Smava Finance Blog of the Year 2012 – Abstimmung

Liebe Freunde dieses Blogs,

veranstaltet jedes Jahr eine Abstimmung über den besten Finanz- und Wirtschaftsblog und surveybuilder.info.de hat es gleich im ersten Jahr unter die Finalisten - die besten 15 Blogs geschafft !

Ich freue mich darüber, weil die Abstimmung zu einem höheren Bekanntheitsgrad von surveybuilder.info.de führen könnte. Und höhere Bekanntheit bedeutet für uns mehr Diskussion und mehr Wissen in der Community, von dem wir alle profitieren können. Ich danke daher dem Ausrichter Smava für diese Gelegenheit !

Ich freue mich auch besonders, weil ich ja gerade keinen Wert auf maximale Klickzahlen lege, sondern mich nur auf den Content konzentriere.
Denn wie Sie sicher wissen, könnte man aus einem "Hari´s Märkte am Abend" leicht 3 Artikel machen und mit den richtigen Schlagwörtern in der Überschrift auch hohe Klickzahlen erreichen.

Was ich hier aber suche sind nicht schnelle "Vorbeiklicker", sondern loyale Leser, die sich dann gerne auch in die Community mit ihrem Wissen einbringen.

In diesem Sinne betrachte ich es als Erfolg zu den Finalisten zu gehören und lade Sie nun ein, Ihre Stimme abzugeben.
Denken Sie bei der Wahl des Blogs der ihre Stimme verdient aber bitte auch an Lars Röhrig, der seit Jahren unermüdlich investorsinside.de betreibt. Aber auch andere gute Blogs haben Ihre Stimme verdient.

Viel wichtiger als für wen Sie stimmen, ist daher das Sie überhaupt teilnehmen. Denn mit ihrer Teilnahme helfen Sie den ausgewählten 15 Blogs den Bekanntheitsgrad und damit die Aufmerksamkeit im grossen Meer des WWW zu steigern !

In diesem Sinne bitte ich um Ihre Teilnahme , sie können nun

Die Abstimmung läuft bis zum 03.04.12.

Ihr Hari

Hari´s Märkte am Abend – 29.03.12 – Von Grufties und den alten Tagen

22 Uhr - Handelsschluss

Tja, aus der grossen Quartalsrally wird wohl nichts mehr. Ehrlich gesagt war ich schon etwas erstaunt, dass die Indizes sich nun schon vor dem Quartsalsende deutlich von 7000 im DAX bzw 1400 im S&P500 nach unten weg bewegt haben. Ich kann mir daher gut vorstellen, dass das am morgigen Freitag korrigiert wird und wir am Ende das Quartal doch oberhalb beider Marken abschliessen. Im S&P500 ist es schon heute Abend passiert. Es spricht einiges für einen guten Freitag zum Abschluss des ersten Quartals.

Wie schwierig es ist einen Wendepunkt sauber zu erkennen, zeigt uns auch unsere kleine Umfrage von Gestern wieder, die ich deswegen ganz bewusst so gemacht habe. Denn auch die Leser von surveybuilder.info.de können sich scheinbar im Moment nicht einigen, ob das kurzfristig nun eine Topbildung ist oder ob es weiter hoch geht.

Dabei scheint es doch so einfach zu sein, wenn man sich etwas zurück lehnt und sich das grosse Bild im Nachhinein dann anschaut. Wir sind seit Jahresanfang um 20% ohne jede nennenswerte Korrektur gestiegen. Sollte diese Korrektur jetzt vielleicht kommen, garantiere ich Ihnen, dass die Charts im Nachhinein so eindeutig aussehen, dass sich jeder (auch Sie) an den Kopf packen wird und sagen: "Verdammt, warum war ich so blöd da nicht einfach rauszugehen".

Was man daraus lernt ist, das man hinterher immer klüger ist, aber mitten im Gefechtslärm selbst relativ naheliegende Ausstiegsszenarien wie aktuell, alles andere als eindeutig sind. Deswegen ist Markt-Timing so schwierig und wer es machen will, muss konsequent und kalt rechnend mit Wahrscheinlichkeiten operieren. Wünsche und Hoffnungen haben in dem Spiel nichts verloren. Glauben Sie ja nicht, das die Situation bei der nächsten Wende überschaubarer sein wird.

Jetzt bin ich Ihnen im Nachgang der Umfrage aber noch schuldig, was ich angeklickt habe und wie ich Stand Heute 29.03.12 den Markt sehe.

Angeklickt habe ich die Distributionsphase, was bedeuten würde, dass die Zeiten des dauerhaften Anstiegs nun temporär vorbei sind. Hätte es die Auswahl "Seitwärtsbewegung" gegeben, wäre aber auch bei mir genau das die Wahl gewesen, versehen mit dem Zusatz "volatil".

Ich bin auf meinem Weg der Risikoreduktion nun schon weit fortgeschritten und befinde mich schon wieder weitgehend in meiner Komfortzone. Das bedeutet einen Grundstock an Longs, die ich nicht verkaufen will und mit denen ich mich auch in einer theoretischen Korrektur wohl fühle, ein paar Shorts und jede Menge Cash.

Ich rechne aber nicht damit, dass wir hier nun richtig zusammen brechen, ich rechne eher mit einer volatilen Seitwärtsbewegung im DAX, die uns bis 6600 oder maximal 6400 herab führen könnte, in der Regel aber zwischen 6600 und 7100 ablaufen sollte. Das dürfte sich dann wie eine Korrektur anfühlen, würde aber den langfristigen Aufwärtstrend nicht ernsthaft in Frage stellen.

Weiterhin wäre ich verwundert, wenn wir nun ab heute wie ein Strich einfach weiter fallen. Viel typischer und zur sich bildenden Schulter-Kopf-Schulter Formation im S&P500 passend wäre es nun, wenn der Markt noch einmal richtig nach oben zieht und wieder über die 7000 schaut. So werden die ersten Shorts frustriert, die Hoffnung kehrt zurück und dann geht es wieder abwärts. Das wäre wohl mal wieder der Weg des maximalen Schmerzes und den liebt der Sadist Mr. Market ja ganz besonders.

Insofern kann es gut sein, dass wir schon Morgen hochlaufen oder wenn das nicht kommen sollte, dann zum Monatsanfang April. Ich würde einem derartigen Anstieg aber aus heutiger Sicht skeptisch begleiten und würde in meinem Investmentdepot auch nur mässig auf die Bewegung aufspringen. Nur im Trading-Depot würde ich diese Bewegung sehr kurzfristig, dafür aber aggressiv mitspielen.

Bei allem aktuellen Gerede um eine Korrektur im April bitte ich aber nicht zu vergessen, das ich den Markt dieses Jahr sehr positiv sehe und Korrekturen in meinen Augen Kaufgelegenheiten sind ! Ich hatte eigentlich mal auf einen ruhigen Sommer gehofft, aber langsam bekomme ich den Eindruck, das wird dieses Jahr wieder nichts. Denn falls wir nun im April schon deutlich korrigieren sollten und jetzt durch volatiles Fahrwasser gehen, könnte der Markt im Sommer schon wieder nachhaltig hochschieben und da muss man dann dabei sein.

Was gibt es an alternativen Szenarien ? Nun, ich hatte ja eigentlich noch den letzten Schub nach oben auf der Rechnung, den Blowoff-Top sozusagen. Zum Quartalsende ist er nicht gekommen, es ist aber durchaus denkbar, dass er in den ersten zwei Wochen des Aprils doch noch kommt, bevor die Quartalsaison losgeht.

Obwohl ich einen derartigen Hub wohl nicht mehr so perfekt mitnehmen könnte wie die ersten drei Monate, weil ich nun schon leicht defensiv aufgestellt bin, würde ich diese Entwicklung sehr begrüssen. Denn erstens ist ein Plus immer noch ein Plus, auch wenn es etwas niedriger als im Idealfall ausfällt und zweitens würde dieser Schub dann einen wirklich sauberen Ausstieg ermöglichen, weit belastbarer als die aktuell eher undurchsichtige Situation. Ein Anstieg bis ca. 7500 im April wäre dann wohl auch die Garantie für einen entspannten Sommer, denn viel mehr dürfte im Markt nicht gehen, bevor dann der September kommt.

Nach diesen vielen Worten will ich die oben diskutierten Szenarien dann auch mal in konkrete Wahrscheinlichkeiten kleiden - so wie ich das im Moment "Pi mal Daumen" sehe:

Wahrscheinlichkeiten für den April und Mai 2012 aus meiner Sicht vom 29.03.12:

5% das wir richtig abkippen und die Krise wieder zurück kommt.
5% das wir weiter steigen und steigen und schon Ende Mai neue Höchststände im DAX oberhalb 8200 haben.
60% für eine gefühlte Korrektur, die aber in Wirklichkeit nur eine sehr volatile Seitwärtsbewegung oberhalb 6600 im DAX ist.
30% für einen letzten Anstieg Anfang April, der uns bis über 7200, vielleicht sogar bis 7500 bringt, wonach die Luft bis in den Sommer dann raus ist.

Nach diesen Wahrscheinlichkeiten habe ich mich nun konsequent positioniert. Defensiv, aber ohne Panik und mit der Bereitschaft weitere Anstiege schnell taktisch mitzunehmen.

So weit zum Markt, warten wir ab, ob der "Snapper" Morgen oder zum Quartalsanfang am Montag/Dienstag kommt, der uns wieder über 7000 führt. Sollte er gar nicht kommen, würde mich das ehrlich gesagt schon wundern.

Ach ja und einen Zeitschriften-Aufreger hatte ich heute wieder. Nach Focus-Money kam heute Börse-Online. Und während man beim Titelbild gestern ja über das Timing schmunzeln konnte, der Artikel selber für mich aber ganz in Ordnung war, habe ich mich heute richtig geärgert. Denn die Schlagzeile von Börse-Online lautete: "Dividenden-Könige - Sichern Sie sich die höchsten Renditen". Diese Schlagzeile ist für mich persönlich schon sehr grenzwertig, denn sie erzeugt beim unerfahrenen Anleger nach meiner Einschätzung wieder diesen völlig falschen Eindruck, als könnte bzw müsste man den Dividendenvorteil an genau einem Tag "mitnehmen".

Falls hier Anfänger mitlesen, sei deshalb noch einmal gesagt: wenn Sie wenige Tage vor einer Dividendenausschüttung kaufen um die Dividende "mitzunehmen", gewinnen Sie dadurch genau gar nichts ! Denn am Tag der Ausschüttung fällt der Kurs der Aktie genau um den Wert der Dividende. Überlagert wird das durch normale Kursbewegungen, so dass es nicht immer perfekt zu erkennen ist, aber so ist es ! Eine gute Aktie können Sie das ganze Jahr über kaufen, es gibt keinen wirklichen Vorteil das gerade jetzt kurz vor der Ausschüttung zu machen ! Und von der Dividende der Aktie rutscht defacto jeden Tag genau ein 1/365tel in Ihr Depot, ganz egal wann Sie kaufen !

Übrigens, falls sich jemand fragt, warum ich diese Blätter überhaupt lese, wenn ich mich so oft darüber ärgere ... Die Antwort ist: aus dem gleichen Grund, aus dem auf der Regierungsbank die Bild-Zeitung gelesen wird. Man muss halt wissen, was die anderen denken. Ich lese alles, wirklich fast alles im deutschsprachigen Raum, von Handelsblatt, über diese Magazine bis zur (sehr empfehlenswerten!) schweizerischen Finanz-und-Wirtschaft.

Unter den wenigen Aktien die heute in Deutschland ein Plus produzieren konnten, stach für mich Stada (WKN 725180) heraus, mit heute 4,5% Plus bei hohem Volumen. Auslöser war ein sehr guter Ausblick des Vorstands, der eine „klare Steigerung“ des Konzernumsatzes in Aussicht stellte. Stada befindet sich in einem perfekten Aufwärtstrend und ist mit einem KGV von um die 8 immer noch attraktiv bewertet. Allerdings rechne ich damit, dass der Kurs im Bereich um 25€ nun erst einmal eine Konsolidierung einlegt, bevor Chancen auf eine Fortsetzung des Aufwärtstrends bestehen.

Ach ja, einen guten Witz habe ich zum Thema Einzelaktien noch für Sie: Heute haben die Kohlewerte einen "Swing-Low" hingelegt, heisst in einem schwachen Markt haben sie U-förmig ins Plus gedreht. Das stimmt wirklich, schauen Sie sich mal beispielhaft den verrückten Chart von Peabody Energy (WKN 675266) an. So etwas sieht man selten !

Die Frage lautet nun: Ist das die Wende ? 🙂 Sie lachen ? Das Lachen wird Ihnen noch vergehen 😉

Ansonsten war der Markt an den europäischen Börsen heute mal wieder querbeet schwach, alles wurde aus den Depots geworfen und es gab mal wieder keinen Platz an dem man sich so richtig verstecken konnte. So ist das halt mit Korrekturen in der Zeit der ETFs und Algos - alles fällt gleichzeitig - leider.

"Früher war halt alles besser (an der Börse)" - hat mein Opa ja auch schon immer gesagt und da ich in Kürze 50 werde, darf ich mir als echter "Gruftie" nun auch solche Plattheiten erlauben 😉

Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend. Schlafen Sie gut !

Ihr Hari

Hari´s Märkte am Abend – 28.03.12 – Am Scheideweg – Umfrage

22 Uhr - Handelsschluss

Wie sagte ich vor knapp 2 Wochen frei nach Han Solo : "Ich habe da ein ganz mieses Gefühl". Dieses Gefühl habe ich heute wieder und da es letztes Mal wie oft bei Gefühlen eher ein Kontraindikator für den Markt war, besteht ja noch Hoffnung. 😉

Aber was der Markt heute gemacht hat, gefällt mir nicht. Jeder Anstieg Richtung DAX 7100 wurde sofort wieder abverkauft, so als ob jemand sich bei jeder Gelegenheit von Aktien trennt. Was ich im Markt derzeit sehe, kann zwar eine Konsolidierung vor einem weiteren Anstieg sein, aber ebenso gut auch eine Distribution, bei der die Aktien von den institutionellen Anlegern in die Hände der Privatanleger wechseln, typischerweise wäre das dann ein Zeichen einer Topbildung mit folgendem Absturz.

Ich glaube aber immer noch nicht daran, dass die Indizes schon vor dem Quartalsende wirklich zusammen klappen und denke, dass diese verteidigt werden. Insofern könnten Morgen und Freitag mal wieder eher starke Tage werden. Trotzdem sind bei mir nun seit heute alle Warnlampen an ! Auch das so eindeutige Setups wie der Ausbruch bei Gold keine Fortsetzung finden, sondern sofort wieder wegbröseln, ist ungewöhnlich und ein schlechtes Zeichen. Auch die Cup&Handle Formation im S&P500 von gestern, wurde heute gleich wieder negiert. Das alles macht mich nachdenklich.

Und zu allem Überfluss könnte es sein, dass sich im S&P500 gerade eine grosse Schulter-Kopf-Schulter Formation bildet, deren rechte Schulter sich nun durch ein paar gute Tage zum Quartalsende bzw Quartalsanfang formen würde und deren Ziel dann in der Grössenordnung von S&P500 1360 läge. Im DAX wären das dann wohl Kurse um die 6700. Die hier schon mehrfach besprochenen Makrorisiken der Wahl in Frankreich und des Thema Iran brauche ich ja nicht mehr weiter erwähnen.

Und wem das noch nicht reicht, erinnern Sie sich, wie mich letzte Woche Dirk Müller mit DAX 8000 auf Focus-Money anlächelte ? Heute sticht mir "Starstratege" Folker Hellmeyer (wie wird man das eigentlich, ist das ein Ausbildungsgang ? ;-)) mit dem Zeigefinger fast ins Auge und rechnet laut Schlagzeile vor:" DAX steigt bis 2014". Keine Sorge, es ist das Jahr gemeint und nicht der Kurs. 😉 Ich glaube ja sogar, das der Mann Recht hat, denn das Umfeld sehe ich mittel- und langfristig positiv für Aktien und auch mit dem Inhalt des Artikels gehe ich im Kern d’accord. Und auch die genannten DAX 10000 sind bis 2014 gar nicht mal mutig, ehrlich gesagt wäre ich eher überrascht, wenn wir die bis 2014 nicht sehen. Aber der Zeitpunkt zu dem solche Jubelartikel erscheinen, macht mich doch mal wieder sehr, sehr nachdenklich.

Auf der Habenseite des Marktes steht aber nach wie vor eine gewaltige Liquiditätsversorgung, faire Bewertungen und ein im langfristigen Blick immer noch wenig euphorisches Sentiment, so dass ich unabhängig von der kurzfristigen Entwicklung im April und Mai, nach wie vor mit weit höheren Kursen als heute zum Jahresende rechne.

Ganz übel steht es übrigens aktuell um den Rohstoffsektor, die Aktien bluten geradezu aus und davon ist der ganze Sektor querbeet betroffen. Seit Wochen macht es immer nur "drip, drip, drip" bei geringen Umsätzen. Man kann da langsam schon von einem Bärenmarkt reden, denn wir sind nun wieder auf den Niveaus des letzten Herbstes angekommen. Und wer zum Beispiel bei den Kohlewerten dachte, dass die Titel nun nicht mehr fallen können, wurde heute ganz übel eines besseren belehrt, wieder ging es um 3-4% nach unten.

Schauen wir uns beispielhaft mal Freeport McMoran (WKN 896476) an, eigentlich bin ich für Kupfer recht optimistisch, der Forward P/E liegt bei nur 7 und erst heute gab es wieder eine Hochstufung durch Analysten - aber der Kurs macht nur "drip, drip, drip" nach unten, heute wieder 4% Minus.


Source:

Grund für diese Schwäche ist natürlich die Sorge um China, aber wie ich schon -> hier <- vor 2 Wochen fragte, ist es eine für uns ganz entscheidende Frage wer hier falsch liegt, die Rohstoffe oder die Industrieaktien ! Am 14.03. bei obigem Artikel, hatte ich in die Industrieaktien noch mehr Vertrauen und rechnete mit einer Anpassung der Rohstoffwerte. Schaue ich mir den Markt nun 2 Wochen später an, ist diese Sicherheit verflogen.

Denn die Charts der Rohstofftitel haben nun bedenkliche Formen angenommen. Und ich bin sicher, dass wir da vor einer ganz starken Bewegung stehen, in die eine oder andere Richtung. Entweder schnappen wir an einem Tag um 10% nach oben oder wir werden kräftig abstürzen.

Auf jeden Fall kann einer nicht recht haben, die Kurse der Rohstoffaktien ala Rio Tinto, Freeport, Alcoa & Co. passen definitiv nicht zu den Kursen der Industrieaktien ala BMW, Linde & Co. Und das macht mich zunehmend unruhig.

Da ein starkes Quartalsende uns ja nun scheinbar nicht geschenkt wird, gibt es also zwei widerstreitende Szenarien die ich für gut möglich halte und über die ich Sie gerne abstimmen lassen würde:

Szenario (1) läuft ähnlich wie das letzte Quartalsende vor 3 Monaten. Schon vor dem Quartalsende wird umgeschichtet und umgebaut und mit Beginn des April kommt dann noch einmal ein grosser Schub in den Markt, der uns bis Mitte/Ende April noch bis 7500 im DAX hoch schiebt. Auch letztes Quartal haben wir endlos auf die Jahresendrally gewartet, sie kam dann so richtig als Jahresanfangsrally im Januar. Wenn Szenario (1) Recht hat, erleben wir gerade eine Konsolidierung um die 7000er und 1400er Marke herum, die die Grundlage für den nächsten Schub liefert.

Szenario (2) bedeutet, dass wir gerade eine Topbildung für das Frühjahr erleben, die durch Distribution von den Institutionellen zu den Privaten geprägt ist. In diesem Szenario wird der S&P500 die Schulter-Kopf-Schulter Formation voll ausbilden, in dem er in den beiden letzten Tagen des Quartals und Anfang April noch leichte Stärke zeigt, dann geht es im April deutlich nach unten.

Und ja ich weiss, es gibt natürlich noch ein drittes Szenario, das wir einfach volatil seitwärts laufen. Aber ich möchte gerne, dass Sie für den April eine klare Tendenz bullish/bearish aussprechen, weil wir dadurch am meisten lernen.

Eine spannende Frage, zu der ich hier nun um Ihre Meinung bitte. Um abzustimmen zu können, müssen Sie bei surveybuilder.info.de registriert sein, was ganz leicht und schmerzfrei -> hier <- möglich ist.


Welches Szenario erleben wir derzeit im Markt

    Ergebnis der Umfrage - Teilnehmende Leser: 19

  • Szenario 1 - Konsolidierung und im April geht es weiter hoch (53%)
  • Szenario 2 - Topbildung und im April geht es abwärts (47%)

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Ganz egal was nun passiert, eines ist in meinen Augen aber definitiv der Fall und sollte nicht übersehen werden: derzeit haben wir erhöhte Risiken im Markt, höher als die gesamten letzten drei Monate. Absolut sind die Risiken noch nicht extrem und sicher nicht auf dem Niveau des letzten Herbst, aber Vorsicht ist nun bestimmt geboten.

Ich habe heute begonnen, mein gestern skizziertes Risiko-Reduktionsszenario in Bewegung zu setzen und habe erste Positionen verkauft und andere nun eng abgesichert. Denn viel tiefer als um die 6960 im DAX sollten wir nun nicht mehr fallen, dann steigt die Gefahr einer grösseren Korrektur in meinen Augen deutlich.

In so einer entscheidenden Phase ist es für mich auch nicht sinnvoll, zu viel über einzelne Titel nachzudenken. Viel Wert hatte es heute ja sowieso nicht, heute wurde einfach querbeet alles verkauft. Nur eine Aktie war heute wieder im Plus, Apple (WKN 865985). 😉 Es scheint mir so, als nähern wir uns im Markt einer Phase, in der es mal wieder vor allem wichtig ist, die nächste grosse Bewegung zu erhaschen.

Deswegen konzentriere ich mich nun darauf und habe dabei den Rohstoffsektor fest im Blick. Ich denke die nahe Zukunft des ganzen Marktes entscheidet sich hier. Sollte der Rohstoffsektor tatsächlich eine anstehende Konjunkturschwäche antizipieren, dürften für den DAX bald harte Zeichen anbrechen. Sollte die Sorge um China aber unbegründet sein, haben viele Rohstoffaktien nun ein Potential von schnellen 10-20% nach oben. Ich weiss nicht was passieren wird, aber ich weiss, dass sich der Markt nun am Scheideweg befindet. Seien Sie wachsam !

Zum Abschluss habe ich noch einen netten Spruch von Warren Buffet, der mir heute im Kirkreport in die Augen gesprungen ist:

"The market, like the Lord, helps those who help themselves. But, unlike the Lord, the market does not forgive those who know not what they do." - Warren E. Buffett

Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend,
Ihr Hari

Hari´s Märkte am Abend – 27.03.12 – Vom Aufhören, wenn es am schönsten ist …

22 Uhr - Handelsschluss

Der heutige Tag an den Märkten war lange eher ereignislos, an dem grossen Bild hat sich nichts geändert. Die heutige leichte Schwäche empfand ich nach dem gestrigen Tag als prinzipiell normal. Lange haben auch die alten Hochs im Bereich 1414 im S&P500 gehalten, was wichtig war um eine klare Grundlage für einen weiteren Schub nach oben zu legen.

In den letzten Handelsminuten wurde dieser Bereich dann leider doch nach unten durchbrochen, was das Bild für Morgen früh etwas eintrübt und ein paar Fragezeichen aufwirft. Überbewerten muss man das aber auch nicht, von grossem Abgabedruck konnte keine Rede sein. Insofern bleibt uns nichts weiter, als unserer Linie treu zu bleiben und abzuwarten.

Ich möchte daher die Gelegenheit ergreifen, den Blick über die aktuelle Woche hinaus auf das 2. Quartal zu richten und Ihnen zu zeigen, wie ich mich dafür aufstelle.

Die Überschrift ist natürlich mit Bedacht gewählt, denn ich bin tatsächlich der Ansicht, dass es nun langsam Zeit wird, defensiver zu agieren.

Sie wissen, dass ich im Gegensatz zu den meisten Marktbeobachtern seit Jahresanfang auf dem Gaspedal war, mal stärker, mal vorsichtiger, aber letztlich immer mit dem Blick nach oben. Zum Erfolg an den Börsen gehört aber nicht nur die Fähigkeit zum richtigen Zeitpunkt auf eine Bewegung aufzuspringen, genau so wichtig ist es auch, den rechtzeitigen Absprung zu schaffen. Denn solange wir das nicht schaffen, sind alle vermeintlichen Gewinne im Depot nichts als Hoffnung, erst der Verkauf der Position macht den wirklichen Profit wahr. Und wie im richtigen Leben, ist auch an der Börse der beste Zeitpunkt zum aufhören immer dann, wenn es am schönsten ist.

Schauen wir uns doch einmal an, wie ich den Markt kurz- und mittelfristig sehe:

Diese Woche, zum Quartalsende hin, halte ich es für unwahrscheinlich, dass wir uns stark nach unten bewegen. Denn ich bin überzeugt, dass die Indizes von Big Money verteidigt werden, zu viel hängt an den Indexständen in Form von Boni und Gewinnen. Ob wir diese Woche noch einen grossen Schub nach oben bekommen, der uns dann bis DAX 7500 tragen könnte, kann ich Ihnen nicht sagen. Es ist gut möglich, aber nicht sicher. Genau so möglich ist, dass wir nun einfach weiter seitwärts laufen und das Quartal irgendwo zwischen 7000 und 7200 beschliessen.

Anfang April könnte auch noch eine gute Zeit für die Börsen sein, zumindest bis Mitte April die Quartalsberichtssaison wieder beginnt. Und auch die Dividendensaison bis in den Mai hinein, hat die Tendenz den Markt zu stützen, da viele private Anleger die Dividende "noch mitnehmen" wollen, bevor sie verkaufen. Was natürlich grober Unfug ist und von einem eklatanten Mangel an Verständnis zeugt, aber letztlich den Markt leicht stützt, weil die privaten Anleger erst nach der Dividendensaison so richtig ans verkaufen denken. Insofern kann es gut sein, dass sich die aktuelle Stärke noch ein paar Wochen in das zweite Quartal hinein fortsetzt.

Nicht vergessen dürfen wir aber, dass wir im DAX seit Jahresanfang nun 20% gestiegen sind und niemand sollte glauben, dass das einfach so weitergeht. Ich persönlich halte ja sogar Höchststände im Bereich DAX 8500 zum Jahresende für möglich, eine gleichmässige, ruhige Bewegung nach oben über das ganze Jahr wird das aber bestimmt nicht. Natürlich ist alles möglich und auch das ist denkbar, es ist aber sehr unwahrscheinlich. Viel wahrscheinlicher ist bald eine neue Phase der Volatilität, die uns dann auch mal wieder unter 7000 drücken würde.

Wichtig ist auch, die Erlebnisse der nahen Vergangenheit im Auge zu haben, denn die Mehrzahl der Marktteilnehmer wertet diese höher als ältere Ereignisse und zeigt so durchaus berechenbares Verhalten, in dem die Vergangenheit fortgeschrieben wird. Und was hatten wir an Erlebnissen der nahen Vergangenheit ?

Ganz einfach - egal ob institutioneller oder privater Anleger - alle hatten eine Art "Nahtot-Erfahrung" letzten August mitten im Sommer. Und alle haben bitter bereut, nicht schon im Frühjahr aus dem Markt gegangen zu sein und haben das mit einem versauten Sommerurlaub teuer bezahlt.

Alle diese Geschädigten des letzten Jahres werden diese Jahr wohl "klüger" sein wollen und deshalb rechtzeitig aus dem Markt gehen wollen, was in Anbetracht der Indexstände ja auch rational vernünftig ist. Und weil das so ist und keiner der letzte sein will, rechne ich damit, dass die Absatzbewegung der Institutionellen dieses Jahr schon viel früher beginnt, schon ab Mitte April. Diese Verkäufe der Institutionellen werden dann von den Privaten aufgesogen, die gierig nach Dividenden sind und sobald auch die Privaten gesättigt sind - irgendwann im April oder Mai - bleiben die Käufer aus und dann kann ein Markt nur noch fallen.

Umgedreht, weil ich denke dass heuer schon früher als sonst aus dem Markt gegangen wird, dürfte die Phase des grossen Risikos schon im Hoch-Sommer vorbei sein - genau dann wenn wieder der August kommt, an den sich nun alle mit Schrecken erinnern, dürften die Verkäufe alle schon getätigt sein und der Markt hat vielleicht die Grundlage um zu einer guten zweiten Jahreshälfte anzusetzen.

Das beste was mir also nun passieren könnte, wäre ein BlowOff-Top in den nächsten Tagen. Das heisst ein starker Anstieg mit einer finalen dynamischen Bewegung nach oben, die irgendwo oberhalb DAX 7400 oder höher ausläuft und Intraday dann wieder abverkauft wird. Dieser "Swing-High" wäre das perfekte Signal für mich, umgehend Gewinne mitzunehmen und auf die Seitenlinie zu wechseln.

Passiert das nicht und laufen wir nun seitwärts oberhalb 7000, wird es schwierig bis unmöglich den Tag der Wende perfekt zu treffen. In diesem Fall macht es Sinn sukzessive Risiko aus dem Depot zu nehmen und die noch laufenden Positionen eng abzusichern. Damit man am Tag der Abrechnung nicht mit herunter gelassenen Hosen erwischt wird 😉

Bedeutet das, das ich nun ab nächster Woche ganz aus dem Markt gehe ? Definitiv nein, das werde ich nicht tun. Es gibt eine Reihe von Nachzüglern im Markt - einige haben wir hier auch besprochen - die auch bei einer Korrektur nicht mehr all zu viel abgeben sollten. Ausserdem kann man seine Long-Positionen ja auch absichern (hedgen). Aber ich werde mein Long-Exposure nun Schritt-für-Schritt verringern und generell Risiko aus dem Depot nehmen. Dabei werde ich in den nächsten Tagen und Wochen sehr viel mit Trailing-Stops operieren, die sich in einem nach oben laufenden Markt mitschieben. So kann ich von einem weiteren Anstieg noch genug mitnehmen und bin dann schnell aus dem Markt, wenn es nötig ist.

Und warum bin ich mir so sicher, dass der Hauptteil des Anstiegs nun verfrühstückt ist ? Kann es nicht sein, das wir Ende Mai bei über 8000 im DAX stehen ? Die Antwort ist: sicher bin ich mir gar nie und nirgends. Wer im Markt irgend etwas für "sicher" hält, ist ein Idiot. 😉 Auch 8000 im Mai ist durchaus möglich und wenn es passiert, muss ich halt damit leben, dass ich diesen Teil der Bewegung dann nicht mehr vollständig mitgemacht habe. Es ist aber nach all meiner Erfahrung eher unwahrscheinlich, wahrscheinlicher ist, dass wir nun nach einem letzten Schub irgendwo bis maximal DAX 7500 erst einmal auslaufen. Das bedeutet nicht zwingend, dass es danach stark nach unten gehen muss, vielleicht schwanken wir den ganzen Sommer seitwärts, bevor es wieder nach oben geht, wer weiss. Und vielleicht ändere ich meine Sicht auch im Mai schon wieder, wer weiss welche Überraschungen vor uns liegen.

Aber hier und jetzt, Ende März 2012, nach 20% Anstieg im DAX, finde ich es vernünftiger nun langsam Schritt für Schritt Risiko aus dem Depot zu nehmen und defensiver zu werden, statt nun erst recht aggressiv auf steigende Kurse zu wetten.

Mit dem Markt hochlaufen kann und sollte man ja weiterhin, nur vorsichtiger und besser abgesichert als bisher.

Zum Abschluss noch ein paar Worte zum Thema "Hedgen": Sie wissen ja, dass ich von Optionscheinen für die Privatanleger eigentlich gar nichts halte. Denn der Market-Maker der im Handel "auf der Leitung" sitzt, optimiert seinen eigenen Gewinn. Er ist Preisrichter und Handelspartner zugleich, dieser Interessenkonflikt wird nach meiner Erfahrung in der Regel zu Lasten des Privatanlegers aufgelöst. Optionsscheine sind mir in der Preisstellung einfach zu intransparent, als das ich damit etwas zu tun haben wollte, ich habe in meiner Karriere da schon zu viel übles Zeug erlebt.

Wer als kleiner Anleger unbedingt gehebelt wetten will, sollte dazu in meinen Augen besser CFDs nehmen - und zwar von einem zuverlässigen, grossen Anbieter der Kutellung eins-zu-eins nach den Futures garantiert. Und die Profis handeln sowieso mit echten, wirklich börsengehandelten Terminkontrakten zum Beispiel an der Eurex - bei denen der Preis sich wirklich aus Angebot und Nachfrage ergibt, wie es sich gehört, und nicht der Willkür und Gier des alleinigen Marketmakers unterliegt, wie bei Optionsscheinen.

Aktuell haben wir aber eine Situation, in der ausnahmsweise und trotz ihrer eklatanten Nachteile auch klassische Optionsscheine einen Blick als "Hedge" wert sein könnten. Das liegt daran, dass in die Bewertung eines Optionsscheines auch die Schwankungsanfälligkeit des Marktes - die Volatilität - einfliesst. Bei CFDs ist das völlig irrelevant, die bilden (bei den richtigen Anbietern) 1-zu-1 den darunter liegenden Future ab und sind genau deswegen so transparent bei der Preisstellung.

Für Put-Optionsscheine gilt daher, das diese sehr billig sind, wenn die Volatilität (wie derzeit) sehr niedrig ist. Und sehr teuer mitten im Absturz, wenn die Volatilität nach oben schiesst. Im Moment kann man eine Absicherung über einen Put-Optionsschein also eher günstig bekommen. Und wenn in den nächsten Wochen die Vola steigen sollte, müsste der Markt gar nicht stark nach unten laufen, damit der Optionsschein an Wert gewinnt.

Neben der Volatilität ist bei einem Optionschein aber auch die Restlaufzeit ein entscheidender Faktor und mit jedem Tag der vergeht, ohne das der Kurs sich in die gewünschte Richtung bewegt, verliert ein Optionsschein an Wert, das sollte man bitte nicht vergessen. Mit einem Optionsschein kann man also nur dann Geld verdienen, wenn der Markt in absehbarer Zeit genau die erwartete Bewegung macht. In allen anderen Fällen - auch bei richtungsloser Seitwärtsbewegung - wird man nur Verluste produzieren.

Aber wie auch immer, wenn jemand wirklich versteht, wie solche Optionsscheine funktionieren, und wenn er/sie wirklich weiss, was da im Depot liegt, dann könnte in der jetzigen Marktphase mit geringer Volatilität ein Hedging über Put-Optionsscheine durchaus bedenkenswert sein. Denn so muss man seine liebevoll ausgewählten Aktien nicht anfassen und bekommt trotzdem weniger Risiko ins Depot. Wer dieses Wissen aber nicht hat, sollte nach meiner Ansicht besser die Finger von solchen Derivaten lassen, das geht in der Regel nach hinten los. Die beste Absicherung ist für den unerfahrenen Anleger der Cash auf dem Tagesgeldkonto.

Man könnte das Thema Optionsscheine ganz umgehen, wenn man Volatilität direkt handeln könnte, also den VDAX (den Volatilitätsindex des DAX) kaufen oder verkaufen. Es gibt dazu auch ein paar Zertifikate und erste ETFs, ich habe aber bisher noch kein überzeugendes Produkt gesehen, bei dem die Rollverluste in ihrem negativen Effekt eingegrenzt wären. Solange lasse ich die Finger von solchen Produkten.

Fazit: Jeder muss selber wissen, ob er jetzt noch aggressiv auf einen steigenden Markt wetten will. Ich werde nun aber langsam auf Defensive schalten und werde das zunächst mit Trailing-Stops umsetzen. Sobald ich glaube einen kurzfristigen Top identifiziert zu haben, werde ich zusätzlich massiv mit Hedging arbeiten.

Seit Anfang 2012 war ich auf dem Gaspedal. Es sei hiermit laut und deutlich vermerkt, dass ich ab Ende dieser Woche den Fuss vom Gas nehme und den Wagen nur noch mit dem vorhandenen Schwung rollen lasse - den Fuss bremsbereit aufgestellt.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend !

Ihr Hari

Hari´s Märkte am Abend – 26.03.12 – Tesla Motors hebt ab, Gold gibt Kaufsignal

22 Uhr - Handelsschluss

Es ist doch einfach schön und befriedigend, wenn der Markt exakt macht, was man erwartet hat und heute war so ein Tag. Gab es am Anfang noch ein kleines Spiel um die 7000er Marke im DAX, setzten sich mit der näher kommenden Eröffnung der Wallstreet nachhaltig die Bullen durch und brachten uns erneut nahe an 7100 heran. Im Future im späten Handel sind wir nun sogar schon über 7100. Auch der S&P500 markierte mit 1416 neue Höchststände in der Aufwärtsbewegung.

Damit hat sich auch der immense "Buying on Weekness" Tag von letztem Donnerstag als richtiges Signal bestätigt. "Big Money" hat sich uns kleine Anleger am letzten Freitag also tatsächlich zurecht gelegt und so gute Einstiegskurse gefunden.

Technisch gesehen hat der S&P500 mit dem heutigen Schlussstand die Grundlage für eine bullishe Cup&Handle Formation gelegt, deren Kursziel bei 1441 liegen würde. Das wären 2% höher als heute, im Dax also ein Wert über 7200. Wenn die Algos weiter so berechenbar agieren wie zuletzt, kann es gut sein, dass wir dieses Ziel von 1441 im S&P500 schon bald auf den Punkt erleben werden.

Der (angenehme) Seiteneffekt so eines Tages ist, es gibt nichts, was man Neues sagen müsste. Insofern habe ich heute zu meinen Aussagen des letzten Reports von Freitag nichts hinzufügen. Lesen Sie im Zweifel noch einmal -> hier <-. Ich versuche von dieser Bewegung nach oben nun so viel mitzunehmen wie ich kann.

Erfreulich war für mich heute auch, wie sich meine Favoriten Continental (WKN 543900), Daimler (WKN 710000) und Rheinmetall (WKN 703000) entwickelten, die heute alle um die 3% zulegten und damit klar stärker als der Markt waren. Es bestätigt sich erneut, dass man bei fundamental gut dastehenden Unternehmen, die sich in einer Aufwärtsbewegung befinden, einen Dip konsequent kaufen sollte. Und Kurse unter 45€ bei Daimler oder unter 43€ bei Rheinmetall waren einfach Kaufkurse.

An die -> hier <- ausführlich vorgestellte Tesla Motors (WKN A1CX3T) möchte ich noch einmal erinnern. Zum Produktionsstart des Model S gab es gute Nachrichten, weil Analysten von "Wunderlich Securities" vor Ort in der Nähe der Produktionshallen waren und als Folge das Kursziel von Tesla von 30 auf 49! USD angehoben haben. Ergebnis war heute ein Kuteigerung um ca. 10%, so dass Tesla seit der Vorstellung hier nun schon ca. 20% zugelegt hat. Einen Kurzbericht zum Thema können Sie bei Barron´s nachlesen.


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Die Kernfrage bei Tesla ist, ob der Produktionsstart des Model S gelingt, des ersten Modells, das Tesla komplett in eigener Verantwortung in Serie produziert. Der Markt war da bisher noch sehr skeptisch, weswegen es Tesla bisher noch nicht gelungen war, sich von den alten Höchstständen aus November 2010 zu lösen, obwohl das Unternehmen heute fundamental viel weiter ist.

Hier liegt aber auch genau die Chance. Denn sollte der Produktionsstart gelingen, dürfte bei Tesla eine komplette Neubewertung der Aktie anstehen. Denn dann ist Tesla ein vollwertiger Autobauer mit eigener Produktion und ich rechne für den Fall mit jeder Menge Phantasie, die dann in den Titel eingepreist wird. Die von Wunderlich genannten knapp 50 USD kann auch ich mir dann sehr gut vorstellen ! Der heutige Tag mit 10% Plus hat einen ersten Vorgeschmack einer derartigen Neubewertung gegeben, alles hängt nun von der operativen Entwicklung beim Produktionsanlauf ab.

Diese Aktie ist also komplett durch Unternehmensnachrichten getrieben, charttechnische Betrachtungen machen in meinen Augen hier wenig Sinn. Ich bin mit einer kleinen "Fun-Position" Long bei Tesla, weil ich an dieser spannenden Story einfach teil haben will, egal wohin sie mich führt. Denn ich glaube an die unternehmerischen Fähigkeiten von Elon Musk und bei derartigen Newcomern in etablierten Märkten kommt es halt entscheidend auf die Fähigkeiten des Managements an.

Gold stieg heute dynamisch über 1670 USD, erreichte 1692 USD und bestätigte damit deutlich die Bewegung, die ich letzten Freitag schon identifiziert und hier kommuniziert hatte. Damit hat Gold ein kurzfristiges Kaufsignal gegeben. Das Feuerzeug an der Lunte war wohl mal wieder der "Meister des Helikoptergeldes" Ben Bernanke, mit einer Rede, die Mr. Market als einen versteckten Hinweis auf ein QE3 gedeutet hat. Wer daran interessiert ist, kann die Rede nachlesen.

Trotzdem würde ich in die Bewegung des Goldpreises noch nicht zu viel hinein interpretieren. Diese Bewegung ist gut, um wieder in den Bereich oberhalb 1700 USD vorzustossen. Um ein ganz klares mittelfristiges Kaufsignal zu geben, müsste Gold aber über 1800 USD steigen, wo die Nackenlinie einer möglichen inversen Schulter-Kopf-Schulter Formation und die alten Hochs von November 2011 und Februar 2012 liegen.

Ich bin noch skeptisch, ob Gold das kurzfristig gelingt und ich bin auch von der inversen SKS Formation nicht völlig überzeugt, da die linke Schulter für mich keine war, wenn man berücksichtigt, dass Gold am 26.09. bis fast 1530 USD gefallen ist. Diese "Fahne" war aber so schmal, dass man sie mit weniger guter Datenversorgung leicht übersieht und von einer weit höheren Wende oberhalb 1600 ausgeht. Ich sehe Gold derzeit eher in einer Seitwärts-Range zwischen 1500 und 1800 - solange bis mich Gold durch einen Ausbruch eines besseren belehrt.

Aber wie auch immer, 1800 USD ist für Gold nun die wichtige Marke, die einen neuen Hub in Richtung Höchststände definieren könnte. Damit es dazu kommt, braucht es aber nach meiner Ansicht eine Eintrübung des positiven Sentiments am Aktienmarkt oder eine neue Runde von Inflations- bzw. Euro-Ängsten. Insofern kann man die aktuelle positive Bewegung nun spielen, sollte aber in meinen Augen nicht zu gierig werden und immer zum Absprung bereit sein, solange wir die 1800 USD nicht nachhaltig hinter uns gelassen haben.

So weit so kurz heute, freuen wir uns, dass ich über keine neuen Katastrophen berichten muss und der Markt nun zum ausgezeichneten Wetter passend, deutlich nach oben schiebt. Und als täglicher Leser von Mr. Market, waren Sie ja in der glücklichen Lage, den heutigen Tag schon vorher antizipieren zu können. Geniessen Sie also mit mir die Reise nach oben, man soll die Feste feiern wie sie fallen ! 😉

Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend !
Ihr Hari

Hari´s Märkte am Abend – 23.03.12 – Wochenabschluss – In der Hand der Algos

21 Uhr - Handelsschluss

Was für ein verrückter Tag. Wer am heutigen Tag als "normaler" Anleger versuchte zu verstehen was da los war, konnte nur verzweifeln und konnte nur Geld verlieren. Denn heute war der Markt rein von der Technik getrieben und völlig in der Hand der Algos. Ermöglicht wurde das heute auch durch das geringe Volumen, ideales Jagdrevier für die Algos um den Markt nach ihren Wünschen zu bewegen.

Es ging schon am frühen Morgen los. In der ersten Handelsstunde taten die normalen Anleger das, was in diesem Moment logisch war, nach der Korrektur kauften Sie den Markt über 7000. Und was machten die Institutionellen mit ihren Algos ? Sie verkauften die Bewegung brutal und drückten den Markt herunter bis 6920, verbreiteten bei den normalen Anleger Angst und Schrecken und trieben diese aus ihren Positionen. Nachdem das gelungen war, ging es wieder hoch und wir schwangen uns bei DAX 6960 ein, da wo wir schon gestern gewesen waren. Im Grunde war also gar nichts passiert, nur das die Algos mal eben die Bullen rasiert und danach die Ängstlichen aus dem Markt heraus geschüttelt hatten. Und damit jede Menge Profit gemacht hatten - alles ohne relevante Nachrichten.

Und dann kam die Wallstreet. Und von dem Moment an verlor der DAX wieder jedes Eigenleben und war nur noch das Abbild dessen, was im S&P500 passierte. Der hatte aber noch ein technisches Target aus einer H&S Formation bei 1386 zu schliessen, was er auch punktgenau tat, nur um danach wieder hoch zu laufen. Danach ergab sich eine bullishe Cup&Handle Formation mit Target 1402, was auch den Gap-Fill der gestrigen Handelseröffnung darstellen würde. Ganz geschafft haben wir es nicht mehr, aber mit 1397 schlossen wir nahe dran. Und im DAX schlossen wir nur knapp unter der 7000er Marke und stiegen als Folge des S&P500 im DAX Future dann etwas über 7000 hinaus.

Unglaublich, wie der Markt diese Marken abarbeitet ? Nein, genau das ist die Art wie die Algos programmiert sind. Die technischen Muster werden also durch die Computer verstärkt. Wir haben eine Art selbsterfüllende Prophezeihung klassischer Muster wie Head&Shoulder oder Cup&Handle durch das Handeln der Algos, denen ja eigentlich Emotionen egal sind - schöne neue Welt 😉 Diese Berechenbarkeit ist für uns als (immer noch) intelligentere Menschen eine grosse Chance, allerdings haben diese Muster nur im alles dominierenden Index, dem S&P500, wirklich durchschlagende Wirkung. Ein Muster im DAX steht immer in der Gefahr durch die Entwicklungen an der Wallstreet überrollt zu werden und ist daher nach meiner Erfahrung weit unzuverlässiger zu traden, als die Muster im S&P500.

Und wie ist es mir heute ergangen ? Ich wurde von der Heftigkeit des Abverkaufs heute früh ab 10 Uhr auch überrascht, einen erneuten Taucher unter 7000 hatte ich durchaus auf der Rechnung, nicht aber 6920 im DAX. Dann hatte ich um den Mittag herum ein Phase, wo ich mit dem DAX auch nichts so richtig anfangen konnte und mir sehr unschlüssig war. Ich kenne aber Regel 2 von unten gut und beachte diese und insofern habe ich dann einfach abgewartet. Erst mit dem Beginn der Wallstreet begann das dann alles wieder Sinn zu machen, und das Bild entstand, das ich Ihnen oben geschildert habe und das mich dann auch gut durch den Tag gebracht hat.

Was lernen wir grundsätzlich aus diesem Tag ?

1. Handele wenn Du es vermeiden kannst, nie in der ersten Handelsstunde. Das ist die Zeit der privaten Anleger die hektisch - im Glauben etwas zu verpassen - ihren Emotionen folgen. Die "Big Boys" mit ihren grossen Kanonen steigen erst danach in den Markt ein und machen sich einen profitablen Spass daraus, die Privaten ins Messer laufen zu lassen. Das gilt für DAX wie für S&P500.

2. Wenn Du merkst, dass Du unschlüssig bist und keine klare Richtung erkennst, steh lieber mal auf und mach einen Spaziergang oder leg die Hände unter den Hintern. Versuche aber nie, ins Unklare hinein zu agieren und zu raten - das macht Dich garantiert nur ärmer.

3. Unterschätze niemals die Macht der dunklen Seite ähhh... der Algos - Entschuldigung 😉 Da diese von Menschen programmiert sind, traden diese genau die klassischen Chartmuster und zwar vor allem in den grossen US Indizes.

Und was sagt uns das zur nächsten Woche und zum grossen Bild ?

Für mich spricht einiges dafür, das mein Bild der Quartalsendrally voll intakt ist und "Big Money" sich gestern und heute uns "dumme" Privatanleger so richtig zurecht gelegt hat, um in den Markt einzusteigen und nächste Woche abzusahnen. Es gibt dafür auch ein weiteres Indiz, wir hatten gestern einen gewaltigen "Buying on Weakness" Tag im SPY (ETF des S&P500) - zu besichtigen .

Das bedeutet etwas vereinfacht: Obwohl der SPY gestern deutlich im Minus lag, war das Volumen der Orders bei denen der SPY stieg grösser, als das Volumen der Orders bei denen der SPY fiel. Das ist meistens ein Zeichen dafür, dass "Big Money" in die Abgaben der kleinen Privaten hinein akkumuliert, denn "Big Money" hat einfach die grösseren Geschütze, sprich grössere Einzelorders. Ich habe diese Daten gestern erst am späten Abend gesehen und sie konnten daher nicht mehr in die gestrigen Märkte am Abend einfliessen. Der Indikator ist nicht perfekt und läuft einer Entwicklung auch mal ein paar Tage voraus. Ein derart grosser Wert kommt aber sehr selten vor und ist daher ein deutliches Indiz für die Theorie der Quartalsendrally.

Für mich gibt es also keinen Grund, von der bisherigen Erwartung abzuweichen. Ich rechne weiter eher mit Stärke zum Quartalsende, die sich bin in den Anfang April hinein fortsetzt. Und in diese Stärke hinein will ich bestimmte, gut gelaufene Sektoren mal ernsthaft abbauen und Gewinne mitnehmen.

Wie immer kann alles auch anders kommen, aber das sind die Signale die mir der Markt heute Abend sendet und ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, diesen Signalen konsequent zu folgen. Solange bis andere Signale kommen. 😉

Auch die Einzelaktien wurden heute naturgemäss hin und her geworfen, insofern gibt es nicht viel Neues zu sagen. Viele der in den vergangenen Tagen genannten Werte, waren auch heute bei denen, die selbst bei DAX 6920 noch im Plus waren und relative Stärke zeigten. Ich habe es an meinem Depot gesehen, dass sich im Gegensatz zum Index selbst heute Mittag nicht ins Minus bewegte.

Sie erinnern sich vielleicht in Sachen Veolia (WKN 501451) an meine -> hier <- geäusserte Vermutung, dass sich mit den Wechseln im Management nun der CEO Antoine Frérot endgültig gegen seinen Vorgänger durchgesetzt hat und nun das grosse Aufräumen im Management beginnt ? Leider konnte oder wollte keiner der französisch sprechenden Leser mir zu dieser These direktes Feedback aus der französischen Wirtschafts-Presse liefern - schade ! Nun sehe ich einen Bericht der Börsenzeitung unter der Überschrift . Ich scheine also mit meiner Vermutung genau auf den Punkt richtig gelegen zu haben.

Diese Bestätigung ist für mich sehr bedeutend. Denn das erklärt auch das bisherige, langsame Fortschreiten der Restrukturierung mit Widerständen des alten Managements. Diese Entwicklung ist für den Kurs der Veolia Aktie in meinen Augen eine sehr gute Nachricht, denn nun kann mit zügigen Erfolgen und grösserer Geschwindigkeit bei der Restrukturierung gerechnet rechnen. Ich denke, dass der starke Anstieg der letzten Tage genau durch diese Sicht des Marktes ausgelöst wurde, wir befinden uns mangels französischer Originalquellen hier halt etwas im Blindflug. Der Markt hat das also wohl schon eingepreist, was wir nun endlich begreifen. Veolia ist damit für mich weiterhin ein klarer Kauf mit einem Kursziel von 17,5€ bis Jahresende, das wären gut 40% über dem aktuellen Kurs.

Und eine Entwicklung sollte heute noch erwähnt werden. Gold hatte gestern ein "Swing Low", das heute bestätigt wurde. Sprich es kann sehr gut sein, das wir nun einen Boden im Edelmetallsektor haben. Der Chart des Goldpreises macht das sehr deutlich ! Zur endgültigen Bestätigung sollte Gold am Montag über 1670 USD steigen. Gelingt das am Montag nicht, stände das Signal heute im Zweifel.

Auch die Minen sprangen heute deutlich an. Und das Sentiment für Gold hat sich erheblich eingetrübt und viele haben die Edelmetalle nicht mehr so richtig auf dem Radar. Alles Faktoren, die dafür sprechen, dass wir nun einen kurzfristigen Boden haben oder nicht mehr weit davon entfernt sind. Ich bin im Sektor nun gut investiert und wenn sich dieser Boden nächste Woche bestätigen sollte, werde ich dieser Bewegung auch folgen - sprich der Edelmetallsektor wird von mir Ende März/ Anfang April dann nicht abgebaut, der Nachholbedarf ist einfach zu gross.

Da wir am Sonntag auch auf Sommerzeit umstellen, gelten ab nächster Woche wieder die normalen Handelszeiten für die Wallstreet - Eröffnung um 15.30 Uhr und Schlussglocke um 22 Uhr. Hari´s Märkte am Abend werden entsprechend dann wieder ab 22Uhr erscheinen.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende !

Ihr Hari

Hari´s Märkte am Abend – 22.03.12 – Im Niemandsland

21 Uhr - Handelsschluss

Ein extrem spannender Tag geht zu Ende.

Und da war er, der gestern antizipierte Test der 7000er Marke im DAX. Und es wurde dann doch mehr als ein Test, es wurde eine Hängepartie, die leider auch heute Abend kein klares Ende gefunden hat.

Im frühen Handel hat um 9.30Uhr ein überraschend schwacher und nur bei 48,1 liegender Einkaufsmanager-Index (PMI) den DAX auf die Reise nach unten geschickt, weil dadurch Konjunktur-Fragezeichen aufkamen. Schwache Daten aus China kamen hinzu. Bis DAX 6960 ging es herunter, bevor die erste Gegenbewegung einsetze. Bis dahin war alles perfekt, so wie gestern antizipiert und wären zu dem Zeitpunkt Käufer aufgetreten, die den Index wieder über 7000 geschoben hätten, wäre das eine klare Bestätigung der Aufwärtsbewegung gewesen.

Nur so leicht wollte es uns Mr. Market heute mal nicht machen, und so eierten wir den ganzen Tag im DAX zwischen ca. 6940 und 6980 hin und her. Ein Versuch kurz vor Handelschluss den Index noch über 7000 zu schieben scheiterte und wir schlossen im Niemandsland bei ca. 6980. Ganz ähnlich im S&P500, der die 1400 auch nicht zurück erobern konnte und ebenso im Niemandsland bei ca. 1393 schloss.

Was sagt uns das nun für die nächsten Tage ? Leider keine eindeutigen Nachrichten. Wir sind noch nicht nach unten durchgefallen und es ist absolut möglich, dass wir schon Morgen wieder nach oben drehen. Umgedreht war die Unfähigkeit der Bullen zu einer Gegenbewegung heute schon sehr auffällig und erzeugte bei mir das erste ernsthafte Kopfkratzen seit der Eintages-Korrektur vom 06.03.12.

Ich habe daher heute angefangen ein paar Positionen abzubauen, die ich eigentlich erst nach dem nächsten Schub abräumen wollte. Ich bin aber mit meinem Abbau noch sehr verhalten und habe auch ein paar Käufe getätigt, denn nach wie vor rechne ich eher damit, dass die Indizes zum Quartalsende verteidigt werden und uns ein echter Absturz bis Ende März nicht bevor steht. Insofern spiegelt meine bisher verhaltene Risikoreduktion auch die gespaltene, unklare Marktlage wieder.

In diesem Zusammenhang erinnere ich mich gut an das Ende des 2. Quartals im letzten Jahr. Ich war damals dem Markt gegenüber skeptisch und roch schon die Dinge die da kommen, setzte aber auf die Quartalsendrally, bevor ich dann abbauen wollte. Nur die Quartalsendrally kam und kam nicht. Erst am 28.06.11 - also knapp 3 Tage vor dem Quartalsende - drehte der Markt von DAX 7080 ausgehend mit Macht nach oben und legte dann bis zum 30.06. eine Rally von über 300 Punkten in 2,5 Tagen hin - die sich dann sogar bis in den Anfang Juli ausdehnte und bei DAX 7500 auslief. Was danach kam, wissen wir alle.

Ein ähnliches Setup habe ich auch für dieses Quartal im Auge. Geschichte widerholt sich zwar nicht, sie reimt sich aber gerne. Ich rechne also immer noch mit dem Window Dressing und einem starken Quartalsende, das die Stärke vielleicht bis in den April hinein konserviert. Und dann sollte man aber auch mal etwas defensiver agieren, denn die schnellen Gewinne sollten dann erst einmal gemacht sein, auch wenn ich danach nicht mit einem Absturz wie 2011 ab August rechne.

Übertrage ich dieses Bild auf die derzeitige Situation, will ich im Moment also noch nicht zu pessimistisch werden, solange der Markt nicht wirklich nach unten wegbricht und mich dazu veranlasst meine obige Erwartung zu ändern. So weit sind wir aktuell aber noch nicht. Denn 200 Punkte sind ganz schnell aufgeholt, wenn es dann nächste Woche drehen sollte. Trotzdem muss man nun jeden Tag sehr aufpassen und wenn uns am morgigen Freitag die Bullen erneut so eine ärmliche Performance abliefern wie heute, dürfte meine Skepsis weiter steigen und ich meine Defensive weiter verstärken bzw. schon Morgen weiter Risiko abbauen. Ansonsten bleibt uns wieder nur abzuwarten und den Markt zu beobachten.

Um das aktuelle Geschehen mal in eine grössere Perspektive zu bringen, habe ich Ihnen heute den Chart des immer noch wichtigsten Index, des S&P 500 mitgebracht und darin einen Trendkanal eingezeichnet. Der Chart bildet die gesamte Aufwärtsbewegung seit Ende Dezember ab. Auffällig ist wohl die geradezu rhythmische Schönheit, mit der die Korrekturen auftreten und das aktuelle Geschehen passt auch perfekt in dieses Zeitfenster. Ziehen Sie Ihre eigenen Schlüssel aus diesem Chart !

Passend zum heutigen Tag fiel mir heute die neue Ausgabe der Anleger-Postille "Focus-Money" in die Hände. Auf dem Titelbild starrte mich mal wieder Experten-Darsteller Dirk Müller an und motivierte mich mit fordernden Fingerspitzen im Sinne "komm zu mir" nun in den Markt einzusteigen. Denn der Titel lautete unter anderem: "DAX 8000! Was kaufen ? PLUS: Warum er (Müller) so optimistisch ist !" Aber sehen wir es positiv, immerhin ist nicht schon wieder Max Otte auf dem Titelbild ! 😉

Übrigens, das letzte Mal als Dirk Müller ganz alleine mit dem Schlagwort DAX 8000 auf dem Titelbild war, schrieben wir den 03.11.2010. Danach ging es noch ein paar Monate gut weiter, bevor uns dann Fukujima und danach die Euro-Krise nicht auf DAX 8000, sondern auf DAX 5000 brachte. Ob sich das wiederholt ? Wir werden sehen. Ich halte ja sogar 8500 zum Jahresende für möglich und bin also ganz bestimmt optimistisch, bezweifele aber ganz massiv, dass das im zweiten Quartal eine ruhige Bewegung nach oben wird. Und für einen Einstieg in den Aktienmarkt gab es auch schon bessere Zeitpunkte als Ende März 2012 - da muss man nur ein paar Wochen zurück schauen.

Damit es keine Missverständnisse gibt, ich habe gar nichts gegen Dirk Müller und ich denke, dass er mit seinen überwiegend vernünftigen Ansichten durchaus mithilft, Anfänger und Unerfahrene vor den Fängen der ganz schlimmen Einflüsterer und Aktienpusher zu schützen. Er stellt mit seiner Fähigkeit Dinge auf ein paar einfache Sätze zu reduzieren für mich so etwas wie die Brücke vom Bild-Konsumenten zum Aktien-Interessierten dar und das ist ohne jede versteckte Ironie wirklich ein wichtiger Dienst an unserer Aktienkultur. Insofern sehe ich lieber 10x Dirk Müller auf einem Titelbild, als die üblichen Heilsversprechen der "garantierten 100% Gewinner", "Kursexplosionen" und "Geheimtips", mit denen gerne auf Bauernfang gegangen wird.

Mein obiger Sarkasmus ist mehr an die Presse gerichtet, die es wirklich immer wieder schafft prozyklisch dann auf die Tube zu drücken, wenn der grösste Teil des Anstiegs vom "Smart-Money" schon konsumiert wurde. Und ich frage mich, ob es wirklich der einzige Weg zum Erfolg am Kiosk ist, die immer gleichen Personen reihum aufs Titelbild zu rücken. Ist der am Aktienmarkt interessierte deutsche Durchschnitts-Leser wirklich so einfach gestrickt, dass er nur durch Müller, Otte, Erhardt und Co. zum Kauf einer Fachzeitschrift bewegt werden kann ? Oder unterschätzen hier die Verlage ihre eigene Kundschaft ? Was denken Sie ?

Lichtblicke bei Einzelaktien gabe es heute abseits der klassischen defensiven Titel nur wenige, ansonsten badeten wir in einem unübersehbaren Meer aus Rot. Continental (WKN 543900) schloss wie Heidelberg Cement (WKN 604700) im Plus, obwohl die Aktien schon sehr gut gelaufen sind. Das ist ein ganz klares Indiz, dass bei diesen Aktien das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist und die Bewegung nach oben sich fortsetzen könnte. Gleiches gilt für ST Microelectronics (WKN 893438), die heute auch im Plus blieben.

Achja, und noch ein Aktie war selbst heute lange im Plus und am Ende nur mit 0,5% im Minus, raten Sie mal ....... es war ....... *Überraschung!*: Apple (WKN 865985) ! Noch Fragen ? 😉

Ansonsten wurde unterlegt vom Kampfschrei "China, China, China" alles verprügelt, was mit Rohstoffen und Industrie in Verbindung steht. Irgendwie kommt es mir langsam so vor, als ob die Platte da einen Sprung hat. Ich weiss, wie unwirklich sich die folgenden Sätze an so Tagen wie heute anhören, aber nehmen wir wieder mal die Rio Tinto (WKN 852147) als Beispiel. Die notiert heute mit unter 40€ wieder auf einem Niveau, das wir schon letzten November oder Dezember hatten. So, als ob der ganze Anstieg der letzten Monate nicht stattgefunden hätte und wir im DAX noch bei 5700 stehen würden. Kann Rio Tinto noch weiter fallen ? Na klar - erst bei Null ist ganz sicher Schluss 😉 Aber sind das Kurse bei denen man als Nachzügler jetzt auch noch in den "China, China, China" Kampfschrei einstimmen muss ? Ich glaube nein, ich zumindest werde es nicht tun !

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen schönen Abend !

Ihr Hari

Hari´s Märkte am Abend – 21.03.12 – Tag 2 der Konsolidierung – Siemens und die Macht des Gerhard Cromme

21 Uhr - Handelsschluss

Erneut agiert der Markt heute wie erwartet. Im S&P500 haben wir heute die 1400 von oben getestet und im DAX waren wir nur minimal von der 7000er Marke entfernt. Aber erneut kam dann Kaufinteresse in den Markt, weswegen für mich der in den letzten Tagen beschriebene Setup immer wahrscheinlicher wird. Mit jedem Tag den wir auf diese Weise konsolidieren, ohne wirklich nach unten wegzubrechen, steigen für mich die Chancen, dass sich dann eine starke Bewegung nach oben zum Quartalsende anschliesst. Diese Bewegung werde ich dann aber zum temporären Ausstieg nutzen, denn der Markt ist nun zu schnell zu weit gelaufen, eine scharfe Korrektur in den nächsten Monaten ist in meinen Augen unvermeidlich. Die Frage ist nur, ob diese Korrektur eher bei DAX 7200 oder DAX 7500 startet.

Ich lasse mich bisher von der aktuellen Schwäche nicht nervös machen, sondern nutze diese um mich zu repositionieren und vorzubereiten. Nachdem wir heute aber nicht weit von den Marken 1400 und 7000 weg gekommen sind, könnte es Morgen einen erneuten Test der Marken geben. Noch nicht einmal ein kurzer Taucher unter DAX 7000 würde mich aber nervös machen, wenn er im Laufe des Handelstages wieder über 7000 gekauft würde. Erst eine Bewegung unter DAX 7000, die ohne grosse Gegenwehr der Bullen dann auch unter 7000 schliesst, würde mich doch zu mehr Defensive veranlassen. Denn dann dürfte man die Frage stellen, ob wir vielleicht doch schon den kurzfristigen Top gesehen haben.

Kommen wir also gleich zu den Einzelaktien, denn an der grundlegenden Strategie zum Markt gibt es keinen Änderungsbedarf.

Ein Quentchen Glück war natürlich dabei, gestern im Anstieg nach der Pressekonferenz bei der Metro (WKN 725750) Gewinne mitzunehmen. Denn heute war Metro mit zeitweise Minus 4% der schwächste Wert im DAX. Scheinbar hat der Markt ein bischen länger gebraucht, um zum Schluss zu kommen, dass die Aussagen des neuen Managements wenig inspirierend waren. Immerhin hat der neue CEO Olaf Koch aber heute laut "Directors Dealings" Mitteilung 20.000 Metro Aktien zu knapp unter 30€ gekauft. In Summe also ein Investment von fast 600.000€, das man durchaus als positives Signal werten darf.

Dagegen hat ein Analyst der Citigroup heute mit seinem Sell-Rating für Metro und einem herab gesetzten Kursziel auf 22,5€, für mich so etwas wie das maximale Risiko der Metro definiert, sollte es dieses Jahr weiterhin keinerlei positive Nachrichten geben. Ich halte es aber eher mit dem Management als mit den Analysten und werde darüber nachdenken wieder einzusteigen, sobald die aktuelle Bewegung nach unten ausgelaufen ist. Denn bei der Metro dürfte nach meiner Ansicht schon eine einzige positive Nachricht - zum Beispiel zum Thema Kaufhof - ausreichen, um den Kurs deutlich nach oben zu bewegen.

Weniger perfekt war dagegen mein gestriger - Herrn Francioni geschuldeter - Ausstieg bei der Deutschen Börse (WKN 581005) bei etwas über 50€, denn der Titel war heute ohne grosse Nachricht bis auf über 51€ im Plus. Mitgeholfen hat dabei wohl ein positiver Kommentar der Commerzbank, der gegen 15 Uhr den Markt erreichte. Allerdings lautet das Kursziel der Commerzbank nur 54€, was sich ja weitgehend mit meinem -> hier am 10.02 <- genannten maximalen Kursziel von 55€ deckt. Ich sehe meinen leicht verfrühten Ausstieg daher erst einmal gelassen.

In der FTD gab es einen Artikel zur Personalpolitik von Gerhard Cromme in Sachen Aufsichtsrat bei Siemens (WKN 723610). Damit wird das Bild einer möglichen Annäherung von ThyssenKrupp (WKN 750000) und Siemens deutlicher, auch in der Capital soll Morgen dazu ja ein Artikel erscheinen. Sie als Leser dieses Blogs konnten davon aber -> hier <- schon am 14.02.12 lesen, in einem Artikel, in dem ich mich sehr kritisch mit dem Thema aus der Sicht von ThyssenKrupp auseinander gesetzt habe. Auf die Dementis aus den Unternehmen gebe ich dabei eher wenig, denn die Vorstände dürften auch nicht wissen, was Herr Cromme im stillen Kämmerlein alles so plant - wie sollen sie auch. Nur ein hartes Dementi von Herrn Cromme selber wäre für mich überzeugend, genau das habe ich aber bisher nicht feststellen können.

Mich macht die Machtpolitik des Herrn Cromme auch weiterhin nachdenklich, denn unabhängig von der Person Cromme - zu der ich mir mangels persönlicher Bekanntschaft kein Urteil erlauben kann - ist mir da nun zu viel Macht in einer Person vereinigt. Weswegen für mich weder Siemens noch ThyssenKrupp zu den Aktien gehören, in denen ich langfristig investiert sein möchte. Denn dieser Drang zu immer grösseren Fusionen schafft in meinen Augen keine Werte für die Aktionäre und keinen Vorteil für die Volkswirtschaft, weder bei der Deutschen Börse noch bei ThyssenKrupp oder Siemens.

Bei diesen Grossfusionen spielt für mich zu oft das Ego der Handelnden eine gewichtige Rolle, leider auch immer wieder zum Nachteil der Unternehmen - wer erinnert sich in Sachen Daimler noch an die "Hochzeit im Himmel" ? Und als "grosser Vereiniger" der beiden ruhmvollen Konzerne ThyssenKrupp und Siemens wäre ein Platz in den Geschichtsbüchern wohl ebenso sicher, wie Ruhm zur Lebenszeit. Unklar ist aber leider, ob eine solche Vereinigung nicht am Ende dann Deutschland ganz von derartiger Industrie entkernen würde. Denn auch die von Herrn Cromme 1999 massgeblich mit beförderte Fusion von Thyssen und Krupp hat am Ende im Sinne 1+1 leider nicht wie erhofft 2,5, sondern eher 1,5 ergeben, wie wir ja an ThyssenKrupp und seinen Problemen heute unschwer erkennen können.

Ich bedauere immer noch, dass der engagierte Klaus Kleinfeld unter Aufsichtsratchef Cromme als CEO von Siemens abtreten musste, obwohl ihm nie auch nur eine Kleinigkeit im Zusammenhang mit dem Schmiergeldskandal angehängt werden konnte. Sein Nachfolger Peter Löscher konnte dann vieles von dem ernten, was Kleinfeld bei Siemens angestossen hatte und Kleinfeld ist heute als CEO von Alcoa (WKN 850206) einer der ganz wenigen Deutschen, die einen der grossen amerikanischen Konzerne im Kernbereich führen und mit den grossen Namen von Obama bis Buffet verkehren.

Erstaunlich, das dieser Klaus Kleinfeld in Deutschland kaum bekannt ist, denn in den USA ist er ausserordentlich angesehen und hat damit geschafft, was nur den allerwenigsten Deutschen gelingt. Ich habe ein gut geschriebenes Portrait des Comebacks von Klaus Kleinfeld in der Capital von 2010 gefunden, das ich Ihnen wirklich ans Herz legen möchte - es lohnt sich zu lesen. Denn dieser Artikel geht über Kleinfeld hinaus und erhellt gut geschrieben wesentliche Unterschiede der deutschen und amerikanischen Geschäftswelt. Vielleicht, das ist meine höchst subjektive Vermutung, war Klaus Kleinfeld einfach zu unabhängig, selbstständig und gut vernetzt - und damit zu gefährlich - um als Siemens CEO weiter gewünscht zu sein.

Ob die grosse politische Korrektheit, mit der Siemens aus meiner Sicht heute sein sehr fokussiertes Geschäft definiert, wirklich ein langfristig erfolgreicher Weg ist, muss sich erst noch zeigen - ich persönlich betrachte diese Verengung des Geschäfts auf weniger Felder in Anbetracht der permanenten Umbrüche in der Welt mit Sorge. Das es Siemens schon seit über 150 Jahren gibt, war immer das Ergebnis einer sehr breiten Aufstellung, wie sie eine GE oder eine Toshiba heute noch haben, kein Geschäftsfeld war je dauerhaft erfolgreich - auch nicht bei Siemens. Diese Breite hat zwar mal kurzfristig Rendite gekostet, den Konzern aber durch unzählige schwere Umbrüche gelotst. Das bedeutet nicht das man alles mitschleppen muss, Breite hat aber einen Wert und der lautet: Stabilität.

Aktuell ist die Siemens-Aktie in meinen Augen durchaus attraktiv bewertet, da Siemens auf die derzeit politisch "angesagten" Themen im Bereich Cleantech und Energie setzt, weswegen ich eine kurzfristige Investition bei Kursen unter 80€ gut nachvollziehen kann. Langfristig sind für mich die strategischen Fragezeichen unter der Ägide Löscher/Cromme aber eher grösser als kleiner geworden.

Einen riesen Sprung von über 4% nach oben machte heute Mittag der spanische Ölkonzern Repsol (876845), nachdem die Verstaatlichung der Beteiligung an YPF seitens des argentinischen Staates vom Tisch sein soll. Sollte sich das bestätigen - der Markt ist in Anbetracht der unberechenbaren politischen Volten da zu Recht noch skeptisch - dürfte Repsol noch weiteres Potential nach oben haben, da der Kurs schon länger unter dem Thema leidet.

Schon gestern war auffällig, wie die Goldminen trotz schwachem Goldpreis nach oben drehten und auch heute bleibt der Kurs vieler Goldminen-Aktien stabil. Die dazugehörigen ETFs wie der GDX verzeichnen deutliche Mittelzuflüsse - siehe . Ich bin gestern zum Kurs von 32,6€ bei Barrick Gold (WKN 870450) wieder eingestiegen, um diese Bewegung zu spielen. Ob das eine dauerhafte Trendwende bei den Goldminen ist, betrachte ich aber als keineswegs sicher, ich persönlich rechne noch nicht damit. Denn solange die normalen Aktienmärkte so gut laufen, wird weiter Geld aus den "Risk Off" Anlagen im Bond- oder Edelmetall-Bereich abgezogen. Erst wenn es wieder Angst machende Einschläge oder deutliche steigende Inflationszahlen gibt, wird sich das Blatt wenden. Dann haben die Minen allerdings nach der langen Schwächeperiode einen grossen Aufholbedarf, der voller Chancen steckt.

Ich persönlich schleppe mich seit Wochen, wie meine ganze Familie, mit einer nicht enden wollenden Kette von Infektionen der Atemwege durch die Gegend, weswegen ich jetzt auch aufhöre, mich aufs Sofa lege und Ihnen einen schönen Abend wünsche !

Ihr Hari