Aus dem Nähkästchen “kostenloser” Web-Angebote

Immer wieder erreichen mich Mails nach einem klassischen Muster, von denen ich zwei mit Ihnen teilen will. Ist ja auch mal interessant für Sie, ein wenig hinter die Kulissen zu schauen.

So bekam ich zuletzt ungefragt und ohne jeden Vorkontakt die folgende Mail, die ich nur anonymisiert habe, ansonsten aber unverändert ist:

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir sind eine Agentur, welche im Dialogmarketing tätig ist und unsere Kunden bei der Neukunden-Akquise unterstützt (Offline oder Online).
Für unsere Kunden XXXXX führen wir regelmäßig E-Mail Standalone-Kampagnen für die Neukundengewinnung durch und sind dementsprechend immer auf der Suche nach neuen Special Interest Portalen, die die Zielgruppe abbilden und die Möglichkeiten eröffnen, „Online“ zu werben.

Die Kernzielgruppe des Kunden umfasst:
BTC: Männer, 50+, HHNE, finanzaffin, DE
Interessen/Merkmale (optional): Eigenheimbesitzer, Immobilien-Interessierte, Luxusreisen Interessierte, Golfreisen Interessierte, Architekten, Ärzte, User mit Interesse an Theater/Kultur/Oper, Aktienjournale, Börsenjournale, hohe Bildung, Anleger, Interesse an Wirtschaft du Aktien, Börsenaffin
UND/ODER
BTB: Fach- und Führungskräfte in KMU

Wenn Sie Ihre E-Mail-Adressen vermarkten, wäre für uns wichtig zu erfahren:
-Genaue Zielgruppen Beschreibung
-Erfahrungen in der Vermarktung des eigenen Newsletter
-Durchschnittliche Leistungswerte Öffnungsraten und Klickraten
-Ähnliche Kampagnen / Referenzkunden
-Generierung der Adressen über: SOI oder DOI?
-Wie groß ist Ihr Empfängerpool?
-Wie oft werden die User werblich angesprochen?
-Können Sie uns ein Beispielnewsletter zur Verfügung stellen?
Vorrangig buchen wir für den Kunden Standalone-Kampagnen ein.
Falls Sie dies nicht abbilden, können Sie uns auch gerne eine Newsletter Integration anbieten oder senden Sie uns Ihre Mediadaten zu. Gerne auch die Info was Online bei Ihnen möglich ist.

Ich freue mich auf ein Angebot bzw. Feedback bis Ende der Woche.
Vielen Dank und beste Grüße

Interessant. Und cool, gleich mit Fristsetzung für die Antwort, da sollte ich wohl die Hacken zusammen schlagen, oder? 😉

Wir lernen daraus, das ganz selbstverständlich von der Vermarktung von E-Mail Adressen ausgegangen wird und es sich daher scheinbar lohnt, solche Mails sogar blind und ungefragt ohne Vorkontakt an Blogs zu verschicken.

Interessant auch, dass der Finanzdienstleister XXXXX es scheinbar nötig hat auf diese Kaltakquise-Methoden zu setzen. Was sagt das über die aus? Vor allem, will man sein Geld wirklich jemandem anvertrauen, der offensichtlich so einen Vertriebsdruck nötig hat?

Damit ich nicht missverstanden werde, ich habe nichts gegen Werbung, die ist sinnvoll und legitim. Man muss einfach etwas dafür tun, dass einen Kunden auch finden können. Kaltakquise über gekaufte E-Mail-Adressen, ist aber am Finanzmarkt für mich ein anderes Kaliber.

Ich reagiere auf so Mails grundsätzlich gar nicht, weil was soll ich da sagen? Das kostet mich nur Zeit, eine Zusammenarbeit kommt für mich sowieso nicht in Frage und das Ergebnis ist daher sowieso klar. Mailadressen und Kontaktdaten der Mitglieder sind und bleiben bei mir (der Surveybuilder) und gehen auch nirgendwo anders hin, ausser ein Gericht oder gesetzliche Pflichten zwingen mich dazu.

So kann ich aber nur reagieren, weil ich eben nicht den Schein des "Kostenlosen" aufrecht erhalte und mich dann "hintenrum" finanziere. Sie können aber fest davon ausgehen, dass solche Agenturen solche Mails nur deshalb verschicken, weil bei einigen der "kostenlosen" Angebote am Finanzmarkt - auch Blogs - auf solche Anfragen positiv und geldorientiert reagiert wird. Machen Sie sich das also klar, wenn Ihnen gerade am Finanzmarkt irgendwo etwas "kostenlos" angeboten wird und Sie dafür "nur" eine Mail-Adresse angeben sollen. Kostenlos ist nicht mal der Tod. 😉

Übrigens, nach dem ich nicht geantwortet habe, kam schon vier Tage später die folgende Mail:

Sehr geehrte Damen und Herren,

leider habe ich noch keine Rückmeldung erhalten. Könnten Sie dies bitte zeitnah nachholen?

Lustig oder? Man penetriert mich mit Ungefragtem, hat sich selber noch nicht einmal 5 Minuten mit surveybuilder.info beschäftigt, weil dann wäre die Antwort schon klar und "erwartet" aber, dass ich meine Zeit für eine inhaltliche Antwort verbrauche.

Ich habe aber trotzdem nicht geantwortet, das ist keine Sekunde meines Lebens wert. Aber Ihnen als Leser wollte ich mal zeigen, was ich da immer wieder bekomme, weil es im medialen Markt eben Usus ist.

Und dann habe ich noch einen. Ein Börsenportal - "kostenlos" natürlich - schreibt mich über einen Redakteur direkt an.

Sehr geehrte Damen und Herren,

YYYYY ist eines der führenden Finanz- und Börsenportale und permanent auf der Suche nach neuen Autoren.... Die Beiträge auf Ihrem Portal sind uns besonders aufgefallen. Hätte Sie Interesse an einer Kooperation?

Ich freue mich über eine Nachricht von Ihnen

Auch hier kenne ich schon den Ausgang und weiss was mit "Kooperation" in der Regel gemeint ist, aber da hier direkt ein Redakteur schreibt, bequeme ich mich nach ein paar Tagen zu diesem Zweizeiler, der bewusst aufdecken soll, ob hier beim Thema "Kooperation" mehr Fleisch am Knochen ist, als nur eine blind verschickte Akquise-Mail. Meine Antwort:

grundsätzlich sind wir immer offen für Kooperationen, allerdings funktioniert surveybuilder.info komplett anders, als die klassische SEO- und Klickverliebte „Kostenlos“-Webwelt.

Wenn Sie konkretisieren könnten, was Sie unter einer Kooperation verstehen, könnten wir eine inhaltliche Antwort geben.

Schnell kommt die erwartete Antwort, immerhin kenne ich das ja und verbrauche keine Energie mehr für so etwas:

vielen Dank für das schnelle Feedback. In diesem Fall kommt keine Kooperation in Frage.

Viel Erfolg weiterhin

Was lernen wir daraus?

Ich denke das Muster ist klar. Wann immer uns Finanzinformationen am Finanzmarkt "kostenlos" dargeboten werden, tun wir gut daran zunächst die "Cui Bono" Frage zu stellen. Eine verdeckte finanzielle Agenda ist leider zu oft vorhanden - eine Agenda die manchmal den Inhalt entwerten oder zumindest in Frage stellen würde, wenn sie bekannt wäre.

Es gibt davon natürlich löbliche Ausnahmen, die man aber am Besten daran identifizieren kann, dass sie offen und transparent zeigen, womit sie sich finanzieren bzw welche Agenda mit dem Angebot verfolgt wird.

Denn fast niemand kann dauerhaft "nur aus Spaß" professionelle Inhalte bieten und es ist ja nichts Schlimmes daran, das auch offen zu sagen. Man sollte es aber auch offen tun und nicht verstecken, wie man sich finanziert.

Leider ist das aber die Ausnahme. Zu viele Anleger lassen sich von Angeboten mit versteckter Agenda beeinflussen, weil sie dem Lockmittel des "Kostenlosen" erliegen. Dass das eher nicht zu guten Anlageentscheidungen führt, sollte eigentlich selbsterklärend sein.

Ihr Michael Schulte (Hari)

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Auf ein Neues

Liebe Leser des freien Bereiches,

zum Beginn des Börsenjahres will ich mit Ihnen hier nur ein paar kurze Sätze der Einordnung teilen.

Das Börsenjahr 2018 hat so begonnen, wie das Jahr 2017 aufgehört hat. Und es beginnt so, wie es sich für einen fortdauernden, säkularen Bullenmarkt gehört - denn in dem befinden wir uns, lassen Sie sich nichts anderes einreden.

Sie wissen, dass ich hier im alten Jahr mehrfach geschrieben habe, dass entgegen diverser Unkenrufe keine Signale zu sehen waren, die für einen unmittelbaren Markteinbruch zum Jahreswechsel ala 2015/2016 sprachen. Das war offensichtlich richtig, der Markt mit seinen Strukturen hat uns wieder den Weg gewiesen. Den Strukturen des Marktes zu folgen ist keine Garantie, überraschende neue Nachrichten können diese jederzeit auf den Kopf stellen, es ist aber weit besser als herum zu raten.

Die Aussichten für das Börsenjahr 2018 sind weiter nicht schlecht, die Konjunktur brummt. Wer sich hier zu früh verabschiedet weil er klüger als der Rest sein will, steht wie in 2017 auch in 2018 unter dem Risiko, sich schnell auf der falschen Seite des Marktes wiederzufinden.

Wenn es ein Gegenargument gibt dann das, dass nun tatsächlich die Akzeptanzphase dieser Rally erreicht ist und sich damit die Stimmung der Anlagewelt doch sehr ins Positive dreht. Das erhöht die Risiken, beantwortet aber nicht die Frage, ob die Risiken sich schon in 2018 realisieren und vor allem nicht wann genau.

Objektiv ist 2018 also riskanter als 2017, gerade weil in 2017 von weiten Teilen der Medien permanent gegen den Markt argumentiert wurde und sich das in 2018 nun in einen allgemeinen Optimismus zu wandeln beginnt. Und was die "Herde" so denkt, kann im reflexiven Markt nur schwer Realität in den Kursen werden.

Es gibt einfach nichts Schöneres für Bullen, als wenn der Markt objektiv einen starken Trend zeigt, objektiv die Wirtschaftsdaten besser werden, gleichzeitig aber die "Herde" der Anleger permanent zweifelt, skeptisch ist und einen neuen Einbruch erwartet. Das war 2017 so und auch deshalb war 2017 so positiv. In 2018 dürfte sich das Argument aber langsam umkehren, die Marktstimmung wird deutlich positiver, das ist schon jetzt am Jahresanfang zu spüren. Womit ein stabilisierender Faktor für den Markt wegfällt.

Nach dem markanten Aufschlag der ersten Börsenwoche, ist die aktuelle Woche - die Woche bevor die Quartalssaison richtig beginnt - mit leichter taktischer Vorsicht zu sehen. Leichte Schwäche im Verlauf der Woche wäre nicht überraschend, einfach weil der Markt nun kurzfristig zu schnell zu hoch gestiegen ist.

Die kommenden Wochen sind dann von der beginnenden Saison der Quartalszahlen geprägt, die dieses Mal besonders wichtig wird, weil der Markt dort in den Ausblicken der Unternehmen erfahren wird, wie sich die US Steuerreform auf die Firmen auswirkt. Erste massive Abschreibungen bei den Banken zeigen ebenso wie erste Buchgewinne bei den Autobauern, dass da einiges in Bewegung geraten wird.

Was bleibt ist für uns als Anleger da weiter zu machen, wo wir in 2017 aufgehört haben. Wir sind dabei, wir bleiben dabei. Nicht blind, nicht ohne Sicherheitsspielraum, nicht 100% investiert, aber doch gut investiert, so dass wir von dem Bullenmarkt genug mitnehmen können, solange er andauert.

Für 2018 können wir also weiter von positivem Fahrwasser ausgehen, sollten aber realistisch auch von einer 10-20% Korrektur ausgehen, die uns irgendwann im ersten Halbjahr ereilt. Klar ist das auch naheliegend und das Risiko der Überraschung ist tatsächlich, dass diese wieder nicht kommt. Wenn das so wäre, wären wir endgültig in historisch einmaligem Fahrwasser, darauf zu wetten und nun alles in den Markt auf die Long-Seite zu kippen, verbietet sich aber, denn es kann eben auch anders kommen.

Kontrollierte Offensive war das Motto des Jahres 2017 und wird es wohl für 2018 weiter sein. Wenn wirklich mal die Zeit der Defensive kommen sollte, werden wir das rechtzeitig merken.

Bleiben wir also dabei, denken aber auch daran, dass die Risiken in 2018 nun langsam steigen, gerade weil die Stimmung besser wird. Denn nichts dauert ewig, zu früh von einer Party wegzurennen ist aber auch keine Lösung.

Ihr Michael Schulte (Hari)

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Auf in die Weihnachtsferien!

Liebe Leser des freien Bereiches,

es ist kaum zu glauben, schon wieder ist ein Jahr fast herum. Ich bin nicht jünger geworden, mit meinen nun 55 Jahren auf dem Buckel, beginnt man das eine oder andere Zipperlein zu merken, das nie mehr ganz weggehen wird. Aber alles in allem gibt es keinen Grund zu meckern, zumal es ja noch die Restchance gibt, dass die Biotech-Industrie in den nächsten Jahren so gewaltige Sprünge macht, dass sich die gesunde Lebensspanne um ein oder zwei Jahrzehnte ausdehnt. Für den Fall müssten Sie meine Predigten noch etwas länger ertragen, als es die Natur bisher vorgesehen hat. 😉

Und das Schöne daran ist, wir werden es frühzeitig mitbekommen und davon profitieren, denn beim Thema der Entwicklung des Biotech-Sektors, liegt einer der Schwerpunkte des Blogs.

Das Börsenjahr 2017 war faszinierend, spannend und auch profitabel. Es war aber auch schwierig, denn für erfahrene Anleger mit gutem Risikomanagement ist es in Jahren die keine Korrektur haben schwieriger mit dem Markt mitzuhalten, als wenn der Markt hin und her schwingt. Wenn der Markt schwingt, kann man daraus ein Delta, einen Vorteil generieren. Wenn der Markt aber nur vorwärts marschiert, muss man nur einmal nicht voll dabei gewesen sein und schon fängt man an hinterher zu rennen.

Auch das ist aber kein Grund zur Klage, es war immer noch ein tolles Börsenjahr und das Schöne ist, Stand heute ist kein zwingender Faktor absehbar, warum sich das in 2018 ändern müsste. Gestern habe ich schon thematisiert, was ich von 2018 erwarte. Dort habe ich auch erneut auf 1995 als das letzte Jahr hingewiesen, in dem der Markt auch gnadenlos und ohne Pause gestiegen ist. Darauf folgten dann noch 5 bullische Jahre - im Artikel via Chart dargestellt - bis der Markt im Jahr 2000 seinen Hochpunkt erreichte.

Und wer sieht, was aktuell im Bereich der Cryptowährungen abgeht, lernt wieder aus erster Hand, was wirkliche bedeutet. Das permanente, verfrühte mediale Blasengerede zum Aktienmarkt, wird damit erfreulicherweise deutlich relativiert und als das entlarvt was es immer war: .

Geschichte wiederholt sich nicht, sie reimt sich aber. Was 1995 an den Börsen passiert ist, sagt nichts über 2017 aus. Aber 1995/1996 zeigt eben, dass sich aus dem starken Börsenjahr 2017 keineswegs zwingend ableiten lässt, dass deswegen 2018 nun schwach werden muss.

Ich persönlich erwarte ein "rumpeligeres" Börsenjahr 2018, ich gehe davon aus, dass wir endlich eine 10-20% Korrektur erleben, die sich dann zwar gruselig für die entwöhnten Perma-Bullen anfühlen wird, im grossen Bild aber nichts weiter als der willkommene Regenguss ist, der erfrischt. Denn das für die Börsen positive Umfeld, bleibt wohl auch 2018 erhalten.

Ich gehe auch davon aus, dass wir in diesem Restjahr noch ein oder zwei richtige schwache Tage vor dem Jahreswechsel erleben werden, ganz aktuell nachdem die US Steuerreform nun beschlossen ist, steht die Frage einer "Sell the News" Reaktion im Raum.

Im Saldo aber, sollte das nicht mehr gross ins Gewicht fallen, so dass ein Jahresschlusskurs auf heutigen Niveaus keine grosse Überraschung wäre. Und Anfang 2018 kann man auch mit etwas mehr Hin und Her rechnen, Anzeichen für einen markanten Einbruch wie 2016, kann ich aktuell im Markt aber noch nicht erkennen, dafür ist dieser (noch) zu stark.

Das Verhalten des Marktes in den ersten Tages des neuen Jahres wird uns dann eine Menge über neue Favoriten, neue Sektor-Lieblinge und neue Trends verraten, wir werden das in der Community intensiv diskutieren.

Der Blog ist noch bis diesen Freitag, also übermorgen, im Premium-Bereich voll aktiv, geht dann aber in einen zweiwöchigen Ferienmodus, in dem es nur ab und zu mal eine Meldung oder einen Artikel geben wird. Ab 08.01. geht es dann mit neuer Energie in ein spannendes 2018. Falls Sie interessiert daran sind 2018 dabei zu sein, denken Sie bitte an -> die kommende Preiserhöhung zum Jahreswechsel <-. Im neuen Jahr wird es dann auch mal das eine oder andere Video geben, vielleicht auch mal hier im freien Bereich, überwiegend natürlich im Premium-Bereich.

Ich denke viele von Ihnen sind nun noch im typischen "Wuselmodus" vor Weihnachten, mir geht das auch so, es gibt noch tausend Dinge zu tun, deswegen fasse ich mich nun auch kurz. Aber ein Ende ist nun ja glücklicherweise abzusehen und ich wünsche Ihnen, dass es dann auch wirklich das Ende ist und Sie sich Weihnachten nicht auch noch zum Besuchs- und Verwandtenstress machen. Meine Frau und ich haben schon vor Jahrzehnten alle Verpflichtungen und Besuchswünsche über Weihnachten konsequent abgeschnitten, an den Weihnachtstagen sind wir nur in unserer kleinen Familie ganz ruhig beisammen. Die Welt kann uns in dieser Zeit mal und das ist verdammt gut so! 😉

Ich wünsche Ihnen ein paar schöne Tage, wir lesen uns hier spätestens im neuen Jahr wieder. Machen Sie es gut!

Ihr Michael Schulte (Hari)

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Jahreswechsel und Preiserhöhung

Der Jahreswechsel rückt näher und die Besitzer von Glaskugeln sind mit ihren Jahresprognosen für 2018 wieder im Markt. Was diese vor einem Jahr zum DAX geschrieben haben, habe ich schon einmal dargestellt, wir sehen wie wertlos diese Konsensprognosen sind, die jedes Risiko zu vermeiden suchen und sich immer in der Herde verstecken wollen.

Vor allem, was sagt es über die Qualität der versammelten Aussagen aus, wenn keine einzige Prognose von vor einem Jahr auch nur annähernd mit der Realität des Jahres 2017 zu tun hatte? Und es erkläre mir keiner, dass das ja so überraschend war was passiert ist, der Trumpsche Schub war schon 2016 deutlich sichtbar und eine bullische Fortführung immer eine sehr realistische Variante der Zukunft. Zwar nur eine Variante unter anderen, aber es ist doch bezeichnend, dass sich keiner getraut hat diese bullische Variante richtig zum Thema zu machen.

Das Fazit ist simpel, vergessen Sie einfach diese Prognosiritis, sie ist völlig wertlos. Wir können auch eine Bank darauf bauen, dass bei den 2018er Prognosen wieder der bestehende Trend gemässigt fortgeschrieben wird. In den US ist das schon passiert, von aktuell 2.650 im S&P500 ausgehende Prognosen reichen von 2.700 bis 3.000 für 2018 - wie überraschend, wie spannend, wie relevant! Wer hier Sarkasmus findet, kann ihn behalten. 😉

Der einzige Weg sich dem Markt zu nähern und seinen Atem zu antizipieren ist ihn Schritt für Schritt zu nehmen, so wie wir das bei surveybuilder.info tun. Was Ende 2018 passiert, wissen wir nicht und vergeuden auch nicht unsere wertvolle Zeit, darüber zu fabulieren. Was aber zum Jahreswechsel 2017/2018 passiert, ist heute schon viel eher zu antizipieren, weil der Markt entsprechende Signale gibt. Und auch welche Sektoren und Aktien im Rahmen einer Sektorrotation in 2018 eher Chancen zum Rebound haben, ist ein Thema das man nun seriös diskutieren kann, den DAX Stand Ende 2018 dagegen nicht. Mit unserem aktuellen "Mean Reversion 2018 Projekt" bilden wir übrigens wieder ein kleines 10er Depot an soliden Aktien mit Nachholbedarf ab, die Depots sind 2016 und 2017 jeweils sehr gut gelaufen.

Damit komme ich auch zum eigentlichen Thema. Seit 5 Jahren besteht der Premium-Bereich nun und die Community ist gewachsen und gewachsen. Sie als freie Leser können zwar die Vielfalt der Artikel nicht sehen die existieren, diese sind nur für Mitglieder sichtbar.

Sie können aber auf der rechten Seite des Blogs eine Ahnung von der Vielfalt der Themen entwickeln, die aktuell in der Community im Forum diskutiert werden. Und Sie können bei Twitter unter @HariMrMarket jedes Mal sehen, wenn wieder ein neuer Artikel im Premium-Bereich Online geht.

In diesen 5 Jahren ist die Mitgliedschaftsgebühr auch im Wesentlichen unverändert geblieben, sie betrug für Verlängerungen 240€ und für Neuanmeldungen 290€. Diese ungewöhnliche Preispolitik ist Ausdruck davon, dass mir an langfristigen, treuen Mitgliedern gelegen ist, die dauerhaft Teil der Community werden. Mit Rabatten und "Kauf mich jetzt" Effekten wird hier nicht gearbeitet und so mache ich den Ersteinstieg bewusst etwas teuerer und damit schwerer, auf diese Art und Weise selektiere ich aber auch die Mitglieder, die wirklich Interesse am Marktgeschehen und an der seriösen, troll-freien Beschäftigung damit unter Gleichgesinnten haben.

Das Ergebnis ist eine sehr erwachsene, akademisch geprägte Community, in der bis auf seltenste Ausnahmen ein freundlicher, sachorientierter Ton herrscht und Trolle, Rechthaber und Selbstdarsteller völlig abwesend sind.

Trotzdem sind einige Neumitglieder verständlicherweise geprägt von schlechten Erfahrungen mit anderen, lautstark beworbenen Börsendiensten, die hinter der Fassade dann eher dünnen Mehrwert liefern und sind zunächst zögerlich die Hürde der Mitgliedschaft zu überwinden. Diese Entscheidung kann und will ich Ihnen aber nicht abnehmen, mit Rabatten und sonstigem Vertriebs-Firlefanz schon gar nicht, denn damit würde ich mir die falschen Mitglieder holen, die auf so etwas reagieren.

Im Gegenteil, ich lege Wert darauf, dass diese Entscheidung für surveybuilder.info nicht zu einfach ist und Sie sich im Vorfeld mit den Artikeln des freien Bereichs beschäftigen, bevor Sie Mitglied werden. Die grosse Mehrheit der Neumitglieder - gerade haben wir wieder eine ganze Reihe - sind dann aber eher "erschlagen" von der Vielfalt der Artikel und Themen und dem riesigen Archiv, das in gut 5 Jahren zusammen gekommen ist. Sie müssen diese Hürde also selber überwinden, einen vertrieblichen roten Teppich lege ich Ihnen nicht aus, das würde auch nicht zur gnadenlosen Ehrlichkeit und Unabhängigkeit passen, die surveybuilder.info auszeichnet.

Die bisherige Einstandshürde von 290€ ist gemessen am Inhalt sowieso viel zu niedrig, denn wo bekommt man schon eine Art moderierten Kurs zu Börsenthemen, in dem man mit den Autoren dann auch diskutieren und Fragen stellen kann? Derartige Kurse kosten eher vierstellig und das dann für kurze Zeit, hier sind Sie dagegen ein ganzes Jahr dabei, erleben den Markt mit mir und nehmen dabei ganz nebenher eine grosse Menge Wissen auf. So berichten es viele Mitglieder auch in den -> Testimonials <- und so ist es.

Aber "zu niedrig" oder "zu hoch" sind relative Kategorien, die Einstiegsgebühr soll "gerade richtig" sein um die zu selektieren, die wirklich Interesse haben und bewusst alle "Schnellklicker" und "Kostenlos-Fetischisten" abschrecken. Wer weiter glaubt, er bekäme gerade am Finanzmarkt unabhängigen und trotzdem hochwertigen Content "kostenlos" und doch ohne wirtschaftliche Interessen, dem wünsche ich mit einem Augenzwinkern weiter viel Glück beim Suchen. 😉

Nach 5 Jahren ist es daher Zeit, die Gebührentabelle anzupassen. Ab 01.01.18 kosten die Verlängerungen bestehender Mitgliedschaften 50€ mehr, also nun auch 290€, das wissen die Mitglieder aber schon und ist für Sie im freien Bereich auch erst einmal irrelevant.

Relevant für Sie im freien Bereich ist aber, dass ab 01.01.18 die Neumitgliedschaft im ersten Jahr auf 340€ pro Jahr hoch geht. Wer dagegen bis einschliesslich 31.12.17 noch Mitglied wird, kann das noch zu den alten Konditionen von 290€ im ersten Jahr vollziehen.

Rabatte gibt es dabei weiter nicht und wird es hier nie geben, auch eine "Schnupperaktion" wie in den letzten Jahren wird es in diesem Jahreswechsel nicht geben.

Ab Januar werde ich aber voraussichtlich eine einmonatige "Testmitgliedschaft" für ca. 100€ einführen, die den Zweck erfüllen soll denen einen Einblick in die Community zu ermöglichen, die bei 340€ pa zu lange zögern, weil sie an anderer Stelle schlechte Erfahrungen mit so Diensten gemacht haben.

Wirtschaftlich gesehen ist die Testmitgliedschaft natürlich unsinnig, 100€ für einen Monat macht keinen Sinn, wenn man das ganze Jahr für 340€ haben kann. Das ist aber so gewollt, ich will diese kurzfristigen Mitgliedschaften eigentlich nicht und sie daher auch nicht fördern, sie soll nur denen einen Einblick mit weniger Kapitaleinsatz ermöglichen, die sich anders gar nicht entscheiden können.

Aber das wird wie gesagt voraussichtlich erst im Januar eingeführt und ist nun noch nicht spruchreif. Spruchreif ist aber definitiv die Erhöhung auf 340€ zum 01.01.18 für Neumitglieder.

Ich denke Sie erkennen an meinen Worten, dass ich diese aus einer Position des Selbstbewusstseins heraus tätige. surveybuilder.info war nie und ist nicht der Versuch "jeden" zu erreichen. Es ist der Versuch eine starke, gebildete und miteinander vertrauensvoll und hilfsbereit umgehende Börsencommunity zu entwickeln und nebenbei noch jede Menge meines Börsenwissens weiterzugeben. Das ist bisher gelungen.

Wer sich dafür interessiert, ist schon durch den Filter der langen Texte im freien Bereich des Blogs gegangen, denn wer Schwierigkeiten hat sich auf mehr als drei Sätze zu konzentieren, fällt damit schon mal raus. Die Einstiegsgebühr ist dabei die bewusst gesetzte nächste Hürde, ob Sie diese nehmen wollen, ist alleine Ihre Entscheidung.

Vor dem Jahreswechsel, melde ich mich nächste Woche hier im freien Bereich noch einmal zum Markt, dann startet auch schon bald 2018. Ich sage Ihnen schon heute ganz "kostenlos" wie das Jahr 2018 werden wird: spannend und profitabel. Denn irgendwo ist immer ein Bullenmarkt, man muss ihn nur finden. 😉

Ihr Hari

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Die Weisheit der Advance / Decline (AD) Line



Im Frühsommer 2016, als der Markt so richtig aus der grossen Konsolidierung seit Anfang 2015 abzuheben begann, habe ich im Premium-Bereich mit den Mitgliedern einen Indikator geteilt, den ich immer mal wieder bemühe um zu schauen, ob der Markt langfristig noch "gesund" ausschaut oder sich in eine Richtung eine Divergenz ergibt.

Damals im Juni war eine klare bullische Divergenz im Indikator vorhanden, der Markt signalisierte grosse innere Stärke und was daraus geworden, wissen wir nun im Nachhinein, eine der längsten und gnadenlosesten Aufwärtsbewegungen der Börsengeschichte.

Nun ist ein Indikator nur ein Indikator, Sie wissen auch hier im freien Bereich aus mehreren meiner letzten Artikel, dass ich im Sommer 2016 auch aufgrund anderer Parameter recht bullisch war. Aber ein brauchbarer Indikator ist besser als keiner und deshalb möchte ich auch Sie hier im freien Bereich mal an diesem Indikator schnuppern lassen und bitte Sie, diesen folgenden Artikel vom 09. Juni 2016 mal mit den Augen des Rückblicks zu betrachten.

Im Anschluss daran, zeige ich Ihnen dann was der Indikator für die Gegenwart sagt und das wollen Sie doch ganz besonders wissen, oder?

Alle Charts übrigens mit Dank von

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Artikel Premium-Bereich vom 09.06.16

In den "Hari Notizen" im freien Bereich, hatte ich heute auf die hingewiesen, eine Liste die Aktien zeigt, die ein neues 52-Wochen-Hoch geschafft haben.

Gestern waren das 47 Aktien, oder fast 10% des S&P500. Das ist klarer Ausdruck guter Marktbreite und im bullischen Sinne auf der mittelfristigen Ebene bestätigend. Über das, was der S&P500 heute oder morgen macht, sagt das aber nichts aus.

Auf einen weiteren "Breadth-Indikator" will ich heute auch kurz eingehen, der manchmal auch gute Dienste leistet, in die gleiche Richtung wie die "52-Week-Highs" zeigt und unter anderem darauf hingewiesen hat, dass wir nun gute Chancen für neue Allzeithochs haben.

Das ist der Advance/Decline (AD) Indikator, der ganz simpel die Anzahl der steigenden Aktien, der Anzahl der fallenden Aktien gegenüber stellt. Lesen Sie eine genaue Erklärung hier:

Manchmal sind es die einfachsten Indikatoren, die die besten Signale liefern, man muss sie nur wahrnehmen und zu werten wissen. Schauen Sie mal hier, wir haben oben die kumulative A/D Linie und darunter den S&P500 zur Referenz, beide seit 2014:

AD 09.06.16

SPX 09.06.16

Jetzt ist mein Vergleich zum S&P500 nicht ganz fair, weil um ganz präzise zu sein, müsste man die AD Line mit dem vergleichen, worauf diese hier im Chart berechnet wird und das ist der NYSE Composite Index (NYA), der etwas umfangreicher, als der S&P500 ist. Da der aber hier kaum bekannt ist und kaum andere Ergebnisse produziert als der S&P500, habe ich Letzteren zum Vergleich genommen. Die Aussagen ist in beiden Fällen identisch.

Wie sehen die klare, positive Divergenz, die die AD-Line seit Februar diesen Jahres hat. Ich habe bewusst mit einer blauen Linie die jeweils obere Begrenzung heraus gearbeitet, um auf einen Blick zu zeigen, dass die kumulative AD Linie und der S&P500, eigentlich ein hohe Parallelität haben.

Das ist ja auch nicht so verwunderlich, denn wenn der Index steigt, steigen auch die enthaltenen Aktien. Die Frage ist immer nur, wie stark der Index die Einzelbewegungen optisch dämpft.

Seit Februar diesen Jahres aber, läuft die AD Linie in einer deutlichen Divergenz nach oben weg. Das können wir so übersetzen, dass der Index an der Oberfläche ruhig und träge erscheint, unter der Decke aber viel mehr Aktien steigen, als fallen.

Und das ist wiederum nur möglich, wenn wenige grosse Titel bremsen, viele mittlere Aktien aber schon im neuen Bullenmarkt sind.

Interessant ist in dem Zusammenhang, dass der Russel 2000 Small Cap Index (RUT), gegenüber dem S&P500 hinterher hinkt. Man kann also nicht einfach sagen, dass kleine Aktien besser laufen als grosse. Ausserdem sind im S&P500 ja gar keine so richtig kleinen Aktien.

Nein, die starke AD Linie sagt eindeutig, dass auch mehr mittlere steigen, als der S&P500 auf den ersten Blick sichtbar macht. Das genau ist gute Marktbreite!

Nun sind so Indikatoren immer interpretationsfähig und man kann solche Daten leicht unterschiedlich interpretieren, aber dieses Bild weist recht eindeutig auf einen starken Markt, der im Inneren gesund erscheint. Genau genommen, ist die positive Divergenz zum NYA oder zum RUT, in denen mehr kleine Aktien sind, sogar noch grösser. Den S&P500 mit Divergenz zu schlagen, ist im Moment also die härteste Nuss und auch das schafft aktuell die AD Linie.

So richtig "gemerkt", habe ich das aber auch erst vor ein paar Wochen, als sich auch meine Stimmung aufhellte. Denn es braucht Zeit, bis die Divergenz des Indikators so richtig sichtbar wird und das ist auch kein Indikator, auf den ich täglich schaue.

Aber trotzdem ist es doch faszinierend, wie hier eine augenscheinlich wichtige Information auf einfachster Datenbasis vor unserer Nase war. Und die lautet:

Die US Märkte sind unter der Decke stärker, als sie oberflächlich erscheinen. Dabei wirkt der S&P500 ja auch an der Oberfläche keineswegs schwach.

Faszinierend. Sie sehen, es lohnt sich, immer mal wieder über den Tellerrand zu schauen.

Ihr Hari

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So, das war damals im Frühsommer 2016, ein klares Indiz, dass der Markt grosse innere Stärke hatte. Sollten wir nun nahe einer Topbildung sein, müsste dieser Indikator in die Gegenrichtung deuten.

Die kumulative AD-Line sollte dann schwächer sein, als der Index selber. Das würde darauf hindeuten, dass der Markt innerlich schwächer ist als es scheint, weil er dann nur noch von wenigen grossen Werten zusammen gehalten würde - ein Umstand den man oft (nicht immer aber oft) bei Tops finden kann.

Nun schauen Sie mal, was die aktuellen Daten im Vergleich zeigen:

Man braucht keine Lupe um zu erkennen, dass die AD-Linie immer noch mindestens so gleichmässig, eher stärker als der breite Markt selber nach oben strebt.

Das heisst eindeutig, dass aus Sicht der Marktbreite die aktuelle Bewegung keine Erschöpfungszeichen zeigt und auch keine Topbildung zu erkennen ist, ein Umstand den auch andere technische Parameter zeigen und auf dem ich ja immer herumreite, um wenigstens ein paar von Ihnen aus den Klauen der permanenten Weltuntergangspropheten zu erretten, die seit nun 8 Jahren die Depots ihrer Jünger zerstören.

So ein Indikator ist wie gesagt keine Garantie, es gibt Szenarien, in denen er eine Wende nicht rechtzeitig erkennen könnte. Und eine 5-10% Korrektur steht im Übrigen in keinem Widerspruch zu diesem Indikator, die wäre in dieser Dimension so irrelvant das kaum zu erkennen und im Übrigen völlig normal, dieser Indikator ist sehr träge und zeigt das ganz grosse Bild.

Aber es ist eben ein weiterer Baustein in einer ganzen Reihe technischer Indikatoren, die noch keine grundlegende Wende im Bullenmarkt andeuten. Das mag sich in ein paar Wochen oder Monaten ändern, heute ist es aber noch so!

Ihr Hari

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Vom Glauben, dem Weltuntergang und dem säkularen Bullenmarkt



Vor 4 Jahren, am 11.11.2013, habe ich Ihnen hier im freien Bereich einen Artikel geschrieben. Er hiess:

-> Aktienmärkte von 1896 bis heute - Steht ein neuer säkularer Bullenmarkt bevor? < -

In diesem Artikel habe ich Ihnen dieses aus alten Kursdaten selbst erzeugte Chart des Dow Jones Index seit 1896 gezeigt:

Dow Historisch

Und ich habe unter anderem wie folgt argumentiert:

Wir sorgen uns zu Recht um 10% Gewinn oder Verlust. Wir reden vom "Crash" und verfallen in Panik, wenn der DAX mal wieder auf 5000 Punkte fällt. Im grossen, langfristigen Bild der Märkte ist das aber alles nur Rauschen. Und es ergibt sich eine höchst interessante Perspektive, mit langfristig sehr bullischen Implikationen, wenn man sich mal die Mühe macht, das ganz grosse Bild zu betrachten.

.....

Was wir sehen ist höchst beeindruckend. Es gab drei übergeordnete säkulare Bullenmärkte, der Erste endete mit dem 1929er Crash, der Zweite endete Mitte der 60er Jahre und der Dritte mit der Internet-Blase im Jahr 2000. Dazwischen lagen drei säkulare Bärenmärkte und ja, wir sind aktuell immer noch in einem säkularen Bärenmarkt bzw. zumindest in einer 10 Jahre andauernden Konsolidierung.

.....

Die wichtige Schlußfolgerung dieses grossen Bildes ist aber, dass wir möglicherweise am Beginn eines neuen jahrzehntelangen Bullenmarkets stehen könnten. Damit das passiert, braucht es aber Katalysatoren, die die Produktivität der Weltwirtschaft massiv anschieben und damit höhere Bewertungen rechtfertigen. In den 90er Jahren war das der Siegeszug der Computer und des Internets, verbunden mit der Friedensdividende aus dem Fall des eisernen Vorhangs.

Was könnte es in Zukunft sein ? Die Ergebnisse einer Biotechnologie vielleicht, die das Leben massiv verlängert, die Intelligenz der Menschen steigert und so die ganze Welt umkrempelt ?

Ich weiss es nicht. Und im grossen Bild können wir vorher auch problemlos noch einmal um 40% korrigieren. Für uns sehr schmerzhaft, im grossen Bild aber einfach nur ein paar weitere Jahre im säkularen Bärenmarkt seit 2000.

Der grosse neue Bullenmarkt kommt also noch. Und wahrscheinlich dauert es weniger als 10 Jahre, bis es wieder so weit ist. Das sagt uns dieses Chart. Vielleicht hat er auch schon mit dem Ausbruch zu neuen Hochs begonnen. Oder er beginnt vielleicht 2016, nach einem erneuten bösartigen Taucher um 40%, in dem die Verzerrungen durch die Notenbanken abgebaut werden.

Lassen Sie uns diesen säkularen Bullenmarkt aber nicht vergessen, wenn wir uns mal wieder über das Klein-Klein des Momentes sorgen. Und wenn wir zu Recht sagen, dass die aktuellen Kurse durch den Einfluss der Notenbanken zu weit gelaufen sind. Kurzfristig sind sie das wohl. Langfristig stehen uns die grossen Kursgewinne erst noch bevor.

Nun war diese Einordnung damals keine Gewissheit, Gewissheit gibt es nie. Es war einfach eine gute Wahrscheinlichkeit, die man nicht aus dem Auge verlieren sollte, während in dieser Phase permanent "Crash-Weissagungen" auf die Anleger einprasselten, von denen ich zwei einfach mal wieder kopieren will, über die ich mich damals im Premium-Bereich schon mokiert hatte:

Ich könnte endlos solche Artikel zitieren und auch aktuell haben diese wieder Hochkonjunktur. Denn das Fiese, das unsichere Seelen immer wieder in den Bann der Abkömmlinge von Nostradamus zieht, ist die Möglichkeit, dass es ja morgen doch *den* Crash geben *könnte*, denn die Zukunft ist ungewiss. Ja es *könnte*, morgen *könnte* die Welt untergehen, das ist objektiv richtig. Und nun?

Wer diese Sorge immer in sich trägt, ist eben für Einflüsterungen empfänglich und diese psychologischen Angriffspunkte werden natürlich auch von Unternehmen die etwas verkaufen wollen, gezielt zur Umsatzmehrung genutzt. Ich bin sicher, es sind einige unter Ihnen, die sich damals haben von den Crash-Propheten zu ihrem Nachteil beeinflussen lassen und es sind einige hier, die auch heute wieder fest vom unmittelbar bevorstehenden Börsen-Untergang ausgehen. Kann ja auch sein, unmöglich ist gar nichts.

Deshalb hat der Blick zurück bei Menschen die noch von diesen Ängsten getrieben werden ein weit heilsamere Wirkung, als Predigten in die Zukunft hinein. Man kann sozusagen im Nachhinein mal anschauen, wo man sich hat damals in Aufregung versetzen lassen und was dann in der Realität passiert ist. Und wenn wir vernunftbegabt sind, können wir daraus Schlüsse ziehen die uns helfen, in Zukunft nicht mehr so leicht zu beeinflussen zu sein.

Und deshalb habe ich oben mit Ihnen auf meinen Artikel aus 2013 geschaut und Links aus 2014 geteilt, von denen es tausende in diesem Stil gibt, denn mit der Heraufbeschwörung des Weltuntergangs lassen sich trefflich Klicks generieren.

Zurück schauen können wir auch auf andere Artikel von mir, wie den von der bei Tichy, der auch das Bild eines grossen Bullenmarktes in den Raum stellte, gerade weil das Finanzsystem so markant verzerrt wurde.

Auch ansonsten habe ich das Geschäft mit den Weltuntergangsszenarien immer wieder zum Thema gemacht, wie in -> Das dümmliche Gebrabbel der Weltuntergangspropheten < - und nun zeige ich Ihnen das aktuelle Langfristchart des Leitindex S&P500. Was sagt uns das?

Weiterlesen ...Vom Glauben, dem Weltuntergang und dem säkularen Bullenmarkt

Window Dressing und der Fortsetzungstrade

Im Artikel -> der Weg zum Jahreswechsel <-, hatte ich Ihnen vor zwei Wochen gezeigt, wie ich den weiteren Verlauf zum Jahresende sehe und warum ich weiter von einem starken Jahresabschluss ausgehe.

Es scheint bisher ziemlich genau so zu kommen, den kleinen "November-Schluckauf" hatten wir wohl schon und insbesondere die US Märkte schieben weiter gnadenlos hoch.

Heute will ich Sie daher ganz kurz auf einen weiteren Aspekt des "Window Dressing" hinweisen, denn es führt nicht nur an der Oberfläche der Indizes dazu, dass das Jahresende einen guten Abschluss findet. Es führt vor allem auch dazu, dass die im Jahr besonders gut gelaufenen Aktien von den hinterher hängenden Fonds-Manager extra noch einmal gekauft werden, um sie im Depot zu haben und im Sinne "habe doch alles richtig gemacht" vorweisen zu könnnen.

Mit dem Jahreswechsel werden die Spielkarten dann aber neu gemischt, dann kann eine Sektor-Rotation stattfinden und sich neue Favoriten herausbilden. Und was im Vorjahr zu weit gelaufen war, kann dann zur Korrektur ansetzen - es muss nicht, es kann. Aber bis Ende des Jahres wird recht zuverlässig einfach fortgeschrieben, was schon das ganze Jahr erfolgreich war und auf diesen Mechanismus kann man auch ein paar Trades bis Weihnachten basieren.

Im Premium-Bereich haben wir das Thema schon letzte Woche unter dem Titel "Fortsetungstrades zum Jahresende" besprochen und dabei auch einige Beispiele diskutiert. Hier im freien Bereich, will ich Sie nur erneut auf den Umstand hinweisen und Ihnen ein paar Beispiele aus dem Umfeld der ganz grossen Bluechips zeigen, die für einen derartigen "Fortsetzungstrade" in Frage kommen (alle Charts von )

Alibaba (BABA), Home Depot (HD) und Paypal (PYPL) - wenig überraschende und keinesfalls neue Namen. Kann das so einfach sein?

Ja kann es, dieser Mechanismus zum Jahresende gehört zu den stabilsten überhaupt, was ihn immer noch nicht absolut sicher macht - sicher ist am Markt gar nichts. Aber dieser Mechanismus ist so wahrscheinlich, dass darauf zu setzen sich in der Mehrzahl der Jahre immer wieder gelohnt hat, zumal die Namen vom Investmentgedanken her ja auch keine Hasardeur-Aktien sind.

Wenn Sie weitere Namen suchen, schauen Sie mal in meine Tweets auf der rechten Seite des Blogs oder suchen Sie sich selber grosse Aktien, die das ganze Jahr gut gelaufen sind und idealerweise gerade eine kleine Konsolidierung hingelegt haben.

Denken Sie aber daran, dass dieses Spiel mit dem Jahreswechsel beendet ist, es ist also ein temporäre Wette auf die letzten Wochen des Jahres. Was nicht im Umkehrschluss bedeutet, dass diese Aktien dann fallen müssen, aber die "Sonderkonjunktur" zum Jahresende ist halt vorbei.

Viel Erfolg!

Ihr Hari

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Überlassen wir 2018 noch der Prognosiritis

Letzte Woche habe ich Ihnen in -> Der Weg zum Jahreswechsel <- gezeigt, wie ein wahrscheinlicher Pfad zum Jahreswechsel aussieht und dass darin eigentlich noch ein begrenzter "November-Schluckauf" Platz hat.

Nun, letzte Woche hat sich dieser "Schluckauf" vielleicht schon in Gang gesetzt, zumindest in den europäischen Indizes wie dem DAX ist er schon zu sehen und die US Indizes könnten diese Woche auch leicht korrigieren.

Deshalb expandiere ich heute mal das Chart von letzter Woche und zeige Ihnen, was das im Leitindex SP500 bedeuten würde:

Wir sehen die Pfade (1) und (2), die beide auf den naheliegenden Unterstützungen drehen und beide extrem bullisch und bestätigend zu werten sind.

Erst wenn der Markt Pfad (3) einschlägt, muss man auch andere Varianten in Erwägung ziehen, wobei auch Pfad (3) bei einer Wende im Bereich 2.500 immer noch völlig gesund und normal wäre.

Interessant ist in dem Zusammenhang auch das Marktsentiment. Das hat sich nicht nur bei den anhand technischer Daten gemessenen Indikatoren wie dem wieder normalisiert, auch Joachim Goldberg berichtet treffend von einer vorsichtigen Haltung, die für den DAX positiv zu sehen ist, bei der Unterstützung um 12.900 wird es nach meiner Erwartung wieder interessant.

Und ich beobachte selber, auf welche Skepsis alle Hinweise bei normalen Anlegern treffen, dass dieser Markt durchaus weiter hoch laufen kann. Da stösst man schnell auf Widerstand, während es bei Warnungen dass dieser Markt gefährlich ist, sofort wohlgefälliges Kopfnicken gibt. Ich habe auf diesen Umstand zuletzt hingewiesen, viele Anleger erreichen kann man damit aber nicht, mit Horrorgeschichten vom nächsten Crash dagegen ohne Probleme.

Wirklich erfahrenen Anlegern - und ich hoffe Sie gehören dazu, wenn Sie meine langen Texte durchhalten 😉 - sollte das aber etwas über den Bias sagen, der im Markt vorhanden ist. Die "Herde" ist immer noch eminent skeptisch, die Profis in den US dagegen eher optimistisch, aber in Form eines nervösen Optimismus, der den Finger jederzeit am Abzugsknopf für den Notausgang hat.

macht zum Thema einen validen Punkt, den ich mal übersetzen möchte:

As such, independent investor sentiment levels about the stock market are about as euphoric right now as a stomach ulcer.

Das Sentiment der nicht-institutionellen Investoren zum Aktienmarkt ist ungefähr so euphorisch wie ein Magengeschwür.

Volltreffer und gleichzeitig sind die Wirtschaftsdaten um den Globus herum durchweg auf Expansionskurs. Passt nicht so recht zusammen, oder?

Was kann man da Anlegern raten?

Nun, zunächst einmal will ich Niemandem etwas raten, Anleger machen doch sowieso was Sie wollen, wenn es klappt sind sie die Helden und wenn nicht, sind die Informationsquellen schuld. 😉 Bei uns in der Community ist das anders, da sucht man im Spiegel den Schuldigen, das ist aber eine kleine Minderheit und das ist gut so.

Aber Anlegern, die keine Erfahrung im Markt haben und bis jetzt gezögert haben in den Markt einzusteigen, die sollten es jetzt wirklich sein lassen. Es gab viele bessere Punkte um die erste Aktie zu kaufen und der Markt ist ja auch objektiv unter der Decke verzerrt und daher inhärent riskant. Unerfahrene Anleger werden bei der nächsten unvermeidlichen 10-20% Korrektur nur in Panik geraten und ihr kurzes Gastspiel mit Verlust abschliessen.

Wer aber erfahrener ist, wer weiss wie man konsequent aussteigt wenn ein Trend sich dreht und wer ein Risikomanagement besitzt, der kann vorerst dabei bleiben, denn der Aufwärtsttrend ist intakt und die Aussichten zum Jahresende von den Wahrscheinlichkeiten her nicht schlecht. Wie letzte Woche erklärt, wird das Jahresende vielleicht stark sein, gerade *weil* das Jahr so stark war.

2018 ist dann eine völlig andere Geschichte, ein Dip im Konjunkturzyklus wahrscheinlich und die unvermeidliche - aber in 2017 ausgefallene - 10-20% Korrektur irgendwann mal fällig. Nur wann diese kommt ist weiter offen und vor allem muss das erfahrene Anleger heute nicht interessieren.

Die schauen auf die Füsse statt ins Wolkenkuckucksheim und sind auch nicht im Geschäft der -> Prognosiritis <-, weil diese völlig unproduktiv und sinnlos ist. Das Geld wird mit den Kursen verdient, die jetzt zwischen heute und Weihnachten aufgerufen werden und nicht mit Spekulationen über 2018. Und Aussteigen kann man bis zum oder zum Jahresende dann immer noch, wann immer es geboten erscheint.

Überlassen wir 2018 also mal noch den Prognostikern, die alle so eine tolle Glaskugel haben. Übrigens hat von denen letztes Jahr niemand, absolut niemand, das Jahr 2017 richtig auf dem Radar hatte. Schauen Sie noch einmal , was diese vor einem Jahr geschrieben haben. Ganz grosses Kino im Herdenverhalten. 😉

Das wird die aber nicht davon abhalten, dieses Jahr wieder mit gewichtigem Gesicht das Offensichtliche fortzuschreiben und es wird viele Anleger wieder nicht davon abhalten, das ernst zu nehmen. Na dann viel Spass dabei, irgend jemand muss uns ja auch die Aktien verkaufen, die wir kaufen wollen oder umgedreht. 😉

Wenn Sie für kommendes Jahr sicherer sein wollen, lassen Sie das mit den Prognosen gleich ganz sein und schauen Sie wie beim Bergsteigen auf die Füsse. Irgendwann kommt man dann schon am Gipfel an, wenn man bei jedem Schritt aufgepasst hat nicht in den Abgrund zu stürzen. Hans-Guck-In-Die-Luft mit den grossen Prognosen, die das Ego vom Hans dann dem Markt "beweisen" will, weil alle andere im Markt ja nur Idioten sein können, ist da schon eher absturzgefährdet.

Übrigens, Bergsteiger mit intelligentem Risikobewusstsein und solche die es werden wollen, werden bei uns in der Community weiter gerne aufgenommen. "Weissager", "Alles-Besser-als-der- Markt-Wisser" und "Glaskugelbesitzer" werden sich dagegen eher deplatziert fühlen. 😉

Zum Jahreswechsel wird es übrigens eine Preissteigerung für Neumitglieder geben, vielleicht ein Grund mit dem Bergsteigen schon 2017 zu beginnen und die blöde Glaskugel wegzuwerfen, die sowieso nur "Made in China" ist und nicht funktioniert.

Ihr Hari

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