Klöckner (WKN: KC0100) und der Stahlsektor vor der Wende ?

Dass der europäische Stahlsektor Lebenszeichen sendet und an einer potentiellen Wende aus einem jahrelangen Jammertal arbeitet, ist offensichtlich und will ich hier nicht erneut darstellen.

Allerdings darf man dabei nicht übersehen, dass der Abbau der Überkapazitäten immer noch sehr langsam von statten geht, was die Geschwindigkeit einer möglichen Wende begrenzt. Nur eine überraschend starke Konjunktur- und damit Nachfrage-Entwicklung in Europa, könnte dieses Problem sehr schnell und ohne weitere Schmerzen beseitigen. Davon ist aber in Europa, bei allen positiven Zeichen, noch nichts zu sehen.

Aufgrund dieses Fragezeichens scheint aus dem Sektor aber gerade der Stahlhändler Klöckner nun wieder interessant, der sich nicht mit unprofitablen Produktionsstätten herum schlagen muss.

Besonders helfen dabei Klöckner seine grossen Aktivitäten in den USA, denn der wirtschaftliche Aufschwung der Schwerindustrie ist in den USA schon weit deutlicher zu bemerken, als hier in Europa. Die Kursentwicklung einer AKSteel (WKN: 890363, AKS) ist dafür Indiz.

Was aber bei Klöckner vor allem ins Auge springt, ist der Aufbau einer sehr grossen, jahrelangen inversen Schulter-Kopf-Schulter Umkehrformation, die ich Ihnen hier im Chart mit Wochenkerzen nahe bringen will.

Klöckner 15.01.14

Beachten Sie bitte dabei, dass diese Formation erstens nicht idealtypisch ist und die Bestätigung durch das Volumen noch fehlt. Zweitens ist die gezeichnete Nackenlinie nur eine Annäherung, endgültig und im Detail präzise, ist die Nackenlinie immer erst dann zu benennen, wenn die Formation ausgelöst wurde. Und drittens vergessen Sie bitte nicht, dass eine SKS oder iSKS Formation erst dann gute statistische Wahrscheinlichkeiten für eine Fortsetzung generiert, wenn die Formation auch ausgelöst wurde. Und das ist hier noch nicht geschehen, weil der Kurs noch nicht über die Nackenlinie hinweg gestiegen ist. Im Moment ist das nur eine "mögliche" iSKS und damit noch ohne Prognosekraft !

Dieses alles einschränkend voraus geschickt, legt diese Formation aber trotzdem beredtes Zeugnis von einer Wendeformation und damit einer Kursentwicklung ab, in der mit etwas Geduld erhebliche Chancen nach oben liegen. Ein harter Stop sollte dabei unter die rechte Schulter, die nicht mehr unterschritten werden darf. Danach sieht es aber im Moment wirklich nicht aus.

Wer den möglichen Rebound des Stahlsektors spielen will, finden nach Jahren des Trauerspiels nun bei Klöckner vielleicht ein interessantes Chance-Risiko-Verhältnis vor.

Übrigens noch ein Hinweis in eigener Sache: Falls Sie sowieso bald Mitglied im Premium-Bereich werden wollten und es sich nur noch um die Frage "wann" dreht, sollten Sie wissen, dass es ab dem 01. Februar auf surveybuilder.info.de eine -> veränderte Preisstruktur für Neumitglieder <- gibt !

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JPYUSD oder was der japanische Yen mit der aktuellen Korrektur zu tun hat

Nachdem der Markt seit Jahresanfang nach einer Richtung suchte, haben wir gestern Abend in den US Indizes zum ersten Mal seit langer Zeit echten Abgabedruck erlebt.

Ein Abgabedruck, der auf mich wie ein frischer Regen nach einer zu langen Trockenperiode wirkte. Denn so sehr wir doch alle Sonne mögen, zu viel Sonne ist dann auch nicht gut. 😉

Diese gestrige Schwäche wurde dabei wieder einmal durch den japanischen Yen indiziert, den man sich am besten im Währungspaar JPYUSD zum Dollar anschaut.

Denn der Yen ist seit 2012 in einer strukturellen Schwächephase, die durch die "Abenomics" des japanischen Premierministers Shinzō Abe ausgelöst wurde. Eine Schwächephase die gewollt ist, weil so die japanische Exportwirtschaft gefördert und die Zinsen niedrig gehalten werden sollen.

Auch das Chart mit Tageskerzen zeigt eindrucksvoll den massiven Abwärtstrend in JPYUSD seit 2012. Das massive, monatelang zulaufende Dreieck, hat diesen Trend deutlich untermauert und der Kurs ist dann auch, wie aus dem Lehrbuch, nach unten aus dem Dreieck ausgebrochen und hat neue Tiefststände generiert.

Yen 14.01.14

Allerdings liegt hier auch das Problem. Die Bewegung ist so eindeutig, dass die Yen Schwäche grosser Konsens bei den institutionalen Anlegern ist. Die Herde setzt also auf einen weiteren Verfall des japanischen Yen.

Und damit ist der Yen auch wieder zum Vehikel massiver "Carry Trades" geworden, mit denen Kapital generiert wurde, das dann in andere Märkte - insbesondere in den US Aktienmarkt - investiert wurde.

Ein "Carry Trade" funktioniert dabei so, dass man sich Geld im japanischen Yen zu Minizinsen leiht, um dieses Kapital dann in anderen - höher rentierlichen - Märkten zu investieren. Wenn man Recht hat und der Yen weiter abwertet, generiert man einen zusätzlichen Gewinn, wenn man das geliehene Geld später im dann abgewerteten Yen zurück zahlt.

Solange der Abwärtstrend im Yen andauert, ist so also leichtes Geld zu machen und gleichzeitig wird so die weltweite Anlageliquidität erhöht. Der Carry Trade wirkt also wie ein Boom-Programm für die Finanzmärkte und erzeugt damit mittelbar weitere Kursgewinne in den grossen Indizes

Umgedreht, wenn dieser Carry Trade aufgelöst werden muss weil der Yen anzieht, wird das den Märkten massiv Anlagekapital entziehen. Die Folge sind dann mit hoher Wahrscheinlichkeit fallende Kurse. Denn nach wie vor gilt: Liquidity rules !

So war die vorangegangene Stärke im Yen schon vorgestern ein erstes Warnsignal. Und als gestern der Yen auch die wichtige Zone erreichte und temporär durchschlug, die durch das alte Tief des Dreiecks von Mai 2013 gekennzeichnet ist, setzen dann auch die Abgaben im Aktienmarkt ein. Und heute in der Frühe war auch der japanische Markt logischerweise sehr schwach. Im grösser aufgelösten, obigen Chart wird das Geschehen noch deutlicher:

JPYUSD 14.01.14

Der starke Yen der letzten Tage hat diese Korrektur also indiziert. Und deshalb haben wir hier im Premium-Bereich auch ein Auge auf die weitere Entwicklung. Denn wenn der Yen nun nicht an dieser Widerstandszone dreht, sondern weiter nach oben läuft, dürfte der Carry Trade in Gefahr geraten und ein Schwächeanfall der Weltaktienmärkte ist dann höchst wahrscheinlich.

Umgedreht, wenn der Yen nun doch weiter fällt und den Widerstand nicht überwinden kann, besteht zumindest von dieser Seite weiter grünes Licht für die aktuelle Rally.

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ThyssenKrupp (WKN: 75000) springt mit neuer Erholungsphantasie an

Mitglieder im Premium-Bereich wissen, dass ich seit der Kapitalerhöhung im alten Jahr, die Aktie von ThyssenKrupp (WKN: 750000) für einen möglichen Rebound im Auge habe.
Aber auch im freien Bereich habe ich das zuletzt im Oktober unter dem Titel -> Das Interregnum vor dem Neuanfang <- thematisiert.
Machen Sie sich mal den Spass und vergleichen das Chart, das ich Ihnen im Oktober gezeigt habe, mit dem späteren Ablauf. 😉

Warum schien mir ein Rebound denkbar ? Ganz einfach, weil die Nachrichtenlage nicht schlechter sein könnte und niemand mehr einen Pfifferling auf das Unternehmen gab. Gleichzeitig aber kamen unter dem Druck der Umstände die strukturellen Änderungen in Gang, die viel zu lange haben auf sich warten lassen.

So ist mit Cevian nun ein kompetenter Finanzinvestor engagiert, der massiv auf eine Bereinigung der ganzen Altlasten drängen wird. Weiter wurde durch die Kapitalerhöhung nicht nur dringend notwendige Frischluft bei der Kapitalausstattung verschafft, sondern es wurde auch die Sperrminorität der Krupp-Stiftung gebrochen, die nach meiner Ansicht deutlichen Anteil am Niedergang des Unternehmens hatte. Und zuletzt wurde durch den Abgang von Gerhard Cromme als Aufsichtsratchef der Vorstand gestärkt, Cromme als erwarteter Nachfolger von Berthold Beitz, hatte einfach eine zu starke Stellung im Machtgefüge.

Mit der vollzogenen Kapitalerhöhung kulminierten alle diese Entwicklungen, während gleichzeitig der Kurs nicht mehr deutlich unter 17€ fallen wollte. Erfahrene Börsianer wissen genau was es bedeutet, wenn ein Kurs im Lichte schlechter Nachrichten nicht mehr fallen will. Die Wahrscheinlichkeit einer Wende ist dann deutlich erhöht, weil alle möglichen Katastrophen schon eingepreist sind.

Heute nun schiesst ThyssenKrupp um über 3% nach oben. Unter anderem, weil eine unscheinbare Nachricht über den Ticker geht. ThyssenKrupp hat die bisher eigenständigen Anlagenbauunternehmen des Konzerns . Aber auch die Aussagen von Konzernchef Hiesinger, der will, haben sicher massiv geholfen.

Der Markt reagiert nach meiner Einschätzung deshalb darauf so begeistert, weil dadurch die Zerschlagungsphantasie befeuert wird. Denn ThyssenKrupp hat einen grossen Vorteil gegenüber beispielsweise einer Salzgitter. ThyssenKrupp hat einige "Perlen" im Bereich Anlagenbau als Einzelteile in seinem Konzernverbund, die unter Wert gehandelt werden, weil sie durch das Elend des Stahls in ihrem Wert überdeckt werden. Ich vermute, dass diese Sicht auf die "Perlen", auch den Finanzinvestor Cevian zum Einstieg motiviert hat.

Mit der heutigen Aktion kommt Phantasie in die Aktie, die Phantasie einer Abspaltung, ja selbst eines Börsengangs der Anlagenbauer. Und all das treibt den Kurs und wird ihn mit guter Wahrscheinlichkeit weiter treiben. Diesen Freitag findet dann in Bochum die Hauptversammlung statt. Und wenn dort die richtigen Worte gefunden werden und sich ein Lösung der existenziellen Probleme andeutet, hat die Aktie noch einiges Potential nach oben.

Man sieht am Geschehen wunderschön, wie sinnlos es ist, sich über Nachrichten zu sorgen, die der Markt schon lange kennt. Und wie wertlos das ganze prozyklische Gerede um die Probleme von ThyssenKrupp war, das zuletzt immer wieder das Internet füllte. Welchen Wert hat es auch, wenn der hunderste Schreiber noch einmal nacherzählt, was der Markt schon längst weiss ? Vor 1 Jahr waren die Probleme um die Werke in Amerika noch kursrelevante Nachrichten. Nun ist das alles schon verarbeitet.

Und um das zu erkennen, hätte man einfach nur auf das Chart schauen müssen, denn das zeigt bei ThyssenKrupp schon seit Monaten ganz rational und unemotional einen neuen Aufwärtstrend. Und zeigte zum Zeitpunkt der Kapitalerhöhung, wie hier neues Kapital in die Aktie floss. Und solange das Tief im Zuge der Kapitalerhöhung bei 16,575€ nun nicht mehr unterschritten wird - das damit auch einen logischen Stop markiert - ist der Trend intakt. So einfach ist Börse manchmal. 🙂

ThyssenKrupp 13.01.14

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Sind Industrieaktien – am Beispiel General Electric – nun billig oder teuer ?

Ich möchte heute mal ein Gedankenexperiment mit Ihnen machen und die plakative Frage stellen, ist General Electric (WKN 851144, GE) nun billig oder schon zu teuer ?

GE wähle ich aus zwei Gründen. Erstens weil es nur wenige Aktien gibt, bei denen man so schöne Vergleichsdaten in die Vergangenheit hinein bekommen kann. Und zweitens, weil GE immer noch, der Benchmark für die US, aber auch für die weltweite Industrie ist.

Und wenn die US Industrie nun auf die Beine kommen sollte - wonach es ja aussieht - wird die breit aufgestellte GE profitieren. Insofern ist die Frage doch spannend, ob GE heute schon überbewertet ist.

Jetzt könnte man diese Frage natürlich anhand der populären Parametern wie KGV und KBV beantworten wollen, aber das führt für langfristige Betrachtungen nicht wirklich weiter. Denn das KGV ist ein Wert, der sich an den Gewinnerwartungen orientiert, dummerweise ändern diese sich im Laufe der Zeit massiv.

Und das KGV ist entgegen der landläufigen Annahme auch ein ziemlich mieser Indikator, um Unter- oder Überbewertungen aufzuspüren, bei Zyklikern ist das KGV an den Wendepunkten sogar ein Kontraindikator. Ich habe diese Problematik ausführlich im Artikel -> Warum billige Zykliker teuer sind und umgekehrt <- ausgeführt und kann jedem, der diesen Zusammenhang nicht kennt, nur wärmstens empfehlen, den Artikel noch einmal zu lesen.

Aber auch das vermeintlich so objektive KBV ist in Zeiten des IFRS auch nicht mehr das , was es mal war, weil auch der Buchwert zyklischen Schwankungen unterliegt, von Verzerrungen durch Goodwill ganz zu schweigen. Denken Sie alleine mal an die Bewertung von Lagerstätten bei Rohstoffen, die natürlich auch vom langfristigen Rohstoffpreis abhängt. Auch diese Problematik habe ich in dem Artikel -> Vom Irrsinn des IFRS oder warum einfache Kennziffern wie das KBV kaum Aussagekraft haben <- ausgearbeitet.

Was uns also sinnvoll bleibt um das Bewertungspotential, der GE Aktie zu vergleichen, ist der Kursverlauf im sehr langfristigen Chart, den man - wenn man es ganz genau machen wollte - um die Inflation diskontieren müsste. Letzteres ist schwierig und habe ich hier nicht vollzogen, aber auch ohne die Anpassung bekommt man ein Gefühl dafür, welche Bewertungen bei einer Aktie wie GE im Maximum wie Minimum möglich sind, wenn die Gewinnsituation und Konjunktur die entsprechenden Voraussetzungen schaffen.

Schauen wir also auf das GE-Chart mit Wochenkerzen, das bis 1996 zurück reicht. Und was sehen wir ?

GE 09.01.14

Wir sehen eine phantastische Chance Ende 2008, diese Ikone zu Ausverkaufspreisen auf dem "Grabbeltisch" ins Depot zu legen und sich dann bis heute schlafen zu legen - genau da, wo auch Warren Buffet zugeschlagen hat.

Und wir sehen auch, dass sich für GE bald die Frage stellt, ob die Aktie aus der jahrzehntelangen Konsolidierung ausbrechen kann. Diese Konsolidierung ist gleichbedeutend mit dem säkularen Bärenmarkt an den Aktienmärkten, der 2000 begann.

Das es sich nur um eine Konsolidierung handelt wird klarer, wenn wir das Bild bis 1984 expandieren:

GE 09.01.14 842

Ich betrachte GE als das Musterbeispiel für die übergeordnete Lage der weltweiten Industrie-Märkte. Wir sehen anhand GE, dass die Industriesektoren immer noch in einem säkularen Bärenmarkt gefangen sind, der 2000 begann.

Aber wir sehen auch, dass GE im langfristigen Massstab aktuell zwar nicht mehr billig, aber auch keineswegs zwingend zu teuer ist. Wenn die US Industrie wirklich anziehen sollte, gibt es keinen Grund, warum GE nicht auch doppelt so hoch notieren könnte wie heute. Und damit würde das Ende dieses säkularen Bärenmarktes eingeleitet.

Das sagt jetzt nichts darüber aus, ob wir in 2014 eine 20% Korrektur erleben oder nicht. Das ist sehr gut möglich. Es eröffnet aber den Blick für die sehr langfristige Perspektive. Denn irgendwann wird dieser Bärenmarkt enden und eigentlich ist die Zeit bald reif dafür. Und dann beginnt der Spass an den Aktienmärkten erst so richtig.

Lassen wir uns also von den Zahlen der hohen Indexstände nicht blenden. Es gibt noch Bluechips mit Potential. Und diese dürften unter anderem im Industriebereich zu finden sein.

Ziehen Sie aus diesen Aussagen aber keine Schlussfolgerungen für die Kursentwicklung morgen oder nächste Woche. Das sind zwei verschiedene paar Schuhe. Ich will mit dem Beispiel GE eigentlich nur erneut klarmachen, dass die hohen Zahlen der Indizes genau nichts bedeuten. Die langfristige Frage ist eher, ob die Weltwirtschaft wieder Katalysatoren oder innovative, technologische Durchbrüche erlebt, die den nächsten grossen Bullenmarkt einleiten. Denn bei aller Begeisterung über die aktuelle Kursentwicklung, im ganz grossen Bild befinden wir uns immer noch in einem säkularen Bärenmarkt. Vielleicht am Ende desselben, aber immer noch nicht endgültig raus.

In diesem Zusammenhang möchte ich auch noch einmal an den Artikel
-> Aktienmärkte von 1896 bis heute – Steht ein neuer, säkularer Bullenmarkt bevor ? <- erinnern.
Ein Artikel, der aus einer anderen Warte, zu einer sehr ähnlichen Schlussfolgerung kommt.

Bleiben wir also offen für die Möglichkeiten. Alle hacken auf den Notenbanken herum und ich gehöre da ja auch dazu, weil ich weiss auf welcher Rasierklinge wir da gerade balancieren. Und die Vernunft gebietet, nun von einer baldigen, scharfen Korrektur an den Märkten auszugehen.

Aber kurzfristige Korrektur hin oder her, stellen wir uns nur mal theoretisch vor, es gelänge den Notenbanken doch das Kamel durchs Nadelöhr zu bugsieren und einen selbst tragenden, weltweiten Aufschwung zu initiieren, der dann durch neue Technologien wie 3D Druck oder Biotech massiv befeuert wird.

Wo stehen wir denn 2020 dann an den Aktienmärkten ? Hat sich 1981, bei einem Stand des Dow Jones Index von 1000, als der letzte grosse säkulare Bärenmarkt zu Ende ging, jemand ernsthaft vorstellen oder glauben können, dass der gleiche Index 1999 bei rund 11.000 notieren würde ?

Lassen Sie uns einfach offen für die Möglichkeiten bleiben. Die Zukunft ist und bleibt unbestimmt und hat jede Menge Überraschungen für uns parat. Und lassen Sie uns auf den menschlichen Erfindergeist setzen. Auch wenn in Deutschland gerade "bewahren" und das Festhalten am Status Quo en vogue ist, Deutschland ist nicht die Welt ! Und der Wandel ist gut, unsere ganze menschliche Existenz beruht auf dem evolutionären Erfolgsmodell Wandel. Früher nannte man das auch hier im positiven Sinne "Fortschritt" !

Ihr Hari

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Wird es Zeit, die Goldminen, den GDX oder Barrick Gold in den Blick zu nehmen ?

Werfen wir heute, zum Beginn des neuen Jahres, mal einen Blick auf einen der meist verprügelten Sektoren des vergangenen Jahres - die Goldminen. Hier beispielhaft am grossen US ETF "GDX", in dem sich auch "Big Money" tummelt.

Aus reiner Reversal-Logik könnte man nun argumentieren, dass das, was letztes Jahr so schlecht lief, alleine deswegen nun in 2014 gute Chancen hat. Dergleichen Argumente liest man auch verschiedentlich.

Diese Logik ist auch nicht völlig falsch, als Timing-Instrument aber eher ungeeignet. Sicher wird auch bei den Goldminen irgendwann eine "Mean Reversion" einsetzen und der Sektor wird wieder signifikant anziehen. Und dann sind schnell grosse Gewinne drin. Das Konzept der "Mean Reversion" ist universell und funktioniert an den Märkten immer wieder. Nur muss dieser Zeitpunkt nicht jetzt sein, nur weil das Jahr gewechselt hat. Vielleicht erlebt der Sektor auch erst erneut neue Tiefststände, bevor dann in der zweiten Jahreshälfte die Wende einsetzt. Wie gesagt, als Timing-Instrument ist die "Mean Reversion" eher ungeeignet, ein Gummiband kann sich in der Regel weiter dehnen, als wir alle ahnen.

Fundamental ist diese Wende durchaus "in Arbeit", weil praktisch alle Minen nun ihren Fokus auf Kosten und Profitabilität legen, unrentable Projekte zurück schneiden und so den Goldpreis deutlich senken, ab dem die Minen-Operationen profitabel sind. Wenn also irgendwann der Goldpreis auch mitspielt, wird das zu schnell steigenden Gewinnen im Sektor führen und die Kurse werden eine Rally durchlaufen.

Nur ist der Zeitpunkt ungewiss und nur weil der Sektor in 2013 verprügelt wurde, muss dieser Zeitpunkt nicht jetzt sein - er kann es aber durchaus. Gold hat ja nun auch die Chance einen Doppelboden auszubilden, aber auch beim Goldpreis steht der Beweis noch aus und ein erneuter Abtaucher bis 1000 USD ist noch nicht vom Tisch.

Insofern macht es mal wieder viel mehr Sinn - als Spekulationen nachzuhängen, die sowieso zu nichts führen - einfach auf die Price-Action im "Hier und Jetzt" zu schauen und zu hören, was uns der Markt gerade sagen will.

Schauen wir dabei auf das langfristige Chart mit Wochenkerzen des GDX, sehen wir den brutalen Abwärtstrend, den man auf zweifache Art und Weise zeichnen kann. Dieser Abwärtstrend ist nicht gebrochen, was klar indiziert, das es zu früh ist, eine Wende im Sektor auszurufen.

GDX 08.01.14

Allerdings zeigt der Verlauf auch, dass wir gute Chancen haben nun bald einen Boden auszubilden. Der Volumenanstieg spricht eine deutliche Sprache, hier liefert sich grosses Geld nun ein Duell. Und während in den frühen Phasen des Absturzes niemand dagegen gehalten hat -das war eher wie ein langsames Ausbluten - tobt nun ein massiver Kampf der Bullen und Bären unter der Decke und es findet scheinbar eine Distribution statt, mit guter Wahrscheinlichkeit von den schwachen zu starken Händen, die nun akkumulieren.

Insofern ist das eine potentiell interessante Entwicklung, mit grossem Potential, aber noch ist es zu früh, die Signale auf Grün zu setzen. Noch hat der Abwärtstrend den Sektor im Griff.

Schauen wir dagegen auf das mittelfristige Chart mit Tageskerzen, sehen wir deutlich, was wir zuletzt auch bei den Kursen der Einzelaktien wie Barrick Gold (WKN: 870450) fühlen konnten. Es scheint seit Anfang Dezember eine Stabilisierung statt zu finden, die das Potential zur Bodenbildung hat - aber erneut: dieser Beweis ist noch nicht angetreten !

GDX 08.01.14 Tag

Vielmehr sehen wir auch hier den mittelfristigen Abwärtstrend, sehen aber auch, wie kurz der GDX davor ist, diesen das erste Mal hinter sich zu lassen. Und wir sehen da noch ein Gap vom Jahresanfang 2014 lauern, das noch nicht geschlossen ist und vielleicht noch wird, bevor die Entscheidung so oder so eintreten kann.

Wenn der GDX aber diesen Abwärtstrend nimmt, bestehen gute Chancen für eine schnelle Bewegung bis in den Bereich von 25 USD - womit sich dann auch die Frage des langfristigen Abwärtstrends stellen würde.

Fazit aus meiner Sicht:

Wer mit einem Zeithorizont von Jahren operiert und ebenso tiefe Taschen wie dicke Nerven hat, kann auf diesen Niveaus vielleicht anfangen, die Goldminen langsam zu akkumulieren. Man sollte sich dann aber im Klaren darüber sein, das der Sektor schnell noch einmal eine weitere Abwärtsstufe von 20% generieren kann, bevor dann wirklich eine Wende ansteht.

Wer - wie die meisten Anleger - eher im Zeithorizont Monate unterwegs ist, weil er Jahre in der Regel sowieso nicht durchhält, hat in der aktuellen Lage (noch) keinen zwingenden Grund in den Sektor einzusteigen. Denn noch zeigt der Trend klar abwärts. Allerdings könnte der Grund schnell geliefert werden, weswegen es schon heute Sinn macht, auf den Sektor ein aufmerksames Auge zu werfen.

Bedenken Sie in diesem Zusammenhang bitte erneut, dass die Fixierung auf die ersten Prozent eines neues Trend und der Versuch den Boden exakt zu treffen, bei längerfristigen Anlagen sowieso vergeudete Energie ist. Die ersten paar Prozent zu verpassen, weil man ruhig abwartet bis die Signale wirklich auf Grün stehen, sind gar kein Problem. Viel wichtiger für den Erfolg ist dann, wenn der Trend etabliert ist, auch wirklich ruhig und dauerhaft dabei zu bleiben. Und die gleichen Mechanismen, die manche Anleger hektisch veranlassen, den vermeintlich "perfekten Tiefpunkt" treffen zu wollen, treiben diese Anleger dann wieder viel zu früh aus einer Position heraus, die gerade erst den grossen Schwung nach oben aufnimmt.

Wenn Sie kein kurzfristiger Trader sind, bleiben Sie also gelassen, die Goldminen laufen Ihnen nicht weg. Wenn dieser Wurm irgendwann wirklich dreht, wird auch der neue Trend eher wieder Monate und Jahre andauern, es gibt keinen Grund für Hektik oder Torschlusspanik. Lassen Sie statt dessen den Sektor selber beweisen, dass er nun wirklich zur Wende ansetzen will, dann ist es immer noch früh genug einen Zeh ins Wasser zu stellen.

Ihr Hari

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Solar Sektor 2014 mit guten Chancen

Wenn Sie mich zum Anfang des neuen Jahres fragen, in welchen Sektoren ich für 2014 ein gutes Chance-Risiko-Verhältnis sehe, ist die Antwort ganz klar: Solar !

Im Sektor passt nach meinem Eindruck einfach alles. Erstens sind die fundamentalen Treiber nicht nur weiter aktiv, sie zünden überhaupt jetzt erst weltweit so richtig. Zweitens ist das Sentiment noch keineswegs euphorisch, erst seit letztem Herbst ist der breite Markt so richtig auf den Sektor aufmerksam geworden. Und Drittens hat der Sektor schon einen Teil einer notwendigen Korrektur zum Ende 2013 vollzogen und damit auch etwas Luft aus einer überkauften Markttechnik abgelassen.

Ich habe hier auch schon öfter thematisiert, dass Solar bisher eine Nischentechnologie war, die eigentlich zu teuer und wirtschaftlich fragwürdig war, ausser dort, wo mit massiven steuerlichen Umverteilungsorgien nachgeholfen und damit der normale Energiemarkt ausser Kraft gesetzt wurde.

Das Hauptproblem von Solar waren dabei nicht nur die Erzeugungskosten der Kilowattstunde, sondern vor allem das völlige Fehlen sinnvoller Speichertechnologien. Denn ohne Stromspeicher, hat Solar nun einmal die dumme Eigenschaft, nicht immer dann Strom zu erzeugen, wenn er gebraucht wird. Und so produzieren unsere über das EEG subventionierten Solardächer alle fröhlich Strom, der aber bisher zu grossen Teilen wirkungslos verpufft, weil er nicht gespeichert und abgenommen werden kann. Strom, von dem der lokale Hausbesitzer in der Regel auch nichts hat, ausser eben den wirtschaftlichen Gewinn durch die überhöhten Einspeisesätze, die er aber "hintenrum" - über den Strompreis - dann wieder bezahlt.

Was wiederum auch die Umweltbilanz viel negativer macht, als man uns allenthalben glauben machen will, denn bei der Produktion der Solarzellen, werden ja teure Materialien verbraucht, Abfälle und eben auch Stromverbrauch produziert. Alles Aufwendungen, die sich erst später durch gewonnene Kilowattstunden amortisieren müssen. Und zwar nicht nur von den reinen Kosten, sondern auch von der Umweltbilanz her.

Genau dieses Kernproblem der "vergeudeten Kilowattstunden", wird nun aber in den kommenden Jahren verschwinden, denn dafür sorgt das Aufkommen der Elektromobilität und damit die Produktion günstigerer Stromspeichertechnologien, die früher oder später in Grossserie produziert und zu stark fallenden Preisen für die gespeicherte Kilowattstunde führen werden.

Wenn aber die Solarenergie mit einer effektiven Speichertechnologie verknüpft wird, wird sie zur idealen, geradezu perfekten Energieform. Eine Energie, die ohne Emissionen, vollständige Autarkie von Stromnetzen ermöglicht und damit auch Anwendungen ermöglicht, an die man heute noch gar nicht denken mag. Denn bisher war die moderne Zivilisation an die Nähe zur zivilisatorischen Infrastruktur gebunden und dehnte sich daher langsam wie ein Netzwerk aus. Mit völliger Energieautarkie ist Zivilisation im Prinzip überall möglich, selbst auf dem Mond und Mars. Neben dem Vorkommen von Wasser ist Energie das zweite "Grundnahrungsmittel" der Zivilisation. Die meisten anderen Dinge kann man mehr oder weniger erzeugen und produzieren, wenn Wasser und Energie im Überfluss vorhanden sind. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Und die Autarkie ist ein so hohes Gut, dass auch die Preisfrage in den Hintergrund tritt, solange der so erzeugte Strompreis nur um überschaubare Prozentwerte vom "Netzstrom" abweicht. Für mich wäre es zum Beispiel ein Traum, in meinem Haus die Verbindung zum Stromnetz kappen zu können und ich weiss von vielen anderen, die genau so denken. Und wenn ich einmal autark bin, interessiert mich der theoretische Preis der erzeugten Kilowattstunde auch nicht mehr. Ich denke dann eher in klassischen Investitionszyklen, genau wie beim Auto, wo man beim Kauf sich in der Regel auch keine Gedanken darum macht, ob der Fahrtkilometer hinterher über die Lebenszeit 0,96 oder 1,14€ kosten wird, sondern eher die einmalige Investition im Blick hat.

Und für die Emerging Markets, wie für das chinesische Riesenreich oder Sibirien, Australien oder Kanada, wäre es ein Traum, die grossen Landflächen mit einer autarken Energieform zuverlässig versorgen zu können.

Deswegen halte ich die Solarenergie für die primäre Profiteurin der Elektromobilität, beide Technologien gehen Hand in Hand und Elon Musk sorgt nicht ohne Grund für Nähe zwischen Tesla Motors (WKN: A1CX3T) und Solar City (WKN: A1J6UM). Und das Aufkommen günstiger Speichertechnologien für Strom, wird den Verkauf der Solarenergie weltweit massiv befeuern. Und das ganz ohne staatliche Subventionen, einfach weil diese Kombination die perfekte Energieversorgung ist.

Und deswegen hat der weltweite Siegeszug der Solar-Energie nach meinem Eindruck gerade erst begonnen und wenn es nicht durch staatliche Eingriffe verhindert wird, steht dem Sektor wohl ein goldenes Jahrzehnt bevor.

Ich sage dabei bewusst "dem Sektor", denn bei einzelnen Unternehmen kann es ganz anders ausssehen. Wie bei allen modernen Technologien durchlaufen diese Innovationszyklen und ich bin keineswegs überzeugt, dass die Silizium basierten, starren Dachpanels wirklich noch das Bild der Solarenergie in 10 Jahren prägen werden. Auch in der Computerindustrie stehen die heutigen Grössen wie Apple, Microsoft, Google & Co. auf den Leichen unzähliger börsennotierter Gesellschaften, die irgendwann die falsche technologische Abzweigung genommen haben.

Deswegen ist es grundsätzlich gefährlich, in diesem Sektor einzelne Unternehmen langfristig zu spielen. Und dass der ganze Sektor vor einer grossen Zukunft steht, bedeutet im Umkehrschluss nicht, dass das ebenso für jedes einzelne Unternehmen gilt.

Glücklicherweise haben alle mit professionellem Börsenzugang zur Wallstreet, ja aber Zugriff auf die beiden grossen ETFs des Solarsektors und "KWT". Und diese ETFs sind in meinen Augen auch die idealen Vehikel, um den Aufstieg des Sektors langfristig zu spielen.

Schauen wir auf das Chart des TAN mit Wochenkerzen, sehen wir die perfekte Wendeformation mit der brillianten Performance von 2013:

TAN 06.01.14

Das Schöne dabei ist, dass der TAN Ende 2013 schon etwas korrigiert hat, allerdings fehlt mir noch etwas bei der Bewegung und ich wäre nicht überrascht, wenn der Tan im Verlauf des ersten Halbjahres auch die 30 USD noch einmal näherungsweise erreicht. Insbesondere auch, weil der Sektor ja erst im September/Oktober des letzten Herbst in die Aufmerksamkeit der weltweiten Öffentlichkeit getreten ist, wie man gut am Volumen erkennen kann. Und diese schwachen Hände müssen nun erst einmal raus aus dem Sektor und ich bin nicht sicher, ob die Korrektur bis zum Jahreswechsel dafür schon ausreichend war.

Umgekehrt bestehen aber gute Chancen für eine langfristige Fortsetzung der fundamentalen Aufwärtsbewegung, die den TAN bis Ende 2014 durchaus bis in die Region um 70 USD führen könnte. Zwischen diesen beiden Polen von 30 und 70 USD, mag sich nun jeder seinen eigenen Kursverlauf ausdenken, ich habe keine Ahnung und auch keine Glaskugel und ich nehme die Kurse wie sie kommen.

Ich habe deshalb lange überlegt, ob ich diesen möglichen Verlauf einzeichne, weil so etwas ja sofort als Prognose interpretiert wird. Und Sie wissen ja, was ich von Prognosen halte: Nichts !

Ich habe mich dann doch dafür entschieden, weil dieser mögliche Verlauf den Tenor meines Textes visualisiert: Ein Sektor, der im klaren Aufwärtstrend ist. Ein Trend, der sich in 2014 mit Wahrscheinlichkeit fortsetzen wird. Aber auch ein Sektor, der die grossen Gewinne von 2013, vielleicht noch nicht ausreichend konsolidiert hat.

Insofern hoffe ich, dass Sie als treue Leser den Unterschied zwischen einer (sinnlosen) konkreten Prognose und einer Visualisierung eines Gedankens nicht übersehen, denn der konkrete Kursverlauf des TAN ist unbestimmt und bleibt es, wie die Zukunft. Aber was ich beispielhaft im Chart eingezeichnet habe, wäre für mich auf jeden Fall 2014 nicht so überraschend und ich glaube, wir täten alle gut daran, uns gedanklich mit der inhärent darin steckenden Volatilität vertraut zu machen, wenn wir im Sektor investieren wollen.

Ihr Hari

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Wie Sie 2014 zu Ihrem besten Börsenjahr machen

Hier in Südbayern ist heute noch Feiertag, was aber weder die deutschen, noch die weltweiten Börsen interessiert. Und deshalb interessiert es mich auch weniger und hier auf surveybuilder.info.de, beginnt mit der ersten vollen Börsenwoche im neuen Jahr auch wieder der Normalbetrieb.

Schon letzte Woche haben wir ein paar bemerkenswerte Bewegungen im Markt gesehen, die in ihrem Richtungswechsel, für einen Jahreswechsel nach starken Trends gar nicht mal ungewöhnlich sind.

Die Indizes korrigierten leicht, Gold zog an, der ganze Minen und Rohstoffsektor (Metals & Mining) war vergleichsweise stark und auch der Dollar neigte zur Stärke.

All das sind Gegenbewegungen zu den dominanten Trends des Jahres 2013 und insofern nicht überraschend. Ob diese aber in 2014 dauerhaft tragen, muss sich erst zeigen. Es ist völlig verfehlt, in diese ersten Bewegungen im volumenarmen Handel der ersten Tage zu viel hinein zu interpretieren. Erst diese Woche werden die "A-Teams" wieder an den Handelsplätzen der Wallstreet sitzen und Ende dieser Woche sind wir sicher klüger, mit welcher Grundstimmung das Jahr 2014 aus dem Bett steigt.

Typisch für ein neues Jahr sind ja auch gute Vorsätze und insofern freue ich mich, dass über den Jahreswechsel hinweg eine Reihe neuer Leser zum Premium-Bereich dazu gestossen sind. Und gerade Anleger, die in 2013 mit ihrer Performance nicht zufrieden waren, haben sich für 2014 bestimmt vorgenommen, das nun alles besser wird.

Der Vorsatz ist lobenswert, kann aber nur Realität werden, wenn man auch ehrlich den Fehlern des Jahres 2013 ins Auge schaut. Wir haben das hier im Forum über den Jahreswechsel in den Threads der "grössten Erfolge und Misserfolge 2013" getan.

Allen anderen dagegen möchte ich nahelegen, 2014 zu dem Jahr zu machen, in dem Sie sich endlich von alle den Prognosen und Weissagungen frei machen, mit denen Sie so gerne in den Finanzmedien überschwemmt werden. Glauben Sie mir, diese ganzen "Prognostiker" wissen es auch alle nicht und haben genauso wenig eine Glaskugel wie ich. Dieses permanente Prognostizieren bewirkt aber im negativen Sinne, dass sich die Anleger nicht ausreichend mit dem "Hier und Jetzt" beschäftigen, weil ihnen statt dessen ja die glorreiche Zukunft geweissagt wird. Das macht zwar kurzfristig die Seele glücklich, füllt aber nicht das Depot.

Aber nur im "Hier und Jetzt", in der Gegenwart, werden die Gewinne gemacht, die ihren Depotstand heben. Ein guter Vorsatz für das Jahr 2014 wäre also, sich mehr mit dem zu beschäftigen, was an den Märkten ist und weniger mit dem, was man sich wünscht oder andere weissagen, die der ansteckenden Krankheit der "Prognosiritis" unterliegen.

Und einen weiteren guten Vorsätz gäbe es: bei einem Anlagehorizont von Monaten oder einem Jahr endlich damit aufzuhören, sich über "Bewertungsfragen" Gedanken zu machen. Denn diese sind auf dieser Zeitebene völlig bedeutungslos. Nur mit einem Anlagehorizont von Jahren bekommen Bewertungsfragen eine gewisse Relevanz, nur haben die wenigsten Anleger die Geduld und die dafür zwingend notwendige intime Kenntnis der Unternehmen, um über Jahre geduldig darauf warten zu können, dass der Markt erkennt, was man schon lange vorher selber zu sehen glaubt.

Gerade das Jahr 2013 sollte das überdeutlich gemacht haben. Denn die sensationelle Rally des Jahres 2013 beruhte eben nicht auf wesentlich steigenden Gewinnen der Unternehmen. Es war vielmehr eine Ausweitung der Multiples, die der Markt den Unternehmen zubilligt. Auf gut Deutsch, der Markt hielt in 2013 eine höhere Bewertung von Aktien für gerechtfertigt.

Und das ist auch höchst rational, denn die Bewertungen von Aktien befinden sich eben nicht im luftleeren Raum und es gibt deswegen auch gar keine "absolut" zu hohen oder zu niedrigen Bewertungen. Bewertungen von Unternehmensgewinnen befinden sich immer in einem gesamtwirtschaftlichen Kontext.

Sicher kann man für Bewertungsmultiples so etwas wie langfristige historische Mittel bilden und einen gewissen Sinn hat der Vergleich damit. Aber erstens generieren diese eben keine Aussagekraft für die nächste Monate, bestenfalls für viele Jahre kann man daraus einen gewissen Honig ziehen. Und zweitens basieren alle diese Bewertungen immer auch auf dem grundlegenden Wirtschaftssystem. Wenn das nicht mehr vergleichbar ist, weil sich zum Beispiel eine neue Abart des Korporatismus und Staatsinterventionismus durchsetzt, werden auch die Bewertungen auf Jahre nicht mehr mit denen vergleichbar sein, die zu anderen Zeiten vom Markt gewährt wurden.

Schauen wir auf die Gegenwart, sollten wir daher mit klarem Verstand erkennen, dass Aktien im langjährigen Massstab zwar nicht mehr billig, aber auch nicht deutlich überteuert sind. Und im Vergleich zu vielen anderen Anlageklassen, wie Festgeld, Anleihen, Immobilien, Kunst oder Oldtimer, sind Aktien sogar vergleichsweise günstig. Dafür sorgt die finanzielle Repression, die von den Notenbanken ausgeht.

Und deshalb wäre es keineswegs überraschend, wenn auch 2014 ein gutes Jahr für Aktien würde. Sicher nicht so gleichbleibend positiv wie 2013, auf eine starke Korrektur mittendrin sollte man sich schon gedanklich einrichten, aber am Ende dominieren derzeit immer noch die gleichen Kräfte, die schon 2013 die Aktienmärkte befeuerten. Auf jeden Fall ist es völlig sinnlos, aus der Tatsache, dass die Indizes auf historischen Höchstständen schweben, zwingend abzuleiten, dass diese deshalb nun fallen müssten. Der reine Indexstand sagt gar nichts aus.

Solange Aktien bei der Geldanlage die Einäugigen unter den Blinden sind, kann diese Rally also durchaus noch weitergehen. Denn wie gesagt, die absoluten Bewertungsmultiples haben für den Zeithorizont von Monaten keinerlei Prognosekraft ! Viel wichtiger ist dagegen, in welchem Umfeld sich die Aktienanlage bewegt. Und das ist nach wie vor positiv und es gibt keinen Indikator - auch nicht von den dominanten Notenbanken - der darauf hinweist, dass sich das kurzfristig ändert.

Werden Sie also für 2014 im positiven Sinne opportunistisch, machen Sie sich frei von all den Prognostikern, Crash-Propheten und Perma-Bullen und folgen Sie einfach dem, was der Markt tatsächlich macht. Und wenn der Markt ernsthaft zu fallen beginnt und die Käufer ausbleiben, dann wird man das als aufmerksamer Beobachter merken. Und auf die Seitenlinie treten. Solange das aber nicht passiert, haben die Bullen nach wie vor unser Vertrauen verdient. "The trend is your friend .... until it ends".

In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein gutes Händchen im Börsenjahr 2014. Und wenn Sie sich nicht sicher fühlen, wie und mit welchen Techniken Sie dem Markt folgen können und wie Sie eine Trendwende erkennen können, dann stossen Sie zur surveybuilder.info Community hinzu !

Ihr Hari

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Bernanke, Premium, Tesla und Solar – Das Jahr 2013 auf surveybuilder.info

Liebe Leser,

ein spannendes, ereignisreiches und erfolgreiches Jahr auf surveybuilder.info.de, nähert sich langsam der Zielgeraden.

Es war ein sehr erfolgreiches Jahr für uns auf surveybuilder.info. Gerade für die grossen institutionellen Anleger, war es aber teilweise auch ein schwieriges Börsen-Jahr.

Erfolgreich war 2013, weil uns der Markt eine grosse Zahl hoher Gewinne beschert hat.

Erinnern Sie sich noch, wie wir im Mai von Anfang an dabei waren, als die von uns intensiv beobachtete Tesla Motors Aktie, mit Macht abhob und sich innerhalb von 6 Monaten bis zum Hoch verfünffachte ? Oder wissen Sie noch, wo der Solarsektor oder 3D Systems am Jahresanfang standen, die uns eine Verdoppelung des Einsatzes ermöglichten ? Für Trader war 2013 ein Traum, selten habe ich so viele, so sensationelle Kursraketen erlebt wie 2013.

Schwierig war das Jahr aber auch und das weniger für Trader, sondern mehr für Investoren, die auf eine Diversifizierung ihres breiten Portfolios achten müssen und sich nicht erlauben können, Risiken und technische Überdehnungen einfach blind auszublenden.

Denn mit dem gnadenlos nach oben strebenden Markt, konnte man als breit aufgestellter Investor in 2013 nur mithalten, wenn man alle Risiken ignorierte und jeden Dip kaufte, sobald er auftrat. Rationale Vorsicht, Diversifizierung, Cashbestände, Absicherung und Hedging - all die Fähigkeiten, die einen guten Portfoliomanager auszeichnen - wurden in 2013 eher nicht belohnt, sondern bestraft. Ich habe selten so viele V-förmige Reversals gesehen, wie in 2013.

Und weil solche V-förmigen Reversals eigentlich ungewöhnlich sind und durch den Liquiditätsdruck der Notenbanken in 2013 immer wieder die natürlichen Schwingungen der Märkte kurz geschlossen wurden, haben sich auch so viele Portfoliomanager in 2013 schwer getan und hinken nach dem was ich lese und höre, hinter der Performance von DAX und S&P500 hinterher.

Das ist aber nach meiner Ansicht kein Grund sich zu grämen, denn absolute Performance-Zahlen sagen ohne Kontext sowieso nichts und damit zu klappern ist kompletter Humbug. Performance kann immer nur im Verhältnis zur Grösse des Depots, der Strategie und dem Zeithorizont betrachtet werden und muss vor allem im Verhältnis zum eingegangenen Risiko bewertet werden. Eine Strategie, die in 2013 vielleicht dazu führte, dass man bei geringerem Depotrisiko am Ende ein paar Prozent gegenüber dem DAX hinterher hinkt, wird beim nächsten Absturz - und auch der wird kommen - dafür sorgen, dass man diesem aus dem Wege geht.

Auch ich selber habe diesen Dualismus des Jahres 2013 in meinen verschiedenen Depots bemerkt. Während es als dem Trend folgender Trader in 2013 leicht war, den Markt zu schlagen - dafür sorgten eben die ganzen Kurs-Raketen ala Tesla und Co. - war es als auf langfristigen, sicheren Ertrag ausgerichteter Investor, mit breit aufgestelltem Portfolio, eher schwierig, mit DAX, S&P500 und Co. vollständig mitzuhalten.

Alles in allem war es aber ein tolles und vor allem historisches Börsenjahr. Die Notenbanken waren zwar schon immer wichtig, aber in meiner Erinnerung der letzten ca. 25 Börsenjahre, gab es kein Jahr, in dem die Notenbanken so dominant für die Marktentwicklung waren wie 2013.

Abgesehen vom Markt selber, war 2013 aber auch deshalb für surveybuilder.info ein erfolgreiches Jahr, weil der Start des Premium-Bereiches im April zu einem schönen Erfolg geworden ist, auf den ich sehr stolz bin.

surveybuilder.info ist damit einer der ersten rein privat betriebenen Blogs im deutschsprachigen Raum, dem die Professionalisierung gelungen ist und der sich damit von allerlei bunt blinkenden Bannern und der Dominanz SEO geprägter Klickzahlen emanzipiert hat.

Denn diese Dominanz von Klickzahlen und SEO im Internet, fördert nach meiner Meinung nicht die Qualität des Contents, sondern fördert eher marktschreierisches Gebaren und lautes mediales Geklapper, dass mit allerlei Schlagwörtern im Titel auf Leserfang geht. Die Relevanz des Contents steht dann oft im diametralen Gegensatz zur Bugwelle der Überschrift.

Mag dieses mediale Geklapper im Unterhaltungsbereich bei den Berichten aus den diversen Königshäusern ja noch problemlos sein, weil ausser Zeitaufwand kein Schaden entsteht, ist es aber im Börsenumfeld besonders tückisch, wenn sich Leser davon zu Handlungen treiben lassen. Denn Mitglieder von surveybuilder.info wissen: was jeder weiss und worauf sich alle vorbereiten, kann genau deswegen an der Börse nur schwerlich eintreten. Dafür sorgt die Reflexivität der Märkte.

Der Erfolg des Premium-Bereiches ermöglicht uns nun, intensiv und sachlich zu diskutieren, uns gegenseitig zu helfen und uns auszutauschen. Und gemeinsam zu lernen und unsere Techniken im Kampf mit surveybuilder.info zu verbessern.

Und "wir" ist dabei eine dreistellige Community engagierter Leser, von denen viele auch in den Foren aktiv sind und eigene Ideen beitragen. Es ist uns gelungen, eine Community zu etablieren, die von Fachkenntnis aber auch Respekt voreinander geprägt ist und von der alle nur profitieren können. Foren-Trolle und notorische Rechthaber sind hier nicht existent und das wird auch so bleiben.

Ich möchte daher bei dieser Gelegenheit allen Premium-Mitglieder herzlich für das Vertrauen und die Unterstützung danken, die Sie diesem Blog in 2013 gegeben haben ! Besonders gilt mein Dank aber den vielen aktiven Mitgliedern, die mit eigenen Beiträgen und teilweise auch eigenen Artikeln die Community nach vorne bringen und zu einem Ort machen, an den man gerne jeden Tag zurück kehrt.

Ich bin stolz darauf, Teil dieser Gemeinschaft zu sein und ich verspreche, in 2014 nicht nachzulassen und mit der gleichen Energie weiter am Erfolg von surveybuilder.info zu arbeiten.

Denn selbst wenn viele nun hier her gefunden haben und surveybuilder.info nun als ihre Börsenheimat verstehen, es könnten noch viel mehr sein. Denn der Bedarf an wirtschaftlich unabhängigen, seriösen und kompetenten Informationen und Anleitungen zu den Finanzmärkten ist immens. Das Hauptproblem ist eher, dass die Menschen nur schwer zu den wenigen Stellen in einem Meer von Informationen finden, die wirklich etwas zu sagen haben, das über die Nacherzählung der diversen Geschehnisse hinaus geht.

So weit zu einem tollen Jahr 2013. Und dieses tolle Jahr war für mich auch ein arbeitsames Jahr, zusammen mit meinen eigenen Aktivitäten am Markt, habe ich hier nun einen neuen Fulltime-Job, der mich auch oft noch spät in den Abendstunden schreiben und diskutieren lässt, wie die Premium-Mitglieder wissen.

Deshalb brauche ich jetzt auch einmal eine Auszeit und werde mir diese in der einzigen Zeit des Jahres nehmen, in der auch die Börse mal weitgehend ereignislos ist.

In der Zeit vom kommenden Samstag 21.12.13 bis einschliesslich dem 06.01.14, wird daher hier im freien Bereich nicht mehr viel passieren. Ich schliesse einen neuen Artikel nicht perse aus, rechnen Sie aber nicht damit. Ab 07.01.14 bin ich dann wieder voll da.

Im Premium-Bereich werde ich meine Aktivitäten auch deutlich herunter fahren, dort werde ich aber nach Lust und Laune vielleicht den einen oder anderen Kommentar oder Artikel schreiben und wir werden uns in der Community auch über den Jahreswechsel sicher intensiv im Forum austauschen. Gerade grundsätzliche Fragestellungen bespricht man ideal in dieser Zeit, in der man nicht permanent von der Hektik des Börsengeschehens getrieben wird. Und insbesondere die Frage, welche Aktien in 2014 zu den neuen Favoriten gehören dürften, ist ja hoch spannend.

Für den Dienstag 07.01.14 ist dann - zum Start des neuen Börsenjahres auf surveybuilder.info - auch gleich um 12 Uhr wieder ein "Lunchtalk" mit der Wirtschaftswoche geplant, vielleicht merken Sie sich diesen Termin schon einmal vor.

So, nun bleibt mir nur, Ihnen ein paar schöne Festtage zu wünschen und falls Sie nicht zu den Premium-Mitgliedern gehören, auch gleich einen guten Rutsch ins neue Jahr !

Machen Sie es gut und halten Sie die Ohren steif ! Wir lesen uns 2014 !

Ihr Hari

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