Jahresanfang 2019 – historische Parallelen?

Der Markt konnte sich bisher selbst zu einer schwächlichen Jahresend-Rally nicht mehr aufraffen, was für diese Jahreszeit schon extrem ungewöhnlich ist.

Bis vor 2 Wochen war die Welt noch halbwegs in Ordnung und das Modell einer begrenzten Korrektur mit traditionell starkem Jahresende, bei der Mehrheit zurecht dominant. Erst der massive Absturz am Dienstag vor 2 Wochen, hat diese positive Interpretation negiert und die Stimmung allgemein massiv nach unten gedrückt.

In dieser nun laufenden KW51 besteht durchaus eine Chance auf Stärke, weil die FED am Mittwoch als Katalysator existiert und die Stimmung allgemein sehr negativ geworden ist. Wenn ein überverkaufter Marktzustand auf die FED trifft, schafft das in einem normalen Markt in der Regel eine positive Mischung.

Aber ist das noch ein "normaler" Markt? Und selbst wenn der S&P500 diese Woche doch noch zur Jahresende-Rally antritt und dem großen Einbruch noch einmal im letzten Moment von der Schippe springt, dürfte er zum Jahresende bestenfalls in der Range von 2.820 bis 2.600 bleiben, neue Hochs und ein Ende der Korrektur, sind für 2018 wohl eher vom Tisch.

Selbst aber wenn der Index nun noch einmal 10% korrigiert und in den Bereich von 2.400 eintritt, was nun sehr gut denkbär wäre, wäre der langfristige Aufwärtstrend noch intakt und das Geschehen müsste als üble, aber notwendige Bereinigung eines zu guten Jahres 2017 gewertet werden:

Wir alle würden gerne wissen, wie das in 2019 weiter geht, nur leider hat niemand eine Glaskugel, gerade die nicht, die am lautesten mit Prognosen um sich werfen.

Für 2018, waren die DAX-Prognosen der Analysten der Banken mal wieder völlig falsch, wie schon für 2017, warum bitte, soll man da für 2019 auch nur eine Sekunde darüber nachdenken?

Schauen Sie , kein Einziger der "Prognostiker" hat auch nur ansatzweise den aktuellen DAX-Stand auf dem Radar gehabt, alle waren zu optmistisch. Und waren alle zu pessimistisch, der DAX Stand Ende 2017 war 12.918.

Würde man eine Horde Affen mit Dartpfeilen auf ein Ziel mit Markierungen zwischen 10.000 und 15.000 werfen lassen, wäre die Trefferquote wahrscheinlich deutlich höher. 😛

Wir sehen was diese "Prognosen" sind, Fortschreibungen der Gegenwart, die kein Profi ernst nimmt. Diese werden nach meinem Eindruck geschrieben, um Otto Normalanlegers fatales Bedürfnis nach Führung zu befriedigen und sich als Bank ins Gespräch zu bringen. Auch außerhalb der Banken hatte kaum jemand diese massive Schwäche im Herbst auf dem Radar, auch ich in diesem Ausmass nicht. Aber ich behaupte auch nicht den Schlussstand des Folgejahres prognostizieren zu können, da liegt der Unterschied.

Aber, wir sind nicht völlig blind. Denn wenn man seine Zeit nicht mit solchen Prognosen vergeudet, sondern nach Mustern in der Marktmechanik sucht, wird man gerade um den Jahreswechsel fündig. Da gibt es viele Muster die immer wiederkehren, das "Window-Dressing" zum Jahresende ist dabei einer der bekanntesten Faktoren. Und von diesen Mustern kann man einiges ableiten.

2018 ist dabei besonders spannend, weil wir - wenn nicht noch ein Weihnachtswunder passiert - weit ab von den Höchstständen schliessen werden und die Jahresendrally bestenfalls schwach war und schlimmstenfalls ganz fehlte.

Was bedeutet das für den Jahresanfang?

Oft nichts Gutes. Bis zum Jahresende werden die Börsen oft noch zusammengehalten, weil sich die großen Markt-Elefanten ihre Jahresperformance - an der auch Boni hängen - nicht völlig versauen lassen wollen. Am Anfang des neuen Jahres, kann dann nach schwachen Jahren aber das Großreinemachen losgehen und Hedge-Funds werden liquidiert, die nicht performt haben.

Während nach starken Jahren der Jahresanfang also gerne Stärke bringt, weil jeder im Sinne "neues Spiel neues Glück" sich wieder einkaufen will, wird es nach schwachen Vorjahren und einem schwachen Jahresabschluss gerne gefährlich.

Sie wollen einen Beleg dafür? Nun schauen Sie auf die letzten 12 Jahre, da hatten wir fast immer ein starkes Jahresende und dann einen brauchbaren Start ins neue Jahr. Aber es gab zwei Jahre mit schwachem Jahresabschluss, als die Jahresendrally faktisch ausgefallen ist - wie möglicherweise 2018, noch hat das Jahr ja 2 Wochen um was gut zu machen.

Und das waren 2007 und 2015 und hier ist, was danach passierte:

Ich denke das ist eindrucksvoll und eindrücklich.

Gerade wenn jetzt mit der FED doch noch späte Stärke kommt, hätten wir eine Replik dieser Vorjahre, eine schwache Jahresendrally mit Risiko, dass es zum Jahresanfang richtig zu rappeln beginnt.

Und für dieses "Rappeln" gibt es auch objektive Gründe, es dürfte in diesem schwierigen Jahr einige institutionelle Anleger, insbesondere Hedge-Fonds, "erwischt" haben, die dann in 2019 abgewickelt werden und das ist selten gut für einen Markt.

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Hari-Tweets

For years Facebook’s “ethical mission” compelled its employees into airtight formation. But take away a faith in the goodness of Facebook, and what’s left is a monolithic entity, designed for relentless tracking and targeting and manic growth. https://t.co/RMKceTaYxw

Hope is not a risk management process

Can Facebook just issue a statement that says "we did everything wrong imaginable and sold you out repeatedly"? That way there would be new no revelations $FB

In zwei Jahren ist die Immobilienparty vorbei?

Nette Überschrift, nur hängt das zu zwei Dritteln von der EZB ab. Und wie die mit Italien, Griechenland und Co im Euro je wieder ernsthaft die Zinsen erhöhen will, muss mir erst mal jemand erklären.

https://t.co/L7jZbTwe31

Dieser dirigistische Vorschlag aus der Mottenkiste des Klein-Klein, ist genau so aussichtsreich und sinnvoll, wie der Versuch Politikern zu verbieten, Dummes Zeug zu reden.

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Vom Warten auf das Fedkind und der Wahrheit auf dem Platz
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180 Grad 2017
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The US stocks haven’t seen a December this bad since the stock market crash of 1930s.

Too bad no one saw this coming, because almost everyone on FinTwit data mines studies going back to 1950 only. 😂👍🏼

December is not over yet though. $SPY $QQQ

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Alzheimer 3
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Sentiment during a mkt pullback:

Technical traders: "Under the surface the charts are a mess"

Fundamental investors: "Babies are being thrown out w/the bath water"

Fund mngs: "We're looking for more near-term volatility to redeploy capital"

Charlatans:

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Wallstreet Stream 17.12.18
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Was ist ein gleitender Durchschnitt?


surveybuilder.info liefert tägliche Aktualität, Hintergründe und Ausblicke, wir besprechen langfristige Investments ebenso wie Trades und tauschen uns in Foren und Community aus. Und das mehrmals börsentäglich.

surveybuilder.info erklärt aber auch Grundlagen, ja auch die absoluten Basics für jeden Anleger. Und das auf eine Art und Weise, die die theoretischen Konstrukte am Beispiel erlebbar macht.

Hier ist ein Beispiel eines solchen Artikels von Anfang Oktober, in dem die absoluten Grundlagen zu gleitenden Durchschnitten vermittelt werden.

Sie wissen das alles schon? Bestimmt, aber lesen Sie trotzdem mal, vielleicht bringt die Darstellung im Gesamtkontext Sie ja doch auf den einen oder anderen Gedanken.

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Was ein Durchschnitt ist, wissen Sie sicher. Man nehme X Zahlen, addiere diese zusammen und teile die Summe durch X. Und schon hat man den ungewichteten Durchschnitt der Zahlen. Wenn man jetzt einzelne der Zahlen nach irgend einer Logik noch höher gewichtet als andere, bekommt man einen gewichteten Durchschnitt.

Beim Kursverlauf an der Börse ist es ganz ähnlich. Addieren wir die letzten 20 Schlusskurse der letzten 20 Tage und teilen diese Summe durch 20, dann wir haben einen Durchschnitt gebildet. Und wenn wir das nun für jeden Tag machen, jeweils immer für die letzten 20 Tage, dann haben wir einen gleitenden Durchschnitt gebildet, auch *Simple Moving Average* oder *SMA* genannt.

So einfach ist das, hier ist der SMA20 in blau im Chart des S&P500 zur Zeit der Lehman-Krise dargestellt. Dieses und die folgenden Charts sind übrigens zur Vergrößerung klickbar:

Dieser 20er-gleitende-Durchschnitt glättet also den Kursverlauf, weil er jeweils die letzten 20 Zeitpunkte zusammenfasst und daraus einen Durchschnitt bildet. Diese Durchschnittspunkte werden verbunden und fertig ist die Linie des 20er SMA!

Bevor ich hier weiter mache, will ich mit einer Fehlkonzeption aufräumen, die mancher vielleicht hat und die fatal ist, weil sie zu völlig falschen Schlußfolgerungen führt. Denn wenn wir die Durchschnittsgröße von 20 Äpfeln bilden, ist es naheliegender Weise ein "Apfeldurchschnitt". Wenn wir aber die Durchschnittsgröße von 20 Birnen bilden, ist es ein "Birnen-Durchschnitt" und eben *kein* "Apfel-Durchschnitt".

Und auch bei Charts bezieht sich ein gleitender Durchschnitt daher *immer* auf die Dimension des Charts. Wenn im Chart ein Punkt oder eine Kerze pro Tag dargestellt wird, ist es ein 20-Tage-Durchschnitt, auch 20-Tage-Linie genannt. Wenn es aber ein Chart wie oben mit Wochenkerzen ist, ist es ein 20-Wochen-Durchschnitt, bzw eine 20-Wochen-Linie, wenn man die Punkte miteinander verbindet!

Wer also in einem Chart mit Wochenkerzen eine 200-Tage-Linie darstellen will, sollte sich daran erinnern, dass die meisten Handelswochen 5 Handelstage haben und weiss dann, dass eine 40-Wochen-Linie näherungsweise einer 200-Tage-Linie entsprechen muss, weil eben 40*5=200 ist.

Nun zurück zum obigen Chart, das also die 20-Wochen-Linie im Sinne des einfachen gleitenden Durchschnitts - des SMA20 - darstellt.

Wenn wir uns klar machen, was ein Durchschnitt der letzten 20 Zahlen bedeutet, dann ist klar, dass der Durchschnitt dann exakt auf dem Niveau der letzten (aktuellen) Zahl stehen wird, wenn es in den 20 Punkten vorher keine große Bewegung gab und diese nur um die letzte Zahl herum fluktuiert sind.

Im Chart wäre das ein Kursverlauf seitwärts, der in den letzten 20 Punkten (hier Wochen) wenig direktionale Bewegung hatte. Genau diesen Fall sehen wir Ende 2007 im Chart mit "SMA auf Kurs" bezeichnet, als der Markt 2007 kurz vor Weihnachten noch durch Window-Dressing zusammen gehalten wurde.

Wenn aber eine starke Bewegung einsetzt, wenn also die 20 Punkte vor dem aktuellen Tag immer tiefer oder höher gegangen sind, *muss* der gleitende Durchschnitt zwangsläufig immer *nachlaufen*, weil der Durchschnitt logischerweise in Richtung des Trends höher (bei fallendem Trend) oder tiefer (bei steigendem Trend) sein muss.

Diesen Effekt sehen wir im Chart im November 2008 und im August 2009, als wir jeweils starke direktionale Bewegungen hatten und der gleitende Durchschnitt daher zwangsläufig immer nachlaufen muss.

Was zeigt uns also ein gleitender Durchschnitt? Ganz trivial, den geglätteten Kursverlauf. Und die Glättung wird umso stärker, je länger man den Bereich der Durchschnittsbildung macht. Ein SMA50 ist also deutlich stärker geglättet als ein SMA20.

Fertig, mehr "Geheimnis" gibt es erst einmal nicht. Wenn Sie das verstanden haben, haben Sie auch sofort verstanden, worin der Sinn eines gleitenden Durchschnitts liegt. Denn wir erleben doch gerade derzeit wieder, wie der Markt mal einen Tag steigt und einen Tag fällt und am Ende nicht viel passiert. Und wenn wir langfristig agieren, dann wollen wir uns doch von diesem Hin- und Her nicht verrückt machen lassen.

Genau hier liegt der Sinn einer Darstellung eines SMA, wenn man daran sein Handeln ausrichtet. Wenn wir nur dann agieren, wenn der SMA ein Signal liefert und *nicht* auf jeder Zuckung im Verlauf, dann glätten wir genau dieses unnötige Geschaukel und bekommen eine ruhigere Hand.

Und so ein Signal kann in beide Richtungen gehen, es kann ein Ausstiegssignal sein, oder ein Einstiegssignal. Gerade bei bekannten Durchschnitten wie der 50-Tages-Linie zum Beispiel, laufen nach oben trendende Aktien mit denen gerne oberhalb synchron, so dass ein touchieren der Linie ein Kaufsignal sein kann.

Konkret gesagt, ist das Agieren auf Basis des SMA also ein ideales Tools für Investoren, die eine ruhige Hand suchen und sich nicht vorschnell verrückt machen lassen wollen.

Wie lange man glättet, entscheidet dann darüber, wie stark man temporäre Dellen aussitzen will, aber damit auch, wie viel "Verspätung" man bei echten Abwärtsbewegungen hat.

Fügen wir zu obigem Chart doch mal den SMA50 in Rot hinzu, dann sehen wir schnell, dass dieser später zu fallen beginnt und viel später erst den Tiefpunkt erreicht:

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Einen Schritt weiter

Wir haben Sonntag Mittag und die Nachrichten vom G20 Gipfel vom sind noch nicht alt.

Letzte Woche Montag habe ich Ihnen hier unter dem Titel -> Jetzt oder Nie <- dargestellt, dass der US Markt an der Klippe zu einem mittelfristigen Bärenmarkt stand. Es hätte nicht viel gefehlt diesen abstürzen zu lassen und für die Bullen war es eine Situation, in der sie entweder in den Ring steigen mussten oder sozusagen für immer schweigen.

Es gibt ja den netten Spruch "Gestern standen wir am Abgrund, heute sind wir einen Schritt weiter" und genau so ist es gekommen, nur dass die Bullen eine 180 Grad Wende vom Abgrund weg erzwungen haben, auf den letzten Drücker sozusagen.

Ja, die Bullen sind in den Ring gestiegen und das massiv, sie hatten aber auch eine Menge Feuerunterstützung. Letzte Woche Montag und Dienstag hat der Markt sich schon aus eigener Kraft hoch gerobbt, aber eine Rede des FED Chefs am Mittwoch Abend um 18 Uhr MEZ stand aus, die wir hier in der Community auch aufmerksam erwartet haben. Schon wenige Minuten danach, das Redemanuskript war verteilt, war klar was das bedeutete, eine massive Rally nämlich.

Denn Powell hatte seine Aussagen von Anfang Oktober wieder eingefangen, die damals deutlich am Einbruch mitgewirkt hatte. Damals sagte er: "long way below neutral." was das Niveau der Zinsen anging. Das musste man als einen steilen Zinspfad interpretieren, der Markt hatte damit für 2019 3 Erhöhungen eingepreist und hatte Sorgen entwickelt, dass die FED eine heran kriechende Rezession übersieht und überzieht.

Mit dem "just below neutral" von Mittwoch 18 Uhr, veränderte Powell den Ton erheblich und es gibt für den Markt nichts Mächtigeres, als eine Notenbank die auf die Taubenseite wechselt. Denn "neutral" heisst die Zinsen sind fast OK und den Rest sieht man dann "data dependent".

Das löste eine deutliche Rally in den US Indizes aus, die Donnerstag und Freitag bestätigt wurde. Und nun haben wir ein zweites Positivum, der obige, temporäre Waffenstillstand stellt das Optimum dar, das man realistisch erwarten konnte.

Niemand mit Verstand hat eine echte Einigung erwartet, das geht bei dem komplexen und vielschichtigen Thema schlicht nicht. Auf den Pfad des Dialogs zurück zu kehren und die Ultimaten abzuschwächen und mehr Zeit zu kaufen, ist daher das Beste was man vom Gipfel erwarten konnte.

Wir können davon ausgehen, dass der Markt das am Montag wohlwollend aufnehmen wird, denn der hatte durchaus noch Angst vor einer Eskalation. Wirklich gelöst ist durch die Verschiebung aber auch nichts, auch das wird der Markt verstehen, aber ein versöhnlicher Jahresabschluss in den US Märkten scheint nun sehr wahrscheinlich.

Im S&P500 können wir damit rechnen, dass die hier gezeigte, altuelle Ausgangslage, nach oben aufgelöst wird und am Montag der untere Lila Pfeil erobert, sowie der obere Lila Pfeil angelaufen wird:

Ich hatte Ihnen dazu schon am Freitag geschrieben:

So, direkt unter dem 200er SMA, sieht ein Index aus, der sich auf eine Party mit Tanz vorbereitet, aber noch nicht sicher ist, ob er nicht doch schnell zum Notausgang muss, weil der Tanzpartner zu hässlich ist.

Diese Sorge um einen hässlichen Tanzpartner dürfte nun weg sein, eine Auflösung nach oben in der kommenden Woche wahrscheinlich. Wahrscheinlich ist am Montag eine Bewegung bis zum zweiten Lila Pfeil, der Nackenlinie - und danach sieht man weiter.

Und falls der unwahrscheinliche Fall eintritt und der Markt diese Vorlage nun nicht zur Rally nutzen kann, sollte man das als tiefrotes Alarmsignal betrachten, denn ein Markt der nicht tut was er sollte, ist ein gefährlicher.

Wenn Sie genauer wissen wollen was das alles bedeutet, denn die kommende Woche ist voller Ereignisse, sollten Sie zu uns dazu stossen. Hier im freien Bereich biete ich Ihnen bewusst nur einen oberflächlichen Teaser, denn ich gehöre nicht zur Fraktion die Klicks hinterher jagt, ich schreibe für Menschen, denen surveybuilder.info etwas wert ist.

Die kommende Woche bietet die für den DAX wichtige Sitzung der deutschen Autobauer bei Trump, sie bietet allerlei Notenbankreden und am Ende die wichtigen US Arbeitsmarktdaten. Insofern wird es auch nachdem der Markt den G20 Gipfel verarbeitet hat, diese Woche genügend spannende Entwicklungen geben. Und wir werden eine Menge Aktien besprechen, die in der Korrektur besonders vom Handelskonflikt und den Sorgen um China betroffen waren und daher nun besondere Chancen bieten.

Denn auch wenn wir immer noch nicht wissen, ob der Bullenmarkt sich mittel- und langfristig noch fortsetzt, oder wir nun schon in einer Topbildung sind, die mit einem niedrigeren Hoch als Ergebnis dieses Rebounds auslaufen wird, für uns ist jetzt einfach wichtig, dass die kommenden Wochen bis zum Jahresende kurzfristige Chancen bieten, alles weitere sieht man dann, einen Schritt nach dem anderen.

Achja, bevor ich es vergesse, wir bekommen durch den Tod des 41. Präsidenten George H. W. Bush am Mittwoch überraschend einen handelsfreien Tag in den US, der allerlei Termine durcheinander werfen wird.

Ihr Michael Schulte (Hari)

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Jetzt oder Nie!

Eine Frage liegt natürlich an den Märkten in der Luft, die Frage nach der Jahresendrally bzw als Alternative der großen Topbildung.

Wer mir hier schon länger seit 2012 folgt weiss, dass ich vorschnellen Crash-Propheten immer eine klare Absage erteilt habe, selbst hier im freien Bereich war das überdeutlich. Als wir Anfang 2016 korrigierten, habe ich eine grössere Baisse nicht ernsthaft in Erwägung gezogen und das als kaufbare Korrektur betrachtet. Als Trump vor 2 Jahren gewählt wurde, habe ich schnell die Rallychance darin gesehen. Und als diesen Februar die Märkte einknickten, habe ich auch das als kaufbare Korrektur betrachtet und die Chance im Rebound gesucht.

Eigentlich habe ich diesem Markt und den dahinter stehenden Treibern seit 2011 getraut. 2011 im Zuge der Eurokrise war das letzte Jahr, in dem ich ernsthafte Sorgen um den Markt hatte und etwaige Schwäche nicht als normale Korrektur betrachtet habe. Danach begann ja auch die Geld-Expansion der Notenbanken, es war also gar nicht so schwer diese bullische Haltung einzunehmen. Dass unzählige Crash-Propheten in all den Jahren trotzdem die Depots ihrer Jünger zerstört haben, beweist ja nur wie sinnlos und nur auf Klicks ausgerichtet, diese permanente Angstmache ist.

Als der US-Markt Anfang Oktober diesen Jahres erste Risse in der ruhigen Oberfläche zeigte, habe ich auch das gesehen und wir haben uns in der Community darauf vorbereitet. Es war schon Anfang September völlig klar, dass -> entweder das Eine fallen oder das Andere steigen muss < -. Und da die anderen Märkte eben nicht stiegen, mussten die US Märkte auch früher oder später fallen.

Dass die Oktober-Korrektur kam, war also erwartbar, genau genommen seit dem Sommer überfällig und hat sich sogar konkret in den Tagen Ende September / Anfang Oktober angekündigt. Zu dem Zeitpunkt war aber auch mein Modell das einer weiter kaufbaren, gesunden Korrektur, die dann zum Jahresende von Stärke abgelöst wird.

So bliebt das auch lange und das Marktverhalten passte. Wir hatten am 29.10. ein schönes Tief auf den Niveaus des Frühjahres und haben unter Volumen gedreht. Am 07.11. haben wir im Zuge der US-Zwischenwahl die Zwischenhochs von Mitte Oktober wieder erreicht und haben begonnen eine schöne Wendeformation zu bilden, die ich in Lila skizziert habe.

Bis dahin war eigentlich noch alles in Butter und das Modell der kaufbaren Korrektur dominant. Wenn die Bullen jetzt in den Ring steigen und kaufen würden, hätte man zum Jahresende weiter optimistisch sein können.

Haben Sie aber nicht. Definitiv nicht! Stattdessen gab es diverse sehr negative Tage, die nun zu einem vollen Retest der Tiefs vom 29.10. geführt haben. Gerade die letzte Woche war bezeichnend, die Thanksgiving-Woche hat eigentlich historisch einen hervorragenden Trackrecord für Stärke, was wir bekamen, war aber ein jämmerliches Abwärtsgebrösel, wie ich es in dieser Woche schon lange nicht mehr erlebt habe,

Das Ganze ging einher mit einer dramatischen Verschlechterung der Marktmechanik, die letzten 2 Wochen zeigten mehrere Tage mit echtem Bärenmarktverhalten, in denen jedweder Rallyversuch gnadenlos abgeschnitten wurde.

Gleichzeitig verschlechterten sich auch andere Indikatoren und einige Warnzeichen traten an die Oberfläche, nicht irgendwelche dubiosen "Omens", sondern ernst zu nehmende Indikatoren wie beispielsweise ein merkbarer Anstieg der Yields bei wackeligen Hochzinsanleihen.

Das waren alles Dinge, die man auf der "rechten Schulter" einer Wendeformation nicht sehen wollte und schon gar nicht in einer traditionell starken Marktphase kurz vor Weihnachten. Und es waren alles Dinge, denen keine großen Neuigkeiten gegenüber standen, vielmehr war durch die US-Wahlen gerade ein Unsicherheitsfaktor abgeräumt worden und selbst die FED hat vor ca. 10 Tagen leicht zu blinzeln begonnen.

Trotzdem konnte der Markt keine Stärke entwickeln. Das war bemerkenswert und völlig anders als in allen Korrekturen der letzten Jahre zuvor. Egal ob Flash Crash am 24.08.15, die Korrektur zum 2016er Jahresanfang oder der Brexit; Schwäche wurde gekauft, wenn der Markt irgendwann technisch überverkauft war. Die bullischen Kräfte waren immer dominant, in diesem November 2018 sind sie es nicht mehr und das darf man nicht übersehen!

Und wenn ein Markt nach langer Korrektur keinen Rebound zusammen bekommen kann - auch nicht an den Stellen, wo der Rebound normalerweise zuverlässig kommen würde - dann ist das ein sehr gefährlicher Markt geworden!

Das alles und viele Details, die ich in meinen vielen täglichen Artikeln bespreche, haben meine Sicht in den letzten 2 Wochen erheblich verdüstert. Auch das Sentiment ist immer noch viel zu gelassen, so richtig rechnet weiter niemand mit fortgesetzten Schmerzen.

Und so stehen wir nun am Anfang dieser Woche vor einem "Jetzt oder Nie" Moment. Entweder die Bullen steigen jetzt hier in den Ring und erzwingen den Doppelboden, oder weit grösseres Ungemach liegt vor uns!

Der Unterschied zwischen einer normalen 10% "Feld-Wald-und-Wiesen-Korrektur" und einem echten, mittelfristigen Bärenmarkt, dürfte sich in den kommenden Tagen entscheiden, optisch sichtbar gemacht, an der Frage eines Doppelbodens im S&P500 oder nicht.

Spätestens das nervös erwartete Treffen Trump-Xi beim G20 Gipfel am nächsten Wochenende, dürfte hier die Entscheidung herbeiführen. Wenn das ohne Konsens und im Streit zu Ende geht, werden die Ängste um den Handelskrieg und eine weltweite Rezession noch einmal erheblich nach oben schnellen und den S&P500 wohl von hier einbrechen lassen. Über das Risiko Italiens müssen wir dabei dann gar nicht reden.

Zum ersten Mal seit 2011 - nicht 2016 und nicht dieses Frühjahr, aber diesen Spätherbst 2018 - halte ich das Risiko, dass der Markt über eine normale Korrektur hinaus ernsthaft einbricht und wir auch aus langfristiger Investmentsicht in einen Bärenmarkt eintreten, für so signifikant, dass wir uns damit auseinandersetzen und davor schützen müssen. Es ist Zeit für die Bullen, jetzt oder nie!

Aber noch schlimmer als nur weitere Abgaben, der Markt wirkt so angeschlagen, dass wenn er markant durch die Tiefs von Oktober durchfallen würde, sogar eine abstrakte Crash-Gefahr existieren würde. Denn Crashs kommen nicht aus dem Nichts, wenn ein Markt gerade neue Hochs erklimmt, ist das Risiko praktisch Null. Crashs treten dann auf, wenn ein schwacher Markt schon fällt und in den freien Fall übergeht, weil unten die Sicherungen heraus fallen.

Weiterlesen ...Jetzt oder Nie!

Das neue Phone ist die Watch

Der folgende Artikel ist von kleinen redaktionellen Änderungen abgesehen, so schon vor 2 Monaten im Premium Bereich erschienen.

Vor 2 Monaten hat ja Apple seine neuen Smartphones vorgestellt und schnell war die Presse voll mit den Berichten zum .

Auch aktuell gehen ja mal wieder Sorgen um Apples Absatzzahlen um, weil es Berichte von schlechten Zahlen von Zulieferern beim iPhone Xr gibt.

Nun sind ja bekanntermaßen "Prognosen besonders schwierig, wenn sie die Zukunft betreffen", aber diese Prognose vom gesättigten Smartphone-Markt wird ja nun so stark überall herumgereicht, dass sie einfach richtig sein muss. Millionen Lemmingen können sich doch nicht irren, oder doch? 😉

Nun, dieser etwas spitze Satz zeigt schon, dass ich da eine ganz andere Sicht habe und diese Sicht möchte mit Ihnen nun auch im freien Bereich teilen.

Ich erlaube mir also einen Blick in unsere Zukunft 5-10 Jahre von jetzt und bin gespannt, ob Sie diesen Blick teilen können. Wenn ja, wenn ich im Kern richtig liege, eröffnet das nämlich eine ganze Reihe hoch attraktiver Investitionschancen, wir müssen nur auf die richtigen Themen schauen.

Bevor ich meine Erwartung mit Ihnen teile, möchte ich Sie aber bitten den folgenden Artikel zu lesen: . Denn dieser Artikel ragte vor 2 Monaten für mich aus einem Meer des immer gleichen Geschreibsels heraus, da hatte ich mal das Gefühl, dass ein Redakteur das eigene Hirn angeschaltet hat, statt nur die immer gleichen Standardsätze von Reuters abzuschreiben.

Aber der Autor geht in meinen Augen nicht konsequent und weit genug und das will ich nun tun.

Smartphones heißen Smartphones, weil sie ursprünglich um die Funktion des Telefonierens, also den kommunikativen Kontakt, herum gebaut wurden - was Videotelefonie durchaus einschliesst. Heute schon sind "Smartphones" aber viel mehr, es sind eigentlich kleine, mobile Computer und auch leistungsfähige Spiele kommen mit der aktuellen Generation endlich in Reichweite, siehe unter anderem das gezielt für IOS und Android entwickelt wurde.

Diese Entwicklung wird massiv fortschreiten und sich weiter beschleunigen und mit zwei weiteren, schon weit fortgeschrittenen Entwicklungen, vermutlich zu einer disruptiven Veränderung der Welt der "Personal Computer" führen. Einer Veränderung, die so in aller Schärfe die Mehrheit wohl noch nicht auf dem Radar hat.

Gemeint ist damit erstens die digitale Übertragung von Bildschirmsignalen über kurze Strecken per Funk. Schon heute , das Thema ist aber noch nicht standardisiert und leistungsfähig genug - das wird aber kommen.

In der Zukunft braucht es also keine feste Verbindung zwischen Computer und Display mehr wie beim klassischen Notebook, sondern ein mobiler Computer - heute "Smartphone" genannt - kann über kurze Strecke auf jedem Riesendisplay seine Inhalte anzeigen - ohne Kabel.

Zweitens ist es die fortschreitende Spracheingabe, sowie die Möglichkeit Fingerbewegungen im 3D-Raum zu erkennen, die die Verwendung von mechanischen Tastaturen zunehmend zurückdrängen und bis auf Spezialanwendungen und Vielschreiber wie mich, wohl ablösen wird.

Beides zusammen führt zu folgender ersten Behauptung:

In gut 10 Jahren von jetzt, wird es kaum mehr klassische PCs mit ihren großen Gehäusen und kaum mehr klassische Notebooks geben. Das was wir heute "Computer" nennen, wird weitgehend ausgestorben sein.

An diese Stelle treten "Persönliche Smartdevices" im Formfaktor heutiger Smartphones mit eigenem Display, die sich mit jedem größeren Display oder wahlweise Datenbrillen per Kurzstrecken-Funk verbinden lassen, wenn man mehr Übersichtlichkeit bei der professionellen Arbeit erzielen will.

Die Eingabe erfolgt dabei je nach Anwendungsfall per Spracheingabe oder via eingeblendeter Tastatur, auf der man "in der Luft" tippt - die 3D-Technik die heute rudimentär für "Face-ID" verwendet wird, wird die Fingerbewegungen in Tastendrücke umwandeln.

Das was Sie heute "Smartphone" nennen, wird also ein noch viel leistungsfähigerer Computer sein, den Sie irgendwo hinlegen und mit einem optischen Darstellungsdevice Ihrer Wahl damit arbeiten. Keine Kabel, keine Mäuse, keine Tasturen. Sprache und Fingergesten "in der Luft" oder auf einer beliebigen, gescannten Oberfläche, die dann wie eine Maus funktionieren.

Nun werden einige einwenden, dass die leistungsfähigsten Grafiklösungen immer ein Kühlungsproblem haben, und daher nie im Formfaktor "Smartphone" sein werden. Das Argument zieht aber in meinen Augen nicht. Erstens ist es ja schon heute so, dass wir nur über ein paar Jahre Fortschritt reden, bis das was gestern noch aktiv mit Lüftern gekühlt in zwei Slots eines PCs thronte, in gleicher Leistung in einem Smartphone zu finden ist. Schauen Sie sich die Leistungsfähigkeit der Grafikeinheiten der iPhone Xs an, das ist beeindruckend und kann problemlos in den Wettbewerb mit großen Grafikkarten treten, die nun einige Jahre alt sind.

Hinzu kommt aber, dass die Not für mehr Grafikleistung mMn langsam abflachen wird, weil mehr als 4K für das menschliche Auge sowieso keinen Unterschied mehr macht. Sicher dann wird 3D kommen und andere Themen wie aktuell Raytracing, aber ich gehe schon davon aus, dass der Vorsprung "aktiv gekühlter" Grafikeinheiten mit immer kleineren Produktionsverfahren langsam schwindet und letztlich kein Kaufkriteríum für normale Consumer-Anwendungen mehr darstellen wird. Nur noch Spezialanwendungen werden einen aktiv gekühlten Chip benötigen.

In dieser Welt in 10 Jahren sind "Computer" also mobile Schnittstellen zur Dateneingabe und Ausgabe im Smartphone-Formfaktor, mit genügend Leistungskraft für alles, was ein normaler Anwender braucht. Unser "Notebook", unseren "PC" werden wir also immer "am Mann" in der Jackentasche haben können und damit weit flexibler sein als heute.

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Laboratorium der Selbsterkenntnis

Der letzte Monat - mal wieder der sowieso gefürchtete Oktober - hat uns ja auch an den US Märkten endlich die seit Sommer überfällige Korrektur gebracht.

Für die nächsten Wochen sind die Chancen damit gar nicht so schlecht, dass mit der Korrektur eine Grundlage für ein starkes Jahresende gelegt wurde. Risiken nach unten bleiben, wie ich das letzte Woche hier im freien Bereich in -> Wir Hochseiltänzer < - beschrieben habe, aber die Chancen eines guten Jahresendes überwiegen.

Aber darüber hinaus? Was ist über das Jahresende hinaus in 2019?

Darüber hinaus kann sich dieser scharfe Einbruch von Oktober als gesunde Korrektur herausstellen, nach der der Markt weiter im langfristigen Trend hoch schiebt:

Der Einbruch kann sich aber auch als Beginn einer größeren Topbildung herausstellen, die im S&P500 dann ungefähr so aussehen würde und an der Unfähigkeit des Marktes zu erkennen ist, dieses Jahr noch ein neues Hoch zu generieren:

Die Medien - gerade auch die sozialen Medien - verdienen Ihre Klicks und damit Ihr Geld damit, uns zu diesen beiden Varianten immer alle möglichen Theorien zu bieten. Idealerweise mit einer reisserischen Überschrift versehen, wird irgend ein Indikator in den Vordergrund geschoben um Angst und Schrecken oder Gier zu erzeugen. Und Anleger lassen sich davon "inspirieren" und beginnen in die eine oder andere Richtung loszulaufen.

Es ist ja auch so schön, wenn einem jemand die Zukunft "weissagt", schon weiland im Jahrmarkt-Zelt, haben die Gekröse-Leser immer das beste Geschäft gemacht, die den Leuten geweissagt haben, was sie gerne hören wollten. 😉

Wem es aber wirklich um ein gut laufendes Depot geht, der sollte seine Energie nicht für derart sinnlose Ratespiele verbrauchen. Der sicherste Indikator ob der Markt nun eine Topbildung vollführt oder nicht, wird die Stärke des Marktes selber sein, also wie überzeugend der aktuelle Rebound abläuft.

Wenn der zum Jahresende neue Hochs generiert, kann man die Top-Szenarien getrost erst einmal beiseite legen. Wenn der aber schwächlich bleibt und sich jetzt in den kommenden Wochen ein Gewürge seitwärts anschließt, sollten wir das als Signal werten und für den Jahresanfang 2019 Vorsicht walten lassen.

Weit besser investiert ist Energie nun in Reflektion unseres eigenen Verhaltens in der Korrektur, denn diese stellt für uns ein Laboratorium der Selbsterkenntnis dar.

Wir können nicht beeinflussen und nicht vorhersehen, was der Markt in 2 Monaten macht, deshalb ist das Grübeln darüber vergeudete Zeit. Wir können aber beeinflussen, wie wir auf bestimmte Situationen reagieren, was wir also daraus machen, wenn der Markt dieses oder jenes zu machen beliebt.

Und da liegt der Gewinn der Zukunft, nicht in dem wir diese zu erraten versuchen, sondern in dem wir - was immer sie bietet - damit optimal umzugehen lernen.

Gerade so Phasen wie die letzten Wochen, zeigen uns dabei wer wir wirklich sind und wo wir zu ängstlich oder zu gierig agieren. Und das Fiese und gleichzeitig Schöne am Markt ist, dass er - wenn wir das hören wollen und es nicht verdrängen - uns aufzeigt, wie stark wir doch von Ängsten getrieben sind. Wir müssen uns dazu aber ehrlich im Spiegel anzuschauen und uns die Zeit nehmen, darüber zu reflektieren. Das tun die Wenigsten, die lesen lieber die nächste Weissagung. 😉

Schauen wir doch auf die letzten Wochen zurück und prüfen, was in uns los war. Viele unter Ihnen kennen das doch:

Wenn wir im Markt investiert sind, haben wir Angst es könnte eine Korrektur geben und wir Geld verlieren.

Wenn wir aus dem Markt ganz heraus sind, haben wir Angst er könnte uns nach oben weglaufen und wir den Einstieg verpassen.

Wenn wir gerade eingestiegen sind, mit der Absicht diese Position als Investment lange zu halten, macht uns das schnelle Minus wie auch das schnelle Plus an den folgenden Tagen doch nervös und wir fragen uns, ob wir nicht gleich wieder aussteigen sollten bzw wir die geringen Gewinne nicht lieber mitnehmen sollten.

Wenn wir dann aber ausgestiegen sind, haben wir wieder Angst, es könnte genau jetzt drehen und "unsere" Aktien uns weglaufen.

Ich könnte endlos weitermachen, ich denke wenn wir ehrlich sind, kennen wir das alle. Das genau ist unser "Affenhirn" und der Markt zeigt uns durch seine Rückkopplung via Kurse dessen Fratze im Spiegel. Und wir sollten nicht glauben, dass dieses unser Verhalten auf den Markt begrenzt sei, nein es ist Teil unseres normalen Verhaltens, nur zeigt es uns der Markt mit der Rückkopplung über die Kurse wie im Brennglas.

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Wir Hochseiltänzer

Der US Markt hat in den letzten zwei Wochen die Unterstützungszone der Tiefs vom Frühjahr wieder angelaufen und danach ab letzten Dienstag einen erwartbaren und gut handelbaren Rebound gestartet.

So ein erster Rebound kommt bei stark überverkaufter Marktlage recht zuverlässig, er stellt aber in der Regel noch keinen belastbaren Boden da. Zu einem ausgewachsenen Bärenmarkt gehören eben solche "Snapper" (Ein Schnappen des Gummibandes) nach oben zuverlässig dazu, sie sind dann aber ebenso zuverlässig zu verkaufen - Sell the f***ing Rebound (STFR).

Damit sich nach einem derart scharfen Einbruch überhaupt ein belastbarer Boden bilden kann, ist idealerweise noch ein Retest der Tiefs nötig und genau dieser ist nun vielleicht ab Ende letzter Woche in Bewegung geraten.

Jetzt muss das zweite, höhere Tief nicht genau so aussehen wie oben eingezeichnet, es kann schon deutlich höher drehen und nur schwach ausgeprägt sein, oder die Tiefs können noch einmal marginal in einem "Undercut" unterschritten werden. Das Bild oben visualisiert nur die Grundstruktur, um die es hier diese Woche gehen wird.

Mit den US Zwischenwahlen, deren Ergebnisse nach MEZ in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch eintrudeln werden, existiert dafür auch ein absehbarer Katalysator, der diesen Test mitentscheiden dürfte. Allerdings nur, wenn die Überraschung Realität wird und die Demokraten beide Häuser erobern - das wahrscheinlichere Szenario eines Patt, eines demokratischen Repräsentantenhauses und eines weiter republikanischen Senats, ist dagegen wohl schon in den Kursen.

Damit befindet sich der Markt nun an einer entscheidenden Wendemarke, vermutlich diese Woche wird die Entscheidung fallen, ob der Markt einen Boden findet und damit einen starken Jahresabschluß einleitet, oder ob diese bisher begrenzte Korrektur sich zu etwas Größerem und Schlimmerem ausweitet.

Genau an dieser Stelle tendieren schwankende Anleger dann dazu, sich von anderen Stimmen vermeintliche "Sicherheit" zu holen und geraten so in die Fänge der Einen, die den großen Weltuntergang herbeischreiben, oder der Anderen, für die das eine große, sichere Chance auf steigende Kurse ist.

Wenn Sie auch dazu gehören und solche Weissagungen hier suchen, muss ich Sie enttäuschen. Ja, wir haben im Premium-Bereich die ganze letzte Woche - mit Rally ab Dienstag und Beginn eines Retracement ab Donnerstag - ganz ausgezeichnet getroffen, das aber nicht weil wir eine Glaskugel für die Zukunft hatten, sondern weil die Marktsignale bestimmte Entwicklungen impliziert haben und der Markt sich sauber an diesen technischen Pfad gehalten hat.

Und genau das ist auch jetzt die Lage, wie immer besteht eine seriöse Marktbetrachtung auch jetzt nicht aus Gewissheiten, sondern nur aus Wahrscheinlichkeiten für verschiedene Szenarien.

Ich werde hier im freien Bereich auch nicht auf die Details der aktuellen Lage, ihre Chancen und Risiken eingehen. Wem meine täglichen Marktbetrachtungen wichtig sind und wer in so einer Lage Guidance, Grundlagen und aktuelle Setups sucht, der kann ja zu uns in der Community dazustossen. Für alle anderen habe ich im freien Bereich einmal die Woche ein paar selektive Hinweise, denn surveybuilder.info funktioniert eben nicht über Klicks, Klicks und Statistiken bei Google interessieren uns nicht. "Börsenpropheten" die sich über Klicks finanzieren, gibt es wie Sand am Meer, ich wünsche da viel Erfolg.

Was ich Ihnen aber für die kommende Woche auch im freien Bereich mitgeben will - ganz "umsonst" sozusagen 😉 - ist dass Chance und Risiken an dieser Unterstützung nicht gleichverteilt sind - das sind sie auch selten.

Es gibt derzeit viele Parameter die darauf hindeuten, dass die etwas höheren Wahrscheinlichkeiten auf der Seite eines bevorstehenden Rebounds zum Jahresende sind.

Ob dieser Rebound - falls er kommt - dann am Ende neue Hochs schafft und den Bullenmarkt damit bestätigt, oder ob er mit niedrigerem Hoch den Beginn einer großen Topbildung auslöst, ist eine Frage der wir uns dann am Jahresende stellen, wenn es soweit ist und nicht heute. Aber hier und heute spricht mehr für eine Bodenbildung vor einem starken Jahresende, als für das Gegenteil.

Ist damit nun alles in Butter und wir kaufen uns nun in diesen Markt wieder mit Karacho ein? Leider ist das nicht so einfach, denn das Risiko ist asymetrisch auf die negative Seite verlagert.

Dass wir die eingezeichnete Unterstützung verlieren, ist zwar weniger wahrscheinlich, als dass wir mit einem höheren Tief nach oben wegziehen. Wenn es aber anders kommen sollte, würde die Abwärtsbewegung viel dynamischer ablaufen, als die Aufwärtsbewegung.

Denn diese Widerstandszone haben alle im Auge und wenn der Markt da durchfällt, werden alle versuchen sich in Deckung zu bringen und das schafft die Grundlage für einen massiven Ausverkauf, der dann durchaus crashartigen Charakter annehmen könnte.

Ja, Sie haben richtig gehört - crashartigen Charakter! Aber eben nur, wenn wir die Unterstützung verlieren, dann ist das Risiko erheblicher Schmerzen real, weil dann alle zum gleichen Ausgang streben werden, der dann schnell verstopft sein könnte.

Beides ist eben wahr und sich alleine auf eine Seite festzulegen, macht keinen Sinn! Wir haben nun gute Chancen auf einen Rebound zum Jahresende. Diese Aufwärtsbewegung ist wahrscheinlicher als ein sofortiger, erneuter Einbruch. Wenn der Einbruch aber doch kommt, wird er sehr viel schneller erhebliche Schmerzen bereiten, als die Aufwärtsbewegung Wohlbefinden verbreiten kann.

Das ist ein asymetrisches Risiko, auf dem wahrscheinlichen Pfad ist weniger zu holen, als auf dem unwahrscheinlichen Pfad zu verlieren.

Das ist die Realität dieser Woche, was wirklich passieren wird, weiss im Vorfeld nur der liebe Gott oder Scharlatane.

Damit haben Anleger nun zwei Möglichkeiten, prinzipiell damit umzugehen.

Die Einen warten nun an der Seitenlinie ab, wohin die Reise geht. Wenn der Markt durchfällt sind sie sicher, wenn er steigt, satteln sie später auf. Der Preis dieser "sicheren" Variante ist, dass man die ersten Prozent einer Aufwärtsbewegung verpasst und erst dann einsteigen kann, wenn ein Doppelboden wirklich eindeutig zu sehen und bestätigt ist.

Die Anderen wollen die Chancen jetzt aber nutzen, was sehr legitim ist und müssen sich daher am Verhalten anderer orientieren, die ebenso mit erheblichen Risiken hantieren.

Da haben wir doch die Hochseiltänzer im Zirkus, die die Zuschauer positiv beeindrucken wollen, für den Fall eines Fehltritts ja aber nicht sofort mit Genickbruch sterben wollen. Diese haben daher ein Sicherheitsnetz unter ihren Kunststücken gespannt, das sie im Falle eines Falles auffangen wird. Ohne das, kann man als Mensch dem sein Leben lieb ist, solche akrobatischen Kunststücke nicht riskieren.

Und das ist, was ich heute auch allen Anlegern mitgeben will, die diese mögliche Rally zum Jahresende schon jetzt ergreifen und nicht warten wollen. Schaffen Sie sich ein Sicherheitsnetz für den Fall, dass der Markt die Tiefs von Montag letzter Woche im S&P500 doch wieder unterschreiten wird. Denn das wird dann dringend nötig sein und es kann dann sehr schnell, sehr übel nach unten werden, weil alle gleichzeitig zum Ausgang strömen werden.

Wir müssen also das Beste hoffen und uns auf das Schlimmste vorbereiten. Einseitige Weissagungen, dass der Markt "sicher" das Eine oder das Andere tun wird, sind schlicht unseriös. Die Zukunft besteht aus Wahrscheinlichkeiten und wenn man diese Ernst nimmt, kann man die Zukunft auch sehr gut handeln - wie ein Hochseiltänzer.

Denken Sie daran, dass gute Chancen immer mit erhöhten Risiken einhergehen. Das ist nicht nur an der Börse so. Man darf sich von den Risiken nicht blockieren lassen und sollte Chancen auch mal ergreifen, man darf dabei die Risiken aber nicht ignorieren, sondern muss darauf eine bewusste Antwort haben.

Das nennt man ein "Risikomanagement" und das ist in der aktuellen Marktlage zwingend nötig. Alleine "Hopium" zu atmen, ist keine Strategie.

Ihr Michael Schulte (Hari)

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