Charts des Herbst: ABB (WKN: 919730) – Solide, Krisenfest, Wachstumsstark

Langfristig halte ich den schweizerischen Energie-und Automatisierungs-Spezialisten ABB (WKN: 919730) sowieso für eine der Aktien, die man in einem Langfrist-Depot haben muss. Hier verbindet sich die Fokussierung auf ein profitables Segment, mit einer positiven Akquisitionspolitik.

Mehrfach schon haben wir ABB hier besprochen und zum Beispiel auch seit dem -> Sommer letzten Jahres <- gut daran verdient.

Das ABB vor einem halben Jahr mit der Übernahme von "Power-One" - des Marktführers für Photovoltaik-Wechselrichter - den Einstieg in den weltweit in den Boom eintretenden Solarmarkt vollzogen hat, zeigt von strategischer Weitsicht - eine Weitsicht die Mitbewerbern teilweise abgeht, die genau diese Töchter gerade prozyklisch verkaufen, frei nach dem Motto: "teuer kaufen, billig verkaufen". 😉

Eine ausgezeichnete Analyse der Gesamtsituation von ABB liefert dabei mal wieder die schweizerische "Finanz und Wirtschaft", die Sie unbedingt nachlesen sollten. In Anbetracht dessen erspare ich mir alle weiteren Worte zur fundamentalen Lage, die FuW hat alles dazu gesagt.

Aber auch das Chart sieht nun wieder sehr interessant aus. Denn nach einer Phase der Konsolidierung seit März diesen Jahres, könnte es nun weiter hoch gehen:

ABB 15.10.13

Wir sehen eine starke Unterstützungszone um die 16€, die wiederholt gehalten hat. Als untere Begrenzung könnte man den Bereich von 15,5€ definieren, der mit den Tiefs um den letzten Jahreswechsel korreliert. Unter diese Zone sollte ABB nicht mehr fallen, um das Bild positiv zu halten.

Kurzfristig sehen Sie das am 09. Oktober gebildete Tief, nach dem 50- wie 200-Tage-Linie wieder erobert wurden, was sehr positiv zu werten ist. Kurzfristig könnte man also einen Stop unter das Tief vom 09. Oktober legen.

Nach oben hat diese Konsolidierung einen Deckel knapp unter 18€. Und wenn der nun im Sinne eines Ausbruches geknackt wird, bestehen gute Chancen, dass ABB bald ein neues Kurstableau erreicht.

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US Schuldenstreit: Kinder mit Massenvernichtungswaffen

Eine hektische und volatile Börsen-Woche liegt vor uns. Das zu erkennen, erfordert wirklich keine prophetischen Fähigkeiten.

Auslöser ist dabei der US Schuldenstreit, der auf eine finale Eskalation zuläuft, wenn am Donnerstag formal die Schuldengrenze der US erreicht wird.

Das Verhalten der US Politiker, vor allem im Kongress aber auch im weissen Haus, wirkt dabei auf mich wie das Verhalten von Kindern, denen man Massenvernichtungswaffen in die Hand gedrückt hat.

Und dass das überhaupt möglich ist, liegt daran, dass die Eltern noch nicht aufgetaucht sind und den Kindern klipp und klar erklärt haben, dass das Taschengeld für die nächsten Monate gestrichen ist, wenn sie nicht sofort aufhören, derartig mit dem Schicksal der Welt zu spielen.

Denn die Eltern, das sind letztlich die Finanzmärkte. Sobald die Abgeordneten und Senatoren - von denen man vielen nachsagt Millionäre mit dicken Aktienportfolios zu sein - in ihren Depots erleben würden, wie ihr Vermögen hinweg schmilzt, wäre eine Lösung dieses Kasperletheaters wohl ganz schnell da.

Die Märkte aber halten immer noch still und das hat einen Grund. Es sind nach meiner Einschätzung die verwobenen Interessen der US Grossfinanz, von denen keiner ein Interesse daran hat, Öl ins Feuer zu giessen, da man durch den folgenden Brand selber vernichtet würde. Umgedreht wären nun aber lodernde Flammen dringend nötig, um diesen Kindern endlich Vernunft einzubläuen.

Eine besonders peinliche Rolle spielen damit in meinen Augen die US dominierten sogenannten "Ratingagenturen", deren Gesellschafter wiederum aus dem Kreis dieser Grossfinanz kommen.

Stellen Sie sich mal vor, ein europäischer Staat würde sich erlauben, was sich die Kinder in der US Politik gerade erlauben. Es würde Herabstufungen und Warnungen hageln und als Folge müssten institutionellen Anleger ihre Anleihenbestände reduzieren, die Zinsen würden hoch schiessen und in dem Land, das sich eine derartige Disziplinlosigkeit erlaubt, würde Panik vor einer Staatspleite ausbrechen.

Nicht aber in den US, weil die sogenannnten "Ratingagenturen" gegen jede Logik stillhalten und sich damit des letzten Quentchens Reputation berauben, das bei mir übrig geblieben ist. Nach jeder Logik hätte es in meinen Augen schon vor Wochen - als klar wurde, dass die Zahlungsfähigkeit der USA als Erpressungsmittel benutzt wird - ein erhobenen Zeigefinger geben müssen im Sinne, dass das US Rating unter Beobachtung steht.

Spätestens heute müsste die Herabstufung kommen. Oder will mir jemand aus diesen sogenannten "Ratingagenturen" ernsthaft erklären, dass ein Schuldner, der wenige Tage vor der Zahlungsunfähigkeit immer noch keine Lösung für seine Gläubiger hat, seriös genau so solvent zu bewerten ist, wie ein Schuldner der keinen Zweifel an seiner Zahlungsfähigkeit lässt ?

Der Punkt ist nach meiner Einschätzung: Diese Warnungen wurden unterlassen, weil klar war, dass alleine diese Warnungen schon zu Verwerfungen an den Märkten und insbesondere den Anleihemärkten führen würden. Wie sagte Anshu Jain vor kurzem so schön: .

Vor Wochen hätte eine derartige Abstufung zwar für Verwerfungen und massive Korrekturen an den Märkten gesorgt, sie wären aber beherrschbar geblieben. Und alleine die nackte Angst, die diese Verwerfung ausgelöst hätte, hätte die Kinder in Washington zur Vernunft gebracht und wir hätten schon längst eine Lösung.

So aber wurde das unterlassen. Die Märkte sind selbst heute noch unwirklich ruhig und es fehlt das Gefühl von Dringlichkeit und Not, das nötig wäre, um die ineinander verbissenen Kinder zu Vernunft zu bringen. In dem die Märkte und die Ratingagenturen versucht haben, nicht unnötig Öl ins Feuer zu giessen, haben sie diesen Gridlock erst ermöglicht.

Und dieser Gridlock ist nun nicht mehr beherrschbar, wenn er nicht schnellstens gelöst wird, da hat Anshu Jain sicher völlig Recht. Wir haben sozusagen die Ruhe vor dem Orkan. Und können nur beten, dass es nicht dazu kommt.

Jetzt wird jeder natürlich sagen, am Ende wird es eine Einigung geben, denn die ist mal wirklich alternativlos. Natürlich ist das so und es wird definitiv eine Einigung geben, das ist völlig klar. Das ist aber auch nicht die Frage. Die Frage ist, welcher Vertrauens-Schaden bis dahin angerichtet wurde, denn Vertrauen ist ein scheues Reh und wenn es einmal weg ist, kommt es so schnell nicht wieder.

Und deshalb wird das eine hektische und dramatische Börsenwoche werden. Und der Ablauf ist mit keinem Mittel vorhersagbar, wir befinden uns in unerforschten Gewässern. Und alles Raten und Prognostizieren ist deshalb völlig sinnlos. Hier hilft jetzt auch keine Charttechnik oder Markttechnik, die Augen richten sich nach Washington und die Spannung steigt. Bei den kurzlaufenden US Staatsanleihen zeigen sich schon die ersten massiven Auswirkungen.

Wer jetzt mit Spielgeld im Markt ist, das er im Zweifel verschmerzen kann, dem bieten sich diese Woche viele Gelegenheiten für einen "Zock". Wer aber ein grösseres Depot verwaltet, der hat nur eine Wahl: Risiko raus nehmen, Positionen verringern, Cash-Quote erhöhen ..... und abwarten.

Und ich höre schon wieder die Stimmen der üblichen Verdächtigen, die dieses Desaster pauschal "entfesselten Märkten" in die Schuhe schieben. Die sind ja immer als böser Bube gut. Dabei könnte nichts weiter von der Wirklichkeit entfernt sein.

Denn von freien Märkten kann man schon lange nicht mehr reden. Die freien Märkte sind nicht entfesselt, sondern gefesselt und verbogen und den Interessen weniger unterworfen. Alles was man dieses Jahr an der Börse brauchte, war zu wissen, wie wenige Einzelpersonen in den Notenbanken, den Staaten und der Grossfinanz die Entscheidungen treffen. Das ist kein freier Markt mehr, in dem sich Preise aus Angebot und Nachfrage bilden, so wie es sein sollte und volkswirtschaftlich sinnvoll wäre. Das ist für mich ein autoritärer Korporatismus, der den freien Markt verbiegt.

Und würde man die Prinzipien des Kartellrechtes auf diese Marktstrukturen anwenden, wäre völlig klar, dass diese Institutionen der Grossfinanz alle miteinander zerschlagen werden müssten. "Too big to fail" ist genau das, was Kartellrecht gerade zu verhindern sucht. Und schon Generationen vor uns haben erkannt, warum es wichtig ist zu verhindern, das kleine Gruppen Macht über ganze Märkte gewinnen.

Im Finanzmarkt scheint diese Erkenntnis vergessen zu sein. Und die, die es ändern könnten, ziehen sich in den USA wie Kinder im Sandkasten an den Haaren und beschäftigen sich in Deutschland mit Orchideenthemen, nicht aber mit dem, was für unser Zusammenleben wirklich von grundlegender Bedeutung ist.

Und so haben wir keine Wahl. Geld auf dem Konto können wir nicht haben, da wird es durch die finanzielle Repression von alleine vernichtet. Nur Immobilien geht auch nicht, zumal die auch dem Zugriff der obigen Kräfte unterliegen und eine Wette auf dauerhafte gesellschaftliche Stabilität sind, was keineswegs so sicher ist, wie es scheint. Also muss das Geld in die Anleihen und Aktienmärkte. Und dort muss es sich mit diesen Kindern im Sandkasten auseinander setzen.

Schnallen wir uns also an und machen uns für eine wilde Woche bereit. Prognosen gibt es nicht, einen Flugplan auch nicht. Wir fliegen auf Sicht durch die Nebelbänke und hoffen sehr, nicht plötzlich in einen Berg zu rasen.

Wenn Sie täglich an diesem Flug durch die Nebelbänke teil haben wollen und wenigsten von den Steuerkünsten der surveybuilder.info Community profitieren wollen, dann stossen Sie zur Community dazu ! Denn gemeinsam sieht man mehr.

Ihr Hari

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Elementary my dear Mr. Market: the game is afoot ! – Das Spiel hat begonnen !

Dieser Artikel ist nur für treue Leser von surveybuilder.info. Egal ob Premium oder nicht.

Woher ich das weiss ? Weil ich in den Titel keines der ziehenden Schlagwörter wie "Commerzbank, K+S, Solarworld, E.ON" hinein gepackt habe. 😉 Wären Sie alle drin, würde der Artikel tausende Klicks bekommen. Je mehr Buzzwords desto besser für die Klickrate. So wie jetzt aber - nur mit einer Hommage an Sherlock Holmes - wird niemand auf diesen Artikel klicken, wenn er oder sie nicht sowieso regelmässig bei surveybuilder.info vorbei schaut.

Das nur als kleine Anekdote am Rande, wie das Spiel um Aufmerksamkeit im Internet funktioniert. Und es funktioniert deshalb so, weil wir Menschen so ticken und mit Mustererkennung im Internet unterwegs sind. Und so neigen wir dazu, uns schon bekannte "Weisheiten" im Sinne der Bestätigung unserer Überzeugungen erneut rein zu ziehen - weil sich das so gut anfühlt. Ein Umstand, der auch bei der Preisfindung an den Märkten als "Confirmation Bias" eine wichtige Rolle spielt.

Nun aber zum Markt und da ist seit gestern Sherlock Holmes Ausruf "The game is afoot !" mehr als berechtigt.

Sie erinnern sich, ich hatte hier vorgestern aufgrund des Bollinger Band Crashs im S&P500, verbunden mit der Ernennung von Janet Yellen, schon fest mit einem Bounce gerechnet. Der kam auch - einen Tag später - und wurde durch die Anzeichen, dass man in Washington miteinander redet gestern massiv unterfeuert. Und durch die Dynamik der Bewegung, wurde der gestrige Bruch der Trendlinie auch erneut zur Bärenfalle, wie schon 5-mal seit November 2012 vorher.

Ist damit das Debt Limit Problem wirklich gelöst ? Kein bisschen natürlich, im Gegenteil - es wurde einfach im Sinne "kicking the can down the road" weiter verschoben. Das hat aber für die Kursentwicklung zunächst keine Relevanz.

Denn an dieser Stelle kommt wieder etwas zum Tragen, was wir unbedingt über die Märkte verstehen müssen: Die Märkte leben nicht in der Gegenwart. Sie leben in der Zukunft und die Preise bilden sich aus den Zukunftserwartungen aller Marktteilnehmer.

Und was waren die Erwartungen der Marktteilnehmer vor 2 Tagen ? Ganz klar, dass eine Lösung gefunden wird und dass dann eine massive "rip your face off" Rally stattfinden würde. Das war ganz klar der Konsens im Markt.

Und weil dieser Konsens war wie er war, will natürlich niemand der Letzte sein, weil dann ja die schönen Gewinne schon alle verfrühstückt sind. Und so entsteht so ein extrem positiver Tag wie gestern, weil alle schon beim ersten Anzeichen einer Einigung aufspringen, um den anderen zuvor zu kommen. Eine selbsterfüllende Prophezeiung also. Und dann werden Stops gezogen, Shorts gesqueezed usw. usw. und die Rally nährt die Rally und so ein Trendtag entsteht.

Jetzt könnte man ja meinen, man hätte da eine perfekte Methode für den nächsten Trade, aber so einfach ist das leider nicht. Denn diese Erwartungen können auch das Gegenteil auslösen. Weil alle darauf warten, tritt es nicht ein. Und wenn das zu lange dauert das Warten, werden dann die Erwartungen aus Enttäuschung aufgelöst, was genau zur entgegengesetzten Bewegung führt. Die zu hohe Erwartung war dann Ursache des Einbruches. Den Unterschied zwischen dem einen und dem anderen Szenario, macht dabei der Zeitpunkt und Charakter des Katalysators. Und der war gestern in Form des Vorschlags der Republikaner so zeitnah und durchschlagend, dass die Marktteilnehmer eine Lösung für das Debt Limit als gegeben genommen haben. Und damit den Mechanismus der selbsterfüllende Prophezeihung ausgelöst haben.

Merken Sie sich also unbedingt: die Kursbewegung kommt nicht, weil sich die Realität geändert hat. Die US sind immer noch ohne Lösung und der politische "Gridlock" ist nur verschoben, aber nicht aufgehoben. Der Markt bewegt sich aber aufgrund der Anpassungen der Erwartungen an die Zukunft. Und diese Erwartungen haben sich nun deutlich zum Positiven verändert, eine nahende Lösung ist nun als Faktum angenommen.

Es gab gestern übrigens eine weitere Erwartungskomponente, die die Rally befeuert hat und über die hatte ich auch schon gestern im Premium-Bereich geschrieben. Die derzeitige Blockade wirkt sich natürlich negativ auf Arbeitslosenzahlen und das Wachstum in den USA aus. Und damit dürfte das Thema des "Tapering" für dieses Jahr endgültig vom Tisch sein. Entsprechende Äusserungen des FED Mitglieds Bullard hatte ich auch gestern im Premium-Bereich verlinkt.

Das gefällt Mr. Market natürlich ganz besonders, denn einerseits sind die negativen Wirkungen auf das Wachstum ja nur temporär und nicht strukturell, andererseits ist ungehemmter Stimulus nun weiter gesichert. Besser geht es für die Wallstreet nicht, die mal wieder auf ganzer Linie bekommen hat, was sie sich wünscht.

Und so hat das Spiel begonnen. Das Spiel der Weihnachtsrally im 4. Quartal, bei der keiner der Letzte sein will, der aufspringt.

S&P500 11.10.13

Aufmerksame Leser werden jetzt natürlich sofort bemerken, dass die Medaille zwei Seiten hat. Wenn jetzt in den Erwartungen des Marktes eine Lösung zum Debt Límit schon verfrühstückt wird und sich alle für eine "4th Quarter Rally" positionieren, bleibt kein Erwartungshub mehr übrig, wenn die Lösung dann tatsächlich kommt.

Und genau so ist es. Wenn die Lösung kommt, wird der Markt schon weiter in die Zukunft schauen. Und wenn sie doch nicht kommt, wird Mr. Market um so erstaunter und wütender korrigieren.

Kurzfristig ist mit dem gestrigen Schub nun aber ein bullisches Signal gegeben worden. Wir müssen heute zwar noch abwarten, ob es noch zu einem bösen Reversal wie beim Pop nach der "No Taper" Entscheidung der FED Mitte September kommt. Unmöglich ist das nicht. Mein Eindruck ist aber eher nein.

Dann wird der Markt mit guter Wahrscheinlichkeit die Hochs im S&P500 bei 1730 testen. Aber erst was danach passiert, wird wirklich das Schicksal des 4. Quartals bestimmen. Denn es gibt viele Anzeichen für eine grundlegende Topbildung und nachlassendes Momentum in den US Indizes. Und das es mehrere Versuche zu neuen Hochs gibt, ist in so einem Bullenmarkt mehr als normal. So ein Bulle stirbt nicht so einfach von heute auf morgen, er rafft sich vielmehr immer wieder auf, bis er irgendwann unter der eigenen Last mit einem lauten Krachen zusammen bricht.

Genau das macht es auch so schwierig so einen Markt zu shorten. Man wird x-mal auf dem falschen Fuss erwischt und mit Verlust ausgestoppt, weil sich der Bulle doch wieder aufrafft. Und wer er dann endlich stirbt, dann ist man schon so demoralisiert, dass man nicht mehr dabei ist, wenn es endlich wirklich auf der Short-Seite Geld zu verdienen gibt. Deshalb kann ich immer nur wieder dringend davon abraten, solche Märkte oder auch Momentum-Aktien "auf Verdacht" zu shorten, egal wie schön die vermeintliche Topbildung aussieht. Erst wenn der Markt wirklich fällt und technisch eindeutig nach unten zeigt, dann kann man in der Mitte der Bewegung auf der Short-Seite sinnvolle Gewinne bei mässigem Risiko einfahren.

Insofern könnte man im S&P500 nun kurzfristig Stops unter das gestrige Tief setzen und auf dem Rücken des Momentums das Spiel nach oben mitspielen, nachdem man leichte Schwäche heute abgewartet hat. Bei einem typischen Ablauf gäbe es heute also eine leichte Konsolidierung, bevor es dann nach oben weiter geht. Mittelfristig wäre ich aber nicht zu optimistisch, sondern eher vorsichtig, sobald sich der S&P500 wieder in der Nähe der alten Hochs befindet.

Europa dagegen - und damit auch der DAX - ist klar im Rallymodus und profitiert von Liquiditätszuflüssen aus anderen Märkten und zeigt klare Überperformance zu den US Indizes. Insbesondere unser "Liebling" der spanische Index IBEX35 ist einfach beeindruckend und der Trade ein Volltreffer. DAX 9.000 und IBEX 10.000 in nicht zu ferner Zukunft, ist also keineswegs besonders optimistisch, sondern eher realistisch. Auch beim DAX haben wir nun mit den Tiefs der letzten Tage schöne Niveaus zur Absicherung.

Ich wünsche viel Erfolg !

Und bitte denken Sie daran. Das Internet ist voll mit allerlei Crash-Gurus und Horrorgeschichten und einige dieser Logiken teile ich sogar, weil das Makrobild nach meiner Ansicht dabei schon richtig erkannt wird. Nein, ich bin wirklich nicht überzeugt, dass dieses historische Experiment der Notenbanken und der Politik gut ausgeht. Und ich bin ziemlich sicher, dass wir in einigen Jahren ein ganz anderes Währungssystem haben und davor noch schlimme Verwerfungen erleiden müssen.

Nur - und das ist so wichtig zu verstehen - es nützt nichts, vielleicht in 3 Jahren mal Recht zu bekommen, wenn man die ganze Zeit vorher gegen den Markt ankämpft und sein Depot dabei ruiniert. Es gibt Marktteilnehmer, die kämpfen seit 2009 gegen dieses Markt an. Und was hat es ihnen gebracht ausser Leid und Verlusten ? Wenn sie dann irgendwann Recht bekommen, werden sie sich darüber nicht mehr freuen können, falls sie dann noch überhaupt im Markt sind.

Ignorieren Sie also all diese Weissagungen und Prognosen. Die halten Sie nur vom wirklich Wichtigen ab: Im "Hier und Jetzt" Geld zu verdienen !

Ich habe es schon an anderer Stelle gesagt: wir haben keine Wahl, wir müssen auf dieser Party tanzen und das Spiel mitspielen ! Es schadet aber nichts, die Eventualitäten zu kennen und sich gedanklich darauf vorzubereiten. Nur handeln dürfen wir nicht nach Eventualitäten, sondern nur nach dem, was uns Mr. Market sagt. Und die Botschaft ist klar:

Das Spiel hat begonnen !

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S&P500, das Debt Limit und Janet Yellen – Bollinger Band Crash Trade

Gestern endlich, hat der Markt begonnen, im Angesicht des nahenden Debt Limit Debakels in den USA nervös zu werden.

Zu offensichtlich wurde insbesondere durch Obamas Pressekonferenz um 20 Uhr MEZ, dass beide Seiten immer noch tief in ihren Schützengräben eingegraben sind und eine Lösung wohl erst kommt, wenn der Markt noch mehr Druck auf die Politik macht - sprich deutlicher abgibt.

Gestern hatten wir dann auch einen Bollinger Band Crash - ein Durchschlagen des Bollinger Bandes nach unten - das in der Vergangenheit eine hervorragende Indikation für eine zumindest temporäre Wende nach oben war.

Schauen Sie mit mir auf das Chart des weltweiten Leitindex S&P500 mit Tageskerzen, hier des Futures:

S&P500 BB Crash 09.10.13

Das Chart zeigt die gesamte Aufwärtsbewegung seit November 2012. Und ich habe alle Bollinger Band Crashs markiert, also die Momente, wo das Bollinger Band nach unten touchiert oder durchschlagen wurde.

Sie sehen eine wirklich beeindruckende Prognosekraft dieses Indikators. Jedes mal und ohne jede Ausnahme, hätte eine Long-Wette zu diesem Zeitpunkt ein zumindest kurzfristig positives Ergebnis gebracht !

Und nun haben wir wieder so einen Bollinger Band Crash und heute Nacht kam auch noch die Nachricht, dass es nun wahrscheinlich doch Janet Yellen als neue FED Chefin wird. Eine Entscheidung, die der Wallstreet sehr gefallen sollte, da man Yellen nachsagt noch aggressiver zum Gelddrucken zu neigen, als schon Bernanke. Die Zeit des grossen Stimulus wird mit Yellen also nicht so schnell vorbei gehen.

In Kombination dieser beiden Parameter, haben wir kurzfristig also gute Chancen auf einen leicht positiven Tag an der Wallstreet.

Allerdings hat der S&P500 nun auch die Trendlinie durchschlagen und gleichzeitig die 50-Tage-Linie verloren. Beide sitzen aktuell bei ca. 1677 USD im S&P500 Future. Eine Bewegung bis dahin wäre also typisch. Dann wird es aber spannend.

In Anbetracht der Tatsache, dass der Markt gestern begriffen hat, dass eine Lösung im Debt Limit Streit wohl erst noch mehr Schmerzen erfordert, kann es also gut sein, dass es dieses mal anders ist und der Markt unter der 50-Tage-Linie wieder abwärts rollt.

Dann würde sich massive Schwäche anschliessen, die letztlich dann dem verwirrten Washington den Arm umdreht und eine Lösung erzwingt.

Behalten Sie dieses Szenario also im Auge, wenn der Markt heute hoch läuft. In Anbetracht der politischen Unwägbarkeiten sollte jeder mit erhöhter Volatilität und einigen wilden Swings rechnen.

Und klar, eine Lösung wird gefunden werden, das ist offensichtlich und weiss jeder. Die wirklich wichtige Frage ist, wie lange es dauert, welcher Schaden vorher angerichtet wird und ob dieser Vertrauensschaden schnell wieder zu beheben ist. Und dabei wage ich keine Prognosen und wer das doch tut, ist nicht ernst zu nehmen - ausser er kommentiert direkt aus dem "Weissen Haus" heraus und hat ein Mikro im Oval Office versteckt. 😉

Klar ist aber zumindest, dass der Markt bisher fest an eine Lösung glaubt und ebenso an die Rally danach glaubt. Und woran alle glauben, tritt am Markt aufgrund seiner Reflexivität selten ein. Erst gestern hat der Markt begonnen, auch einen weit negativeren Ausgang einzupreisen. Und erst wenn sich diese Schwäche fortsetzt, schafft das den Raum, dass wir wirklich eine Rally bei der Lösung des Debt Limits erleben, die dann länger als für ein paar Stunden hält.

Insofern muss man aus kurzfristiger Perspektive für die nächsten Tage also temporäre Stärke des S&P500 wohl eher verkaufen, als den erneuten Beginn eines grossen Schubs hinein zu interpretieren.

Ihr Hari

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ThyssenKrupp – das Interregnum vor dem Neuanfang

Treue Leser wissen, wie kritisch ich ThyssenKrupp (WKN: 750000) lange gesehen habe.

Artikel vom Februar 2012 wie -> Vom Donnerhall zum Anlagenbauer <- oder vom Juli diesen Jahres wie -> Thyssenkrupp und das Problem Berthold Beitz <- legen davon Zeugnis ab.

Lange war die Aktie daher auf meiner "Igitt"-Liste und ausschlaggebend waren dafür für mich drei Faktoren:

  • Eine Krupp-Stiftung mit Berthold Beitz an der Spitze, die einerseits mit Sonderrechten im Aufsichtsrat die ThyssenKrupp AG de facto kontrollierte, andererseits aber zum Bremsklotz geworden war. Unter anderem weil sie - nach dem was man lesen konnte - mangels Finanzkraft scheinbar nicht in der Lage war, eine zwingend notwendige Kapitalerhöhung mitzugehen.
  • Ein Aufsichtsratsvorsitzender in Person von Gerhard Cromme, der alle Fehlentscheidungen bei ThyssenKrupp des letzten Jahrzehntes aus seiner herausgehobenen Rolle heraus mit zu verantworten hatte. Cromme ist ein Manager, den ich persönlich zwar für einen hervorragenden "Strippenzieher" halte, ansonsten aber für eher ungeeignet halte, ein Industrieunternehmen mit Kreativität, Offenheit und Tatendrang nach vorne zu führen. Zumindest sind mir persönlich derartig positive Entwicklungen in seinem "segensreichen Wirken" der Vergangenheit nicht aufgefallen - übrigens auch nicht bei Siemens, wo er noch Aufsichtsratsvorsitzender ist. Soweit meine ebenso bescheidene, wie persönliche Meinung zu Herrn Cromme.
  • Eine Unternehmenskultur, die natürlich massgeblich von den beiden obigen, herausgehobenen Herren mitgeprägt wurde und nach meinem persönlichen Eindruck von Hierarchiedenken, ja Seilschaften und Kaderdenken und teilweise auch Grossmannssucht geprägt war. Diese Unternehmenskultur hat nach meiner Überzeugung daran mitgewirkt, dass es ThyssenKrupp geschafft hat, exakt zum Höhepunkt der Stahlkonjunktur diese gigantischen Investitionen in Amerika anzustossen, die nun wie ein Klotz am Bein des Unternehmens hängen und das Kapital aufzehren. Ein 5-jähriges Kind ohne jedes Verständnis der Zyklizität der Stahlindustrie, hätte keinen schlechteren Zeitpunkt für die Investition finden können und ein Würfel hätte wahrscheinlich rein statistisch einen besseren Zeitpunkt gefunden.

    Auf jeden Fall sprechen Jagdpachten und Luxusreisen eine beredte Sprache dieser Unternehmenskultur. Und wenn Sie meinen, das ich mir das einbilde, schauen Sie noch einmal beispielhaft in Artikel der Welt von März diesen Jahres hinein, in dem sogar der neue Konzernchef Hiesinger mit einer ähnlichen Charakterisierung zitiert wird.

All das ist nun aber vergangen und Geschichte. Berthold Beitz ist von uns gegangen. Und bei all den Fehlern, an denen letztlich auch er in hohem Alter bei ThyssenKrupp beteiligt war, sind diese doch nur Petitessen im Angesicht eines erfüllten und ereignisreichen Lebens, das man mit Respekt betrachten sollte. Und Gerhard Cromme ist zurück getreten und beschränkt sein Wirken nun auf Siemens.

Damit hat Konzernchef Heinrich Hiesinger nun die Fäden in der Hand und von seiner zupackenden Art erhoffe ich nun Änderungen bei der Unternehmenskultur von ThyssenKrupp. Erfreulich ist auch, das es bisher nicht zu einem Notverkauf der amerikanischen Stahlwerke "um jeden Preis" gekommen ist. Denn wie ich schon mehrfach schrieb, wäre der Zeitpunkt in meinen Augen ebenso prozyklisch und unglücklich, wie der Zeitpunkt der Investition. Denn es ist gut möglich, dass der Boden des Stahlzyklus nun erreicht ist oder sogar schon hinter uns liegt.

Und zu guter Letzt hat ThyssenKrupp mit Cevian nun einen schwedischen Finanzinvestor an Bord, der einen guten Ruf in der Branche besitzt und ähnlich Deals schon erfolgreich durchzog. Auch das wird die Position von ThyssenKrupp stärken.

Damit hat Heinrich Hiesinger nun die Chance, mit einer grossen Kapitalerhöhung die Abhängigkeit von der Krupp-Stiftung zu durchschlagen und damit auch genügend Luft zu gewinnen, um keinen Notverkauf um jeden Preis bei den Stahlwerken durchführen zu müssen. Das wäre auch die Grundlage, dass man ThyssenKrupp an der Börse wieder aus der Sicht des Wertes der Einzelteile betrachten kann.

Wenn jetzt die richtigen Entscheidungen getroffen werden, erleben wir vielleicht also gerade ein Interregnum, an das sich ein erfolgreicher Neuanfang bei ThyssenKrupp anschliesst. Ich würde es diesem Traditionskonzern wünschen.

Und weil das so ist, ist die Aktie nun auch nicht mehr auf meiner "Igitt"-Liste. Im Gegenteil, ich fange an, mich für einen Einstieg zu interessieren.

Wenn wir auf das Chart mit Tageskerzen schauen, sehen wir auch, dass die Aktie schon seit April einen neuen Aufwärtstrend begonnen hat. Sollte der Kurs nun - vielleicht im Zuge einer allgemeinen Marktkorrektur - zur Trendlinie und damit auch zur 200-Tage-Linie zurück kommen, könnte das ein interessanter Einstiegspunkt werden:

ThyssenKrupp 07.10.13

Im Moment aber neige ich noch dazu abzuwarten, zu wahrscheinlich markiert das Hoch vom 25.09. ein temporäres Hoch im neuen Trend. Und soooo eilig muss man es bei ThyssenKrupp nun auch nicht haben, eine Kapitalerhöhung dürfte den Kurs noch einmal nach unten zerren.

Die Zeit aber, in der ich die ThyssenKrupp Aktie konsequent geschnitten habe, ist nun definitiv vorbei.

Glückauf ThyssenKrupp !

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Tesla Motors – geht der historische Aufwärtstrend nun endlich zu Ende ?

Die Aktie des Jahres ist wohl unzweideutig Tesla Motors (WKN: A1CX3T, TSLA). Wir waren hier auf Mr. Market von Anfang an dabei und hatten viel Spass und schöne Gewinne mit dem sensationellen Anstieg.

Schon im Februar letzten Jahres war das hier Thema eines langen Artikels: -> Tesla Motors, die Zukunft des Automobils <-

Dazwischen haben wir das Thema immer wieder intensiv verfolgt und kommentiert und diesen April war es wieder Thema eines grossen Artikels : -> Tesla Motors, eine Ohrfeige für Winterkorn, Piech, Zetsche und Co. <-

Nachdem Tesla dreistellig wurde, sind wir hier aber vorsichtiger geworden, haben uns individuell mit Trailing Stops noch hoch treiben lassen, aber die meisten Leser dürften nun auf der Seitenlinie stehen, wenn ich nach dem gehe, was in den Foren so zum Thema geschrieben wird.

Denn klar ist, dass bei aller Begeisterung, die auch ich immer noch für Tesla Motors habe, die aktuelle Bewertung sich weit, weit von jedem vernünftigen Mass entfernt hat. Man muss wirklich kein "Raketenwissenschaftler" sein, um das zu erkennen.

Ich habe mal vor Wochen versucht, meine extrem positive Erwartungshaltung an das Geschäftsmodell, in eine optimistische Bewertung zu kleiden und bin dabei rechnerisch auf ca. 80 USD fairen Gegenwartswert gekommen und habe das im Premium-Bereich dargestellt. Was immer noch eine stolze Bewertung für das aktuelle Unternehmen ist, aber wie gesagt, ich glaube eigentlich an den Erfolg des Unternehmens und bin daher bereit, Teile der Zukunft schon heute einzupreisen.

Denn die Flanke, die gerade die deutschen Hersteller auf machen, ist grösser als ein Scheunentor und diese (in meinen Augen) Ignoranz der Elite der deutschen Autobauer (Norbert Reithofer von BMW ausdrücklich ausgenommen), wird sich noch bitte rächen. Man muss sich mal auf der Zunge zergehen lassen, dass meine aktuelle Marke - Audi - vielleicht in ein paar Jahren in Breite brauchbare Hybrid-Modelle auf den Markt bringen wird. Das nenne ich sarkastisch mal "Vorsprung durch Technik" - wobei mir dabei mit spitzer Zunge eher "Stillstand durch Schnickschnack" einfällt. Ach waren das noch schöne Zeiten, als "Fugen-Ferdl" Piëch dort noch Verantwortung als Ingenieur hatte. Ich will aber keine Hybrid-Technik, die alles nur teurer und noch wartungsanfälliger und komplexer macht. Ich will rein elektisch fahren und Tesla beweist, das es schon längst geht, wenn man nur will.

Aber zurück zum Kurs der Aktie und zu meiner Bewertung. Diese "stolzen" 80 USD, die ich aktuell dem Unternehmen zubillige, wären aber immer noch mehr als eine Halbierung des aktuellen Kurses. Man sieht daran, in welche stratosphärischen Spähren sich der Kurs hinauf bewegt hat.

Nun sollte aber niemand glauben, das eine Momentum-Aktie so einfach dreht, nur weil jeder sehen kann, wie überbewertet sie ist. Der Markt macht höchst selten, was alle sehen können. Ich erinnere in dem Zusammenhang nur an Volkswagen, während der Schlacht um Porsche. VW war bei 500€ auch völlig überbewertet und stieg dann in einem brutalen und historischen Short-Squeeze wohin ? Genau, bis 1000 € ! AUA !

Niemand sollte sich also vor die Kurswalze Tesla stellen, nur weil er bzw. sie auch sehen kann, was jeder Mitbürger mit einem dreistelligen IQ sowieso sehen kann: Tesla ist überbewertet, aber who cares ? 😉

Geld kann man auf der Short Seite nicht machen, in dem man sich gegen den Markt stellt. Geld macht man, wenn man mit angeschlagenen Aktien die Reise nach unten mitmacht. Man muss also geduldig warten, bis der Zeitpunkt gekommen ist. Und dafür muss der Kurs erst einmal beweisen, dass es dieses mal wirklich nach unten geht.

Nun haben wir bei Tesla dafür aber eine neue Chance. Schauen Sie mit mir auf das Tageschart eines der sensationellsten Aufwärtstrends, die ich überhaupt je gesehen habe:

Tesla Motors 03.10.13

Sie sehen dass sich Tesla seit 2 Tagen in einer bedeutenden Korrektur befindet. Die entscheidende Frage ist dabei, ob es nur ein neues Tief im bestehenden Aufwärtstrend wird, oder ob nun ein Trendbruch folgt. Und wenn der Trend bricht, dürfte es schnell bis zur 100 USD Markte herunter gehen.

Das erste Warnsignal für den Trendbruch wäre, wenn die untere Trendlinie auch durchbrochen wird. Entscheidend ist aber, dass das Tief vom 08.09.13 bei 158,51 USD hält. Dort in der Nähe befindet sich auch die 50-Tage-Linie. Kann also die Unterstützung um 160 USD den Fall dieses mal nicht stoppen, dann hätten wir ein klares Signal, das dieses mal etwas anders ist im Lande Tesla und der Trend in Frage steht.

Dann kann man dem Gedanken an einen Short vielleicht näher treten. Vorher aber, hat der Trend unseren Respekt verdient. Ich denke immer daran, das solche starken Momentum-Aktien typischerweise lange brauchen, bis sie wirklich einbrechen, bis der Schub der gierig wartenden "Dip-Käufer" ausbleibt. Ich stelle mich nicht gegen den Markt und ich rate nicht. Ich warte geduldig, bis die Zeit vielleicht gekommen ist. Manchmal fällt das schwer und es juckt einen in den Fingern. Aber dann sollte man sich in den Haaren kratzen und nicht in die Tasten des Handelssystems greifen. Warten fällt schwer - gerade auch mir - aber es muss sein.

Und nach der giftigen Korrektur - wenn sie denn kommt - werde ich nicht vergessen, mir Tesla wieder ins Depot zu legen. Denn die mittelfristigen Aussichten sind weiter hervorragend.

Ihr Hari

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Solar Rally – Der in Deutschland übersehene Boom von First Solar bis Yingli

Manchmal macht es Sinn zurück zu schauen, um zu sehen was man verpasst hat. Denn während sich der durchschnittliche deutsche Anleger wie immer lieber mit "Gefallenen Engeln" wie der Commerzbank, Praktiker oder nun K+S herum plagt - weil die ja vermeintlich so "schön billig" seien - scheint ausserhalb Deutschlands ein neuer Boom zu starten, der erhebliches langfristiges Potential in sich birgt.

Und die Leser von Mr. Market waren von Anfang an dabei und viele dürften nun auf hohen Gewinnen von 50% und mehr sitzen. Insbesondere gilt das für die Premium-Mitglieder, denn wir haben das Thema hier ausführlich und nahezu jede Woche adressiert und diskutiert.

Es handelt sich um die Solarenergie, die weltweit endlich in den Massenmarkt eintritt, weil sie schon bald nicht mehr zwingend auf Subventionen angewiesen ist. Die Industrie wird zwar auch in anderen Ländern noch mit Subventionen gefüttert, das ist aber schon bald nicht mehr notwendig. Ein schöner Treppenwitz der Geschichte ist dabei, dass dieser neue Boom an dem Land (Deutschland) nun vorbei zu gehen scheint, dessen politisch Eliten sich eingebildet haben, mit einem dirigistischen Monster wie dem EEG Wirtschafts- und Innovationspolitik "von oben" machen zu können.

Und während es ausserhalb der deutschen Grenzen nun so richtig los geht und selbst über die massenweise Vermarktung von Solarpanels in Grossbritanien nachdenkt, suhlen wir uns hier weiter in den Altlasten von Solarworld & Co. und huldigen lieber dem Götzen eines nach meiner Meinung völlig verfehlten und vermurksten EEG.

Kein Wunder, dass der neue Solarboom an den deutschen Anlegern weitgehend vorbei geht. Nicht aber an uns hier auf surveybuilder.info. Es hat dazu hier im Blog viele Artikel und Diskussionen gegeben und ich bitte Sie explizit heute noch einmal meinen Artikel vom 14. Mai -> Der neue Solar Boom und was das mit Tesla Motors zu tun hat <- erneut zu lesen. Alles was in diesem Artikel steht hat weiter Gültigkeit und ist die Grundlage für das, was ich Ihnen nun zeigen werde. Und prägen Sie sich bitte das Chart des US Solar ETFs TAN ein, der TAN stand am 14. Mai bei 22,34 USD.

Und nun der Solar ETF TAN heute im identischen Chart:

TAN 02.10.13

4,5 Monate später steht der TAN bei 35,89 USD oder 60% höher !

Und wenn Sie den Artikel vom 14. Mai bitte noch einmal lesen, sehen Sie, dass das "mit Ansage" war - die Reversal-Struktur im Chart hat diese Nachricht überbracht. Und auch heute ist die Reversal-Struktur immer noch perfekt und nach Lehrbuch. Insbesondere das Volumen bestätigt die Bewegung und der aktuelle Volumenschub zeigt, dass nun breite Anlegerschichten auf die Bewegung aufmerksam werden.

Natürlich wird der TAN nach diesem Schub auch wieder korrigieren, die Muster zu so einer Gegenbewegung können Sie schön im Chart sehen, so zum Beispiel am 21.05. diesen Jahres. Und für die, die als letzte einsteigen, wird so eine zwangsläufige Korrektur sich sehr schmerzhaft anfühlen.

Aber dieser Dip ist dann wieder mit hoher Wahrscheinlichkeit aus der langfristigen Perspektive zu kaufen. Und wenn doch der unwahrscheinliche Fall eintritt und der Trend nun genau brechen sollte, ist auch das leicht an den Prinzipien der Trendfolge zu erkennen, so dass man den Schaden begrenzen kann.

Nun bin ich sicher, dass einige von Ihnen nun reflexartig denken werden: "Schade verpasst, aber ist mir nun zu weit gelaufen." Wenn Sie zu diesen Lesern gehören, will ich Sie nun schocken.

Denn das obige Chart ist im logarithmischen Massstab, um die prozentualen Verhältnisse angemessen darzustellen. Wenn man aber wissen will, was das Potential ist, wenn man heute 35,89 USD in den Sektor investiert, muss man sich das Chart mit linearem Massstab anschauen. Denn dort sieht man optisch, wie sich das Kapital potentiell vervielfacht. Und ich nehme dazu erneut das Chart des TAN, dieses Mal aber langfristig mit Wochenkerzen seit 2008. Sehen und staunen Sie:

TAN wöchentlich 02.10.13

Ja - das ist das gleiche Chart, nur mit Wochenkerzen ! Kaum zu glauben aber wahr. Und ? Sind Sie immer noch der Meinung, dass der Sektor schon zu weit gelaufen ist ?

Ich glaube es stimmt eher, was ich schon am 14.05. oder 60% tiefer geschrieben habe, Zitat:

Die Solarenergie steht vor einer grossen Zukunft, die gerade jetzt beginnt, wo lokale Stromspeicher der Technologie einen Sinn abseits von staatlichen Subventionsorgien geben. Das weltweite Potential ist gewaltig und es ist für neue Branchen durchaus typisch, dass das richtige Geldverdienen erst in der zweiten Phase los geht, nachdem die erste Phase ihre Euphorie und Depression hinter sich gebracht hat.

Es ist schwer voraus zu sehen, welche Unternehmen das Rennen machen werden. In Deutschland muss man sie aktuell eher nicht suchen. Selbst eine SMA Solar hat gegenüber Power-One Boden verloren, weswegen ABB auch Power-One übernommen hat. Wer Zugriff auf einen breit aufgestellten ETF hat, tut also gut daran, diesem den Vorzug vor Einzelaktien zu geben.

Aber ich bin sehr optimistisch, was die langfristige Performance des Sektors in den nächsten Jahren angeht. Das ist ein Thema, was man nun vielleicht wirklich im Sinne “Buy and Hold” ins Depot legen kann und einfach gelassen abwarten, wie sich die Technologie entwickelt. Um die Zukunft der Solarenergie als Technologie ist mir auf jeden Fall nicht bange.

Sic ! Und wenn es doch nicht stimmt und morgen theoretisch die Kernkraft zum neuen Boom ansetzt, dann gibt es dafür Stops zur Risikobegrenzung, die konsequent unter das letzte bedeutende Tief zu setzen sind.

Wenn Sie also in Zukunft selber an Bewegungen wie im Solar-Sektor oder bei Tesla Motors Teil haben wollen .... und wenn Sie bereit sind, wirklich zu lernen wie die Märkte funktionieren, statt die immer gleichen Geschichten um die immer gleichen Aktien zu lesen, dann stossen Sie doch zum Premium Bereich der surveybuilder.info Community dazu.

Was ich Ihnen versprechen kann ist nur harte Arbeit und lernen, lernen, lernen. Zu solchen Volltreffern, wie wir sie nun bei Solar und Tesla in kurzer Zeit hatten, gehört immer auch ein Quäntchen Glück. Aber das Begreifen der Märkte ist die Grundvoraussetzung dafür, solche Treffer überhaupt landen zu können. Und Begreifen ist nur dann möglich, wenn man auch den Mut hat, in den Spiegel zu schauen und das eigene Anlage-Verhalten als das zu erkennen, was es in der Regel ist: irrational und von Angst und Gier hin und her geworfen, ein Spielball des medialen Dauerfeuers.

Wer das ändern will, muss Energie aufwenden und dabei will ich im Premium-Bereich Ihr Guide sein. Die Mehrzahl der aktiven Mitglieder dieses Blogs ist schon dabei. Deren Feedback können Sie -> hier <- oder direkt im Forum lesen.

Ihr Hari

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Aufwärtstrend bei chinesischen Bluechips – Update

Vor drei Wochen hatte ich Sie hier unter dem Titel -> Die kaum beachtete Rally in China <- auf die Geschehnisse in China hingewiesen, die hier in Deutschland kaum bemerkt werden und sich besonders an den in Hongkong notierenden, grossen chinesischen Bluechips manifestieren.

In dem Artikel hatte ich es für wahrscheinlich erklärt, dass sich zunächst eine Korrektur im Hang Seng China Enterprise Index (HSCE) bis zur Trendlinie anschliessen würde, bevor eine Chance auf Trendfortsetzung besteht.

Genau das ist nun passiert und der HSCE sitzt nach einigen schwachen Tagen nun bald auf der Trendlinie auf.

Womit sich nun attraktive Szenarien für einen Trade ergeben, je nach Wahl in Richtung des Trends oder mit einer Wette dagegen. Ich persönlich gebe der Trendfortsetzung deutlich grössere Chancen.

Allerdings wissen wir ja, dass uns Mr. Market das Leben gerne schwer macht. Insofern hat ein Szenario gute Chancen, nachdem der HSCE zunächst zur 50-Tage-Linie (blau) durchtaucht und einen Bruch der gezeichneten Trendlinie simuliert, bevor er dann doch wieder nach oben dreht. Defacto würde das einen erneuten Retest von oben der Ausbruchszone aus dem fallenden Abwärtstrend bedeuten. Denn genau dort liegt auch aktuell die 50-Tage-Linie. Dieser Retest von oben ist auch etwas, was Kurse gerne noch einmal machen, bevor sie dann endgültig nach oben wegdrehen.

Deshalb möchte ich daran erinnern, dass Trendlinien nur einen Trend visualisieren, ihn aber nicht definieren. Definiert wird ein Trend durch immer höhere Tiefs und höhere Hochs. Und endgültig gebrochen wäre der neue Aufwärtstrend deshalb auch erst dann, wenn die Tiefs von Ende August unterschritten würden - und die sind noch weit entfernt.

Ein erstes Warnsignal wäre es aber trotzdem, wenn der HSCE nun nicht die Kraft findet, bald wieder nach oben zu drehen. Geschieht das aber nun "auf den Punkt" im Bereich zwischen Trendlinie und 50-Tage-Linie, dürfte ein neues Verlaufshoch ganz schnell auf der Agenda stehen. Ich werde deshalb nun aufmerksam nach einem Swing Low Ausschau halten, das eine Trendfortsetzung indizieren würde.

HSCE 01.10.2013

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