K+S (WKN KSAG88) – Kommt der Kurs jetzt endlich in die Gänge ? – 19.02.13

Wer meine Artikel hier regelmässig verfolgt weiss, dass der Kali und Salz Spezialist K+S zu meinen Buy-and-Hold Titeln gehört und ich die Aktie unter 40€ auf keinen Fall abgebe.

Die Gründe dafür liegen im fundamentalen Bereich begründet, sind nach wie vor gültig und will ich hier nicht im Detail wiederholen. Eine Dividende bei 4%, ein Kurs-Cashflow-Verhältnis um die 8 und ein stabiles Geschäftsmodell, geben auf jeden Fall wenig Anlass sich grundsätzliche Sorgen zu machen. Und beim nächsten Boom im Segment, wäre K+S wieder kräftig dabei und der Kurs würde deutlich anziehen. Gute Gründe also, sich bei der Aktie nicht verrückt machen zu lassen, sondern einfach gelassen abzuwarten.

Nur der Kurs wollte in den letzten Monaten nicht mitspielen. Die Ursachen waren vielfältig, ein warmer Winter, ungünstige Preisvereinbarungen der Chinesen mit den US-Mitbewerbern, verhaltener Ausblick des Managements usw. drückten auf das Sentiment. Und im Kurs ist nun viel Negatives schon verarbeitet.

Nun aber scheint in den Kurs Bewegung zu kommen. Und die Analysten der grossen Banken beginnen auch zunehmend mitzuspielen. Schauen Sie selber auf das Tageschart von K+S seit Mitte 2011:

K+S Tageschart 19.02.13

Ich denke die Struktur dieser langwierigen Bodenbildung springt einem ins Auge. Wenn der Kurs es nun schafft die fallende Trendlinie zu durchbrechen und auch noch die 200-Tage-Linie bei 35,8€ zu nehmen, spräche viel für eine dynamische Bewegung bis zur 40EUR Marke und darüber hinaus.

Und das diese Bewegung möglicherweise schon im Gange ist, signalisiert uns die im Stundenchart sichtbare Dynamik, verbunden mit einem Doppelboden:

K+S Stundenchart 19.02.13

Die Sicherheit, dass der Kurs nun endlich in Bewegung gerät, ist aus diesen Chartstrukturen nicht abzuleiten, ein weiter andauernde Seitwärtsbewegung ist keinesfall unmöglich. Das nun der Kurs anspringt, ist eine Möglichkeit, mehr nicht.

Aber auf der anderen Seite sehe ich nur sehr begrenztes Downside und klare Stops unter den Tiefs. Ich habe schon schlechtere Setups gesehen und mit etwas Geduld, könnte K+S in der nächsten Boomphase des Sektors schöne Kursgewinne abwerfen.

Und K+S hat nur begrenzte Abhängigkeiten zur Eurokrise. Sollten also die europäischen Märkte demnächst wegen Berlusconi korrigieren, dürfte K+S davon nur wenig betroffen sein. Der Bedarf an Kali und Salz schwingt halt nach anderen Regeln, als die Industriekonjunktur in Europa.

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Klöckner (KC0100) – Tradingrange und Aufwärtstrend – 18.02.13

Am heutigen sehr ruhigen Handelstag, möchte ich Sie in kurzen Worten an das attraktive Setup beim Stahlhändler Klöckner (KC0100) erinnern.

In den USA ist heute Feiertag und zwar "President Day" und die Wallstreet ist daher geschlossen. Und wenn das "Big Money" der Wallstreet nicht im Spiel ist, dümpelt der DAX oft ohne Richtung hin und her. So wie heute.

Ich hatte die Klöckner Aktie ja schon mehrfach in Artikel und Livetips besprochen, zuletzt -> hier <-.

Fundamental und technisch sieht die Aktie nach wie vor nach einer attraktiven Long-Chance aus. Eine derartige Seitwärtsbewegung nach einem deutlichen Ausbruch ist statistisch bullisch zu werten. Dieses zumal am 05. und 06.02.13 das Ausbruchsniveau bei ca. 8,8EUR in Form eines Doppelbodens noch einmal erfolgreich von oben getestet wurde. Damit wurde diese Unterstützung verstärkt und ein Stop etwas unter dieser Marke, erscheint nun eine sinnvolle Absicherung zu sein.

Schauen wir daher doch einfach mal ohne grosse Worte auf das Tageschart seit Anfang 2012 mit der Tradingrange zwischen 8,8EUR und 9,7EUR:

Klöckner Tageschart 18.02.13

Und auf das Stundenchart seit Mitte Januar 2013, mit dem schönen neuen Aufwärtstrend seit dem Test des Ausbruchsniveaus:

Klöckner Stundenchart 18.02.13

Man beachte in diesem Zusammenhang die Volumina während des letzten Anstiegs, die überwiegend der Aufwärtsbewegung zugeordnet werden können. Und man beachte das MACD Kaufsignal im Tageschart.

In Summe dürfte auch ohne grosse Worte klar sein: es gibt schlechtere Setups im Markt. Und die Absicherung ist wie oben beschrieben eindeutig.

Ihr Hari

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Hari´s Live Tips – Archiv der Woche vom 10.02.13

Hier das Archiv der Live Tips aus der Woche vom 10.02.13

Was Paulson kaufte: http://bit.ly/YOhKwz und was Soros: http://bit.ly/XMBKn
10.02.13 10:04

Der Treibsatz hinter der Rally: die FED http://bit.ly/14L2zHA
10.02.13 10:12

Trading Radar für kommende Woche: http://bit.ly/12fUdVr
10.02.13 10:18

Hintergrundinfo zum Kasperletheater in Washington: http://bit.ly/W9WCAd
10.02.13 10:22

Momentum Kompression bei Gold: http://bit.ly/USkHyF
10.02.13 10:25

Gewichtung im NASDAQ: http://bit.ly/12C5hkg
10.02.13 10:32

Wacker Chemie (WKN WCH888) macht exakt, was hier vor einer Woche besprochen wurde: http://bit.ly/VL9Jrq nachdem die Meldung über ein Ende der Kurzarbeit im Polysilizium-Bereich über den Ticker ging. Aktuell Plus 6%. Wenn das ein neuer Aufwärtstrend ist - und dafür spricht einiges - sollten wir in dieser Anstiegsphase das Hoch vom 11.01.13 bei 62,35EUR locker überschreiten. 11.02.13 13:48

Nach dem zweiten starken Tag hintereinander und einem Drehen im Bereich der 2011er Tiefs bei 11,5EUR, riecht es bei E.ON (WKN ENAG99) nun nach einer Wende. Das Hoch vom 04.02. liegt hinter uns. Entscheidend dürfte nun sein, die grosse Fahne vom 30.01.13 bei 13,8EUR zurück zu erobern und gleichzeitig den in dieser Region liegenden 50er Moving Average zu knacken. Dann wäre eine Trendwende wohl real.
11.02.13 13:56

Alle warten auf die Korrektur: http://bit.ly/Vb96bJ Und was macht Mr. Market gerne, wenn alle warten ? 😉
11.02.13 17:32

So unterschiedlich sind Arbeitsstile: http://bit.ly/XCPaNx Ich habe zwar auch 3 grosse Monitore, sogar mit 2560er Auflösung, im Arbeitsraum, ich schaue aber immer nur auf EINEN, das hilft mir mich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Tim Knights Setup würde mich nur ablenken.
11.02.13 19:38

Hmmm, was das Thema physisches Gold angeht, sitze ich nun mit Putin in einem Boot: http://bit.ly/XuOlbx Ich muss gestehen das irritiert mich 😉
12.02.13 14:52

Der IBEX35 etabliert einen neuen kurzfristigen Aufwärtstrend, nach dem Tief vom 04.02.13. Achten Sie auf das Stundenchart !
12.02.13 17:05

iRobot (WKN A0F5CC) scheint den Einschlag der Quartalszahlen zu verdauen und setzt zum erneuten Gapfill an. Ich fand die Quartalszahlen sowieso nicht so schlecht.
12.02.13 18:12

Eichhorn erzielt Wirkungstreffer bei Apple: http://bit.ly/YUKxzn
13.02.13 09:22

Ach ist Sozialismus schön: http://on.wsj.com/15bnLYp Und klar, schuld sind immer die anderen, der pöse, pöse Kapitalismus ist ja auch sowieso immer an allem schuld.
13.02.13 09:25

Das Schöne an der Realität ist, sie holt die Träumer immer auf den Boden zurück: http://on.wsj.com/XJBHnk Als ob Steuerexzesse und Umverteilungsorgien schon jemals den Wohlstand der Bevölkerung gemehrt hätten. Alle sozialistischen Träumer vergessen immer wieder: irgend jemand muss Lust haben sich den Hintern abzuarbeiten und den Wohlstand zu schaffen, den andere dann verteilen dürfen.
13.02.13 09:36

SGL Carbon (WKN 723530) dreht wie erwartet bei 30EUR mit Macht nach oben. Die Zone stellt eine massive Unterstützung dar.
13.02.13 10:50

Wacker Chemie (WCH888) markiert heute einen neues Verlaufshoch und hat damit den neuen Aufwärtstrend glasklar bestätigt.
13.02.13 10:53

Schauen Sie auf den Tageschart von ABB (WKN 919730). Die Aktie scheint im Januar eine Bullenflagge gebildet zu haben und macht sich nun möglicherweise zum Ausbruch auf den Weg !
13.02.13 19:20

Billige Energie - ua durch Fracking - wird die US wieder an die industrielle Weltspitze führen: http://bit.ly/12C2ZNt
14.02.13 08:02

ABB (WKN 919730) hat den Ausbruch aus der Bullenflagge nach den gestrigen (wie erwarteten) Zahlen nun vollzogen ! Aktuell 4%.
14.02.13 09:56

Ganz analog zu ABB die Situation bei Rheinmetall (WKN 703000). Bullenflagge, Zahlen nicht so schlecht wie befürchtet und Bumm: 5% Plus aktuell.
14.02.13 10:00

Wow, Berkshire Hathaway (Buffet) kauft Heinz: http://bit.ly/X6WnWW Buffet bleibt seiner Liebe zu Nahrungsmitteln treu.
14.02.13 15:20

Zum ersten Mal seit einigen Quartalen, haben die Goldminen mit ihren Zahlen nicht enttäuscht. Die Kehrtwende hin zur Kostenkontrolle zeigt erste Wirkung. Barrick, Kinross, Agnico-Eagle nach Quartalszahlen alle im Plus.
14.02.13 15:58

Wer mal sehen will, wie man eine im Prinzip richtige Absicht (Entschleunigung) völlig blödsinnig umsetzen kann (0,1% auf JEDE Aktientransaktion, aber 0,01% bei Derivaten - was ein Boomprogramm für alles ist, woran Banken verdienen) . Und wer sehen will, was Otto Normalverbraucher dazu für ahnungslose Kommentare schreibt, dem empfehle ich diesen Artikel zur neuen Finanztransaktionssteuer: http://bit.ly/XPhb4M
14.02.13 18:14

Blessings Tage könnten gezählt sein: http://bit.ly/WM9E9a Wenn die Politik zulässt, dass derartige Meinungen durch die Presse dringen, wird oft hinter den Kulissen etwas vorbereitet. Ich gehe davon aus, dass ein Abgang von Blessing im Kurs ein kleines Feuerwerk auslöst. Trotzdem halte ich die Commerzbank nach wie vor für die DAX Aktie, die man am wenigsten haben muss.
15.02.13 08:56

Man beachte Klöckners (WKN KC0100) Stärke im ansonsten durchwachsenen Markt !
15.02.13 14:30

Qiagen (WKN 901626) nach Meldung über neue Kooperation mit Elli Lilly über 3% im Plus !
15.02.13 14:50

Gold ist durch die Unterstützung bei 1625 USD durchgefallen und hat eine Reihe der dort liegenden Stops getriggert. Das war nach der Schwäche der letzten Tage auch zu erwarten. Nun wird es spannend, denn ein Snapper ist keinewegs unmöglich, nachdem die Stops getriggert wurden. Abwarten und Tee trinken. Und daran denken, das der übergeordnete Aufwärtstrend erst bei 1520 endgültig fallen würde.
15.02.13 17:22

Bei 3D Systems wird es jetzt extrem spannend. Die Aktie hat nach dem heutigen Minus von 5% im Tageschart entweder ein zulaufendes Dreieck mit Auflösung nach oben oder sie fällt zu einer echten Korrektur durch. Die 54 USD des Tiefs vom 31.01.13 müssen für das bullische Szenario unbedingt halten, der 50er MA bietet erste Unterstützung ! Ich muss gestehen, ich fände Kurse um 45USD extrem gut. 😉
15.01.13 17:28

Sehr lesenswert: Weisheiten aus den 30ern, wie sich Big Money den Markt zurecht legt und aktueller denn je: http://natpo.st/XDrkPZ
15.02.13 19:35

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Finanztransaktionssteuer – Von Ahnungslosigkeit und Lobbyismus – Eine Wutrede

Nachdem die EU-Kommission einen ersten Vorschlag zur Finanztransaktionssteuer vorgelegt hat, gehen die Berichte über erste Einzelheiten durch die Welt, nachzulesen unter anderem .

Wenn ich lese, was sich da wieder ausgedacht wurde, steigt mir die Zornesröte ins Gesicht und ich kann nicht anders, sondern muss zu einer sehr persönlichen Wutrede ansetzen. Wer klare Worte in einem persönlichen Kommentar nicht erträgt, möge nicht weiterlesen.

Zunächst ist es mir wichtig festzuhalten, dass ich durchaus ein Freund der Idee einer - richtig umgesetzten - Börsenumsatzsteuer (Tobin Tax) bin. Die Absichten die sich damit verbinden, sind nicht nur ehrenhaft, sondern sogar sehr sinnvoll.

An erster Stelle steht für mich die Entschleunigung der Märkte. Man sollte sich darauf zurück besinnen, was der volkswirtschaftliche Sinn eines Aktienmarktes ist. Er dient dazu den Wert von Firmen und Geschäftsmodellen festzulegen und die Unternehmen daher mit Kapital für ihre Aktivitäten zu versorgen.

Über die Pervertierung des Marktes als Spielplatz von wild gewordenen Algorithmen wurde völlig vergessen, dass die Erfindung eines Marktes zum Austausch von Waren und zur Festlegung von Preisen im freien Spiel von Angebot und Nachfrage, eine der ganz wesentlichen zivilisatorischen Errungenschaften der Menschheit ist. Ohne die Erfindung des Marktes wäre zum Beispiel Arbeitsteilung nicht möglich gewesen, denn der Bauer der im Herbst seine Ernte zu Geld machen will, hätte keine Chance gehabt auf genügend Käufer zu treffen. Ohne Markt keine Arbeitsteilung. Und ohne Arbeitsteilung keine Zivilisation. Dieser Zusammenhang ist ebenso wahr, wie von der breiten Masse unverstanden.

Dieser volkswirtschaftliche Sinn der Aktien-, Devisen- und Anleihenmärkte ist extrem hoch und kluge Politik würde alles unterlassen, was diese wichtige Funktion der Märkte behindert. Umgedreht würde kluge Politik alles unterbinden, was das Funktionieren des Marktes als Preisfindungsorgan in Frage stellt. Und multi-millionen Pseudotransaktionen im Millisekundenbereich im High Frequency Trading (HFT) haben schlicht null volkswirtschaftliche Bedeutung, im Gegenteil, sie stellen die Funktionsfähigkeit der Märkte in Frage. Und Millionen an Derivaten, in denen die vorhandenen echten Assets in Form von Aktien, Anleihen oder Devisen nur umverpackt und duchgequirrlt werden, um in der komplexen Konstruktion die Ertäge des Finanzsektors zu verstecken, haben auch keine volkswirtschaftliche Bedeutung. Zumal keiner dann mehr versteht, was hinter der vierten Umverpackung überhaupt noch enthalten ist, wie ja wunderbar 2008 zu beobachten. Die Welt wäre eine bessere, gäbe es diese Derivate nicht. Die Welt wäre aber nicht die gleiche, gäbe es keine freien Märkte für Aktien, Anleihen und Devisen.

Vor diesem Hintergrund könnte eine kompetent ausgeführte Finanztransaktionssteuer eine gute Sache sein. Sie könnte den Finanzsektor tatsächlich beteiligen, weil sie jede Transaktion einer kleinen Umsatzsteuer unterzieht. Und sie könnte die Finanzmärkte entschleunigen, weil nur noch echte Transaktionen mit echten Assets im Hintergrund wirtschaftlichen Sinn machen. Die Algorithmen des HFT wären auf jeden Fall sofort unwirtschaftlich. Und von den Börsenbetreibern abgesehen, die weniger Umsatz machen, würde niemand auf der Welt HFT vermissen.

So weit doch eigentlich eine schöne Ausgangslage und nun schauen wir mal, was unsere ach so kluge EU-Kommission daraus gemacht hat.

0,1% Transaktionssteuer pro Aktientransaktion und 0,01% pro Derivat. Hallo ? Warum wohl soll der volkswirtschaftlich sinnvolle Transfer von Unternehmensanteilen 10x so stark besteuert werden, wie so ein sinnloses Derivat ? Kann mir das einer von den EU-Bürokraten bitte erklären ? Und damit das híer kein EU Bashing wird, weite Teile der deutschen Politik, angeführt von SPD und Grünen begrüssen das ja scheinbar auch. Von dem Teil der Bevölkerung mal ganz abgesehen, der schon bei der Prozentrechnung in der Schule abwesend war.

Ich habe eine starke Vermutung woran das liegt. Und ja, es ist meine persönliche, gemeine, unfaire und höchst subjektive Meinung und reine Vermutung. Ich habe dafür keine Beweise, nur meinen in Jahrzehnten gestählten Riecher.

Aber ich vermute stark, dass die Finanzlobby bei der Definition des Vorschlages kräftig mitgemischt hat. So läuft es halt in Brüssel. Und das ist halt die Folge davon, wenn die Politik nicht wirklich etwas von Themen versteht, über die sie Gesetze verfassen will. Wenn Ahnungslosigkeit und Lobbyismus zusammen treffen, wird es für die Bürger und Firmen die nicht mit am Tisch sitzen und keine Lobby haben, halt oft sehr teuer.

Wobei, so sehr überrascht bin ich ja nicht. Denn aus der globalen Sicht eines ideologisch beseelten Politikers ist die Welt doch auch mal wieder ganz schlicht: Aktien und dieses ganze "Zockerzeug", das muss doch was mit der bösen Finanzindustrie zu tun haben. Und wenn man das irgendwie besteuert, trifft man schon den Richtigen. Jawoll !! Leider Nein, meine lieben gerechtigkeits-beseelten Politiker, leider Nein !

An einer realen Aktientransaktion, wenn also Bürger/Firma A über die Börse von Bürger/Firma B ein Aktienpaket kauft, verdient die Finanzindustrie so gut wie nichts. Alleine die Broker und die Börsen verdienen ein bisschen Transaktionsgebühr, das ist aber nicht das Geschäft der gelgehaarten Jünglinge des Herrn Jain in London. An solchen realen Aktiengeschäften, hat die Finanzindustrie kein besonderes Interesse, daran verdient sie nicht viel.

Ein Interesse hat die Finanzindustrie aber daran, ihre unzähligen Derivate als "Produkte" umzuverpacken und teuer in die Welt zu bringen. Ein Interesse hat die Finanzindustrie daran, wenn mit diesen "Produkten" fröhlich Handel betrieben wird, je mehr desto besser.

Und jetzt frage ich Sie vor diesem Hintergrund: warum sollen volkswirtschaftlich sinnvolle Aktiengeschäfte 10x so stark besteuert werden wie Derivate ? Wer hat da "beratend" mitgewirkt ? Fakt ist, Bürger und Firmen die mit realen Assets am Markt agieren wollen, haben keine Lobby.

Richtig wäre es genau umgedreht. Wenn überhaupt, dürften alle Geschäfte mit realen Assets wie Aktien, Anleihen und Devisen nur sehr minimal besteuert werden. Gerade so, dass das HFT unprofitabel wird. Alle Derivate aber sollten einen hohen Steuersatz haben. Genau dann würde der Finanzsektor beteiligt. Das würde 90% des derivativen Mülls im Markt einfach tot schlagen. Und übrig bleiben würden nur die wenigen derivativen Konstruktionen, die tatsächlich einen volkswirtschaftlichen Mehrwert schaffen, so zum Beispiel beim Währungshedging, das viele Firmen betreiben müssen. Denn nicht alle Derivate sind perse unsinnig, weite Teile des Wildwuchses aber schon. Die Finanztransaktionssteuer wäre so das Medium, das die Spreu vom Weizen trennen würde.

Warum also 0,1% auf Aktiengeschäfte und 0,01% auf Derivate ? Kann mir das einer mal erklären und meinen Verdacht ausräumen, dass hier Ahnungslosigkeit auf Lobbyismus getroffen ist ? Ich wäre wirklich dankbar, wenn mir jemand meinen Glauben an die Kompetenz der Politik wieder geben könnte. Also her mit den Argumenten, BITTE !

Aber als ob das nicht reichen würde, um mir die Frustration ins Gesicht zu malen, tut dann "Volkes Stimme" in Form der Meinungen der durchschnittlichen Foristen zum Thema ihr Übriges, wie oben im Artikel im Forum nachzulesen.

Ich will deshalb mal in Erinnerung rufen, was diese 0,1% pro Transaktion wirklich sind und was sie für uns Bürger, für die Volkswirtschaft und für die Aktienmärkte bedeuten werden:

1. Erstens ist es eine Steuer die auf den Umsatz und nicht auf den Gewinn anfällt. Die beste Entsprechung dazu wäre die Grunderwerbsteuer, auch eine Steuer die auf die gesamte Transaktion gewinnunabhängig anfällt. Jetzt beträgt diese aktuell ca. 3-5%. Nur kauft ein normaler Bürger ohne wirtschaftliches Interesse am Immobilienmarkt im Leben vielleicht 1-3 Objekte. Selbst ein konservativer Aktien-Anleger hat aber im Jahr eine kleine zweistellige Zahl von Transaktionen.

2. Addieren sich so pro Kauf Verkauf 0,2%. Multipliziert mit der Umschlaghäufigkeit, die bei Lesern dieses Blogs sicher im Bereich 2-10x pro Jahr liegen dürfte, kommen so schnell 2% zusätzliche jährliche Kosten zusammen. Das ist eine gewaltige Hürde um am Aktienmarkt überhaupt Geld verdienen zu können.

3. Werden diese neu anfallenden Kosten von der vermeintlich "beteiligten" Finanzindustrie einfach umgelegt und den Bürgern in Rechnung gestellt. Am Ende verteuern sich damit nicht nur Aktientransaktionen der "bösen" Zocker, sondern Fondsparpläne werfen niedrigere Renditen ab und die Lebensversicherungen sind noch weniger in der Lage, für ihre Versicherten eine auskömmliche Rendite zu erwirtschaften, denn mit Anleihen alleine geht das nicht mehr. Am Ende zahlen alle Bürger in Deutschland gleichermassen, die Geld anzulegen haben oder für ihren Ruhestand vorsorgen wollen.

4. Wird die Steuer damit zum Konjunkturprogramm für Derivate, denn plötzlich wird es Sinn machen, statt die Aktie direkt zu kaufen, ein "umverpacktes" Derivat zu kaufen. Die eine Hälfte dieses Vorteils steckt sich der Finanzsektor in die Tasche und freut sich über die tolle Finanztransaktionsteuer, die seine Taschen füllt, statt ihn zu "beteiligen". Über die andere Hälfte "freut" sich der normale Anleger und vergisst, dass er nicht 50% gespart hat, sondern ohne Grund nun eine Schuldverschreibung einer Bank (ein Derivat) im Depot liegen hat, wo er vorher zu geringeren Kosten wirklich Anteile an einem echten Unternehmen hielt.

5. Und zu guter Letzt wird der ganze deutsche Aktienmarkt leiden. Denn nach den Prinzipien der Kommission die in dem Artikel oben erklärt werden, müsste es auch der US Anleger mit US Broker zahlen, wenn er eine deutsche Aktie kaufen will. Was wird dieser institutionelle Anleger also wohl machen ? Genau: einen Bogen um den deutschen Aktienmarkt !

Short DAX und Long S&P500 dürfte dann eine sinnvolle Strategie werden. Aber bitte mit Derivat ! 😉 Ach schöne neue Finanztransaktionssteuer !

Jetzt höre ich schon die Stimmen, die mir erklären, so weit sei es ja noch nicht und es sei ja noch so vieles unklar. Das stimmt auch. Nur hat sich die Politik zu sehr auf die Einführung einer solchen Steuer festgelegt und sie hat die öffentliche Meinung hinter sich. Und es kommt die Wahl, die ein weites Feld für Populismus darstellt, zumal wenn Wähler keine Prozentrechnung beherrschen. Also wird eine solche Steuer kommen. Und wenn nicht so, dann noch schlimmer, Hauptsache man kann behaupten, man hätte "den Finanzsektor beteiligt".

Den Glauben, dass hier von alleine eine volkswirtschaftlich sinnvolle Lösung gefunden wird, habe ich nicht. Nennen Sie mich ruhig einen Defätisten. Ich nenne mich einen Realisten.

Ihr (frustrierter) Hari

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Nokia Chartupdate – Topbildung voraus ? – 14.02.13

Heute möchte ich ein kurzes Chartupdate zu Nokia (WKN 870737) mit Ihnen teilen.

Lassen wir doch die ganzen Spekulationen um den Erfolg der Lumia Linie mal beiseite. Vergessen wir auch mal, dass jeden Tag die Nachricht um die Ecke kommen kann, dass Nokia von einem grossen Player wie Apple, Microsoft, Google (Motorola) oder Samsung übernommen wird.

Das ist übrigens das Szenario, mit dem ich früher oder später bei Nokia rechne - durchaus zum Vorteil der Aktionäre. Das Nokia in 3 Jahren von heute noch selbstständig ist, halte ich persönlich eher für unwahrscheinlich. An die Zukunft auf eigenen Beinen glaube ich langfristig eher nicht mehr, dafür hat Nokia zu viele Marktanteile verloren und hat auch finanziell nicht mehr die Kraft für grosse Sprünge.

Nur ist es müssig darüber zu spekulieren, weil man das "ob" und vor allem das "wann" einer möglichen Übernahme sowieso nicht vorher weiss. Bestenfalls kann man es an ungewöhnlichen Kursbewegungen vorher riechen. Lassen wir doch daher alle diese Spekulationen um die Zukunft mal beiseite und schauen, was uns die reale Price-Action sagt.

Schauen Sie also mit mir auf das Tageschart:

Nokia 14.02.13

Ich denke die Botschaft ist eindeutig. Die Price-Action sieht sehr nach einer temporären Topbildung aus. Und die entscheidende Linie (Nackenlinie) dürfte die Unterstützungszone rund um 2,8EUR sein.

Ich habe bewusst die vermeintliche Topbildung im August 2012 markiert, um zu zeigen, dass diese Entwicklung nicht zwingend zu einem Bruch durch die Unterstützung bei 2,8EUR führen muss. Es ist sehr wohl vorstellbar, dass die Unterstützung hält und die Akie nach einer Seitwärtsbewegung durch irgend eine Nachricht doch wieder Fahrt nach oben aufnimmt - wie eben im November 2012 durch die Nachrichten der gut ankommenden Lumia-Linie.

Entscheidend ist aber diese 2,8 EUR im Auge zu behalten. Denn wenn diese Zone nachhaltig durchbrochen wird, sollte man nicht den Helden spielen, sondern sich lieber wieder mit Kursen in der 2 EUR Region anfreunden.

Nicht mehr als das sagt uns dieses Chart. Es spricht im Moment wenig dafür, hier blind auf die eine oder andere Richtung zu wetten. Man sollte ruhig im Auge behalten, ob die Unterstützung zu halten scheint. Eine ungesicherte Long-Position drängt sich bei dieser Lage auf jeden Fall nicht auf !

Ihr Hari

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S&P500 Marktupdate – kurzfristig Vorsicht geboten – 14.02.13

Heute in der früh vor Handelsstart in Europa, möchte ich nur kurz auf eine Entwicklung im S&P500 hinweisen.

Der Index hatte gestern die avisierten 1525 fast bis auf einen Punkt erreicht, bevor dann deutliche Abgaben einsetzten. Damit hat der Index seit langer Zeit zum ersten Mal eine potentielle, kurzfristige Topformation gebildet. Kurzfristig bedeutet dabei, dass die Formation maximal Aussagekraft für wenige Tage hat und keine Aussagen zum längerfristigen Trend erlaubt. Aber sehen Sie selbst im 10-Minuten-Chart des S&P500:

S&P500 14.02.13

Sie sehen eine klassische Schulter-Kopf-Schulter Formation die sich da andeutet. Die gestrige Rally kurz vor Handelsschluss ist ein positives Zeichen, konnte aber weder die rechte Schulter negieren, noch den 50er Moving Average zuverlässig zurück erobern. Und Sie sehen die Bedeutung, die die Zone um 1515 als Unterstützung nun kurzfristig erlangt hat. Ein Bruch dürfte den Boden für mindestens eine Bewegung bis 1510, vielleicht sogar einen erneuten Test der 1500er Marke bereiten.

Insofern kann nun etwas Vorsicht nicht schaden, entscheidend wird sein zu sehen, ob der Markt die Formation negiert, in dem er erneut die 1525 erreicht. Bis dahin sind aber die Chancen einer kleinen Korrektur leicht gestiegen, sozusagen 60:40 im Verhältnis zu einem sofortigen weiteren Anstieg.

Damit es nicht erneut Missverständnisse zum Zeithorizont gibt, obiges Bild macht ausschliesslich Aussagen zu Wahrscheinlichkeiten für heute und morgen, als für maximal ein paar Tage. Aussagen über den mittelfristigen Trend und die Entwicklung im März lassen sich aus dieser kurzfristigen Sicht definitiv nicht ableiten !

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen.

Ihr Hari

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DAX Marktupdate – 8000er Marke voraus ? – 13.02.13

Seit Tagen mäandert der DAX oberhalb der 7600er Marke herum, ohne die Kraft für einen erneuten Anstieg aufzubringen. Da stellt sich doch die Frage, ob wir es hier mit einer Topbildung zu tun haben, oder ob wir doch schon bald zu dem historischen Höchststand von 8152 aus dem Juli 2007 aufbrechen. Diese Frage möchte ich heute Mittag, vor Eröffnung der Wallstreet, versuchen zu beantworten.

Statt zu spekulieren und Hoffnungen und Wünsche zum Massstab unseres Handelns zu machen, schauen wir doch einfach auf den einzigen objektiven Massstab den wir haben: die im Markt aufgerufenen Preise. Dieses Mal im langfristigen Wochenchart seit 2007:

DAX 13.02.13

Was sehen wir ?

  • Der DAX befindet sich in einem etablierten Aufwärtstrend, der durch drei unterschiedliche lange und steile Trendlinien gekennzeichnet ist. Der Index bewegt sich oberhalb aller drei Trendlinien, von dieser Seite gibt es keinerlei Indiz für eine Topbildung.
  • Wie eine komplexe Topbildung aussieht, kann man 2007 und 2011 beobachten. Davon kann im Moment keinerlei Rede sein, die jetzige Strukur sieht eher nach einer Konsolidierung im fortdauernden Aufwärtstrends aus, ganz wie die Konsolidierung im 4. Quartal 2012.
  • Das Momentum der Bewegung lässt ohne jede Frage nach, daraus kann aber keine unmittelbare Wende abgeleitet werden. Allerdings dürfte auch nicht mehr mit einem riesigen Schub zu rechnen sein, bevor der Markt dann endlich mal korriert.

Weitere Argumente ausserhalb des Charts sind:

  • Die Notenbanken sind weltweit weiter auf dem Gaspedal. "Dont fight the Fed" ist nach wie vor eine wichtige Regel und es ist kurzfristig nichts am Horizont sichtbar, was die massive Liquiditätsversorgung grundlegend in Frage stellen würde.
  • Die "Grosse Rotation" raus aus Bonds hinein in Aktien scheint langsam in Gang zu kommen. Auch von dieser Seite sind die Märkte gut unterstützt.
  • Die Wahlen in Italien stellen für die Eurozone und damit den DAX ein Fragezeichen dar, das sich aber in spätestens zwei Wochen endlich heben sollte.
  • Die Wirtschaftsdaten der grossen Blöcke von Japan über China bis Europa und USA sprechen eher für anziehende Konjunktur als für eine erneute Rezession.
  • Das Sentiment ist sehr positiv und gerade in den USA auf Höchstständen, wir wissen aber aus vergleichbaren Trendbewegungen, dass dieser Zustand durchaus über Monate anhalten kann, bevor dann endlich eine gesunde Korrektur einsetzt.

Summa Summarum halte ich daher für den DAX das folgende Szenario im Moment für das wahrscheinlichste, das ich auch im obigen Chart eingezeichnet habe:

Schon bald ein Schub über 8000 und zu marginalen neuen historischen Höchstständen. Dieser Schub könnte schon vor der Wahl in Italien einsetzen, falls Umfragen einen Sieg des "Nicht-Berlusconis-Lagers" verheissen. Diese Höchststände will der Markt nun wohl einfach mal sehen.

Mit Erreichen der historischen Höchststände, dürfte dem DAX dann aber endgültig der Dampf ausgehen, er ist einfach zu schnell zu stark gestiegen. Dann dürfte im Zeitfenster März/April eine Korrektur einsetzen, die den Index bis zur zweiten Trendlinie zurück fallen lässt. Hier wird sich dann entscheiden, ob es sofort weiter nach oben geht, oder sich eine grössere Korrektur bis zur dritten Trendlinie anschliesst.

So weit das für mich heute mittag wahrscheinlichste Szenario für den DAX. Für neue Leser sei noch der Hinweis erlaubt, dass ich hier nichts prognostiziere. Ich kenne die Zukunft ebenso wenig wie jeder andere und habe keine Glaskugel. Morgen kann eine Nachricht oder ein Ereignis auftauchen, dass dieses Bild in Frage stellt.

Ich sehe aber die Gegenwart und was uns die Price-Action im Markt und die Kursentwicklung in der Gegenwart sagt. Und das liefert kein echtes Indiz für eine bevorstehende Topbildung. Auf Basis der heute bekannten Daten und Fakten, sind weiter steigende Kurse kurzfristig wahrscheinlicher als das Gegenteil. Nicht mehr, aber eben auch nicht weniger !

Was den weiteren Jahresverlauf angeht, bin ich aber weiter optimistisch, der Liquiditätsdruck hält an und die Marktteilnehmer können sich von Crash bis zu Seitwärtsbewegung alles vorstellen. Nur eines können sich die Marktteilnehmer nicht vorstellen, nämlich dass wir einfach weiter hoch pressen und am Ende des Jahres 2013 weit über 9000 im DAX stehen. Und wir wissen ja, wie gerne Mr. Market genau den Weg geht, den keiner sich vorstellen kann.

Ihr Hari

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Wacker Chemie (WCH888) – Im Aufwärtstrend – Kurs bald 50% höher bei 90 Euro ?

Sie erinnern sich ja sicher an den Artikel vor einer guten Woche, in dem ich die Wahrscheinlichkeit einer Fortsetzung der Rally bei Wacker Chemie (WKN WCH888) hoch eingeschätzt hatte: -> Geht der Turnaround weiter ? <-

Nun ging eine entscheidende Meldung über den Ticker, nämlich das Ende der Kurzarbeit im Polysilizium-Bereich. Genau dieser Bereich mit seiner durch das Elend der Solarindustrie hervorgerufenen Abnahmeschwäche, war massgeblich für die grosse Schwäche im Kurs der Wacker Chemie verantwortlich.

Kein Wunder also, dass die Börse in kürzester Zeit mit einem Plus von mehr als 10% reagiert hat und Wacker Chemie wieder oberhalb 60 EUR notiert. Wichtig ist es nun, diese Rally in eine grössere Perspektive zu stellen, damit man nicht zu früh aus dieser Bewegung aussteigt. Nach über 50% Plus seit den Tiefstständen im November 2012 könnte man ja meinen, das Beste läge schon hinter uns.

In meinen Augen ist das vielleicht eine Fehleinschätzung, der Kurs von Wacker Chemie ist noch weit von einer Normalisierung entfernt. Selbst wenn man realistisch davon ausgeht, dass die glorreichen Zeiten der boomenden Solarindustrie so schnell nicht wieder kommen, kann der Kurs bis zu einer ersten Normalisierung problemlos noch einmal um 50% steigen. Aber auch fundamental ist diese Sicht untermauert, ein Buchwert von gut 50 EUR und ein Kurs-Cashflow Verhältnis (KCV) von unter 5 in 2013, sprechen eine deutliche Sprache, dass wir weit von einer Normalisierung des Kurses entfernt sind.

Am einprägsamsten ist aber wie immer ein Chartbild, schauen Sie mit mir daher auf den langfristigen Wochenchart von Wacker Chemie seit 2007:

Wacker Chemie 12.02.13

Sie sehen schnell, warum der Bereich um 90 EUR ein sinnvolles Ziel für eine erste Normalisierung des Polysiliziumgeschäftes ist. Erstens liegt dort das 38er Fibonacci-Retracement der Abwärtsbewegung. Zweitens liegt oberhalb der 200er Moving Average, Drittens liegt genau dort das Hoch vom letzten Spike am 06.02.12 vor einem Jahr und Viertens ist das genau die Zone, die beim Tief von 2009 die Ausbruchszone der Umkehrformation darstellte.

Der Chart zeigt Ihnen auch eindeutig, dass 90 EUR für Wacker einfach nur eine Normalisierung ist, das historische Hoch lag bei 200 EUR in 2007. Die aktuellen 60 EUR sind also bestimmt nicht das Ende der Fahnenstange, falls das Polysilizium-Geschäft nun endlich weiter anzieht.

Da sich Wacker Chemie nun in einem bestätigten, neue Aufwärtstrend befindet, spielt man diese Bewegung am besten, in dem man genau diesem Trend verfolgt. Das bedeutet, das letzte bedeutende Tief (im Moment liegt das bei 52,29 EUR vom 28.01.13) stellt immer das Niveau dar, unter das man - mit gebührendem Abstand - seinen Stop legt.

Und natürlich geht es jetzt nicht mit einem Strich weiter nach oben. Das typische eines Aufwärtstrends ist, dass die Bewegung in einer Abfolge von Hochs und Tiefs langsam nach oben schwingt. Entscheidend ist, dass sich immer wieder höhere Tiefs ausbilden. Und genau danach sieht es im Moment bei Wacker Chemie aus !

Ihr Hari

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