Charts des Sommers – S&P500 – Würden Sie diesen Chart shorten ?

Heute möchte ich Ihnen in einem Beitrag zum S&P500 typische psychologische Fallen vermitteln, in die wir menschliche Anleger und Trader typischerweise tapsen, wenn wir einen Top im Markt treffen wollen.

Schauen wir dazu auf das Chart des Leitindex S&P500 (hier der Future), auf dem wir das Hoch vom 22.05.13 sehen, das Tief vom 24.06.13 und den erneuten Anstieg auf Hochs bis zum heutigen Zeitpunkt.

Trendfortsetzung oder Doppeltop, werden sich viele jetzt wieder fragen und es wird einigen in den Fingern jucken, diese Markt nun zu shorten.

S&P500 18.07.13

Da sitzt er nun also, "Hans Anleger". Privatmann, gebildet, börseninteressiert ... aber immer noch von Emotionen zu stark beeinflusst, die ihm permanent einflüstern, was der Markt nun wegen diesem und jenem machen müsste. Und sein Ego füttern, wenn es denn mal zufällig klappt. Und wegschauen und verdrängen und so sein Ego schützen, wenn es - wie so oft - nicht klappt.

Und diesen "Hans Anleger" gibt es nicht nur bei charttechnisch orientierten Anlegern. Nein, bei denen die sich naiv für etwas "besseres" halten, weil sie ja nur auf "fundamentale" Daten gehen und diesen "Hokuspokus" mit Charts nicht mitmachen, ist dieser Effekt sogar noch schlimmer. Dort entblöden sich viele noch nicht einmal der Einbildung, den zukünftigen Effekt einer aktuellen ökonomischen Entwicklung besser als alle anderen (die den Markt bilden) einschätzen zu können. Es fühlt sich halt so toll für das Ego an, klüger als die "dumme Masse" zu sein - nur macht es die Taschen später nicht voll, aber das ist eine andere Geschichte. Und dann hat man auch schon wieder ein anderes Thema gefunden um sich gut zu fühlen und daran zu wärmen. 😉

Zurück zu Hans Anleger, der diesen Runaway-Move im S&P500 seit November 2012 sieht und sich immer und immer wieder denkt: "Das kann so nicht ewig weiter gehen". Recht hat Hans Anleger, das Dumme ist nur, der Zeitpunkt wann es endet ist unbestimmt. 😉

Da Hans Anleger durchaus erste Erfahrungen hat, mit Oszillatoren wie dem RSI umgehen kann und auch ansonsten aus den Charts einiges heraus lesen kann, startet er also an Punkt (1) den ersten Short-Versuch. Durchaus nicht ohne Logik und das konnte man machen.

Leider beliebt Mr. Market aber nicht, sich entsprechend der Annahmen von Hans Anleger zu verhalten. Und da Hans Anleger auch weiss, wie wichtig Verlustbegrenzung ist - er ist also wirklich schon ein fortgeschrittener Anleger mit gutem Grundwissen - steigt er mit einstelligem Verlust aus dem Trade wieder aus. So weit so gut und völlig in Ordnung. Bisher kein grober Fehler.

Da Hans Anleger ja aber seine Überzeugung nicht ablegt, wird mit den weiter steigenden Kursen die Überzeugung nur stärker. Das "kann" nicht mehr so weiter gehen. Also versucht er es bei (2) und (3) erneut mit entsprechend negativem Ergebnis.

Und nun beginnt der eigentliche psychologische Fehler. Nun ist Hans Anleger gefrustet und um sich und sein Selbstbewusstsein zu schützen, schaut er nun ganz bewusst woanders hin und würdigt den S&P500 erst einmal keines Blickes mehr. Das ist ein unbewusster psychologischer Schutz-Reflex, den man überhaupt erst einmal in die Bewusstseinsebene hoch heben muss.

So passiert es, dass Hans Anleger den grossen ersten Einschlag gar nicht mitbekommt und erst bei (4) zur Kenntnis nimmt. Nun greift der zweite psychologische Fehler, sofort kommt der Gedanke: "Mist, Absturz verpasst. Das lohnt sich jetzt nicht mehr." Unbewusst bestätigt sich Hans Anleger also die Entscheidung, auf den S&P500 nicht mehr zu schauen.

Und so hat Hans Anleger keinerlei Chance, den ersten wirklich guten Punkt zu bemerken, an dem das CRV - ohne raten zu müssen - für einen Short spricht. Es ist der Punkt (5) nach dem auslaufenden Rebound. Auch so ein Rebound ist keine Garantie für einen Short, nichts ist eine Garantie im Markt, aber in so einer Struktur sind die Chancen sehr hoch, dass es zumindest eine zweite deutliche Abwärtsphase gibt.

Was also ist der psychologische Fehler ?

Erstens der Versuch die Zukunft zu erraten ! Das funktioniert einfach nicht ! Die Shorts (1) - (3) waren zwar nicht völlig unlogisch, aber sie waren trotzdem raten. Denn noch hatte der Markt nicht die Richtung gewechselt und ein Oszillator wie der RSI ist keine Garantie.

Zweitens ist der Fehler, nach mehreren Fehlversuchen in die Verdrängung zu wechseln um das eigene Ego zu schützen und damit die Augen vor dem zu verschliessen was weiterhin passiert. Denn genau dann ist oft genug das beste Chance-Risiko-Verhältnis im Markt ! Oft hatte man eigentlich recht, nur nicht genügend Geduld.

Drittens ist der Fehler, nach der ersten verpassten Bewegung sofort zu denken das wäre es schon gewesen. Wenn sich ein Trend dreht, dann gibt es mit hoher Wahrscheinlichkeit noch mindestens einen Versuch zu den alten Hochs zurück zu kommen. Erst wenn auch dieser Versuch scheitert, entsteht wirklich eine Gelegenheit für einen Short.

Versuchen Sie sich statt dessen andere Denkstrukturen anzugewöhnen. Beim Betrachten einer bestimmten Chartstruktur muss Ihr Augenmerk darauf liegen, was die Wahrscheinlichkeiten sind, die in einer gegenwärtigen Struktur begründet sind. Erfolg am Markt beruht nicht auf wilden Prognosen für eine unbestimmte Zukunft. Er beruht auf einem intelligenten Spiel mit Wahrscheinlichkeiten und Risikomanagement ! All das Grübeln wann der Top kommt, hätte man sich in dem Beispiel sparen können, wenn man einfach auf den ersten Einschlag gewartet hätte. Der Markt sagt einem schon was er will, man muss nur hören.

Wenn Sie also irgendwo wieder so ein Banner anblinkt, wo Ihnen der "Crash 2013" oder "200% Gewinn" von einem selbst ernannten Guru geweissagt wird, machen Sie einen grossen Bogen darum. Ausser Sie sind gerne ein Schaf, das von anderen geschoren wird. Dann wünsche ich einfach viel Vergnügen bei der Rasur. Ihr Geld ist am Ende ja auch nicht weg, es hat halt nur ein anderer - das ist bestimmt tröstlich. 😉

Wenn aber nach einem heftigen, ersten Einschlag der teilweise Rebound kommt, der dann ausläuft, dann sollten Sie ganz wach und aufmerksam sein, denn das sind die Momente, in denen gute Chancen auf der Short-Seite liegen könnten.

Also noch einmal meine Frage, würden Sie diesen Chart des S&P500 heute nun shorten ?

Ihr Hari

PS: Und damit das ganz klar ist. Ich kann über diese psychologischen Mechanismen deshalb so gut schreiben, weil ich sie alle am eigenen Leib kenne und erlebt habe. Und so auch Chancen verpasst und Verluste produziert habe. Die Leistung die Sie bringen müssen, ist sich Ihre eigenen psychologischen Prozesse in die Bewusstseinsebene zu heben und dann Mechanismen, Systeme und Tricks zu entwickeln, mit diesen umzugehen.

Diskutiere diesen Beitrag im Forum

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Das Ungeheuer Devisenmarkt – Die wilden Swings des US Dollar

Viel wird über Aktien und Indizes geschrieben und wie oft wundern wir uns, wenn die Kurse plötzlich den Rückwärtsgang einlegen und in die Gegenrichtung laufen.

Manchmal verhalten wir uns dabei wie naive Urlauber, die am Strand sitzen und auf eine vermeintlich ruhige See schauen. Wir sehen die Möwen, die da geruhsam vor sich hin dümpeln, ahnen die Fische die unter der Oberfläche ihre Kreise ziehen und beobachten die friedliche Szene. Dann plötzlich kräuselt sich das Wasser und die Möwen fliegen auf. Ein Gurgeln ist hörbar und Wellen entstehen. Einen der Fische hat es scheinbar erwischt. Oder war es doch ein Taucher ? 😉 In jedem Fall war da etwas sehr Grosses, das aus den dunkleren Bereichen unter der Wasseroberfläche kam und offensichtlich auf Jagd ging. Wir Urlauber wollen lieber nicht darüber nachdenken, was das gewesen sein könnte, es könnte unseren ruhigen Schlaf stören ....

In den Märkten gibt es definitiv zwei so Ungeheuer, die weit grösser und mächtiger als der Aktienmarkt sind. Aber wie es sich für dunkle Ungeheuer gehört, sind diese in den populären Postillen eher weniger bekannt. Das eine Ungeheuer ist der Anleihenmarkt und das dieser Anzeichen grossen Stresses zeigt, haben wir hier ja schon anhand des ETFs der langlaufenden US Treasuries (TLT) im Detail besprochen. Die Implikationen dieses Stresses sind auf jeden Fall gewaltig und gehen bis in Existenzfragen von Währungen und Staaten hinein.

Das andere Ungeheuer ist aber noch grösser und noch mächtiger. Es ist grösser als alle anderen Märkte, auch grösser als der Anleihenmarkt und es bewegt am Tag 4 Billionen! USD - am Tag ! Es ist der grösste Finanzmarkt der Welt und dieses Ungeheuer hat mehrere Dompteure, mit denen es symbiotisch interagiert.

Das Ungeheuer ist der Devisenmarkt, der mit seinen Bewegungen weit mehr in den Aktienmärkten bewegt, als man ahnt, wenn man als Tourist am Strand sitzt und sich die Bewegungen der Möwen (= Kurse der Aktien) betrachtet. Und diese Dompteure sind die Notenbanken, wobei böse Zungen ja behaupten, dass diese neuerdings den gar nicht so gefährlichen Devisenmarkt erst zu einem richtigen Ungeheuer machen.

Wenn das Ungeheuer Devisenmarkt sich bewegt, werden sofort die Gewinne der Unternehmen massiv beeinflusst. Rohstoffe werden für den einen teurer und für die anderen weniger profitabel zu verkaufen. Gewinnmargen schrumpfen oder wachsen, Staatsschulden werden relativ grösser oder leichter abzubauen. Kaufkraft der Bürger steigt oder wächst. Wenn sich das Ungeheuer Devisenmarkt bewegt, schüttelt es die Welt durch.

Und das bedeutendste Körperteil des Ungeheuers ist die Weltleitwährung US Dollar. Und was der Dollar zuletzt für wahnsinnige Swings vollzogen hat, will ich Ihnen nun am Tageschart des US Dollar Index zeigen, der den Dollar im Verhältnis zu einem Korb anderer Währungen darstellt:

USD 10.07.13

Sie sehen den gigantischen "Megaphone Pattern" mit allerlei wichtigen Implikationen. Und Sie sehen, dass der US Dollar Index nun überkauft ist und bald (wahrscheinlich heute Abend zu den FOMC Minutes) die obere Begrenzung der Struktur erreichen wird.

Und falls Sie immer noch am Strand sitzen und glauben, dass das ja alles keine Bedeutung hätte, dann habe ich Ihnen unten mit einem dicken blauen Pfeil den Tag und Abend eingezeichnet, an dem Ben Bernanke seine "Tapering" Gedanken in den Markt gab. Es war der 19.06. und ich war zu dem Zeitpunkt im Urlaub.

Noch Fragen ? 😉

Achja, heute Abend nach US Börsenschluss redet der gute Ben wieder - siehe der kleine blaue Pfeil oben. 🙂 Noch jemand der Meinung, das sei eher unwichtig ? 😉

Ich hoffe ich konnte per "Schockeffekt" klar machen, welche Bedeutung die Bewegungen am Devisenmarkt auch für die Aktienmärkte haben. Und wie wenig man begreift, wenn man nur die Wasseroberfläche des Aktienmarktes betrachtet.

Im Detail gibt es dazu natürlich viel zu sagen und viel zu verstehen und lernen, das würde aber so einen Blogpost weit übersteigen. Diesen Zusammenhängen widmen wir uns aber immer wieder im Premium-Bereich von surveybuilder.info, neben vielen anderen aktuellen Themen auch, jeden Tag mit vielfachen Tips, Tricks, Links und Meinungen.

Wenn Sie verstehen wollen, wie die Märkte wirklich funktionieren, sollten Sie sich mal mit diesem Blog und seinen Angeboten befassen. Wenn Sie dagegen weiter "heisse Tips" zu Möwen an der Wasseroberfläche suchen, die sie ohne intellektuelle Energie einfach konsumieren können, sind sie hier aber an der falschen Stelle.

Glauben Sie bitte nur nicht, dass man reich werden kann, wenn man nur die Oberfläche wahrnimmt ..... 😉

Ihr Hari

Diskutiere diesen Beitrag im Forum

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Die kaum vorhandene Aktienkultur in Deutschland in Daten und Grafiken

Wir haben hier schon oft über die kaum vorhandene Aktienkultur in Deutschland gesprochen. Und dieser Blog ist ja auch ein Versuch, daran etwas zu ändern.

Wer aufmerksam die Gespräche in seiner Umgebung verfolgt, weiss wie sehr die Deutschen bei der Geldanlage auf der Suche nach Sicherheit sind. Und Sicherheit verbindet sich für die Mehrheit der Deutschen mit Zinszahlungen. Unternehmerisches Risiko ist dagegen eher Teufelszeug. Durch die neuen Bundesländer wurden diese sowieso schon vorhandene Prägung dann noch einmal verstärkt, was man auch an den Aktienquoten in den Bundesländern gut nachvollziehen kann.

Nur aus dieser Prägung heraus ist zu verstehen, warum brave Familienväter sich darum reissen, irgendwelche mehr oder weniger dubiosen "Mittelstandsanleihen" zu zeichnen, weil diese einen Zins von 7% oder mehr bieten. Zins ist ja vermeintlich gut und sicher und nicht so eine "Zockerei" wie beim Aktienbesitz. 😉

Die naheliegende Frage aber, warum so ein Unternehmen denn trotz Niedrigstzinsen der Notenbanken kein Darlehen für 5-7% von der Bank bekommt und warum so ein Unternehmen dann an Privatanleger heran gehen muss um sich zu finanzieren, diese naheliegende Frage schafft es noch nicht einmal ins Vorderhirn. Die Grundregel der Finanzmärkte, das Zins immer ein Abbild des Risikos ist und das es "no free lunch" an den Märkten gibt, diese Grundregel ist weitgehend unbekannt.

Die Logik ist dagegen zu oft sehr schlicht: Zins ist gut und Aktie ist schlecht. 😉 Jetzt wird es am Markt für Mittelstandsanleihen mit Sicherheit noch das eine oder andere böse Erwachen geben, durch das die Beteiligten merken, dass "Sicherheit" doch etwas komplizierter zu finden ist, als durch den Kauf von Schuldverschreibungen von Unternehmen die man gar nicht kennt. Ich bezweifele aber, ob damit bei den meisten auch der Erkenntniseffekt verbunden ist, dass das eigentliche Problem bei der Geldanlage einen gerade im Spiegel anschaut. 😉

Diese Fixierung auf Zins setzt sich ja sogar bei den wenigen eigentlich lobenswerten Aktionären dann fort, von denen viele einen Hang hin zu "Zinsersatz-Aktien" haben und gerne die Dividende zum alles entscheidenden Faktor erheben. Auch das führt natürlich keineswegs immer dazu, die richtigen Aktien im Depot zu haben. Es füttert dagegen einen grossen Arm der Finanzindustrie, der mit wohl klingenden und "Wohlfühlatmosphäre" verbreitenden Phrasen wie "Garantie" oder "Value" dieses emotionale Bedürfnis zum eigenen Erfolg abschöpft.

Am Ende bleibt bei den privaten Anlegern nur eine verschwindend kleine Minderheit übrig, die Aktien als das verstehen was sie sind: direkte unternehmerische Beteiligungen. Und die verstehen, dass es absolute Sicherheit am Finanzmarkt gar nicht gibt, auch nicht bei Zinsen und Anleihen, sondern nur angemessen oder nicht angemessen bezahltes Risiko. Und das die grösste relative Sicherheit von einem breit aufgestellten, diversifizierten und dauerhaft erfolgreichem Unternehmen ausgeht, das Produkte anbietet, auf die die Menschen nicht verzichten können.

Eigentlich war "Ekel" Alfred Tetzlaff () da schon weiter, als er nach Kauf einer Volkswagen Aktie seiner Else eindrücklich erklärte, das ihm jetzt VW gehört. Genau genommen hatte der Mann auch Recht, VW gehörte ihm nur nicht alleine. 😉

Aber bisher konnten wir diesen Eindruck über die kaum vorhandene Aktienkultur kaum in konkrete Zahlen und Fakten kleiden, man wusste zwar, dass es so ist, es fehlte aber am statistischen Beweis.

In diese Bresche ist nun dankenswerterweise die gesprungen, die ja auch den Finanzblog Award ausgerichtet hat und sich insofern tatsächlich auch um die Aktienkultur bemüht. Natürlich auch zur Ankurbelung des eigenen Geschäftes, aber das macht das Engagement nicht weniger wertvoll, zumal von einer gesteigerten Erkenntnis ja alle Anbieter von Wertpapierdienstleistungen profitieren. Eher muss man sich umgedreht fragen, warum sich viele der anderen Banken eben nicht deutlicher in diese Richtung engagieren wie die Comdirect.

Mir liegt ein "Factbook Aktie" der Comdirect vor, das in Zusammenarbeit mit dem Handelsblatt Research Institute entstanden ist. Darin sind eine grosse Menge von bemerkenswerten Daten und Grafiken, von denen ich Ihnen hier einige zeigen will.

Mein Dank gilt der Presseabteilung der Comdirect, die mir ermöglicht, die Grafiken hier im Blog zu verwenden. Bevor wir aber zu den Grafiken übergehen, will ich einen Absatz aus dem "Factbook Aktie" zitieren, der es sehr gut trifft:

Den Anlegern fehlt Wissen – und Risikobereitschaft
55,1 % der Deutschen entsprechen dem Anlegertyp „Chancen-Verpasser“. Dieser Typ hat zwei weit verbreitete Merkmale: geringes Wissen über Aktien gepaart mit einer geringen Risikobereitschaft. Wer dieser Gruppe angehört, unterschätzt die finanziellen Chancen, die eine langfristige Geldanlage in Aktien bietet, beispielsweise für die eigene Altersvorsorge. Die kleinste Gruppe unter den Bundesbürgern ist die der „Chancen-Nutzer“: 9,9 Prozent haben vergleichsweise viel Börsenwissen und sind auch bereit, ein gewisses finanzielles Risiko einzugehen. In Sachen Grundlagenwissen sind die Deutschen entsprechend selbstkritisch: 64 Prozent finden, dass ein verbindliches Schulfach „Geld und Finanzen“ eingeführt werden sollte. Die Wissenslücken haben auch damit zu tun, dass Geldanlage hierzulande kein Thema für Small-Talk ist: Nur eine Minderheit von 37 Prozent tauscht sich mit Familie und Freunden darüber aus.
Fazit: Es gibt heute keine Ausrede mehr für Unwissenheit über Kapitalanlagethemen. Wer mit Freunden nicht darüber sprechen mag, findet in den Medien, in Fachbüchern oder im Internet genügend Informationen.

Und nun zu einer kleinen Auswahl der Grafiken und Daten im "Factbook Aktie", die für sich selber sprechen. Ich wünsche viel Spass damit:

Image4

Image2

Image3

Image0

Image01

Image6

Image7

Image8

Image9

Image10

Image12

Image13

Diskutiere diesen Beitrag im Forum

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Börsenregeln reloaded V : The trend is your friend

Börsenregeln reloaded V : The trend is your friend

Ein Gastkommentar von Tokay

Von den zahlreichen Weisheiten, die unter Börsianern in Umlauf sind, ist die Regel „The trend is your friend“ zweifellos eine derjenigen, die besonders hoch im Kurs stehen. Schon Charles Dow, der Begründer der nach ihm benannten Dow-Theorie und zugleich einer der beiden Väter des Dow-Jones-Index, war auf der Suche nach Regeln, anhand derer man einen Wirtschaftsaufschwung erkennen könne. Mit der „Dow-Theory“, die besagt,, in den Aktienmarkt einzusteigen, wenn der Kursdurchschnitt nach oben tendiert, und auzusteigen, wenn die Kurse nach unten tendieren, ist Dow in die Börsengeschichte eingegangen.

Skeptiker halten dem entgegen, daß häufige Ein-und Ausstiege nur Kommissionen für den Finanzsektor generierten. Die vom Kursdurchschnitt gegebenen Signale seien außerdem vielfach unzuverlässig und deshalb eine Buy-and-Hold Strategie der Market Timing Strategie überlegen.

Wenn wir uns die vergangenen Jahre anschauen, dann sehen wir, dass der DAX war in diesem Zeitraum von höchst unterschiedlichen Trends geprägt war. Ein frühzeitiges Erkennen eines Trendwechsels wäre daher sehr lohnend gewesen:

DAX 02.01.2008 bis 30.04.2013

Machen wir einmal die Probe aufs Exempel und probieren eine trendbasierte Strategie und vergleichen sie mit „Buy and Hold“. Nehmen wir an, ein Investor verfügte am Jahresanfang 2008 über 100.000 Euro. Nehmen wir weiter an, es gäbe den DAX als Aktie, so daß ein DAX-Punkt einem Euro entspräche und daß die Bank pro Transaktion 0,5 Prozent des Transaktionswertes in Rechnung stellen würde.

Nun konstruieren wir zwei Fälle:

Der Investor wäre am Jahresanfang 2008 in den DAX eingestiegen. Nun hätte er gemäß der Dow-Theorie aufmerksam den 200-Tage-Durchschnitt beobachtet. Er hätte „den DAX“ verkauft, wenn der Index unter den 200-Tage-Durchschnitt gefallen wäre. Er hätte zu 100 Prozent Liquidität gehalten, solange „der DAX“ unter dem 200-Tage-Durchschnitt gelegen hätte und er wäre wieder eingestiegen, wenn er wieder über den 200-Tage-Durchschnitt gestiegen wäre. Er hätte außerdem darauf geachtet, nur dann aktiv zu werden, wenn der Index sich mindestens drei Tage hintereinander über oder unter der 200-Tage-Linie gehalten hätte. Darüber hinaus hätte er bei dem 200-Tage-Durchschnitt ein Prozent nach oben bzw. unten zugegeben, um die Anzahl der zufälligen Abweichungen zu verringern. Immerhin werden bei jeder Transaktion Gebühren fällig, die den Ertrag schmälern, was zu ordentlichen Summen führen kann. Auf diese Art und Weise hätte der Investor bis zum 30. April 2013 operiert.

Und im anderen Fall hätte der Investor Anfang 2008 „den DAX“ gekauft und ihn bis Ende April 2013 einfach behalten.

In der nachfolgenden Grafik erkennen wir,was aus den 100.000 Euro geworden wäre. Das Ergebnis ist äußerst beachtlich. Der Buy-and-Hold(BuH)-Investor hätte sein Kapital nicht mehren können, er hätte sogar einen kleinen Teil eingebüsst. Der Market Timer(MT) dagegen hätte bei Befolgung seiner relativ einfachen Kauf- und Verkaufsregeln in den betrachteten Fünf Jahren und drei Monaten über 44 Prozent hinzugewinnen können.

Kapitalkurve

Es lohnt sich, zu analysieren, wie dieser Gewinn zustande gekommen ist. Man erkennt, daß der Abstand vor allem dann gewachsen ist wenn die Kurse stark gesunken sind. In diesem Fall war der BuH-Investor im Markt, während der MT-Investor durch relativ frühzeitiges Erkennen des Abwärtstrends diesen vermeiden konnte. Darüber hinaus konnte der Market Timer mit seinem Kapital zu deutlich tieferen Kursen einsteigen und somit auch grössere Stückzahlen realisieren. Ihm kam außerdem zugute, daß die vorherrschenden Trends so eindeutig waren, daß nur wenige Fehlsignale entstanden. Dies war einmal wegen der insgesamt nicht sehr hohen Volatilität. Und zum anderen war das deswegen möglich, weil der 200-Tage-Durchschnitt statistisch wesentlich stabiler ist als kurzfristige gleitende Durchschnitte. Wenn der Markt effizient ist und die am Markt bekannten Informationen eingepreist sind, dann gilt dies erst recht, wenn man die Preisbewegungen von zweihundert Börsentagen betrachtet. Dies bringt es andererseits aber mit sich, daß Signale häufig erst verspätet erzeugt werden.

Zurück zu unserem Experiment, es wurden folgende Transaktionen getätigt:

Transaktionen

Dabei waren keineswegs alle Trades Gewinntrades; dreimal hat der MT mit Gewinn-, zweimal mit Verlust verkauft. Doch die Verluste hielten sich , wenn sie anfielen, sehr in Grenzen, wohingegen deutliche Zugewinne bei den Gewinntrades realisiert wurden. Diese Zugewinne resultierten außer durch Kurszuwächse pro Aktie auch durch Mengenzuwächse; denn das frühzeitig gesicherte Kapital konnte in diesem Fall aufgrund der stark gesunkenen Kurse für eine höhere Stückzahl eingesetzt werden. Man kann daraus generell ableiten, daß das Halten von Liquidität im Prinzip gleichbedeutend ist mit einer Spekulation auf fallende Kurse. Ein Gewinn entstand 2008-2013 vor allem daraus, wenn diese Spekulation sich bewahrheitete. Volkswirtschaftlich gesehen ist so etwas sehr problematisch; denn wenn die Investoren mehrheitlich weiter fallende Kurse bzw. Gewinne erwarten, dann werden sie auch dann nicht einsteigen, wenn sie ihre Investition günstig finanzieren könnten. Die keynesianische Wirtschaftstheorie bezeichnet dies als „Liquiditätsfalle“,die dann entsteht, wenn eine monetär expansive Entwicklung nicht auf die Realwirtschaft übergreift.

Kann man daraus ableiten, dass Market Timing grundsätzlich erfolgreicher ist als Buy and Hold? Nicht unbedingt. Denn in einer Seitwärtsphase würde das Überschreiten der 200-Tage-Linie zu einem Einstieg führen, aus dem dann leicht ein Verlust wird, wenn die Kurse die Gegenrichtung einschlagen. In sehr volatilen Märkten kommt es außerdem leicht zu Fehlsignalen. Zu Fehlsignalen kommt es auch eher, wenn man kürzerlaufende Trendlinien verwendet, die Verzögerung gegenüber der Marktentwicklung ist bei Kurzfristtrendlinien aber nicht so groß. Es mag banal klingen, aber in Marktphasen, die durch starke Trends gekennzeichnet sind, ist der Trend tatsächlich unser Freund – wenn wir ihn erkennen und befolgen, was er uns sagt.

Tokay

Diskutiere diesen Beitrag im Forum

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Was das KGV aussagt – und was nicht

Was das KGV aussagt – und was nicht

Ein Gastkommentar von Tokay

Der DAX ist in den vergangenen Tagen beträchtlich gestiegen und eine Ende erscheint nicht in Sicht. Wohin wird der DAX gehen? Die einen sagen, aufgrund der monetären Expansion der EZB sei das Kursniveau überhöht und eine Korrektur unausweichlich. Die anderen meinen, der DAX habe doch eben erst alle historischen Marken gebrochen und einem Kursanstieg in zuvor unerreichte Höhen stünde damit nichts mehr im Wege. Wieder andere sind der Ansicht, dass der DAX auf seinem jetzigen Niveau ein realistisches Abbild der wirtschaftlichen Lage der großen deutschen Unternehmen sei.

Sehr häufig findet man die Ansicht, daß das KGV der großen deutschen Unternehmen auf einem historisch günstigen Niveau sei. Das Argument, der DAX sei mit einem KGV von aktuell 11,4 gegenüber einem langfristig gültigen Niveau von 15 bis 16 unterbewertet, lege den Schluß nahe, daß sich das DAX-KGV diesem langfristigen Niveau annähern müsse (mean reversion).

Im Monatsbericht der Bundesbank für den Mai 2013 beschäftigen sich die Autoren mit der Frage, inwieweit die gestiegenen Notierungen in den Fundamentaldaten verankert sind. Untersucht wird der langfristige Zusammenhang zwischen Kursen und Dividenden anhand der Dividendenbarwertmethode(Dividend Discount Model). Sie schreiben:

„Laut dem Dividendenbarwert-Modell entspricht der Kurs einer Aktie (P) dem Barwert aller zukünftig erwarteten Dividenden (D), die mit den Eigenkapitalkosten (EKK) abgezinst werden. Unter der Annahme konstanter Eigenkapitalkosten und einer konstanten Dividendenwachstumsrate (g) gilt für den Aktienkurs :
P=(D*(1+g))/((EKK-g))

Kurzfristig schwanken Aktienkurse erfahrungsgemäß zwar stärker als die von den Unternehmen meist möglichst verstetigten Dividendenzahlungen; langfristig legt die Formel aber ein identisches Wachstum beider Größen nahe. “

Dehnt man diese Überlegung auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) bzw. (P/E) aus, dann ergibt sich das KGV quasi als Ausschüttungsquote (D/E), welche mit den Eigenkapitalkosten und unter Annahme einer konstanten Dividendenwachstumsrate abgezinst wird:
P/E=(D/E*(1+g))/((EKK-g))

Das hört sich zunächst reichlich abstrakt an. Was besagt dies?

  • Der Zusammenhang zwischen Fundamentaldaten und Kursen ist langfristig gültig. Daher kann auf lange Sicht nicht mehr an die Aktionäre ausgeschüttet werden, als an Gewinn erwirtschaftet wird. Die Ausschüttungsquote ist daher konstant und nicht der bestimmende Faktor des KGV;
  • Die Eigenkapitalkosten messen die Renditeerwartung an den DAX. Steigt diese Renditeerwartung, dann sinkt das KGV. Dann wären die Anleger nur bei einem tiefen KGV bereit, in den DAX einzusteigen. Sinkt die Renditeerwartung hingegen, dann akzeptieren die Anleger auch ein höheres KGV;
  • Erwarten die Anleger ein hohes Dividendenwachstum, dann billigen sie dem DAX ein hohes KGV zu – das künftige Dividendenwachstum bewirkt dann heute schon eine deutliche Wertsteigerung. Erwarten sie überhaupt kein Wachstum, muß das KGV sinken, damit die Anleger den DAX für kaufenswert erachten;

Es zeigt sich also, daß das KGV für sich genommen nur wenig darüber aussagt, ob der DAX gerade billig oder teuer ist. Das KGV sagt lediglich aus, welche Erwartungen über die erwartete Kapitalrendite bzw. über das Dividendenwachstum gerade vorherrschen.

Ein ganz wesentlicher Punkt dabei ist, daß die Eigenkapitalkosten nicht beobachtbar sind. Sie ergeben sich im Prinzip aus einem risikolosen Zins einer Risikoprämie.Diese Prämie wird dafür bezahlt, daß der Anleger daß Risiko trägt, etwa aufgrund einer Rezession weniger oder gar keine Dividende ausbezahlt zu bekommen.

Diese Überlegung darf nicht unterschätzt werden. Mit der Verschärfung der Eurokrise stieg die allgemeine Erwartung einer Rezession und es wurden folglich höhere Risikoprämien gefordert, was sich in z.T. sehr deutlichen Abschlägen gegenüber den bis dahin geltenen Kursen bemerkbar machte. Mit der Ankündigung einer deutlich expansiveren Politik steuerte die EZB dieser Erwartung entgegen. Zwischen den Bestimmungsfaktoren des KGV bestehen Wechselbeziehungen. Denn wenn die Risikoprämie sich auf hohem Niveau befindet, dann müssten die Unternehmen einen beträchtlichen Gewinnanstieg erzielen, um das erhöhte Anlagerisiko zu kompensieren. Wenn die Anleger aber zu dem Ergebnis kommen, dass ein solches Wachstum nicht zu erzielen ist, werden Gelder vom Aktienmarkt abgezogen und das Wirtschaftsklima insgesamt beeinträchtigt werden. Das erhöhte Risiko würde dann langfristig zu sinkendem Gewinn- und damit Dividendenwachstum führen. Dies dürfte bei der Geldpolitik der EZB eine wesentliche Rolle gespielt haben.

Die Überlegung zeigt, daß tiefe KGV's nicht schon per se eine Voraussetzung für steigende Kurse sind. Die jüngere Entwicklung zeigt vielmehr, daß die Aktienkurse trotz niedrigem KGV auf einem tiefen Niveau verharren können; auch ein ausbleibendes Gewinnwachstum kann zu einer „Normalisierung“ des KGV führen, freilich auf dann reduziertem Niveau. Daraus ergibt sich, daß ein tiefes KGV kein stichhaltiges Argument für eine Investition in den DAX ist. Ein tiefes DAX-KGV besagt lediglich, daß die Anleger vom DAX im Moment nicht viel erwarten. Ob jedoch vom DAX in Zukunft mehr zu erwarten sein wird, das kann, so wie die Dinge liegen, niemand seriös prognostizieren.

Tokay

Diskutiere diesen Beitrag im Forum

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Warum Setups oft nicht aufgehen. Und trotzdem wichtig sind. Am Beispiel Bunge.

Mit der Premium Mitgliedschaft habe ich auch die neue Funktion des "Setup-Monitors" eingeführt. Jeden Tag, in der Regel bis 10 Uhr, präsentiere ich Ihnen dort eine Auswahl von 5-10 Setups für mögliche Trades oder Anlagen. Dabei liegt der Fokus auf dem mittelfristigen Zeithorizont, Intraday Setups sind ebenso wenig Teil des Setup-Monitors, wie sehr langfristige Investitionen.

Da unsere Hirne als Anleger aber durch den permanenten Unfug der Prognosen und "heissen Tips" selbst ernannter Besitzer von Kristallkugeln leider etwas verseucht sind, erscheint es mir wichtig noch einmal zu erklären, was ein Setup ist und was es nicht ist. Welche Bedeutung es hat und warum man mit konsequentem Handeln auf Basis gut ausgewählter Setups eine positive Performance erzielen kann, selbst wenn ein grosser Prozentsatz der Setups nicht aufgeht - was völlig normal ist. Und ich will Ihnen das anhand eines der aktuellen Setups im Premium-Bereich, der Aktie des Agrarproduzenten Bunge (WKN 762269), beispielhaft darstellen.

Weiterlesen ...Warum Setups oft nicht aufgehen. Und trotzdem wichtig sind. Am Beispiel Bunge.

Die ultimative Anlagemethode – über den „Heiligen Gral“ der Geldanlage !

Ich möchte Ihnen heute die ultimative Anlagemethode vermitteln, sozusagen den "Heiligen Gral" der Geldanlage. Natürlich nur exklusiv für Mitglieder der surveybuilder.info Community. 😉

Warum ich dann hier darüber schreibe und nicht schon im Privatjet auf die Bahamas unterwegs bin, wollen Sie wissen ? Gute Frage, immerhin stellen Sie diese Frage, die so viele nicht stellen, wenn denen "heisse Tips" angedient werden. Aber warten Sie doch einfach mal ab. 😉 Wenn Sie reich werden wollen, dürfte das doch 5 Minuten wert sein einen Artikel zu lesen, oder ?

Sie haben vielleicht von der Levermann Methode gehört, die ehemalige Fondmanagerin Susan Levermann hat da eine Methode entwickelt, bei deren systematischem Einsatz man tatsächlich sehr gute Ergebnisse produzieren kann. Dabei basiert die Methode eigentlich auf nichts Überraschendem. Da sind Parameter wie Eigenkapitalrendite enthalten, oder KGV, oder Wachstum oder Momentum. Alles nichts Besonderes. Wie kann so eine Aneinanderreihung von bekannten Parametern irgend etwas Besonderes bewirken ?

Oder Sie haben vielleicht von der Methode der Turtle Trader von Richard Dennis gehört. Ich kann Ihnen bestätigen auch diese funktioniert und produziert gute Ergebnisse. Und auch hier, ohne dass das auf grossen Geheimnissen bei der Methodik beruht.

Und Sie haben vielleicht von unzähligen anderen Methoden gehört und auch diese funktionieren sehr oft. Aber keine beruht auf Geheimnissen, die man nur hinter vorgehaltener Hand weiter geben darf.

Was also ist das Geheimnis, was ist der "Heilige Gral" der Geldanlage und des Trading ?

Nun ..... ich enthülle Ihnen das Geheimnis :

Es ist .... überhaupt eine systematische Methode zu haben ! Es ist Methodik und Disziplin !

Ohje, ich weiss, ich kann durch den Bildschirm hindurch nun Ihr Gesicht sehen. Sie sind enttäuscht und fühlen sich von mir an der Nase herum geführt. Aber Moment, warten Sie, es ist wirklich der "Heilige Gral" und Sie tun besser daran, nun genau zuzuhören.

Denn seien Sie mal zu sich ehrlich. Haben Sie eine Methodik nach der Sie anlegen und die Sie mit grosser Disziplin durchziehen ? Na ? Ehrlich ?

Ich sage Ihnen auf den Kopf zu, Sie haben mit hoher Wahrscheinlichkeit keine ! Sie haben vielleicht mal mit so etwas experimentiert, aber das war Ihnen am Anfang zu mühsam. Oder Sie haben nicht die Disziplin gehabt es durchzuhalten und überhaupt, da war doch dieser spannende Artikel über diese tolle Value-Aktie, die müssen Sie als Nachfahre von Buffet und Graham jetzt einfach kaufen, Sie sind doch smart genug, das zu überblicken ! Aber selbst wenn nicht, dann kam doch dieser Crash mit all den Weltuntergangsszenarien in der Presse und ihre Methode interessiert das nicht. Da muss man als "kluger" Anleger doch mit der Hand steuernd eingreifen und verkaufen, oder etwa nicht ?

Und wenn Sie zu den seltenen Ausnahmen gehören, die doch diszipliniert einer Methodik durch Dick und Dünn folgen, dann grinsen Sie jetzt hinter Ihrem Bildschirm und wissen wie recht ich oben habe.

Denn es ist für uns Menschen viel schöner, uns im Gefühl zu sonnen wie "smart" wir sind. Wir sind ja sowieso immer Contrarians, Abkömmlinge des grossen Warren Buffet und die Herde, das sind immer die anderen, nur nicht wir. 😉 Und selbst wenn wir so selbstkritisch sind zu wissen, dass wir auch nicht klüger sind als die anderen da draussen, dann macht der Markt so einen emotionalen Druck auf uns, dass es uns fast unmöglich wird, uns unserer Methode anzuvertrauen.

Erkennen Sie sich wieder ? Ich erkenne mich eindeutig, all das habe ich oben auch durchlitten.

Ich weiss, ich bin sehr böse, wie ich uns allen den Spiegel vorhalte. Aber Erfolg kommt nur über Selbsterkenntnis und den Schmerz der damit verbunden ist. Und ich garantiere Ihnen ganz persönlich aus 20 Jahren Erfahrung:

Methodik und Disziplin SIND der heilige Gral der Geldanlage ! Es gibt keinen schnellen und einfachen Weg zum Erfolg, ausser pures Glück ! Und jeder der eine Methodik hat und diese konsequent weiter entwickelt, wird damit bessere Ergebnisse als vorher produzieren, als er noch fröhlich nach Bauchgefühl seinem Ego folgte. Und zwar unabhängig davon, ob Sie nun KGV, KBV, Trends oder Sentiment in die Methodik einfliessen lassen. Die Methode zu haben und ihr zu folgen, das IST der so vielfach gesuchte "Heilige Gral" !

Und deshalb funktioniert auch die Levermann Methode, ebenso wie die Turtle Trader besser, als einfach fröhlich zu agieren, einfach weil es überhaupt eine Methode ist.

Ich hoffe ich konnte meinen Punkt machen und glauben Sie ja nicht, der sei trivial ! Wenn er trivial wäre, warum agieren Sie dann nicht so ? Warum kaufen Sie immer noch angeregt durch irgend einen Artikel irgendwo und bilden sich ein, nun einen Edge gegen den Rest des Marktes zu haben ? Warum ?

Ich möchte aber nicht nur den belehrenden Finger erheben, sondern möchte auch hilfreich sein. Deshalb habe ich hier für Sie den "ultimativen"

Guide, zur Anlagemethodik

Annahme dabei ist, Sie sind ein gebildetes Mitglied der arbeitenden Bevölkerung, das sich zwar intensiv für Börse interessiert, aber am Tag nicht mehr als eine, maximal zwei Stunden dafür investieren kann. Diese Annahme ist wichtig, denn natürlich hat Methodik auch mit Ihren Voraussetzungen und Lebensumständen zu tun !

Wenn Sie zu diesen Anlegern gehören, folgen Sie dem Guide unten Punkt für Punkt:

(1) Zeithorizont

Der entscheidende erste Punkt der immer unterschätzt wird, ist sich des Zeithorizonts bewusst zu werden, in dem man anlegen will. Denn die Kriterien einer Methode müssen zwingend zum Zeithorizont passen, das ist offensichtlich. Denn die Kriterien einer Daytrading-Methode sind natürlich andere, als die einer langfristigen Investment-Methode.

Jetzt werden die meisten schnell sagen, Daytrading ist mir zu kurzfristig und das ist sicher für die meisten von Ihnen richtig. Am anderen Ende ist aber das Problem. Ganz viele nehmen sich vor, langfristiges "Value-Investing" zu machen. Hört sich ja auch so toll an ... "Value" ... 😉 Dann kaufen Sie diese Aktie "für Jahre", aber schon 3 Tage später bricht die Aktie aufgrund einer Nachricht um 10% ein. Und schon schwanken und zaudern Sie. Und spätestens in der kommenden Korrektur war es dann mit Value, dann verkaufen Sie auf einem ganz anderen Zeithorizont als geplant, der Druck wurde einfach zu gross.

Deshalb ist der Gedanke der langfristigen Investition in der Regel eine Illusion. Wir können uns dem medialen Druck der Gegenwart nicht so einfach entziehen. Nach meiner Ansicht ist der ideale Zeithorizont für diesen Typus Anleger der Bereich von Monaten. Das bedeutet, dass Sie ihr Geld im Jahr 1-4 mal umschlagen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Denn dieser Zeithorizont passt zu den medialen Erregungszyklen und auch zu den grossen Trends. Schauen Sie auf das letzte Jahr mit seinen 3-4 grossen Phasen oder auch aktuell auf die Hausse, die nun seit November 2012 herrscht. Es sind immer 1-4 Phasen im Jahr, in denen sich der Wurm dreht.

Eine Methode, die sich an diesen Zeithorizonten orientiert, hat also die Chance im Gleichklang mit Ihrem Erleben und Ihrer Emotion zu schwingen und damit von Ihnen auch durchgehalten zu werden. Denn was nützt die tolle Langfristmethode, die Sie dann doch nicht einhalten ?

(2) Parameter

Nachdem Sie den Zeithorizont so definiert haben, wählen Sie jetzt 5-10 Parameter aus, die in diesem Zeitraum eine "gute" Aktie von einer "schlechten" unterscheiden. Und zu diesen Parametern gehören dann NICHT fundamentale wie das KBV. Denn eine Aktie, der der Markt nicht einmal den Buchwert zubilligt, hat diese Bewertung mit hoher Wahrscheinlichkeit noch in Monaten. Denn der Markt hat gute Gründe, warum er das Geschäft so niedrig bewertet und das sich das in Monaten ändert, ist eher unwahrscheinlich.

Geeignet sind dagegen alle Parameter die trendorientiert sind. Also technische Trendparameter aus Chart- oder sonstiger Markttechnik. Wie zum Beispiel die diversen Moving-Averages. Oder ein positiver Newsflow. Oder steigende Gewinne in jedem Quartal. Oder Insiderkäufe. Oder. Oder

Wählen Sie 5-10 Parameter, die Sie auch wirklich tracken können und werden. Und dann ordnen Sie diesen Parametern ein Punktesystem zu, mit dem Sie die "guten" von den "schlechten" Aktien unterscheiden.

(3) Watchlist

Nun brauchen Sie noch eine Watchlist, also ein Teiluniversum der Aktien der Welt, die Sie dann auf Ihre Methodik loslassen. Hier kann es durchaus Sinn machen, langfristige Parameter wie KBV einfliessen zu lassen. Stellen Sie auf jeden Fall sicher, dass Ihre Watchlist nur aus soliden Unternehmen besteht, mit gutem Management, funktionierendem Geschäftsmodell und Gewinnwachstum. Denn diese Watchlist soll Sie ja länger begleiten und in dem Sie nur "fundamental gute" Unternehmen auswählen, stellen Sie sicher, keine zu bösen Überraschungen zu erleben. Der Ort für fundamentale Überlegungen ist also hier, in der Auswahl Ihrer Watchlist und weniger bei den Parametern des Punktesystems.

(4) Disziplin und Ausdauer

Und nun starten Sie. Und das Geheimnis ist, die Methode jetzt einfach konsequent anzuwenden und nur nach dem Punktesystem die Kauf- und Verkaufentscheidungen zu treffen. Die Grundregel dabei ist, greifen Sie NIE - wirklich NIE - direkt ein und agieren gegen Ihr System. Damit machen Sie alles kaputt. Was Sie dürfen und sogar sollen, ist das System iterativ zu adaptieren. Es wird Parameter geben, die nicht so passen oder deren Datengewinnung zu schwierig ist. Schrauben und ändern Sie am Detail des Systems, bis es passt. Das ist in Ordnung, wenn Sie es nicht zu oft machen und konsistent bleiben. Aber greifen Sie nie gegen Ihr System ein.

So das war das ganze Geheimnis. Der Rest ist Geduld und Disziplin. Und nach einem Jahr werden Sie ein erstes Fazit ziehen können.

Machen Sie es einfach mal ! Kaum ein privater Anleger macht das ! Und unter anderem deswegen, scheitern die allermeisten an der Börse.

Überhaupt ein System und eine Methodik zu haben, das IST der heilige Gral. Und das ist keineswegs so trivial, wie es sich anhört.

Glauben Sie mir !

Ihr Hari

Diskutiere diesen Beitrag im Forum

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Von Glockenkurven und Fat Tails – Eine mathematische Sicht auf Aktienrisiken

Von Glockenkurven und Fat Tails - Eine mathematische Sicht auf Aktienrisiken

Ein Gastkommentar von Jacky

Hiermit möchte ich - aus der Sicht eines Physikers - einen kurzen Einblick in die mathematische Analyse von Finanzmärkten geben. Mathematische Modelle und Computeralgorithmen werden häufig zusätzlich zu den Fundamentalanalysen eines Unternehmens genommen, um die Risiken im eigenen Portfolio zu erkennen und zu minimieren.

Zum Hintergrund

Viele Anleger gehen davon aus, dass die Erträge des Vermögens normalverteilt sind. Was bedeutet dies: Schaut man sich z.B. die Aktiengewinne über viele Tage an, gibt es sehr häufig kleine Gewinne und kleine Verluste und sehr selten große Gewinne und große Verluste. Die Häufigkeit (Wahrscheinlichkeit) der Gewinne und Verluste folgt dann Näherungsweise einer Gausschen Glockenkurve, die nach dem Mathematiker Carl Friedrich Gauss benannt wurde. Nach der Analyse von historischen Aktiendaten stellte sich nun aber heraus, dass es viel häufiger hohe Kurseinbrüche gab, als es die Normalverteilung vorhersagt, das bedeutet die Risiken würden systematisch unterschätzt werden.

Glockenkurve

Die linke Abbildung zeigt die täglichen Gewinne/Verluste des DAX-Index der letzten 2000 Tage. Die rechte Seite ist das dazugehörige Histogramm in dem die Wahrscheinlichkeit für die Gewinne (Verluste) aufgetragen ist und mit einer Normalverteilung (blaue Kurve) gefittet ist. Was sehen wir:

  • Der bestmögliche Fit der Daten ist nicht besonders überzeugend, was bedeutet, dass die Daten korreliert sind.
  • Die Verteilung hat viel mehr Datenpunkte weit weg vom Durchschnittswert, als die Normalverteilung vorhersagt (fat tails). Dies bedeutet, dass viel mehr Extremwerte auftreten.
  • Man erkennt in der linken Abbildung ein zeitliches Clustern von hohen und niedrigen Volatilitäten.

Das Verhalten der Gewinne/Verluste wurde unter anderem von Mandelbrot in seinem Buch „the misbehaviour of markets“ beschrieben. Ein Analogon der statistischen Streuung von Aktiengewinnen/-Verlusten findet man z. B im Tierreich. Tiere suchen in Ihrer nahen Umgebung Futter (legen viele zufällig verteilt kurze Distanzen zurück), wechseln aber auch oft das Futtergebiet (lange Distanzen). Dies kann im Falle von Aktien und deren Risikoabschätzung sehr gefährlich sein, da gerade die Extremwerte öfter vorkommen, als man von einer zufällige Verteilung erwartet.

Modellierung von Gewinnen/Verlusten

Auch wenn oft die Normalverteilung verwendet wird (vielleicht auch, weil die mathematischen Fähigkeiten einiger Fondmanager begrenzt sind?), werden immer mehr Alternativen verwendet. Es wäre also wünschenswert, einen guten Fit von Gewinnen und Verlusten innerhalb eines bestimmten Zeitfensters zu erlangen, um einzuschätzen, wie eine bestimmte Aktie sich im Vergleich zu anderen Werten verhält und einem so bei einer Entscheidungsfindung zu helfen.

Das Ergebnis zu dem man gelangt, entspricht also einfach einer Chartanalyse, d.h. ein weiterer Indikator und es ist wichtig zu verinnerlichen, dass auch diese Fitparameter keine Konstanten sind, sondern sich über die Zeit verändern und man auch nicht die Zukunft vorhersagen kann, nur vielleicht die Wahrscheinlichkeiten für sich ausnutzt. Die stabile Verteilungsfunktionen ist die am weit verbreitetsten verwendete Alternative. Die rote Kurve auf der rechten Seite der Abbildung zeigt einen entsprechenden Fit. Das spannende an dieser Verteilungsfunktion ist, dass man aus ihren Fitparametern ablesen kann, wie asymmetrisch die Gewinne und Verluste verteilt sind, wie volatil die Aktie ist und wie stark ausgeprägt die sogenannten „fat tails“ sind .

Wieso ist es überhaupt wichtig ?

Vor allem die starke Reaktion auf negative Nachrichten ergibt häufig stark ausgeprägte „fat tails“ auf der Verlustseite, die eine große Relevanz besitzen. Die Banken müssen nämlich mit detaillierten Analysen und Verteilungsfunktionen nachweisen können, dass sie mit weniger als einem Prozent Wahrscheinlichkeit Verluste von einer bestimmten Höhe in Ihrem Gesamtportfolio erwarten (value at risk). Mindestens genauso wichtig für das Überleben der Bank ist einzuschätzen, wie gross die Verluste innerhalb des letzten Prozentes verteilt sind und auch hier ist eine genaue Beschreibung des Portfolios wichtig.

Als Privatanleger, kann man sich hier eigentlich nur durch ein konsequentes Stopp loss schützen oder durch ein aktives Depotmanagement Aktien halten, die in letzter Zeit eben nicht stark ausgeprägte negative fat tails zeigen. Und wie man diese Aktien findet, zeige ich anhand von den in diesem Blog diskutierten Aktien im nächsten Beitrag. Ich möchte nur noch zum Schluss anmerken, dass diese Analyse nur eine von vielen ist und natürlich nur das Zusammenspiel von verschiedenen Analysen einem bei der Entscheidungshilfe helfen sollte.

Siehe auch:
oder auch "Ruey Tsay - Analysis of Financial Time Series".

Eine mathematische Sicht auf Aktienrisiken – Teil 2

Im ersten Teil habe ich verdeutlicht, dass eine genaue Risikoabschätzung des Portfolios sehr wichtig sein kann. Daher beschreibt man die Verteilung von Gewinnen und Verlusten in der Finanzmathematik nicht mit der allgemein gebräuchlichen Normalverteilung (Gausschen Glockenkurve), sondern mit einer Verteilungsfunktion, die einem genauere Informationen über das (Un)Gleichgewicht von Gewinnen und Verlusten gibt. Was würden wir denn gerne über eine Aktie oder ein Index wissen?

Unsere Wunschliste:

  1. Ein Mass für die Volalität , dass heißt wie groß ist die Streuung der Gewinne/Verluste (mittlere Abweichung vom Mittelwert, der nahe null liegt);
  2. Ist die Streuung der Gewinne und Verluste symmetrisch um den Mittelwert verteilt?
  3. Wie ausgeprägt sind die „fat tails“ (Abweichung von Normalverteilung)?

Wie bereits im letzten Beitrag angedeutet, bietet sich die stabile Verteilungsfunktion an ().

Verteilungsfunktion

Die Abbildung zeigt eindrücklich, wie vielfältig die stabile Verteilungsfunktion sein kann, einfach durch eine Veränderung von zwei Parametern: Der Buchstabe alpha um die „fat tails“ anzupassen und beta um die Symmetrie der Funktion zu verändern. Ein geringeres Risiko von „fat tails“ entspricht einem alpha nahe zwei (Normalverteilung). Ein positives beta ist wünschenswert, da dies gleichbedeutend mit statistisch eher positiven Gewinnen ist. Es ist wichtig zu realisieren, dass der beta Wert unwichtiger wird, desto grösser alpha wird, da die Normalverteilung immer symmetrisch ist, egal welchen Wert beta hat.

Zur Praxis

Da man eine gewisse Anzahl von Datenpunkten braucht, um überhaupt eine sinnvolle Auswertung vornehmen zu können, aber gleichzeitig nicht zu alte Daten verwenden möchte, habe ich die letzten 230 Stunden verschiedener Aktien analysiert. Dies entspricht ungefähr dem Stundenchart des letzten Monat. Die folgende Abblidung zeigt das Ergebnis (Stand 05.04.2013).

Analysierte Aktien

Am Beispiel von 3D-Systems (DDD) sieht man, dass die Aktie innerhalb des letzten Monats eher positiv gelaufen ist (beta>0), sie aber sehr volatil ist (hohe Streuung) und zudem „fat tails“ (niedriger alpha Wert) besitzt, also im grossen und ganzen sehr risikoreich ist, aber auch Chancen birgt.

Linde (LIN.DE) hingegen hat ein alpha-Wert nahe zwei, dass heißt uns interessiert der beta Wert nicht besonders und mit dieser Aktie hat man (im Moment) eine gleiche Wahrscheinlichkeit Gewinne und Verluste zu machen. Zudem ist es ein eher defensiver Wert, was man an der vergleichsweisen geringen Volalität sieht.

Etwas, was ich bisher nicht angesprochen habe, ist die Portfolio Optimierung. Man kann verschiedene Aktienwerte auf Korrelationen untereinander vergleichen und somit das Risiko in seinem Depot besser streuen. Eine solche Korrelationsmatrix gibt es z.B. hier:

Wenn Ihr selber aktiv werden wollt: ich empfehle zum programmieren die frei zugängliche Statistik-Software R. Sie ist schnell lernbar und beinhaltet alle statistischen Tools, die man sich so wünschen kann. Ich selber bin ein Matlab Fan, aber jeder andere Software geht auch, solange sie einfach z.B. Vektoren und Matritzen handhaben kann. Frei zugängliche historische Daten findet man z.B. bei Yahoo Finance oder Google Finance. Um Daten zu fitten, bietet sich im Allgemeinen der Maximum Likelyhood Algorithmus an.

Ich hoffe euch hiermit einen kurzen Einblick in die Finanzmathematik gegeben zu haben. Portfoliomanager sind also auch keine Gurus und mit genügend mathematischen Verständnis, Interesse und etwas Zeit, kann man die Computeralgorithmen einfach selber programmieren.

Jacky

Diskutiere diesen Beitrag im Forum

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***