätzen wohl noch in Jahrzehnten sein.

    Es geht statt dessen um begrenzte autonome Systeme, die genau definierte Arbeiten den Menschen abnehmen und auf diese beschränkt bleiben. Beginnend mit Trivialitäten wie Staubsaugen, wird sich das Feld schnell auf Traktor fahren, Ernte einholen, Auto und Flugzeuge steuern etc erweitern. Das ist ein riesiges Geschäft mir erheblichem Wachstumspotential und darum dreht es sich.

  3. Danke! Sehr lehrreich und ein schönes Beispiel mit SAP damals.

    Dennoch bleibt beim Gedanken an “Autos steuern” und “Flugzeuge fliegen” nicht aus, dass extreme Rückschläge zu erwarten sind, sobald es zu ersten spektakulären Schäden kommt. Verkehrsmittel zu steuern ist sehr anspruchsvoll. Ob “begrenzte Autonomie” dafür ausreicht, wage ich zu bezweifeln. Wenn ein Kind überfahren werden könnte, oder dies tatsächlich einmal passiert, ist das viel fataler, als wenn SAP seine Software nicht verkauft bekäme. Öffentliche Angst ist ein absoluter Business Killer.

  4. Das stimmt bestimmt Aurum. Und an dem Tag werden die Anbieter von so autonomen Steuerrungssystemen zweistellig runter rauschen. Nur hilft das zu wissen nicht bei der Frage, womit man heute, morgen und übermorgen Geld verdienen wird.

    Nimm mal Tesla als Beispiel mit seinen Bränden. Es war völlig klar, dass irgendwann auch mal die Technologie in Frage gestellt werden würde. Und dass es Probleme mit den bekanntermassen bei physischer Deformation für Brände anfälligen Lithium Akkus geben würde, war auch vorher jedem klar, der sich ein bisschen damit auskannte. Es gab ja auch schon genug Laptop-Brände.

    Nur hilft das zu wissen nicht weiter, wenn es darum geht an der Börse Geld zu verdienen. Denn vorher hatte sich Tesla verfünfacht. Und demgegenüber fallen die Verluste nach den Bränden kaum mehr ins Gewicht. Und da man den Zeitpunkt zu dem so Ereignisse eingepreist werden auch nicht kennt, ist es wertlos davon sein Handeln abhängig zu machen.

    Etwas spitz formuliert, ist auch völlig klar, dass die Erde früher oder später wieder von einem Asteroiden-Einschlag im Massstab “Globaler Killer” getroffen wird. Bis das passiert, macht das Leben im “Hier und Jetzt” aber trotzdem Spass. 😉
    Bis dahin sehr passend zum Thema hier: -> Vom Hier und Jetzt und dem sinnlosen Kampf gegen den Markt < -

    Die Frage ob man mit Robotics Themen in 2014 Geld verdienen kann, hängt also nicht davon ab, was bei dieser Technologie irgendwann objektiv passieren wird. Zu glauben das zu wissen und davon sein Handeln abhängig zu machen, ist ein grosser Irrtum und kommt – wenn überhaupt – nur sehr langfristig zum Tragen. Der Kursverlauf in 2014 hängt aber davon ab, was die Mehrheit der Marktteilnehmer in 2014 erwarten, nur das – die Erwartung – treibt die Kurse. Und auch wenn die Erwartung vielleicht objektiv übertrieben ist, bestimmt sie real das Kursverhalten, solange sie da ist.

    Zwischen den Erwartungen und der Realität besteht natürlich eine Beziehung, aber es ist definitiv nicht das selbe. Und die Börsen werden ausschliesslich von Erwartungen getrieben. Genau das ist der gedankliche Fehler, den so viele fachlich gute Menschen machen. Und deshalb so viele Chancen an der Börse verpassen und anders herum über Jahre an Verlustpositionen festhalten, weil der Markt doch vermeintlich irgendwann mal die “Wahrheit” erkennen muss. Nur muss der Markt dummerweise gar nichts. 😉

  5. Nochmals danke. Der Zeithorizont spielt natürlich eine überragende Rolle, das ist richtig. Und ja, das haben Experten meist nicht auf dem Radar, denn die denken oft langfristig in der Art “Würde ich ein Unternehmen gründen, das auf dieses Thema setzt?”. Aus einem Unternehmen operativ auszusteigen ist nicht so einfach, wie eine Aktie wieder zu verkaufen! Oft machen das Beteiligungsverträge lange Zeit unmöglich. Da wird man, besonders als gebranntes Kind, sehr kritisch — zu kritisch für das kurzlebige Börsentreiben 😉

    Es gibt noch viel zu lernen. Ich freue mich auf die Premium Mitgliedschaft, sobald ich endlich Zeit dazu finde!

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