Hochschmelzen – Melt-Up!

Eigentlich mache ich ja um Ostern herum mal ein wenig Ferien und Artikel kommen daher nur sporadisch.

Heute gab es aber ein des Chefs des weltgrößten Assetmanagers Blackrock, Larry Fink, mit CNBC.

Und das will ich hier kurz kommentieren, auch im freien Bereich. Denn die leichte, offensichtliche Reaktion darauf, ist durch den reflexiven Markt bedingt in der Regel falsch.

Und wissen Sie, was die leichte (und daher in der Regel falsche) Reaktion ist? Zu sagen, dass solche Statements das Zeichen von Überoptimismus seien und typischerweise das Top markieren.

Das erscheint auf den ersten Blick logisch und naheliegend nach der Rally aus dem Dezember-Tief. Ich sehe und höre jetzt schon die Perma-Bären, die natürlich erklären "Fink talks his book", auf gut Deutsch, er versucht den Markt zu seinem Vorteil zu beeinflussen. Dummerweise sprechen die Fakten eher für Larry Fink.

Wir haben uns hier in den letzten Wochen im Premium-Bereich diverse Indikatoren angeschaut, egal welche Parameter es sind, sie deuten darauf hin, dass große Investoren in Aktien eher unterinvestiert sind. Und Larry Fink bestätigt genau das und der sollte es wissen. Schauen Sie sich alleine mal die Abflüsse in ETFs in den letzten Monaten an, dann wissen Sie, dass das Geld nicht mit Euphorie in den Markt geflossen ist.

Die Skepsis ist immens und bildet die "Wall of Worry" des Marktes und gleichzeitig sind die Notenbanken weltweit so taubenhaft, wie man nur sein kann. Und Trump will in 18 Monaten eine Wahl gewinnen und wird alles dafür tun, dass die Stimmung und die Kurse hoch bleiben.

Ich sage nicht, dass ein Melt-Up nun zwingend kommt, der dann typischerweise die finale Phase eines Bullenmarktes markiert, aber vorher noch massive Gewinne aufruft. Niemand kann das sicher wissen, weil jederzeit geopolitisch etwas passieren kann, was das Spiel völlig verändert.

Aber im Gegensatz zu denen, die das Szenario mit einer Hand wegwischen, nur weíl Fink etwas sagt, dass auch seiner Firma nützen würde - welcher Firmenchef macht das eigentlich nicht? - nehme ich das Szenario ernst.

In aller Deutlichkeit: Wir haben im Markt tatsächlich die Voraussetzungen, dass so ein Szenario real möglich werden könnte!

Erneut, "könnte" heisst nicht, dass es auch passiert, aber die notwendigen Ingredienzen sind da: Performance-Druck, Notenbanken die die Welt mit Liquidität fluten und gleichzeitig mehr Negativzinsen, die verzweifelte - auch professionelle Anleger - in profitable Assets treiben.

Ich habe schon in -> Haltet den Dieb! Enteignung! <- dargestellt, dass die Notenbank mit ihrer Geldpolitik die Mutter aller Ursachen des Immobilien-Booms und damit auch der Miet-Problematik ist. Auch hier muss man das wieder betonen.

Wie Fink sagt, haben wir zunehmend einen Mangel an attraktiv bepreisten, hochwertigen Assets und das steigert den Druck noch auf die, die jetzt immer noch auf zu viel Cash sitzen. Und wenn nun die Notenbanken noch mehr in die Negativzinsen drücken, wird da langsam Panik ausbrechen.

Das treibt die Immobilien-Preise und treibt den Aktien-Markt und man kann das katastrophal und eine verantwortungslose Geldpolitik nennen - ich gehöre dazu - aber das nützt nichts. Nach der Regel "don´t fight the FED" müssen wir als Anleger mit den Wölfen der Notenbank-Technokraten heulen - nur monetäre Selbstmörder stellen sich gegen diese Dampfwalze!

Und klar, so ein , den ich im Link schon im Sommer 2016 als reale Möglichkeit thematisiert habe, endet selten gut. Das endet fast immer mit einer üblen Depression. Das aber nach Jahren und hohen zweistelligen Gewinnen und das ist hier der Punkt.

Also, die Ingredienzien sind durchaus da, dass Finks Prophezeihung wahr werden könnte. "Könnte", ob sie es wirklich wird, werden wir sehen, wir sollten das aber ernst nehmen.

Kurzfristig können solche Äußerungen durchaus ein kleines Top markieren, der Markt ist durchaus reif für eine Pause und einen Rücksetzer, spätestens bei den Allzeithochs des S&P500.

Aber nach einem notwendigen Luftholen, gibt es derzeit wenig was dagegen spricht, dass der Markt in 2019 so eine Entwicklung wie unten im Chart nimmt und in einem angedeuteten Trendkanal, der seit 2011 Bestand hat, weiter nach oben schmilzt:

Wie man so etwas mitnimmt, aber trotzdem nach unten wachsam bleibt, war zuletzt oft Thema in der Community. Hier im freien Bereich will ich es damit bewenden lassen, Ihnen erneut zu raten, sich von den Perma-Bären nicht in eine negative Stimmung drücken zu lassen. Wenn die Kurse wirklich fallen, ist es früh genug bärisch zu werden.

Erinnern Sie sich, was ich Ihnen zuletzt zum -> Ankereffekt <- geschrieben habe und warum wir solchen starken Charts wie oben instinktiv misstrauen - was aber ein Fehler ist. Erinnern Sie sich, wie ich Ihnen vor einem guten Monat in -> (Zehn) Jahre zurück und die Lehren daraus <- das große Bild gezeigt habe. Oder erinnern Sie sich, wie ich Anfang 2019 dazu aufgerufen habe, -> dem Optimismus eine Chance zu geben <-.

Und jetzt sage ich Ihnen, dass der Reflex Larry Finks Statement einfach abzutun, ein Fehler sein könnte. Die notwendigen Voraussetzungen sind da, dass er recht behalten *könnte* und auch wenn auch das keine Sicherheit ist - die gibt es am Markt nie - ist es schon eine ganze Menge, das überhaupt so definitiv feststellen zu können.

Denn mit jeden Tag, den der Markt weiter steigt, steigt auch der Druck und das Leid der Unterinvestierten - besonders der institutionellen Anleger, die sich dann vor ihren Kunden rechtfertigen müssen.

Die Notenbanken haben also ein Feuer unter den Skeptikern angezündet, das diese nun langsam gar kocht. Und beenden könnten dieses Feuer wohl überwiegend nur die Notenbanken selber und dafür gibt es bisher kein Indiz nirgendwo.

Rechnen wir also nun jederzeit damit, dass ein Luftholen, eine Korrektur einsetzen kann. Setzen wir aber im weiteren Verlauf des Jahres bis auf weiteres besser auf einen starken Markt, der die 3.000 im S&P500 durchschneiden wird. Denn das ist der Trend und dem folgen wir - bis er endet.

Frohe Ostern allen Lesern!

Ihr Hari

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Passend dazu kam heute die Nachricht, dass die Eröffnung des BER vielleicht erneut verschoben wird.

Woran das wohl liegt? Ich sage Ihnen woran nicht: Nicht an deutschen Ingenieuren, die sind nämlich auch bei Space-X:

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Haltet den Dieb! Enteignung!

Enteignung! Das geliebte Schlagwort von der linken Straßenseite der Politik, wird mal wieder laut verkündet. Auch der herzensgute Liebling aller deutschen Schwiegermütter, hat es nun in den Mund genommen.

So wie bei anderen beim Porno die Säfte zu fliessen beginnen, löst das Wort *Enteignung* politisch in allen Lagern eben einen selbstbefriedigenden Effekt aus, man kann das lustvolle Stöhnen allüberall fast hören. 😉

Mir fallen da sofort viele spitze, sarkastische Sätze wie oben dazu ein, aber ich unterdrücke die, weil was bringt das? Die, die es lesen sollten, lesen es sowieso nicht und bleiben in ihrer Blase.

Ich will lieber mal versuchen, das Thema auf die Substanz zurückzuführen, also die Frage, warum die Dinge sind wie sie sind. Und wie man das ändern kann.

Zunächst, das Problem ist real, es ist ernst, es ist massiv und es zeichnet sich seit Jahren ab, ich habe schon mehrfach darüber geschrieben.

Wohnen ist ein Grundrecht und ein Staat, der seinen Bürgern keinen bezahlbaren Wohnraum mehr anbieten kann, steht irgendwann vor Aufständen und einer Revolution.

Alles schon dagewesen, die Zeichen sind schon länger an der Wand. In München können sich von außen kommende Polizisten und Krankenschwestern zum Beispiel schon länger keine Wohnung mehr leisten, wenn sie nicht schon länger im Bestand der Genossenschafts- oder Sozialwohnungen leben.

Es muss also dringend etwas geschehen, das Problem wurde viel zu lange verschlafen.

Warum ist es dazu aber gekommen? Es gibt drei eindeutig zu identifizierende, systemische Treiber:

Erstens, der Hauptgrund, die Mutter aller Ursachen, von der sich ganz viel ableiten lässt ... ist die Null- bzw sogar Negativ-Zinspolitik der EZB. Punkt, kein aber!

Denn dadurch wird Inflation in den Asset-Märkten erzeugt, das Kapital das auf dem Konto keine Rendite mehr abwirft oder sogar negativ besteuert wird, muss irgendwo hin und strömt in die Asset- aber auch die Immobilienmärkte.

Wohin soll es auch sonst, wenn es mit Negativzinsen vom Konto vertrieben wird? Was soll die Lebensversicherung denn machen, wenn sie irgendwie die versprochenen Renditen ihrer Versicherten erwirtschaften will? Warum hat sich das eigentlich niemand gefragt, als man diese Politik begonnen hat?

Dieser Druck treibt die Preise, das Geld fliesst in Neubauprojekte und treibt die Bodenpreise und fegt die Grundstücksmärkte leer. Und es fliesst in Sanierungen, mit denen alte Wohnungen "renoviert" teuer vermietet werden können - was den Bestand an billigem Wohnraum vermindert.

Gleichzeitig kann Otto Normalverbraucher Dank fast Nullzinsen sich Wohnraum leisten, der bei Zinsen von 5% unerreichbar wäre. Und auch das treibt die Preise, schon seit 10 Jahren, 2008 war der Tiefpunkt.

Diese Ursache ist für die große Mehrheit der Berliner Politik aber scheinbar sakrosant. Denn "Wenn der Euro scheitert, scheitert Europa" sagt schließlich auch die Kanzlerin, dann muss das wohl so sein. 😛

Nehmen wir diese Kernursache also ergeben hin, die Politik will es so. Kommen wir zur zweiten Kernursache.

Zweitens, wurden in wenigen Jahren dem Land mehrere Millionen Einwanderer zugeführt. Und das ist der zweite Grund, wenn auch weniger bedeutend, als der erste Grund oben.

Und in der Ökonomie ist das eine einfache Sache, wenn man einem halbwegs ausgeglichenen Markt massive Nachfrage hinzufügt, entsteht Mangel und Preisdruck. Zumindest im Kapitalismus ist das so, im Sozialismus kann man diese freie Entscheidung gar nicht treffen, weil Wohnungen zugewiesen werden. Nur welche? 😉

Dummerweise ist es jetzt aber so, dass diese Einwanderer doch in Mehrheit nicht die avisierten syrischen Top-Mediziner sind, die dann Einfamilienhäuser und Lofts und Dachterrassen in Toplagen kaufen. Vielmehr wird die Mehrheit, wenn sie die Aufnahmeinrichtungen verlässt, mit den unteren Schichten um den sowieso weniger werdenden, billigen Wohnraum konkurrieren.

Und dummerweise zieht es viele dieser Einwanderer mit geringerer Bildung statistisch nicht zur Integration aufs Dorf, sondern in die Großstädte mit ihren kulturellen Parallelstrukturen, womit das Problem in den Großsstädten noch schlimmer wird.

Auch das ist aber scheinbar von zumindest Teilen der Berliner Politik genau so gewollt. Weil Grenzen kann man ja nicht mehr schützen und so. Und niemand ist illegal nirgendwo. Und so. 😉

Nehmen wir also auch die zweite wichtige Ursache ergeben hin, die Politik will es scheinbar so. Kommen wir zur dritten Kernursache.

Weiterlesen ...Haltet den Dieb! Enteignung!

Der Ankereffekt und unser „Affenhirn“

Der folgende Artikel erschien im Premium Bereich am 19.02.19. Er wurde nur minimal umgestellt, um Referenzen zu bereinigen, die nur im Premium-Bereich bekannt sind.

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Gerade am Anfang, beim Einstieg in ein Wissensgebiet, haben die einfachsten Erkenntnisse und Regeln den größten Effekt. Auch bei surveybuilder.info kommen immer wieder neue Mitglieder dazu, die von einer lange Anlagegeschichte erzählen, in der sie auf keinen grünen Zweig gekommen sind.

Auch wenn diese Mitglieder sich vielleicht schon 20 oder 30 Jahre mit der Börse beschäftigen, sind sie dann faktisch Anfänger, wenn sie nie einen erfolgreichen Zugang zum Markt gefunden haben. Und die Bereitschaft sich so zu sehen und sozusagen mal einen gedanklichen Reset zu machen, erleichtert dann, einen eigenen Erfolgspfad zu finden.

Der Klassiker sind dabei Anleger, die sich seit 2009 nicht in den Markt getraut haben und jetzt nach 10 Jahren wieder langsam damit warm werden - wo doch jetzt das Chance/Risiko-Verhältnis definitiv schlechter ist, als noch 2009. Aber auch Anleger sind der Klassiker, deren Depot aus "Dauergurken" besteht, alles "Falling Angels" die in der Vergangenheit mal toll waren, dann vermeintlich mit "Rabatt" gekauft wurden, aber seitdem nie mehr auf die Beine gekommen sind.

Diese Klassiker des Verhaltens haben einen gemeinsamen Nenner und das ist der , eine der fiesesten Ausprägungen dessen, was wir hier etwas provozierend unser evolutionäres Affenhirn nennen.

Ich sage Ihnen klar und deutlich: Wenn Sie das, was ich Ihnen nun sage und zeige, akzeptieren und Ihr Handeln tatsächlich ändern können, wird sich Ihr Anlageerfolg alleine deswegen, ohne großen Aufwand deutlich verbessern!

Erfolg mit einem Fingerschnippen, das wollten Sie doch schon immer, oder? Den gibt es natürlich nie, aber die folgende Erkenntnis kann Ihnen trotzdem sehr helfen.

Sie werden aber sehen, dass das gar nicht so einfach ist, sich im Mindset umzustellen, denn der "Affe" in uns tobt und tobt und da der "Affe" evolutionärer Teil von uns ist, werden Sie ihn auch nie wirklich loswerden. Ihre Aufgabe ist, seine Fehleinschätzungen zu erkennen und in Zukunft zu vermeiden.

Was sagt der Ankereffekt also theoretisch? Ich zitiere leicht umgebaut die Wikipedia:

Menschen werden bei bewusst gewählten Zahlenwerten von momentan vorhandenen Umgebungsinformationen beeinflusst, ohne dass ihnen dieser Einfluss bewusst wird. Die Umgebungsinformationen haben Einfluss selbst dann, wenn sie für die Entscheidung eigentlich irrelevant sind. Die Folge ist eine systematische Verzerrung in Richtung des Ankers.

Hört sich sehr theoretisch an? Nun dann machen wir es mal konkret. Atmen Sie tief durch und lassen Sie den Affen in sich frei. Schauen Sie auf die Charts und sagen Sie instinktiv, ob Sie da ohne Nachzudenken eher eine Chance oder ein Risiko sehen:

Das sind alles instinktiv Chancen, weil das Aufholpotentiel so hoch ist, oder? Es sind übrigens Nvidia (NVDA), General Electric (GE) und Bausch Health Corp (BHC), ehemals Valeant.

In allen drei Fällen schreit uns das Chart geradezu an, dass das eine Chance sei. Und das liegt *nur* an dem Anker der alten Hochs. Weswegen das Chart von GE hier auch am wenigsten schreit, weil die Vergangenheit nicht ganz so glorios aussieht.

Machen Sie sich auch mal den Spaß und gucken Sie sich die drei Aktien auf kürzeren Zeitebenen an, so dass die "glorreiche Vergangenheit" nicht mehr sichtbar ist. Die Wirkung ist gleich eine ganz andere.

Die Vergangeheit ist aber kein Maßstab, wie vielen Anlegern die Telekom schmerzhaft beigebracht hat, die seit nun bald 20 Jahren im Depot dümpelt, die Hoffnung auf alte Zeiten stirbt zuletzt. 😉

Weiterlesen ...Der Ankereffekt und unser „Affenhirn“

Zwei umfangreiche Interviews

Heute habe ich statt des gewohnt langen Textes, zwei umfangreiche Interviews für Sie. Das erste in einem Magazin, das zweite als Video.

Letzten Sommer hat das Traders´ Magazin mit mir ein langes Interview geführt, das im Magazin volle 9 Seiten ausmacht und einen Bogen über alle Aspekte meiner Markt-Erfahrungen herstellt.

Ich bin nun in der Lage, Ihnen dieses Interview als Auszug zur Verfügung zu stellen, bitte lesen Sie im PDF:

-> Interview Michael Schulte Traders´ Magazin 08-2018 <-

Letzte Woche war ich dann mal wieder bei Jens Rabe von zu Gast.

Während es im Interview oben mit dem Magazin primär um Anlage- und Handelsthemen ging, haben Jens Rabe und ich frei über "Gott und die Welt" gesprochen und bewusst mal direkte Anlagethemen nur am Rande betrachtet.

Wir haben wie bei jedem unserer Gespräche frei geplaudert, ohne dass mir die Fragen vorher bekannt waren. Ich lege darauf Wert, weil nur so ein Interview authentisch wird - der Versprecher gehört wie das Ringen nach Worten halt dazu. Vorher überlegte, einstudierte Antworten, braucht in Interviews wirklich niemand.

Theman waren unter anderem: Fundamentalanalyse, IBM, General Electric, Trump, der Handelskonflikt, die Autoindustrie, Autonomes Fahren, das Finanzsystem usw und so fort.

Nun viel Spaß beim Anschauen!

Ihr Hari

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Was Sie auf surveybuilder.info in 2019 erwartet

Diesen Artikel, der faktisch ein "Guckloch" in den Premium-Bereich ist, schreibe ich jedes Jahr einmal und nun ist es wieder Zeit.

Denn in der Welt des "kostenlosen" Internets, in der wie bei Facebook zu oft der Kunde zum Produkt gemacht wird, ist es schwierig wirklich unabhängige Informationen hinter Bezahlschranken zu verstecken. Denn wie sollen die da draußen denn mitbekommen, was alles geboten wird?

Auch für mich ist das immer wieder ein Dilemma. Der freie Bereich dieses Blogs dient ein wenig als "Guckloch" in die wirklichen Inhalte, aber da gibt es bei Finanzinformationen noch die besondere Problematik, dass viele Informationen nur im Kontext und mit ausreichender Erfahrung sinnvoll zu interpretieren sind.

Obwohl im Premium-Bereich Aktuelles und konkrete Setups einen großen Raum einnehmen, halte ich mich im freien Bereich bewusst damit zurück, weil ich keine Lust habe, hinter ein aggressives Setup immer diverse "Disclaimer" setzen zu müssen - Disclaimer nach denen es ja auch anders kommen könnte und man ein Risikomanagement braucht.

Einen aggressiven Trade ohne lange Erklärungen einfach jemandem anzubieten, der den Kontext nicht versteht und keine Erfahrung mit so "heissen Reifen" hat, ist für mich indiskutabel, weil ich eine Verantwortung spüre.

So bleibt die Situation, dass die wöchentlichen Artikel im freien Bereich, keinen wirklich Eindruck dessen vermitteln, was Sie an Menge und Tiefe im Premium-Bereich erwartet. Wobei es mir so herum lieber ist, dass neue Mitglieder erst einmal beeindruckt und erschlagen sind, wenn sie die Menge an Informationen im Premium-Bereich sehen, als anders herum. Mehr Sein als Schein ist mir da der sympathischere Ansatz.

Denn mein Ziel ist nach wie vor, hier nicht um jeden Preis schnelle Neumitglieder anzulocken, sondern mit langem Atem die beste Börsencommunity des deutschsprachigen Raums aufzubauen.

Was auch bedeutet, dass Mitglieder auf Jahre dauerhaft dabei bleiben und hier auf surveybuilder.info ihre persönliche "Börsenheimat" finden. Nicht wenige der Mitglieder sind übrigens der Meinung, dass das Ziel der "besten deutschsprachigen Börsencommunity" schon erreicht wurde. Auch die -> Testimonials < - legen davon Zeugnis ab.

Trotzdem ist es immer mal wieder nötig, das "Guckloch" zu erweitern und das will ich heute für Sie tun und ein paar Premium-Inhalte für Sie beispielhaft freischalten.

Die Freischaltung gilt allerdings nur für eingeloggte, registrierte Mitglieder. Wenigstens die kostenlose Registrierung, sollten sie also durchgeführt haben, so halte ich weiter die "Bots" und reinen "Vorbeiklicker" draußen.

Was erwartet Sie also Stand März 2019 als Mitglied bei surveybuilder.info?

(1) Ein Wochenausblick typischerweise am späten Sonntag oder am frühen Montag

Der Wochenausblick der KW4 vom 21.01.19 ist ganz spannend, weil er genau den Moment markierte, an dem man sich von dem Gedanken einer Rückkehr zu den Weihnachts-Tiefs lösen musste und optimistisch nach oben schauen musste.

Ich habe den Wocheausblick etwas gekürzt und von Links und Referenzen befreit, die sowieso nur für Premium-Mitglieder sichtbar bzw verständlich sind, aber das was Sie hier sehen, gibt Ihnen einen guten Eindruck davon, was Sie da jede Woche zum Wochenanfang lesen können:

-> Wochenausblick KW4 2019 - freigeschaltet nach Registrierung < -

(2) Jeden Börsentag ein Hari-Live-Stream in der ersten Hälfte der Wallstreet

Dieser Stream ist eine Besonderheit, er ist *Live* pur. Er beginnt typischerweise gegen 15 Uhr und endet gegen 18 Uhr, wobei er an besonderen Tag wie FED-Tagen auch mal bis Abends bis Handelsschluss gehen kann. Sie lesen dann vom Marktgeschehen nicht Stunden später - hinterher sind immer alle Genies 😉 - sondern eben *sofort Live* mit Timestamp während es passiert.

Das ermöglicht eine hohe Interaktivität und Aktualität und ist gerade in schwierigen Börsenphasen als Hilfestellung sehr beliebt. Wenn Sie also schon immer die Marktreaktionen nach EZB oder FED "live-kommentiert" erleben wollten, hier können Sie es.

Ich habe Ihnen mal einen typischen, ganz durchschnittlichen Stream der letzten Wochen heraus gesucht, damit Sie einen Eindruck gewinnen könnne, was da jeden Tag kommt. Schauen Sie selbst:

-> Har Live Stream 12.02.19 - freigeschaltet nach Registrierung < -

(3) Nahezu jeden Börsentag ein Sonder-Artikel zu Themen rund um die Märkte, Wirtschaft und Finanzpolitik

Diese Sonder-Artikel erscheinen typischerweise am späten Vormittag und runden die Aktualität der Live-Streams mit grundsätzlichen Themen ab.

Manchmal geht es einfach um die Aufarbeitung des Geschehens der Nacht.

Manchmal sind es grundlegende Erklärungen zum Handel und zur Börse, wie in (4) beschrieben.

Manchmal steige ich tiefer in einzelne Aktien ein.

Manchmal geht es um den besten Broker oder bestimmt Handelstechniken.

Manchmal kommentiere ich (Finanz-)politische Ereignisse und bespreche die Konsequenzen für uns Anleger.

Und manchmal richte ich meinen Blick aber auch auf Zukunftsthemen wie den "medizinischen Tricorder" oder "Flugtaxis ala Trantor und Coruscant".

Diese Artikel sind also mein kreativer Spielraum, hier werden Sie (hoffentlich) immer wieder Spannendes, Überraschendes und Bereicherndes finden.

(4) Grundsatzartikel

Diese sind Teil der obigen Sonder-Artikel, will ich aber besonders hervor heben. Ca. ein bis zweimal pro Woche, schreibe ich auch einen Grundsatz- oder Grundlagen-Artikel zu diversen Themen der Geldanlage. Wie diese aussehen, können Sie auch als Leser des freien Bereiches gut nachvollziehen, wenn Sie einfach durch das gehen, was ich Ihnen selbst im freien Bereich schon alles zur Verfügung gestellt habe:

-> Wissenswertes im freien Bereich < -

(5) Videos

Weiterlesen ...Was Sie auf surveybuilder.info in 2019 erwartet

(Zehn) Jahre zurück und die Lehren daraus

Vor genau 10 Jahren am 09.03.2009 wurde *das* Tief der Lehman-Krise markiert und von da an ging es nur noch markant hoch. Es ist immer wichtig sich zu erinnern, wie Dinge sich angefühlt haben und diese Erinnerung hat mir Josh Brown in diesem sehr lesenswerten Artikel abgenommen: .

Seitdem ist der S&P500 um 312% gestiegen, trotzdem haben nur die Wenigsten diesen Tiefpunkt damals wahrgenommen, weil der "Recency Bias" unserer "Affenhirne" uns eine objektive Betrachtung einer Situation deutlich erschwert. Nicht in dem Umfang, aber vom Charakter her, war auch letzte Weihnachten so ein Tag, an dem sich kaum jemand vorstellen konnte, dass genau dort der Tiefpunkt der Korrektur markiert werden würde.

Wichtig an Josh Browns Artikel ist auch, dass er uns daran erinnert, dass dieser Bullenmarkt bestenfalls 2013 begonnen hat, als sich der Markt aus dem von 2000 bis 2013 andauernden Bärenmarkt über die Hochs von 2000 und 2007 erhoben hat. Ich habe Ihnen das hier übrigens damals genau so dargestellt, als ich im November 2013 gefragt habe:

-> Steht ein neuer, säkularer Bullenmarkt bevor? < -

Schauen Sie da noch einmal herein, es lohnt sich wirklich im Nachgang immer mal wieder alte Situationen zu betrachten, sich zu erinnern, wie man sich da gefühlt, wie andere argumentiert haben und was dann am Ende daraus geworden ist. Es war der folgende Punkt auf dem Zeitstrahl:

Diese Reflektion ist ein guter Schutz gegen Aufgeregtheiten in der Gegenwart und insbesondere gegen die klickorientierten Weltuntergangs-Propheten, die nach 2009 die Anleger mit ihren Weisssagen jahrelang davon abgehalten haben, das einzig Richtige zu tun und ein wahrscheinlich "Generational Low" im März 2009 zu kaufen.

Und weil es sich lohnt, möchte ich nun, dass Sie mit dem heutigen Blick und dem heutigen Wissen was dann kam, einen Artikel noch einmal lesen, den ich den Mitgliedern exakt im gleichen Zeitraum am 19.11.2013 geschrieben habe - ja 2013, mitten in der Rally aus der Eurokrise heraus, genau der Rally, die das Ende des seit 2000 andauernden Bärenmarktes begründete.

Klar, wer alles was einen Monat alt ist, schon für "überholt" hält und als moderner "Aktualitäts-Suchtie" nur vermeintlichen "Neuigkeiten" hinterher jagt, den wird das nicht interessieren. Das ist aber kein Problem, dieser Typus ist sowieso kein surveybuilder.info Leser. Die Aufmerksamkeitsspanne reicht heutzutage oft leider nicht über drei Absätze hinaus, dafür gibt es aber genügend Klicki-Bunti-Angebot auch ohne mich.

Denn auch heute werden wir doch wieder von den diversen Crash-Propheten penetriert, die ihr Geld mit dem wohligen Grusel vor dem Weltuntergang verdienen - Crash sells. Und auch heute erzählt uns eine Finanzindustrie, dass wir am Besten immer voll investiert in "gemanagten" Produkten sind - schon klar warum. Die Wahrheit und der optimale Weg für Ihr Depot, liegt wie immer zwischen diesen Extremen.

Wenn Sie die Wahrheit die in diesem Blick zurück steckt in sich aufnehmen und daraus Lehren ziehen, wird Ihr Depot davon mehr profitieren, als vom Studium von 10 Weissagungen der Jünger Nostradamus. Sie müssen es nur tun. Und nun zurück ins Jahr 2013.

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Derzeit erleben wir im Marktsentiment der Aktienmärkte so etwas wie eine "Kapitulation" der verbliebenen Bären und Skeptiker. Viele Marktteilnehmer haben seit 2009 nicht an diesen Markt geglaubt, standen mit ihrem Depot im Abseits und haben die Anstiege emotional bekämpft. Wir erleben einen der meist gehassten Bullenmärkte der Geschichte.

Und nun nähert sich das Jahresende, die Indizes sind auf historischen Höchstständen und es geht trotzdem einfach immer weiter aufwärts und aufwärts. Diverse Auswertungen der Sentimentdaten zeigen, dass das Bullenlager zuletzt drastisch gewachsen ist, die erwähnte Kapitulation der Bären scheint also nun im Gange.

Nun wissen erfahrene Leser, dass genau dieser Moment der Kapitulation der letzten Bären, mit erhöhten Risiken verbunden ist, denn er steht gerne am Ende einer Aufwärtsbewegung und nicht am Anfang. Und nach 5 Jahren des Anstiegs, wäre dafür ja auch mal langsam Zeit. Aber das ist so offensichtlich, dass es fast schon wieder unwahrscheinlich wird und darüber will ich heute auch gar nicht schreiben.

Ich will heute über die vergangenen 5 Jahre schreiben, in denen so viele, so immens viel von dieser sensationellen Aufwärtsbewegung verpasst haben. Und ich will aufzeigen, woran das liegt. Denn zu viele haben zu oft emotional gegen den Markt gekämpft.

Wenn Sie des Englischen mächtig sind, lesen Sie bitte mal zur Einstimmung die ehrlichen Gedanken und Gefühle vom jemandem, der nun seit mehr oder weniger 5 Jahren emotional gegen den Markt und die Notenbanken kämpft:

Das gibt Ihnen einen guten Eindruck davon, was in so Menschen aktuell vorgeht. Und ich habe es meinen Lesern schon oft gesagt und kann es nur wiederholen: vermeiden Sie unbedingt solche psychologischen Fallen! Trennen Sie unbedingt Ihre Sicht auf die Welt und Ihre Überzeugungen, von den Handlungen, mit denen Sie versuchen Ihr Depot zu füllen.

Sie wissen, wie kritisch ich vieles sehe, was da im Bereich der Notenbanken in der Gegenwart abgeht und das ich am Ende auch an ein „dickes Ende“ der Geschichte glaube. Vielleicht kommt ein Zeitpunkt, an dem wieder ein wütender Mob vor den Regierungs-Gebäuden und Notenbank-Kathedralen stehen wird und die Verantwortlichen lynchen will. Alles schon mal dagewesen und es gibt keine Sicherheit, dass es nicht wiederkommt. Und wenn dieser Moment kommt, werden Leute wie unser Autor oben dann völlig zu Recht "siehste" sagen. Nur wird sich auch dann die Masse nicht an die Warner der Gegenwart erinnern – bestenfalls in akademischen Zirkeln. Die Anführer des Mobs werden aber andere sein, Populisten die den neuen „Trend“ rechtzeitig erkannt haben und sich als Protagonisten an die Spitze setzen konnten. Populisten, die heute vielleicht eine ganz andere Sau durchs Dorf treiben.

Weiterlesen ...(Zehn) Jahre zurück und die Lehren daraus

Die Marktlage Ende Februar

Kommende Woche mit den bayrischen Faschingsferien, ist auch dieser Blog im Ferienmodus, es gibt dann im freien Bereich keinen Artikel.

Daher will ich heute auch mal einen groben Blick auf die Marktlage werfen, mein letzter Kommentar dazu hier im freien Bereich ist ja hier in -> Das endlose Zögern und die Unsicherheit <- auch schon wieder 3 Wochen her.

Seitdem hat der Leitindex S&P500 auch die 200-Tage-Linie genommen und klopft nun an die Verlaufshochs des letzten Oktobers und Novembers an. Hinter uns liegt seit dem 26.12.18 eine brutale Stärkephase ohne grössere Pausen, die sich Weihnachten kaum jemand hätte vorstellen können.

Erneut wurde damit das bewahrheitet, was ich Ihnen vor mehr als einem Monat in -> Der neue, alte Markt - Alles wie immer? <- geschrieben habe:

Der Markt ist also ganz der Alte geblieben, aber die Bewegungen laufen länger, uniformer und störrischer als in der Vergangenheit, einer Vergangenheit in der Menschen primär einzelne Aktien gehandelt haben.

....

Dieses Herumraten ist sowieso Unfug und in diesem veränderten Markt erst recht. Viel profitabler ist es, eine grundlegende Richtungs- oder Logikänderung abzuwarten und dann erst auf diese aufzusatteln, denn diese dauert im aktuellen Markt länger als früher und läuft uniformer in die gleiche Richtung, als wir uns vorstellen können.

Auch vor einem Monat wäre es also richtig gewesen, dem Trend weiter zu folgen, hier ist der heutige Stand:

Ein Geruch von 2017 liegt nun in der Luft, als es auch beständig nur nach oben ging und man über Monate auf ein Retracement wartete, das dann nie kam.

Dieses Mal haben wir aber eine andere Grundlage, man sieht im Chart sehr gut, dass die Bewegung unter die 2.600er Zone, die Anfang Dezember begann, eine "Anomalie" war.

Denn eigentlich war der Markt am 03.12.18 mit dem G20 Treffen bereit, einen Boden zu finden und in das traditionell starke Jahresende zu wechseln. Was dann ab dem 04.12. kam, waren aber brutale Abgaben des großen Geldes, die auf zwei Faktoren beruhten, die sich gegenseitig bedingen:

Einerseits machten Rezessionsängste die Runde, die aber unsubstantiiert waren. Ich erinnere als ein Beispiel nur an das ganze Gerede um die invertierte Zinskurve, das ich schon letzten Sommer kritisch kommentiert habe. In einem reflexiven Markt reicht es aber, dass die einen verkaufen, damit auch andere verkaufen und sich die Karawane in Bewegung setzt.

Andererseits machte die FED mehrere kommunikative Fehler, von denen Jerome Powell in der FED-Sitzung vor Weihnachten den Allergrößten gemacht hat und damit die obigen Ängste erst richtig befeuert hat. Powell wurde vom Markt schwer bestraft und schon wenige Tage danach merkte man, wie die FED versuchte zurückzurudern.

Mittlerweile sind die unmittelbaren Rezessions-Ängste wieder vom Tisch, das Geraune von einer Rezession in der Zukunft gibt es immer und hat als Geraune ohne harte Daten, keinen gesteigerten Wert. Und die FED hat sich 180 Grad gedreht und ist nun so taubenhaft, wie man nur sein kann. Natürlich ist das in die Zukunft hinein ein Problem, weil nun Mittel schon verschenkt wurden, aber es hat eben diese Rally befeuert.

Was wir oben im Chart vor uns sehen, ist also kein 2017, es ist die Korrektur einer Anomalie, einer Fehlbewertung des Marktes, die zu einem guten Stück mit der Richtungsänderung der FED zu tun hat. Ein schönes Sprichwort zum Vorlaufindikator Aktienmarkt sagt ja:

The stock market hat predicted 9 of the past 5 recessions

Das war also wieder so ein Fall, der Vorlaufindikator des Marktes ist höchst sensibel und ahnt Ungemach immer lange *vor* den ökonomischen Daten, was aber das Risiko in sich birgt, dass nicht jeder Warnung dann auch wirklich ein Problem folgt. Trotzdem lohnt es sich den Markt ernster zu nehmen als ökonomische Daten, denn es gab keine Rezession, die der Markt nicht als Erster gerochen hat, nur sind leider auch ein paar Fehlsignale dabei, wie im Dezember.

Nun sind wir also eigentlich nur da, wo wir auch ohne diesen verrückten Dezember und Januar hätten sein müssen, streichen Sie den Bereich unter der grünen Unterstützung einfach gedanklich weg. 😉

Stand heute haben wir also einen sehr starken Markt, der nun aber klar überkauft ist und im Bereich ca 2.800 im S&P500 in eine erneute Widerstandszone läuft.

Von hier ein Rücksetzer in den kommenden 2 Wochen, wäre also alles andere als ein Wunder, der Markt ist aber so stark, dass man davon ausgehen kann, das die Unterstützung um 2.600 mit Präferenz auch bei einem Retracement halten wird.

Gleichzeitig zeigen andere Märkte, die ja teilweise das ganze Jahr 2018 im Bärenmarkt waren, nun auch klare Lebenszeichen, schauen Sie zum Beispiel mal auf die Struktur die sich im MDAX aufbaut, das sieht auch nicht so schlecht aus:

Summa Summarum ist die Lage geprägt von:

  • einem sehr starken Markt, dem mittelfristig noch Einiges zuzutrauen ist. Starke Märkte sterben nicht so schnell, wie wir oft erlebt haben.
  • kurzfristig einer überkauften Marktlage, so dass ein markantes, scharfes Retracement nun jederzeit um die Ecke kommen kann.
  • den Handelsgesprächen als dem großen Katalysator - ein Sell-the-News Effekt nach Abschluss einer eigentlich positiven Einigung, wäre kein Wunder, nachdem der Markt nun wochenlang in Hoffnung hochgeschoben ist.
  • einer starken Unterstützung im S&P500 bei ca. 2.600, die wenn sie überhaupt erreicht wird, mit Präferenz halten sollte.
  • anderen Weltmärkten in Europa und den Emerging Markets, die seit Anfang 2018 im Bärenmarkt waren und nun erhebliches Aufholpotential besitzen.
  • diversen abstrakten Risiken wie Brexit, den "Mueller Tapes", der Kreditsituation in China usw, die immer als gute Argumente der Bären dienen, aber der Regel "it doesn´t matter until it matters" unterliegen.

Wir sollten also kurzfristig etwas mehr Vorsicht an den Tag legen und auch mal mit einem scharfen Retracement rechnen, können aber mittelfristig für 2019 weiter positiv sein.

Und gibt es einen Faktor, der das ganze Gebäude zum Einsturz bringen könnte und uns in eine noch schlimmere Korrektur als im Dezember drücken? Ja zwei sogar!

Einerseits eine von Italien ausgehende Zerstörung der Eurozone. Ich rechne damit nicht in naher Zukunft, vorher wird die EZB noch "everything and the kitchen sink" auf das Problem werfen und auch Dinge wie noch tiefere Negativzinsen angehen. Und erst dann irgendwann in der Zukunft, ist die Eurozone wohl "reif", weil die Spannungen dann unerträglich werden.

Darauf jetzt zu wetten, wäre also wohl ein Verlustgeschäft, denn

Andererseits ein Scheitern der Handelsgespräche. Wenn diese Gespräche in Vorwürfen und einem Handelskrieg zwischen US und China enden sollten, dann wird das Gebäude kippen, davon bin ich überzeugt und dann sehen wir die Tiefs vom Dezember wieder.

Nur wie wahrscheinlich ist das? Xi wie Trump haben nun ein Incentive sich zu einigen und insbesondere Trump will in gut 18 Monaten wiedergewählt werden und kann daher keine Rezession gebrauchen, die seine Wähler im "Rostgürtel" besonders hart treffen würde.

Also, die Lage ist mal wieder schwierig aber nicht hoffnungslos. 😉 Dem -> Optimismus sollte mittelfristig weiter eine Chance gegeben werden <-, auch wenn kurzfristig nun erhöhte Vorsicht sinnvoll ist.

Und wenn doch eines der großen Desaster wie oben eintritt, dann sollte man *dann* darauf zügig und konsequent reagieren und nicht versuchen im Vorfeld auf etwas zu wetten, dessen Eintreffen völlig im Ungewissen ist.

Ich wünsche gute Entscheidungen und schöne Faschingsferien!

Ihr Michael Schulte (Hari)

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